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♦ >-.. ^' u . 



DER PAULINISMÜS 



UND 



DIE LOGIA JESU 



IN IHREM GEGENSEITIGEN VERHÄLTNIS 



UNTERSUCHT 



vox 



I). ALFRED BESCH 




LEIPZIG 

J. C. HINKICHS'sciiK HUCHHANULUNG 

1904 



/a gutem HiMframband (3 Mk.) vorrätig 



Von 1). Alfred Resdl etHckienen Ifereiti^ im gltkhen Verlagt: 

DIK Ij()(rIA flESU. Nach dem griechischen und hebr&ischea 
Text wiederhergestellt, mit fortlaufenden Angaben der Belegstellen und 
der Wortvarianten, sowie mit Einleitung und Stellen-, Namen- und Wort- 
Register versehen. Ein Versuch. 1898. (XXXIV, ^2 S.) ^ 10 — 

Sonderdruok des hebräischen Textes. 1898. 120 S. ^ 1 — 



AÜSSKKCANONISCHE PARALLELTEXTE ZU 

DEN EV^VNGELIEN. 5 Teile in 3 Bände geheftet ^60 — 

I. TextkritiM'.he und quellenkritischc Grundlegungen. 

189;{. (VII, 160 S.) ^ 5 — 

II Panilleltoxte zu Matthäus und Marcus. 1894. (VIII. 456 S.j J6 14.50 

in. Parcilloltoxte zu Lucas. 1895. (XII, 847 S.) Ji 27 — 

IV. Pur.illfltexte zu Johannes. 1896. (IV, 224 S.) -4 7 — 

V. Das Kinillieitsevangelium nach Lucas und Matthäus. 

1897. (IV, 336 S.) .>» . 6.50 

AÜKAPHA. AUSSER CANONISCHE »EVANGE- 
LEEN - FRAGMENTE. 1889. (Xii, 480 s.) ( ä 17 -) 

Die .Agnipha' können nur noch in der vollständigen Serie der 
Tt^xte unri Untersuchungen zur Geschichte der altchristlichen Literatur, 
Erste Reihe 15 Bände 1882 bis 1896 J6 380, gebunden in 17 Halb- 
fran /.bänden .Ä 422.50) geliefert werden. Eine zweite, auf den neuesten 
Stand gel)ruf:hte, andererseits auch gekürzte Auflage ist in Vorberei- 
tung und soll 1906 erscheinen; Bestellungen darauf werden schon 
jetzt entgegengenommen. 



THF N;-.Vv' V-. ■: ■ 

PUBLIC LIBKAii 



♦ ■ 
9^ 



.«- 1> 



AJTOP, LFNOX AK'O 
TILÜCN Fw»UNÜAT!OV: 

R L 



TEXTE UND UNTERSUCHUNGEN 



ZÜE GESCHICHTE DER 



ÄLTCHRISTUCHEN LITERATUR 



ARCHIV FÜR DIE VON DER KIRCHENVÄTER-COMMISSION 

DER KCL. PREUSSISGHEN AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN UNTERNOMMENE 

AUSGABE DER ÄLTEREN CHRISTLICHEN SCHRIFTSTELLER 



HERAUSGEGEBEN VON 



OSCAR VON GEBHARDT und ADOLF HARNACK 



NEUE FOLGE — ZWÖLFTER BAND 



DER GANZEN REIHE XXVn. BAND 




LEIPZIG 

J. C. HINRICHS'bohb BUCHHANDLUNG 

1904 

CK ■> ■ 



DER PAÜLINISMUS 



UND 



DIE LOGIA JESU 



IN IHREM GEGENSEITIGEN VERHÄLTNIS 



UNTERSUCHT 



VON 



T). ALFRED BESCH 




LEIPZIG 

J. C. HINRICHS'scHB BUCHHANDLUNG 

1904 



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THi NTW V 

PUBLIC LIBRAi- 

iJiJ ä . ^ 

ASTOR, LENOX AnO 
TILDEN FOUHDAT.ÜNS 

R ' L 



TEXTE ÜKD UKTERSUCHÖNGEN 

ZUR GESCHICHTE DER ALTCHRISTLICHEN LITERATUR 

ARCHIV FÜR DIE VON DER KIRCHENVÄTER -KOMMISSION 

DER KOL. PREÜSSISCHEN AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN UNTERNOMUENE 

AUSGABE DER ALTEREN CHRISTLICHEN SCHRIFTSTELLER 

HERAUSGBGBBBN VON 

OSCAR V.6EBHARDT und ADOLF HARRACK 



NEUE FOI^E. Xn. BAND 



Inhaltsverzeichnis. 

Einleitung. 

Seite 

$ 1. Das paulinische Problem 1 

§ 2. Das synoptische Problem 10 

§ 3. Das Problem der Verwandtschaft zwischen dem Paulinismus 

und der Synopse 18 

§ 4. Die Grundsätze der Untersuchung 23 

§ 5. Das Verzeichnis der Literatur 31 



Erster Teil. 
Textparallelen. 

A. Die paaünisch-synoptiBchen Parallelen innerhalb der Logia. 

1. Die Thessalonicherbriefe 35 

2. Die Corintherbriefe 42 

3. Die Briefe an die Gralater und an die Kömer 67 

4. Die Briefe an die Colosser und an die Epheser 92 

5. Die Briefe an die Philipper und an Philemon 109 

6. Die Pastoralbriefe 114 

7. Die paulinischen Reden innerhalb der Apostelgeschichte . 122 

8. Der EbrÄerbrief 127 

B. Die paolinisch-synoptlschen Parallelen außerhalb der Logia . 134 

C. Die paalinischen Agrapha-Parallelen 140 

D. Innerpanllnisclie Logia 153 



IV 



Bescli, Paulinismus. 



Zweiter Teil. 





Spezielle Untersuchungen. 






A. Zu den panlinisch-synoptischen Parallelen innerhalb der Logia* 






Seite 






Seite 


1. 'Itodyytjg A 1,1* 


155 


36. ^ttQi4ittToi^*lovdaToi j 


i 10,15 


194 


2. vlog ityuTttjTog 


2,9 


158 


37. TiQdSroy 


11,8 


1% 


3. nei^acfjiog 


2,10 


159 


38. vloi rov €ty9^Q(anov 


11,18 


197 


4. uyyeXoi 


2,21 


161 


3«). fi€TttfjioQ(pova9^ai 


11,25 


202 


5. ßaaiXeia rov O^eov 


3,5 


162 


40. oniao} 


11,50 


204 


6. afjfÄ6Qoy 


3,10 


164 


41. (fQoyifAOQ, ((xegaiog 


12,5 


205 


7. xiuyog 


5.12 


165 


42. JQ0<p7J 


12,12 


206 


8. nrtoxog, nrtaxeveiy 


6,8 


166 


43. cff/ftf»>«t, tlxovBiy 


12,16 


207 


9. 716**'«*', /o^r«C6<T<^«i 


6,9 


166 


44. /«(^«»' 


12.25 


209 


10. Xvnetad^ai, yXalet-y 


6,10 


167 


45. BvxüQtoiBTy 


12,27 


211 


11. dioixead^ai, ncea/fi*' 


6,11 


167 


46. unoxitXv-njBiy 


12,27 


212 


12. oyeidiCeiy 


6,11 


169 


47. ev&oxeTy, evdoxia 


12,28 


215 


13. OQyiCead^ta 


6,20 


170 


48. nttyttt 


12,29 


216 


14. »'«/, ft^i^V 


6,26 


171 


49. iniyiywaxBiy 


12,3() 


216 


15. xaTdQäa&atyXoidogety 6,28 


174 


50. 7r^«t'f, TttTteiynffQOiy 


12,34 


217 


16. xgiyea&ai 


6.32 


174 


51. C«'y*'?> qoQxioy 


12,36 


218 


!''• XQV^^^^yXQV^^^^^^^''*' 6»42 


175 


52. TtXvfQovy loy yo^uoy 


13,6 


210 


18. oixxiQgjuay, BvanXay- 






53. lafAftQirrjg 


13,13 


220 


Xyog 


6,42 


176 


54. MuQd^aj Magia 


13,21 


221 


19. TcAffOf 


6,42 


176 


55. TiQoaevxea^M 


14.10 


22:3 


20. xQtyeiy, xttraxQiyety 


6,44 


177 


56. ixdtxet'yy ixdixr^cig 


14,24 


229 


21. dxQouTijgy nonjTtjg 


6,58 


179 


57. nayonXia 


15,12 


229 


22. d^BfiiXioq 


6.59 


179 


58. xa&ttQos 


16,4 


230 


23. dvya/Äig, i^ovaia 


6,64 


180 


59. yQa/Ä/iaretSf yofnxoi 


16,13 


236 


24. vTtotdaaeffO^M 


7,6 


181 


60. re*'(rxf(jpr<Ar<fov*' 


16,21 


239 


25. <roqp(» 


7,37 


182 


61. ft;roaroAot x«i tt^o- 






26. /i^oi'Aiy rot; ^fov 


7,43 


183 


9^yrat 


16,22 


240 


27. /«^t'Ceffx^a* 


7,51 


184 


62. ".^^«A 


16,24 


243 


28. niari^, nict^vBiy 


7,60 


185 


03. 6(JLoXoyih\ (tQyeTad^at 


16,36 


244 


29. fjiv<fnJQi9y 


8,29 


187 


64. avyttytoyai, avyi^Qitt 


]6,:38 


244 


30. naQaßoXrjj atyiyfAU 


8,30 


188 


65. vnofioytj 


16.44 


246 


31. TraJ^ANTt^ 


8,30 


189 


66. xXrjQoyofiiu 


17,1 


247 


32. aTioQog, oneQfAu 


8,32 


190 


67. (itpQoiy, davyetog 


17,9 


248 


33. Tioifitjyj noifjiyioy 


9,40 


192 


68. dixuioavytj 


17,20 


248 


34. yoyeig 


10,5 


193 


69. nvarog oixoyofAog 


18,11 


249 


35. xoiyovy 


10,12 


193 


70. fidxMQa 


10,3 


252 



*) A verweist auf die einzelnen Kapitel und Verse der «Logia" 
nach meiner Textausgabe (»301 S. Leipzig 1898, J. C. Uinrichs). Die data 

fehOrigen synoptischen Belegstellen sind in den Untersuchungen wie in 
en TextpuuUelen allentlutll^n beigefügt. 



InhaltsTeraeiclmis. 







Seite 


71. ixxonreiy A 19,22 


253 


72. antoXBUHy ^tarj 


20,3 


253 


73. ayotviCecd^at 


20,2 


254 


74. yv/Ä(pfj, nagd^evoi 


20,5 


255 


75. iQyärai 


20,25 


259 


76. reXeiovy 


21,4 


261 


77. deiTiyoy /leya 


21,10 


262 


78. yetogyoi 


21,23 


263 


79. ^tÄerv 


21,38 


265 


80. (nav^o^y ffxoXo^ 


21,39 


266 


81. aTittgyeia&M iavxoy 21,40 


269 


82. ffdiC^^v, neginom" 






a&ai 


21,41 


270 


83. aQTveiy, aXiCBiy 


21,49 


272 


84. o{ (fJo v^oi 


22,5 


272 


85. o^o»'o^offr^f«cftxtaf 22,34 


275 


86. o{ (fi;o xvQioi 


22,50 


275 


87. yofiog xai riQotpijtai 


23,7 


278 


88. nTTOilt/efi' 


23,10 


281 


89. ayaataffi^ yexQÖiy 


23,20 


284 


90. UßQad/4 


23,30 


286 


91. «TxavcfaA/C«*' 


24,3 


289 


92. fiiXog, ciSfia 


24,5 


290 


93. ngoßaroy anoXcjXog 24,13 


291 


94. d^a^f^TJ ttnoXtaXi^ta 


24,16 


293 


95. yov&Bxuy, iXeyxeiy 


24,18 


294 


96. cfovilo; «xQ^^^^ 


24,44 


299 


97. naqttxrj^ricig 


25,2 


299 


98. xXrjqoyogjiBly 


25,20 


300 



B. Zu den panlinisch-synoptischeH 

Seite 

127. Marcus, Matthäus, Lucas 379 

128. x6 evayyiXioy tov 

&eov Mc. 1,14 380 

129. dHctaa&ai 5,15 380 

130. rt &oQvßeta&e 5,39 381 

131. avyyeyeig 6,4 381 

132. iysgyeiy, iyiqyeiM 6,14 382 

133. 'EXXriyig 7,26 383 

134. ijyoiyrjiitty al €cxoai 7,35 383 

135. nentoQotfjiiytj xag&ia 8,17 383 

136. aytt^e/naji^Hy Mc. 9,39 384 

137. rovTo noUi xttl 

Cvco Lc. 10,28 385 



Seite 

99. dcxaiova^tti A 26,8 304 

100. yrpnä;ety 26,11 308 

101. to dya&oy 26,13 309 

102. eh ^eog 27,1 315 

103. §aßßly MdaxaXog 27,6 316 

104. xiqSogy tcyxdXXnyfJLa 27,8 317 

105. ßXaff(pfjfÄia 27,18 319 

106. XQiyeiy C^i^ytag xai 

yexQovg 27,40 319 

107. inaiiSxvyec^M 27,43 320 

108. dnXoTtjg 28,6 321 

109. elQtjyrjy eiqijyeveiy 28,37 321 

110. raneiyovy, vipovy 28,50 322 

111. (ftSg, cxoTog . 28,55 323 

112. dohKe^y ' 28,61 324 

113. Zaxxaiog 29,9 324 

114. tdXayta 29,12 325 

115. 'legovaaXtjfA 31,10 326 

116. evayyeXioy 31,25 334 

117. Ttagovaia 31,26 338 

118. xaiy^ dia^xtj 32,20 341 

119. diaxoyia 32,22 347 

120. XvtQoy, (tynXvTQoy 32,38 349 

121. cr^QiCeiy 33,7 352 

122. re&arjfiayij 33,17 353 

123. roXyo&ä 34,29 356 

124. eyegaig 35,6 359 

125. ßanruffia 35,47 368 

126. dydXtitptg 35,54 376 

Parallelen außerhalb der Logria* 

Seite 

138. ^yttnriOsyavtoyUc, 10,21 386 

139. oi doxovyreg uQXBiy 10,42 386 

140. xvQiog elg iany 12,29 387 

141. vlog Javtd 12,35 387 

142. dnoßijüBxai eig fJntQ- 

xvQioy Lc. 21,13 390 

143. ov&eyog O^qI^ «tio- 

A^rr«* 21,18 391 

144. TO ßdiXvyfAa 

xrjgiQfjfÄüHTBatgMc. 13,14 391 

145. tfiXoyuxUi Lc. 22,24 393 

146. dyüiyia 22,44 394 

147. dxBi^onoirixog Mc. 14,58 394 



'IH ; N r w • 
PUBLIC LlBRAl. 

ASTOR, LENOX ANO 
TILDEN FOUKDAT,0\S 

R ' L 



TEXTE ÜKD ÜKTERSUCHÜN6EN 

ZUR GESCHICHTE DER ALTCHRISTLICHEN LITERATUR 

ARCHIV FÜR DIE VON DER KIRCHENVÄTER -KOMMISSION 

DER KQL. PREUSSISCHBN AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN UNTERNOMMENE 

AUSQABE DER ALTEREN CHRISTUCHEN SCHRIFTSTELLER 

HERAUSOEGBBBN VON 

OSCAR V.BEBNARDT und ADOLF NARRACI 
NEUE FOLGE. XH. BAND 



Inhaltsvei-zeichnis. 

Einleitung. 

Seite 

§ 1. Das paulinische Problem 1 

§ 2. Das synoptische Problem 10 

§ 3. Das Problem der Verwandtschaft zwischen dem Paulinismus 

und der Synopse 18 

§ 4. Die Grundsätze der Untersuchung 23 

§ 5. Das Verzeichnis der Literatur 31 



Erster Teil. 

Textparallelen. 

A. Die paalinisch-synoptischen Parallelen innerhalb der Logria* 

1. Die Thessalonicherbriefe 35 

2. Die Corintherbriefe 42 

3. Die Briefe an die Galater und an die Römer 67 

4. Die Briefe an die Colosser und an die Epheser 92 

5. Die Briefe an die Philipper und an Philemon 109 

6. Die Pastoralbriefe 114 

7. Die paulinischen Reden innerhalb der Apostelgeschichte . 122 

8. Der EbrUerbrief 127 

B. Die panlinisch-synoptischen Parallelen außerhalb der Logia . 134 

C. Die panlinicichen Agrapha-Parallelen 140 

D. Innerpanllniselie Logia 153 



Beach, Psulinismaa. 



Zweiter Teil. 

Spezielle Untersuchungen. 

A. Zh dea pMliniMh-STDoptlgcheii Parallelen loiierhalb der Logla. 



•lt»äyy,l( A ],!• 


ufoV iiyantjiöt 


2.9 


netfiuifiöc 


2.10 


Srr^Xoi 


2.21 


ßMtXti« lov 9toS 


3,5 


<nifiee«y 


3,10 


xaiföi 


5,12 


ntetxöt, Tittixevtii' 


63 


nttfäy, /opi«Jeo#(H 


6.9 


Ivniioatrt, Ulaieiy 


6,10 


JiiiKta»tii, niiaxuv 


6,11 


aVEHACdf 


6.11 


opj-ifea*!« 


6.20 


rai, äfitjr 


6,26 


»tttagüii9m, XotJo^eT 


6,28 


xgiyta9ttt 


6,32 


Zetpnöt.xevaiivcafm 6,42 


oixTiQfiuv, tv9nXay- 




r*"*t 


6,42 


rActof 


6.42 




6,44 


«xpoor^f, noi^r^i 


6,58 


»c^ilut 


6,59 


dvvafiii, igavaia 


6,64 


inozänacaSni 


7,6 


'"V"' 


7,37 


povX^ tav »toS 


7,43 


-rne'CM*«» 


7.51 


niffr«, niet(vtiy 


7,60 


/ivattjcur 


8,29 


nagaßolij, „tyiyfitt 


8,30 


niägaiHK 


8,3ü 


<rn6go(, <mi^fiit 


8,32 




9.40 


roftU 


10,5 


«oM^e»- 


10,12 



37. 



I. ^aQuliäot,'lovimoi A Vi,\b 



vlöi toC «v^^unov 


11,18 


^nitfinQtiova^iii 


11, 2r. 


öniau 


11,50 


ifQÖyifiof, üxigraoi 


12.5 


Tpoyij 


12.12 


<ttxt<l»m, üxovtly 


12,16 


XoiQW 


1-2,25 


EU/aptOTEff 


12,27 


ÖTioxaXvnTtiv 


12,« 


cvioxeTy; evifoxin 


12.28 


niiyta 


12,29 


imyutaaxfw 


12,311 


npOTf, titfieiyötiQio 


1334 


ipyög, qopiioy 


12,36 


jiXr/fMvr 7oV vö/ioy 


13.« 


litfiaghtit 


13,13 


Mii^»«, MiiQia 


13,21 


iiQinliiXia9tti 


14,10 


tX<f«HV, ^«Ä«.Jfl.C 


14,24 


noyonUu 


15,12 


XßffcrJOf 


16.4 


yQafiftnrii;, yo/iixoi 


i6,ia 


äyttxtipuXaiovy 


16,21 


öncamioi «ki hqo 




9'i"" 


16,22 


''tßti 


16,24 


ä/toloyiTy, ligyelaScti 16,36 


avvayaiyai, twid^m 


16,38 


ilito/xoyij 


16,44 


xltie^y^fi« 


17,1 


vipQaty, üavycTOS 


17,9 


J«„„W.., 


17,20 


ntffioV oixoyofios 


18,11 


fiiiXate« 


19.3 



*) A verweiBt auf die einzelnen Kapitel und Vene der .Logia' 
nach meiner Teitaungatie (301 S. Leipzig 1898, J. C. Hinriclu). Die aasn 
gehörigen Bynoptiechen Belegstelien sina in den Untersuchungen wie in 
den Textpanllelen allenthalben beigefDgt. 



Inhaltareraeiclmis. 







Seite 


71. ixxonxeiy A 


! 19,22 


253 


72. untiXBitty J^forj 


20,3 


253 


73. aytayiCecO^M 


20,2 


254 


74. yv/Ä(pfj, naQ&eyoi 


20,5 


255 


75. igyärai 


20,25 


259 


76. reXeiovy 


21,4 


261 


77. detnyoy gjiiya 


21,10 


262 


78. yetagyoi 


21,23 


263 


79. qpdetK 


21,38 


265 


80. (TTav^off, axoXoip 


21,39 


266 


81. ana^yeia&tti iatfoy 21,40 


269 


82. c(6CHyy neginom" 






ü&ai 


21,41 


270 


83. «^rvciK, »il(Ceev 


21,49 


272 


84. o{ cfvo vlol 


22,5 


272 


85. oixoyofjiog r^g «rcftxtac 22,34 


275 


86. 02 (fvO XVQlOt 


22,50 


275 


87. yofiog xai TtQOfprjtat 


23,7 


278 


88. «TioAveiK 


23,10 


281 


89. ayaaraing yBXgaiy 


23,20 


284 


90. 'j4ßQaa/4 


23,30 


286 


91. axaydaXiCeiy 


24,3 


289 


92. fiiXog, cdfjia 


24,5 


290 


93. TtQoßccToy €moX(oX6g 24,13 


291 


94. dga^f*^ ttnoXioXi^ia 


24,16 


293 


95. yov&eteTy, iXiyx^iy 


24,18 


294 


96. (fovAo; dxQBiog 


24,44 


299 


97. Tiit^ittiJQtjaig 


25,2 


299 


98. xXrjqoyofJLBly 


25,20 


300 


B. Zn den panlinisch-sjnoptischeH 






Boite 


127. Marcus, Matthäus, 


Lucas 


379 


128. To BvayyiXioy xov 






&eov Mc. 


1,14 


380 


129. iHcraa&tti 


5,15 


380 


ISO. rt ^Qvßeic&e 


5,39 


381 


131. aryyei'crf 


6,4 


381 


132. iyegysiyy iyigyeia 


6,14 


382 


133. 'ßUiyvtV 


7,26 


383 


134. j^yoiytjaay al «rxoni 


: 7,35 


383 


135. nenuiQiogjLiyrj xiigdUt 8,17 


383 


136. aya&efÄariCeiy Mc. 


9,39 


384 


187. TOVTO 7rO(€* x«t 






Cjy'iffl Lc. 


10,28 


385 



Seite 

99. dixaiova&M A 26,8 304 

100. yrptiä;ety 26,11 308 

101. ro ttya^oy 26,13 309 

102. elg ^eog 27,1 315 

103. §aßßi, MdaxaXog 27,6 316 

104. xiQ^ogy dyxttXXttyfia 27,8 317 

105. ßXaatprjfiia 27,18 319 

106. xQiyeiy C^iytag xra 

yexQovg 27,40 319 

107. inatisxvyec&ui 27,43 320 

108. dnXoTtjg 28,6 321 

109. ei^ytji eigrjyevBiy 28,37 321 

110. toTiBvyovy, v^ovy 28,50 322 

111. €p(Jig, cxotog ^ 28,55 323 

112. MtK^iy 28,61 324 

113. Zaxxaiog 29,9 324 

114. tdXttyxa 29,12 325 

115. 'leQovaaXfj/4 31,10 326 

116. Bvayyehoy 31,25 334 

117. naQoiHjia 31,26 338 

118. xaiyij dia^xtj 32,20 341 

119. diaxoyla 32,22 347 

120. XvtQoy, ayriXvTQoy 32,38 349 

121. artjQiCeiy 33,7 352 

122. re&atjfiay^ 33,17 353 

123. roXyoȊ 34,29 356 

124. fyegcig 35,6 359 

125. ßanruf/ia 35,47 368 

126. dydXtitptg 35,54 376 

Parallelen außerhalb der Logia. 

Seite 

138. rjymifjaey avToyMc, 10,21 386 

139. ol doxovyreg tigzety 10,42 386 

140. xvQiog elg iariy 12,29 387 

141. vl^g Javtd 12,35 387 

142. tenoßfjaetai eig f^ttg- 

xvQioy Lc. 21,13 390 

143. ovdeyog d^gi^ «tio- 

Xeitttt, 21,18 391 

144. TO ßdiXvyfia 

rrjgiQtjfÄ<a<re(og'i/Lc. 13,14 391 

145. (fiXoyeixUc Lc. 22,24 393 

146. «yotyia 22,44 394 

147. dxei^onoitjrog Mc 14,58 394 



Resch, PftnliniamoB. 





S«u 




8^t* 


148. Mc. 16,9-20 Mc. 16,9 


395 


150. iXfv»tcot Mt. 17,26 


403 






161. w'wü^oi 19,12 


403 


ixxitioiay Mt. 16,18 


398 


152. xntfiTJpa Mtiüvw 23,2 


404 



C. PnllniMhe A^npha-PArAlIeleii. 
158. Die Agraplia bei Paulus — 

154. I^/'CPO XVfioV U'C kpOTljS I^JfEIOt 

155. ^ij nnodirfo«f; xaxot- nWi xaxav 

156. t6 113/gvfAa jir/ aßsryvu 

157. fiävta Joxtftäittt 

158. ö /iij i^yaZöftivos ftij iaSUzn 

159. 10 daAivii iiä lov ia][v^v mo&ijiitti 

160. xltiQorofiovnK ixtiva « ö^aXftöi ovx iliiy 

161. 9)iiÜ(ifiiK id fivct^^ia 

162. xoUno»« TMC (Sj/ioif 

163. axinfuntt xni ttlqiittii 

164. laontqor 

165. nidrif fini't, rfj-HHij 

166. dya/inQifjiai 

167. conüisio qnae dacit ad vitam 

168. nfqp aneifioTios ädöxiftot 

169. iixatoSv tä E9ri! 

170. iiü9siE ix lüy icanmv oE »äor»; 

171. ro nrmifia htiSvftei xatä xijt aaqxöt 

172. [inxä^ioi A' Oll JpjifeTBi r« äyaSn 

173. Aiicorac lov Xpiaroü 

174. nvcti^oTi Ticpinoicrf 
176. it f^v miat f ( noiei;, /itncnptoc Et 

176. rffi ön:ji|5nriCfre 

177. ahtitt tB inovQByut 

178. elegi voa aDteqaam terra fielet 

179. xXiifoya/ii« pt^äit] 

180. ta dvo ey 

181. i ijluof fiij iniiviio) ini iji öqyb ''/"Sy 

182. /tt} diiott TOTtoy np noytjfip 
163. IcTpimrartt) ij iletifioeiiytj «ov 

184. »9UC 

185. iy als <<>■ ii^ä; xmnUjIii), iy lau'roi; xtil x 

186. -^fimy nokireufia iy ovgayott vnaQjcn 

187. a^xtxiv iif inyaiofxiy^ ij zpoipij «iiiov 

188. oi^^tM? 

189. iiil noXkäy Siiilitaiy eintX^tir 

190. 6 xtians roV xea/iey 



1. Th 


. Ö,2 A 18,5 




5,15 vi 6,30 




5,19 A 21,16 




5,21 A 28.4 


2. Th 


. 3.10 y( 28,3 


1. C. 


1,25^ 27,U 




2.9 yl 25,38 




4.2 




7.U A 28.62 




10,19 A 31,18 




13.12 




13,13 


2. C. 


5,21 A 13,34 




7,10 




13,5 


Gal. 


3,8 A 27,33 




5.1 




5,17 


Rom 


3,8 A 24,1 


63 ^ 32,21. 35,48 




8,14 A 27,15 




14,5 A 5,21.22 


CoL 


2,16 ^ 27,22 




8,1 A 17,21 


Eph. 


1.4 


Eph. 


1,18 A 27,12 




2,14 ^ 27,51 




4,26 A 28,43 




4,27 A 27,86 




4,28 a 28,13 




6,10 A 27,38 


Phil 


3,12 ^ 27,39 




3,20 A 27,48 


1. T. 


5,18 A 28,2 


2.T. 


4,8 -4 27.49 


Act. 


14,22 




17,24 



— 




459 


1. Th. 4,16 




459 


I.e. 4,6 


— 


460 


5,6 


— 


461 


9,10 


— 


461 


13,5 




462 


14,37 A 28,52 


4GB 


Rom. 13,1 


A 28,51 


463 


Eph. 5,14 


— 


464 



Inhaltsverzeichnis. YII 

S«ite 

191. fiaxuQioy iaxiv fiaXloy Movai tj XufAßayBiy Act. 20,35 yi 28,11 453 

192. 6 XaXtiy iy totg nQotpfjtaig idov nageifii £br. 1,1 A 27,20 454 

193. 6id rovs aa&Byovytag rjcd^iyovy 4,15 A 27,10 4.56 

194. ol ßXaag>rifAijcayt6g ro nyevfia xrjg x^Q^^^S ^A -^27,19 457 

D. Innerpaulinisohe Logia. 

195. Innerpaulinische Logia 

196. ol ysMQol dyaatijcoytai 

197. /Äij vn€Q<pQoyety 

198. fiuegd C^fitj oXoy t6 <pvQ(XfÄa ^vfjLoT 

199. ^* iXnidi 6 dgotQiuiy agorgi.^ 

200. fiij ^riXBiXB xd iavxayy dXXd xd xtay kxiqtay 

201. al yvyaixes fSnoxdccecd^s xoTs dytfgdaiy 

202. v-noxadtSBcd-B a^/oT; xal i^oturiais 

203. fyeiQS 6 xa&evdtjy 



Dritter Teil. 
Zusammenfassende Untersuchungen. 

Vorbemerkungen 465 

A. Das panlinisch-syDoptische Yerwandtscliaftsverliftltnis bezDglich 

der einselnen Urkunden des Panlinismns. 

Seit« 

§ 1. Die beiden Thessalonicherbriefe 466 

§ 2. Die beiden Corintherbriefe 469 

§ 3. Die beiden Briefe an die Gkilater und an die Römer . . . 475 

§ 4. Die beiden Briefe an die Colosser und an die fipheser . . . 486 

§ 5. Die beiden Briefe an Philemon und an die Philipper . . . 491 

§ 6. Die drei Pastoralbriefe 493 

§ 7. Die paulinischen Reden in der Apostelgeschichte 499 

§ 8. Der Brief an die Ebräer 504 

B. Das panlinlsch-gyneptische YerwandtschaftSTerhältnis bezOglich 

des Paulinismas in seiner Gesamterseheinung. 

Seite 
§ 9. Das sprachliche Verwandtschaftsverhftltnis zwischen dem Pauli- 

nismuB und der Synopse 508 

§ 10. Das inhaltliche Verwandtschaftsverhältnis zwischen dem Pauli- 
nismus und der Synopse 516 



VIII Resch) Paulinismns. 



C. Das panlinisch- synoptische Yerwandtsehaftsferhältnis 
auf Grund der evangelischen Urkunden. 

Seite 

§ 11. Der Paulinismus und die canonischen Evangelien im allgemeinen 539 

§ 12. Das Marcusevangeliom und die Logia Jesu unter dem Gesichts- 
punkt des Paulinismus 544 

§ 13. Das Matthäusevangelium und die Logia Jesu unter dem Ge- 
sichtspunkt des Paulinismus 556 

§ 14. Das Lucasevangelium und die Logia Jesu unter dem Gesichts- 
punkt des Paulinismus 571 

§ 15. Die außercauonische Evangelienliteratur unter dem Gesichts- 
punkt des Paulinismus 585 

1. Das marcionitische Evangelium 586 

2. Das Hebräerevangelium 587 

3. Das Ägypterevangelium 592 

4. Das pseudopetrinische Evangelium 593 

5. Das Didascalia- Evangelium 595 

6. Außercauonische Textreste 597 

§ 16. Die Logia Jesu als die Hauptquelle des Paulinismus . . . 603 

A. Die Nebenquellen: 

1. Die canonischen Schriften des Alten Testaments . . . 604 

2. Die alttestamentlichen Apokryphen 606 

3. Die jüdische Theologie 609 

4. Der philonische Alexandrinismus 613 

5. Die hellenistische Bildungswelt 616 

6. Die Tradition der Urchristenheit 617 

B. Die Hauptquelle 621 

C. Die Logia Jesu und der Paulinismus 635 

Nachwort 640 

Register 641 

Berichtigungen 656 



Einleitung. 



§ 1. Das panlinische Problem. 

Um den richtigen Eingang zur Behandlung des den Inhalt 
dieses Werkes bildenden Themas: ,Der Paulinismus und 
die Logia Jesu' zu gewinnen, ist es unerläßlich, zuerst und 
vor allem den Paulinismus für sich aUein einleitungsweise 
zu skizzieren, und zwar nach seinem Wesen, nach seiner 
urchristlichen Literatur, nach seiner geschichtlichen Wer- 
tung, nach seinen wichtigsten Einzelproblemen, um zuletzt 
die Frage nach seinen Quellen, als dem noch ungelösten 
Hauptproblem, dem Thema entsprechend zu formulieren. 

Seinem Wesen nach ist der Paulinismus die 
durch die Persönlichkeit des nachgeborenen Apostels 
in die Welt getretene Auffassung des Urchristentums, 
welche, nach der formalen Seite, in den nach Paulus 
genannten Briefen des neutestamentlichen Canons, 
in den paulinischen Reden der Apostelgeschichte 
und in dem von einem Pauliner stammenden Briefe 
an die Ebräer urkundlich vorliegt, und welche, nach 
der materiellen Seite, an Stelle der alttestament- 
liehen Gesetzesgerechtigkeit den Glauben an Jesum 
Christum, den zur Versöhnung der Welt Gekreuzigten, 
siegreich vom Tod Erstandenen und zum Himmel 
Erhöhten, als den Erlöser der Welt, als den allei- 
nigen Grund des Heils, als den Eckstein der Kirche, 
zum alles beherrschenden Mittelpunkt erhebt, so- 
daß dieser Glaube die ausschließliche Bedingung 
unserer Seligkeit und die einzige Quelle wahrer 
Sittlichkeit bildet. 

Eine von dem Paulinismus wesentlich verschiedene Ge- 
samtauffassung des Urchristentums wird innerhalb des Neuen 

T«ztoii.I7Bt«EtiicliQng«D. N. F. Xn. 1 



2 Resch, Paulinismus. Einleitung. 

Testamentes durch den Jacobusb rief vertreten, nach welcher 
nicht der Glaube, sondern das durch Jesum in die Welt ein- 
gef&hrte neue Gesetz sittlicher Yollkommenheit den Mittel- 
punkt christlichen Lebens darstellt. 

Starker als im Jacobusbriefe und der paulinischen Ge- 
samtanschauung näher ist in der johanneischen Apo- 
kalypse der Glaube an den erhöhten Herrn, der sein Blut 
zur Erlösung vergossen hat, als Quelle ewigen Heils in 
den Yordergrund gerückt, aber doch so, daß dieser Glaube 
gewissermaßen nur das Eingangstor bildet zu dem großen 
eschatologischen Gemälde, welches der Apokalyptiker in bren- 
nender Erwartung einer baldigen Weltvollendung entworfen 
hat, einem Gemälde, zu welchem sich zwar verwandte Einzel- 
züge in den beiden Thessalonicherbriefen darbieten, aber in 
der ganzen paulinischen Literatur nicht ein ähnliches Gesamt- 
bild als Seitenstück zu finden ist. 

Die Johanneische Literatur, welche im vierten Evan- 
gelium und im ersten Johannesbrief vorliegt, steht zwar 
dem Paulinismus durch viele Grundgedanken und namentlich 
durch die christologische AufEetssung sehr nahe, ist aber von 
demselben durch originale Stoffe, durch selbständigen Stil und 
durch charakteristische Ausprägung der christlichen Grund- 
wahrheiten gleichzeitig so weit verschieden, daß es als eine 
vollständige Yerkennung des Sachverhaltes bezeichnet werden 
muß, wenn F. Ohr. Bau r das johanneische Evangelium als die 
ideale Vollendung des Paulinismus betrachtet wissen wollte. 

Nur der erste Petrusbrief ist nach Form und Inhalt 
den paulinischen Briefen so nahe verwandt, daß man nicht 
ohne einen gewissen Schein des Rechtes denselben dem pauli- 
nischen Schrifttum beigesellt hat. Aber ihn deshalb dem 
ürapostel Petrus als Yerfasser abzusprechen und diesen Brief 
zu den authentischen Urkunden des Paulinismus zu zählen, 
vor diesem Mißgriff wird eine genauere Analyse dieses durch 
eigenartige Ghrundgedanken ausgezeichneten und zur höchsten 
Blüte apostolischer Literatur zu rechnenden Schriftstückes be- 
wahren. 

Jedenfalls geht die paulinische Literatur dem Alter nach 
allen übrigen Erzeugnissen des neutestamentlichen Schrifttums 
voran. Mit Paulus beginnt für uns die literarische Existenz 
des Christentums. Neben dem vierfaltigen Evangeliencanon 
bildet die Sammlung der paulinischen Briefe den ältesten Grund- 



§ 1. Das paulinische Problem. 3 

stock des neutestamentlichen Gesamicanons. Die Authentie- 
frage bezüglich der unter dem Namen des Apostels von der 
alten Kirche überlieferten und in ihren Adressen mit dem 
Namen des Apostels geschmückten dreizehn Briefe hat im 
19. Jahrhundert zu den lebhafkesten Auseinandersetzungen ge- 
führt und ist noch keineswegs durch allseitig anerkannte Aiit- 
werten erledigt. Durch den Stifter der jüngeren Tübinger 
Schule, den Urheber der Tendenzkritik, F. Chr. Baur, war 
die Echtheit paulinischer Abstammung auf die beiden Corinther- 
briefe, den Galaterbrief und den Römerbrief beschränkt 
worden. Wenn er aber (vgl. Paulus l.Aufl. S. 248) schrieb: 
,Oegen diese vier Briefe ist nicht nur nie auch nur der 
geringste Yerdacht der Unechtheit erhoben worden, sondern 
sie tragen auch den Charakter paulinischer Originalität so 
unwidersprechlich an sich, daß sich gar nicht denken läßt, 
welches Recht je der kritische Zweifel gegen sie geltend 
machen konnte' — , 
so hat sich diese Yorhersagung als ein Irrtum erwiesen. Auch 
diesen Briefen die paulinische Authentie abzusprechen und an 
Stelle des großen apostolischen Schriftstellers eine oder mehrere 
nachapostolische Unbekannte zu setzen, haben in der zweiten 
Hälfte des vorigen Jahrhunderts Stimmen sich erhoben. Aber 
diese Stimmen sind verhallt. Eine besonnenere Forschung hat 
nicht nur bezüglich jener vier Hauptbriefe die Authentiefrage 
von neuem bejaht, sondern auch den ersten Brief an die 
Thesaalonicher, sowie die Briefe an die Colosser, die Philipper 
und an Philemon als glaubwürdige und von dem Apostel per- 
sönlich verfasste Urkunden anerkannt. Nur bezüglich des 
zweiten Thessalonicherbriefes, des Epheserbriefes und der 
Pastoralbriefe stehen Fragen offen, infolge deren die Authentie- 
frage als ein noch nicht vollständig gelöstes Problem bezeichnet 
werden muß. 

Dagegen besteht bezüglich des Briefes an die Ebräer 
nahezu vollständige Einmütigkeit darüber, daß dieser Brief 
zwar zu dem paidinischen Schrifttum gehöre, aber keinesfalls 
von dem Apostel selbst herrühre. 

Sehr wichtiges Material zur Kenntnis des Apostels Paulus 
gewährt der zweite Teil der Apostelgeschichte (Act. 13 — 28), 
teils durch die Darstellung seines Lebensbildes, seiner Bekehrung 
und seiner apostolischen Berufung, seiner Reisen und seines 
gesamten apostolischen Wirkens , teils durch Mitteilung wert- 



4 Resch, PaulinismüB. Einleitang. 

voller paulinischer Reden und Aussprüche. Gleichwohl zeigt 
hier Lucas durchaus keine Bekanntschaft mit den paulinischen 
Briefen, sondern vielmehr eine Gleichgültigkeit und eine Rück- 
sichtslosigkeit gegen diese ältesten Urkunden des Paulinismus, 
die befremden konnte, wenn sie nicht aus der Abhängigkeit 
des Lucas von anderen Historischen Quellen und außerdem 
durch das lucanische Gesetz der Sparsamkeit sich erklären 
würde. Aber die dem Context der Erzählung eingewobenen 
paulinischen Reden geben zur Yergleichung mit den Briefen 
des Apostels reichen Stoff an die Hand. Da jedoch von nicht 
wenigen Seiten diese paulinischen Reden der Apostelgeschichte 
als Gompositionen des Verfassers oder seiner Gewährsmänner 
betrachtet werden und ihnen urkundlicher Wert gänzlich oder 
teilweise abgesprochen wird, so liegt hier ebenfalls ein Problem 
vor, welches zur weiteren Aufhellung des Paulinismus in seiner 
geschichtlichen wie literarischen Gestalt dringend auffordert 
und einer ebenso sorgfältigen als unbefangenen Untersuchung 
bedarf. 

Freilich das Urteil über den Wert des Paulinismus hat 
in der Geschichte der christlichen Kirche die mannigfaltigsten 
Schwankungen erlebt. Die hohe Wertung, welche die Briefe 
des Apostels ihrerzeit in den paulinischen Gemeinden gefunden 
haben, documentiert sich in der sorgföltigen Aufbewahrung 
und frühzeitigen zielbewußten Sammlung dieser ältesten Ur- 
kunden der Urkirche. Man darf wohl sagen: diese sicherlich 
schon im ersten Jahrhundert geschehene Zusammenstellung der 
paulinischen Briefe und ihre Vereinigung zu einem wohl- 
geordneten Ganzen war von seiten der Kirche und for die 
Kirche eine Tat allerersten Ranges, eine Tat, durch welche 
der Paulinismus eine bleibende Bedeutung for die Gesamt- 
Idrche gewann. Und welch hohen Wert man dem paulinischen 
Schrifttum auch in der nachapostolischen Zeit beimaß, da» 
bewies die im zweiten Jahrhundert vollzogene Vereinigung der 
paulinischen Briefsammlung mit dem in der ersten Hälfte des 
zweiten Jahrhunderts entstandenen neutestamentlichen Evan- 
geliencanon. Durch diese Nebeneinanderstellung der beiden 
genannten Schriftencomplexe wurde der Paulinismus für alle 
Zeiten vor der Gefahr geschützt, jemals in Vergessenheit ge- 
raten zu können, wurde die QueUe fOr eine jederzeit mögliche 
Selbstverjüngung des Paulinismus dauernd offen gehalten. 

Zunächst machte sich der Einfluß des paulinischen Schrift- 



§ 1. Das paulinische Problem. 5 

tums geltend durch die Entstehung eines Ultra paulinismus 
in der marcionitischen Gnosis. Dieser Ultrapaulinismus 
forderte eine Unterwertung der Urapostel und eine Über- 
wertung des nachgeborenen Apostels zu tage in einer Weise, 
daß darüber die junge Kirche zu zersplittern drohte. Der von 
der übrigen Tradition der Urkirche losgelöste Paulus, den 
Marcion sich zurecht gelegt hatte, soUte der ausschließliche 
und alles beherrschende Maßstab sein für die Beurteilung 
dessen, was als christlich gelten wollte. Die in diesem ultra- 
paulinischen Sinn mit dem Messer eigenmächtiger Textkritik 
bearbeiteten paulinischen Briefe und das mit derselben Eigen- 
mächtigkeit behandelte lucanische Evangelium, welches als 
«pezifisch paulinisches Evangelium vor Marcions Augen Gnade 
fand, bildeten den engherzigen Canon der marcionitischen 
Kirche. 

Nach Überwindung dieser ultrapaulinischen Gefahr trat 
für den Paulinismus insofern eine Zeit der Ebbe ein, als die 
ehriatologischen und trinitarischcn Kämpfe, in welchen die 
Gesamtkirche ihre ökumenischen Fundamente festigte, vorzugs- 
weise mit Johanneischen Grundgedanken durchgeführt wurden. 
Aber nachdem die prinzipielle Entscheidung in diesen Kämpfen 
gefallen war, erlebte der Paulinismus von neuem einen mäch- 
tigen, diesmal in kirchlichen Bahnen verlaufenden, Aufschwung 
durch den Augustinismus, durch welchen die beiden Pole 
des Paulinismus, Sünde und Gnade, in einer seit Pauli Zeiten 
nicht wieder gesehenen Beleuchtung scharf hervortraten, aber 
auch der paulinische Prädestinatianismus, wie er namentlich 
Rom. 0. 9 — 11 sich ausgeprägt hat, und ebenso die Idee der 
,una catholica ecclesia\ wie sie im Epheserbrief grundlegend 
entwickelt ist, eine einseitige Ausgestaltung erfuhr. Gerade 
diese letztere Idee ist es gewesen, durch welche der Augusti- 
nismus die Kirche des Mittelalters beherrschte, sodaß dadurch 
ein Hauptgedanke des Paulinismus Fleisch und Blut gewann 
in einer Weise, wie freilich der Verfasser des Epheserbriefes 
es nicht beabsichtigt hatte. 

In der Reformationszeit aber sollte es sich zeigen, daß 
der Paulinismus auch die Heilmittel in sich barg gegenüber 
den Wunden, welche die rigorose Ausbeutung der Idee von 
der ,una catholica ecclesia' der Kirche selbst geschlagen hatte. 
Durch die Reformation sollte es an den Tag treten, vde das 
in den Canon des Neuen Testamentes aufgenommene paulinische 



6 Reech, Paulinkmus. EinleituDg. 

fiMirifttiim, durch welches einst die junge Urkirche von den 
Wurzehi des Judentums sich losgelöst hatte, auch die Kräfte 
unerschöpflicher Selbstverjüngung fttr die Earche in sich trftgt. 

Drei große Pauliner stehen an der Spitze des Pro- 
testaatismus, welcher, wie einst die Urkirche vom Judentum, 
so von der in Judaismus versunkenen mittelatterlidien Kirche 
sich losgerungen hat: Luther, Melanchthon, Oalvin. 

Luther war es, in dem das tiefete Geheimnis der pauK- 
mchen Lehre von Sünde und Gnade durch persönlichste Br- 
fiahfimg sich verkörperte, in dem die durchweg christologisohe 
DettAmrt d<es Apostels in so überquellender Weise hervorbrach, 
daß er als der bahnbrechende Erneuerer des Paulinismus gelten 
mufi.*) Melanchthon war es, der in Luthers Gedankenwelt 
einging, iet durch seine Yorlesungen über den Römerbrief 
die Grundlagen der lutherischen Dogmatik schuf, der aber 
auch den großen paulinischen Grundgedanken des Epheser- 
briefes von der ,una catholica ecclesia' bei der durch seine 
Hand vollendeten Confessio Augustana nicht aus den Augen 
ließ. Calvin endlich war es, der nicht nur sämtliche pauli- 
nische Briefe in einer für seine Zeit meisterhaften Exegese 
behandelte, sondern auch in der ,Institutio' sein dogmatisches 
System auf dem Paulinismus auferbaute, freilich so, daß der 
Prädestinatianismus, welcher bei Paulus doch nur eine Episode 
(Rom. S,2S— 11,36) bildete, zum Mittelpunkt der calvinischen 
Dogmatik erhoben wurde und die volle Gesetzesfreiheit des i^o- 
stolischen Paulinismus nicht zu ihrem Rechte kam. Sicherlich 
aber trägt der durch diese drei reformatorischen Pauliner ein- 
geleitete Protestantismus insofern einen gemeinsamen Stempel, 
als in den Eärchen Augsburgischen wie Helvetischen Bekennt- 
nisses das Evangelium von Christo in paulinischer Gesamt- 
auffasBung zu einer alles beherrschenden Geltung gelangt ist 

Es darf daher nicht wundernehmen, daß aus dem Pro- 
testantismus auch eine ultrapaulinische Richtung hervorgegangen 
ist. Dieser moderne Ultrapaulinismus entstand in demjenigen 
Eirchengebiete, welches ein Grenzland zwischen den Kirchen 
Augsburgischen und Hdvetischen Bekenntnisses darsteUt, daher 
von beiden Seiten beeinflußt, zwar lutherisch fundiert, aber 



*) Vgl. dazu Feine, Die Erneuerung des paulinischen Christentums 
durch Luther. Dekanatsrede gehalten am 31. Oktober 1902 in Wien. 
Leipzig J. C. Hinrichs^sche Buchhandlung 1908. 



§ 1. Das panlinische Problem. 7 

refonniert angehaucht ist. In Württemberg durch die jüngere 
Tübinger Schule entwickelte sich während der ersten Hälfte 
des vorigen Jahrhunderts ein durch und durch moderner 
Ultrapaulinismus, welcher unverkennbare Züge der Ver- 
wandtschaft mit dem marcionitischen Ultrapaulinismus des 
zweiten Jahrhunderts aufzeigt Hier wie dort eine Überwertung 
de« Paulinismus und eine Unterschätzung der Urapostel; hier 
wie dort Paulus der ausschließliche Maßstab für aUes, was als 
christlich gelten soll; hier wie dort gewalttätige Kritik sowohl 
an den oanonischen Evangelien als an den paulinischen Briefen; 
dort das schonungslose Messer willkürlicher Textkritik, hier 
das zweischneidige Instrument bestechender Tendenzkritik; dort 
wie hier hinter der Kritik eine Gnosis lauernd, welche die 
geschichtliche Gonstruction in eigenmächtiger Weise sich Unter- 
tan macht; dort wie hier die tiefsten Erschütterungen aller 
christlichen Fundamente. 

Daß nach der Hochflut des modernen Ultrapaulinismus in 
der theologischen Wissenschaft ein Zurückstauen, eine Zeit der 
Ebbe, eintrat, lag in der Natur der Dinge. Aber daß der 
Rückschlag zu Ungunsten des Paulinismus — mithin 
auch zu Ungunsten des Protestantismus — ein so vollständiger 
werden würde, wie er in der Gegenwart wirklich eingetreten 
ist, das hätte man wohl von einer katholischen, aber nicht 
von einer protestantischen Theologie erwarten können. Vielen 
Modernen gilt Paulus nicht als der gottbegnadete Apostel, 
sondern als der , hellenistische Rabbiner", nicht als der größte 
Zeuge des Urchristentums, sondern als dessen gefahrlichster 
Yerderber, der das einfache Evangelium durch seine Theologie 
vergiftet und die harmlose Moral des Urchristentums durch 
seine Dogmatik zerstört habe. 

Unter den mannigfach abgestuften und abgedämpften Yer- 
werfungsurteilen von seiten der modernen protestantischen 
Wissenschaft seien als die rücksichtslosesten, aber deshalb auch 
aufrichtigsten diejenigen von P. de Lagard e angeführt. Vgl. 

Deutsche Schriften I, 29 : 
,alles was Paulus von Jesu und von dem Evangelium sagt, 
hat gar keine Gewähr oder Zuverlässigkeif — 

Deutsche Schriften 1,72: 
,von Paulus aus hat keine Wissenschaft eine Brücke rück- 
wärts zu dem hohen Meister' , Paulus hat das Alte 



g Besch, Paulinismus. Einleitung. 

Testament in die Eorche gebracht, an dessen Einfluß das 
Evangelium, soweit dies möglich, zugrunde gegangen ist; 
Paulus hat uns mit der pharisäischen Exegese beglückt, die 
alles aus allem beweist, den Inhalt, der im Texte gefunden 
werden soll, fertig in der Tasche mitbringt und dann sich 
rühmt, nur dem Wort zu folgen; Paulus hat uns die jüdische 
Opfertheorie und alles, was daran hängt, in das Haus ge- 
tragen'. 
Welch eine Umwertung des Paulinismus seit der ultra- 
paulinischen Überschätzung durch Baur bis zur TÖlligen Yer- 
damnmis durch einen de Lagarde! Es fehlt nur noch das 
Wort der Athener: Was will dieser Lotterbube sagen? Act. 1 7, 18. 
Wie dunkel, wie problematisch muß trotz der unermüd- 
lichsten Durchforschung des paulinischen Schrifttums das Wesen 
des Paulinismus solchen gelehrten Zeitgenossen noch erscheinen! 
Und in der Tat, es sind noch zahlreiche ungelöste Fragen, 
teils dogmatischer, teils exegetischer, teils geschichtlicher, teils 
literärkritischer Art in dem Paulinismus vorhanden. 

Von dogmatisch entscheidender Bedeutung ist die Frage: 
welchen GottesbegrifF hat Paulus vertreten, den trinitarischen 
oder den unitarischen? 

Eng zusammenhängend damit ist die andere Frage: wie 
verhält sich die paulinische Taufe eig Xqiotov zu der trini- 
tarischen Taufe der Urkirche nach Mt. 28, 1 9 ? 

Ein verwandtes Problem ist erst in jüngster Zeit auf- 
getaucht durch die Behauptung, daß Paulus der eigentliohe 
Urheber der Abendmahlsstiftung als einer in der Kirche zu 
wiederholenden heiligen Handlung, als einer bleibenden In- 
stitution der Kirche sei. 

Exegetische Probleme bieten Stellen wie 2. Cor. 12,7 — 10 
bezüglich des OYLoXoxf) iv aa^yU^ ferner der Kampf um Rom. 7 
oder die Erklärung von Rom. 9—11. 

Ein Problem von hoher geschichtlicher Bedeutung liegt 
beschlossen in der Frage nach dem Verhältnis des Lebens- 
bildes Pauli, welches die Apostelgeschichte darstellt, zu den 
Selbstaussagen des Apostels in seinen Briefen. 

Unter den mannigfachen Lücken, die hier uns entgegen- 
klaffen, ist die schmerzlichste das Schweigen der Apostel- 
geschichte über den dreijährigen Aufenthalt des Apostels in 
Arabien, welcher durch Gal. 1, 17 auf das Bestimmteste von 
Paulus selbst bezeugt ist. Und wenn dieses Schweigen aus 



§ 1. Das paulinische Problem. 9 

dem lucanischen Gesetz der Sparsamkeit zu erklären sein 
dürfte, welches man in dem lucanischen Evangelium durch 
Yergleichung mit den Marcus- und Matthäus-Parallelen genau 
controllieren kann und welches gewiß auch in der Apostel- 
geschichte für die Auswahl der Quellenstoffe von größter Be- 
deutung gewesen ist, so bleibt doch die andere Frage ungelöst: 
warum hat auch Paulus selbst von diesem dreijährigen Auf- 
enthalt nichts weiter als die nackte Tatsache mit den knappsten 
Worten, die er finden konnte, berichtet? Was hat Paulus 
in dieser Zeit unmittelbar nach seiner Bekehrung und apo- 
stolischen Berufung innerlich erlebt? Womit hat er sein eben 
erst gewonnenes, junges christliches Bewußtsein in diesen drei 
Jahren genährt? In welcher Weise hat er auf seine apostolische 
Wirksamkeit in dieser Zeit sich vorbereitet? Alle diese Fragen 
harren noch einer befriedigenden Beantwortung, einer geschicht- 
lich motivierten Lösung. Erenkel (Paulus S. 33) formuliert 
das Problem in folgender Fragestellung: , Warum kehrt er 
nicht sofort oder wenigstens vor Ablauf von Monaten und 
Jahren nach Jerusalem zurück, wohin sich, wie man meinen 
sollte, der Neubekehrte mit unwiderstehlicher Macht gezogen 
fahlen mußte? Hier waren ja die Stätten, wo Jesus gelehrt 
imd gelitten, hier die älteste Christengemeinde, hier wirkten 
die Urapostel, die Zeugen des Lebens, des Todes und der 
Auferstehung Jesu und ihnen zur Seite die nächsten Verwandten 
des großen Meisters. Wenn die Person des Stifters das Erste 
war, was Paulus vom Christentum sich innerlich angeeignet 
hatte, mußte es denn nicht sein sehnlichster Wunsch sein, von 
dieser hohen Persönlichkeit ein möglichst anschauliches Bild 
zu gewinnen, und deshalb alle charakteristischen Züge ihrer 
irdischen Erscheinung sorgfaltig zu sammeln? Wo bot sich 
ihm dazu bessere Gelegenheit als im Yerkehr mit den Häuptern 
der jerusalemischen Gemeinde? Aber so wenig nimmt sein 
Sinn diese Richtung, daß er vielmehr mit unverkennbarer 
Absichtlichkeit diejenigen meidet, die vor ihm Apostel 
waren'. 

Gerade in diesen drei Jahren der Stille und der Zurück- 
gezogenheit muß ihm eine reiche Quelle für seine christliche 
Gesamtanschauung zugeflossen sein, unabhängig von der münd- 
lichen Tradition, und doch so zuverlässig, daß hier seine 
Glaubensgewißheit sich entwickelte, kraft deren er sagen 
konnte Chü. 1, 8: xat iav ^f^^^S ^ ayyekog i^ ovqovov evayye- 



10 Resch, Paolimsiin». Emleümig. 

XiütjTCLi Ttn^ o evfffyeXurafie&a vpuvy ma^epia Ma%w — , eine 
€Haubeii0gewifiheit, kraft deren er gegenüber dem Hellenisrnns 
sowie gegenüber dem Rabbinismns — Erscheinungen, die er 
beide kannte — es bezeugen durfte 2. Cor. 5. 17: tX tig ir 
XfiOti^y umv^ XTiaig* ra aqxaia na^lS-ep' Idov yfyovep xainx. 
Mit Recht schreibt daher Steinmeyer: ,Die Frage, wie 
der Apostel zu der Verkündigung gekommen sei, die er als 
sein Eyangelium zu bezeichnen pflegt, ist überhaupt einer 
erneuten Beleuchtung bedürftig. Es dürfte sich bei derselben 
ergeben, daß die Erzählung der Eyangelisten zu der Cteneris 
der Paulinischen Anschauung in ganz anderer Weise mitgewirkt 
hat, als man vorauszusetzen die Neigung hat\ 

Da nun unsere canonischen Evangelien jünger sind als 
das paulinische Schrifttum, so kann dieses Verhältnis mit Reuß 
nur so gedacht werden, daß Paulus schriftliche Quellen über 
Christus, etwa das Urevangelium, die synoptische Ghrundschrift, 
benützt habe, um aus denselben seine christliche Oesamt- 
anschauung und seine historischen Einzelkenntnisse zu schöpfen. 
Mit Recht ist daher in einer Abhandlung über: ,Das Neue 
Testament in Harnacks Chronologie der altchristlichen Lite- 
ratur' das Problem in folgender Weise formuliert worden : 
wie verhält sich Paulus, seine religiöse und theo- 
logische Stellung zum Urchristentum und zu den 
Evangelien? Hierauf spitzt sich alles zu, und das 
ist ein uraltes Problem, nur in neuer Gestalt. 

Dieses Problem ist der gordische Knoten, den einst 
Marcion mit einem Gewaltstreich zerschneiden wollte. 

Aber nur mühevolle, ausdauernde Detailarbeit ist es, die 
sich an die allmähliche Lösung dieses gordischen Knotens 
heranwagen darf. 

Und dieser Knoten ist deshalb so verwickelt, 
weil er das verwickelte Problem, welches die synoptischen 
Evangelien , deren Yerhältnis untereinander und zu ihrer ge- 
meinsamen — verloren gegangenen — vorcanonischen Quelle 
anbetrifft, mit einem Worte das synoptische Problem, zur 
Yoraussetzung hat. 

§ 2. Das synoptische Problem. 

Das synoptische Problem ist jedenfalls das schwierigste 
aller Probleme, welche der neutestamentlichen Forschung ge- 



f 2. Das synoptiBche Problem. \ \ 

geben werden können. Über ein Jahrhundert hat man an der 
Losimg desselben gearbeitet, und noch immer fehlt die Über- 
einflttmmMg der ForBcher, braft deren man sagen könnte : das 
Problem ist gelöst. 

Wer nur einige Jahre seines Lebens auf die synoptische 
Frage yerwendet hat, sollte sich niemals schon führ berufen 
hidten, darüber vor der theologischen Welt seine Stinune 
zu erheben und sein Urteil abzugeben. Durch Yeröffent- 
lichung unreifer Arbeiten wird auf diesem schwierigen Oe- 
Uete die Yerwirrung nur noch größer. Es ist ganz unmög- 
lich, in wenigen Jahren auch nur die einschlägige Literatur 
in ihrer Gesamtheit gründlich zu bewältigen, geschweige denn 
ein ausgereiftes, selbständiges und nach allen Seiten wohl- 
durchdachtes Urteil zu gewinnen. Stellt doch allein schon 
die Textkritik gerade bezüglich der synoptischen Evan- 
gelien so eigenartige Anforderungen, daß sie ein jahrelanges 
Stadium nötig machen. Denn im Unterschied von der neu- 
testamentlichen Briefliteratur und von dem johanneischen Evan- 
gelium, bezüglich deren (abgesehen von Job. 8, 1 — 11) text- 
kritische Probleme außei^ewöhnlicher Art nicht vorliegen, bieten 
die synoptischen Evangelien, mit denen in dieser Hinsieht nur 
noch die Apostelgeschichte concurrieren kann, eine solche 
Fülle von textlichen Abweichungen, Weglassungen, größeren 
wie kleineren Zusätzen, mithin von textkritischen Problemen 
aller Art, daß schon auf diesem Gebiete ein kurzes Studium 
durchaus ungenügend bleibt. Jedem gründlichen Forscher wird 
vielmehr sehr bald die Erkenntnis reifen, daß im Unterschied 
von allen übrigen Schriften des Neuen Testaments, mit alleiniger 
Ausnahme der Apostelgeschichte, bezüglich der synoptischen 
Evangelien mit der Textkritik die Quellenkritik und mit der 
Quellenkritik die Textkritik Hand in Hand gehen muß und 
daß, wer nicht in beide Gebiete tiefer eindringt, den Geheim- 
nissen des synoptischen Problems niemals näher kommen wird, 
daß es mithin einem Quellenforscher ohne textkritische Selb- 
ständigkeit auch niemals gelingen wird, die zwischen den 
synoptischen Evangelien sich hin und her ziehenden Fäden 
zu entwirren oder auch nur entwirren zu helfen. 

Als ich in den Jahren 1864 — 65 meine Evangelien- 
forsehungen in Angriff nahm, ging der Anstoß dazu von drei 
ztmiUch gleichzeitigen literarischen Erscheinungen aus, dem 
Leben Jesu von Renan, dem Gharakterbilde Jesu von 



12 Resch, Paulinismas. Einleitung. 

Schenkel und dem neubearbeiteten Leben Jesu von Strauß. 
Durch die Wirkungen dieser Schriften fühlte ich, der ich bis 
dahin mitYorliebe alttestamentliche Studien und pädagogische 
Arbeiten gepflegt hatte und von der üblichen Behandlung des 
Neuen Testamentes, besonders aber auch der synoptischen 
Frage, wenig angezogen worden war, mich innerUch Terpflichtet, 
den historischen Unterlagen des Neuen Testaments 
und der Entstehung des Urchristentums auf den 
Grund zu gehen, unbekümmert um die Resultate, 
welche dabei für mich herauskommen würden. Mehr 
als zehn Jahre hindurch lag ich diesen Forschungen in der 
Weise ob, daß ich die auf die innere Evangelienkritik bezüg- 
liche Literatur gründlich durcharbeitete und zunächst in diesem 
Gebiet zu einem auf Sachkenntnis beruhenden selbständigen 
Urteil mich durchzuringen suchte. Dem paulinischen Problem, 
welches mir in der Literatur der Tübinger Tendenzkritik als 
von entscheidender Bedeutung entgegentrat, ging ich damals 
nicht näher nach. Jedoch unterließ ich es nicht, alle darauf 
bezüglichen Wahrnehmungen, die sich von selbst mir auf- 
drängten, für spätere Verwertung sorgfältig zu notieren. Über 
die Tübinger Eyangelienkritik ging ich bis auf die ältere 
Tübinger Schule zurück, wobei ich mich von der Richtigkeit 
der von Storr bezüglich der Priorität des Marcus und 
des Gesetzes der Sparsamkeit bei Lucas gegebenen 
Darlegungen überzeugte und so den — von der jüngeren 
Tübinger Schule wieder verlassenen — Anfang des Ariadne- 
fadens fand, welcher mich aus dem Labyrinth des synoptischen 
Problems herausführen sollte. 

Die fortgesetzte selbständige Yergleichung der synoptischen 
Textparallelen und das fortschreitende Studium der evangelien- 
kritischen Literatur nötigte mich bald genug zu der Erkenntnis, 
daß neben unserem Marcusevangelium als der einen von 
Matthäus und Lucas benutzten Quelle noch eine andere 
Quellenschrift vorhanden gewesen sein müsse, zunächst 
nämlich in allen denjenigen synoptischen Parallelen greifbar 
imd sichtbar, in denen Matthäus und Lucas ohne Marcus zu- 
sammentreffen, und, ohne voneinander abhängig zu sein, die- 
selben Evangelienstoffe reproduzieren. Diese Erkenntnis von 
einer verloren gegangenen, hier aber in einzelnen Teilen wieder 
aufgefundenen, vorcanonischen Evangelienquelle, welche durch 
ihren einfachen Stil und durch zahlreiche zwischen den Matthäus- 



§ 2. Das synoptische Problem. 13 

und Lucasparallelen hervortretende Übersetzungsvarianten als 
eine ursprüiiglich hebräisch verfaßt gewesene Schrift sich kund- 
gibt, bildete far mich die feste Grundlage meiner Zustimmung 
zu der lediglich aus innerer Yergleichung der syn- 
optischen Evangelien aufgebauten Zweiquellentheorie. Jene 
wieder entdeckte evangelische Quellenschrift ist zunächst namen- 
los, und ihre Existenz ist auch von jedem Namen, den 
man ihr gibt, unabhängig. 

Wenn man aber mit Bestimmtheit weifi, daß unser cano- 
nisches Matthäusevangelium auf zwei Hauptquellen, erstens 
auf dem griechisch geschriebenen Marcusevangelium und 
zweitens auf jener ursprünglich hebräischen (oder aramäischen) 
Torcanonischen Evangelienquelle, ruht, so ergibt sich bezüg- 
lich der bekannten, durch Eusebius vermittelten, Papias- 
Nachricht: Mard-alog fiiv ovv ^EßQatdi diaXhiT^) ra Xoyta awe- 
yQatparo (Eus. H. E. HI, 39, 16) mit zwingender Notwendigkeit, 
daß auf unser canonisches Matthäusevangelium diese Nachricht 
sich nicht bezieht, folglich mit hoher Wahrscheinlichkeit, daß 
dieselbe jene von der inneren Evangelienkritik entdeckte zweite 
evangelische Hauptquelle im Auge hat, sodaß es nahe liegt, 
dieser in wichtigen Hauptteilen wieder aufgefundenen vor- 
canomschen Quellenschrift den Namen „Logia'' beizulegen. 
Zu dieser quellenkritischen Position war ich in zehnjähriger 
Forschungsarbeit durchgedrungen. 

Die so auf dem Wege mühsamster Untersuchungen ge- 
wonnene neue Stellung zu den wichtigsten Geschichtsurkunden 
des Neuen Testaments präzisierte ich im Jahre 1876 durch 
die Schrift: „Das Formalprinzip des Protestantismus''. 
In dieser Schrift unternahm ich es, einen neuen Begriff 
der Inspiration aufzustellen, welcher die histo- 
rische Forschung nicht unterbinden, sondern be- 
fruchten soll. Zugleich skizzierte ich in aller Kürze meine 
quellenkritischen Anschauungen und flocht auch Proben ein 
von der eigentümlichen Yerwandtschaft zwischen den paulini- 
sehen Schriften und gerade denjenigen Partien des Matthäus- 
und Lucasevangeliums, in denen die Logiaquelle zutage tritt. 

Gleichwohl fühlte ich mich von den bisherigen Ergebnissen 
der inneren Evangelienkritik noch keineswegs befriedigt. 
Störend war mir namentlich die Wahrnehmung, daß die Ver- 
wandtschaft mit den paulinischen Schriften auch in gewisse 
Partien, namentlich die Herrenreden, des Marcusevangeliums 



14 Resch, Paaliniamos. Einleitang. 

hineinragte, eine Erscheinung, die unerklärlich bleiben mufi, 
wenn nach der strengen Zweiquellentheorie das Marcusevange- 
lium fids eine Töllig originale, durchaus selbständige, von den 
Logia unabhängige Evangelienquelle betrachtet wird, mit anderen 
Worten: wenn die zeitliche Priorität, welche im Ver- 
gleich zu den beiden anderen synoptischen Evangelien dem 
Marcusevangelium zweifellos zukommt, zugleich dessen absolute 
sachliche Originalität verbürgen soll. 

In dieser Zeit des Nichtbefriedigtseins durch die bisher 
gewonnenen evangelisch -kritischen Ergebnisse wurden meine 
Studien von drei Seiten in neue Bahnen gelenkt, 

erstlich in neue Bahnen innerer Quellenkritik durch die 
Schrift von B.Weiß: ,Das Marcusevangelium und seine 
synoptischen Parallelen^ 1872, 
zweitens in neue Bahnen der evangelischen Textkritik durch 
Credners Abhandlung über den Codex Cantabrigiensis 
in seinen , Beiträgen zur Einleitung in die bibHschen 
Schriften', 1832, 
drittens in neue Bahnen patristischer Evangelien- 
forschung durch Angers , Synopsis Evangeliorum Mat- 
thaei Marci Lucae', 1852. 

Auf das Marcusevangelium von Weiß, welches mir bis 
dahin entgangen war, machte mich Luthardt auftnerksam. 
Bei der Kenntnisnahme dieses Werkes erschien mir dasselbe 
sofort nicht nur als die Frucht langjähriger mühevoller Studien, 
sondern auch als ein echt wissenschaftliches Werk insofern, 
als es auf den gesicherten Resultaten von Yorgängem fiifit, 
dieselben zusanmienfaßt und in gerader Linie erfolgreich weiter- 
bildet. Zu freudiger Überraschung gereichte mir daher die 
Wahrnehmung, daß jene bei Voraussetzung der strengen 
Zweiquellentheorie störenden Erscheinungen der Yer- 
wandtschaft der paulinischen Briefe mit dem Marcus- 
evangelium gerade auf diejenigen Partien des zwei- 
ten Evangeliums sich erstrecken, welche Marcus 
nach der Weißschen Quellenanalyse aus der vor- 
canonischen Logiaquelle geschöpft hat. Denn damit 
trafen die Weißschen Untersuchungen und meine Forschungen 
von zwei durchaus verschiedenen Linien in einem entscheidenden 
Springpunkt zusammen. Zweierlei wurde mir dabei bestätigt: 
einmal daß B.Weiß mit seiner Weiterbildung der Zweiquellen- 



§ 2. Das synoptische Probleni. 15 

theorie und mit seinem Nachweis, daß auch Marcus bereits 
von der vorcanonischen Evangelienquelle abhängig sei, auf 
richtiger Fährte sich befinde, aber zweitens, daß auch meine 
Annahme, wonach die Verwandtschaft zwischen den paulinischen 
Briefen imd den Synoptikern durch die gemeinsame Abhängig- 
keit von der vorcanonischen Logiaquelle zu erklären sei, sich 
als richtig erweise. So erschloß sich mir durch B. Weiß ein 
neues Feld innerer Quellenkritik, und zwar wesentlich eben 
durch sein , Marcusevangelium \ während sein im Jahre 1876 
erschienenes , Matthäusevangelium \ welches ich in den , Jahr- 
büchern für Deutsche Theologie' i. J. 1877 S. 167— 174 
zur Anzeige brachte, eine solche prinzipielle Förderung mir 
nicht gewähren konnte. 

Ungefähr um dieselbe Zeit begann die Textkritik mit 
meiner evangelischen Quellenkritik sich zu vermählen. Von 
meinen Universitätsjahren her mit Tischendorf befreundet 
und von dessen textkritischen Grundsätzen getragen, hatte ich 
die einzigartige Bedeutung des Codex Cantabrigiensis, welcher 
für die Evangelienforschung alle anderen griechischen Codices 
bei weitem übertrifft, nicht erkannt. Erst beim zweiten Lesen 
der schon erwähnten Abhandlung Credners wurde ich von 
dem Wunsch erfaßt, den Codex Cantabrigiensis für die 
drei synoptischen Evangelien einer genauen Collationierung 
zu unterwerfen. Ich fahrte diesen Vorsatz zunächst nach der 
großen Kipplingschen Ausgabe aus, und zwar in der Weise, 
daß ich die diesem Codex eigentümlichen Lesarten in die 
Paralleltexte teils des Marcusevangeliums von B.Weiß, teib 
der Synopsis Evangeliorum von Anger eintrug und so die 
sämtlichen Lesarten der drei synoptischen Evangelien nach 
dem Cod. D mit den canonischen Texten vereinigt beieinander 
hatte. Noch heute bieten diese Collationierungen ein orien- 
tierendes Gesamtbild, wie man es inmier wieder benützen 
kann. Meine Anschauungen über den Quellenwert des Codex 
Cantabrigiensis, welche mir heute noch feststehen und auch 
durch die später hervorgetretene Blaßsche Hypothese nicht 
erschüttert sind, legte ich nieder zuerst in den ,Agrapha' 
S. 30 — 39 und später ausführlicher in den ,Außercanoni- 
schen Paralleltexten' Heft I, S. 25— 49. 

Mit diesen textkritischen Untersuchungen gingen Hand in 
Hand Forschungsarbeiten auf dem Gebiete der patristischen 
Literatur, zu denen ich durch Angers Synopsis angeregt 



16 Resch, Paolinismüs. Einleitung. 

wurde. Zeichnet diese Synopsis schon dadurch sich aus, daß 
sie auf die drei ersten canonischen Evangelien sich beschränkt 
und das vierte Evangelium nur parenthetisch mit behandelt^ 
so noch mehr durch Reichhaltigkeit der unter dem Strich 
gegebenen patristischen Evangelienzitate. Solche Zitate finden 
sich ja in allen größeren kritischen Textausgaben des Neuen 
Testaments, aber einesteils in prinziploser Auswahl, andern- 
teils verzettelt und zerstreut, bald diesem, bald jenem syn- 
optischen Evangelium beigegeben. Hier aber bei Anger sind 
diese prinzipiell in größerer Vollständigkeit ausgewählten patri- 
stischen mit den dazu gehörigen synoptischen Paralleltexten 
übersichtlich vereint und bieten daher ein zu fortgehender 
gegenseitiger Yergleiahung der einzelnen Texte aufforderndes 
Gesamtbild, wie es meines Wissens sonst nirgends vorhanden 
ist. Hier fehlen auch eine Anzahl von Agrapha nicht, welche 
in den patristischen Schriften, eng verknüpft mit archaistischen 
Evangelientexten, uns entgegentreten. Das lebhafte Interesse 
an diesen archaistischen Evangelienzitaten reizte mich zum 
selbständigen Studium zunächst der gesamten patristischen Lite- 
ratur bis auf Origenes und Tertullian, und später auch noch 
darüber hinaus. Bei diesen patristischen Forschungen fielen 
mir als interessante Zugaben zahlreiche neue Agrapha in die 
Hände. Aber vor allen Dingen gewann ich dadurch eine 
breite Kenntnis derjenigen Evangelientextgestalten, welche vor 
der von selten der oQd-odo^oi diaOTUvaaTai vorgenommenen 
canonischen Textrevision herrschend gewesen waren und in 
vielen Fällen auf wertvoller Überlieferung älterer Evangelien- 
codices beruhen. 

Zugleich ergab sich aus der Fülle der innercanonischen 
und außercanonischen synoptischen Textvarianten, 
wie eine solche Fülle weder bei dem johanneischen 
Evangelium noch bei den neutestamentlichen Lehr- 
schriften nachgewiesen werden kann, ganz von selbst 
der Anlaß, den hebräischen Charakter der synoptischen 
Grundschrift näher ins Auge zu fassen und aus dieser letzten 
Einheit die Mannigfaltigkeit der Varianten abzuleiten, zu diesem 
Zwecke auch das Studium der Septuaginta und ihrer Tochter- 
versionen herbeizuziehen. 

Wiederum waren zwölf Jahre vergangen, bevor ich i. J. 
1888 mit neuen Yeröffentlichungen hervortrat, zunächst in der 
von Luthardt herausgegebenen , Zeitschrift für kirch- 



§ 2. Das synoptische Problem. 17 

liehe Wissenschaft und kirchliches Leben'. Vgl. vom 
Jahrgang 1888 die Hefte n. m. IV.*V. VI, besonders X, vom 
Jahrgang 1889 Heft I. TL. Es folgten 1889 die ,Agrapha', 
welche schon durch ihren Nebentitel ,Auäercanoni8che 
ETangelienfragmente' bezeugen, daß sie wesentlich im 
Sinn und im Dienste der Evangelienforschung geschrieben 
waren. Den ,Agrapha' schlössen sich in den Jahren 1893 — 97 
die ,Außercanonischen Paralleltexte zu den Evan- 
gelien' (Heft I—V) und endlich im Jahre 1898 der Versuch 
einer Reconstruction der Logia Jesu nach dem griechischen 
und in Retroversion hergestellten hebräischen Text an. 

Freilich die von mir ausgesprochene Hoffnung (vgl. Theo- 
logische Studien, B.Weiß dargebracht i. J. 1897 S. 127), 
daß dieser Logiatext der drohenden Versandung und Ver- 
sumpfung der Evangelienkritik Einhalt gebieten und zum ein- 
heitlichen Strombette werden würde, in welchem die Evangelien- 
forschung befruchtend dahinfließen könne, — diese Hoffnung 
hat sich nicht erfüllt. Die seitdem ans Tageslicht getretene 
Evangelienliteratur, soweit sie das synoptische Problem quellen- 
kritisch behandelt, zeigt mehr -denn je den Zustand der Ver- 
sandung und Versumpfting, nirgends, soweit ich sehe, einen 
nennenswerten gradlinigen Fortschritt. 

Nach vier Seiten sind die von mir gegebenen Anregungen 
nicht ohne Nachwirkung geblieben. Zum ersten hat die Ver- 
öffentlichung der ,Agrapha' eine mannigfaltige Agrapha- 
Ldteratur nach sich gezogen. Zum andern hat das Studium 
des Codex Cantabrigiensis einen erfreulichen Aufschwung 
gewonnen. Zum dritten ist die Frage nach der Ursprache 
der Logia in Fluß gekommen, wovon namentlich Dal maus 
,Die Worte Jesu' 1898 sowie die verschiedenen philo- 
logischen Beitrage von Nestle Zeugnis geben. Am nach- 
haltigsten aber ist das zwischen der paulinischen Literatur 
und ihn synoptischen Evangelien bestehende Verwandtschafts- 
verhältnis zum Gegenstande eingehender Untersuchungen 
gemacht worden, welche im Vorjahre durch Feines Werk: 
, Jesus Christus und Paulus' zielbewußte Zusammen- 
fassung und fruchtbringende Weiterführung erfahren haben. 
Freilich ist dadurch der entscheidenden Frage, ob 
Paulus eine schriftliche christliche Quelle benützt 
habe und ob die synoptische Grundschrift der Logia 
diese von Paulus benützte Quelle gewesen sei, eine 

Ttxte o. Untoniichnngen. N. F. XII. 2 



lg Resch, Paolinismus. Einleitnng. 

Beantwortung nicht ^zuteil geworden und somit das 
synoptische Problem selbst seiner Lösung nicht 
näher gekommen. 

Und doch konnte gerade dann, wenn die Benützung der 
schriftlichen Logiaquelle durch Paulus sich nachweisen ließe, 
das Zeugnis des Paulus die hauptsächlichen noch bestehenden 
Differenzen der Entscheidung entgegenfuhren, nämlich die 
beiden noch nicht gelösten Hauptfragen: 
erstlich : 
war die Logiaquelle eine — nur in Mt. und Lc. er- 
haltene — Sammlung von Herrenreden oder eine 
— auch schon von Mc. benützte — geschichtliche 
Erzählung? 

zweitens : 
reichte die Logiaquelle als Geschichtsquelle nur 
bis zur Salbung in Bethanien, wie B.Weiß annimmt, 
oder bis zum Bericht über die avalr^tpig^ wie es 
in meiner Textausgabe der Logia vorausgesetzt ist? 

Ist das eigentümliche Yerwandtschaftsverhältnis, welches 
zwischen Paulus und den Synoptikern besteht, auf die gemein- 
same Abhängigkeit von der Logiaquelle zurückzufuhren, dann 
müssen sich auch in der paulinischen Literatur Anhaltspunkte 
für die Beantwortung obiger Doppelfirage finden. Auf dieses 
Yerwandtschaftsverhältnis und auf die Lösung des 
damit gegebenen Rätsels drängt also die synoptische 
Forschung, wenn dieselbe nicht versanden und ver- 
sumpfen soll. 



§ 3. Das Problem der Yerwandtschaft 
zwischen dem Panllnismus und der Sjnopse. 

Schon bei dem frühesten Auftreten der synoptischen Evan- 
gelien in der patristischen Literatur und bei der Benützimg 
der Evangelien in den verschiedenen kirchlichen Kreisen war 
deren Yerhältnis zu dem Paulinismus von Wichtigkeit und 
Bedeutung. Und zwar traten dabei besonders das Matthäus- 
ovangelium und das Lucasevangelium in einen gewissen Gegen- 
satz, welcher dem in der ältesten Kirche zwischen der juden- 
christlichen und der paulinischen Richtung bestandenen Gegensatz 
entsprach. 



§ 3. Paolinisch- synoptisches Verwandtschaftsproblem. 19 

Iren aus bezeugt es zweimal ausdrücklich, daß die ältesten 
Judenchristen, die Ebioniten, sich auf den Gebrauch unseres 
Matthäusevangeliums beschränkten und die Benützung der 
paulinischen Schriften ablehnten. Vgl. Iren. I, 26, 2: Solo 
autem eo, quod est secundum Matthaeum, OTangelio utun- 
tur et apostolum Paulum recusant, apostatam cum legis 
dicentes. Ahnlich Iren, m, 11, 7. Epiphanius wiederholt 
und ergänzt diese Angaben, indem er noch hinzufügt, daß 
das evayyiXiov xara MaT&alov bei den Judenchristen 
auch unter dem Namen evayyiXiov ytata ^Eßqaiovg 
gebräuchlich gewesen sei. Vgl. Epiph. Haer. XXX, 3. 
p. 127 C: dixovTai fiiv zal avrol t6 naTa Mard^aiov 
evayyiXiov. xovxffi yaq xat airtol . . XQWvtai iiov^t, 
xaXovai de aizo naTcc ^Eßqaiovg. Hiermit stimmt die all- 
gemein anerkannte Tatsache überein, daß das spätere häre- 
tische Ebräerevangelium aus dem Matthäusevangelium sich 
entwickelt hat. Vgl. Agrapha S. 322. 342. 

Im Gegensatz hierzu hat der Ultrapaulinismus des Marcion 
ausschließlich das LucaseTangelium auf den Schild erhoben, 
als ob diese Evangelienschrift allein das echte, rechte, freilich 
inmier noch umzugestaltende paulinische Evangelium sei. Ygl. 
Theodoret. Haer. Fab. I, 24 : avxog 6 Maqydmv ix, fiiv xwv 
tvayyddwv to yLaxa jiov'A.&v idi^aro fiovor, t^v yeveaXoyiav 
TctQi'Aoxpag ra nXeiaza. Ahnlich wie das häretische Ebräer- 
OTangelium aus dem Matthäusevangelium, so hat das häretische 
Evangelium des Marcion aus dem Lucasevangelium sich ent- 
wickelt. 

Als petrinisches Evangelium, dem weder judenchristliche 
noch paulinische Tendenz nachgesagt wurde, hielt sich das 
Marcusevangelium von Alters her in einer neutralen Mitte 
und trat bei den Evangelienzitaten der patristischen Schrift- 
steller keineswegs in den Vordergrund. Seinen spezifisch petri- 
nischen Charakter hat schon der Presbyter des Papias betont. 
Vgl. Eus. H« E. in, 39, 15: xat xovxo & TtQcaßvTBQog Heye' 
MaQUog fiiv Iß/uiyycvri^g IlizQOv yerofnevog, oaa ifivrjfiovevaey, 
ax^ißdig eyoaipevy ov fiivroc zd^ei. 

Aber nicht das für petrinisch geltende Marcus- 
evangelium, nicht das als paulinisch angesprochene 
Lucasevangelium, sondern das ehemals bei den Juden- 
christen ausschließlich gebrauchte evayyiXiov y,aza 
Mard-atov oder xaTcc 'EßQoiovg errang unter den drei 

2* 



20 Resch, PaaliniBmus. Einleitaiig. 

synoptischen Evangelien die Würde, bei der Aus- 
gestaltung des kirchlichen Evangeliencanons an die 
Spitze und selbst dem johanneischen Evangelium noch 
vorangestellt zu werden, einen Platz, den es bis auf 
den heutigen Tag behauptet hat, eine Stellung, 
welche gerade diesem Evangelium einen tiefgehenden 
Einfluß auf die weitere kirchliche Entwickelung für 
alle Zeiten gesichert hat, eine Bedeutung, welche — 
um wenig zu sagen — der Geltung des Paulinismua 
nicht zugute kommen konnte. Überhaupt traten in der 
weiteren Entwickelung des neutestamentlichen Canons die drei 
synoptischen EvangeUen immer mehr in den Vordergrund, wäh- 
rend das Johanneische Evangelium, welches in dem ältesten 
Evangeliencanon, dem Archetypus des Codex Cantabrigiensis, 
die zweite Stelle eingenonmien hat, schon in dem Canon 
Muratori an vierter Stelle erscheint. 

Es war daher erklärlich, daß bei dem Wiedererwachen 
des Paulinismus durch die Reformation eben das johanneische 
Evangelium, welches unter den vier canonischen Evangelien- 
schriften dem Paulinismus in geistiger Hinsicht unzweifelhaft 
am nächsten steht, auf Kosten der synoptischen Evangelien 
im Ansehen stieg, wie sich dieses Urteil in der bekannten 
Vorrede Luthers zum Neuen Testament vom Jahre 1522 
deutlich ausgeprägt hat. 

Aber ebenso erklärlich ist es, daß mit dem Erwachen 
eines streng historischen Sinnes eine Auseinandersetzung 
zwischen dem Paulinismus als der ältesten lehrhaften 
Ausprägung des Christentums und den synoptischen Evan- 
gelien als den frühesten historischen Zeugnissen des Neuen 
Testaments nicht ausbleiben konnte. In einem solchen 
Prozeß der Auseinandersetzung stehen wir noch 
mitten inne. Und dieser Prozeß kann nicht anders zum Ende 
geffifart werden, als dadurch, daß man dem Problem des 
zwischen dem paulinischen Schrifttum und den syn- 
optischen Evangelien bestehenden Verwandtschafts- 
verhältnisses auf den Grund geht. 

Ein Prozeß kann überhaupt in befriedigender Weise nur 
dann beendigt werden, wenn man alle darauf bezüglichen 
Factoren ins Auge faßt und wenn keines der zur Sache ge- 
hörigen Indizien übersehen wird. Ein Arzt vermag nur dann eine 
heilbringende Diagnose zu stellen, wenn er alle die versohie- 



§ 3. Paolimsch- synoptisches Verwandtschaftsproblem. 21 

denen einzelnen Symptome der Krankheit auf das sorgfältigste 
berücksichtigt imd dann erst dieselben zu einem einheitlichen 
Gesamtbild yereinigt. So wird auch der im Gang befindliche 
Prozeß der Auseinandersetzung zwischen dem Paa- 
linismus und der Synopse, der dem Protestantismus 
wie eine Krankheit in den Gliedern liegt, nicht eher 
ein befriedigendes Ziel erreichen, als bis eine vollständige 
und erschöpfende Diagnose aller Symptome statt- 
gefunden haben wird. 

Seinen Anfang nahm dieser Prozeß der Auseinandersetzung 
zwischen dem Paulinismus imd den synoptischen Evangelien 
im vorigen Jahrhundert durch das Auftreten des Ultrapauliiüsmus 
in der (jüngeren) Tübinger Schule imter der geistigen Leitung 
von F. Chr. Bau r, den man den Advocaten des modernen 
Ultrapaulinismus, den Marcion des neunzehnten Jahr- 
hunderts, nennen könnte. 

Im Chrunde war die Tübinger Tendenzkritik nichts anderes 
als eine mit der modernen Wissenschaft unternommene, aber 
doch ziemlich oberflächlich durchgeführte Repristination des 
altkirchUchen Schemas: 

Matthäus judenchristlich, 

Lucas paulinisch, 

Marcus neutral. 
Eine unparteiische und allseitige Feststellung des 
tatsächlichen Verwandtschaftsverhältnisses zwischen 
Paulus und den drei Synoptikern liegt in der 
Tübinger Tendenzkritik überhaupt nicht vor. Selbst 
bezüglich des dritten Evangeliums war es ein eklektisches 
Yerfahren, durch welches Lucas zu einem tendenziösen Pau- 
liner gestempelt wurde. Die beiden anderen synoptischen 
Evangelien wurden in bezug auf ihr Yerwandtschaftsverhältnis 
zu Paulus einer tiefer gehenden Untersuchung gar nicht unter- 
zogen. Über das Marcusevangelium hat erst ein spä- 
terer Forscher, Holst en, darauf bezügliche Untersuchungen 
angestellt, dieselben aber mit einer solchen Einseitigkeit durch- 
geführt, daß ein wirklicher Ertrag für die Gesamtheit des 
Problems sich nicht ergeben hat. Bezüglich des Matthäus 
liegen in der Schrift von Feine: , Jesus Christus und 
Paulus^ zahlreiche Beobachtungen vor, sodaß sein am Schlüsse 
(S. 299 — 304) angefugtes Stellenregister von Matthäus 191, 
von Marcus nur 92 und von Lucas nur 86 Stellen aufweist, 



22 Resch, Paalini8mii8. Einleitang. 

in welchen die Verwandtschaft mit Paulus hervorgehoben worden 
ist. Aber diese erst im Jahre 1902 erschienene Schrift steht 
am Ende einer ganz anderen literarischen Entwickelung, näm- 
lich derjenigen, welche sich ex professo mit dem Thema: 
, Jesus und Paulus' befaßt hat. 

Nachdem bereits im Jahre 1843 der sächsische Gonsistorial- 
rat Thenius in seiner Schrift: ,Das Eyangelium ohne die 
Eyangelien' diese Frage gestreift hatte, und nachdem durch 
H. W. J. Thiersch im Jahre 1845 in dessen Schrift: ,Ver- 
such zur Herstellung des historischen Standpunktes 
für die Kritik der neutestamentlichen Schriften' 
ein kräftiger Hinweis auf die Abhängigkeit des Paulus von 
der evangelischen ÜberUeferung erfolgt war, unterzog ein 
junger , frühverstorbener , Württembergischer Theologe , der 
Diakonus Paret, in den , Jahrbüchern für Deutsche 
Theologie', 1858, S. 1—85, zum ersten Male das seitdem 
nicht wieder von der Tagesordnung verschwundene Thema: 
, Jesus und Paulus' einer objektiven Behandlung. Als ich 
meinerseits, ohne Kenntnis der Paretschen Untersuchung, wenige 
Jahre danach in den Irrgarten der Tübinger Tendenzkritik 
einzudringen begann, wurde es mir alsbald zur klaren Gewiß- 
heit, daß das Problem der Yerwandtschaft zwischen Paulus 
und den Synoptikern als der Springpunkt dieser Tendenzkritik 
eine anderrLSsung als die von' defTübinger Schule gegebene 
erfordere, aber auch die gründlichste, sorgfältigste und 
umfassendste Untersuchung erheische. 

Eine um so größere Genugtuung war es mir, daß in der 
Rezension meiner Schrift ,Das Formalprinzip des Pro- 
testantismus' mit Bezug auf die darin von mir gegebenen 
Proben meiner diesbezüglichen Untersuchungen Holtzmann 
(Protest. Kirchenzeitung 1876 S. 460) die Erklärung gab: 
,Die Sache muß weiter untersucht werden'. Aber die 
Befriedigung dieser Forderung ließ lange auf sich warten. Zwar 
hat Holtzmann die Frage nicht wieder aus den Augen 
gelassen. Davon gibt manche seiner Äußerungen Zeugnis, 
namentlich aber der von ihm in den , Protestantischen 
Monatsheften' 1900 S. 463—468 veröffentlichte Aufsatz: 
,Zum Thema: Jesus und Paulus', in welchem er auf 
mein ,Formalprinzip des Protestantismus' zurückkommt. 
Aber zu einer durchgreifenden Behandlung dieses Themas hat 
auch Holtzmann sich nicht entschlossen. 



§ 4. Grundsätze der Untersuchung. 23 

Erst allmählich entstanden und mehrten sich die auf dieses 
Problem bezüglichen Beiträge von Roos (1887), Böhmer 
(1886, 1887), Marshall (1890), Schmoller (1894), Hilgen- 
feld (1894), Heinrici (1895), Gloatz (1895), Nösgen (1895), 
Sturm (1897, 1900), Drescher (1900), Feine (1902), und 
dazwischen meine eigenen Veröffentlichungen aus den Jahren 
1888, 1889, 1893, 1894, 1895, Ygl. das Nähere in dem Lite- 
raturverzeichnis § 5. Fast alle diese Untersuchungen, unter 
denen die zusanmienfassende und kräftig weiterfuhrende Feine- 
sche Monographie den bis jetzt erreichten Höhepunkt dar- 
stellt, sind darin einig, daß die Bedeutung des Problems immer 
heller ans Licht gerückt und der Umfang des zwischen dem 
Paulinismus und den Synoptikern bestehenden Yerwandtschafts- 
verhältnisses immer besser festgestellt wird. 

Gleichwohl fehlt noch immer ein wohlgeordnetes 
und vollständiges Gesamtverzeichnis der in der pauli- 
nischen Literatur vorhandenen synoptischen Paral- 
lelen, durch welches das Yerwandtschaftsverhältnis zwischen 
Paulinismus und Synopse zur übersichtlichen und greifbaren 
Darstellung gebracht worden wäre. 

Erst dann wird es möglich sein, für die dadurch auf- 
gedeckte einzigartige literarische Erscheinung, welche für die 
Würdigung des Urchristentums von entscheidender Bedeutung 
sein muß, eine solche Entstehungsursache nachzuweisen, daß das 
große Problem seiner endgiltigen Lösung entgegengehen kann. 

Die günstige Aufnahme, welche das Feinesche Werk 
sowohl auf Seiten der positiven als der liberalen Theologie 
gefunden hat, gibt der Hoffnung Raum, daß an diesem Coin- 
zidenzpunkte, an welchem die wichtigsten Probleme des Ur- 
christentums zusammentreffen, eine sachliche Yerständigung 
zwischen den beiden Hauptrichtungen der protestantischen 
Theologie und damit eine innere Wiedererstarkung des — auf 
dem paulinischen Evangelium ruhenden — Protestantismus all- 
mählich entstehen möchte. 



§ 4. Grundsätze der Untersuchung. 

Eine allseitige und gründliche Behandlung literarkritischer 
Probleme hat zur Yoraussetzung 
erstlich 
Yollständigkeit der zu untersuchenden Texte 



24 Resch, Paulinismas. Emleitung. 

und zweitens 
Unbefangenheit in der Beurteilung der zu unter- 
suchenden Texte. 

Die erstgenannte Voraussetzung bezieht sich auf den ersten 
Hauptteil dieses "Werkes : Textparallelen. Die zweite Vor- 
aussetzung betrifft den zweiten Teil: Untersuchungen. 

Das Bedürfnis nach einem bis jetzt noch nicht vorhandenen 
wohlgeordneten und vollständigen Verzeichnis der zwischen 
dem Paulinismus und der Synopse bestehenden Verwandt- 
schafts -Symptome soll durch den ersten Teil gegenwärtigen 
Werkes befriedigt werden. Dieses Unternehmen hat aber 
seinerseits wieder eine andere Voraussetzung, näm- 
lich die, daß die synoptischen (canonischen und außer- 
canonischen) Texte auf ihre quellenmäßige Einheit 
zurückgeführt sind, wodurch eine Verzettelung der 
Parallelen, sowie deren willkürliche Verteilung auf 
die drei synoptischen Hauptreferenten verhütet und 
zugleich eine einheitliche Zitierung der synopti- 
schen Texte ermöglicht wird. Da diese Voraussetzung 
durch die Textausgabe der Logia, welche ich im Jahre 
1898 habe erscheinen lassen, erfüllt ist, so sind in dem ersten 
Abschnitt des ersten Teils die paulinisch-synoptischen Parallelen 
innerhalb der Logia — d. h. also innerhalb meiner Text- 
ausgabe der Logia — nach den Capiteln und Versen dieses 
Logia-Textes zitiert, jedoch unter steter gleichzeitiger 
Angabe der canonischen Parallelstellen, so daß auch 
diejenigen, welchen meine Textausgabe der Logia nicht zur 
Hand ist, ohne Schwierigkeit sich zurechtzufinden in den Stand 
gesetzt sind. Selbstverständlich mußten im Literesse der Voll- 
ständigkeit auch zweifelhafte Parallelen, darunter solche, denen 
ich meinerseits keine Bedeutung beizumessen vermochte, 
welche aber von anderen Forschem notiert waren, sowie auch 
solche Parallelen, welche erst durch den Zusammenhang Be- 
deutung gewinnen, Aufnahme finden. Geordnet ist dieses 
Parallelen -Verzeichnis nach dem Alter und der mutmaßlichen 
Entstehungszeit der paulinbchen Briefe. 

Der zweite Abschnitt: ,Die paulinisch-synoptischen 
Parallelen außerhalb der Logia* bezieht sich auf solche 
synoptische Texte, welche in meine Textausgabe der 
Logia nicht aufgenommen sind, welche aber nicht bloß 
um der Vollständigkeit willen, sondern um auch nach dieser 



§ 4. Grandsätze der Untersuchung. 25 

Seite eine unparteiische Untersuchung zu ermöglichen und 
nötigenfalls auch für Selbstcorrecturen bezüglich meiner Logia- 
Ausgabe Raum zu gestatten, keinesfalls unberücksichtigt bleiben 
durften. 

Der dritte Abschnitt umfaßt die „paulinischen Agrapha- 
Parallelen^, deren Aufnahme in das Parallelen -Yerzeichnis 
unerläßlich war, einerseits weil bei allen wertvollen Agrapha 
der synoptische Sprach- und Gedankencharakter unverkennbar 
ist, andererseits weil die überlieferten Herrenworte ganz be- 
sondere Verwandtschaft mit den paulinischen Briefen zeigen. 

Der vierte Abschnitt: „Innerpaulinische Parallelen^ 
enthält eine kleine Zahl paulinischer Aussprüche, bezüglich 
deren zwar eine Abstammung aus dem Munde Jesu nirgends 
überliefert ist, welche aber teils durch ihre öftere Wieder- 
holung, teils durch ihren prägnant synoptischen Typus die 
Untersuchung darüber herausfordern, ob sie vielleicht zu der 
vorcanonischen synoptischen Grundschrift gehören möchten. 

Wenn ich nun noch hinzufüge, daß das in diese vier 
Abschnitte gegliederte Parallelen -Verzeichnis keineswegs auf 
die Wortparallelen sich beschränkt, sondern auch wichtig 
erscheinende Sinn parallelen berücksichtigt, so dürfte das 
Streben nach Vollständigkeit, welches mich bei Aufstellung 
dieses Parallelen-Registers geleitet hat, genügend charakterisiert 
und der bleibende Wert dieses Parallelen -Verzeichnisses auch 
für denjenigen festgestellt sein, welcher den beiden folgenden 
Teilen meines Werkes seine Zustimmung versagen und etwa 
imstande sein sollte, eine bessere Lösung des in dem eigen- 
tümlichen Verwandtschaftsverhältnis zwischen dem Paulinismus 
und der Synopse vorliegenden Rätsels in Vorschlag zu bringen. 

Der zweite Teil meines Werkes ,Spezielle Untersuchungen' 
enthält die an die synoptisch -paulinischen Hauptbegriffe an- 
geschlossenen Einzeluntersuchungen (Excurse), denen im dritten 
Teile die ,Zu8ammenfassenden Untersuchungen' nachfolgen. 

Dem Streben nach Vollständigkeit in den Texten des 
ersten Teiles entspricht das Streben nach Unbefangenheit in 
den Untersuchungen der beiden folgenden Teile. 

1. Unbefangenheit in der Beurteilung der münd- 
lichen Tradition. 

Daß die mündliche Tradition sowohl auf die synoptischen 
Schriftsteller als auf Paulus von Einfluß gewesen ist, darf nie- 
mals außer Acht gelassen werden. Aber aus dem Einfluß der 



26 Besch, Paulinismus. Einleitung. 

mündlichen Tradition Alles und Jedes erklären zu wollen, ist 
eine Einseitigkeit und eine Befangenheit, die um so weniger 
am Platze ist, als Paulus seine Unabhängigkeit von den Haupt- 
trägem der mündlichen Tradition, den Uraposteln, auf das 
Nachdrücklichste hervorhebt. 

2. Unbefangenheit gegenüber der Möglichkeit 
Yon apokrypher Sagenbildung. 

Gerade die mündliche Überlieferung gestattet die Annahme 
von unabsichtlicher, allmählicher Umbildung der überlieferten 
Erzählungsstoffe, die Entstehung von sagenhaften Ausschmük- 
kungen, von apokryphen Einflechtungen« Die evangelischen 
Erzählungen müssen bei einer unbefangenen Forschung auch 
auf diesen Punkt hin geprüft werden. Um so gewichtiger dürfte 
dabei das Zeugnis des Paulus in die Wagschale fallen, welcher 
noch ein Zeitgenosse Jesu gewesen ist und mithin imstande 
war, unechte und echte Überlieferung von einander zu unter- 
scheiden. 

3. Unbefangenheit gegenüber der Möglichkeit 
einer vorpaulinischen christlichen Literatur. 

Aus der Tatsache, daß die paulinische Literatur dem Alter 
nach allen übrigen Erzeugnissen des neutestamentlichen Schrift- 
tums vorangeht, darf die Unmöglichkeit einer vorpaulini- 
schen urchristlichen Literatur nicht abgeleitet werden. 
Wissen wir doch, daß einige paulinische Briefe verloren gingen; 
können wir doch mit Sicherheit annehmen, daß Paulus noch 
zahlreiche andere Briefe geschrieben haben wird, deren einst- 
malige Existenz für die Nachwelt vergessen ist. Gehörten 
doch zu den Jüngern Jesu hochgebildete Juden wie Nicodemus, 
ein Pharisäer, ein Hqxwv xojv ""lovdaiwv, und Joseph von Ari- 
mathia, ein Mitglied des Synedriums (ßovlevtT^g). Waren doch 
nach Act. 15, 5 Pharisäer der jerusalemischen Urgemeinde bei- 
getreten. Und besaß doch auch der Zöllnerstand, aus welchem 
Jesus einen Teil seiner frühesten Jünger gewonnen hatte, durch 
Beruf und durch Verkehr mit Ausländem eine Bildung, die ohne 
Schreibfertigkeit nicht bestehen konnte. Ein Axiom, wonach die 
Möglichkeit einer vorpaulinischen urchristlichen Literatur ge- 
leugnet werden müßte, ist von demselben Wert wie das Yerbot 
alttestamentlicher Forscher, welches die Möglichkeit von hebräi- 
schen Schriftdenkmälern aus vordavidischer Zeit nicht gestattete. 
Wir behalten uns daher gegenüber der Möglichkeit einer vor- 



§ 4^ Gnmdsfttse der Untersuchung. 27 

paulinischen urchristlichen Literatur die vollste Yoraussetzungs- 
losigkeit und Unbefangenheit ausdrücklich vor. 

4. Unbefangenheit gegenüber der Möglichkeit 
gemeinsamer Benützung schriftlicher Quellen 
durch die Synoptiker und Paulus. 

Daß die Synoptiker eine oder mehrere schriftliche Quellen 
verwertet haben, dies bezeugt deutlich die Verwandtschaft des 
Stils und die Gemeinsamkeit zahlreicher Erzählungsstoffe, 
außerdem der Yerüässer des lucanischen Evangeliums für seine 
literarische Unternehmung implicite durch sein Vorwort. Bei 
Paulus aber finden sich Zitationsformeln wie I.C. 2, 9: >ia&wg 
ydyoaTtrai^ 1. C. 9, 10: de vftag yaq kyqaqyri^ Eph. 5, 14: dib 
liyu^ durch welche Fragmente aus verloren gegangenen Schriften 
angeführt werden, deren Existenz uns unbekannt ist. Eüne 
befangene Forschung behauptet, daß solche Zitationsformeln 
nur auf vorchristliche jüdische Schriften Bezug haben können. 
Eine unbefangene Forschung gesteht die Möglichkeit zu, daß 
diese Fragmente aus vorpaulinischer, urchristlicher 
Literatur stammen können. Diese Unbefangenheit gilt es 
zu wahren. 

5. Unbefangenheit gegenüber der Annahme, daß 
die verloren gegangene vorcanonische syn- 
optische Grundschrift eine Quelle, vielleicht 
die Hauptquelle, für Paulus gewesen sei. 

Die ernsthafteste Evangelienforschung hat die Tatsache 
an das Licht gestellt, daß eine vorcanonische Evangelienquelle, 
wenn nicht allen drei synoptischen Evangelien, so doch sicher 
dem ersten und dritten Evangelium zugrunde liege, eine 
Evangelienquelle, deren ehemalige Existenz außer Zweifel steht, 
deren Alter und Entstehungszeit aber bis jetzt kaum ernstlich 
untersucht worden ist, eine Evangelienquelle, die nach ihrem 
ganzen Charakter zu den wichtigsten Erzeugnissen der urchrist- 
liehen Literatur gehört haben muß. Für eine unbefangene 
Forschung ist es die Pflicht, diesen Spuren weiter nachzugehen 
und bei der unzweifelhaften Verwandtschaft zwischen den Syn- 
optikern und der paulinischen Literatur eine sorgfaltige Unter- 
suchung darüber anzustellen, ob diese eigentümliche Verwandt- 
schaft nicht etwa aus der gemeinsamen Benützung dieser 
vorcanonischen Evangelienquelle durch die Synoptiker und 
durch Paulus zu erklären sei und ob nicht dadurch neue An- 



28 Reseh, Panlinismos. Einleitong. 

haltspunkte über Alter, Charakter, Inhalt und Umfang dieser 
vorcanonischen Schrift zu gewinnen sein möchten. Eine solche 
Untersuchung von vomherein abzulehnen und auf Ghrund eigen- 
mächtiger Axiome diese Fragen schlechtweg im yemeinenden 
Sinne beantworten zu wollen, — ein Zeichen von wissenschaft- 
licher Unbefangenheit wäre es nicht. 

6. Unbefangenheit bezüglich des Charakters der 
Logiaquelle als bloßer Redensammlung oder 
als gleichzeitiger Geschichtsquelle. 

Insbesondere würde es einen Mangel an wissenschaftlicher 
Unbefangenheit bedeuten, wenn man bei der Untersuchung der 
paulinisch - synoptischen Verwandtschaft die noch keineswegs 
ausgetragene Frage nach dem Charakter und nach der Aus- 
dehnung der Logiaquelle nicht als eine o£Fene Frage behandeln 
und nicht versuchen wollte, gerade aus Paulus Auskunft dar- 
über zu erhalten, ob diese vorcanonische Evangelienquelle 
wirklich nur eine Sammlung von Herrenreden enthalten habe, 
oder ob die rüis^ *nn'n nicht etwa eine zusammenhängende, auch 
Passion, Tod, Auferstehung und Erhöhung Jesu umfassende, 
Geschichtserzählung gewesen sei. Sollte die paulinische Yer- 
wandtschaft mit den synoptischen Evangelien sich wirklich nur 
auf Herrenworte beschränken, so wäre die Frage entschieden 
im Sinne der Redensammlung. AndemfaUs dürfte eine un- 
befangene Forschung die gegenteiligen Symptome nicht unter- 
drücken, sondern müßte sie zu voller Geltung gelangen 
lassen. 

7. Unbefangenheit in bezug auf den sprach- 
lichen Charakter der Logiaquelle. 

Ein Zeichen von wissenschaftlicher Akribie und Unbefangen- 
heit ist es nicht, wenn man bei Kenntnis der Tatsache, daß 
die Logiaquelle hebräisch oder aramäisch verfaßt gewesen ist, 
auf den vorauszusetzenden semitischen Urtext nicht näher ein- 
geht, die Frage wegen der Verschiedenheit griechischer Über- 
setzungen, die Deutung zahlreicher Synonyme als griechischer 
Übersetzimgsvarianten des semitischen Quellentextes nicht näher 
untersucht und um die Analogie der Septuaginta- und ihrer 
Textrecensionen in ihrem Verhältnis zu dem hebräischen Text 
des Alten Testamentes sich nicht kümmert, wenn man die 
Frage, ob die synoptische Grundschrift in aramäischer oder in 
hebräischer Sprache abgefaßt gewesen sei, mit allgemeinen 



§ 4. Grundsätze der Untersuchmig. 29 

Axiomen vorab entscheidet, bevor man durch Spezialunter- 
sachungen und genaue Sprachvergleichung eine solche Ent- 
scheidung vorbereitet hat. Unbefangenheit muß auch hier die 
Losung sein. 

8. Unbefangenheit in bezug auf die Textkritik 
der Evangelien. 

Ein verhängnisvoller Mangel an Unbefangenheit, welcher 
schon der Tübinger Tendenzkritik anhaftete, tritt auch in der 
modernen Evangelienforschung immer von neuem hervor: die 
Beschränkung auf die canonisch -revidierten Texte, welche 
anerkanntermaßen aus der am Anfang des vierten Jahrhunderts 
zum Abschluß gekommenen Arbeit der oQd'odo^oc dtacyLevaarai 
hervorgegangen und durch sämtliche griechische Codices — 
mit alleiniger Ausnahme des Codex Cantabrigiensis — der 
Nachwelt als maßgebend überliefert worden sind. Wenn die 
dogmatische und praktische Theologie auf diese canonische 
Textrecension sich stützt, so ist das begreiflich; die histori- 
sche und literarische Quellenforschung dagegen muß den vor- 
canonischen Textgestalten die größte Unbefangenheit entgegen- 
bringen. 

9. Unbefangenheit gegenüber der Möglichkeit 
eines paulinischen Einflusses auf die cano- 
nischen Evangelien. 

Auch für den Fall, daß die Verwandtschaft zwischen Pau- 
linismus und Synopse sich aus gemeinsamer Abhängigkeit der 
Synoptiker und des Apostels von der vorcanonischen Logia- 
quelle in zahlreichen FäUen erklären sollte, so wird eine 
unbefangene Forschung gleichzeitig die Möglich- 
keit, daß die paulinische Literatur auf die später 
entstandene canonische Evangelienliteratur irgend- 
welchen Einfluß ausgeübt habe, nicht aus den 
Augen lassen. Aber um sich hierüber ein richtiges Urteil 
zu bilden und zwischen dem Einfluß des Paulinismus auf die 
Synopse einerseits und dem Einfluß der vorsynoptischen Logia- 
quelle auf den Paulinismus und die Synopse andererseits eine 
zutreffende Unterscheidung durchzuführen, dazu gehört nächst 
der YoUständigkeit des Materials vor allen Dingen eine voraus- 
gegangene zuverlässige Unterscheidung zwischen den in der 
Synopse verwerteten gemeinsamen Quellenstoffen von der 
redactionellen Behandlung dieser Quellenstoffe durch die syn- 



30 Resch, Paulinismas. Einleitung. 

optischen Referenten, mithin eine genaue Kenntnis der von 
den drei synoptischen Referenten befolgten schriftstellerischen 
Absichten und Gepflogenheiten, durch welche sie bei der Aus- 
wahl, Anordnung und textlichen Bearbeitung der Quellenstoffe 
sich haben leiten lassen. Die im zweiten Teile dieses Werkes 
angestellten Untersuchungen werden — so hofiFe ich — nament- 
lich auch in dem Unterabschnitt: Die paulinisch-syn- 
optischen Parallelen außerhalb der Logia über- 
zeugende Belege bringen für die Unbefangenheit, mit welcher 
ich die Gepflogenheiten der drei synoptischen Redactoren und 
ihre etwaige Abhängigkeit von dem Paulinismus geprüft habe. 
Die weitere Möglichkeit zu untersuchen, ob f&r den Pauli- 
nismus noch andere schriftliche Quellen christlichen Charakters, 
wie die vorcanonische Quellenschrift des Eandheitsevangeliums 
(vgl. mein ,Eindheitseyangelium nach Lucas und Matthäus^ 
(1897), namentlich S. 266. 267) und das urchristliche Jeremia- 
buch (vgl. PT. n, 369—378), oder auch Schriften jüdischer 
Abstammung von Einfluß gewesen sein könnten, geht über das 
Thema dieses Werkes: ,Der Paulinismus und die Logia Jesu^ 
hinaus, dürfte aber vielleicht am Schlüsse desselben eine be- 
rücksichtigende Erörterung finden. 



An Vorstehendes seien noch einige Bemerkungen über die 
in diesem "Werke befolgten schriftstellerischen Grundsätze an- 
geknüpft. 

Bei der Fülle des zu bewältigenden Stoffes und bei dem 
Streben, ein unnötiges Anschwellen desselben zu verhüten, habe 
ich auf eine fortlaufende Auseinandersetzung mit der ein- 
schlägigen modernen Literatur, wie solche in dem Werke von 
Feine zu finden ist, von vornherein verzichtet und auf eine 
möglichst vollständige Darstellung bezw. Feststellung des Sach- 
verhaltes mich beschränkt. Nur in einigen notwendigen Aus- 
nahmefallen bin ich von diesem Grundsatz abgewichen. Auf 
diese von mir selbst gezogenen Schranken der nachstehenden 
Untersuchungen möchte ich hiermit hingewiesen haben. 

Was aber insbesondere die textliche Darstellung der pau- 
linisch- synoptischen Parallelen anlangt, so möchte ich wieder- 
holen, daß gar manche Texte aufgenommen sind, welche als 
Parallelen von mir selbst mit fraglichen Blicken betrachtet 
werden und daß gleichwohl nicht wenige Texte weggelassen 



§ 5. Literatur -Verzeichnis. 31 

aind, in welchen andere ein Yerwandtschaftsyerhältnis zwischen 
Paulus und der Synopse entdeckt zu haben meinten. Die be- 
sonders fraglichen Parallelen sind in Klammem gestellt worden. 
Diejenigen Schriftsteller, welche zum ersten Male auf 
wertvolle Parallelen hingewiesen haben, namhaft zu machen, 
würde eine mühevolle Arbeit und für die Sache selbst ohne 
Bedeutung sein. Nur die von Feine in seinem Werke: 
, Jesus Christus und Paulus' zum ersten Male hervor- 
gehobenen paulinisch- synoptischen Parallelen habe ich mit 
einem Asteriskus ausgezeichnet, im Hinblick darauf, daß in 
diesem Werke die erste größere Darstellung des paulinisoh- 
synoptischen Verwandtschaftsverhältnisses gegeben ist. Diese 
Auszeichnung durch den Asteriskus habe ich jedoch bei allen 
denjenigen Parallelen, welche ich in meinen Vorarbeiten bereits 
notiert hatte, nicht zur Anwendung gebracht. 



§ 5. Die Literatur. 

Im Nachstehenden folgt ein chronologisch geordnetes Ver- 
zeichnis derjenigen literarischen Erscheinungen, welche das 
Verhältnis des Apostels Paulus zu der geschichtlichen Person 
und der überlieferten Lehre Jesu, insbesondere nach den Zeug- 
nissen der synoptischen Evangelien, zum Gegenstand haben 
oder diesen Gegenstand nicht bloß im flüchtigen Vorübergehen 
behandeln.*) 

1. Thenius. Das Evangelium ohne die Evangelien. 1843. 

2. H. W. J. Thiersch. Versuch zur Herstellung des histori- 

schen Standpunktes für die Kritik der neutestamentlichen 
Schriften. 1845. 

3. H. W. J. Thiersch. Einige Worte über die Echtheit der 

neutestamentlichen Schriften und ihre Erweisbarkeit aus 
der ältesten Kirchengeschichte. 1846. 



*) Die anonym erschienene Schrift: ,Die Entstehung der vier 
Evangelien und der Christus des Apostels Paulus. Berlin. 1876. 
In Kommission bei F. G. Lenz. Gertraudtenstraße 24\ welche, nach dem 
Titel zu urteilen, einen Beitrag zu unserer Frage leisten sollte, ist tat- 
sächlich ein unwissenschaftliches Pamphlet, welches nirgends auf den 
griechischen Text zurückgeht und nicht eine einzige wertvolle Parallele 
darbietet. 



32 Resch, PaolinismuB. Einleitung. 

4. Paret Paulus und Jesus. Jahrbücher för deutsche Theo- 

logie. 1858. S. 1—85. 

5. Paret. Das Zeugnis des Apostels Paulus über die ihm 

gewordene Ohristuserscheinung. Jahrbücher für deutsche 
Theologie. 1859. S. 239 ff. 

6. Hurant. Paul a-t-il connu le Christ historique? Montauban. 

Imprimerie Forestiö Neveu, rue du Yieux- Palais, 23. 
1860. 

7. Resch. Das Formalprinzip des Protestantismus. Neue 

Prolegomena zu einer evangelischen Dogmatik. Berlin. 
1876. S. 98—104. 

8. Lnmby. The Gospel in the Epistles. In der Zeitschrift: 

The Expositor 1877. V, 1— 11. 134—149. 289 — 304. 343 
—361. 451-470. VI, 92 — 113. 383-395. 429—444. 

9. Blom. Paulinische Studien 11. TheoL Tijdschrift. 1879. 

S. 343 — 357: Paulus en te evangelische traditio. 

10. Matheso n. The Historical Christ of St. Paul. Expositor 

Ser.n. Vol.L p. 43— 62. 125—138. 193—208. 264—275. 
352—371. 431—443. Vol. 11. p. 27— 47. 137—154. 287 
—301. 357—371. 1881. 

11. Gibson. Sources of St. Pauls Teaching. 1. TheWords of 

the Lord Jesus. Expositor Ser. 11. VoL IV. p. 33—45. 1882. 

12. Böhmer. Des Apostels Paulus Brief an die Römer aus- 

gelegt. Bonn. Eduard Webers Verlag (Julius Flittner). 

1886. S. XLI— XLIV. 

13. Roos. Die Briefe des Apostels Paulus und die Beden de& 

Herrn Jesu. Ein Blick in den Zusammenhang der neu- 
testamentlichen Schriften. Ludwigsburg. Ad. Neubertsche 
Buchhandlung. (J. Aigner.) 1887. 

14. Böhmer. Über die Abfassungszeit der beiden ersten 

canonischen Evangelien. Evangelische Eirchenzeitung. 

1887. Sp. 433-445. 

15. Resch. Die Verwandtschaft zwischen den paulinischen 

Schriften und den synoptischen Evangelien. Zeitschrift 
für kirchliche Wissenschaft und kirchliches Leben. 1888. 
S. 279—295. 

16. Resch. Agrapha. Außercanonische Evangelienfragmente. 

Leipzig. 1889. J. C. Hinrichs'sche Buchhandlung. S. 28 f. 
148—243. 

17. Marshall. Did St. Paul use a Semitic Gospel? Expositor 

July 1890. S. 69— 80. 



g 5. Literatur -Verzeichnis. 33 

18. von Soden. Das Interesse des apostolischen Zeitalters 

an der evangelischen Geschichte. Theologische Abhand- 
lungen C. von Weizsäcker gewidmet. 1892. S. 111 — 169. 

19. Everett. The Gospel of Paul. Boston 1893. 

20. Resch. Paulinisch-lucanische Evangelienparallelen. Außer- 

canonische Paralleltexte. Heft I. Leipzig. 1893. 
J. C. Hinrichs'sche Buchhandlung. S. 72—79. 121—134. 
(PT. I.) 

21. Schmoller. Die geschichtliche Person Jesu nach den pau- 

linischen Schriften. Theol. Stud. u.Krit. 1894. S. 656—705. 

22. Wen dt. Die Lehre des Paulus verglichen mit der Lehre 

Jesu. Zeitschrift für Theologie und Kirche. 1894. S. 1—78. 

23. Hilgenfeld. Jesus und Paulus. Zeitschrift für wissen- 

schaftliche Theologie. 1894. S. 481— 541. 

24. Resch. Außercanonische Paralleltexte zu den Evangelien. 

Heft n. Paralleltexte zu Matthäus und Marcus. Leipzig. 
1894. J. C. Hinrichs'sche Buchhandlung. (PT. H.) 

25. H e in r i c i. Jesus und Paulus. Neues Sächsisches Eirchen- 

blatt. 1895. No. 47— 51. 

26. Gloatz. Zur Yergleichung der Lehre des Paulus mit der 

Jesu. Theologische Studien u. Kritiken. 1895. S. 777— 800. 
27« N ö s g e n. Die apostolische Verkündigung und die Geschichte 
Jesu. Neue Jahrbücher für deutsche Theologie. 1895. 
S. 46-94. 

28. Resch. Außercanonische Paralleltexte zu den Evange- 

lien. Heft ni. Paralleltexte zu Lucas. Leipzig. 1 895. 
J. C. Hmrichs'sche Buchhandlung. (PT. HI.) 

29. Sturm. Der Apostel Paulus und die evangelische Über- 

lieferung. Berlin 1897. (Programm No. 117.) R.Gärtners 
Verlagsbuchhandlung. Hermann Heyfelder. 

30. C.Anderson Scott. The Gospel according to St. Paul. 

Its character and course. Expositor 1900. H. S. 202 — 210. 

31. U. Holtzmann. Zum Thema: Jesus und Paulus. Pro- 

testantische Monatshefte. 1900. S. 463—468. 

32. Titius. Die Abhängigkeit des Paulus von der Verkündi- 

gung Jesu. S. 8 — 18 in ,Der Paulinismus unter dem 
Gesichtspunkt der Seligkeit'. 1900. Tübingen, Frei- 
burg i. B. und Leipzig. Verlag von J. B. C. Mohr (Paul 
Siebeck). 

33. Drescher. Das Leben Jesu bei Paulus. Gießen. J. Ricker- 

sche Verlagsbuchhandlung (Albert Töpelmann). 1900. 

Tttxte v. rntersnchimgeii N. F. Xu. 3 



34 Rescb, Paulinigmus. Einleitong. 

34. Sturm. Der Apostel Paulus und die cvaDgelische Über- 

lieferung (Fortsetzung. Programm 118). Berlin 1900. 
R. Gärtners Verlagsbuchhandlung. Hermann Heyfelder. 

35. Gilbert. The first Interpreters of Jesus. New -York. 1901. 

Macniillan. 

36. Feine. Jesus Christus und Paulus. Leipzig. 1902. 

J. C. Hinrichs'sche Buchhandlung. 



Bemerkung. 

Im Nachstehenden sind die epistolischen Texte nach der 
von Nestle besorgten Stuttgarter Ausgabe des ,Novum Testa- 
mentum Graece' vom Jahre 1898, die Logiatexte nach meiner 
Textausgabe der ^fiOgia' unter Verwertung der darin ein- 
gewobenen kleineren außercanonischen Textbestandteile sowie 
der in den Anmerkimgen notierten synonymen Varianten wieder- 
gegeben. 



Erster Teil. 

Textparallelen. 

A. Die paulinisch - synoptischen Parallelen 

innerhalb der Logia. 

1. Die beiden Tliessaloiiielierbriefe. 

Der erste Brief an die Thessalonicher. 

1.2: eixccQiavovfiev Tf(i d'Siif — ^12,21* = Ijc. i0,2i. Mt. 

11,25: evxciQKfTiü aot, Ttateg^^** 
1,2: Im rOv ngoaevxcov rjfiiov adiaXetTCTcog — ^3]^ib 

= Le. 21, 36: iv Ttavxl xaiQqj öeopievoi ^^'^ 
1,4: eldoreg . . . t'^v «xAoy^v vfiwv — ^ 20, 43 — Mt. 20, 16. 

22,14: oXiyoi de ixleyLToi'^^ 
1,6: dticLfiBvoL Tov Xoyov iv&Xiipei TtoXXij fxera x^Q^S 

- Lf 8, 33 - Lc. 8, 13. Mc. 4, 16. Mt.* 13, 20: fieTcc 

XCtQäg di/orrae tov Xoyov iv TLaigtii -d-Xiipeiog^^ 
[1,9: iTtiOTQiilfccTe nqog tov d-eov ano twv eiddXtov dov- 

Xeveiv &€([, L:d>m««~^22,51 =Lc. 16, 13\ Mt.6,24: 

Ol* dvvaa&e ^e(p dovXeveiv xat fAOfiwv^ 
1,10*: avafAeveiv tov viov avTOv^^ «x rftJy oigaviov^^'^ — 

A 31, 28 =- Mt. 24, 30. Mc. 13, 26. Le. 21, 27: o\i)ovtai 



*) A bezieht sich auf meine , Logia Jesu nach dem griechischen 
und hebräischen Text wiederhergestellt. Ein Versuch.' Leipzig. 1898. 
J. C. Hinrichs'sche Buchhandlung. 

**) Diese beigefügten Ziffern beziehen sich auf die einzelnen ,Ex- 
curse' oder , Speziellen Untersuchungen* in dem Zweiton Teile 
dieses Werkes. 

3* 



36 Besch, Paulinismas. I. Textparallelen. 

Tov vlov Tov avd^QCJTtov i^oficvov Eni %iav vetpelwv 
tov ovqavov 
1,10*: avafiivBtv tov vlov aizov ix rciv oigavtSv^^^ 

— ji 35,57 = Act. 1,11: iXtiotxai wg id^eaaaa&e 
TcoQevöfiCvov ctvTOv eig tov ovqavov 

1,10**: ^ofievov ijfiag in rrig OQyrjg tng iqxofiivi^g^ —^ 
l,6 = Lc. 3, 7**. Mt. 3,7*>: qtvyüv and z^g fieXloiar^g 

OQY^g 
2, 5 : iv 7tQoq)daei nXeove^iag^^ — ui 16, 10 = Lc. 20, 47. 

Mc. 12,40: xaread-iovreg zag olxiag XVQ^^ ^^^ 

oq(pavuiv 7CQog)daei fAaxQa nQoaevxofiCvot 
2, 6: ^tjzovvzeg i^ av&Qwmov (Jo|av^* — ^16, 9 = Mt.23,6. 

Mc. 12, 38. 39. Lc. 11, 43. Lc. 20, 46. »eXovzwv aana- 

Cfiovg iv zaig ayogaig Tial nQtazoxad'tdqiag iv zalg 

awayioyaig 
2, 7: [wg iäv zQoq>og d^dlTcj] zd kavzrjg zenva^^^ — -^21,8 

= Lc. 13, 34. Mt. 23,37: '^d'ilrjaa tntawd^ai. zd zixva 

aov, wg oqvLg intawdyu zd voaaia avzrig] 
2,9: infjQv^afiev elg i/iag z6 evayyiXiov — ^ 29, 39 

= Mc. 14, 9. Mt. 26, 13: ^f'tjQvx^y zb evayyi- 

Xlov^^^ 
2, 12: TtEQiTtazeiv vfxdg d ^iwg tov ^eov zov naXovvzog vfidg 

- ^ 21, 22 = Mt. 22, S\ Lc. 14, 24 : oi di xexXrj^ivoi 
ovx riaav agiOL^* 

2,13V evxagiazovfiev {z(p ^c^J*» - ^12,27 = Lc. 10, 21. 

Mt. 11,25: evxagvaz di aoty ndzeQ 
2,13**: TtaqaXaßovzeg Xoyov axoijg^* — -^8, 32. 33 ^ Lc. 

8, 12. 13. Mc. 4, 15—17. Mt. 13, 19—21 : ovzog iaziv & 

TOV Xoyov dyioviov yuai evdvg . . Xafißdvwv 
2, 13^: idi^aad-e^^ oi Xoyov dv&QWTiioVy dXXd nad^iig iaztv 

ailiydcSg Adyov ^cov"-^ 12, 16 = Mt. 10, 40. Lc. 10, 16: 

6 dexofievog v^iag i^i dix^'^^'-y ^^ ^ *i^^ dtxo" 

fievog dix^zat zov dnoazeiXavzd fie 
2,14.15: '/orda/wy^* .. . zovg 7tqoq>rizag xat tifxdg «xdew- 

layTcuy^* -^ 6,13 = Lc. 6,23. Mt. 5, 12: ovzwg ydq 

idiw^av zovg 7tQog)i^zag oi naziqeg vfiüv 
2,14.15: ""lovdaiiav^^ zfov xai zovtlvqiov dnoxzevvdvzcDV^hiaoZ'v 

'/ML zovg 7tQoq>'i^zag^^ — ji 16,20 = Mt. 23, 31. Lc. 

11,48: avzot fiev dneKzeivav zovg TtQOtpi^zag 
2,14.15: ^lovdaiiav^^ züv Tuxt zov xvqiov dnoxzeivdvTwv ^Itjaovv 

y.al Tovg Ttqofp^Tag xai rj^ag ixdL(0^dvT(ov — yt 



Der erste Thessalonicherbrief. 37 

16, 22. 23 = Lc. 11, 49. Mt 23, 34 : 7CQ0(p'^Tag . . x.ai 

i§ avxwv a/coxTevovaiv 'Aal ixSito^ovaiv^^ 
2, 16': 7L(oXv6vT(ov riftäg TOig e9veaiv XaXilaai, iVa atodtiaiv 

— ^ 16, 16 = Lc. 11, 52. Mt. 23, 13: rovg BiaBqxofi^ovg 

i'A(oXvGaTe^^ 
2,16**: elg t6 avaTtXtjQüiaai ctvTÜv %ag afiagziag^^ — ^ 

16,21 =Mt.23,32: xat vfielg nXtjQiuaaTe zag afiaq- 

Tiag^^ luv 7caT€QWv vpidv 
2,16®: €q>d^aaev di Itz^ avrovg fj ogyri elg xikog^^^ — A 

31, 15 = Lc. 21, 23^: xat oqyii r^J Xa({i TOVTqt 
3,2: elg t6 GTt]Qi^ai vfiag xm TtaganaXeoai VTtBQ ir^g nl^ 

avciog r^cSy"* — -/i33, 7 = Lc. 22, 32: av de . . arijßi- 

aov Tovg adeXg>ovg aov . . . SVcr fit^ hXiTtri ij niaxig 

ifiwv 
*[3,3.4: iv taig d'Xlxf/fiOiv tavzaig' aitol yag oidarey (ki elg 

tovTo xelfied^a' xat yäg ote nqog vfiSg r|juev, TtgoeXi- 

yofiey vfiiv ort fiiXXofiev d'Xißead'ai — Jif 28, 8 = Mt. 

5,10: laamdgiOL oi dediioyiaevoi^^] 
3, 5: ineiQaaev v^ag 6 neiQcitwv^ — -/f 2, 10 = Mt. 4, 1. 

Mc. 1, 12. Lc. 4, 1: neiqaad-iivav vtco tov dia- 

ßoXov^^' 
3,7: inl Ttdarj rij avdyyirj xae ^A/i^€t*^* — -<i31, 15 = Lc. 

21,23. Mt.*24,21. Mc. 13, 19: earat ydg ctvdyKt] [Mt. 

Mc: d'Xitpig] ^eyaXr^ 
3, 10: deofievoi . . yiaTaQTiaai ta vateqiq^aTa tilg Ttl- 

azewg v^ucSy^^^ - ^ 33,7 = Lc.22,32: alX' iyco ide- 

i^d'fjVj iVa fxri eyLliTtj] i} niaiig vfitöv 
3,13*: elg t6 azrjQi^ai vfutZv tag xagd/crg^*^ — -^ 33, 7 ^ 

Lc. 22, 32: av di atr^QiOov tovg adeXq>ovg aov 
*3, 13**: h T^ Ttagovaiff tov xvqIov rifitov ^Itjaov fietd Ttdv- 

T(oy tiov ayiiov avrov * — -^ 31, 28. 29 = Lc. 21, 27. 

Mc. 13,26.27. Mt. 24, 30. 31: oipovrai tov viov tov 

avd-Qdiftov igxofievov . . xat aTtoOTeXel Tovg ayyi- 

Xovg avTov^^'^ 
4, 4. 7: ^TcaaToy vfiüv ro eavTOv O'^evog Yxaa^at h aytaofxf^ 

. . . oi ydq i'KaXeaev rifxäg 6 d^eog inl dyLa^aqaiff dXX' 

h a:yiaa;iv-u^l6,3.4=Mt.23,25.26. Lc.11,40.41: 

To eatjd-ev v^üv yi^ei . . d'Aa&aQaiag . . %a9dQvaov 

nqwTOv TO iau&ev tov TtOTtjgiov xal T^g Ttaqotpl- 

dogj xal Idov Ttonma TLaO-agd etnav vfxiv^^ 
4,8: ö ad'eTüiv ovtl äv&QCJTcov a&eTely aXXa tov d'eov^^ 



38 Resch, Panlimsmue. I. Textparallelen. 

— -^ 12, 17 = Lc. 10, 16: öifiag a&eTUjv ifii a&erel' 

6 de ifti ad'eTuiv a&eTel %6v aTcoaveiXav^d fie 
4, 12: 7CQ6g tovg i^io^^ — -^ 8, 30 = Mc. 4, 11 : hLtivoiq de 

toig egw 
4,14: ^Irflovg anid-avtv^^^ tloI avioTf]^^* — -/i34, 44 =^ 

Lc.23, 46. Mt 27, 50. Mc. 15, 37 : i^€7tvevaev - ^ 35, 6 

-= Mc. 16, 6. Mt. 28, 6. Lc. 24, 6: iiyiQ^ri 
4, 15: %ovTO yoLQ vfuv layoidcv ip Xoytf} xvqiov . . elg Wjy 

Ttaqovaiav tov xi;ßiov^^'*'---/f 31,3 = Mt. 24, 3. [Mc. 

13,4. Lc. 21,7: vi %6 ar^ineiw] Tfjg aijg naqov- 

alag 
4,16: ort airvog 6 xigiog^^ .. iv qxovfj aQ%ayyiXov xal 

iv aaXniyyi ^^' 9bov Tunaßrfierai — ui 31, 29 = Mt. 

24,31: xat aTtoorelel rovg ayyilovg aivov [neva 

aaXntyyog tpußvilg fieyaXfig 
4,16.17: xora/^ijaerat an' ovqavov . . iv veq>€Xaig^^'' — ^ 

31, 28 = Mt. 24, 30. Mc. 13, 26. Lc. 21, 27: iQxofievov 

BTtl Twv vB(feXi!iv rov oigavoi 

4, 17*: a^a avv aizolg aQnaytjaofte&a iv v€g>iXaig^^'' 

- ^ 31, 28. 30 = Mc. 13, 26. 27. Mt 24, 30. 31. [Lc. 
21,27]: iqxoiiBvov Iv vetpeXaig . . xal emawa^ovaiv 
TOvg eTiXenToig 

4, 17^: elg a7tdvTt]aiv tov xvqiov ^^'' — A 20,10 = Mt.25,6: 

il^iq%t(sd^e eig aTtdvTtjaiv avvov'^* 
4,17^: eig anawrfliv %ov xvQiov^^'^ .. xat ovrtag Tidwore 

avv xr^/^i ^ao^ic^a''* — -^ 20, 15 = Mt. 25, 10: luxl 

ai ivoifioi avveia^Xi^ov fie'^ avtov eig xov w^(pwvay 

xat h(Xeia9ri ij dxqa 
4,17®: navxore avv xvQitif eao^c^a — ^34, 37 = Lc. 23, 43: 

jucT* ifiov eajj iv t^ fiaQadeia(f^^^ 

5, 1: Tteqi de %wv XQOvwv tuxI twv xat^coy ^^® — ^ 35, 52 

= Act. 1,7 pit.24,36. Mc. 13,32]: ovx ifiwv iazlv 
yvdvat %q6vovg ^ yiaiqovg 
5,2: iipiiqa xvgiov log xXeTtTtjg iv vvxtI ovvwg e^xerat^* 

— ^ 18, 7 = Lc. 1 2, 39. Mt. 24, 43 : ei ^dei 6 oixodeaTto- 
Ttjg Ttolq ÜQ(f 6 xXinTTjg IgxBTai 

5,3*: ai^viitog avxoig iTciaTavai oXed^Qog äaneq i) 
wilv^^'^ Tfj iv yaorgl ^x<w5ojj — -^31,34 = Lc. 21, 34: 
xai imaxfj iq>^ vfiag aiq>viiiog ij ijpiiqa ixeivrj 
äaneq ij tidlv 

5,3»»: TLoi ov 11^ ix^piJywaiy * - ^31, 35 = Lc. 21, 36: %va 



Der erste Thessalonicherbrief. 39 

TuxtiüxtatjTe iyiqivyeiv ravza Tiavra^^'^ — -r^ 1, 6 = Lc. 

3,7. Mt. 3, 7: rig rrtedu^tv f/nlv (pvyelv;^ 
5,4: iva ij tifiega vfnag log AXimr^g xaraXaßr]^^ — ^ \S^7 

= Lc. 12, 39. Mt. 24, 43: ei idet d oiTLOÖeaftoTt^g, noiff 

(oQif ö TiXeTtTr^g tQxerai 
5,5: navteg yaQ vfieig tloi qpC'jroe'*^---^22, 43=^ Lc. 16,8: 

V7€iQ Tovg vioig rov fpiorog^^^ 
5,6*: firi Aad^eidotpiev cSc; oi Ao£7co/'^*—^i 20, 9 =^ Mt. 25, 5; 

5,6*»: YQTiyoQuiiiBv aal vriqxo^ev^^ — ui 18, 10 = Mc. 13, 37: 

TtQog Ttavrag Xiyw yQtjyoQeiTe 
*5,6.7: yQTjyoQWftev xal yf^qxofxey' oi yaq naO-evdovreg vvnTog 

na&evdovoiv, 'Aal oi ide&vaxoftevoi^* wurbg fie&v^ 

ovaiv — -// 3 1 , 33. 35 = Lc. 2 1 , 34. 36 : fnjTtore ßaQfj&dkjiv 

ai TcaQdiai ö/aciv iv Ti^iTcaXfj vxti fiid'fj^^'^ .. ayqv- 

nvelre 
5,7: Ol ^e9'va%6fxtvoi vvnTog fied-vovaiv^^ — u4 \S^ \b 

= Lc. 12,45. Mt. 24, 49: aq^rifcai . . iad'ieiv ze xat ni- 

veiv aal fie&vaxead-ai ^eva xüv [le&vdvrtov 
5,9.10*: roü Y.vQiov ^fniSv ^Iriaov XQiOTOv tov aycod-a- 

vdvtog Ttegt ^iucSy ^^^ - ^ 32, 38 = Mt. 20, 28. Mc. 

10,45: 6 viog tov avd^qwTtov .. dovvai iavzov 

avxl TcoXXiZv 
5,10^: €iT€ yQtiyoQiü^tv iixe xa^erdw^iey^^* — ^ 33, 24 

= Mc. 14, 37. Mt 26,40: :H^iav, xa&evdeig; ova ia- 

Xvactre yiiav ägav yQtjyoQrjaat /uez^ ifiov; 
5,10«: Sfia aiv avtf^ Cijcrw^ucy" - ^ 23, 29 = Lc. 20,38: 

ndvreg yag avtffß Kuiaiv 
(5,12: ifHotiofiev de vftag eldivat zovg TLOTtiaivTag^^ — ^ 

12,33 = Mt. 11,28: devre TtQog fie Ttdvreg oi Y,07tiwvTeg] 
5,13: eiQTjveveze iv f arrolg *<»• - ^ 28, 37 -- Mc. 9, 50: 

eiQfjvevBTe iv aXXfjXoig 
5, 14*: yovd'BTelTe zoig avorAzovg^^ — A 24, 18 — Mt. 18, 15. 

Lc. 17, 3: eXeyi^ov avzov 
[5, 14»>: avzit^oOe zuiv aa^evwv*^ - A 12, 12 - Mt. 10, 8. 

Lc. 10,9: aa^evelg i^egaTieveze] 
5, 15: to aya»ov diw'Mze^''^ - A 26, 13 = Mt. 19, 16: zi 

ayad^oy 7coir^aio; v. 14: Vv iaziv zb aya^ov 

5,16: Tvavzoze /ff/^CTe**—^ 12, 25 = Lc. 10,20: xo*'ß«t^€ 
de Tcat äyaiXiaa&e. ^21,40= Lc. 9,23: xa^' ripiiqav 
XaiQiov 



40 Resch, Paulinismus. I. Textparallelen. 

5,17; adiaXeirtTfog nqoaBvxBad'e^^'^ — -<i31, 35 =^ Lc. 

21,36: deofievoi adiaXehcvaßg 
5,18: iv Ttavxi fit'xaßtaircZTc** — -^12, 27 = Lc. 10, 21. Mt. 

11,25: evxoQiaTüi aoi^ TtmBq 
5,1 8.19: ratJro yaq d-iXtipia 9bov iv XQiaTqi ^Iriaov eig v/iäg' 

ro Tcvedfia ^ij aßivyvTB — -^ 35, 48 = Mt. 28, 19: eig 

ovofia Tov TtaxQog xae xov v\ov xal tov aylov 

Ttvsv^axog ^^* 
5,23: iv Ty naQovaitf tov xv^/or ^^''^ — u^ 31, 3 = Mt 

24,3 [Lc. 21,7. Mc. 13, 4]: Trjg a^g naqovaiag. 



Der zweite Brief an die Thessalonicher. 

1,3*: eixccgiGTeiv 6<peiXo^ev r^eJ ^fi^*' — -<i 12, 27 = Lc. 

10,21. Mt. 11,25: svxccQiaTio aoi^ naxBQ 
[1,3^: vTteQav^dvei ^ Tciatig vfiwviial TtXeovdCei ij aya" 

Ttrj "* - ^ 31, 20 = Mt. 24, 12: dia to avidveiv t^v 

avofiiav tpvyi^aerai ij aya7ttj\ 
*1,4. 5: iv Ttaaiv Tolg diwyfiolg viiüv . . . • eig %b xorra^ico- 

Privat vfiag Tilg ßaaiXelag TOi) i^eov iniq r^g xal 

TTcraxfiTC^^— -//28, 8 = Mt. 5, 10: (Äccndgioi oi öedKoy- 

fiivoi &ex€y dixaioavyr]g, otv avTuiv ioTiv ij ßaat- 

Xeia TOV d^eof^ 
1, 5: eig t6 xara^eaiv^^vat vfiSg Ti^g ßaaiXeiag tov 9'eov^^'' 

---<i 31, 35 = Lc.21,36: iva xaTa§i(o&^Te ara&ijyai 

ifiTtQoaxfev TOV viov tov avd-QtjTtov 
1, 7: iv Ty anonaXvtpei tov tcvqiov *Ir^Gov an ovQavov ju«t' 

ayyiX(ov dvvdfietog avTOv* — ^ 31, 28. 29 = Mt. 

24, 30. 31. Mc. 13, 26. 27 [Lc. 21, 27]: otpovrai tov viov 

TOV avd'^Ttov ^^ iqxopievov im rcSy veipeXäv tov ovQa- 

yo€ fieTo dvvdfxe(og tuxI öo^tjg TtoXXilg icat a/rocrre- 

Xei Tovg dyyiXovg avTOV^^'' 

1, IM: TTQoaevxofte&a TtdvTOTe^^ — -^ 31,35 = Lc. 21, 36: 

deofxevoi adiaXeiTtTtog 
l,1i**: ä^Koaj] Tfig xAijaecog 6 x^eog ^jua/y — -^21, 22 = Mt. 

22,8: Ol %e%Xriiievoi ot'X r^aav a^ioi'^'' 
2,1*: vneQ rijg naqovüiag tov xrß/ov^^''' — -^i 31, 3 = 

Mt.24,3 [Lc.21,7. Mc.l3,4j: T^g ai^g naQOvalag 

2, P: xai ^fiuiv iTtiavvaytoyqg^^'^ err^ ovtov — ^ 31, 30 = 

Mc. 13,27. Mt.24, 31: iTtiavvd^ovaiv TOvg ixXe-KTOvg 

CtVTOV 



Der zweite Thessalonicherbrief. 41 

2,2: elg ro /ii] taxit^g aaXevd-rivai vpiag ano tov voog 

— ^ 7, 25 = Mt. 11,7. Lc. 7, 24 : '/uiXa^iov vno avi^ov 
aaXevofievov 

2,3: ^1^ Tig ifiag l^aTtcmjag ^^''^ — -// 31, 4 = Mt. 24, 4. 

Mc. 13,5. Lc. 21,8: ßlinere, iir^ rig vfiag TtXavr^aiß 

2,7: To ycLQ fivtnrlQiov ijdrj ivsQyelrai r^g avofxiag^^^ 

— ^31,20 = Mt. 24, 12: dia t6 7tXti»vv»rjvai t^v 
avofiiav 

*2,8: rij iTtapaveitje T^g naqovaiag avToiJ^^''— ^25,7 

= Mt. 24, 27. Lc. 17, 24: äaneq ij aargaTtri .. tpai- 

yevai . ., ovTCjg earai ^ Ttaqovala tov vlov tov 

av&QWTtov 
2, 11 : TtifATZu ctvTolg 6 d'eog iviqyuav TcXavtjg^^^ — ^ 31, 22 

= Mc. 13,22. Mt. 24,24: uicTe jtXavtjd'^vaif ai dwa- 

Tovj xat Tovg ixXe/xovg 
2, 13: rifieig di oipeiXo^ev evxccQiaTeiv t^ d^etp*^ — -// 12, 27 

= Lo. 10,21. Mt. 11,25: evxccQf^f^''^^ ^oij Ttareg 
2,13.14: elXcrro vfiag 6 d^ebg .. iv ayiaafi^ nveifiaTog . . 

elg neqinoirfiiv do^tjg tov 'avqiov rifiaiv ^Irjoov 

XgiaTov — ^ 35,48 = Mt. 28, 19: elg ovofia tov 

TtaTQog aal tov viov xat tov aylov /ryei'/ia- 

Tog^^^ 
2,13.14: ei'AcTTO vfiSg 6 d^eog ai^ ^^Z% . , . ugo ixaXeaev 

vfiag - A 20, 43 = Mt. 20, 16. Mt. 22, 14: noXXoi yaq 

bIgiv xXtjTol, oXiyoi di ^xAcxto/''* 
*3, 1: TO Xomoy /fQoaevxBad-s, adeAyot** — -// 14, 10 = Mt. 

6,6. Lc. 11,2: ovT(og olv TtQoaevxBO&B vfielg 
*3,2: SVa ^va&wfiev ano tmv .. TtovriQuiv ävd'QWTviüv ^^ 

~^14,17 = Mt. 6, 13 [Lc. 11, 4D]: ^vaai ^fxSg äyco 

TOV TTOVtjQOV 

3,3: GTrjQi^u vfiag y.al q)vXd^€t ajto tov TtovrjQOv — 
^14, 17 = Mt. 6, 13 [Le.ll,4D]: ^vaai i)fiag itno 

TOV TtOVTjQOV^'* 

3,5: 6 de TLVQiog xoTevd^vvai vficHv Tag '/.aQdiag . . eig 
Tf^y VTtofiovriv tov Ä'^iaroiJ**— -^ 16,44 = Lc.21, 19: 
iv Tfi vTvofjiOvi] vfiiov xrijcraadfi Tag ipvxo^g 
vfidv 

3,6: TtaqayyiXXoiiBv öi v^lv, adeXq)Oi, iv ovofiaTi tov 
TLVQiov fifidiv ^IfjOov Xqiotov, GTiXXeod'a^ v^ag 
ano nayrog adeXq>ov aTay^Tiog neQinaTovvTog 
aal fiti xora ttip naQaöoaiv, ^v naQthxßoüov naq^ fjutov 



42 Resch, Paulinismus. I. Textparalleleu. 

- yl 24, 21 = Mt. 18, 17 (n:S)\ tatio vpuv dg Ttaga- 
ßaTrjg xat log axdvdalov^^ 

3,8.9: ovdi dwQsav aqfvov iqxiyofiev^^ Ttaga rcvog .. ovx 
Ott ovx. ixofiey i^ovaiav — -^ 12, 9 = Lc. 10, 7 : A' atrij tfj 
oiyuijc fieivarey tad^ovteg tloi Ttlvovreg ra naff avxiav 

3, 13: viifig de, adelcpoi, firi ivyLO'Ai^ijrjTe — -// 14, 18 = Lc. 
18,1: TLOi ^ri ^xxaxijcnjre^* 

3,14.15: rotTor or^ftecota^e, ^r^ awapafiiywad-at avTfpy iW ip- 
TQaTrf]' Txxt fifi wg ixd'QOv fjyeia&e, äXla vovd'eTelve 
wg 6dsXq)6v^^ - ^ 24, 18 = Mt 18, 15. Lc. 17, 3: iav 
äi Oft oQt'qaT] 6 adeXq>6g aovy tTtaye eXey^ov avTov. ® ^ 



2. Die Corlntkerbriefe. 

Des erste Brief an die Corinther, 

1,4: crxa^t(;r«ST<ji^£^i*5-^12,27 = Lc. 10,21. Mt 11,25: 

BvxaQiatbi aoij Ttareg 
1,7*: äoTe i^ag fxri vaT€Q€ia&ai Iv /ujicvt^^^ — ^33, 13 

= Lc. 22, 35: /iij ttvog vat^Qr^aare; oi di tinov' 

oidevog 
1,7**: a7cey,öexofiivovg rriv aTto^alviptv tov tlvqIov — yt 

2b j 12 = Lc. 17,30: ^ ^fiiqa tov viov tov op&qwtvov, 

fl a7coyiaXvq>d-i^a€Tai*^ 
1,10: i/rc ^6 xanj^ria^fVoi^** — -^32,40 = Lc. 6, 40. Mt 

10,25: TLarriQTKJiAivog de larai 6 iia&ijvr^g 
1, 18: Tolg litv aTtoXXvfiivoig ^wgla iarivy TOig 6i aio^o- 

fiivoig"'^ fipuv dvvafiig &€ov — ^ 29, 10 = Lc. 19, 10: 

auiaai t6 aTtoXwXog — ^ 20, 1 = Lc. 13,23: ei 

oXiyot elaiv ol acotopievoi — ^20,3 = Mt 7, 13: elg 

rigv antüXeiav 
1, 19: ylyqaTtrav yag' anoXw t^v aotpiav tiov aofpüv y.al 

Ttiv avveaiv tiov ovpeTwv a^crijVai** — ^ 12, 27 

= Lc. 10, 21. Mt 1 1, 25: OTtiyiQvipag TavTa anb ao(piov 

'Aal avveTwv^^ 
1,20: 7C0V ao(p6g; tiov yga fA^arevg;^^ — ^ 12^21 = JjC. 

10,21. Mt 11,25: ani'JLQvtpag TavTa ajto aoipwv xai 

aweTiSv*^ 
1,21*: ovx eyv(ü 6 ytoufiog dia Trjg aoq>iag tov d-eov*^ — ^i 

12, 30 = Lc. 10, 22. Mt11,27: ovdelg eyvto r6y 



Der erste Corintherbrief. 43 

1,21^: BvdoxTjaev*'^ 6 O-ebc: dia Tijg fnoQiag zov Ar^gcy^azog 
xvL*^ - ^ 12, 28 = Lc. 10, 2t. Mt. 11, 26: vai 6 /rorijV, 
ovi oikiog evdo'/,ia iytvero tftTCQOOx^iv oov 

1,21*^: awaai %ovg /reaTCvorrö^** — ^ 8, 32 =- Lc. 8, 12: 
TtiüTevaavTBg aupd-iZaiv^^ 

1,22: ^lovöatoi atjfie'ia airovöLv xal ^'EfJ.i^veg aoifiav 
Li]Tovaiv- yt 15,17 = Mc. 8, II. Mt. 16,1. Le. II, 16. 
Mt. 12,38: ot OagiaaToi ur^TOvvTeg uoq' ahrov 

1, 23": yur^Qiiaao^ev Xqiütov ioTavQUP^ivov ^^^ — A 35, 6 = 
Mc. 16,6 [Lc.24,6. Mt. 28,6]: ^ItjCovv trjteive tov ioTav- 

1, 23^: Xqiütov . . . ^lovdaioig fiiv o'/,dvdaXov^^ — A 10, 15 

= Mt. 15, 12: oi Oagiaalot a'KOvaavieg tov Xoyov 

tay.avdaXia0^7]aav^^ 
1,24: XQiazdv . . ^eov aoy/av^« - ^ 16, 22 = Lc. 11, 49: 

jj ao(pia TOV d-eov elrtev — v:/7, 37 = Lc. 7, 35. Mt. 

11,19: idi'Aaiiuxhj rj aofpia 
\ ^2^.21 : ßkeTtere ri^v tlIj^oiv r^wv . . . i^eXi^aTO 6 x^eog — 

A 20, 43 = Mt. 20, 16. Mt. 22, 14: tcoUoI ydg eiaiv 

'/.XrjTol, oXiyoi di exÄexroe"'^ 
1,26.27: ot' TtolXot aoq>ol^'^ xotq: aaQyia ... aXXa to fdioga 

TOV TLoaiiiov i^eU^oTo*^ --A 12,21 = Lc. 10, 21. Mt. 

11,25: aTviüQvipag Tavra cltzo üo(pwv ymi owetCv "/.al 

ccTieTLdXvifHxg Tavta vr^Ttioig 
[1, 27: T« aaxievii tov yuoayLOv i^eXi^oTO 6 d-eog — ^ 6, 5 = 

Lc. 6, 13: i^eXi^aTO an avTOJV dcJdrxoj''^ 
1, 28: xat tcc i^ovd-evr^^iva i^eXe^oTO ö ^eog — ^ 26, 1 — 

Lc. 18, 9: i^ovx^evovvTag Tovg Xomovg ovO-qw- 

7tovg^^ 
1,30*: h Xqiöt^ ^Ir^aov, dg «yfivij^; oo(pia ^^iv äno d^eov 

— ^ 16, 22 = Lc. 11,49: t) aofpla tov O'eov elTtev*^'* 

— A 7,37 = Mt. 11,19. Lc. 7, 35. 

1, 30**: h XqiOTili "^Ir^aovy dg iyevij&rj . . ijiAiv . . . diAaioavvij ^^ 

— A 17, 20 = Mt. 6, 33 [Lc. 12, 31]: U^TcIr« nqCkov . . 
Ti{v diTLaioavvfjv avrov 

1, 30: iyerqxh] . . iifiXv . . . artoXvTQiaaig ^^^ — A 32, 38 = 
Mt. 20, 28. Mc. 10, 45: dodvai eavrov clvtiXvtqov — A 
31,31 =Lc.21,28 [Mt.24,3lD]: iyyii;u fj artoXv- 
TQioaig v^wv 

2,2: ^ItjUOvv X^iotov 'Aal tovtov ioTavQiofievov^^* — A 



44 Resch, PauliniBmus. I. Teztpamlleleii. 

35,6 = Mc.l6,6 [Mt.28,6. Lc.24,6j: ^Irjaovv fiyrrfw 

Tov iaTavQiOftivov 
[2,6: aoq>iav de lalavfiey er töig T«Äc/oig^* — -^6,42 = 

Mt. 5,48: eoBad'e avv vfnelg TcXeioi] 
2,7«: XalotfiCP &eoC ao^)/«!'" — ^ 16, 22 = Lc. 11,49: ij 

ao(pia tov d'eov elTcev — -^7,37 = Lc7, 35. Mt. 

11,19: idiKaiddTi ^ ao(pia 
2, 7^• ^ ;it;arij^eti"-^8,29 = Lc.8, 10. Mc.4, 11. Mt. 

13,11: Y^üvat to fivat'qqiov ir^g ßaailUag tov 

9eov 
2,7«: aTTOxejc^tTi^^yi^y *«-^12,27 = Lc. 10,21. Mt 11,25: 

aningvipag rcrfra*'' 
2, 8*; ^y oideig . . . eyvwxcy" - ^ 12, 30 = Lc. 10, 22. 

Mt. 11,27: ovöetg eyyw tov vioy*'^ 
2,8**: Tidv agxovTwv^^^ tov altüvog tovtov — ^35,19 — 

Lc. 24, 20: oi aQxovTeg iJ^cSv^" 
2,8«: €t yaß eyvtaaav^ orx ov — -^34,28 = Lc.23,34: 

or ycf^ oioaaiv ti noiovaiv^^^ 
2,8^: TOV TiVQiov Tt^g do^tjg iaTavQuaay — -/i/ 35, 19 = 

Lc. 24, 20: eaTavQioaay avroy"* - ^ 34,27 = Lc. 

23,33. Mt. 27, 33. Mc. 15, 27: ixel iatavQiaaav 

avTOv^^^ 
2,10: iifiXv de aniAalvtpev 6 &e6g*^ — ui 12,27 = Lc. 

10.21. Mt. 11,25: anexaXvifßag avra vtjnioig 
2,10—16: 6 d-eog dia tov TtvevfiaTog . . tcc tov d'sov oideig 

eyvwT^ev ei jtiig ro Tvvevfjia tov d^eov . . . to nvev^a 
. . egavv^ ycai tcc ßd&rj tov i^eov . . ^fielg de vovv 
Xqiotov exofiev — ^ 35, 48 = Mt, 28, 19: elg ovo^a 
TOV TtaTQog Tcai tov viov mzi tov ayiov Ttvev- 
^aTog^^^ 

[2, 11*: Tig ycLQ oldev ov&^tviov to tov dvi^qwTtov . . . 
ovTwgyiai Ta tov d-eov oideig fiyvwxo'** — -^i 11, 20 
= Mt. 16, 23. Mc. 8, 33: oi (pqovelg tcc tov d'eov^ 
ccXXd Ta TÜv avd^Qijnttiv^^] 

2, IP: Ta TOV &eov oideig eyywxcy** — ^ 12, 30 = Lc. 

10.22. Mt. 11,27: oideig eyvio tov Ttatiga 

2, 14: xpvxtyLog de äv&QtJTtog oi dex^Tai*^ tcc tov nvev^ 
ficcTog TOV &eov — 3,3: IW yccQ aaQUixol iare 
. . . xat xcnra äv&Q(07tov TteQiTtareTTe — A 11,16 
= Mt. 16, 17: (Tagt xcre al^a oi% ccTvendXvtpiv 
aoi 



Der erste Corintherbrief. '45 

3,1: wg vrjnioig €v Aßicnrip*« - ^ 12, 27 = Lc. 10,21. Mt 
11,25: aTtenaXvipag atTa vr^Tiioig 

3,5: h%aaTif) c5g 6 'Avqiog ^dioxev^^^ — -^29,14 = Mt. 
25, 15: Idionev . . lxoairf/i xara triv Idiav dvvafiiv 

3,6.9: Jy«y iq)VTevaa . . . d'eoC yewQyiov''^ — ^21^23.24 
= Mt.21,33. Mc. 12, 1. Lc. 20,9: aq>vtevaev afx^ceXaiva 
Tuxl i^i&ero avtov yewQyolg 

3,8: ^naoTog de tov idiov ^lad-ov lilifiipeTai viara tov 
Xdiov yfjOTtov — A 20, 31. 33 = Mt. 20, 7. 8: anodog avroig' 
tov fiiaO-bv . . . xat o iav di'x.aiov Xtjipead'e'^^ 

3, 9—12: d'eoC oixodofiTj iave — c5g ao(p6g*^ aqxi'vh.Ttav d^e^i- 
Xiov eihj7ux^*^y iiXXog de iTcoi'Aodofiei. Siuxatog öe ßXe- 
7ciT(0y Ttwg iTtoiTLodo^el, %^8fxeXiov yag aXXov oidetg 
^övvazai &Elvai naqa %ov lulfiivov, og iaziv ^Ir^aodg 
XQiorog. ei de xig eTcoiTcodofiel irct tov -ihefiiXiov 
xtA. — ^ 6, 59 = Lc. 6, 48, Mt 7, 24. 25 : o^oiog iativ 
avdql q>QOvifi(^*^ oiyLodofxoVvTi oItliov, dg , , tO-r^- 
%ey d-eiiiXiov int t^v Ttirgav^^ 

3, 13": exdarov t6 eqyov ipavegov yeri^aevai *® — -^ 6, 52 = 
Lc. 6, 44. Mt. 7, 16. 20. Mt. 12, 33: inaarov yag ro 
divÖQOv hi ToO idlov Tuaqno^ q^aveqov iativ 

3,13**: ro Tif^Q aito doxi^iaact ®^ — J/ 21, 51 =Mc. 9, 49: 7ta^ 
yccQ TivQv do'Kifiaad'i^aerai 

3, 15^: et Tivog to SQyov yLaTayiariaeTat . . . wg dia jvvQog^ 
— -^ 2, 28 = Lc. 3, 17. Mt. 3, 12: to de axvQOv xarcr- 
:x,avaei tvvqI aaßiarqß 

l'^j 15^: ^TjfiKod'rlaeTaiy avtbg de aw^aerai ^^* — ^ 27, S -- 
Lc. 9, 25. Mt. 16, 26. Mc. 8, 36: eavTOv . . Crj^iwd^eig] 

(3, 18: fifjöetg eavrdv i^aTtaTario^^'^ — A 31, 4 = Mc. 13, 5. 
Lc. 21,8. Mt. 24, 4: fiij Tig vfdag TtXavi^aj]] 

3, 21 : Ttdwa ydg vfidiv iavlv^^^ - A 26, 26 = Mt. 19, 27: tI 

aQa eOTai ijfiuiv; 
»^ 22: eVte %6afjiog elVß ^o)ri elVe d-dvarog eYze ivearioTcr 
eine ^iXXovtay navra v^cSv^®^ — -^ 26, 27 = Lc. 18, 
29. 30. Mt. 19, 28.29. Mc. 10, 29. 30: og ovxt firi aTtoXdßrj 
TtoXkanXaolova h t(^ ycaiQfp TOVTtit yt,ai ip Ttp aiiovi. 
TW eQXOfievii^ ^coijy aiwviov 

4, I : oiTLOvo^ovg ^vaTtjQlcjv d'eod *• — -<i 8, 29 = Lc. 8, 10. 

Mc. 4, 11. Mt. 13, 11: vfuv dedoTai yvaivai tol fxvaTtiQtcr 
vijg ßaaiXeiag Tod 4^eod 
4, U 2: oikwg ijpiag XoyiKia&(o äv&gwTtog utg vnr^qeTag XQiarotr 



46 Resch, Paalinismiu. I. Textparallelen. 

y,al oixovQ^ovg fivavrfiiiov S-eod' wöe koittov ^r^Teitai 
i'V ToXg olxovoftoig, %va Ttiarog Tig evQB&f^ — ^ \8^il 
== Mt. 24, 45. Lc. 12, 42: Tig aqa eatlv 6 manbg doi^- 
hog '/,ai oixovo/nog (pQoviiiog^^ 

4, 5*: f4'q tvqo yLaiqot rt AQivtTt — .// 6, 44 =^c. 6, 37. Mt. 
7, 1: ßri TLQivBTe^^ 

4, 5»>: Vtog av eX»rj 6 /.vgiog"^^ - ^ 18, 16 = Lc. 12, 46. Mt. 
24,50: ii^ei 6 Y.vQiog roi; dovh)v iyceivov 

4,5*^: og xae qxoTioei^^^ ta TLqvTzxa xof) OKOTOvg ymI 
(pavBQiuaet " - ^ 16, 28.29 = Lc. 12,2.3. Mt 10,26.27. 
Mc. 4, 22. Lc. 8, 17: ov yaQ iariv TLQVTtrovy o ov q>ayt- 
Qiod-fj . . . oaa iv t^ axor/^if einaze, iv T(p cpioxi 
anovaxhf^oerac 

[4, 5**: (pavegiiaec tag ßovXag tiov ^agdiiHv'^^ — ui 16,26 = 
Lc. 11, 53. 54 D: iJQ^avro ol q^ctgiaaloi VLai Oi ygafifiaveig 
. . av^ßdXXeiv avv({i . . iva 'Aavrffoqrfltjaiv ovtov — yi 
16, 27 = Lc. 12, 1. Mc. 8, 15. Mt. 16, 6: ^'eloro Uyeiv 
TtQog Tovg fiaO^f^rdg' Ttgoaex^^ favroig otco zijg Lvfir^g 
Twv OaQiaaiiov^^^ — ^ 22, 54 = Lc. 16, 15: 6 di &e6g 
yivcioxei Tüg '/.agdieg vf,tiZv\ 

4, 5^: aal rote 6 enaivog^^* yeviioiTat fxdarii^ ano tov &€ov 
— A 29, 21 = Mt. 25, 21. Lc. 19, 17: tl, öoCXe aya&i 
7>al 7ciaT6 — yt 22^42 = Lc. 16, 8: yuxl STtypeaev ö 

Y.VQlOg TOV olxovofiop 
[4, 6 : ^a&r^tB to ^ij iueQqiQOvelv ^^ — A 22, 54 = Lc. 16, IT) : 

Tu de av&QioTtoiQ ixl^rjXov ßdiXvyfia evdniov xov ^eof] 
(4, 7 : XL Ö€ i'xeig o oIa eXaßeg; ^^* - A 29, 26 = Mt. 25, 25 

fLc. 19,20*»]: X8b ex^ig ^o aov] 
4,8*: fidrj xenoQeofiivoc «(Tt«,-' — -^ 6, 15 = Lc. 6, 25: oval 

ifiiv oi ifi7V€7tXif]OidivoL 
4,8*»: ijörj €7rAot'TijcTax:£;^ — ^ 6, 14 = Lc. 6, 24: oval i/uii' 

To7g TtXovaloig 
4,8*^: X^Q^Q fjuwv ißaaiXevaave' %ai oq>€X6y ye ißaoiXev- 

GaT€y iva xai fj^elg Ifup avfißaaiXeva(Ofiev — A 

32,26 = Lc. 22,30 (JI^): xat avfißaaiXetaeTe iner' 

i^o€ iv tfi ßaaiXeitf /loi;^^* 
4, 9*: ö &e6g fj^ag anoatoXovg eaxdxovg^^ — A 32, 35 = Mc, 

9,35: 6 TtQukog 7tav%(av «axö^og^^® 
4, 9*»: ij^äg TOvg a7coaT6Xovg . . aTtidei^ev^^ — -/# 12, 1 = 

Lc. 10, ID: ocTiedei^ev 6 y,vQiog etegovg f/^do/uijxovra 

xae dniattiXev avTOig 



Der erste Corintherbrief. 47 

4,9«: dßg iTtiO^avaziovg*^ -A\%A = Lc. 10,3. Mt. 10,16: 

Uig TtQoßaxa iv fiiaqt Ivxwv 
4,10: v^eig di (pgovi^ot iv XQiGT(fi*^ — Ai2,b = MtAO^\ü: 

yirea&e otv q)Q6vifiOi 
[4,11: Tteivw^ev xal dixjjwfiev Yxxi yvfivt]tevofxev^ — A 

25, 34 = Mt. 25,44: 7t6%t ob udofjiev Tteivaiwa i] di- 

xpcivTa ij ^ivov tj yv^vtjvevovTa; •**] 
4, 12: XoiöoQOv^Bvoi evloyotfiev ^* — -^ 6, 28 = Lc. 6, 28 

[Mt. 5, 44D]: evloyeiTC rovg XoidoQOvvzag vfiag 
4,12.13: dio/xo/ievot avexoiie&a, dvatpi^fioviievoi noQanaXov- 

fiev ^^ — -^ 6, 1 1 = Mt. 5, 1 1. Lc. 6, 22: ^axoQioi iate, 

OTccv . . diat^uiaiv v^ag nat ßXaaquq^r^aiaaiv 
[4, 15: Bxrfle . . ov vtoXkovg Ttaregag ^^^ — -^ 27, 1 = Mt. 23, 9: 

Ttaxiqa ^tj icaUar^Ti vfidiv im t^g y^gj 
[4,20: ov yoQ iv koyti) ^ ßaaiXeia Toi) ^eoi;^ — ^ 25, 2 = 

Lc. 17, 20: ovK tqxetai ij ßaaiXela Tof S'eo^ fjeva 

TtaQarrjQi^aecog] 
4,20: ^ ßaaiXeia rov ^eot' .. iv dwafiei^ — A21^3A = 

Mc.9,1. Lc.9,27 [Mt. 16,28]: l'cogav idwaiv t'qv ßaai- 

keiav To€ d^eod iQxo/aivr^v iv dwafiei 
5,4*: iv tfji ovo^axL roü Y.vqLov ^Irfiof) Xgiavod avvax" 

d-ivTuv v^cüv — -^24,24 = Mt. 18, 20: avvtjy^ivoi 

eig t6 ifiov övofia^^ 
5,5*: nccQadoCvai tov TOiodvov xii) aaxavq Big oXb&qov ri^g 

aoLQTLogy %va z6 7tvBf}fxa aui^y — A 24, 21 = Mt. 

18, 17 (112): BOTix) vfiXv wg TraQaßdrijg xal wg ay.av- 

daXoVj i'iog ov ^«rayoifag®* 
[5,5»»: iVa to TcvBtfia aw^^»« _ ^ 24, 19 = Mt. 18, 15: iav 

ow cntLotO}], i'KBQdijaag tov adBXq)6v aov\ 
5, 7*: haaa^OQaTB tr(if naXaiav ^vfir^v, iva r^zB viov (fiQctua 

~^5,14.15 = Mt. 9,17. Mc. 2, 22. Lc. 5, 37.38: oldeig 

ßaXku olvov vaov Big aöAoig naXaiovg . . aXka ßaX- 

hovaiv olvov viov Big aaviohg TLaivovg"' 
5, 1^: '/,ai yag to Ttdaxa ri^iZv ixvd^r^ XQiatog^^^ — A 32, 1 

= Lc. 22, l. 7. Mc. 14, 1. Mt. 26, 2: r^yyiCBv di fj hgrii 

TOÜ Traa/cr — Lc. '22, 7: iv [j böu d'VBa&ac t6 ndaxoL 
5,7**: To Ttdaxcc fjftwv izv^rj Kgiarog^^^ — A i2^iS — Mt. 

20,28. Mc. 10, 45: ö viog toü avd^QWJtov r^kxyev .. 

doijvat eavTov Xvtqov ävvl TroXXcov 
*5, 11: TtoQvog ij ftXBOviY,Tr^g ^ Bl^i!t}XoXaTQr^g iq XoläoQog 

r} fii&vaog rj agna^ ^^^-A 10,23 = Mt. 15, 19. Mc. 7, 



4S Resch, Panlinismus. 1. Textparallelen. 

21.22: dialoyia^ol Tiovr^goi, tporoi^ fioi^Blai, tvoq^ 
vBiaiy '4,Xo7taiy xjjevdofiaQTvgiaiy ßlaagn^fAiat 

5,12.13: Tt yoQ fiot Tovg e^io %qlvuv . . . xovg di €^(o ö O^eog 
Tielvu 3« - ^ 8, 30 = Mc. 4, 11.12. Lc. 8, 10. Mt. 13, U : 
Toig de e^o) iv 7taQaßoXaig^ %va fiXanoweg piri Xdiaaiv 
Yjui cnfLOvaavTEg ^ir^ avviwaiv 

6,2: ^ ovuL oYdarty ozi ol ayioi tov TLoOftov XQivovaiv;^^^ 
- ^ 32, 25 = Lc. 22, 30. Mt. 19, 28: 'Mx»^aea&e . . aqI- 
vovTeg Tag dtiÖBYja q)vXag Tod Va^aijA 

6,7: XQCfiaTa e^crfi fiB&' eavtaiv' dia ti ov%i fiSXlov adi- 
7ieia9€; dia tL ovxi ^aXXov ajcooTeQeiad-e; — -^ 6, 32 
= Mt5, 40 [Lc. 6, 29]: xiTt ^iXovri aoi Tcgid-iivai ymI 
tov x^TcJm aov kaßeiVy a(peg avzfp Tuxi to ifidziov^^ 

6,9*.10: odixot d'eod ßaoiXslav ov TLXr^QOvo^i^aovoiv — 
y. 10: odx ag/rayeg ßaaiXeiav ^eoD yLX^jQOvofxrjaov' 
aiv^^ — ui 25, 25 = Mt 25, 34: xAij^ovo^ijaare tijk 
ßaaiXelav^ 

[6, 9^: fi^ 7tXavaG»e^^ - ^ 23, 25 = Mt 22, 29. Mc. 12, 24: 
TtXaväa&e] 

6,11: aXXa ^cJtxa^w^ijT«»» - ^26, 8 = Lc. 18, 14: yuneßt] 
ovTog dediTLaiixßfiivog 

6, 11 : a/reXovaaad'e . , . iv t^ ovofxati roi) xvqIov ^Ir^aoö 
XQiOToi^ xat iv rij/ TtvevfxaTi tot) d-eoC ^iiäv — ui 
35,48 = Mt 28, 19: ßarcTicavteg avrovg elg to ovo(.ia 
Tod TtatQog 'Aal tof) v\oT^ xai roD aylov Ttvev- 
fiatog ^^* 

6, 13: Tcc ßqwftata tij xoiXiff, %al fj 'KOiXia tolg ßgii- 
Idaaiv ö öi d'eog xort ravrr^v iiat tat^a TuxraQpfiu 
-^10,21 = Mt.l5, 17. Mc. 7, 19: eig ttiv TLOiXiav 
XvdqbI 'Aal elg ox^ov e-AßdlXeraiy dg 'Aa&aQi^ei nävta 
ta ßgui^aza^^ 

6,16: eaovtai yaq^ ifrflivj oi dvo elg aaq'Aa filav^^ — yt 
23, 15. 16 = Mt 19, 5. 6\ Mc. 10, 7. 8: äv^giOTtog 7CQoa' 
AoXXfjd^aetai TtQog rriv ywalvjx avTOVy 'Aal eaovxai 
oi dvo elg aaq'Aa [ulav 

6,19.20": TO aujfia vfiwv vaog rof) iv vfuv ayiov TzvevfiaTog 
ioTiVy ov ex^t OTto d^eov . . riyoQaa&r]Te yaq Tifiiig 
— -// 35, 48 = Mt28, 19: elg ovo^a Tod natQog 'Aal 
Tof) vioi) 'Aal TOO» äyiov nvei^atog^^^ 

6, 20*: TiyoQaü^TiTe yaQ rt^i^g - ^ 32, 38 = Mt 20, 28. Mc. 
10,45: do^'vatTrpf t/a^^y cftToCf Xvtqov avtl noXXdiv^^^ 



Der erste Corintherbrief. 49 

6,20^: So^äoaTS dri %ov ^eoy "2_^28,61 = Mt 5, 16: ynd 

do^dawaiv tov natiqa %ov iv ovQttvoig 
7,5: iVo ju^ Treigätf] vfiag 6 aatavag^ — ^2^10 = 'ilt. 

4,1. Mc. 1, 12. Lc. 4, 1: neiQoa^iivat vTto tov 

aaxava 
7, 10. 11': %oig di yeyafitpLoaiv TtaQayyikXa), ov% eyw aULa 6 

xvQiog, yvval^a OTto avÖQog jtii] xctf^ea^^yoe, iav 

deTMci Xit)qto9ff^ fxeviiio ayaptog ^ r^ avdql yuonaX- 

AayijTcu-^23*19 = Mc. 10, 12D: iav yvvii i^il^j] 

CLTto rof) ävdgog %ai ya^n^arj alXoVy fiOixorai^^ 
7, 11^: Tuxi avdga yvvarAa jtiij atpiivai ®® — -<i 23, 18 = Mt. 

5, 32. Mc. 10, 11. Lc. 16, 18. Mt. 19, 9: nag b anoXviav 

%i[v yvvaina avrod .... fxoixBvu 
7, 19: ^ TtBQiTOfi'^ oidiv iaziVy tuxi ^ crAQoßvavia ovdiv laztry 

aXla Tij^ijaig "* ivTolwv »€oC - ^ 26, 14 = Mt. 19, 17: 

et di d'^ig eig triv ^oriiv elaei^eivy ri]^et lag ivTo- 

lag 1«! 
7,23: TifA^g i5yo^a(y^i;z:€-^32,38 = Mt.20,28. Mc.10,45: 

öodyai eavTOv Xvtqov avti TtoiXwv^^^ 
7, 26: diä Tijy iveüToiaav ayayxi^y "* — ^ 31, 15 = Lc. 21, 23. 

Mt. 24, 21. Mc. 13, 19: eavai yag avdyxtj fjieydlf] 
7,26: Sm zrjy ipearwaav aycfyxi/y^^* — ^31,13 = Lc.21,23. 

Mt. 24, 19. Mc. 13, 17: oval Talg iv yacTgt i%ovaatg 

%ai Talg ^rjXa^ovaaig iv ineivaig Talg i^fiigaig 
7, 29: ol Ixorreg yvvatxag wg firi tx^vTeg waiv'^'^ — ^21,38 

= Lc. 14, 26. Mt. 10, 37: ei Tt^ . . oi) fxiael . . xat Ttjv 

yvvatxa — ^21,17 = Lc. 14, 20: yvval%a i'Xaßov 

%al öid TOÜTO ov dvvafiai iX&eiv 
7,30*: oi xXaiovTeg wg fAtj yLlaiovTsg^^ — ^6,10 = Lc. 

6,21. Mt.5, 4: ficmagioi oi nXaiovTegy ori yeXdasTe 
[7,30^: oi xcri^oi^TC^ wg fAtj x^^'povTfig** — ^21, 40 = Lc. 

14,27. Mc. 8, 34. Mt. 16, 24: aTtagvrjadad'W savTov 

7La&' ijfiigav ^a/^wy] 
7, 30*: ol ayogd^ovTeg^^'^ wg firi Tuxrixo^^^^ — -^21, 15. 16 

= Lc. 14, 18. 19 [Mt. 22, 5]: ayQor riyoQaaa . . . Kevyrj 

ßowv riyogaoa 
7,30.31: oi ayoQa^ovTeg wg firi TtarixovTeg . . . nagayei ydg 

TO üxilf^Ct T0€ -AOOfXOV TOVTOV **'' = ui 25, 10. 11 

= Lc. 17, 28. 29: riyoqal^ovj inwXovv^ iqwTSvov, qtxo- 
doiAOw . . . eßge^ev Ttvg xat 9eiov am? ovgavof) YXtl 
dftwXBaev anavTag 

Texte a.Untenachiiiigen. N. F. XIL 4 



50 Resch, Paalinismus. I. Textparallelen. 

7,31: Ttaqiyei yaq to axilfAa tov 'AOOfiov tovrov^^'^ ^^ 

31, 32 = Mt 24, 35. Mc, 13, 31. Lc. 21,33: 6 olgavog 

xat ij yrj Ttagekevcovrai 
7,32*: »iho de v^ag a^eql^vovg^'^ elvac^* - ^17,10 = 

Lc. 12, 22. Mt. 6, 25: firi fiegi^vare 
7,32^: 6 ayafiog ^bqiiiv^ to Tof) ytvQiov, Tcuig agiaTj t^ xv- 

QUl^^* — ^ 13, 23 = Lc. 10, 39: Ttaga Tovg nodag tov 

Irjaoi} xoft ^'xot;ei' tov loyov avTo€ 
7,33: 6 de yafx'qaag fieqviiv^ za tov y^oofiovy nüg aQitJfj 

tfj yvvaiTLp'^ — ^21, 17 =^ Lc. 14,20: yrvaZxa eytjfiOy 

Tuxl dia toiho ov dvyafiat iXx^elv 
7,34*: ij ayafiog fxeqifAv^ za zo€ xv^/ov — ^ 13, 23 = Lc. 

10, 39: Maqia . . . r^%ovBv zov Xoyov avTo€^* 
7,34^: ^ de yafi'qaaaa fiEQifiv^ za zot' xda^ioi;** — ^^ 13, 26 

= Lc. 10, 41: Magd-a, 3IaQd'a, fiegi^v^g xat d^OQv- 

ßaty Tteqi TtoXka 
7,35: evnaQBÖQOv zij) y^vQUtß aTiegiOTvaazug^^ — ^ 13, 

23. 24 = Lc. 10, 39. 40* : 7taqeY.a9iaev Ttaga zovg no- 

dag zo€ *Ir^aoC' . . . ij de Maqd-a TteqteOTtäzo Tteqt 

TtoXXriv dia'AOviav 
*7, 39: yvvii dedezai etp* oaov xQovov Kfj 6 ävriQ avz^g^^ — ui 

23,19 = Mc. 10, 12: 6 aTteleXvfihnr/v Xafißdvcjv yvvalxa 

fiOixevei 
8, 3 : ovzog eyviaazat vn avzot' — yi 20, 22 = Mt. 7, 23. Lc. 

13,27: ovdeTtoze eyviov vfiäg'^* 
8, 6» : ^fuv elg »ebg 6 TtazriQ ^^^ - ^ 27, 1 = Mt. 23, 9: elg 

ydg ioziv v^wv 6 Ttazt^Q 6 ovqaviog 
8,6*»: xat elg nvQiog ^Irflodg Xqiazog^^^ -- ATl^^ = Mt. 

23,8.10: elg yaq eaziv vfutiv b diddoTLalog^^^ 
*8, 9: ^ij Tttag . . TtqoayLO^iia yivrjftai zolg aa&eviaiv^^ — 

^ 24, 3 = Mc. 9,42. Mt. 18, 6. Lc. 17, 2: dg d* av axav- 

daXiOTj &a ziliv ^tx^cSv zovzwv 
8,11: aTtoXXvzai ydq 6 aad-evwv iv zfj afj yvdaei, 6 adeX- 

wog dt' ov XjQiazog aTti&avev — ^ 24, 13 = Mt. 18, 14 : 

anoXrizai elg zwv ixvaqüv zovziav^^ 
*8, 12: a^agzdvovzeg eig zovg ddeXq>ovg . . elg Xqiazov 

a^aqzdveze — A 25, 30 = Mt. 25, 40: eqi' oaov inoi- 

riaaze evi zovziov zuiv ddeX(ptiv fxov zdv iXaxiazioVj 

ifxol iTtoixioaze »» Vgl. A 25, 35 = Mt. 25, 45 
8, 13: ancavdaXi^ei zov ddeXq>6v (40v . . . jtii^ zbr ddeXq>6v 

fiov axavdaXlao) — ^ 24, 3 = Mt. 18, 6. Mc. 9, 42. Lc. 



Der erste Corintherbrief. 51 

17,2: og d' av axavdaXiof] ^va tüjv fxixguiy tov- 

[8, 13: ov firi g>dy€j x^ea sig tov auuva — ^ 32, 14 = Lc. 

22,16: ov fiTj q>aY(t) an? crrraff] ^^® 
9,4: jui^ ovnL %ioiitv i^ovaiav g>ayeiv xal nelv; — A 

12, 9 = Lc. 10, 7: ead^ovreg %al rtlvorTsg va Tcaq 

avtwy •* 
{9, 5: xat ol adeXtpoi xoi) ^lvqIov^^ — -<i 9, 2 = Mt. 12, 47. 

Lc. 8, 20. Mc. 3, 32: oi adeXq>ol aov e^w earriiiaaiv] 
9,7*: rlg axQctxevttav Idiovg oxptovloig;^ — ^ \^\& = Lc. 

3, 14: aqMia^B toig oipiovioig vfxwv 
9, 7^: zig g>vTetei afiTceXaiva aal tov TcaQTcov avTO0 ovk 

ia&iei;''^ - A 21, 23. 25 = Mt. 21, 33. 34. Mc. 12, 1. 2. 

Lc. 20, 9. 10: av&Q(07r6g Tig iipvzevaev afXJteXaiva . . 

Xaßeiv Tovg "AaQnovg avvod 
9^7A0: Tig Tcoifialvei Ttoifivrjv .... 6q>eiXev in' iXnidi 6 

aQOTQiuiv OQOTQi^av^^ — ^ 24, 44 = Lc. 17, 7: vig di 

i^ vjticüv e/cov dodXov agotgiaivTa ^ Tcoifialvovva 
9,11: rj^eig vfuv ra nveufiari^a ^a/rc/^a^^y — -// 8, 32* 

= Mc. 4, 14. Lc. 8, ii\ Mt. 13, 19*: 6 aTteigwv tov 

Xoyov aneiqBv 
9, 13: om ovdaxB Sri oi ra lega i^at,6pievot %a €x rod 

Uqo€ lo»iovaiv;^^ — ^5,20 = Mt. 12, 4. Lc.6,4. 

Mc. 2, 26: rovg agrovg T^g 7tQo9iaB(og etpayovj o 

oim i^ov ^v ei fifj fiovoig voig leQeOaiv 
9, 14: ovtwg nat 6 %VQiog diira^ev TOig to evayyiXiov 

TLaTayyiXXovaiv «c tofj evayyeXiov ^^v — ji 12, 10 = 

Lc. 10, 7. Mt. 10, 10: a^iog yoQ 6 €QydTt]g v^g tqo- 

flp^g avTod*^ 
[9, 16: avdyTLf) (äoi eTtiiieiTai' oval ydg ptoL iariv idv fiti 

evayyeUow^at^^ - ^ 24, 2 = Lc. 17, 1. Mt. 18, 7: zd 

TuxKa dvdyyLTj iXd'BiVy TtXr^v oval r^J dv9'Q(ü7t(ii dt' ov 

^W^ai] 
9, 17: oWovoiiiav nBnlaitvfxai ** — -// 22, 36 = Lc. 16, 2: 

dnodog xov Xoyov ir^g oWovoiiiag — -// 18, 11 = Lc. 

12,42. Mt. 24,45: tig dga iarlv 6 Ttiotog oinovoinog;^* 
*9, 18: Tig ovv ^ov iaviv 6 fiia^og; •• — ^ 24, 46 = Lc. 17, 9 : 

^ij exBi xa^ey Tq) dovXq), Sri i/tolrjaev %d diarax&evTa 

avTfp; Ol donuH 
9, 19»: naaiv ifiavrov idovX(oaa^^ - ^ 32, 35 = Mc. 10, 44. 

Mt. 20, 27: eoTCj Ttdvtiov dovXog^^^ 

4* 



52 Resch, Paulinismus. I. Textparalleleu. 

9, 19*»: IVa wt^ nXeiovag xcedrjaft/** - ^ 24, 19 = Mt 18, 15: 

i%eqdrjaag tov adehpov oov 
[9, 25: Ttag di 6 aywvitopievoq Ttavsa syyLQineveTai — ^20, 2 

= Lc. 13, 24: ayioviKead-e elaeJid-eiv dia t^q (nei^g 

10,2: Tvdvreg elg tov Miovoijv ißaTtTiad'rjfiev iv rg veq>iXi] 
xai iv rij d-ahiaat] — ^ 35, 48 = Mt. 28, 19: x«i ßa- 
TtTiaaTe ctvTOvg^^^ 

10,3.4^ 7t ävT€g t6 ovto Ttvev^arixov ßQw^a €q)ayov, aal 
Ttavzeg to avrb TwevfiatiVibv Ttofia Mnivov **® — ^ 
32, 18. 20 = Mt. 26, 26. 27: Aa/f^er«, q>aym:e . • . TtLexe 
1$ aikoC Ttavreg. Mc. 14, 23: tuxI emov i^ avvof^ 



TtdvTeg^^^ 



[10,4»»: 1} TtiTQo de ^v 6 XQiüTog^^ - ^ 6, 59 = Lc. 6, 48. Mt. 

7,24: edrpiev d-efiiXiov enl nir^av] 
10,9: firjöi kuTceiQaKoifiev tov xvqiov^ — -^^2, 19 = Lc. 

4,12. Mt. 4, 7: ovx inTteLQuaeig hvqiov 
10, 12: 6 doxüiv eardvai ßlsTciTO} /mi^ Ttiat]^^^ — • ^33, 25 = 

Mt. 26, 41. Mc. 14,38. Lc.22, 40. 46: yQtjyoQelTe . . . 

iva ixri ifiTtiofjTE elg TteigaOfÄOv 
U)^ \*d*: TteiQaoiiog vfiag ovn eLXfjq>ev ei fitj av&QWTSivog' m- 

OTog öi 6 ^€og, og ovx iaoev if^ag Ttei^ao&rlvai VTteQ 

o (Ji5y«(y^€ — ^ 14, 16 = Lc. 11, 4. Mi 6, 13: jmij elae^ 

veyyqjg fifiag eig Tteigao/iov^^ 
10, 13^:aA^Q: Ttoii^oei ovv %f^ TteiQaOfiqi Ttai T'qv eußaaiv 

To€ dvvaa&ai VTteveyxeiv — ui 14^11 = Mt.6, 13: äXla 

^daai fifÄCcg aTto to€ 7covr]Qod^^ 
10, 15: wg q>qovifioig liyta — ^ 12, 5 = Mt. 10, 16: yivea&e 

ovv q>Q6vLfÄ0l*^ 

10,16*: TO TcorriQiov Tx^g evXoyiag o evloyo€fiev^^^ — ^ 
32, 19 = Lc. 22, 20. Mc. 14, 23. Mt26,27: t6 ttotiJ- 
Qiov evXoyrjaev 

10,16**: ovxl "MiviovLa toC aüfiarog rod KgiOTOd eariv;^^^ 

- ^ 32, 20 = Lc. 22, 20. Mc. 14, 24. Mt26,28: toVto 
fiov icTiv TO alfia 

10,16«: TOV Hqtov ov ^Xwfiev "« - ud 32, 17 = Lc. 22, 19. 

Mc. 14, 22. Mt. 26, 26: Xaßwv uqtov xal evXoyi^oag 

eyiXaaev 
10,16*: ovxl ^Mivwvia to€ aio^azog TOd XfiOTOi) iüTiv;^^^ 

- ^ 32, 18 = Lc. 22, 19. Mc. 14, 22. Mt. 26, 26: toPto 
eoTiv TO awfid fiov 



* 



Der erste Corintherbrief. 53 

10, 21': ov dvvaa&B TiOTt^qiov Tivglov nivBiv ^** — A 32, 30 
= Mt. 20, 22. Mo. 10, 38: dvvacx^e TtieXv to noTiq- 
Qiov o iyctß fiiXXw Ttlveiv; 

to, 21^: oi) dvvaad'e TQaniCtig %vqiov (leiixuv yuai TqaTtS^rig 
daifiopiwv •« - -^ 22, 50 = Lc. 16, 13. Mt. 6, 24 : ovdeig 
ohUTrjg divarai dvai nvQioig dovXeveiv , , , ov dv- 
vaad-e d-eifj davleveiv yuxi ixafnav^ 

10, 27: Ttav %6 TtaQaTi&i^evov vfiip iad-lere^^ — ^ 12, 11 
= Lc. 10, 8: iC'd'ieTB tcl na^aTL^ifieva vfÄiv^^ 

^10,31 : TTOvr« eig do^av 9eod 7roA«Iir€^^^ — -^ 28, 61 = Mt. 
5, 16: OTtiag ßXinwaiv v^div %a "naka eqya xai do^a^ 
üiaaiv TOP nariga 

10,32: auQoaxoTtoi . . y/y«(y*€** — ^ 24, 3 = Mt. 18, 6. Mo. 
9,42. Lc. 17, 2: dg 6' av C'/,avdaXiarj i'va %%L 

[10, 33:to ovfKpOQOP . . t6 xtiv TvoXluiv, IW aw^daiv^^ — A 
24, 19 = Mt. 18, 15: inigdtjcag tov aÖBkcpov oov\ 

11,1:- uifirjTai fiov yiveod-ey yLa&wg Y,ayw XQiavof^ — ud 
12,34 = Mt. 11,29: fza^ere an ifiof^^^ 
11.9.11: orx eTLTiad'r] op^q dia t^v ywaluay aXla yvvri 
dia TOV avdqa . . ovtb yvvri %iOQig avdqog €nke aviiq 
X^fh yvvamdg h ^vqit^^^ — ^23, 14 = Mc. 10,6. 
Mt. 19, 4: 6 noit]aag pEIom. Cl. ^rioag tov av^QtOTtov] 
a^aev xcre '^ijXv [Athenag. Iva avdqa yuai filav yv- 
valxcr] inolrfltv 

1U23*: iyC} yaq TtoQeXaßov ano Tod "kvqioVj o tuxI 7caQidwxa 
vfiiv^ ort ö TxvQiog ^Ir^aotg iv tJj vvxtI tj TtaqedidoTO 
-^33,8 = Mt.26,31.Mc.l4,27: ivTavrrjTf; vvxtI^^^ 
- A 33, 29 = Mt. 26, 45. Mc. 14, 41 : Idov Ttagadl- 
doTOL 6 vlog To€f avd^QiiTtov ^" - -^ 33, 3 = Mt. 26, 23. 
Mc. 14, 20: ovTog fi€ TtaqadwoeL 

11,23**. 24*: ekaßev oqtov xai evxoQiOT'qaag i%Xaoev y,at 
€m€v^"-^32,17 = Lc.22,19. Mc.14,22. Mt.26,26: 
yuxi laßwv olqtov aal svxoQiOTriaag enXaaev Tuxt 
idcDY^ev Tolg fÄa&rjraig Xiywv 

11,24: to€t6 (lov ioTiv to cxctJjua to v7teQ vfÄWv [d-gv- 
TTTOfievov]' Toi)TO TtoieiTB elg ttjv ifi'^v dvdfÄvrj' 
(Tiy 1" - A 32, 18 = Lc. 22, 19. Mc. 14, 22. Mt. 26, 26: 
laßere, (payere' to€t6 ioTiv to aui^a fiov to hneq 
vfiüv ^QVTtTOf^evov TOfjTO tvoibItb eig Ti^y ifÄ'^v 
avafivfiaiv 

11,25*: waavTwg xcrt to tvoti^qiov fieTa to deiTtv^aai 



54 Resch, Panlinismns. I. Textparallelen. 

;i^yftii'"»-^32,19 = Lc.22,20. Mc.14,23. Mt.26,27: 
waavTiDg xal laßwv t6 tvoti^qiov fiBTct t6 Sei- 
Ttvilaai evx<XQf'OTijaag edamev ctvtöig Xiywv 

11,25^: ToCfTO TO noTiiQiov ij %aivii dia^ijxi; iariv iv t^ 
ifA^ atfAOTi' toCto Ttoieite oaaxig iav 7tlvt)%€y 
eig %^v ifii^v avafivrjCip "« — ui 32, 20 = Lc. 22, 20. 
Mc. 14,24. Mt. 26, 27. 28: Ttiere i^ av%od ftdvreg' vodro 
fiov iavLV iro al^a Tijg naiviig dia^ijxi^g tö vtzbq 
vpuav tuxwoiAtvov elg ag>eaiv afioQTidiv' Toito 7toiel%ty 
boamg av nivexBj eig Ti}y ifA'^v avdfipi^aiv 

11,272 34: ivo%og eavai . . . IVo |ii] elg xqifia cwiqxn^^^ 
— -^ 6, 20 = Mt 5, 22: evoxog ea%ai Tg %Qiaei ^* 

11,29: ö yaq iad'itav %ai ftivwv n^l^a eavrifi iad-lei xai 
Tcivei •'* - ^ 20, 18. 22 = Lc. 13, 26. 27. Mt 7, 23: ytvQUj 
ig>dyofiev iviimov oov nai inioiiev . . . %&te öfioXo- 
yr^au} avtoig" ovdinote eyvwv vfiSgj aTtooTtjte 
Alt i^od 

12, 3: ovdelg hf Ttvev^ari 9eo€ lalfSv dvporai elrteiv* xvQiog 
^Ii^aodgy el fifj iv nveifiavi ayl(fi ^** — ^ 35, 48 = 
Mt28, 19: eig to ovofia %o€ jtavQog xot %oü vlot 
xat To€ ayiov Jtvev^atog 

12, 4—6: 70 airro nveviia • . 6 ctvtog xvgiog . . 6 di avrog 
S-eog — -^ 35, 48 = Mt 28, 19: eig t6 ovofta to€ Tta- 
TQog %at %od vioi) yuxl to€ ayiov rcveiiiaTog^^^ 

[*12, 9. 28: aXhf de xagiofiona ia(ia%üiv • • . enuta xagiaiiata 
iaiia%wv — A 12, 12 = Mt 10, 8. Lc. 10, 9: aa9eveig 
&eqa7teie%eY^ 

12,11: diaiQOifv iiitf eTLaOTif TLad'wg ßovkewaL^^^ — A29^ii 
= Mt25, 15: ediaTLev . . . kxdavtp x,at;d Tijy idiav 
dvvafiiv 

12, 13: 'Aal yäq iv evi Ttveifiari fj^eig rcarceg eig ^ awfia 
ißaTcrlo^fjfiev — A 35, 48 = Mt 28, 19: ßanvlaaTe 
ctvTOvg eig ovofia . . . to€ ayiov Ttvev^avog^^^ 

12,26: Gvyxaiqei, Ttavta ra fidkrj — A 24, 16 = Lc 15, 9: 
avyxccQTilTi /wot** 

12, 28. 29: e^exo 6 9eog iv t^ ixxXtjaiif TtQWTOv änoa%6Xovgy 
devTBQOv TtQOtpi^tag, %qi%ov öidaaxdXovg . . . fii^ 
Ttdvreg anocjoloi; idtj Ttavzeg 7tQoq>iiTai; jui] navteg 
didaaxaXoi; - A 16, 22 = Lc. 11, 49 [Mt 23, 34]: 
anoQxeXa nqog vfiag anootoXovg aal nQoq>i^%ag 
nai didaandXovg*^ 



Der erste Corintherbrief. 55 

13, 2*: iav Ix^ 7tQoq>f]T£lav'^*^ — ^ 20, 20 = Mt 7, 22: ob r^ 

afp ovoficni i7tQoq>rjTevaafi€v; 
13, 2**: xat eldw tu ^vati^Qia ^cfyra ^• — -^8,29 = Lc. 8, 10. 

Mc. 4, 11. Mt. 13, 11: vfuv didorai yvwvai %a piv- 

13, 2«: %ai Ttaaav irijy yvwaiv^^ - ^ 16, 16 = Lc. 11, 52 [Mt. 
23, 13]: iJQare jrp^ xkalda Tvg yvwaewg 

13,2^: Tuxi iäv txw Ttaaccp rriv TtiGTiVy wäre oQt] iie9i,a%a- 
vCAv*» -^24,25 = Lei 7,6D. Mt. 17,20. Mc. 11,23. 
Mt. 21,21: iav e%ri%e Ttlcriv . . €Q€it€ t^ oqsi tov- 
%ip' fierdßa avx^ev iiuij xal fieTaß'qoerai^^ 

13, 3^: Tuxl aap tpiDf^lcuß rcavta %ol VTtaqxovtd fiov^^^ — A 
26, 17 = Lc. 18, 22. Mt 19, 21. Mc. 10, 21: TttiXrflov 
aov %d VTtdqxovra yual diddog Toig TCtwxpig 

13, 3*^: xat iav rcaqadip %o awfid fiovj %va %av9riaoiiai^^ 
- ^ 24, 7 = Mt. 5, 30. Mc. 9, 43. Mt. 18, 8: iii) olov ro 
oaifia ßXri&7] elg t^v yievvap Tof^ nvQog 

13,4: ^ ayoTTTj . . x^^^^^^^*^«^ ^' — ^ 6, 42 = Lc. 6, 35: 
ylveO'd'e %qrio%oL^^ 

13, 6: [^ dyaTttj] ovyxaigei — A 24, 16 = Lc. 15, 9: avyxd- 

13,8.9: eiT« 7tQoq>f]Telai, TLOTaQyrjxyiqaovTaL ... ex fUQOvg 
7tQoq>r]T€vofA€v'^^ — vi 20, 20 = Mt. 7, 22: ov %^ arp 
ovo^oTL i7tQ0q>tiTev(jafÄ€v — A 20, 22 = Mt. 7, 23. Lc. 
13,27: ovx eyviov v^ag' dnoüTviTB ajt ifioi^ 

13,12*: ßXi7tofi€v ydg aQTi di^ iaojctqov iv aipiyfiavi^^ — 
vi 8, 30 = Lc. 8, 10. Mt. 13, 11. 13. Mc. 4, 11. 12: roig 
de t^w iv TtagaßoXaigy Vva ßXiTtovxeg (lii vdwaip 

(13, 12**: rote de TCQoawTtov Ttqog TtQooußTCOv — A 11,23 = 
Lc. 9, 29. Mt. 17, 2: eka^xpBv ro TtQoavJTtov wg 6 
^'hog] '• 

13,12®: imyviiaofiai TLad-wg yuxl ineyrtiad-r^v — A 20^22 = 
Mt. 7, 23. Lc. 13, 27: ov% tyvwv vf^ag ''* 

14, 1 : fiaXkov de IVcr 7tqo(pri%eiriTe — A 20, 20 = Mt. 7, 22: 

iv T(f aqi ovofiavi i7tQoq>rjTevaaiiev''^ 
14, 20*: fiii Ttaidia ylvead-e Talg q>Qeoiv, aila %y yuxiu^ vtj- 

TTia^CTC*« - A 26, 11 = Mt. 18, 3. Mc.'lO, 15. Lc. 

18,17: edv firj avS^ig yivijO'^e wg rd Ttaidia — A 12^27 

= Lc. 10, 21. Mt. 11, 25: aTteKolvipag avrd vt^Ttioig ^•^ 
14, 20**: Talg de q>Qeolv zileioi yivea&e^^ — vi 6, 42 = Mt. 

5,48. taea&e oiv vfieig zileioi^^^ 



56 Resch, PaulmiBmus. L Textparallelen. 

14, 25: Tcc TLQVTtTcc Tilg yuoLqdiag avrofi q^aveqa yiperai *• — 

^ 16, 28 = Lc. 12, 2. Mc. 4, 22. Lc. 8, 17. Mt. 10, 26: 

od yaq ioxiv 'äqvtctov, o ov q>aveqov ytv'qaBTat. 
14,32: TtvBVfjtara TtQogn/cwv 7tQoqn]%aig inoTaacBtai^^ — A 

12, 24 = Lc. 10, 20: ta TtvevfiaTa v^iv VTtOTaa- 

asTai 
15,2: Öl' ov tuxI aiiCeO'S^e, %ivi Ao/^ evrjyyeXiaafifp^ vfuvy ei 

ULatixBTBy inTog el fzii elxfj iniarevaatB^^ — -^8, 

32,35 = Lc.8, 11.12. 15. Mc! 4, 14.15.20. Mt. 13, 19. 23: 

cSqBi Tov Xoyov . . . %va ^ri narvevaavTeg 0io9tiaiv 

. . . oi d€ . . TOV Xoyoy xaTixovaiv 
15^ 3*: naqidioyia yaq vf^lp iv TtqioTOtgy o %ai Ttagi-^ 

Xaßovj OTL XQiaTog aTr^^crvcv — ^34,44= Lc. 23,46. 

Mt. 27, 50. Mc. 15,37: aq>fixBv to Ttveefia^^^ 
15,3**: VTtBQ Tidv apiaqTiwv ^ficHv naTa Tag yQag>ag^^^ — 

-^ 32, 20 = Mt. 26, 28. Mc. 14, 24. Lc. 22,20: Tofrio fiov 

ioTip TO alfia . . to VTtiq v^cjp hiyvvißoiJiBvov elg a^e- 

aiv afjiaQTiwv 

15, 4*: xcri ort ^rayi^i" _ ^ 34^ 50 = Lc. 23, 53. Mt 27, 59. 

Mc. 15, 46: xcrt e&rjyf,ev avTO iv fivrniti^} 
15, 4*»: xai ort iy^ycQTai 1^* - ^ 35, 6 = Lc. 24, 6. Mc. 16, 6. 

Mt. 28, 6: aHa riyiQ^rj - A 35, 33 = Lc. 24, 34: ovT<ag 

riyeQ&r] 6 nvgiog 
15,4®: Tfj 'fjiiiQ(f TTj TQiTrj lictra Tag ypcrqpag ^^* — ^ 35, 21 = 

Lc. 24, 21: tqIttjv fjfiiQav ot^^bqov ayet, a(p' ov ToCra 

yiyovev 
15,5*: nal ort wq>^ri Äiy^)^ ^" - ^ 35, 33 = Lc. 24, 34 : xat 

oiifd-fj 2ifÄiovL 
15, 5*»: eha Tolg öciöexa^^^ - A 35, 33. 34 = Lc. 24, 34. 36: 

rid-QoiCf^evovg Tovg ^vöena . . iara&f) ev iJiia^} avTwv 
15,6: enBiTa Cüq>d7] enaviü Ttswanoaloig aÖBhpoig igxxTta^ — 

A 35, 42-44 = Lc. 24, 50. 51.^^4 
15,7: eiTa TOig ctTtooToXoig naaiv — ^35,45.46 = Mt. 

28,16. Act. 1,3. 4: xcrt o\ %vÖBy(.a ida&rjTal iTtOQBidij^ 

oav Big TO OQog^^^ Vgl. Act. 1, 13. 
[15,8: BO%aT0v de jtavTuv . . xa/uot ^^* — vi 32, 35 = Mc. 

9,35: 6 TtQWTog navTiov Ba%aTog\ 
15,9*: iyw yoQ Bific 6 iXdxtOTog^^^ tüv anooTohov — A 

25, 35 = Mt. 25, 45: hvl tovtwv tc5v iXaxioTfov^^ 
15,9**: og ov% Bifjil Ixavog* naXBiad'aL anoOToXog — A%^h 

= Mc. 1,7. Mt. 3, 11. Lc. 3, 16: ovkl Bifii inavbg kDaat. 



Der erste Corintherbrief. 57 

— -^7,5 = Mt. 8, 8. Lc. 7, 6: ovtl eifAi ixovog, IVa 
VTto zijP ariyrjv fiov elaildjjg 

15, 12: nuig Xiyovaiv h vfiiv Tiveg ori ävdaracig vey^Qwv 

ovx lanv^^ - ^23,20 = Mi 22, 23. Lc. 20,27. Mc. 

12, 18. Epiph. Haer. XIV. p. 31 D: ev hcBivrj rrj iffiaQif 

Tivig ngoa^kd'ov avv(fß liyovzeg' el övrarav elvai 

vexQuiv aväoTaaig 
15^ 15. 16: &L7t€Q OLQa vengol ota iyeiQOVTai . . ei yag veTLQot 

ovx iyeiQOvrai ^^ - A 23, 28 = Lc. 20, 37. Mc. 12, 26 

[Mt. 22,31]: ori de eyelgovrai oi veyiQoi 
15,20: XQiarbg ey/jyeQToi e% vexßc5y^^* —vi 35,6 = Lc. 24,6. 

Mc. 16,6. Mt. 28, 6: '^yegi^ti uTtb tüv veTLQcHv 
15,21: dl' avd'QWTtov^^ avaaraaig vr/^ciJv — vi 11, 18 = Mc. 

8, 31. Lc. 9, 22. Mt. 16,21: öel top vibv %oi5 av^qd- 

Ttov . . . avaaTijvai 
15, 24*: eiTa to riXog, orav nagadidol ir^y ßaaiXeiav T(ji 

^eti^ — Aib^^l = Mt. 28, 18: iöoS^rj (jioi Tvaaa i^ovala 

— vi 35,49 = Mt. 28,20: ^tog ir^g awreXelag tot) 
auivog^^^ 

15,24^: yuxraQytjay rtacav agxfiv xai Ttaaav e^ovaiav tuxI 
dvvafiiv^^ — A 12, 23 = Lc. 10, 19: dedioTux vfiiv Tt^v 
i^ovoiav toC nareXv . . iTtl Ttaaav rijv dvvaftiv 

15, 26: TUXTaQyeiTai 6 •d'dvarog^^ — vi 23, 27 = Lc. 20, 36: 

ovdi ydq anod^avelv eri övvayvav 
15,29: ei olwg rey^goi otx eyeiqovtai^^ — vi 23, 28 = Lc. 

20,37. Mc. 12,26 [Mt. 22, 31]: <ktde iyeiQovTai vexQoi 
15,31: xa^ rifiigav ano^vvOTLio,^^ vri iri^y . . viavxriOiv . . 

r^v e%(a iv XgiGTfiß IijOoC Ttp tlvqui) rifiaiv — vi 

21,40 = Mc. 8,34. Lc.9,23. Mt. 16,24: aTtaQvrjada&w 

eavTov 7.ay fjfiiqav xaiqcov Y.al cmoXovd'elta) fiov 
15,32: 6i veyLQol oüx ^yc/^o^xat®* — vi 23, 28 = Lc. 20, 37. 

Mc. 12,26 [Mt. 22, 31J: ort de eyeiqovtat oi vey.Qoi 
15,33.34: fi^ nXavdo&e . . ayviaaiav yoQ d-sod tiveg exov- 

aiv^^ - vi 23, 25 = Mt. 22, 29. Mc. 12, 24: TtXavaa&e 

fifl eidoreg rag yqaq>ag f4i]de t^v dvvafiiv toV d'eoi) 
15,35: aiXa igei Tig' nüg eyeiqovtai oi yexpo/ — vi 23, 28 

= Lc. 20, 37 [Mt. 22, 31]. Mc 12, 26: ort de eyeiQOvtaL 

oi venQoi^^ 
15,36*: ag>QwVy^'' oh o OTteiqeig — vi 17, 9 = Lc. 12,20: 

SfpQüiVj tavTQ rfj vt'xr/ 



58 Rescb, Paulinkmas. I. Textparallelen. 

15,36^37: av o OTceiQeig, ov ^iooTtoieiTaiy iav firi ano- 
d'avy' 7(ai o OTteigeig ... fVfAVOv xo'nxov^ ei tvxov 
aitovj ij Tivog xäv loiTtäv^^ — ^ 8, 18. 19 = Mc. 4,26. 
Clem. Rom. I, 24, 5: wg xoxxog oitov ßi'fj'9^^ eig t^v 
yijvy xai nad-evöt] 6 cnoqog %ai iyeiQrjtav^^ 

15,42—44: OTteiQSTai iv q^OQ^y iyeiQeTai^^ iv afp&aQoiif' 
aTteiQBTai h atifil^y iyeiQerai h do^rj' CTteiQetai 
iv aad-eyeiijfj eytlqBiai h dwafiW aTteiQetai awfia 
ifwxiWVj iyeiQeTai atofia Ttvevfiavixov — A%^ 18. 19 = 
Mc. 4, 26. 27: cig anoQog oi%ov ßltjS^y eig vifv yilv 
xal na&evdn 6 OTtdqog Tuti iyeigfjTai^^ 

15,47: 6 devTBQOg dv^qtanog i^ ovpaKof** —^31, 28 = Mt. 
24,30. Mc. 13, 26. Lc. 21,27: tov viov %od av^qta- 
nov igxofievov ifti twv v&pBküv %o€ ovQavoi^^^'' 

15,50: oaQ^ xal aXpia ßaaiXeiav 9eo€ nXfjQOvofiijaat. ov 
dvvarai^^ — ^ 25,25 = Mt. 25, 34: xXtiQovofii^aa%e 
%y ßaaiXeiav^ - ui 11, 16 = Mi 16, 17: craj| xai 
alfza ovTL ayteycaXvipiv aoi^^ 

15,52: iv vy io%aTy odXnLyyi' aaXTtiaei yap^^'' — ^ 31, 29 
= Mt. 24, 3 1 [Mc. 1 3, 27] : anoineXei %ovg ayydXovg ovroD 
fierd aäXniyyog qiovrlg fieydXtjg 

[16, 2: nttta iiiav aaßßdvov^^*' ~ ^ 35, 1 = Mt. 28, 1. Mc. 
16, 1. 2. Lc. 24, ID: ir^ di ixi^ tüv oaßßdvwv] 

16,13: yQfjyoQelTe^^ — -^18,10 = Mc. 13,37: n^g ndvrag 
Xiyw yQfjyoQeiTB 

16,22: el' Tig ov q)iX€i tov y^vgiov, r^tu) ävd&efia''^ — ^ 
21, 38 == Mt. 10, 37. Lc. 14, 26: 6 (piXwv noniqa ^ iat^- 
%iqa V7tiQ ifii ovx eariv fiov a^iog. 

Der zweite Brief an die Corinther. 

1,3: 6 TtaT^Q %wv oiyL%iQ(iuiv *® — ^ 6, 42 = Lc. 6, 36 [Mt 
5, 46]: wg 6 rtaTtiQ v^wv 6 ovqaviog x^tjorog iariv %ai 
oixTiQfiwv 

1,5: 7teQiaaev€i rd Ttad-r^fiara to() Xqiatoi) eig ^fi&g, 
1,7: eidoreg oxi . . '/joivtavoi lare twv na9riiid%iav — 
^11,18 = Mt. 16, 21. Lc. 9, 22. Mc. 8, 31 : del %ov vlov 
To€f av^^dJ/roi;^® TToAila TTa^cIy — vi28, 8 = Mt. 5, 10: 
fiayuxQiOL oi Ttdoxovteg did t6 ovofid fiov^^ 

1,6: cire di d'Xißofied-ay VTtig Tfjg v^üv TtaqaycX'f^aewg . . 
€iVe TraQaTLaXovfied-aj vniq tijs viaüv naqamXi^- 



Der zweite Corintherbrief^ 59 

aewg^^ — ^ 6, 10 = Mt. 5,4. Lc. 6,21: piomaqiov ol 
7tBv9oHv%egj Sri avvot naQauXi^-^i^aovTai 

1,7: fig %oiv(avoi iare tüv 7ta9ri(ia%iavj ovtwg Tuxi T^g 
Ttccfcndi/iaetog — ^ 28, 8 = Mt. 5, tO: ficmdQioi. oi 
7taa%ovTBg^^ 

1, 9: jM^ Tcenoid'OTeg äfjiiv iq/ eavToXg •• -— ^ 26, 1 = Lc. 
18, 9: eiTtev de Tiqog Tivag zovg Ttenoid^oxag eqf 
eavTolg 

1, 10: ogi% . . d^avaxov €QQvcaTO f^fiag tuxI ^vaejaiy eig ov 
'^XjtiTuxfiev Sri tuxI svi ^vaeTai — ^ 14, 17 = Mt. 6, 13 
[Lc. 1],4D]: ^vaac fifiag ano zo€ TtovrjQOÜ^^ 

1, 17—20: IVa j noQ' ifiol t6 val val xai rb ov ov . . ort 
6 Xoyog fiiAÜv 6 TtQog vftag ovn etniv pal yuxi ov • . 
aXla val iv avTfiß yiyovt» . . ooai yaq inayyekiai 9eoC'y 
iv avTqi to vai' dio yuxl iv avTip t6 ajMiJy — .^^6,26 
= Mt. 5, 37: soTO) di IfÄWv 6 Xoyog to val val %al 

TO ov OV ^* 

1, 21. 22: 6 de ßeßaiwv fjiAag avv vfiiv elg X^igtov ycal XQ^cag 
VfiSg ^eog^ 6 yuxl oq)Qayiaafi€vog ^fiäg xat dovg %bv 
aQfaßdiva tov Ttvevfiazog — ^ 35,48 =^ Mt. 28, 19: 
ßaTttlaavxeg avzovg eig t6 ovof4a Tod /cazQog tuxI 
TOd viod Tuxl Tod aylov 7tvev(ia%og^^^ 

1, 24: ovx oti TLVQievofjiev vfiuiv^^^ — A 32, 34 = Lc. 22, 25. 

Mt. 20, 25. Mc. 10, 42: o\ ßaoileig tüv i&viuv nvQiev- 
ovaiv avTÜv . . vpielg de ovx ovTwg 
2,6: Inavov %ip TOiotTi^f ^ irciti^ia aikrj ^ vtto tüv TtXei- 
oywv"-^24,18.19 = Mt.l8,l5.16. Lc.17,3: eTtiTi- 
fAr^aov avttji . . . naqahxße ^eva aeavzod eti Sva rj dvo 

2, 10: ^ dexi xaqil^ea&ey -mytj' tuxI yaq iyd o xexctQtaiiaij 

ei ti nexoQiafiaiy di' vfiag ev TtQoatinqf XQiavot' 

— -/^ 7, 51. 52 = Lc. 7, 42. 43 : a^q>oteQOig ixccQiaaTO 
. . ip TO TtXiov ixccQiaaTO^'^ 

[2,11: IVa ^ij TtleoveyLTfjd'WfÄev vno rod oaTova' ov yaq 
avTod ra vor^AaTa ayvooi)jU€y-- -^33,6 = Lc. 22,31: 
idov 6 aaxavag e^ritr^aa%o v^ag %oi) awiaoaiY^^ 

2, 15*.* Xqiaxoi) tvwdla eofiiv Tt^ 9ei^ ev Tolg ow^Ofievoig 

— -^ 20, 1 = Lc. 13,23: el oliyoi eiolv oi aiol^o^e- 
voi^'^ 

2, 15\ 16*: h Tolg anoXXv^evoig'^^ . . . octjmij ex d^avatov 
elg ^avaxov — -^^20, 3 = Mt. 7, 13: fj Sdog i) anayovaa 
elg tr(v aTttuleiav 



(50 Resch, Paulinismus. I. Textparallelen. 

2,16»»: olg di oGfiri h, ^(a^g eig Cwijy''*- ^20, 4 = Mt. 7, 14: 

^ oSog ij aTtdyovaa elg t^v ^cciijy 
3,3: ort iaii iTtitnolri Xqiaiof) . . iyyeyQOfifihn] . . Ttpev" 

liati &eod täwog — ^ 35, 48 = Mi 28, 19: elg tb 

ovofia Tof TtatQog xal Tof> vlod tuxI roCf aylov 

nvev^axog^^^ 
3,5: ov% OTL a(p^ iavrahf iyLavoi iofiev — ^2,25 = Lc. 

3, 16. Mt. 3, 11. Mc. 1, 7: ov% elfil \%avog^ 
3,6: \%avwaiv r^^Sg dia%6vovg^^^ yiaivf^g dia^tjiirjg^^ — 

A 32, 22. 23 = Lo. 22, 28 D. Lc. 22, 29: v/wwg fjvkn^^ 

h vy dtaxoviif fiov . . idov dia%l9eiAav v^iv [naivriv] 

3,. 7: eig t6 nQoowTtop Mtovaiwg dia vijv do^av toC Ttqoa- 
uTtov avToC — ^ 11, 24 = Lc. 9, 30. 31 [Mt 17, 3. Mc. 
9,4]: Moßva^g Y.ai ^HUag . . otpd'iyveg h d6^y^^ 

3, 8. 9: ?) diaxovia rod Ttvevfiorog . . . ?) dianovia rijg dixaio- 
avvfjg - A 32, 22 = Lc. 22, 28 D: vfieig lyv^ij*^« iv tj' 
diaxoviq fiov ^^* 

3, 14: axQi yocQ rijg ari^egov ^fiigag to avvo xaXv^fia . . 
juiva® — ^ 30, 11 = Lc. 19, 42: ei iyvtog aal ai ai^fie- 
Qov Ta TtQog eiqvivrpt aov vvv de iycQvßf] ütvo cov 

3, 15: i'cjg arifiegov . . . y,dlvfif^a enl ti^v yiaqdiav avvdiy 
TLelvac — -^35,31 = Lc. 24, 32D: ovxi ij naföla ijy 
^)Mc3v TLeTiaXvfÄfÄivf];^^^ 

3, 18: rifdeig öi Ttavveg avaneiMxlvfifiivfi} nQoawTcqp ti^v do^av 
TLvgiov naTortTQiCofÄevoi . . pie%afioqq>oviie&a ano 
dortig eig öo^av - ^ 11, 22 = Mt. 17, 2. Mc. 9, 2. Lc. 
9,29.32: ^ iöea %o€ Tzqoüwnov crvTO0 fievefAOQ- 
(pwd-f] . . diayQYjYOQfjaayveg de elöov ri^v öoiav 

[4, 1*: exo^^g Ti/jv diaxoviav tavtrjv^^^ — ^32,22 = Lc. 

22^28D: vfieig rjv^ri&rjve iv rjj diaTLOvt^ (iov\ 
4, 1**: 0V7L iyyLayLofifiey — A 14, 18 = Lc. 18, 1: \i%{ ixua- 

4, 2*. 3: Ta HQVTcta Tilg aiaxv^tig • • • ^5 (paregiiaei . . . ei de 
xal eoTiv nexalvfifiivov t6 evayyeliov ijiiiüVy h Toig 
arcoilv^ivoig iariv ueytalvfi^ivov — A 16^2% = Lc. 
12, 2. Mc. 4, 22. Lc. 8, 17. Mt. 10, 26: ov yaq ioTiv 
XQvnTov^ o ov ffaveQ(o&ij, ovde icexai,vfÄfiipoPf o 
ov ypioad^oerai *• 
1*: fiii TteQinarot^yreg fv 7tavovqyi(f /ntjde doXoßvTeg tov 



Der zweite Corintherbrief. gf 

lo/av to€ ^eod - ^ 30, 19 = Lc. 20, 23. Mt. 22, 18. Mc. 

12, 15: TLOTOvoi^Gag di axrfüv in^y Ttavovgyiav^^ 
[*4, 4: ö 9e6g 'ro€ aloivog tovtov iTv^plioaev^^ rä voi^fiara 

%wv anifnmv — -^^ 10, 16 = Mt. 15, 14: odrffoi slaiv 

tvq>Xol Tvwlüiv] 
4,4: eigTo^ii avydaai tov qxoTiOftbv to€ evayyeXiov tilg 

dortig TOd X^iGToO^^ - ud 11,23 = Mt. 17,2. Lc. 

9,29.32. Mc. 9, 3: eXafixpBv to TtgoatOTiov avxod wg 

ipiig . . "Mtl eldov t^v do^av avTo(> 
4, 5: xrjQvaaoiÄev . . fccvrovg . . dovlovg vfiwv dia ^Irflovv ^^* 

- A 32, 35 = Mt 20, 26. 27. Mc. 10, 43. 44. Lc. 22, 26. 
Mc. 9, 35. Lc. 9, 48. Mt. 23, 11:6 ^yovfdevog aavio nav- 
%wv dodXog 

4,6: 6 'd'Bog 6 elTtuiv h, OTLozovg (puig Xafixffeij og IXa^ixpev 

Ttqog tpwTiafiov Tijg yviiaewg Ti^g do^tjg rod O'eoü iv 

7rgoaw7C(iß X^iCTTon«» — ^ll,23 = Lc. 9, 29. Mc.9,3. 

Mi 17,2: Slafixffev t6 tiqücwtcov avToü wg ro q>(!ig^ 

Lc. 9, 32: eldov r^v 66 ^av avroij 
4, 10: Ttdyrore Trjv veyLqioaiv toC ^li]ao^ iy T(p üw^tni 

TtBQKpiqovTBg — ^ 21, 39 = Lc. 14, 27. Mt. 10, 38. Mc. 

8,34. Mtl6,24. Lc. 9, 23: wnig oh ßaardKei rov 

OTavQOv avTo€^^ 
4, 11: eig &dvaTOv 7caQadtd6fÄe9a dvd ^Ir^aoOv^^ — ^12,4 

= Lc. 10, 3. Mt. 10, 16: idov anoardiXio cäg Ttgoßara 

hfiag iv ^ea<^ Arxo/v 
4,16: dio ovx ^yxaxoCjucy — -^ 14, 18 =Lc. 18, 1: ^r^ exxa« 

4,16: ei yuxi 6 t^u) rifiiuv av&Qionog diaq>d'eiQeTai, aXV & 
iau) ijiAdiv \avd'QO)7tog\ avcmaivofytai ^fiegff %al fjfieQiji 

- -^ 21, 40 = Mc. 8, 34. Mt. 16, 24. Lc. 9, 23 : eX rtg 
x^eXu OTtiaw ^ov il&eiv, aTtaQVTjado^u) favTOv y,a&' 
fjliiQav xffi^v*^ 

4, 17: TO yöß nagavTixa eXaq>QOv %iig d^litpewg . . . ßdgog 

- J/ 12, 36 = Mt. 11, 30: ro (pogriov f40v ilaq>Q6v^^ 

5, 1. 2: oixodofiriv hc '9'eod i'xof^evy olxiav axeiqonoiirjfov aiw- 

viov h lolg ovQavoigj ro otxijrij^ioy'* vfiwv vb i^ 
ovQwoC — A 22, 44 = Lc. 16, 9: diiwvrai hfiSg elg Tag 
aiojviovg axijyag®* 
5, 10*: Tovg ydg Ttdyvag fifiag q>aveQ(ü9'ijvai dei ifAftQOod-ev 
zoij ßiqfiaTog roD XQiOTOfü^^ — A 25, 21 = Mt. 25, 
31. 32: -Aa^iüu int t^ ßiqfiati dortig aircoü xcrt 



62 Resch, PaaliniBmus. I. Teztparallelen. 

(*5, 10**: IVcr yLOfiloijTat Syiaatog . . nQog a ETCQa^sv^^'' — ^ 29, 29 

= Mt. 25, 27 [Lc. 19, 23]: ixo^iadfÄtjv Sv %o ifuov avv 

Tomq)] ^^* 
5, M)^: iVcr nofAiarjTai VyLaarog . . Ttqog a en^a^ev^^'^ — ^ 

27, 40 = Mt. 16, 27: ccTvodwaei ludoTii) yiata %riv 

Ttqa^iv avTot 
5,14: elg hneq Ttavruiv OTti&avev ^^^ — ^ 32,38 = Mt. 

20,28. Mc. 10, 45: 6 viog Tof? ap&QWTtov i^^**' • • 

dodvai Tijy V^^x^^ avrov . . dvtl TtoXXüv 
5, 15: iVcr oi CcSyrcg /irpchc eavröig ^luaiVy alkd r^ vniQ 

avtiov ano&avovTi yxxI iyeg&evzi — A 23, 29 = Lc. 20, 38 : 

Tcdvreg yaq avr^ ^wglv*^^ 
5, 17: üiare bl rig iv XQiaTfp, xaevij yLviaig' ra ocqx^^^ 

7caQilld'eVf idov yeyovev TLaivd "^ — ^ 5, 14. 15 = Mt.9, 17. 

Mc. 2, 22. Lc. 5, 37. 38: ovdelg ßdHei ohov viov eig 

donovg TtaXaiovg . . . aXla ßdXkovaiv olvov viov eig 

danovg 7,aivovg 
5, 18*: tod &€oif ToD 'AaxaXXd^avTog i)^ag kavzqß 6id Xqv- 

OTof} - A 32, 38 = Mc. 10,45. Mt. 20, 28: dia%ovj\oai 

luxl dodvai f avrov avTikvtQOv^^^ 
[5,18^: xal dovrog '^{uv rriv diaxoviav T^g TLaXkayfig — A 

32, 22 = Lc. 22, 28D: xat v^eig rjv^i^&rjTe iv rj dia- 

novitjc fiov]^^^ 
6,2: XiyeL ydg' TLaig^i devLTiji iTti^iiOvad aov xat iv fi^iqtf 

awTfjQiag ißoi^&rjod aot' löov vvv yuxiQog ei-Ttgoa- 

öenTog, Idov v€v fjfiiqa aoiTtjQiag — -^ 3, 9. 10 = Lc. 

4, 19—21: aTcioTaXiiav xriqi^ai . . iviawov tlvqiov de- 

TLTov .... or^iieqov Tte7clfjQ(0Tai ij yQCKprj avri] iv rolg 

WOiv VfAüJV^ 

(), 3*: fiTjdefiiav iv fdtjöevl ötdovreg Ttgoay.OTti^v^^ — ^24,3 

= Lc. 17, 2. Mt. 18, 6. Mc. 9, 42: og d' av ayLavdaXiat] 

Vva YxX, 
|6, 3^: IVcr juij idtofjirjdfj fj diaxovia . . . awiO%dv%eg eavToig c5g 

^€0f didyLOvoi — ^32,22 = Lc. 22, 28D: nat vfieig 

rjv^ri^me iv rij diaTLOvltjc fiov]^^^ 
*6, 8: dcd do^tjg xal dri^lagf did dva(pt]fiiag iMxi evq>ii' 

liiag ^2 — -^ 6, 11 = Lc. 6, 22. Mt. 5, 11 : atav vfiag . . 

ovudiawaiv yuai ßlaaq)tjfii^au}aiv — AG^ll = Lc. 6,26: 

OTov Tialuig eXnioaiv vfiag 



Der zweite Corintherbrief. 63 

6,9: wg arro^yijaxoyrcg, aal Idov ^cS/uey®* — -^ 23, 29 = 

Lc. 20, 38. Mt. 22, 32. Mc. 12, 27: ovx iaxiv ^aog ve- 

yLQÜv alXa ^wvtiov Tvdweg yaQ ahzt^ '(^aiaiv 
6,10*: cig XvTrovfjievoiy aci** di xo^povrcg^® — ^ 6, 10 = 

Mt. 5, 4. Lc. 6, 21 : /ttaycdQioc ol Ttev&odvreg — ^ 21, 40 

= Lc. 9, 23 [Mt. 10, 39. Mc. 8, 35. Mt. 16, 25. Lc. 9, 24]: 

xa^' ijiJiiqav xaiQiav 
6, 10**: wg 7tTü}%oij nolXovg di Ttlovri'Coyveg^ — ^ 6, 8 = Lc. 

6,20. Mt. 5, 3. 5: liayLaQiov oi ntioxoly oxi >iXrjQOvofiiq- 

aevB riiv ßaotXeiccv twv oigavaiv 
6, 10«: wg ixrfih txoyteg^^^ - A 26, 26 = Lc. 18, 28. Mc. 10, 28. 

Mt. 19,27: aqrqTLa/iev rtavra 
6, 10^: Aal ndvTa xarixovreg ^«^ - A 26, 27 = Lc. 18, 29. 30. 

Mt. 19, 28. 30. Mc. 10, 29. 30: Ttag oaxig a(fni'Mv nav%a 

. . . TtoXkaTthxaiova T^rjQOvo^i^aeL aal Caniv aiiiviov 
(6, 14*. 15*: firi ylvea&e kteQotvyodvreg aTtiatovg . . Tig di 

av^qxivrjaig XgiaTod Ttqbg BeUag — A 22, 51 = Lc. 

16,13. Mt. 6, 24: ov dvvao&e d-etp öovleveiv xcrt jucr- 

fiütvq *•] 
6, 14^: Tig '/.oivußvia q>MTl nqog OTLOTog;^^^ — A 28, 57 = Lc. 

11,35. Mt. 6,23: otlotzbi ovv (lii to q)(xig rb iv aoi (xxo- 

Tog iariv 

6, 15^: tig ^egig nioxiy fiera aTtiatov;^^ — A 18, 17 = Lc. 

12,46. Mt. 24, 51 : zb fiiQog avTOf^ /jezd ajciorußv 

[7, 1 : TLad-agiatj^ev tavzovg — A 28, 67 = Mt. 5, 8: fiayjxQioi 

Ol y^ad-agot zfj xcr^d/^r]^* 
7,2: ovdiva riöi'Kfloafiev . . . oidiva i/cXeovenTT^oa/Äev^ 

— ^ 1, 16 = Lc. 3, 14: firjöeva adi'ni^afjTS fit]di 

oviioq>avTi^arjTe 
[7,9: vDy xaigia ovx ozi cÄvttij^ijtc, aXX* ort IXvniqd'r^TB 

eig ixeravoiav iXv7tT^&r]Te yag i^aza d^Bov — ^ 6, 10 

= Lc. 6, 21. Mt. 5, 4: iiayLCLqiot o\ Tcevd^otvzeg, ou 

TtagcmlTj&i^aovTai] ^® 

7, 10: ^ yoQ Tutvd ^ebv Xintj fietdvocav elg aiozr^Qiav äfie- 

zaidilrjTOv i^ydi^ezai ^ — A \^7 = Lc. 3, 8. Mt. 3, 8: 
Ttonqoare ovv YxxqTtbv a^tov r^g fieravolag — A 
1, 11 = Lc. 3, lOD: Tt ovv nociqatü^ep Vva (Ko^äftev 
7, 11. 13*: TO 'nazd '^ebv IvTtrj&^vai . . . dtd rot^o Tvagane- 
7Lli^^e&a ^® — ^ 6, 10 = Mt. 5, 4. Lc. 6, 21 : ficmdQioi 
oi TtevS^oCvTeg, oti avtol TtaQayLlrj&i^GovTat 



64 Re»i')>. 

•8,2: nV iv ^ilofto^ «rjc "jriwiijroc'" — ^38, 16 = Ml 

w»! n^riuxe«? «io*""}«";«« ' - -^ ^i 8 := Mt. 5, 3. &. Lc 
ti. 20: fiaxäfitu tu ittmxoi, Ztt xii^fD*>o^i^tn r^ 
ßaatltia» ttüv oioanär — v/ 11,46 ^ Lc. 9,5». Ml 
8, 20: () t'iöi,' Tof- ofSfiünoc oi''X iz» rioP n^ x«y«M^r 

8, 14: TU ifitZf iiiQioatrfta tl^ lö htinm' vOTtfftjfta, im 

iat^fTjfia. 8,2: ^ lurv» ttäSoPt /riivzxfa cnVtwy ^.tI- 
fiaatvatf tig tö nXovtos r^ anKütrjtos at-rü^ — 
.,/ 30,24.25 = I.e. 21.3.4. Me. 12.43.44: ^ zw« 4 
^'triox*) criVr, nkiha nünun' ifiaXef oi nrmtag ^öf n 
sor jceftaaeiftafOi; muihi i'ßaXov, tnttj ii ix «ff 

*8, 19: tytfi x''il*"- tavtji tf; <)iaxorov/j«'pi} t<^' ^wrivfi; 
Tt;»- roP xtpi'or (I(i|ni'"» - >/ 28,61 = Mt 5, It. 

■tuv Ttati^a 
•9,11: nXovii^ovttii eL; nüaav änX&xi^ta*** ^ ^rf 28, 16 = 

Hc. 6, 3; /ii^ yviätia ^ jre/p aot< ij Ä^mrafa, ri* ^votw ( 

X^iQ oov ^ St^in 
*9, 13: iiä tijii rfoxt/j^c; i^g dtaxoviag tait^g So^a^or- 

veg TÖv *<(!»''"' - -728,61 = Mt. 5, 16: ärmg ßU- 

jttoaiv tT^iüv tu xalu i-^ya xai öo^äaiaatf thr 

% 13: ^fi Tf, iitotayf, i^g AfioXoyiag ifHÜr ct$ iö Cuii/uf 
Äio.' lof A'ejoioC - vi 16. 36 = Mt. 10,32. Lo. 11,8; 
Tiäg öatig ar öfioi.oy^^ag ir ifioi** 

10,1: :;rag(naiM vfiäg dia tffi nQavTrjtoq xai itviatttlts 
Tor A'piötof, oi; v.(na .-rfoaiiinov fifv taitefäg*^* Ir 
iV7v- ^/ 12. :i4 -Mt. 11,29: oi< ^?r(*ixiie elftt xml 
TCQaig y.ai tajtEivbg ijj xa^di^^" 

10, 7: «r ng 7finoi!>ev fttvtfli** ~ ^2G. I = Lc. 18, 9: «Znv 
ii nßög rivae roi-g nettot&ötag itp' iavtolg 

*10, 8: zijs i^ovatag t,ttiüv, ng iätauev 6 xvfiog ttig oixod^ 
fi-qy - ^ 9, 27 = Mc. 6. 7. Lc. 9, I. 2. Mt. 10. I, 5; «^ 
tibixEv altolg i^ovaiav** - -7 6, 59 = Lc. 6»4^J|L 
7, 2-t: iiv&^w7tf;> oiÄodofioFfTi ^^^^| 



Der zweite Corintherbrief. 65 

[10,8: tilg i^ovaiag fjixwvj r^g i'dußTiev 6 TLvgiog eig otxo- 
dofjiriv %ai ovx eig TLad-aigeaiv^^ — ^ll,43 = Lc. 
9, 56 : 6 yccQ viog toD op&qwtcov ovx riX&ev tpvxccg ay- 
d'QWTtwv anoXiüaiy aXka acSaai] 

10, 12. 13: ivxQivai rj awKQlvaL . . (letqodvTBg Ttal awngi- 

vovTeg . . ovx elg ra afierga . . xcnra to iiixQOv — ^ 
6, 46. 47 = Mt. 7, 1. 2. Mc. 4, 24. Lc. 6, 37. 38: äg y^qi- 
VB%B HQi^i^oeo^e . . . ^ ^ ixirqi^ ftergelTe, iv avr^ 

11,2: f^QfAoaafirjv yaq vfiag Ivi avdQi naQ&ivov ayvi^v Tta- 
QUintflai T^ XQiarfp — ^21,17 = Lc. 14, 20: ywalna 
ijQlioaaiAriv'^'^ — J/20, 5. 6 = Mt. 25, 1.2: dha naq- 
d-ivoig, aÜTiveg . . i^^X&ov elg anawriüiv iroD yv^- 
€piov Tuxt Tijg vvfKptjg'^^ 

11, 3: /uij TTCog wg 6 oq>ig^^ i^rjTtanjoev Evav ev rij Ttavov^if 

aviroD, (pi^a^ij ra voiqficeza v^uiv oltzo rr^g aTtloTrjTog^^ 

T^g Big TOP Xqioxov — ^ 12, 5 = Mt. 10, 16: yivea^e 

(fQovifiOL wg 6 oq>ig yuxl arcXovaxavoi [D] wg ^ tzb- 

QioreQa 
11,7*: « afiaQtlav inoirfla ifiavTOv TaTteivwPy iva vfieig 

v\pw»rixe; - A 28, 50 = Lc. 14, 11. Mt. 23, 12. Lc. 18, 14: 

6 TOTCBivojv eavrbv vipw&i/iaBTai^^^ 
11,7*: ort dwQBOLV xo rod &bo€ Bvayyihov BVTjyyBXioafitjv viiiv 

-r- A 12, 12 = Mt. 10, 8: dtoQBav iXaßBTB, dwQBccv 

11,9: h Ttarti aßoQ^ ifiavrov Ifiiv hr^qr^aa luxl Ttj^rioa) — 

-^ 12, 36 = Mt. 11, 30: to q>oq^lov fiov aßagig^^ 
11, 13: Ol yoQ TOioi^voL ^pBvöanoatoXoi^ i^drav dohoiy 

^BTaaxtjfiaTiKofievoL Big anoüToXovg Xqiaxoi)^^^ — A 

31, 17. 19 ='Mt.24, 11. 15. Mc. 13, 22: avaoxr^aovzaL . . 

ipBvdaTCOOtoXoi . . . e^iod'Bv ivÖBÖv^ivoi diq^ara nqo- 

ßdrwvy iatoS-Bv de Ivkol SfTcayBg 
11,14: 6 oaravag jueraaxi;iU(nr/^erat Big ayyBkav qxxnog^ — 

^ 2, 17. 18 = Mt. 4, 5. 6. Lc. 4, 9. 10: [6 a atavag] 

iatTfiBv airöv inl zo 7t%Bqiyiov rod Ibqo€ %ai XiyBi' 

yiyqajctai 
1 1, 20: avixBa»B . . bY rtg yLatBü»iBi " - ^ 16, 10 == Lc. 20, 47 

Mc. 12,40 [Mt.23, 14]: TLaxBüd^iovxBg tag oUiag xriqwv 

yuai oqgKxvwv 
12,4: ^gnaytj Big tov TcaqaÖBioov^^^ — A 34, 37 = Lc. 

23,43: lABX^ ifioi^ eoy iv ttp TtaQadBiüi^ 

Ttzto ii.U]iteniiehiuig«ii. K. F. XII. 5 



66 Resch, Paolinismos. I. TextparaUelem 

12,7*: id6»t] fioi OTLoloip^^ rf^ aa^^^^ - ^21,39 = Mi 

10, 3S. Lc. 14,27. Mc. 8,34. Mt. 16,24. Lc. 9,23: dg 

ov Xafißavu top aTavQov^^ airro^ 
12, 7^: ayyeXog oaravä^^^ iVa ^e xoAaqp/tiy®*— -^2, 10 = Mt. 

4,1. Mc. 1, 12. Lc. 4, 1: neigaad-^vai vtto toV aa- 

zavä * 
12, 8*: rglg tov üvqiov TtaQ&idXeaa ^^* — ^ 33, 27 = Mt. 26, 44. 

Mc. 14, 39: TtaXvv auel&wy TtQoatjv^ccro top avvdp loyov 

— Mc. 14,41: To tgitov 

12, 8\- IVa anoOTfi aTt" ifxoi)^ - ^2, 20 = Lc. 4, 13. Mt. 
4, 11: Tore ccTtiaTTj ött' avTOf^ 

12,9: xat Ci^ijxfV fioc agyLel aot — ^ 33, 16 = Lc. 22,38D: 
6 ii eiTcev avzoig' aQTLel^^^ 

*12, 10: iv di(oy/io7g yuxt üxevoxüDqiaig vnig XgcOTOfi^^ — ^ 
28,8 = Mt. 5, 10: fia/idgioi oi öedcwyfievoi ^P€%ev 
ifiod 

12, 12: Tot fdsv atjfieia toO aTtootoXov yLaveigyaadT] ev vfup h 
Ttaarj VTtOfiovfj, ar^ixeioig xai rigaacv tuxI dwa^eaiv^^ 
" A%21 = Mc. 6, 7. Lc. 9, 1. 2. Mt. 10, 1 : ^Uaafifvog 
di Tovg düjdeiMx ccTteaTeiliev avrovg yuxi edwiav avtoig 
Svvafiiv dcufioviiov yual voaovg d-egoTteveiv 

13,1: iTtt arofiaTog ovo fiaQTVQiov xat TQtaiv (XTa^ij- 
(JCTot /tav ^^f^a »5 - ^ 24, 20 = Mt. 18, 16: inl 
OTO/jarog yag dvo fiaqrvqiav tj vquov aTa&i^G€tai 
Tiäv ^rifia 

13,4: Tuxl yag loiavQW»7^^^^ - ^ 34, 27 = Lc. 23, 33. Mt. 
27,38. Mc. 15,27: yual hLBl eaiavQuaav avrov 

13,4: iaTavQ۟&rj i^ aad-eveiagj^^^ alXa Cf^ 6X dwaf^etog d-soi) 

- ^ 34, 40 = Mt. 27, 46. Mc. 15, 34: ißotjoev 6 "irjGoig 
qHtmj ^eyahj' -qAc/, ijAct [Ev. Ps. Petr. 19: ij dvva(iig 
fiovj fj övvafAtg fiov], Xafia Ca(p&ccvei 

*13, 10: xcnra triv i^ovaiav^ ^v 6 %vqiog edußuev^^ . . eig 
oiyiodofiiqv - ^ 9, 27 = Mc. 6, 7. Lc. 9, 1. 2. Mt. 
10,1.8: xai edoixev avxoig i^ovaiav — -^ 6, 59 = 
Lc. 6, 48. Mt. 7,24: ov^^cJtt^ ol^odofiof^vTi^^ 

[13,10: Tiara T^y i^ovaiavy ^y 6 Tivgcog iduniv ptoi üg oWo- 
dofi'qv iMii otx Big Y.ad'aigeüLv^^ — A 11, 43 = Syr. 
Cur. ad Lc. 9, 56: 6 v\og to€ avd'qdnov oix iji^^w 
tj/vxag av&QWTtwv anoXioaiy aXka aüoai] '^ 

13,11*: IjoiTtoVy adehpoiy xaiQBTe — A 12, 25 = Lc. 10, 20: 
XaiqBve^^ 



Der Galaterbrief. 67 

13, II*: ro avto g>QOvehBy elQfjVBVBte^^^ — ^28^ 37 = Mc.9,50: 
eiQfjveveTe hf alXrAoig 

13, 13: ij %aQig to€ xvqiov Itjaod XQiOTofj yuxl ^ ayoTttj toC 
^eod xai ^ yuoivißjvla TOd ayiov nveifiaxog fiera 
7tdvT(av vfiüiv — ^ 35,48 = Mt. 28, 19: ßaTtviaayrsg 
cnjTOvg Big t6 ovof4a to€ natQog %ai ToCf v\oi) xat 
TOfi aylov TtPBVfÄaTog.^^^ 



3. Hie Briefe an die Galater und an die Römer. 

Der Brief an die Galater. 

1, 4»: 'lf]ao€ XQiatoi) xod dovtog «avToy "• — ^ 32, 38 = 

Mt. 20, 28. Mc. 10, 45: 6 vibg toi) av&QCjTtov ril&sr 

. . . doCvai eavToy 
1, 4*: tcbqI af4aQTiu)v ^fiwy "« — ^ 32, 20 = Mt. 26, 28: Big 

äg>BaiP afiaQTiüiv 
1,4*: OTtcjg i^iXrjTai fifiag ix rof aiuivog rod hfBatunog 

TtovriQoiJ — A 14, 17 = Mt. 6, 13 [Lc. 11, 4 D]: ^fioai 

flliSg OLTto Tod novfiQOi)^^ 
l, 11: ro Bvayyihov ro BvayyBXia&ey vn if40fJ, ort ovx eatiy 

xara ap9Q(07rov^^ — ^ 11, 20 = Mt. 16,23. Mc. 8, 33: 

ov fjpQOVBig ra toV %^bo€ alka tcc taiv avd-qünwv 
1, 12: Ji' cLTtoifLaXv^Btog^^ ^ItiaoC Xq^atoü — A 12,30 = 

Lc. 10, 22. Mt. 11,27: ^ iav ßoHr^tai 6 vlog ano- 

xaXvipaL 
1, 14: CrjXwTrjg VTtagxiov Tcüv TcaxQixuiv fiov TcagadooBcov^^ 

— ^ 10, 2 = Mt. 15, 2. Mc. 7, 5: dicerl oe fiadTjrai aov 

Ttaqaßaivovatv iri^y Ttaqddooiv twv TtQBaßvriqiov 
1,15: oiTi BidoxfiaBv^'^ \ö »Bog] - A 12,28 = Mt. 11,26. 

Lc. 10, 21 : ovxiag Bvdoxia iyivBTO BfÄTtQoa&iv aov 
1, 16*: aTtoxaXvipai. tov vlbv avzoC h if4ol*^ — - ^ 11, 16 = 

Mt. 16, 17: aTtBxalvipiv aoi 6 /rcmjß [äov 
1, 16^• TOP viov avToi) h l^ot" - ^11, 15 = Mt. 16, 15. 16. 

Lc. 9, 20. Mc. 8, 29: av bI 6 Xgcarog 6 vlog to€ &Bof} 
1, 16®: Bv&itog ov TtgoaavB&ifAr^v aagul %al atfiati^* — A 

11, 16 = Mt. 16, 17: aag^ xal aJ f4a oix aTZBxa- 

Xvtpiv aoi 
2,2: To BvayyiXiOVy o xrjQvaact} iv Tolg ed'VBaiv^^^ — A 

31, 25 = Mt. 24, 14. Mc. 13, 10: xrjgvx^n^erai to 

BvayyiXiov . . . näaiv roig B&vBaiv 

5* 



68 Resch, Paulinismus. I. Textparallelen. 

2, 16*: ol di'A,aioi)Tai av&QWTtog i§ tQytav w/woü •• — -<^ 26, 8 

= Lc. 18,14: dBdr/,ai(üfiivog . . ^^ yag eAuvog o Oagi- 

aaiog 
2, 16**: iav iiii dia Triavecog ^If^aod XQiaroi) — ^ 7, 60 = Lc. 

7,50: fj 7ciatig aov aeaw/Jv ae^^ 
2, 16*: irciaTEvaaiiBV %va dixanod-aifiev hi TcioTBwg^^ — 

^ 8, 32 = Lc. 8, 12: moTevoavTeg aud-aiaip^* 
2, 16**: otx i^ e^wv vofAOv — ^ 26, 5 = Lc. 18, 12: vr^aretfa 

. . . aTTodweorctJw •• 
2, 17»: i:tjTodvT€g dixai(o&rlvai ^^ — A 17, 20 = Mt. 6, 33. 

[Lc. 12, 31]: CiyretTC . . . ri^v dcxaioavvrjp ctvroi^^^ 

2, 17**: evQi&tjfiev xat avrot afiaQTwloi — A 26, 7 =Lc. 18,13: 

2, 19. 20: Hva »etp t^aw . . tij di iv ifiol Kgiavog - A 23, 29 

= Lc. 20, 38: Ttavreg yag avtt^ ^aiaiv *• 
2, 19: Xqiati^ avveatavQWfiai^^ — ^21, 39 = Lc. 14, 27. 

Mt. 10, 38. Mc. 8, 34. Mt. 16, 24. Lc. 9, 23: og ov lafi- 

ßavei tov atavQOv avTo€ 
|2,20*: tdi de ovx^rt ^yco" - ^21, 40 = Mc. 8, 34. Mt. 16,24. 

Lc. 9, 23: aTtaQvtjadad'to kavvov] 
2, 20**: Tof^ viof^ toC &eoC . . Tcaqadovtog eavtov VTcig 

ifio€^^^ - ^32,38 = Mt. 20,28. Mc. 10,45: 6 viog 

To€ av&QW7tov . . tiXd-ev . . dof^vai tr^v tpvxijv avTof^ 

XvTQOv avtl TtoXXdiv 
2,21: ovTL a&evui ri^v X^Q''^ ^o0 ^€o€'^® -— -^ 7, 43 = Lc. 

7,30: Ol q>aQiadloL "Kai ol voftiy,ol r^y ßovXtjv %od 

d-eof^ fj&iTfjaav elg eavrovg 

3, !•: c2 avoTjTOL FaXairat "* — A 35,25 = Lc. 24,25: c3 

3,1**: ^Ifjoof^g XQiarbg 7tQosyQdq>r] iaTavQWf^ivog^^^ — A 

35,6 = Mc. 16,6: ^Irjaovv trjTeiTe tov iatavqw^ivov 
3, 3: ovTiog avotjToi iare;^* - A 10, 19 = Mc. 7, 18. Mt. 

15, 16: ovTwg xal v^elg aavvevoi iare;^'^ 
3,5: i^ a*/,orig TtioTeiog — y.2: €§ ano'^g 7tia%Biag^^ — A 

23,42 = Lc. 16, 3lD: et ovx ayLOvawaiv j oidi . . 

TtcatevaovaLv 
3,7: ofrot vioi eiaiv l4ßqaä^i^^ — ^29,9 = Lc. 19, 9: 

'/.a&oTi aal avTog viog l^ßgad/ji iaviv 
3,9: et)Xoyoi}vTai avv ir<^ Tciattp ^Aßqaa^^^ — ^23,33 = 

Lc. 16, 22: avevtx^vai avvov . . eig tov tloIttop 

"^Aßqadii 



Der Galaierbrief. 69 

3, 11: iv voiAifi ovdelg dmaiovTai naqa Ttp d-et^ — ^ 26, 8 
= Lc. 18, 14: ovTog dedmaKOfidyog ^ yoQ ixBiPog^^ 

3, 11—14: ovdeig dmaioüvai Ttaga tq. -d^eili . . . Xfiarbg fjfJi&g 
k^tffoqaaev . . . %va vipf inayytkiav to€ nvBv^azog 
laßtofiev — ^ 35, 48 = Mt. 28, 19: eig t6 ovofia Toi^ 
TtatQog ULai toi) vloi) xat toC ayiov Ttvsvfiareg^^^ 

3, 13*: XQiGTog ri/jiag i^rjyoQaaev hi r^g -Mnaqag — A 32, 38 
= Mt. 20, 28. Mc. 10, 45: dof^vai rr^v tfwxqv cevroff 
XvTQOv avrt noXkuiv^^^ 

3, 13^: 6 %QBixafiBvog iTti ^vXov^^^ — A 34, 27 = Lc. 23, 33. 
Mt. 15, 24. Mt. 27, 38: huu iatavQwaav avtov 

3,20: 6 Je »Bog elg iaviv^^^ - ^27, 1 = Mt.23,9: elg 

3,21: ^1^ yivoito'^^ — A 21, 33 = Lc. 20, 16: eiTtay' firi 
yipoiTo 

3, 24: 6 vofiog naidaywyog ^fiwv yiyovev elg Xqiavov^'^ — A 

23,8 = Mt. 5, 17: ovy, f^K&ov naraXvaai tov vofiov, 
aiXa TtXriQwaai 
3,27: oaoi yaq eig Xqiotov ißaTVTia&r^Te — Aib^AS [= 
Const. V, 7. Mt. 28, 19]: ßamiaaTB avxovg BXg fiov 

4,4*: OTB di ^Id'Bv ro ttAij^cü/uo TOd XQOvov^— A3jb = 

Mc. 1, 15: TtBTtXr^QWTai 6 %aiQ6g 
4,4^: B^aniatBiXBv 6 »Bog tov viov airoi?''® — -^21, 28 

= Mt. 21,37. Mc. 12, 6. Lc. 20, 13: artiotBilBv fVQog 

avTOvg Tov viov avTof^ 
4,5: iVa tovg vno vopiov B^ayoqdari^^^ — AZ%Z% = Mt. 

20,28. Mc. 10,45: doüvai eavTov Xvtqov dvti TtoHüy 
4,6: i^artioTBilBv 6 »Bog ro TtvBdfia rof vloC aitoü . . 

yLQa^ov aßßS 6 TtarrtQ — A 35,48 = Mt. 28, 19: Big 

To ovofia Toi) TtaTQog tmI toi) v\o^ aal Tof} ayiov 

TtPBVfÄOTOg^^^ 

4,6: k^artiaxBiXBv 6 &B6g to 7rveVf4a to^ vloü avzod . . . 

tlqSKov aßßa 6 natr^Q - A 33, 22 = Mc. 14, 36: 

aßßa 6 Ttarng^^^ 
4,7: wOTB ovTUTi Bi dof^Xog, alXa vlog' bI di viog, Kai 

KXrjQOPOfiog dia 9bo€ — A 21, 25. 26. 27. 28. 29 = Mt. 

21,34-38. Mc. 12,2-7. Lc. 20, 10-14: doHov-viov 

— ovTog iariv 6 'KXtjQovoiiog'^^ 

4, 9: f^aXXov de yvwa9ivxBg vrco »Bod ''* — ^ 20, 22 = Mt. 

7,23. Lc. 13,27: otx Byviov vfiSg 



70 Resch, Paolinismus. I. Textparallelen. 

4, 10: ^fiifog TtaQaTtjQelo&e xat fi^vag nai 'AaiQOvg tltL^'' 
— -*i 25, 2 = Lc. 17, 20: ovn e^xezvrt ij fiaaiXeia toD 
&eoC ^eta naQaTtjQtiaewg 

4, 12: ovdiv fu ^öiKi^aaTe ^ — ^ 1, 16 = Lc. 3, 14: fir^diva 

4, 13. 14*: oXdave de ort Sl' aa&eveiav rijg aa^TLog evtjyyeh- 
adfiTjP vfiiv . . xot lov nEiqao^ov vfiwv iv rj/ aagni 
fiov oi% i^ovdtv^aare — A 33, 25 = Mt. 26, 41. Mc. 
14,38. Lc. 22, 40: ^ij ifiTtiatjze eig TteiQaofiov .. ^ 
oai^^ aad-evrig ^^^ 

4,14^: id4Saa&4 fu wg Xqictop 'itjaoCv^* — ^12,16 = 
Mt. 10, 40. Lc. 10,16: 6 d%%6iiBVogvjiag ipii dix^vai 

4, 17: ^fjXofJaiv vfiag ov xakaigj aXla exxÄeZaat viiag &€- 
kovOLv^* - A 16, 16 = Mt. 23, 13 [Lc. 11, 52]: ovat 
Ifuv, yQafi/jiaTelgy oti nleieTe r^v ßaaileiav ziZv oiga- 
vwv MpinQoad'ev zwv avd'qtirtfav 

[4,25: %^ vvv^leqovoaX'qfx^ dovlevei yag fieta zwv TiyLvwy 
dvT^g^^^-A2i, 7. 8 = Lc. 13, 34. Mt. 23, 37: "le^ov- 
aal^fÄy ^leQOvoaXi/ifi . . . TtoaoMg ^d'^lrjoa eTtiaw- 
a|ot ra T€7t,va aov] 

5,4: otTiveg iv v6fi(p dr/,aio€a&€, t^ X^^r^tro^ i^eTtiaare 
— -// 26, 8 = Lc. 18, 14: ovrog dedmaiw/jiivog tj yag 



hiüvog^^ 



5, 10: 6 dira^aaauv vfiag ßaaraaei t6 %qifia^^ — A 16,10 
= Lc.20,47. Mc.12,40. Mt.23,14: dictToevo l'qipea&e 

5,11: To cxdvdalov to€ arav^oC"^ — ^34, 32 = Mt. 27, 
40,41. Mc. 15,31.32. Lc. 23, 36. 37: oi oQxieQeig ivi- 
Ttai^av airttp liyovreg' YjcaaßattD ano toO aravQoO 
xal mazevüWfAev avrtp^^^ 

5, 11 : to OTidvdalov zof) OTavQo€ ^^i = ^ 33, 8 = Mt. 26, 31. 
Mc. 14,27: iv tavry rrj w^tI axavdalia&fiaea&e iv 
ifÄoi — ^ 7, 23 = Lc. 7, 23. Mt. 11, 6: fAarAOQiog icTcv, 
og ovx Sv oxavdalia&fj Iv ifioi 

5, 14: öyoiQTtag vo^iog iv evl^^^ Xoytit neTtXt^qiazaij iv Ti[r 
ayaTcqaeig tov TtXrjaiov aov wg aeavv6v^^ — A 
13,5.« = Mt. 22, 39. 40. Mc. 12, 31 [Lcl0,27]: dev- 
%4qQL ifioia avty' ayaTfqoetg %hv TtXtjüiov aov atg 
aeavTov iv Tatraig zaig dvalv ivzokäig oXog 6 vofiog 
nXf]qoi)zai 

5, 19. 20: q)av€Qa öd iativ zd tqya zf^ cagKogy äzivd iaziv 



Der Galaterbrief. 71 

TtogveiOj oTLad'aQala, aoiXyeiay eldioXoXoTQelay 
q>aqfia%Eiay ex^Qaiy eg^g^ ^^^f &vpioiy igi^eiaif 
dLXoaraatai, algiaeig, ^>96yoij (xi&etty yuZfiot — ui 10, 23 
= Mt. 15, 19. Mc. 7, 21. 22: h rigg yutgöiag i^igxoyrai 
diaXoyia/jiol TtovrjQoif g>6voi, fAOixBiaiy TvoQvelaiy 
'dXoTtaij tpevdofjLOQTVQiaiy ßhxotfnfipilaL '^ 

5,21: Oi xoL Toiavi^a nqaaaovtig ßaailelav &eo€ ov yLktiqovo- 
fi^aovoiv^^ — ^ 10, 24 = Mt. 15, 20. Mc. 7, 23: raüTci 
ioTiv za iMHvothn^a tov äv&Qioftov 

5,21: oi TOiaVra TtQdaoovreg ßaaiXeiav deoD* ov xlrjQOvo- 
fi'qaovaiv — ^25,25 = Mt. 25, 34: xAi^^ovo^ijcrare 
z'^v ßaoiXeiav^^ 

5, 24: oi de zof) XQiazoO^Itjaoi) ztfv aa^Ka iazetvgtoaetv^^ 

- ud 21, 39 = Lc. 14, 27. Mt. 10, 38. Mc. 8, 34. Mt. 
16,24. Lc. 9, 23: og ov Xaiißavu zbv (fzavqov^^ av- 
roO . . ovifL iaziv fiov a^iog 

*6i» 1*: adeX^oi, iav xat ^QoXr^q>dff av&gwnog tv zivi Ttaga- 
Ttztifiozif vpielg oi TcvevfiOTi'Koi TLazagri^eze zov zoiofrroy 
iv TcvevfÄazi nqcivzrizog — u4 24, 18 = Mt. 18, 15. 
Lc. 17, 3: iav de ccfiagzi^afi 6 adeX^og aovy vrtaye 
eXey^ov aizov (isza^v aoü aal avzoi) fiovov^^ 

6, 1^- üniOTCwv cy€at;rov"i-^28,57 = Lc.1l,35. Mt.6,23: 
ünoTtei ovvy fi'^ zb q>wg z6 iv aoi ünozog ioziv 

6,1«: fiii xat av TtBigao^^g^^^ - ^33,25 = Mt.26,41. 
Mc. 14, 38. Lc. 22, 40. 46: iatj ifiTtiarize eig rtei- 
gaüfiov 

6, 2: aXXi^Xwv za ßaQfj ßaazaL€Z€y Tuxt ovz(og ava7tXf]Q€iaave 

%6v vofiov zo(^ XgiozoO — ud 20,37 = Mt20, 12: 
iaovg ctizovg ^fuv irtoirjoag zolg ßaazaaaaiv z6 
ßagog'^* - ^ 12, 34 = Mt. 11, 29: ßaazd};eze zov 
^vyov (äov*^ 
6,2: xai ovztjg ävaTtXtjQwaaze zov v6f40v^^ zof} Kgiatod 

— ^ 13, 6 = Mt. 22, 40: Iv zavzaig zdlg dvalv ivzoXaig 
SXog 6 v6f4og avaTtXrjgoCzai^^ 

6, 5: huiüzog z6 idiov (poQziov ßaazdaei — -^ 12, 36 = Mt. 

11,30: z6 (pOQZiov [äov evßdazaxzov^^ 
6, TV ^1^ nXavaa»t^^ - A 23, 25 = Mt. 22, 29. Mc. 12, 24: 

TiXavaa^e 
6,7**: o yoQ idv OTteiQr] av^^ wttocj ** — ^ 8,10 = Mt. 13,24: 

av&giü7t(ity dg i'oTceiQev ymXov OTtigfia 
6, 8»: »tqlott tp^oqdv^^ — ^ 8, 17 = Mt. 13, 30: nqog zo 



72 Besch, Paolinismus. I. Textparallelen. 

xaxaxavoai — ^8,43 = Mt. 13, 42: ßaXovaiv aitavg 

elg ttjv xdfuvov xov nvgdg 
[6,8^: »egloei Cfoijv al(6viov^^ - ^ 8, 44 = Mt. 13, 43: 

btldfAtpovaiv 61 Ötxaioi d)g 6 tjliog h xfj ßaadelq, rov 

noTQÖg aitdw] 
6,9*: xd xaXbv noiovvxeg^^^ v. 10: IgyaCd^/iie^a xd dya- 

»6v^^^ - ^ 26, 13 = Mt. 19, 16 [Lc. 18, 18. Mc. 10, 17]: 

xl äya^dv Jtoiiljoa}, Tva ^corjv al(bviov xXtjQovo/uii^ao} ; 
6,9^: /uiij ivxax&fiev — A 14, 18 = Lc. 18, 1: /^^ ixxa- 

xfjatjxE^^ 
6, 9«: xaiQcp yäg Idup »egiao/uev^^ - ^8, 16 = Mt. 13,30: 

S(og xaiQOv xov '^egia^iov 
[6, 12: fA6vov tva xcß axavQcß xov Xqioxov /htj dic&xcovxai ^^ — 

A 16, 23 = Mt. 23, 34. Lc. 11, 49: xa\ l^ avx(bv . . . 

iid)^exe\ 
6, 13: oiök ydiQ ol nsQixefivd/iEvoi ainol v6fxov qwldoaovoiv, 

dXXä ^iXüvaiv ifxäg jteQixi/iiveo^ai *• — -^ 16, 15 = Lc. 

11, 46. Mt. 23, 4: deafwiexe (poQxla övoßdaxaxra xal 

(fOQxü^exe hü xovg &fAovg x&v äv^gdmcov, aixol ök M 

xwv öaxxvlcDv i/jiwv oi nQOoy)av€X€ aixoTg 
*6, 14*: ^/^oi dk fxii yivoixo xavxäa^i el /nij h xcß oxavQcp 

xov xvqIov ijfJLWv *Ifjaov Xqioxov — A 21, 39 = Mt. 

10,38. Lc. 14,27. Mc.8,34. Mt. 16,24. Lc.9,23: 8g 

ov kafißdvei xöv oxavQOv aixov^^ . . . ovx loxiv 

/Aov ä^iog 
*6, 14**: dl ov ifjLol xöofiog iaxavqcoxai xdytb xdofxfp^^^ — A 

27,8 = Lc.9,25. Mt. 16,26. Mc. 8,36: xl xigiog xc3 

dy&Q(bncp, elxbv dkov xdofiov xegdi^aag Cfjfuo)^ iavxdv 
6, 15: dild xaiv^ xxiaig'^ — ^ 5, 15 = Mt.9,17. Lc.5,38. Mc. 

2,22: dXlä olvov viov elg doxovg xaivovg 
6,17*: xdnovg fxoi ßrjdelg nagex^'^co^^ — -^20,38 = Mt. 

20, 13: /iij juoi xdnovg ndqex^ 
6,17^: xd axlyfAGxa xov ^Irjoov^^^ h xco a(Ofiaxl fiov ßaaxd- 

Co)^^ - A 21, 39 = Lc. 14, 27. Mt. 10, 38. Mc. 8, 34. 

Lc.9,23. Mt. 16,24: Saxig ov ßaaxdCa tdv oxavQÖv 

iavxov. 

Der Brief an die Römer. 

1, 1—4: evayyihov ^^* ^sov^^^ . . . tisqI xov vlov avxov . . . xaxd 
nvtvfxa dytcoavviyg — ^35, 48 = Mt. 28, 19: elg dvofm 



Der Römerbrief. 73 

Tov naxQog xaX xov vlov xal xov äyiov nvev- 

1,3*: bi ajicß/iaioc ^avfitd^*^ — -^ 11,3 = Mt. 15,23: xvßic, 

vlbg Aaveid — -^ 15, l = Mt. 9, 27: iXerjadv juie, vlög 

Aavsid — ^'SO^l = Mt. 21,9. Mc. 11,10: cbaawä r(o 

vi(p Aaveid 
1,8: sixagiOTd) Tcp *£o5 /lov** — ^12,27 = Lc. 10, 21. 

Mt. 11,25: €ifx<^Qior(b oot, Jidreg 
1,9: S »sog, cß largevo)^^ - ^22,51 = Lc. 16, 13. Mt. 

6,24: ^€^ kargeveiv 
1,9^.10: äöialeiTiTCDg juvsiav vjudfv noiovfxai ndvxoxe bii 

x(bv TtQooevxfov fiov deofxevog^^ — A 31, 35 = Lc. 

21,36: de6fjL£voi ädiakelnxoyg 
1, 11. 12: dg xd oxi]Qix^r}v€Li ifiäg . . diä xrjg h äkkrikoig 

nlaxecog^^^ — ^ 33, 7 = Lc. 22,32: Tva jLirj ixktjzjj ^ 

Ttloxig iiA&v . . oxriQiaov xovg ddelqfovg oov 
1,16*: ov yäQ inaiox^vofiai xd eifayyiXioP^^^ —• ^21^4*^ 

= Mc. 8, 38. Lc. 9, 26: 8g äv inaiaxvv^fj jue xal xovg 

ifiovg X6yovg 
1, 16**: x6 eiayyihov . . dvvajuig yäg ^eov laxiv^^ — ^6,64 

= Mt7,29. Mc. 1,22. Lc. 4, 32: idldaaxev aixavg (bg 

l^ovalav ix^"^ 
1, 16®: elg acoxtjQiav navxl xcß niaxevovxi^^ — ^ 8, 32 = Lc. 

8, 12: nioxevaavxeg oco^cboiv 
1, 16®: etg omxtjQlav navxl x(ß nioxevovxi^^ — -^ 9, 23 = Mt. 

9,22. Mc. 5, 34. Lc. 8, 48: ^ nioxig oov oioo)xiv oe 
1, 16*: *Iovdalq} xe nqwxov xafElXrjvt^'' — -^11,8 = Mc. 

7,27 [Mt. 15, 26]: äq)€g tiqcoxov x^Q^^^^^^^ "^^ 

xixva 
1, 17*: dtxaioovvf] yag ^eov h avxcß äjtoxalvjiTexai — u4 

17, 20 = Mt. 6, 33 [Lc. 12, 31]: Cv^eixs nganov xrjv ßaot- 

leiav xov ^eov xal xijv dtxaioovvi]v avxov^^ 
1, 17»>: Ix nioxBOig elg nloxiv^^ — A 31,24 = Mt. 24, 13. 

Mc. 13, 13. Aid. 16, 5: ol inofAslvavxeg xfj nloxei 

aixcav elg xiXog, ovxoi ooi^oovxan — A 33, 7 = Lc. 22, 32 : 

iöei^'&i^v Tva f^i] ix k Inj] ij nloxig vfx&v 
1, 18: änoxaXvTnexai yäg dgyij ^eov iai oiqavov hü, naoav 

äaißetav xal äÖtxlay äv^Qcojtcov x(bv xijv äkij^etav 

Iv ddixlq, xaT£;u<5vTa>v — ^ 31,15 = Lc. 21,23: Soxat 

. . dgyii x(p ka^ tovtc^^^^ — ^ i^ß = Lc. 3,7. Mt. 

3,7: xi}g /Liekkovofjg dgyfjg^ 



74 Resch, Paulinkmiis. I. Teztparallelen. 

1, 21 : ovx m ^edv idöSaoav »• - ^ 22, 50 == Lc. 16, 13. Mt. 

6,24: eva xifAtjoei xal to€ higov 9caTa<pQovfjati 
1,25: ikdrgevaav^^ xfj xtIüsi naga xbv xxloavTa — ui 
22,51 = Lc. 16,13. Mt. 6,24: ov dvvao^e '»ecp largev- 
eiv Kai fjLüfKOvq. 

2, !•: & äy»Q(07i£^^ — AM^I = Lc. 12,14: &v»q<07ib — A 

5, 22 = D ad Lc. 6, 4: äv^Qcojte 
2,1^: Iv (^ yäQ xgiveig xbv hegov, ^eavxbv xaxaxQlveig^^ 

— w^ 6, 44 = Lc.6,37. Mt. 7, 1: /^^ xqlvexe, xal oi fxri 

xQi'&ijfie' fitj xaxadixd^exe, xal ai /i^ xaxadi- 

xao^tjxs 
2,3: koyl^fj dk xovxo ... Sri ov lxq>€v(ff xo xqlfia xov 

^eov; ^-—-^1,6 = Lc. 3, 7. Mt. 3, 7 : tfe inidei^ev ijLuv 

(pvyEXv äjto x^g jüieXXovüvjg ^^y^^;— -^31, 85 = Lc. 

21,36: IxipvyeTv xavxa ndvxa xä p.illovxa^^'^ 
2, 4: xov TiXovxov xrjg xQ^joxöxtjxog avxov . . xaxatpQoveig;^^ 

. . . tä xQtioxbv xov ^eov^'^ — ^6,42 = Lo.6, 35: 6 

naxriQ ifi&v 6 oigdviog XQV^''^^ ^^'^^ "" -^ ^2, 50 = Lc. 

16, 13. Mt. 6, 24: xov higov xaxa<pQovijo€i*^ 
2,5*: xaxd di xijv oxXriQdxtfxd cov ^^ xal äfjietavdtftov xag- 

ilav — A 23, 13 = Mt. 19, 8. Mc. 10, 5: ngbg xijv 

oxirjQoxaQÖiav vfjuov^^ 
2,5^: i^ifcavQiCeig oeavx^ ögyijv iv fifiiqq. dQytjg xal dnoxa- 

kvipeayg dixaioxQiolag xov ^eov — -^27, 41 = Mt. 

12,36: ol &v^QO}7ioi dnodAoovoiv . . X6yov Iv ^juiiga 

XQioea)g^^'' 
2,5®: aeavxfp dgyijv iv ^/i^^ dQyfjg ■— -A 31,15 = Lc. 

21,23: bqyii t(J> Xai^ txwr^^i» 
2,6: og dnobihoti ixdoxq) xaxd xd Sgya avxov^^'' — 

u^ 27, 40 = Mt. 16, 27: xdie dnodcboti ixdoxq» xaxd 

xd Igya avxov 
2,7": xad' inofioviiv iqyov dya^ov^^ — ^8, 35 = Lc. 

8,15 [Mt.4,20. Mt.13,23]: xaQJioq)oqovoiv iv ino- 

fiovij — ^26, 13 = Mt. 19, 16: xi dya^öv noii^oQ}^^^ 
2,7»»: Cv^ovoiv Cwi^v afcöveov — ^26,13 = Mt. 19, 16. Lc. 

18,18. Mc. 10, 17: fva ^ojijv alibviov xlt]Qovofxiljoo} ^^^ 
2,9: 'lovöalov xe Jtg&xov xal'^kltjvog.^'' v. 10: *Iovdalcp 

x€ jiQwxov xal TSXlfjVi — ^ 11,8 = Mc. 7^ 27 [Mt. 

15,26]: 7tQa>xov . . xd xixva 
2, 10: T<j> igyaCofAivcp xd dya^dv^^^ — ^ 26, 13 = Mt. 

19, 16: xl dya^dv noii^oo> 



Der Römerbrief. 75 

2, 12: 5ooi yäg ävo/Acog fjfioQxov, ävo/ncog xal änokovv^ 

rai' xal Saoi iv v6ix(p ij/jiaQxov, did vö/liov xqi- 

tfiJaovTai«» - ^ 18, 19. 18 = Lc. 12, 48. 47: 6 /li] 

eldmg tö ^ikrifxa xvqIov xal fit] noicäv avro Öagi)- 

cerai diiyag . . , 6 eldd>g t6 ^ikt]/4,a xvqIov 

avTOv xal fii} Tioirjaag Jigög xb ^elTjfjia avxov dagi]- 

aexai nokkdg 
2, 13*: oi yäQ ol äxgoaxal vd/uiov dlxaioi Tiagä np ^eco^^ — 

-// 6, 61 = Mt. 7, 26. Lc. 6, 49: S äxovü)v fiov xovg 

kSyovg xal juij noUov ainovg Sfioiög laxiv ävÖgl jucoQfp xxk. 
2, 13**: ol Ttoirjxal v6fiov dixaim^oovxai^^ — -^ 6, 58 = Lc. 

6,47. Mt. 7, 24: Smig äxovei piov xovg köyovg xal 

noitl avxovg . . . Sfwiog loxiv dvdgl q>Qovi/jicp xrk. 
2, 14: €'9vrj xa /x^ vd/uov ixovxa qwaei xA xov vofiov noi- 

waiv ^^«-^ 6, 38 = Mt. 5,47»»: ov^l nal ol i^vixol 

xb avxb noiovatv; 
2,16: xqIvsi 6 ^ebg xä xgvjzxä** xcbv dv^QCOTioyv xaxd xb 

eiayyikiöv fAov did *Ir]oov Xgiaxov — ^ 16, 28 = Lc. 

12,2. Mc.4,22. Mt.10, 26. Lc. 8,17: oi ydg iaxiv xqv- 

nx6v, o oi) (paveqbv yevtjoexai 
2, 17": av *IovdaXog^^ htovofxdl^fi xal biavcmavfi v6^(o — ^ 

26,5 = Lc. 18, 12: vrjaxevo} dlg xov oaßßdrov, dnodt- 

xaxevo) ndvxa •• 
2, 17»>: xal xavxäoai h *ea>** - ^26, 4 = Lc. 18, 11: o 

'^edg, evxaQiaxw aoi, 8xi ovx elfü (bg ol koinol 
2, 18: yivwaxetg xb »ikrifia «» - ^ 18, 18 = Lc. 12, 47: o 

dovkog 6 yvovg xb ^ikrj/Aa xov xvqIov avxov 
2,19*: Jiinoi'^dg xt aeavTcJv** — -^ 26, 1 = Lc. 18, 9: ebiev 

ik nqdg xivag xovg ntnoi^oxag itp' iavxoTg 
2, 19^• Sifjybv elvai TV9>Ad>v»5 - ^ 10, 16 = Mt. 15, 14: 

Sdf^yol^^ tloiv xv(pkol xvq)k(bv^^ 
[2, 19^• <pa)g xcov iv axoxei^^^ - A 28,57 = Mt. 6, 23. Lc. 

11,35: d o^v xb (pdog xb Iv aol oxöxog iaxlv, xb 

axdxog ndoov;] 
2, 20: ixovxa xijv fAdQqxooiv x^g yvdioeoig^^ — A 16, 16 

= Lc. 11, 52. Mt. 23. 13: ^;u€Te r^v xkElöa x^g 

yvcooeojg 
2,21^22: S xrjgvoacov /Atj xkinxeiv xkbtteig' 6 kiywv jui] 

jLioix^veiv /M)ixBveig^^ — ^26,4 = Lc. 18, 11: ovx 

elfjil cbg ol kouiol xwv dv^Qc&TKOv, Sgnayeg, ädixoi, 

ßioixol 



76 Besch, Paalinismus. I. Textparallelen. 

2,23«: iv v6ßup xavxäoai^^ — ^ 26, 5 = Lc. 18,12: yrjareva} 

. . . äTtodexazevcD 
2,23^: diä tfjg Ttagaßdoecog tov vöjhov t6v '^eov ixi- 

/xdfceg;" — ^10,4 = Mt. 15, 3. Mc. 7,9: nagaßaU 

vexe jrjv IvroXijv rov dcov — -^ 10, 7 = Mt. 15, 6. 

Mc. 7, 6: fj^ertjoare rdv vdßiov rov ^eov 
2,27: xQivEi ^ ix q>voecog äxQoßvaxia t6v v6fxov re- 

lovoa ok tiv did yqdfAfAaxog xal neQiTOßxfjg naQaßdttjv 

vöjiwv 10^ - ^ 15, 22 = Mt. 12, 41. Lc. 11, 32: ävÖQeg 

Nivevixai ävaaxtjoovrcu hrfj xglaei ßietä rtjg yeveäg tov- 

Ttjg xal xaraxQivovaiv oi^Ti7V—w^l5,24 = Mt. 12,42. 

Lc.11,31: ßaolliaaa v6xov . . . xaxaxQiveX aixfjv 
2,28: ov Y^Q S Iv xcp <paveQ0*Iovdcu6g Icxiv, oidk ^ Iv xq} 

q>av€Q0 h aagxl JieQixo/uiil] , AXX' S iv x0 xgvnxq} 

lovöaiog^^ — -^14, 7 = Mt. 6, 6: xal 6 TtatriQ oov 6 

ßlinoyy iv x(p xQvnx^, inoöAou ooi \iv xq> ipa- 

vtQ0] - A 28, 17. 26 = Mt. 6, 4. 18. 
3, 1: xi oiv x6 negioabv xov 'lovdaiov;^^ — A 6,38* = 

Mt. 5, 47: xi negioabv noime; 
3,4: fiii yivoixo. v. 6: jLiij y^froiio''* — ^ 21, 33 = Lc. 

20, 16: äxovoavxeg dk ehtav /uiij yivoixo. 
3,7: xdyä) (bg &fxaQxo}kbg xQlvofjuai^^ — -^i 26, 7 = Lc. 

18, 13: fioi T(p &ßiaQxa}X0 
3, 9: Ttdvxag vq>* d/uiaQxlav eJvai •• •— ^ 26, 7 = Lc. 18, 13: 

IXdai^xl fioi xcp dfiaQxoikcp 
3, 10: oix iaxiv dixaiog ovdh cfc •• - ^ 26, 1 = Lc. 18,9: 

ehiev di jiQÖg xivag xobg nenotd&tag iq? iavxoig, Sxi 

sialv dlxaioi 
3,20: i^ Iqyo>v vößxov ov dixaiü)'9fja€xai näoa odq^ 

ivdmiov airtov — -^ 26, 8 = Lc. 18, 14: xatißij oixog 

dedixaiw/jiivog . . Jtag^ ixeivov^^ 
3,21: jüiaQxvQovßiivt] vjtb xov vdfAOv xal xa>v TtQo- 

<pt]X(bv^'' — ^23,39.40 = Lc. 16,28. 29: Sncog dia^ 

/jiaQxvQt]xai avxoTg .... ?;uot;a«v Ma}i)oia xal 

xovg 7tQoq)i^xag^^ 
3, 23»: jtdvxeg ydg ^fiaQxov^^ — ^ 26, 7 = Lc. 18,13: Udo- 

^t/ /M)i xcp dfxaQxoykq) 
3,23^: xal ioxeqovvxai x^g d6$ijg xov ^sov — -// 26, 16 = 

Mt. 19,20: xi hi voxeQ<b;^^^ 
3,24*: iixaeov/icvo«*' — ^ 26, 8 = Lc. 18, 14: xaxißtj ovxog 

dedixaioD/uiivog 



Der Römerbrief. 77 

3, 24^: dcogedv^^ - ^ 12, 12 = Mt. 10, 8: dcogeäv IXdßete 
3,24*: dta t^g dnoXvTQ(i>0€(og rtjg Iv XQiaxcp 'Ir^oov^^^ 
— ^32, 38 = Mt. 20,28. Mc. 10,45: dovvai iavrdv 

IVTQOV 

3,25*: 8y ngoi^eto 6 ^edg HaortJQiov — ^ 26,7 = Lc. 
18,13: 6 »sog, lkda'9fixl fxoi^^ 

3, 25^*: h T(J> airov atfiaxi . . diä t^v ndgeoiv x&v ngo- 

yeyovdrojv dfiaQxrjfidxcov — A 32,20 = Mt26, 28: 
TovT<5 lAOv ioxiv xo olfiG . . xö vTikg ifiwv Ixxvvdfievov 
elg ä<p€oiv djüiaQxicbv^^^ 

3,26: TtQ&g xijv lydei^iv xtjg dixaioovvtjg aixov — .^17, 20- 
= Mt. 6, 33: xrjv dixaioovvtjv avxov^^ 

3,28: dixaiova^ai jtiaxei äv&Qcojiov x^Q^^ iqycov v6^ 
/iov** — ^ 26, 8. 5 = Lc. 18, 14. 12: ovxog dedixaia)- 
fiivog , . ^ y&Q ixeXvog 6 0aQiaaiog . . v. 5: vtjaxevo} 
. . dnodsxaxevo) 

3,31: vdfAOv otv xaxaQyovfiev did xijg nloxscog; fArj yi- 
voixo, dXXd vdfAov laidvo/ifir®' — -^ 23, 7.8 = Mt^ 
5, 17: fjit) vofiiorixt 8xi ^X'^ov xaxaXvaai x6v v<J- 
/xoy* oix Ijl^ov xaxaXvaai, dXkd nkriQ&aai 

4,4: xip dk iQya^o/xivq) ^ fAio^bg ov loylCexat xaxd 
Xdgiv, dXXd xocxd bq>Eatifxa — A 20, 33 = Mt. 20, 8: 
xdieoov xovg Igydxag xal djtoÖog avxoTg x6v fAia^dv'^^ 

4, 5: x6v dixaiovvxa xdv doeßrj^^ — A 26, 8. 7 = Lc. 18, 

14.13: oxnog bzbixai,(nixivog . . , pudixii^ djbtaQxcolcp 
4, 12": xal naxiqa negnofiflg xoTg oix Ix TteQixofAtjg /ao- 

vov^ — ^ 1,8 = Lc. 3, 8. Mt. 3, 9: xal fxij äg^rja^e 

liyeip h iavxoig' naxiga Ixofiev xdv ^AßgadfA 
4, 12**: diXd xal xolg oxoixovaiv xolg Txyeaiv xijg iv dxgoßvaxlq 

7thxB€og xov TiaxQÖg f^fA&v ^Aßgad/u, — A \^9 = Lc. 

3,8. Mt. 3, 9: xixva xco 'Aßgad/ui^ 
4, 16: Ix Ttlaxewg 'Aßgadfi^^ - A 23, 42 = Lc. 16, 31 D: 

ebiev dh [sc.'AßQadßi] avxcp .... Jiiaxevaovaiv 
4, 17: »eov xov Coonoiovvxog xovg vexgovg xal xa- 

Xovvxog xd fjtij Svxa &g 8vxa ^ — ^1,9 = Lc. 3, 8. Mt. 

3,9: ivvaxai 6 »edg Ix x6)v i,l'9(ov xovxcov lyeiQai 

xixva xcp 'Aßgadfi^ 
4,20: IvedvvajLuo&i] xfj nloxei öovg Öd^av x(p »ecp*^ — A 

24,55.56 = Lc. 17,18.19: ddoei dd^av xcp »ecp 

fl 71 lax ig oov oiao)xiv oe 
4,25: Sg Ttagedd^rj did xd nagaTncb/naxa ^/iö>v ^^^ — ^ 33, 29 



78 Resch, Paulinismus. I. Textparallelen. 

= Mc. 14, 41. Mt. 26, 45: Idov nagadldorai S vldg 

xov äv&Q(o7iov elg rd? x^^Q^^ ^^ äjaaQTCoXaw 
[4,25: og Tiagedö^ti^^^ - ^ M,\9 = Mt. 27, 26. Mc. 15, 15. 

Lc. 23, 25: rov dk Urjaovv naqiöcDXEv, ha (rravQCxy&fj] 
4,25: JiaQedö&T) did rä TiagaTtTCÜjuaTa i}/ift>v — ^ 32, 20 = 

Mt. 26, 28: elg ätpeoiv äfiaQuibv^^^ 
5, 1*: dixaico^ivreg o^*» — ^26,8 = Lc. 18, 14: xarißti 

ovTog dedixaiCDfjiSvog 
5, !•: dixaico^ivreg o5v — -^ 7, 58 = Lc. 7, 48: äcpicovTai 

aov al &fxaQTiai^^ 
5, 1**: hi Ttlorscog — ^ 7, 60* = Lc. 7, 50: ^ niaxig aov oi- 

acoxiv ae^^ 
5, 1®: stgiljvf^v ^;ijo/iev Jigdg rdv dcAv dtä xvqIov fjiMüv ^hjtjov 

Xqkitov — -^ 7, 60 = Lc. 7, 50: elnev de . . jioqbvov h 

5,1.5: JtQÖg rdv '&e6v Öiä xov xvqIov ijfxcbv ^Itjoov Xqi- 

axov . . . dta xov nvevfAaxog äylov — ^ 35, 48 = 

Mt. 28, 19: elg xo Svofia xov Jtaxgdg xai xov vlov xal 

xov äylov Jtvev/jiaxog^^^ 
5, 2: dl ov xal xrjv TiQooaycoyijv ioxfixa/iEv^^^ — ^ 34, 39 = 

Lc. 23, 45. Mt. 27, 51. Mc. 15, 38: x6 xaxajiSxaojua xov 

vaov laxlo'9i] elg dvo 
5,6: iTiig äoeßcov äjii^vev^^^ - ^ 33, 15 = Lc. 22, 37. 

Mc. 15, 28: tovto xo yeygafjifiivoy' xal /nexa ävöficov iXo- 

yio^f h Ifiol ijiiriQ(ü&r) 
5, 8*. 9*: Ixi äpiaQxcoXojv dvxcov fjfjuüv ... öixaioy'^evxeg^^ 

— ^ 26, 7. 8 = Lc. 18, 13. 14: Üdo^xi fxoi xcp äjuag- 
xcok0 . . . ovxog dedixaicD/jiSvog 

5, 8**: Xgufxdg inkg fifiibv äni'&avev — ^ 32, 38 = Mt. 
20,28. Mc. 10,45: dovvai xijv tpvxfjy avxov . . ävxl 

5,9^: 6ixaio>^ivxeg h xco aXfiaxi aixov — -^ 32, 20 = 
Mt. 26, 28: xb aljud fxov . . elg äq>eoiv äfiaqxiwv^^^ 

5,9*: o(0'd'rio6ixe'&a dt aixov ino xtjg dgy^g^ — ^ i^^ = 
Lc. 3, 7. Mt. 3, 7: (pvyeXv inb xtjg fAeilovarig ögyijg^ 

— ^ 1, 11. 13. 15 = Lc. 3, 10. 12. HD: xi noi^oayfisv, 
iva oo}'9a)fAev;^ 

5, 10: xaxYiXkdyrifAev xco ^e(p iid xov '^avdxov xov vlov 
aixov — yl 32,38 = Mt. 20, 28. Mc. 10, 45: dovvai iavxdv 

kvXQOV ^^® 

5,17: ßaoiXevoovaiv öia xov Ivdg 'Irjaod Xqioxov^^^ — ^ 



Der Römerbrief. 79 

32, 26=712' ad Lc. 22,30: [ovjüißaaiieva'eTs fiex iiAov] 
Iv xfj ßaoikeiq, fxov 
5, 19: dia rijg inaxoijg rov iy6g "« - ^ 33, 26 = Mt. 26, 42. 
Mc. 14, 39. Lc. 22,42: /a^ tö ^UrifAd juov äXXä xo 
odv yivia'9co 

5. 21: &o7i€Q ißaaiXsvoev ij äjuagxia iv x^ '9avdxq), o5x(og xai ij 

XdQiQ ßaadevofi . . elg Cfotjv — ^ 20, 3. 4 = Mt. 7, 13. 14: 
dbidyovoa elg ti]v änookeiav . . elg xriv C^V^''^ 

6, 3: fj äyvoeixe 8xi 8aoi Ißanxla^tifxev elg Kguninf 'Irjaovv, 

elg x6v '9dvaxov aixov ißajtxio^tj/xev — ^ 35, 48 

[=Const.V, 7. Mt. 28, 19]: ßumiaare auxovg «r? fiov 

xov ^dvaxoy^''^ 
6,3: 5ooi Ißajixto&fjjLiev elg Xgtoxdv 'ItjaovVf elg xhv 

^dvaxov aixov Ißanxio'&rifiev^'^^ — .^19, 2 = Lc. 

12,50. Mc. 10, 38: ßdnxiofia ix^ ßanxio^fjvai, xal 

Jiibg ovvixoiÄai ftog 8xav xeleo'&fj 
6, 4: ovvexdq)rifAev oiv avxco ^** — ^ 34, 50 = Lc. 23, 53. 

Mt 27, 59. Mc. 15, 46: i^tjxev avxov Iv juvtjjLielq} 
6, 4: fiyiQ^ri Xgiaxdg ix vexQcbv^^*^ — ^ 35, 6 = Mt. 28, 6. 

Mc. 16,6. Lc. 24, 6: i}yiQ'9ri dno xöv vexQcbv 
*6, 4: iy xaivoxtixi ^corjg'' — ^ 5, 15 = Mt. 9, 17. Lc. 5, 38. 

Mc. 2, 22: ßdkkovoiv olvov viov elg äoxovg xaivovg 
6, 5: ovfMpvxoi yeydva/iev xq) öfjLOiwfiaxi xov ^avdxov 

aixov 8« - ^ 21, 39 = Lc. 14, 27. Mt. 10, 38. Mc. 8, 34. 

Mt. 16, 24. Lc. 9, 23: bg oi ßaoxd^ei xov oxavQov 

aixov* Vgl. R. 6, 6: ovveoravQwi&r} 
*6, 6: 6 TtaXaibg ij/uibv är&QODnog'^ — ^5,12.14 = Lc. 5, 

36. 37. Mt. 9, 16. 17. Mc. % 21. 22: Ijudtiov nakaiov . . . 

äaxovg naXaiovg 
6, 9: XQunbg iyeg'&elg ix vexQcbv ^^* — ^ 35, 6 = Lc. 24, 6. 

Mc. 16,6. Mt. 2S,6: äUd ijyiQ^tj 
6, 11: koyl^eo'&e iavxovg elvai vexQovg /ikv xfj dfiaQxiq., ^cbv- 

xag dk xco ^eat iv XQiaxa> *Itjoov *• — ^ 23, 29 = Lc. 

20,38. Mt. 22, 32. Mc. 12,27: oix Saxiv ^edg vexQcbv 

äUa Ccovxcov Jidvxeg ydg aixco ^cboiv 
6, 11: vexQovg fikv xfj äjMiQxia, ^(ovxag di x(o ^eq>^^ — A 

22, 23 = Lc. 15, 24: ovxog 6 vl6g juov vexgog fjv xal 

ävi^tjoev 
6, 13: Ttagaoxi^oaxe iavxovg xq) '9e(p d>ael ix vexgwv C^/^vxag 

— w^ 22, 33 = Lc. 15, 32: ovxog vexgog fjv xal äve- 

Ctjoev^^ 



80 Resch, Paaliiii6ma8. I. Teztparallelen. 

6, 13: fjifjdi nagundvete id ßiiXtj ipubv Snia iduclag rfj ä^^lq, 
iXXa Tiagaoüijoate td juiilfj ißuov SjtXa dixatooüvtjg — 
-^24,5.7 = Mt. 5, 29. 30: avpupigei ydQ ooi, Tva dnö- 
XfjTCU Sv rcbv juelcbv oov '^ 

6,15: /Af] yivono''^ — ^21,33 = Lc. 20, 16: dxovaavteg dk 
ehtav fjiii yivoixo 

6, 19*: did rijv da^iveiav rrjg oagxdg -— ^ 33, 25 = Mt. 
26,41. Mc. 14,38: ^ dk adg^ ia»ev^g^^^ 

6, 19^: &07ieQ ydg nageattjocne id fiilq ijuuav dovXa rfj dxa^ 
^aQolq. xal rfj dvofiiq. elg tt^v dvofilav — ^ 16, 3 = 
Lc. 11, 39. Mt. 23, 25: ro taoy&ev vfubv yefxei dxa- 
^aqolag xal Ttovi^glag^^ 

6, 19*^: ovTCog vvv nagaoTi^aaTe rd jutütj vfA&v dovka xfl di^ 
xaioovvj]^^ — [w^l6,4] « Lc. 11,41: rd Ivdvra ddre 
iletjjLioovvfjv [rrpri:ih = t^ dixatoavvjj] 

6, 19**: elg äyiaa/niv — -^ 16, 4 = Lc. 11,41: xal Idov ndvxa 
xa^agd toxai ipuv^^ 

6, 21. 22: x6 ydg tilog Ixelvayv '^dvaxog . . . x6 dk xiXog ^(oijv 

alcoviov''^ - ^ 20, 3. 4 = Mt. 7, 13. 14: ij ödög ^ dnd^ 
yovoa elg x^v dnciXeiav . . . i} ödög ändyovaa elg xf^v 
CcoTJv 
6,23: rd ydg dtpc&via x^g dfiaQxlag ^dvaxog, x6 di X'^Q^H-^ 
xov deov Ca>^ al(üviog — ui 20, 3. 4 = Mt. 7, 13. 14: elg 
X7]v dnAXeiav . . . efc t^v l^(orjv'*^ 

7, 3*: fd>VTOff xov dvögog fxoixo-Xlg xqrifAaxlaeif idv yivtj- 

xai dvögl ixiQ(p »« — ^ 23, 18 = Mc. 10, 12: idv yvvi} 

ISil'&f] djib xov dvÖQÖg /AOixdxai 
7,5: rd na'^rifAaxa xtbv dfjtagxicbv . . ivtjQyeTxo h xoTg jui- 

Xeoiv fjfjubv elg xb xagnoipoQfjoai x^ ^avdxco^^ — ^ 

24,4.5 = Mt. 5,29. Mc.9,47. Mt. 18,9: el de 6 6q>- 

^alfidg oov 6 de^idg oxavöaXl^ei oe, i^eXe avxdv 

ovjuupigei ydg aoi, Tva dndXtjxai Sv x(bv fxeXibv oov 
7,6: iv xaiv6xf]xi nvevfjunog xal ov TiaXaioxrjxi ygdfAfia- 

Toc'^ — ^ 5, 14 = Mt. 9, 17. Lc. 5, 37. Mc. 2, 22: ovöelg 

ßdXXei olvov viov elg daxovg jtaXaiovg 
7, 7: /AT] yivoixo'^^ — A 21, 33 = Lc. 20, 16: dxovoavxeg di 

ehiav fjifj yivoixo 
7, 10: evgi&fj pioi ij ivxoXij ^ elg Ccoi^v — A 26, 14 = Mt. 

19,17: el dk MXetg elg xrjv fco^v eloeX^eiv, xi'jqtjoov 

xdg IvxoXdg ^^^ 
7,17—19: wvl di oixexi iyä) xaxegydCofiai avxb dXXd fi ivoi- 



Der Römerbrief. 8 t 

xovaa h ifioi äfiaQxla' oJda yäg Sxi aöx otxeT Iv ifxol, 

jovt' icTiv h xfj oQQxl fxovt iya^6v . . . S ov ^ikco 

xaxdv Tovro Ttgäooco — ^ 10,23 = Mc. 7, 21.22. Mt. 

15,19: Soco^sv l^iQxovrai öiaXoyiafAol xaxoi xrX.^^ 
7,18: rö ^ekeiv naqdxtnai fwi^^'^ — A 33,25 = Mt 26,41. 

Mc. 14,38: t6 [Akv Ttvevfxa nqö^vfiov 
7,18: t6 dk xaTegya^ea^ai td xakdv — ji 26,13 = Mt. 

19, 16: xi &ya»6v Ttoi^oco^^^ 
7,23: ßkinco . . vdjuov h xoXg fxikEoiv fiov ävnotQarevöjusvov 

T(p vofjup Tov vo6g fxov xal alxfAakcoxil^ovxd fie iv 

xqj vofAcp xrjg äfiagxiag xcp 8vxi iv xoig fiikeolv /iov** 

— ^ 24,' 7» = Mt. 5, 30. Mc. 9,43. Mt. 18,8: ovpupigei 

ydg aoi, Tva dbiökrjxai Sv x&v fiek(bv oov — ui. 24, 4. 6 

= Mt. 5,29. Mc.9,47. Mt. 18,9: eI 6 dfp&akf^dg oov 6 

dsSiog oxavdaklCsi ae 
7,24: xig fjie ^oexai ix xov o(bfiaxog xov '9avdxov xov- 

Tov;*2 — ^ 24, 7*» = Mt. 5, 30: xai /ni] Skov xd oö/nd 

aov elg yeevvav änik^u 
[7,25: evxcLQioxcb xcp *fi<^*5 — ^12,27 = Lc. 10, 21. Mt. 

11,25: svxcLQioxQ) ooi, Jidxeg] 
[7,25: dovkevQ} vdfxq) *£ov »« — ^22,51 = Lc. 16, 13. Mt. 

6,24: '^Eco dovkevtiv] 
8,3": xb yaQ ädvvaxov xov vdfxov . . S ^e6g xxL — A 

26, 25 = Mt. 19, 26. Mc. 10, 27. Lc. 18, 27: xö ädvvaxov 

Tiaga dv&Qibnoijg övvardv nagä x(p ^eq^ ^®^ 
8,3^: iv ([ß ycLQ ^o'&ivei dia xfjg ao^xcJc — -^ 33, 25 = Mt. 

26,41. Mc. 14, 38: ^ dh odg^ äo^ev^g^^^ 
8, 3^• 6 »edg xöv iavxov vlov ni/Litpag''^ — A 21, 28 = Lc. 

20,13. Mc. 12, 6. Mt.21,37: nifitpo} xöv vl6v fAov 
8,4: iva x6 dtxaUo/Mi xov vöjnov nkt^gco^fj — -^^23, 8 = 

Mt 5, 17: Ijk^ov . . xov vöjulov . . nktjQcbaai *'' 
*8,5.G: xd xfjg aagxog q)Qovovotv . . . xö q>Q6vfifia xfjg 

oQQxdg^^ - ^ 11, 20 = Mt 16, 23. Mc. 8, 33: ov tpQo^ 

velg xd xov ^eoC, dkkd xd xwv äv^gcoTicov 
8, 7 : T^ ipQÖvrjjMX xfjg oaQxög . . . xco vd/m) xov ^eov ovx vno- 

xdaoexai, ovdi ydg övvaxat — yl 26, 24 = Lc. 18, 26. 

Mt 19,25. Mc. 10,26: xlg äga övvaxat aco^vai;^^^ 
8, 9: tUnsQ nvtvfia '9eov olxeT iv ipiXv' el di xig Jtvev/Aa 

Xqioxov ovx ^x^i, ovxog oix Soxiv avxov — A 35, 48 = 

Mt28, 19: üg Svofw. xov naxQÖg xal xov vlov xal 

xov dyiov nvev/ijiaxog^^^ 

T«zt«a.Unt«rBiiohuDgen. N. F. Xn. 6 



b2 Resch, Paulinismus. l. Textparalleleii. 

8, I !■: el dk xd nvevfxa tov lyelgavio^ rdv^Irjoovv hc vexgibv 
olxei h v/juv — ^35,48 = Mt. 28, 19: elg övofxa xov 
TzaxQog xal xov vlov ?«a{ xov äylov Tivevfiaxog^'^^ 

S, II**: 6 iyelgag ix vexgwv Xqioxov ^h]oovv . . dia xov 
nvevfxaxog — ui 35,48 = Mt. 28, 19: flg Svofia xov 
naxQog xal xov vlov xal xov äyiov TivevfJiaxog^'^'* 

8,13: xäg Jiqd^eig xov owjuaxog ^avaxovxe ^*'^ — ^i 24, 5 
= Mt. 5, 29: e^eie avxov . . fii] okov xd owfxd oov 
ßüf]&f] elg yeewav — ^ 24, 6. 7 — Mt. 5, 30: f.xxoxpov 
avxriv . , , fii] okov xd oibfid oo\^ elg yeewav änik'&fi 

|8, 14: Soot yoLQ nvevpLaxi {^eov äyovxat — ^2, 10 = Lc. 4, J. 
Mt. 4, 1. Mc. 1, 12: ijyexo iv Tivev/iaxi^'^*] 

8, 15: XQd^ojLiev' äßßa 6 Jtax^g ^'^'^ - ^ 33, 22 = Mc. 14, 3(> 
[Mt 26, 39. Lc. 22, 42]: jTQootjvx^^o keycov Aßßa 
6 naxi]Q 

8, 15—17: TTvevfia dovkelag . . Tivevfxa vlodeo lag . . eojÄev 
xexva &eov' ei de xexva, xal xktjQovojuoi'' xkt]Qov6~ 
juoi jaev rJeov, ovvxkriQOvofxoi dk Xqioxov — ui 21, 
27-29 = Mt. 21, 35-38. Lc. 20, 10-14. Mc. 12, 3-7: 
äjieoxeiker xovg öovkovg . . Tidkiv oTtemeikev äkkovg 
dovkovg . . vaxegov (hieoxeikev . . xov vlov ainrov . . 
ovxog ioxiv 6 xkijoovoßj.og'^^ 

8. 15—17: äßßa S TiaxrjQ' avxo xd nvevfia nvjnjLiaQxifQet . . . 
avvxkrjQorö/jioi de Xqioxov —^35, 48 |— Const. V, 7. Mt. 
28, 19]: ßanxioaxe ainohg eXg pLov xov &dvaxov in dvojuaxo^ 
xov i^eov TiaxQog xal /nagxvQia nvevjuaxog äyiov^^^'' 

8, 17: eJjTeg nvvndoxojiiei', Tva xal ovvdoSaa^d)/xev — -./ 
28, 8 — Mt. 5, 10: jnaxdgioi oi Jido^ovxeg did xd ovojuu 
fiov , oxi «t»Td>r eoxtv */ ßaoikeia xo)v ovQayiiyv^^ — ^/ 
35, 26 — Lc. 24, 26: xavxa edei Tiaf^elv xdv Xqioxov xal 
eloek&elv elg xijv do^av avxov ^^^^ 

8, 18: 01»;^ a^ia xd jiaßij/naxa xov vvr xaiQov .t()o^ xijv juek- 
kovoav do^av -- A 35, 26 -- Lc. 24, 26: xavxa edei 
na^eXv xdv Xgioxdv xal einek&eTv elg xi]v do^av 
avxov ^^* 

8, 18: ovx ä^ia xä jraüiljjuaxa xov vvv xaiQov Jigdg xijv jnik- 
kovoav do^av^^^ - vi 26, 27 -- Lc. 18,29.30. Mt. 19, 
28. 29, Mc. 10, 29. 30: 8g ätpfjxev Tidvxa evexev ifiov 
jiokkaTikaoiova xkr^Qovofirjoei iv xo) xaigo) xovxqy xal 
ev x(p aliovi x(ü ig^o/xivfo ^(oi]v alcoviov 

8, 22: näoa fj xxioig avaxevdCei xal ovvojdlvei äxQt xov vvv 



Der Römerbrief. ^'S 

— ^ 31, 6 = Mt. 24, 7. Mc. 13, 8: ndvra de Tavra äQxh 

S, 22: Tiäoa fi xTioig ovorevul^ei xal oifvcodivei^^"^ — ^31,34 
= Lc. 21, 34. 35: xal biimfj i(p' v/mg dhpvidiog fj fjfiiQa 
hceivri &omQ *; (hdiv xfj iv yaorgl Ix^^^tl 

8, 23: djiexdexojuevoi ri]v äjioXvxQCOoiv tov ow/iaxog ^/jL(bv^^'' 

— ^i31,3l = Lc. 21,28 [Mt. 24,31 D]: äQxo/ieyayv dk 
rovTCOv äraßk^ipare xal btdQote rag xecpalag vfjL&v, duki 
lyylCei f] djiokvrgcoaig v/xcöv 

8,26: rö yäg xi TtQoaev^cbfie'&a xa&6 dei obx oYdafiev^^^ 

— vi 32, 30 = Mt. 20,22. Mc. 10, 38: ovx oröare ri 
alreio'&e 

S, 27: (5 di igatyviov rag xagdiag oldev xi rö qjQOvrjfjLa xov 

TivevfAaxog — yi 22, 54 — Lc. 16, 15: 6 de ^edg yivcooxei 

xdg xagdiag v/iö>v ** 
8,28: xdig xaxä ngo'&eoiv xXfjxoTg ovmv"'^ — ^20,43 = 

Mt. 20, 16D. Mt 22, 14: jioXXoi ydg etoiv xX^xoi, öUyoi 

di Ixlexxoi 
[8,29: ngaytoxoxov iv TioXXöig ädei.q>oTg^^ — ^ 9, 4 = Mt. 

12, 50. Mc. 3, 35. Lc. 8,21 : ovxog ddeXq)6g fjuov xal 

ddeX<pri\ 
8, 30. 33: ovg Tigowgioev, xovxovg xal ixdXeaev . . . rfe iyxa^ 

kiaei xaiä ixi,exx(bv ^eov;'^^ — ^20,43 = Mt. 

20, 16D. Mt. 22, 14: tzoXXoI ydg elaiv xXrjxol, iUyoi dk 

ixXexxoi 
8,32*: og ye xov Idiov vlov ovx ^99«eoaTo "'^ — ^ 21, 28 = 

Lc. 20, 13. Mc. 12,6. Mt. 21,37: ehiev de 6 xvgiog xov 

dfATieXövog' xi 7ioii^a(o; nefixpo) xov vlov /jlov xov 

äyajifjxöv 
|8,32»>: äXXa .. nagedioxev ayrcJv - ^i 33, 29 = Mc. 14, 41. 

Mt. 26, 45: idoh jtagadidoxai 6 vlog xov dv^gcb- 

8,34V Xgiaxög 6 dTio^avcDv^'^^ - ^ 34,44 -= Lc. 23, 46. 

Mt.27,50. Mc. 15,37: rovxo ebtwv d(pfjxev x6 Jtvev/xa 
8,34»>: fxaXXov de ^yf^de/g^^i^ ^/ 35^6 ^j,c. 24,6. Mc.16,6. 

Mt.28,6: dlXd ^yig^rj 
8,34®: 8g iaxiv iv de^iä xov {^eov^^^ — -/ 33,53 — Lc. 

22,69. Mt.26,64. Mc. 14,62: goxai 6 vlog xov äv»g(6- 

710V xa&ijjiievog ix de^i(bv xrjg dvvd/necog xov "deov 
*9, 3: i]vx6ßÄi]v dvd&eß^a elvai avxog iyo) ujiö xor Xgioxov 

vTiig xwv ddeXq)(bv jtiov xo)v vyyevöjv juov xarä 

6* 



g4 Resch, Paolinismos. L Textparallelen. 

oA^Ka '• — ^ 21, 38 = Mt. 10, 37. Lc. 14, 26: 6 (pdo)v 

Ttaxiga fj fifftiga . . fj &delq)ovg fj ädeXtpäg ovx 

löTiv fJLov äSiog 
9,5*: cor ol natSgeg, xal iS wr 6 XQiaxdg t6 xaxä 

oäQxa — A\\,^ = ML 15,22: xvgie, vlog Aavtd^^^ 
9,5»»: 6 d>y inl ndvrcDv tfcd?"* - ^ 35, 47 = Mt 28, 18: 

idö&i] fwi näoa i^ovoia ir ovgayqf xai bii y^g 
9,5«: eiloytitig eig rovg a/d>yaff "* — ^ 35,50 = Mt. 28, 20: 

/id>' vfjuov etfu . . i(og ifjg ovvreleiag rov al&vog 
9,11*: jÄi]d€ ngaSävTCDV ti äya^dv fj (pavlov, tva ^ xor' 

beXoyijy ngMeoig tov ^eov ftlvfif ofoe If Igycov äiJC ix 

rov xaAoUvTo?''' — ^21,21 =Mt. 22,9.10: Saovg iäv 

eSgfjre xakioate etg rovg ydjMwg . . xal owi^yayov ndv- 

rag odg evgov novrjQovg xe xal äya^ovg 
9,11^: Tva ^ xax ixloyijv ngo^eoig tov ^eov /uiiyj]'^^ — 

^ 20,43 = Mt. 20,1 6 D. Mt.22,14: noUoi ydg ekir xl^- 

xoi, iUyoi dk ixlexxoi 
[9,12: 6 fiel^wv dovlevoei xo) IXdooovi^^^ — A 32,35 

= Lc. 22, 26. Mc. 10, 43. Mt. 20, 1^\ 6 iizilmv h vjmv 

yiviö^o) d>g 6 vecoxegog] 
9,14V- ßÄij äöixia naga t^ *«a>; - ^ 20, 38 = Mt. 20, 13: 

otfx ädixm oe'^^ 
9,14»»: yti^y^vocTo''» — ^21,33 = Lc.20, 16: «iTrav firi yivoixo 
9,20: (5 5v*^ö>^€>» — ^17,2 = Lc. 12, 14: &v^g(one—A 

5, 22 = D ad Lc. 6, 4: ävdgayne 
9,21: ij oix ix^^ i^ovalav S xega/jievg ... noiijoai'^^ — 

^20,40 = Mt20, 15: fj oix Mx^ i$ovolav h xfj 

obelq fiov noifjoai 8 ^iXco; 
9,22: oxevfj igyrjg xaxtjQxiofJLiva elg äncHeiav^^ — A 

25, 31 = Mt. 25, 41: nogevea&e an' i/iov ol xaxtiQa- 

fiivoi eig xo jivq xd alcoviov, 8 ijxoißAaaev 6 

nax^g fiov 
9,23: axevri iXiovg, ä nQorjxoi/uLaoev «& dcJfav •* — ^ 25, 25 

— Mt. 25, 34 : xJLi^govojuii^aaxe xt]v ßaaiXelav , ijv ^xoi- 

jLiaoev ißur 6 naxrig fiov 
9,24. 25: xal ixdkeoev fffiäg . . xalioo) xov ov la6v fwv — 

^21,11 =Lc. 14, 16: xal noXkovg Ixdleoev'^'^ 
9,25: xaXiooi xov ov Xa6v ytiov'«- ^ 21, 36 = Mt. 21,43: 

&Q&ifiaexaA äxp' vfiwv fj ßaoiXsia xov ^eov xal do'&'fj- 

oexai S^vei noiovvxi xovg xagnovg avx^g 
9,33: nhgav oxavddkov xal 6 moxevcov in' aixco ov xaxai- 



Der Römerbrief. 85 

axw^fjöerai — ^ 7, 23 = Lc. 7, 23. Mt. 11,6: ßiaxägiog 
ioTiv 8g oix &v oxavdakia^fj h ifioi^ 

10,3: äyvoovvxeg ttjv tov ^eov dixaioovvrjv xal rijv 
tdiav J^ri%ovvxeg aujoai, tfj dixaioovvfi xov 
dcov«« oix vnetdyrjoav — ^ 17, 20 = Mt 6, 33 [Lc. 
12,31]: Cj^tcTt« ngdhov rijv ßaoiXeiav rov ^eov xal 
TTjv dixaioavvf]v avxov — ^22,53 = Lc. 16, 15: 
vpieTg iork ol dixaiovvreg iavrovg^^ 

10,-1: liXog ydg vo/uiov X^earoc®'' — ^ 33, 15 = Lc. 22, 37. 
Mc. 15, 28: leyco yäg vjluv, Sri rovto rd yeygafjLfjiivov 
de! reHeo^^vai iv l/noi . . . xal yäg lö negl i/uiov 
reXog ^x^^ ~ -^ ^3, 7. 8 = Mt. 5, 17: ^Ai?or . . xbv 
vofÄOv , . 7tki]Q(boai^'^ 

10,9*. 10**: öfiokoyriofig h jqj arö/Liau oov xvqiov *Ii]oovv 
. . • öfxokoyeXxai etg oioxfiQiav^^ — ^ 16,36 = Mt. 
10,32. Lc. 12, 8: nag oarig &v ö/JLokoyi]afj iv ifxol 
. , . öfioXoyiqGOi x&yw h aitco 

10, 0**: iäv . . . TtioTevojjg iv rfj xagdlq. oov . . . oco'&ijoj] — 

^ 8, 32 = Lc. 8, 12: nioxevoavreg oü)^d)oiv^^ 
10,12: 6 yäg avrog xvQiog ttcivtcüv^^* — ^ 35, 47 = Mt. 

28, 18: ido'&rj fxoi näoa i^ovola 
11,1: /xij ycroiTo — ^21,33 = Lc.20, 16: elTrav firi yivoixo'^^ 
1 1,5: xm ixioytjv x^^Q^^og'^^ - ^ 20, 43 ---- Mt. 20, 16D. 

22,24: öXiyoi dk ixXexxol 
11,7": o irnJ^rixeT "'logaijk,^^ xovxo ovx inixvx^v — ^ 

15, 18. 19 = Lc. 11, 29. Mc. 8, 12. Mt. 16, 4: ^ yeveä 

avxri . . . otj/xeTov ini^rixeT, xal orjfieTov ov do^tj- 

aexai avxfj 
11.7«»: ol dk koiJiol i:Tö>öw*i7oav3i-^8,30 = Lc.8, 10. 

Mt. 13, 11. Mc.4,11.12: xoig de koinoTg iv naga- 

ßokälg, tva ßkinovxeg /xi] Töcoaiv xal äxovaavxeg jätj 

avvicbaiv^^^ 
11,8: edwxev avxolg 6 i^eog . . ötp^akfiovg xov /uirj ßke- 

Tteiv xal (bxa xov fiij dxotJgev — ^ 8,30 = Lc. 8, 10. 

Mt. 13,1 1.13. Mc.4,11.12: Tva ßkinovxeg /xt] Xöoyoiv 

xai äxovovxeg fii] avvid>aiv^^ 

11, II*: keyo) ovv, jn^ Inxaioav, Tva niaayoiv;'^^ — ^21,35 

= Mt. 21,44. Lc. 20, 18: Trete 6 neocov inl x6v U»ov 
xovxov ovv^kaa&fjoexai 
li,i\^: fit] yevoixo'^ — ^21,33 = Lc. 20, 16: äxovoavxeg de 
dnav' ßÄtj yevoixo 



86 Kescb, Paulinismus. I. Textparallelen. 

11,11*': äXXd TW avxiüv nagcuvKOfiaxi ^ o(ort]Qla xoTg Si^veoiv, 
ek t6 TiagaCfiicoaai avrovg'^^ — ^21,36 = Mt. 21,43 : 
dia TOVTO XiyoD v/mv, Sri dQ&rjoetai afp' vyiWfv rj ßaoiXeia 
Tov '&SOV xai do&i^oerai {&vei noiovvri rovg xagnohg 
avrijg 

11, 15: el yäg ^ äTioßoXij airrcbv xaralkayti x6ojm)v, xig fj jiqoo- 
krifAxpis el jiiij Co>>; Ix vexgcov; — A 22,33 — Lc. 
15,32: ovToc ytxqhq f]v xal äviC^aev^* 

11,20: /iii] {fyjfjXä (pQovei^^ — A 22,54 = Lc. 16, 15: rä ev 
äv&Q(07ioig vyjrii.ä ßdeXvxrd iv(OJiiov rov ^eov 

11, 22": Tde oiv XQV^'^^'^V'^^ • • • ^^ ^^ ;uß);aTOTjyc ^^eov, 
läv biifAivfig rfj ;u^i70TOTi7Tt ^^ — ^ 6,42 = Lc.6,35.36. 
|Mt. 5, 48]: ylvea^e ;u^iyaTo2 ... (bg S narijQ v/ubv S 
oigdviog XQV^'^^^ ^oriv 

11,22^: &re2 xal ov ixxoni^afj^ — A i,\0 = hc.d, 9. Mt. 3, 10. 
Mt. 7, 19: Ttäv dSvdgov /ultj noiovv xoQTibv xaXbv ixxo- 
nxerai — ^ 19, 24 = Lc. 13, 9: et dk jbtrjye ixxötpeig 
avzriv^^ 

11,25*: oi y&Q ^iX(o vfmg dyvoeiv . . rd fivoxrjQiov xovxo^^ 

- ^ 8, 29 = Lc. 8, 10. Mc. 4, 1 1. Mt. 13, 11 : vfuv de-- 
öozai yv&vai xd /LtvoxtJQia 

11,25^* nioQCOo ig djio fUgovg xcp *IaQarik yeyovev^^ — ^ 8, 30 
= Lc. 8, 10. Mt. 13, 11. Mc. 4, 11. 12: fva ßkejiovxeg /iii] 
XÖCDoiv xal dxovovxeg fii] owitbaiv^^^ 

11,25®: aXQig ov x6 nkriQiOfia x(bv l^vibv eloiX^^^^ — A 
31,16 = Lc. 21, 24: äxQf' ov nXriQ(0'&(boiv xcuqoI 

11.26: xal ovxayg nag 'loQarjX oa)'&rjoexcu^^^ — ^35,51 = 
Act. 1,6: el h XQ6v(p xovxqy dnoxa'&iaxdvetg xrjv ßaoi- 
Xeiav xov 'logaijX;^^^ 

11,28.29: xaxd xfjv Ixioyrjv .. . xal ^ xk^aig xov ^eov'^^ 

- A 20, 43 = Mt. 20, 16 D. Mt. 22, 14 : Jiokkol ydg elaiv 
xkrixoi, dliyoi de ixkexxoi 

*r2,2: juexaßÄogqyovo^e xf\ dvaxafvcöaci** = ^ 11, 22 = Lc. 

9,29. Mt. 17, 2. Mc. 9, 2: x6 eldog xov ngoocbnov avxov 

jLLexefJLOQ(p(0'&rj 
12,3: juij v7teQ(pQ0veTv nag 8 dei cpgoveTv^^ — A22^bi = 

Lc. 16, 15: xd h dv^gibnoig vtprjkd ßdikvyfia hcomov 

xov "^eov 
♦12, S: 6 jütexadidovg Iv ÄjrAcJTiyTc i»» - ^ 28, 16 = Mt.6,3: piij 

yvcoxü) i} x^ oov fj dgiaxegd, xi itoiel ^ x^^Q ^^^ ^ de^id 



Der Römer briet*. 87 

12, 10: rf] Ttjitfi AjUtjXoug TiQoijyovjuei'oi^^^ — ^^32,35 = Lc. 
22,26. [Mt. 20,20.27. Mo. 10,43.44. Mc. 9, 35. Le. 9,48. 
Mt. 23, ll|: 6 fiyov fiEvog foto) ndvTCov dovXog 

12,11*: T/7 ojiovdfi juij dxvijgoi^^* - yt 29,27 = Le. 19,22. 
Mt. 25, 26: novi^Qe dovke ?cal dxvf]Qe 

12,11^: T0 xvQi(o dovkevovreg^^- ^22,oi) = Lc. 16, 13. 
Mt. 6, 24 : ovdelg dovlog dvvarai dvol xvgloig dov- 
keveiv - A 22,51 = Lc. 16, 13. Mt.6,24: ^E(b bovX^uv 

12,12*: jfi IXjtidi ;(rae^ovT£s>** rjj '^kiipei vno^Evovreq — 
^21,40 - Lc.9,23. Mt. 16,24. Mc.8,34: djra^ri/- 
odo^ü) eavxov xa^* {]fxeQav ;fa«^ö>v 

12, 12**: rf] jiQoaevxf] ^QoaxaQxeQOvvteg^^ — A 14, 18 — 
Lc. 18, 1 : JiQOoevx^fJ^f^ ^Q' /*'i] ixxaxyorjre — A 
14, 31 == Cod. Colb. ad Lc. 11,8: ixeivog dk Sxav ngoO" 

xaQTEQfj XQOVCOV 

12,14: EvioyeTre rovg di(oxovTag v/ndg, svkoyEiTE xai 
jin) xaTa^aa*fi5_^5 28- Lc.6,27.28. Mt.5,44D: 
EvkoyEiTE rovg xaxaQcojuivoiig {fjung, tiqooevxeo'&e 
VTiig xo)v ÖKoxdvxcov v/iäg 

12,15*: ;fa/^€«i' /hexol yaiQÖvrfov — A 24, 16 - Lc. 15,9: 

Gvyx^Q^'^i /^oi** 
12,16*: jLii] xd vtprjXd tpQOvovvxEg ^^ — A 22^ oA =- Lc. 16,15: 

xd Iv dv&gwTioig viprikd ßdiXvyjua ivihntov xov '&eov 
12,16*': xanEivoXg^^ ovvanayofXEvoi — ^28,50 = Lc. 14, 11. 

Mt. 23, 12. Lc. 18, 14: 6 xgjieivojv iavxov vtpm- 

»tjOExai^^^ 

12, 18: jbiExd Jidvxcoy uv&QtoTicov ElgtjvEvovxEg^^^ — A 

28, 37 = Mc. 9, 50: ElQt]VEVEXE iv dkiijXoig 

13, 1: Jtaoa ^'vx^] i$ovoiaig^* vnEQExovoatg vjioxaaaicf&ü) 

... al ÖE ovaai vno '&eov XExay fiivai eIoIv — A 7,6 

= Mt. 8, 9. Lc. 7, 8: äv&Qcojiog eIjui vjio i^ovoiav 

xaoadfXEvog'^*' — A 16, 39 =- Mc. 13, 9. Mt. 10, 18. Lc. 

21, 12. 13: ijil rjyEfwvag xal ßaoiXdg 
13, 2: iavxoTg xQifia Irjjutpovxai^* — ^ 16, 10 = Mt. 23, 14. 

Mc. 12, 40. Lc. 20, 47: TiEQioaoxEQov xqlfxa XtjtpEO'&E 
13,3: TÖ äya^dv jtoUi^^^ - A 26, 13 - Mt. 19, 16 [Lc. 

18, 18. Mc. 10, 17]: rl dya&öv nonf}0(o; 
13, 4: ov ydg Etxfj rijv ßidxcnQCLV^^^ <poQEi— A 33, 34 = Mt. 

26,52: TidvxEg ydo ol kaßovxEg /iidx<tiQ(iv iv /tia- 

X^^iQJ] djzokov vxai 
13,6: did xovxo ydg xal (pogovg rcAciTC** — - ^30,18 — 



88 Resch, Paulinismns. I. Textparallelen. 

Lc.20,22. Mt.22, 17. Mc. 12, 14: ISeariv Kaiaagi (pögovg 

reieiv f} oü; 
13,7*: änödore näöiv rag öq^eiXdg, T(p xov q>6Q0v rov (p6^ 

ßor2*-^30, 20 = Lc.20,25. Mt. 22,21. Mc. 12, 17: 

änödoxe rd rov Kaloagog Kcuoclqi 
13,7»»: t4> trjv JijLtfjv irjv re/i^v»« — ^ 22, 50 = Lc. 16, 13. 

Mt.6, 24: rdv iva xifxrioei 
13,8.9: S y&Q äyanojy rdv Sregov vofxov ntnkriQoyxev 

, . . iv T^* dya^r^öccc tov nkriolov oov (bg aeav" 

TcJv**-1^13,5.6 = Mt.22,39.40. Mc.12,31. Lc.10,27: 

äyajiijaeig tÖv nltjalov oov (bg oeavrov iv rav- 

xoAg toXg ivolv Ivroialg SXog 6 vöfJLog JtJirjQovxai 
13,9: ov jtioix^voeig, ov (povevoeig, oi xJiitpeig, ovx 

iju&vfii^oeig , xal ei xig higa hxoXri — ^ 26, 15 = Mc. 

10, 19. Mt. 19, 18. Lc. 18,20: /i^ fioix^vofjg, fii] cpo- 

vevojjg, fii] xiStpjjg^^^ 
13,10: 7ii,rJQü}fAa oiv vo/ulov fj dydjtt]^^ — A 23,8 = Mt. 

5, 17: rjldov . . xdv vö/nov nktjQWoai 
13,11*: eldöxeg xdv xaigöv — A 30, 13 = Lc. 19, 44: ovx 

gyvoog xdv xaigöv^^^ 
13,11»>: ßga ijif] ifxäg iS vnvov iyeg^^vai^^^ — A 20^9 = 

Mt. 25, 5: al jbuogal lq)V7ivo)oav — ^20, 11 = Mt. 

25,7: fjyiQ^ffoav näoai al naq^svoi'^^ 
13,12»: ijvvf jieoi?xov;cv«*~^20, 10 = Mt. 25,6: fiior^g 

di vvxxög xQavyt] yiyovev'^* 
13,12^11: ^ ök fjfjiqa ijyyixev . . ^ iyyvxegov fjfxibv r/ 

o(oxfjQla fj 8x€ ijiioxevoa/jiev — A 31,31 = Lc. 21,28 

[Mt. 24, 31D]: iyyl^ei ^ äjtoXvxgcDoig v/ic5v^^'' 
13,12®: äno^ioß^a obv xä Iqya xov oxoxovg, Ivövodß^a 

ök xä 8nka xov q)(ox6g — A 28, 57 = Lc. 11, 35. Mt. 

6,23: oxönei ovv, fii] xb q>cog x6 h ool oxdxog iaxiv^^^ 
13, 13: fxii xibfJiOig xal fxe'&aig, ßAt] xoixaig xal doekyeiaig — A 

31,33 = Lc. 21, 34: /uLi^jioxe Iv xQaindkfj xal pii&j]^^'^ 
14, 1: xdv dö^evovvxa . . nQOoXafißdveo'&e^^ — A 12, 12 

= Mt. 10, 8. Lc. 10, 9: do'&eveXg ^eganevexe 
14, 3*: 6 io&Uüv xdv fiij io^lovxa fiij i^ovi^eveixo}^^ — A 

26, 1 = Lc. 18, 9: ehiev dk nqdg xivag . . iSov^evovv- 

xag xovg komovg dy&qdinovg 
14, 3*^: 6 ök fxri la^loyv xdv io'&iovxa /jLtj xQivexo}^ — A 

7,35. 36 = Mtl 1,18. 19. Lc. 7,33.34: Ü^Xv^ev'lwdwtjg 

juijxe lö'&toyv fii]xe 7ävo)v, xal Xiyexe' daifxoviov ^xei* 



Der Römerbrief. S9 

Hijhf^ev 6 vlög xov dv^Qibnov lo^icov xal nlvcov, 

xal Xiyete' Idov äv&QcoTiog q)dyog xai olvojidrtjg 
14, 4*: ov rlg el 6 xqIvodv äXiötgiov obchtjv; — ^ 6, 44 = Lc. 

6,37. Mt. 7, l : /jltj xglvexe, Tva fiii xQi^tjte^^ 
14,4**: T(p tdlq) xvQio) ori^xsi fj Jibnei' oxa^'^oerai de, 

dvvateT ydg 6 xvQiog oxtjoai avxov^^ — ^ 31,35 

— Lc. 21, 36: Tva yivfjode ä^ioi . . . axa'&^vai efi- 
TiQOO^ev xov vlov xov d.v^Qibnov^^'^ 

|14, 5: og jukv xqlvei fjfieqav nag ^fiigav, Sg de xglvei 
näoav f^ixigav^'^ — A 25,2 = Lc. 17,20: ovx Iqxtxai ^ 
ßaaikela xov ^eov juiexä Jtagaxi^QrjaecDg] 

[14,6: 6 q>Qov(bv xrjv ^fiigav xvgUp (pgoveT^'^ — A 2S^b^ 

— Mt6, 34: iu,ri jLteQißÄVtjatjxe elg t& aigiov ... d^- 
xeiov xfj fiixEQq. ^ xaxla avx^g] 

14,8: Idv xe yäg ^(bfitv, xcp xvgico ^(bjuev, Mv xe äjio- 
'^vifjoxoifiev, x(p xvQico äno'&vrioxofAev* idv xe ovv 
CcojLiev, idv xe äjio^viljaxcDjLiev, xov xvgiov io/jL€v 

— A 23, 29 -= Lc. 20, 38. Mt. 22, 32. Mc. 12, 27: ovx 
?axiv -^edg vexQwv iXXä ^(ovxoov Ttdvxeg ydg avxcp 
Cwaiv^^ 

14,9*: etg xovxo ycig Xgioxog dni'&avev^^^ xai eCfjoev — A 

34, 44 =- Lc. 23, 46. Mt. 27, 50. Mc. 15, 37: xovxo et7io)v 

&(pYJxev x6 nvevfxa 
14,9**: tva xai vexgwv xai J^(l)vxa>v xvQievof}^^'^ — A 

27, 40 = Mt. 16,27: fxelXei ydg 6 vldg xov äv&Q(07iov 

iQX^o^ai iv öo^ii xgTvai Co}vxag xai vexqovg 
14, 10*: ov de xi xqlveig x6v &deX(p6v aov; — ^ 6, 44 = Lc. 

6,37. Mt. 7, 1: ß^rj xQivexe, Tva /xi] xQi'&ijxe^^ 
\A^\.i\^: oi) xi i^ov^eveXg xov ädekcpöv oov^^ — ^26,1 = 

Lc. 18, 9: ciTrci' de Jigog xivag . . . i^ov&evovvxag 

xovg komovg dv^Qwnovg 
XA^ViV^: ndvxeg ydq naQaoxrjoöfJLe^a xco ßrjfiaxixov &eov^^ 

~ ^25, 21-23 = Mt. 25, 31-33: xa^loei ijri xcp ßrifxaxt 

d6(tig aixov xai ovvax'^'fjoovxai ifingoo'&ev avxov 

ndvxa xd i'9vfj . . . xai oxtfoei, xd Tigößaxa 
14, 12: ixaaxog fifitbv neqi iavxov idyov dcooei x0 ^eco^^'' 

^27,41 = Mt 12,36: ol &v&qo>7ioi änodcboovoiv 

Tregi avxov koyov 
14, 13*: firjxexi oiv dXki^Jiovg xgivco/iev — ^ 6, 44 = Lc. 6, 37. 

Mt. 7, 1: ßjit] xQivexe, Tva fxri xgi^tjxe^^ 
14, 13**: dXXd xovxo xglvaxe jnäUov, xd /xrj xi^ivai JiQoaxo/JLßxa 



90 Rescfa, Paulinismus. I. Textparallelen. 

t4> äd€Xq)qß fj axävdajior^^ — ^/24, 3 = Lc. 17,2. 
Mt. IS, 6. Mc. 9, 42: Sc d' äv oxavdaliari ¥va x(bv 
fiiXQ(bv rovrcov ribv jwmvovtwv ek ijn^ 

14, 14: clda xal jiijieiojMU iv xvQup ^Irjoov, ort ovdiv xoivbv 
dl iavTOu' el firj xio loyi^ofievio ti xoivbv eivai, ixeivqy 
xoivov — A 10, 12 = Mt. 15, 11. Mc. 7, 15: ov rb 
eloeQx6fievov dg rb aidßjui xoivoT rbv äv&Q(onov^' 

14, 15: fii] ... ixdvov änöJiXve,*^ iTÜQ aS XQiatbg äni^vev 
— A. 24, 13 = Mt 18, 14: ovx iaxiv ^Hrjfia l/AJigoa^ev 
Tov natQÖg . . . Tva änöirjxai dg tcöv ßÄixQOJv tovtcdv 

14, 17*:o^ ydg laxiv fj ßaoikela rov ^eov^ ßgwoig xal 
nöaig, älkä dixaioavvrj ^^ — A 17, 18.20 = Mt. 
6,31.33. Lc. 12,29.31: iii] ovv fAeQtßÄVT^arjre liyovxeg' 
T4 q>dya}fJLev fj n nicofiev . . . nXrjv Cv^dxe TtQonov 
xfjv ßaoikeiav rov ^eov xal x^v dixaioovvi^v 
aixov 

14, 17^: forev i} ßaoikeia xov ^eov ... etgijvrj^^^ — A7^ß0 = 
Lc.7,50: nogevov h elgiijvfj — A 12,6. 15 = Lc. 10,5.11. 
Mt. 10, 12: Xiyexe' elQijvr] xo) ohccp xovxo) — ijyyixev y 
ßaoikeia xov ^eov^'' 

14, 17«:;C«Ö« ^^ nvevfjiaxi dy«>** — ^ 12, 26 = Lc. 10, 21: 
iiyakkiaoaxo iv x^ nvevfAaxi xcp äyio) 

14, 17®. 18: x^Q^ ^ JivevfJLaxi äyiq)' 6 yäg Iv xovxco dovkevoDv 
xcp Xgioxfp evdgeaxogxcp d«^^ — ^35,48 = Mt. 28, 19: 
elg Svofia xov Jiaxgbg xal xov vlov xal xov äyiov 
Tivev/Liaxog^^^ 

14, 18: S yag Iv xovxco dovkevcDv^^ xcp XQioxcp eidgeoxog 
Tft>*€^-^18,12 = Lc. 12,43. Mt. 24,46: /tiaxägiog 
6 dovkog ixsivog, Sv ik^cbv 6 xvgiog evgijoei noi- 
ovvxa ovTCüc*' 

14,19: &Qa oiv xä xfjg elgTjvtjg di(oxa)/ji€v^^^ — A 2S/Ä1 
= Mo. 9,50: elgrjvevexe iv dkktjkoig 

14, 20: Trdvra pikv ?«a*aßd ^8 - ^ 16, 4 = Lc. 11, 41 [Mt. 
23, 26J: xal löov ndvxa xa^&agd eoxai vfuv 

14,21: iv cß &dekq)6g oov ngoaxonxei [fj oxavöakil^etai]^^ 
-^24, 3 = Lc. 17, 2. Mt. 18, 6. Mc. 9, 42: bg d' äv 
oxavdakiofi iva xwv fAixg(bv xovxcov 

15,1: 6(pBikofxev de tj/uig ol dvvaxol xä do^evtjjuaxa xcbv 
ddvvdxa)v ßaoxdCeiv — A 20, 37 = Mt. 20, 12: ^fuv 
. . . xoTg ßaoxdoaoiv xb ßdgog xrjg fjfAegag'^^ 

15,3*: xal ydg 6 Xgioxbg ovx iavxq> ^^cocv^^' — ^ 32, 38 



Der Römerbrief. 91 

= Mt. 20, 28. Mc. 10, 45: 6 vVo<; tov Av^qwtiov^'^ 

ovx ^k^ev dtaxovr]^fjvai 
15,3'*: xa'&ux; yiyQaTuar 61 dveidiofiol rcov dveidi^ovrcor 

oe biETieoav in ijiie^'^^ - A 34,31 = Mt. 27, 39. Mc. 15, 29. 

Lc. 23,35: 61 de Tiagayorreg ISs/^vxti^qi^ov airtdv 
15, b: keyo} yaQ Xgiordy didxovov^^^ yeyevfjo^ai neQi- 

To/xTJg — ^32, 37 =- Lc. 22,27: lyevöjLiTjv iv fiiocp vfjubv 

. . Ag didxovog — A 11,5 — Mt. 15, 24 : ovx äTteordlfjv 

€1 fxi} eig rd ngoßara td djiokcoXora oTxoi^ 'loQatjk^'^ 
15, 14: dvvd/ievoi xal dXXtjXovg vov&exeXv — ^24, 18 = Mt. 

18,15. Lc. 17,3: vnays SXey^ov avxdv^^ 
15, 10: etg xb elval /le keixovgydv Xgiaxov *Itjaov elg xd S&vtj, 

leQovgyovvxa x6 evayyekiov xov ^eov, iva yivrjxai fj 

jiQoatpogd .. tjytao/jiivt] iv nvevfxaxi dy/a> — ^35, 48. 

Mt. 28, 19: elg övofia xov jiaxQog xal xov vfov xai 

xov äyiov Jivev/uiaxog^'^^ 
15, IS. \S)^: öl ijuov elg ifjiaxoiji* e&vcov . , . JteTtktjQWxevai 

xd evayyeXiov xov Xgioxov^^^ — ^31,25 — Mt. 24, 14. 

Mc. 13, 1(^: xtjgvx^ijoeTai xö evayyiXiov . . näoiv xoTg 

e&veaiv, xai xoxe fj^et xd xekog 
15, 19'*: iy dvvd/jei orj/neiojv xal xegdxcDv^^ —vi 9, 27 = Mc. 0,7. 

Lc. 9, 1.2. Mt. 10, 1.5: ^dwxev avxoTg dvvajjiv daijua- 

vicov xal vooovg &egä7ieveiv 
15, 19^20.24: iv dvvdjaei Jivevjiiaxog dyiov . . djid 'legov- 

aakijju^^^ xal xuxXq) J^i^gt xov *IXXvgixov .. evayye- 

Acfcadat . . (bg äy Jiogevcojuai elg xi]y ZTiaviav^*^^ — 

A 35, 53 — Act. 1,8: Xtjyfea&e övvafiiv ijieX&dvxog xov 

nyiov nyevfiaxog iq?' vjtidg, xal eoeade juov fidgxvgeg 

Pv xe 'legovaaXijjii xal ndoj] xf/*lovdaia xal Sajxa^ 

oia xal S(og io^dxov xijg yfjg 
15, 20: Tva jLiij in dXXoxgiov ßejLieXtoy olxodojtio)'^^^ — y/ 0, 59 

=- Lc. 0, 48. Mt. 7, 24: dvAgl olxodojiiovvxt . . xal ^*hj- 

xev •ßefieXioy 
15,25: vvvl de nogevo/nat elg 'legovaaXij/i"*^ — A 11,30 = 

Lc. 9, 51 : xd ngoawnoy avxov iaxygi^ev xov nogeveo'&ai 

elg 'legovoaXtjju^^'' 
15, 30: TiagaxaXd) de vjuug, ddeX(pot, did xov xvgiov fifitbv 

Utjoov Xgioxov xal did xfjg dydnrjg xov nvev/xaxog, 

ovvayoyvioaadai fioi iv xatg ngooevxalg vneg ijuov Jigdg 

xov '»eov — yl 35, 48 = Mt. 28, 19: elg dvojna xov 

jiaxgog xal xov ijIov xal xov dyiov Jivevfxaxog^'^^ 



90 Resch, Paulinismus. I. Textparallelen. 

rq) ädeXq)(p i) oxdvdakov ^^ — yl 24, 3 = Lc. 17, 2. 
Mt. 18,6. Mc. 9, 42: Sc ^ äv oxavdalioji Sva xibv 
fiiXQ&v TOVT(ov Töjv TtiotevövTCDV elg ifxi 

14, 14: olda xai nineiofiai Iv xvQicp *It]aov, Sxt ovdhv xoivbv 
dl iavTov' et fJLY} xco Xoyii^ofievq^ tc xoivov elvai, ixeivqy 
xoivov — A 10, 12 = Mt. 1*5, 11. Mo. 7, 15: ov xo 
etaeQx^fJievov ek t6 oxdfia xoivoi xöv äv^goynov^^ 

14, 15: fii] ... ixeivov änölXve,^^ ineq ov Xgiaxdg äjii^avev 

— A 24, 13 = Mt. 18, 14: ovx Saxiv ^Ürj/Mi Sjumgoa^ev 
xov naxQÖg . . . Tva änditjxai dg tcöv ßiixgcav xovxcor 

14, 17*: ov ydg icxiv ^ ßaaikela xov ^eov^ ßgcöoig xai 

nöoig, äXkd öixaioovvi}^* — A 17, 18.20 = Mt. 

6,31.33. Lc. 12, 29. 31: fxi) oiv fieQißivijofjxe Uyovxtg' 

xi q>dyai}jĀv fj xi nioifiev . . . 7iXi]v I^rjxeTxe TtQonov 

xijv ßaoikeiav xov ^eov xal x^v dixaioovvi]v 

airtov 
14, 17»':foT«v i} ßaaiieia xov »eov ... elgijvt]^^^ — A7^60 = 

Lc.7,50: jzoQcvov h e^^^r// — ^ 12,6. 15 = Lc. 10,5. 11. 

Mi 10, 12: Xiyexe' elQtjvtj xco otxo) xovxcp — rjyytxev 17 

ßaoileia xov deov^'' 
14, 17«: ;Cö^<i ^^ nvevfxaxi dy/qj** — ^ 12, 26 = Lc. 10, 21: 

iiyalkidoaxo Iv x^ nvevfiaxi xcp äyiq) 
14, 17«. 18: x^Q^ ^ nvevfxaxi äylcp' 6 ydg h xovxcp dovkevcov 

x(p Xgioxcp eidgeaxogxof de 4^ — ^35,48 = Mt. 28, 19: 

etg övofia xov Tiaxgög xal xov vlov xai xov äyiov 

nvevfxaxog ^^* 
14, 18: 6 ydg h xovxco dovkevwv^^ xcp Xgioxcp evdgsoxog 

T<p*c^--^18,12 = Lc. 12, 43. Mt. 24, 46: fxaxdgiog 

6 dovkog ixeivog, 8v lX^d)v 6 xvgiog evgijoet not- 

ovvxa ovxcog^^ 
14,19: äga oiv xd x^g elgrjvfjg öiwxoyjuev^^^ — A 2S^31 

= Mc. 9,50: elgrjVEvexe h dlh]Xoig 
14,20: Ttdvxa jnh xa^agd'^^ - ^ 16, 4 = Lc. 11,41 [Mt. 

23, 26J: xal löov ndvxa xa'&agd Saxai ifuv 
14,21: Iv (i ddekq^og aov ngooxdnxei [^ oxav^ai/ferac] •^ 

- A 24, 3 = Lc. 17, 2. Mt. 18, 6. Mc. 9, 42: hg 6' öv 
axavdakloff Sva xd>v fxixgcbv xovxcdv 

15,1: 6q)eÜL0fXEv de ^/leig ol dvvaxol xd äo'&evtj/Liaxa xq)v 
ddvvdx(ov ßaoxdCetv - A 20, 37 = Mt. 20, 12: ^fuv 
. . . xoig ßaoxdaaoiv xo ßdgog xfjg fjjLiegag'^^ 

15,3*: xal ydg 6 Xgiaxdg ovx ^avro) ^ßcacv^^^ — ^ 32, 38 



Der Römerbrief. 91 

= Mt. 20, 28. Me. 10, 45: o vlog tov Av^qiotiov^^ 

oix ^X'&ev diaxovrj'drjvai 
15, V*: xa&dyg yiyQOTttai' ol dveidia^ol rcöv dveidiCovxoDv 

OB bieneaav bi' i/te ^'^^ - ^ 34, 3 1 = Mt. 27, 39. Mc. 15, 29. 

Lc. 23,35: ol de Jiagdyoyreg l^ejAvxxtJQi^ov aindv 
15, S: keyo} yaq Xqiotov öidxovov^^^ yeyevfjö'^ai neQi- 

TOjiifjg -- ^32, 37 = Lc.22,27: iyevo/ntjv h fiiocp vfjubv 

. . (hg öidxovog —vi 11,5 — Mt. 15, 24 : ovx äneaxdXfjv 

n juij eig Tri Jigoßara rd äTtokcoX&ra oTxov ^logarfk^'^ 
15, 14: dvvdjusvoi xal dÜTJkovg vov&ereiv — ^24, 18 = Mt. 

18,15. Lc. 17,3: vnaye eXey^ov avxöv^^ 
15, 10: elg x6 elvai jue keuovQyov Xqioxov 'Irjoov elg xd S&vtj, 

leQovQyovvxa rd evayyiXiov xov tDcor», Tva yevrixai ff 

jiQoacpogd . . tjytaojbUvtj iv jrvev/Liaxi äylcp — ^35,48. 

Mt. 28, 19: elg ovofxa xov Tiaxgög xal xov t»Jov xai 

xov dylov TzvFVfiaxog^'^^ 
15, IS. 19®: dt ijuou elg vjraxorjv e&vo)v . . . 7ie7ii.YiQ(i>xevai 

xd evayyiXiov xov X^eoTot»^^® — ^31,25 = Mt.24, 14. 

Mc. 13, 10: xr]ovx'9/]oexai x6 evayyeXiov , . näoiv xoTg 

e&veaiv, xal xoxe TJ^ei xb xekog 
15, 19": h dvvdjuei arjf^mcov xal xegdra}v^^ —vi 9, 27 = Mc. 0,7. 

Lc. 9, 1.2. Mt. 10, 1.5: SAcdxfv avxoTg dvvajutv daijuo- 

viwv xal vooovg •degoTieveiv 
15, 19^20.24: Iv dvvdjuet Tivev/naxog ayiov . . dTio 'legov- 

oakii/x^^^ xal xvxkio fiexQ^ toD *IkXvQixov .. evayye- 

kil^eo'&ai . . <hg hv JtoQevco/iai elg x}]v 2!jiaviav^'^^ — 

A 35, 53 — Act. 1,8: ktjtpea&e övvafxiv ejiek&ovxog xov 

dyiov Tivev fiaxog iq)' vjnäg, xal ^oeade juov /ndgxvQeg 

ev xe 'leQovoakfjjii xal Ttdajj xf]*lovdaia xal 2afxa^ 

Qia xal ^(og ioxdxov xijq yijg 
15. 20: tva fxi] in dkkoxQiov i^ejiiekiov olxoöojiicb'^*^ — ^ 0, 59 

-- Lc. 0, 48. Mt. 7, 24: ardgl olxodojnovvxi . . xal 1^- 

xev '9e/iekiov 
15,25: vvvl de Tiogevo/Liai elg 'legovoak/j/n''^ — A 11,30 = 

]jC. 9, 51 : xd ngoomnov avxov ioxi^gi^ev xov TiogevfO'&ai 

elg 'legovoak^/ji ^^'* 
15, 30: nagaxakcb de vjuäg, ddek(pot, did xov xvgiov y]fi(bv 

*It]aou Xgtoxov xal dtu xfjg dyoTirjg xov Jivev/xaxog, 

övvayo}vioaa9ai /noi h toF^ ngooevxfH^ vneg i/nov Jigdg 

xov '9e6v — yl 35, 48 = Mt. 28, 19: elg övofxa xov 

naxgbg xal xov vlov xal xov äyiox^ TTvevjnaxog^^^ 



92 Resch, Paulinismus. 1. Textparalleleu. 

*15,3l:rva §va^Q} äno rcbv änei'&ovvxiov^^ — yf ii^ll = 

Mt. 6,13: äXld §voai fifiäg äno xov novr}Qov 
[16, 18: 61 yäq roiavroi x(p xvqIco ^jucbv Xqiot^ ov dov- 

Jievovoiv, äXlä xfj iavrcbv xocA/^ — ^ 22, 51 = Lc. 

16, 13. Mt. 6,24: ov dvvao'&e '&€cp dovleveiv xal fia- 

fAoyv(f\^^ 
16, 19: '^iXco öh vfiäg aoq>ovg eJvai elg tö äya^ov, äxegalovg 

dk elg TÖ xax6v^^ — ^ 12, 5 = Mt. 10, 16: yiveo'&e ovv 

q)Q6vifA0i (bg S 5q)ig, xal äxigaioi (bg ^ TUQiateQd 
16,20*: 6 dk ^edg rrjg elgijvrjg awigitpei tÄv oaraväv^^ vnb 

Tovg Ttödag fi/idiv** — ^ 12, 23 = Lc. 10, 19: dldco/xi 

vjbuv Ti;v i^ovoiav tov xaraTiareiv bidvco ndotjg rfjg 

aTQOTiäg TOV ävxixeißjiivov 
16,20»»: iv xdxei — ^14,25 = Lc. 18,8: noirjaei xal iv xd^ei^^ 
*16,25: t6 xriQvyfia 'Ii]aov Xqioxov xaxd änoxdlvxpiv^^ — ^ 

11,16 = Mt. 16,17: oäg^ xal aljaa ovx äjiexdlvtpev 

ooi, ddX* 6 naxriQ /xov 
16,25: xard djioxdkvyjiv fivoxrjQiov — ^ 8, 29 = Lc. 8, 10. 

Mc. 4,11. Mt. 13,11: vfxXv diöoxai yvcövai rd fiv- 

oxfJQia^^ 
16,26: elg ndvxa rd S^vtj yvco^fat^cvro^ — ^ 31, 25 = Mt. 

24, 14. Mc. 13, 10: xriQvx'^^oeiai x6 evayyiXiov ^^^ . . . 

elg ndvxa xd f^vrj. 



4. Die Briefe an die Colosser und an die Eplieser. 

Der Brief an die Colosser. 

1,3*: evxo.QioxovfAev xco "^ecp Tiaxgl xov xvqIov ^fiwv'Irjaov 
Xqioxov^^ — ^12,27 = Lc. 10,21. Mt. 11,25: evxa- 

QlOXd} 001, 7ldx€Q 

1,3^: Jidvxoxe Ttegl v/jicüv jiQooevxdjuevoi^^ — ^dl<f^b = 

Lc. 21,36: öeofxevoi. döiakeinxcog 
1,5.6: xov evayyeXlov . . . iv Jiavxl tcJ) xdoßÄCo^^^ — ui 

29, 39 = Mc. 1 4, 9. Mt. 26, 13: xd eiayyeXiov xovxo 

Iv okq) xa> xdoficp 
1,6—8: xijv ;tdß«v tov &eov ... didxovog xov Xqioxov . . . dyd- 

ntjv iv nvevfiaxi — ^35,48 = Mt. 28, 19: elg x6 Svofia 

xov naxgbg xal xov vlov xal xov äyiov nvev fxaxog^*^^ 
[1,7: Tiioxög . . . didxovog xov Xqioxov — -r^ 18, 11 = Lc. 

12,42. Mt. 24,45: xig äga 6 jiiaxdg dovlogy^ 



Der Colosserbrief. 93 

1,9: ov Tiavofxe'&a . . . Jigoaev^o/ievoi xai alrov^evoi^^ 

— ^ 14, 18 = Lc. 18, 1 : itQoaevx^^^'^^ ^«2 fxi] ixxa- 
xijofjre 

IJO.Il:^ navrl iQycp dya^cp xaQnofpoQOvvreg ... elg näaav 
vnofxovriv - ^ 8, 35 = Lc. 8, 15. Mc. 4,20. Mt. 13, 23: 

I, 12*: evxcLQf'Oxovvxtg to) nargi^^ — A 12, 27 ^ Lc. 10, 21. 

Mt 11,25: Ev%aqioTib aoi, ndiEQ 
1,12**: Ta> IxavoyoavTi vfiäg elg Tijv jueglda^^ rov xXtjqov xwv 

äylcüv — yL 13,27 = Lc. 10,42: xr\v dyw^jv /xegida 

i^eXi^axOf fj ovx äq^aiQe&i^oexai avxfjg^* 
1, 13": og igvaaxo ijfJLäg ix xtjg i$ovaiag xov axoxovg 

— ^ 14, 17 = Mt. 6, 13. Lc. 1 1,4D: §voai fjfiäg änd 
xov TtovtjQov^^ — vi 33, 39 = Lc. 22,53: avxrj iaxlv 
vfjLWv fi &Qa xal ij i^ovala xov oxdxovg^^^ 

[1,13**: fJLSxioxtjoev elg xfjv ßaoiXeiav xov tuov ^ — A 
32, 29 = Mt. 20, 21. Mc. 10, 37 : bog fjfuvy tva . . xa»^ 
ioo)ßÄ€v iv xfj ßaoileiq. oov — A 34,36.37 = Lc. 
23, 42. 43 1 1" 

1, 13®. 19: xov vlov xijg äydjitjg avxov , , , iv aixcp ev- 
d6x7]0€v^ - A2,9 = mri,n. Lc. 3,22. Mc. 1, 11: 
ovxog iaxiv 6 vl6g pLOv 6 äyajttjxög, iv cß eiddxfjon 

J, 14*: ir (>5 ^x^P^^ "^V"^ änokvxQo^oiv — ^31,31 = Lc. 
21,28. Mt. 24, 31D: iyyl^ei ^ änolvxQcooig V<^"' 

— A 32, 38 = Mt. 20, 28. Mc. 1 0, 45 : dovvai iavxov ä v- 
xikvxQOV ^^® 

I, 14^: T^r ä(peoiv x(bv &fxaQxi(bv — A 32, 20 = Mt. 26, 28: 
Elg äq)€aiv äßÄagxicbv^^^ 

1, 16: iv avxcp ixxio'&ri xä ndvxa^^ iv xoig oifgavoig xal 
ini xijg y^gi" _ ^35^47,^Mt. 28, 18: ido^ jnoi 
näoa i^ovoia iv oigavoj xal inl yfjg 

1,20*'®: öl avxov ä7ioxaxaU.dSai xd ndvxa*^ . . etxe xd inl xijg 
yrjg ehe xd iv xoTg ov^avotc — -^35, 47 = Mt. 28, 18: 
iS6^ fjLOi Ttäaa i^ovala iv ovgavM xal inl ytjg^^^ 

1,20**: €lQf]vonoi7]oag did xov aXfiaxog xov axavgov avxov^^^ 

— A 32, 20 = Lc. 22, 20. Mc. 14, 24. Mt. 26, 28: xovxo 
xd alfid fxov .... to vnkq vfjubv ixxvvofievov 

1,21: ifAag noxe Svxag djtfjkkoxQKOjLiivovg^* — ^22,7 
= Lc. 15,13: 6 v€(ox€Qog vlög djieöi'i/jiijoev elg ;jra>ßav 
fjLaxgdv 

1,22: d7zoxaxi^U,a^Ev iv xo) adjuaxi x^g oagxog avxov^^^ 



94 Resch, Paulioismus. I. Textparallelen. 

~ ^ 32, 18 = Lc. 22, 19. Mc. 14, 22. Mt. 26, 26: toutö 

ioTlV TO OOJfJLä fXOlt tÖ VTIEQ V/ÄCOV '&QV7tz6fJieVOV 

1,23: Tov evayyeXiov .. rov x7}qvx'&evto(; iv ndofi xriaei 
Tfj vno rov odgavor — ^ 29, 39 = Mc. 1 4, 9. Mt. 26, 1 3 : 
xrjQvx^n ^^ Evayyekiov xovxo Iv oko) xo) xoe/xq)^^^ 

1,24: ;u a /^ ö> ** iv roTg Tia'&i) fxaaiv vtieq vfx&v xai dvrava- 
^rkrjQa) rä vOTeQrjfxaxa xcbv -^XiiffecDv rov Xgiaxov^^ 

— A 28, 8 = Mt. 5, 10: fjLaxaQioi ot jrdaxovxeg evexev 
Ifxov -^/2l,39. 40 -Lc. 14,27. Mt. 10,38. Mc.8,34. 
Mt. 16,24. Lc. 9,23: eX rig {}ikei öniaio fxov iX&eiv, 
äjtaQvtjada^a} favrov xal ägaro) rov aravQov avrov 
«ad' flfiigav ;|ra/^ö>v xal äxoXov9€ix(o jnot'^^ 

|1, 25: xaxd xijv olxovofAiav xov i^eov — A 22,36 = Lc. 16,2: 

Xoyov xfjg olxovojutag^'^] 
*1,26: TO juivüxtjgiov ro ujroxexQVjußjievov.,. vvv de iicpa- 

vegcü^t]^^- A 16,28 - Lc. 12,2. Mt. 10,26. Mc.4,22. 

Lc. 8,17: ov ydq iiniv xQvnrov, d ov q)aveQO}&fj — 

A 12,27 = Lc." 10,21. Mt. 11,25. 
1,27.28*: Iv roTg ei^veaiv . . di&dnxovreg Jidvra äv- 

»Qiojtov^'^'^ - A 35, 48.49 - Mt. 28, 19.20: ndvra 

rd e'&vt] . . diddaxovreg avrov g 
1 , 28 ** : iva Tiagaortjacopiev ndvra dv&Q(07iov reXeiov iv Xq i a t ft> ^ ® 

- A 26, 17 - Mt. 19, 21: et »ihig rfleiog elvai^^^ . . 
devQo dnokovi^ei juoi 

1, 29: xojiicb äywvi^ojuevog — vi 20, 2 = Lc. 13,24: dy(ovi- 

2,2: Eig iniyvoHTtv rov fxvarijglov rov i^eov, Xgiarov^^ 

— A S,29 = Lc. 8,10. Mc. 4,11. Mt. 13,11: vfilv 
didorat yvo)vai ro juvarijgiov t^c ßaodeiag rov -^eov 

2,3: Iv (o elmv Jidvreg ol l^tjaavgoi^^ rijg ao<piag xal yvw- 
o€ü)g dnoxgvq^oi — ^/ 8, 22 — Mt. 1 3, 44 : &iÄoia hnlv 
»J ßaoiXeia rcov ovgavcov '&t]aavgq) dnoxgvfpo) 

2,6: nageidßere rov Xgmrov *Irjaouv^^ — A 12,16 

- Mt. 10,40. Lc. 10, 16. Mc. 9, 37. Lc. 9,48: i/ie 
dex^rat 

2,7: iggiC(Ojufvoi^'^ - A S, 33 - Mc. 4,17. Mt. 13,21. 

Lc. 8, 13: ovx ?;|roi^öev gil^av iv iavroTg 
2,7: xal inoixodofxov fxevoi iv abrco — ^6,59 = Mt. 

7, 24. Lc. 6, 48: (itxodo/xijasv ainov rijv olxiav inl 

rrjv nergav'^^ 
2,8*: ßkeTiere, fxi] rig vjung earai 6 ovXayayycbv did .. 



Der Colosserbrief. 95 

xevfjg ändTt]g — A 31,4 — Mc. 13,5. Mt. 24,4. Lc. 
21,8: ßkiTiere fitj Tig vjuäg Jtkavtjaf)^^'^ 
2,8**: xevfjg äTtarrjg xaxä xi]v nagadoütv rd>v Av&qcüjicov^^ 

— ^10,2 = Mt. 15,2. Mc. 7,5: diarl ol jua^rai aou 
jtaQaßalvovaiv tijv ytagädootv rcbv TtQeaßvzsQmv; 

2. U): og iariv fj xetpaki} jrdatjg AqxV^ ^Q^ i^ovaiag — 

A 35, 47 =- Mt. 28, 18: lb6{^ri ^loi jräaa i^ovala^^^ 
2, 12: avvrafpevTeg avtuj iv ko ßaniiofJLaTi^'^^ — A 35, 48 [= 

Const. V, 7. Mt. 28, 19j: ßanxiaaiE aiTovg eXg jliov tov 

&dvaTov^^^ 
2,12: avvraq)ivx€g a t^rrj) ^'^•"^ — ^ 34, 50 — Lc. 23, 53. Mt. 

27,59.(50. Mc. 15, 46: fßrjxev avxo iv juvtj/ieiq) 
2, 13*: v/iäg vexgovg övrag roTg TtaQajiratjLiaatv** —-^22,31 

= IjC. 15,30: xaraq)ay6vTi aot» tov ßiov (xerd 

jTOQVibv \xai avXtjTQiAcov] — A 22, 14. 18 = Lc. 

15, 18. 21 : fjjbiaQTOv 
2,13*': vjuag vexQOvg övrag ... avve^fooTioltjoev ijuag 

avv ainu) — A 22, 33 = Lc. 15, 32: ovrog vexqog ^v 

xal ävi^fjoev^*" 
2,13^: xaQiodfxevog vfuv ndvra rd TtagoTnco/iata — A l^bi 

= Lc. 7,42: ä/LKporigoig ixQQloaro^'^ 
2, 14: ;j;fi^<Jy^a^ov ... TiQoaijXc&aag avrd tq) orai;^ ^^* 

- A 34, 30 = Lc. 23, 38. Mc. 15, 26. Mt. 27, 37: m^xev 
f'Tidvoy rtjg X€(pa3iijg avrov i7tiyQa(pTjv 

2, 14: TXQoarjkioaag avrd zd) aTav()(p^*^^ — A 34,27 = 
Lc. 23, 33. Mt. 27, 38. Mc. 15, 24: iaravQwaav avzov 

2, 15: &7texövadiÄevog zag dg^dg xal zag i^ovalag — 
(^Qtajußevaag ainovg iv avza> — A 15, 12 -- Lc. 11,22. 
Mc. 3,27. Mt. 12,29: Indv de laxvQozeQog avzov hzeX" 
&iov vixyau avzov, zi/v TtavonXiav avzov aTgei^"^ 

2, 16^: /!// oCv zig v/näg xQivezio iv ßQO)0€i // iv Jioaei — A 
10,20 Mt. 15,17. Mc. 7,18: z6 ?fo>dfv eloTtogevö- 
fjLevov elg z6 oz6/ia ov dvvazat xoiv(boai zov äv^gcoTiov 
V. 21 =- Mc. 7, 19 D. Mt. 15, 17: ixßdXiezai elg dxezöv, 
og xa&aQÜ^ei ndvza zd ßgcüjnaza^^ 

2, 16^: fj iv fiigei ioQztjg I) vovfxrjvlag fj oaßßdzoiv*'^ — 
^ 25, 2 = Lc. 17,20: ovx pQxezai fj ßaotXeia zov ^eov 
ßiezd 7iaQazt]Qtjaea}g 

|2. Ib: elxfi (pvaiovjuevog^^ — A 6,20 =- Mt. 5,22: nag 6 
ögyiCdßievog elxfj] 

2,20—22*: zi . . doy/naztCeo^Je' uy ay*f] jurjöe yevofj /itjde ^iyijg. 



96 Resch, Paulinismus. I. Teztparallelen. 

ä lativ ndvxa elg (pOogAv xfj AnoxQ^oei — A 10,21. 
Mt. 15, 17. Hc. 7, 19 D: elg rrjv xoiXiav x^Q^^ ^^^ 
elg 6;u£t6v ixßdklexai^^ 
2,22^: xaxaxä Ivxdlfiaxa xal didaaxaklag tcüv äv^gci' 
TicDv^^ — A 10, 10 = Mt. 15, 9. Mc. 7, 7: fidttiv dk oi- 
ßovtai jjLe didäoxovteg didaaxaklag, ivTdJijuara iv- 

^Q(07l(0V 

3,1: o Kgiorog iaxiv iv de^iq. xov ^eov xa^fffievog^^^ 
- A 33, 53 = Lc. 22, 69. Mt. 26, 64. Mc. 14, 62 : iaxai 
6 vlög xov äv^gioTtov^^ xa^tj/bievog ix d€^i(bv 
x^g övvd/iecüg xov dcov 

3,3.4: ^ fo)^ vjLidtv xixgvnxai avv xqj Xgiaxa^ h xcp ^ecp' 
8xav 6 Xgiaxog q>avEQ(0'9fj . . . x6xe xal ijjLsTg avv airxcb 
q)av€Qü)^i^aea^€*^ — A 16, 28 = Lc. 12, 2. Mt. 10, 26. 
Mc. 4, 22. Lc. 8, 17: ov ydq iaxiv xqvtixöv, S ov (pavs- 
QOi^riaexai — A 25, 12 = Lc. 17, 30: ^ ^juiga xov vlov 
xov dv^QWTiov, fj &7ioxai.vq)'^fj^^ 

3, 5*: v€XQ(üaax€ ovv xä fiUri^^ xä hu xijg ytjg — A 24, 4—7 
= Mt. 5, 29. 30. Mc. 9, 47. 43. Mt. 18, 9. 8: S^eke . . 
Mxxotpov ... avfJL(piQ€i aoi, Tva ä7i6li]xai Sv xwv fiel&v 
aov 

3,5**: xi^v nkeove^lav, f]xig iaxiv eldcokoXaxQela^^ — A 
22,51 =Lc. 16,13. Mt.6,24: oi övvaa^e '^ecj kaxgeveiv 
xal [xafioyvq. 

3,6: dl a Sgxsxai ^ dgy^ xov dcov ^ — -^ 1, 6 = Lc. 3, 7. 
Mt. 3,7: änd xfjg ig^o/biivrig dgytjg 

3,8: äjiMea&e ... dgyijv, &ujui6v, xaxlav, ßXaatprj/Mav, ala- 
Xgoloyiav hc xov axö/naxog 5jttd>v *^ = ^ 6, 20. 21 = 
Mt. 5,22: nag 6 ögyi^öpievog ... dg &v etjij] xco 
idelxpw aixov' §axd . . fioigi,^'^' Svoxog Saxai — A 
6, 55 = Lc. 6, 45. Mt. 12, 34: xd axö/iia laXei 

3,9*: jLiri tpevdea^e elg äXk'fikovg^*^ — A 6, 26 = Mt. 5, 37: 
iaxo) dh vfiatv 6 köyog xd val vai, xal x6 oO oi 

3,9**: änexdvadjLievoi xdv nakaidv äv&gionov'' — -^ 5, 12 
= Lc. 5, 36. Mt. 9, 16. Mc. 2, 21: ovdelg btißkri^ ä<p' 
Ifxaxlov xcuvov Inißdkkei i(p' Ifidxiov nakaidv 

3, 10: ivdvadjbievoi x6v viov [sc. Siv^go)nov\ x6v Avaxai- 
vovfievov'^ - ^ 5, 15 = Mt. 9, 17. Lc. 5, 38. Mc. 2, 22: 
ßdkkovaiv olvov viov elg äaxovg xaivovg — -^5, 12 = 
Lc. 5, 36. Mt. 9, 16. Mc. 2, 21: ovdelg tnlßkrifia ä<p' Ijüia- 
xiov xaivov inißdkkei itp* Ifidxiov nakaidv 



Der Colosserbrief. 97 

3,11: navTa^^^ xal iv näoiv X^ioroff** — ^ 12, 29 = Lc. 

10,22. Mt. 11,27: ndvxa pioi JiaQadidatcu 
3, 12*: hivoao^E . . . anldyxyoL oIxxiqjliov, xQV^'^^'^V'^^^^ 

^ 6, 42 = Lc. 6,35 [Mt. 5, 48]: ylvea^e ;|r^i/aTot xcX 

olxTiQfioveg ^* 
3, 12**: Ta7ieivoq)Qoovvt]v, jiQavrtjra,^^ ibiaxQo9v/ilav — ^ 

12, 34 = Mt. lt,29: fiA^exe &n Ifxov, &zi btietxi^g etjM 

xal ngat^g xai xaneiv6q)Q0}v 
3, 13: ;|ra^cCo/ievoc lavxoXg . . xa&dig xai 6 xvQiog IxoLQioaro 

vfuv — -^ 7, 51 = Lc. 7, 42: äfKpotiqoig ixagloaxo^'' 
3, 13: ;|ra^tt<{/ifvo£ iavroig, idv ztg ngög riva Ixfl A*^/*" 

^ijyia — ^24,27 = Mc. 11,25: ätpiere etri ?;i;«tc xard 

Tivog 
3, 13: ;jra^iCo/^£^o^ iavroTg • . . xa^wg xal S xvQiog Ixaglaato 

vfÄiv^'^ — A 28, 41 = Mt. 6, 14: i&v yäg &(pfjxe roXg dy- 

^Q(6noig rd 7taQajv[d>fAaja avtwv, i(pi^aei xal vfuv 6 

naxYiQ vfjL&v 6 oiqdviog — A \A^ 15 = Lc. 11,4. Mt.6, 12** 
3, 15^: ij etgijvi] rov Xqiotov ßgafievercu h Toig xagdlaig 

vßjubv **• — -r^ 7, 60 = Lc. 7, 50: ebiev di ngög rijv yv- 

vaixa . . . Ttogevav iv elgi^vj} 
3, 15*. 17**: evxdQiaroi yivea^e .... evx^iQioTOVVzeg tc^ d«j> 

Ttatgl dl avxav - ^12,27 = Lc. 10,21. Mt. 11,25: 

evxo.QiOTa> ooi, Ttdreg*^ 
3, 16: 6 iöyog xov Xqiotov hoixeko} iv vpuv Ttlovaiayg^^'' 

- ^31,32 = Mt. 24, 35. Mc. 13,31. Lc. 21,33: ol di 

köyot fJLOv ob fit} Tiagil&CDaiv 
3, 17*. 23: jräv S xi idv Jioi^xe .... ndvxa iv övojLiaxi xvglov 

*If]oov ... V. 23: S idv Tioirjxe, ix yjvxtjg iQyd^ec&e 

ibg r(j> xvQiq) xal ovx dv^gamotg — ^ 25, 30 = Mt. 

25,40: 5 xi hv Ijtoirjoaxe ivl xovxcov xatv ddeXfpwv 

luov xwv Haxioxo)v, l/uol ijioii^oaxe*^ 
*3, 20: xd xixva vnaxovexe xoTg yovevoiv xaxd ndvxa, xovxo 

ydg €vdQ€(jx6v iaxiv iv xvglcp^* — ji 10, 5 = Mt. 15, 4. 

Mc. 7, 10: 6 ydg ^edg ehiev* xi/xa xov naxiga xal xifv 

firixega ]iva el aoi yevrjxai] 
3,24: etddreg 8xt djio xvglov dnoXtjjLifpea'&E xtjv dvxajiodooiv 

x'^g xAiy^ovoyu/a^ — ^ 25, 25 = Mt. 25, 34: xitjgovO' 

piiijaaxe xijv ßaaiXelav^^ 
3, 25*: x(ü xvgio) Xgioxfp dovkevexe ^^ — ^ 22,51 = Lc. 16, 13. 

Mt.6, 24: ov divacfie ^ecp dovkeveiv xal ßiapiwvq. 
3,25*: xal ovx ^axiv TigoacoTtoitjjutpla^^ — -^30, 18 = Lc. 

T«xt« Q. Untersuchungen. N. F. XII. 7 



%^ Resch, Paulinismus. L Teztparallelen. 

20,21. Mc.l2,t4. Mt.22,16: oi ka/uißdveig ngöatonan 

4,1*: oi xvQioi, ro dixaiov xai t^v lodxrixa xdig doviaig 
Ttagizea^e'^'^ - ^ 20, 28 = Mt. 20, 4: xal d Mtv ^ 
dlxaiov, 6(00(0 vßuv — ui 20, 37 = Mt. 20, 12: toovs 
aitobg fffjuv kiolrioag 

[4, P: üif&ieq Sxt xoX vßulg Ex^b xvqiov h ovqavo) ^ ^ 
12,27 =Lc. 10, 21. Mt. 11, 25: xvQie xov oigavov*^ 
xai xijg y^g] 

4,2*: Tg TiQOoevx^ JiQooxaQxeQetxe^^ — -^14,18 = Lc. 
18,1: TiQooevx^o^e xal jbiii ixxaxi^oi]xe — ^ ii^d^l 
= Lc. 11,8 Colb.: ixeXvog ök Siav nQooxaQxegf} 

XQOV(OV 

4,2^3*: ygijyoQo.vvxeg ... TiQooevxofAevoi^^^ — ^d9^2b = 

Mt.26,41. Mc. 14, 38. Lc. 22, 40, 46: ygrjyoQeixe xal 

jiQooevx^o'&e 
4, 3: iaXffaai xd fivoxiqQiov xov Xqujxov^^ — ui 8, 29 = Lc. 

8,10. Mc. 4, 11. Mt. 13, 11: ijLuy didtnai yv&vai xd 

ßMvoxTJQiov x^g ßaoileiag xov ^eov 
4, 5V- Tigdg xohg ?f a> »<> - ui 8, 30 = Mc. 4, 11 [Lc. 8, 10. Mt. 

13, 11]: beslvoig dk xoig S^(o 
4, 5**: x6v xaiQÖv i^ayoga^ö/Aevoi — -^30, 13 = Lc. 19,44: 

dv&' (bv ovx iyvcDg xdv xaigdv ^^* 
4,6*: 6 kdyog ifiwv ndvxoxe h x^^^* äkaxi ^Qxvjuivog^^ 

- ^ 21, 51. 49 = Lc. 14, 34. 35. Mc. 9, 49. 50. Mt. 5, 13: 
f;^eTß iy iavxoTg &ka ... iav xd &Xa fjuogar^fj, h xlvi 
&Qxvosxe; 

4,6^: eliivai n(bg dei vfjiag ivl ixdax(p änoxQivea&ai^^ — 
A 16,40 = Lc. 12, 12. Mt. 10, 19. Mc. 13, 11. Lc.21, 14: 
n&g ^ xl dnoXoyi^atia^e . . do^aetoji v/mv 

4,12: ndvxoxe^^ dycDVi^öfievog .. iy xat^ 7tQoo8vx<^^S^^^ 
— -^ 31, 35 = Lc. 21, 36: ddiakeinxcDg nQooevx^o^e 

- u^ 20, 2 = Lc. 13, 24: dy(ovi^eo»e'^^ 

4, 12: Xya oxai»ijxe xUeioi^* - ^6, 42 = Mt. 5,48: gaea^e ovv 
i/ü^Tg xUeiOL^^^ 

Der Brief an die Epheser. 

1,3.4: evkoytixög 6 ^edg xal nax^g ... 6 eikoyijaag ^/näg 
h ndofi eHoyici . . iv xolg inovqavloig h XQiat(o 
. . . ngb xaxaßokijg x6o/iov — ji 25, 24.25 = Mt. 



Der Epheserbrief. 99 

25,34: ÖBvxe ol evkoyrf/uiivoi xov najgög juov, xltj- 
QOvofAtioatB rijv ßaaikeiav, fjv fixoifjtaoey & naTtjg /tiov 
6 inovQ.dviog ngd xaxaßoX^g xöafAov*^ 

1,3: 6 ^edg xal naTfjQ lov xvglov ^/LLWv^Irjaov Xgiajov 
. . Ir Ttdofi tiXoyUf, nvevfJLaxixfj — A. 3&,48 = Mt. 28, 19: 
dg v^ Svofjux xov naxgdg xal xov vlov xal xov äylov 
nvavjuiaxog^^^ 

1,5.6: h dydnfi Ttgoogiaag fjfmg etg vio^ealav iiä *Irjaov 
Xgioxov dg avxAv xaxä xifv eidoxlav^'^ • > • ^g ix^' 
gkoHjey fffiäg h wp ^yantjfjiivq}^ — -/f 2,9 = Mt. 3, 17. 
Mc. 1, 11. Le. 3, 22: olixög ioxiv 6 vlog /xov 6 iya- 
ntixög, h ^ «ü<{;<iyöa — ^ 12, 28 = Lc. 10, 21. Mt. 
11,26: val 6 nan^g, Sxi oijxü}g eidoxia*'' iyiyeto Sjia- 
ngoo&ev aov 

1, 7*: ir oJ Sxo/usv xijv Anokvxgmoiv ^*® — A 31, 31 = Lc. 
21, 28. Mt. 24, 31D: didxt iyyl^ei ^ änokvxgo^oig v/x&v 

— A 32, 38 = Mt. 20, 28. Mc. 10, 45: dovvai iavxdr 
kvxgov 

1,7**: diä xov aTßiaxog avxov xijv ätpeaiv x&v naga- 
nxoyiJLdxoiv^^^ - ^82, 20 = Mt. 26, 28. Mc. 14, 24. 
Lc. 22, 20: xoivx6 iaxiv xd alfid jbiov . . • ixxvrifö/jievov 
etg äq)8aiv &fiagxi(bv 

1,9: yviogiaag ^puv xd /xvoxi^gioy xov ^eki^/xaxog^^ avxov 
xaxä x^v eidoxiav^'^ aixov, fjv ngoi&exo h ainq^ — A 
12, 28 = Lc. 10, 21. Mt. 11, 26: aCfrw eidoxla lyevexo 

- A 12, 30 = Lc. 10, 22. Mt. 11, 27: oidelg imyivcioxei 
xbv Tuniga, et juii 6 vi6g xal (^ äv ö vldg ßovktfxai 
dnoxaXvtpat 

1,10*: etg otxovo/Mav xov 7ilf]g(&/biaxog x&v xaigwv^ — A 
3, 5 = Mc. 1, 15D: 7i€7iktjgü)vxai ol xaigol 

1, 10^: dvaxe(pakai(ooaa'&ai xd ndvxa^^ iv x0 Xgiaxco, 
xd Inl xoTg ovgavoig xal xd inl xrjg y^g — -//35, 47 
= Mt. 28, 18: iöd^ti fxoi näaa i^ovola iv ovgavco 
xal inl yijg^^^ 

1, 11.12.13: Ttaxd ngd&eaiv xov xd ndvxa ivegyovvxog . . iv 
x^ Xgiaxqf . . iv c^ xal nurxevoavxeg iatpgaylo^xs t<J> 
nvev/xaxi xijg inayyeUag xcp dy/qf> — -/f 35, 48 = Mt. 
28, 19: etg x6 övo/aa xov naxgdg xal xov vlov xal 
xov dyiov nvevjiiaxog^^^ 

1, 13: dxoiiaavxeg xov Xöyov .. xd eiayyihov x^g aoyxfjglag 
ißjubv, iv €^ xal niaxevaavxeg^^ — -^ 8, 32 = Lc. 8, 12 

7* 



100 Reseh, Paolinismus. I. Teztparallelen. 

[Hc. 4, 14. 15. Mt 13, 1^]: äxovaavxeg . . zbv loyov 

. . . moTBvoavTeg acD^&oiv 
1,16*: oi navofjuu ei>xaQtox&v*'^ — A 12, 27 = Lc. 10, 21. 

Ht. 11,25: tix^Qf'OTc^ ooi, ndteg 
1, 16^: oi Tiavo/aai . . bil xwv ngooevx&v fiov^^ — A 14, 18 

= Lc. 18, 1: nqootvxto^t xaX /aii ixxaxijotjte 
1, 17: S ^edg xov xvglov fjfAWv *Ii]oov Xqiotov, S naxiiQ 

x^g i6^g, d(^ v/MV nvevfia optplag xal djtoxcditpecog 

— A 35, 48 = Mt 28, 19: elg xo Svo/jui xov naxgög xal 
xov vlov xal xov äylov hvevjuiaxog^^^ 

*1, 17: 6 TiaxijQ . . ddij} v/mv nvevjaa AjioxaXvtpecDg^^ iy 
huyvibou aixov^* — A 11, 16 = Mt. 16,17: änexdkvxpiv 
aoi . • 6 naxriQ fwv 

1, 18: 7i£q>o>xi,ofAivovg^^^ xovg öq)^akfiovg xtjg xaqölag vymv 

- A 28, 55 = Lc. 11, 34. Mt. 6, 22: lav ^ 6 öq>»alfA6g 
oov .... q)a>xeiv6v^^^ 

1, 20: xa^ioag iv de^iq aixqv i*» - A 33, 53 = Lc. 22, 69. 

Ht. 26, 64. Mc. 14, 62: xa^rjfjLBvog Ix öe^i&v xtjg dv- 

vdjuiecog xov ^eov 
1,21: iTtegAvo) ndarig äQxrjg xal i^ovoiag . . , ov fi6vo¥ 

iv xq> alcüvi xovx(p AXXd xal iv xcp fi iklovxi — A 

35, 47 = Mt. 28, 18: idö^i] fioi näoa i^ovola iv 

oiQav€p xal inl y^g^^^ 
1,22: xalaixdv IdoDxev xe<pakf^v vnhg jrdvra**—-// 12,29 

= Lc. 10,22. Mt. 11,27> nivxa fioi nagtöd^ri vnd 

xov JiaxQog fwv 
1,22: ndvxa vTtixa^ev vjid xovg nodag avTov** — A 

35,47 = Mt. 28, 18: idd^ti fioi näoa i^ovola^^* 
2,1: xal vfAag Svxag vexQovg xoTg nagaTixiofiaoiv xal 

xaXg ä/xagxlaig 5/40>v^* — -^22,33 = Lc. 15,32: ovxog 

vexgdg fjv 
2,2: ivxoig vlo7g xtjg änei^elag^* - A22,b.Q = LcA5,i2: 

ivo vlovg • . . ehtev 6 vedixegog' dog jaoi, xxL 
2,3*: äveaxqdiptifAiv noze iv xaXg ini'^vfAiaig x^g aagxdg 

ij/idw »* — ^ 22, 8 = Lc.15,13: fd>v äocoxwg [fjLsxd 

TtoQvwv] — A22jd\ = Lc. 15, 30: xaxa<pay6vxi oov 

xdv ßlov fiBxd noQVcbv^^ 
[2,3»»: fffit&a xixva (pvoei dgy^g — A 22, 28 = Lc. 15, 28: 

Agyio^ri^^ dk xal oix fj'&eiev daeXOeiv] 
2,4: 6 de Oeig nkovoiog Äv iv iliei öid xi]v nolkijv Ayd- 

ntjv aixov, fjv ^ydTtrjaev ij/ia^ ^* — ^ 22, 16. 17 = 



Der Epheserbrief. 101 

Lc. 15,20: 6 7iaxi]Q ainov ... ionXayxvlo^fi xaX 
dga/ncDP Sneaev im rbv TQdxfjUov airov xal xarefpiltiaev 
airöv 
2,5: xal Svtag ^fjiag vexQOvg^* zölg jtaQCundoßÄaaiv ovve- 
^(o<moii]aev — ^22,33 = Lc. 15,32: vexQÖg ^v xal 

2,5: Tofe ^a^ajiTcö/icujtv®* — -^22, 14 = Lc. 15, 18: tj/iAag- 

Tov — -^22, 18 = Lc. 15, 21: fjiiaQxov 
2,6.8*: x^i ^^« oeowapiivoi^* - ^22, 23 = Lc. 15, 24: 

d7ioXü)Xd)g xal eigs'&ri 
2, 7: hdd^rpcai .... xb ineQßdXXov nXovxog xijg x^Q^'^^og 

aixov — ^ 22, 16. 17 = Lc. 15, 20: ianXayxvioOrj •♦ . . 

eneoEv ItiI x6v xQax^Xov airov xal xaxetplXtioev 

aixov 
2,7: Iv ;|f^i;öT<$Ti7T£ itp' ^fxäg h XQUTxq}*If]OOv^'^ — ^ 6^42 

— Lc. 6, 36: 6 TiarijQ ifi(av 6 oigdviog ;|j^iyaT<$c iaxir 
xal obalQ/LUOv 

2, 8**: oeofoofiivoi diä niaxewg^^ — ^ ly^O = Lc. 7, 50: 
ij nioxig ocv oiocoxiv oe 

2,8*^: xovxo oix IS vjucbv, ^eov x6 dd>^ov«*~ ^22, 20.21 
= Lc. 15,22: ddxe daxxvXiov elg xf]v x^^Q^ avxov — 
elaeviyxaxe axüXifv rtjv nQwxtjv xal ivdvoaxe avx6v 

2,9: oix iS EgycDV, tva ßitj rig xav;u^öi7Tat** — -/f 
22,29 = Lc. 15, 29: 6 dl änoxQi^elg ehiev xq> nargl 
avxov' Idov xooavxa txij dovXevcu aoi xal oiöi^ 
Tioxe TtaQeßtjv aov ivxoXi^v 

2, 10: xzia&hrreg iv XQictcp ^Irjaov inl igyoig äya^otg, olg 
TtQotjxolfxaaev 6 »e6g^^ - ^25, 25.26 = Mt. 25,34. 35: 
xXriQovofiTJoare xrjv ßaaiXeiav, f^v iJToifiaaev i/MV 6 
TiaxYiQ jLiov . . . inelvaaa yäg xal i^qixpaxi fie xxX. 

2,11.12: vjimg xd S&vfj ... fjxe xco xaigq) ixelvqy x^Q^^ 
Xgiaxov ... xal ^evoi »* - ^ 22, 7 = Lc. 15, 13: 6 
vEdyiBQog vl6g änedtjfitjaev elg x^Q^'^ jnaxQdv 

2, 12: d7ii]XXoxQia)/bi€voi x^g noXixeiag^^ xov 'logai^X 

— ^22,10 = Lc. 15, 15: ixoXXi^&tj ivl xwv noXi- 
Ta>v®* xfjg x^Q^^ ixsivtjg 

2,12.13: (ivoi. xcbv dia'9t]X(bv^^^ .. . iyevi^^rjxe iyyvg iv Tq> 
atfiaxi^^^ xov Xgiaxov - A 32, 20 = Lc. 22, 20. Mt. 
26, 28. Mc. 14, 24: xovxo fxov ioxiv xd aljua x^g xaiv^g 
diai^tjxrjg .. Eph.2, 15: elg h*a xaivdv &v^gQ)7tov 

2, 13: oT Tioxe ovxeg jiiaxgdv^* iyevfj^tjxe iyyvg — A 



1 
i 



102 Resch, Paoliiiismiis. I. TeztparaUeleiL 

22, 16 = Lc. 15,20: fti di ahov /ii'axQiv^^ änixov- 
zog eJdev aitdr 6 nati^g 
2, 14: 6 noii^oag tä ä/uKpoTcga . . v. 15: xovg ovo xxlaf) . . 
V. 16: tovg äiKpoxiqovg^^ . . v. 18: ol äfi(p6x€Qot 

— ^ 22, 5 = Lc. 15, 1 1 : är&QConog rtg d^ev dvo vlovg 
2,14.16: ivTfj oagxl airov ... äTtoxazalld^fi xovg äßi- 

(potigovg ly M o(bfiaxt x^ i9eQ> duL xov axavgov — 
-ri 32, 18 = Lc. 22, 19. Mt. 26,26. Mc. 14, 22: xovxö iaxtv 
xo ow/xd ßwv xö ineq 6/biwv xl(6fA€vov^^^ 

2, 15: slg iva xair&v Sv&qcdszov'' — -^ 5, 12 = Lc. 5, 36. Mt 
9,16. Mc.2, 21: IfiatUw xairov 

2, 16: dnoxaxaXkd^fi xovg ifKpoxigovg . . . diä xov axav- 
gov "• - ^ 32, 38 = Mt 20, 28. Mc. 10, 45: dovvat 
lavxov kvxQOv dvxl 7ioXXo>v 

2,17: xolg /iax^dr** — ^22, 16 = Lc. 15,20: ainov fiaxgdv 
inixortog 

2,18*: dl ainov ?;jro/4cv r^v nQoaayoiyfjV^^^ —-^34,39 = 
Lc. 23, 45. Mt. 27, 51. Mc. 15, 38: xb xaxajtixaa/xa 
xov vaov iaxio'&t] elg dvo 

2, 18**: ol äjbupdxeQoi . . ngög xov naxiga^^ — A 22, 32 = Lc. 
15,31: & dk [sc. 6 TiaxrJQ] einer avx0' ov ndvxoxe 
fxex' ipLov el, xal ndvxa xd i/id od iaxiv 

2, 18: öl aixov Ix^f*^ ''V^ nQOoayo>yi}v ol dfjupoxegoi h hl 
Tivevfiaxi JiQog xbv naxiga — A 35, 48 = Mt. 28, 19: 
elg xh SvofAa xov Tzaxgbg xal xov vlov xal xov äyiov 
jivevfxaxog^^^ 

2,19: fori awÄoAira* — ^22, 10 = Lc. 15, 15: ixokkri^ri 
hl xwv nolixcüv^* 

2,26*: Ijioixodofii^^ivxeg im xq) d£/4£ita>^** — -^ 6, 59 
= Lc. 6, 48. Mt. 7, 24: öoxig c^xodö/xijaev . . xal S&rixev 
{^e/iHiov im nixgav^^ 

2,20'*: im xcp &eßieklq} xwv dnoaxoXcov xal 7igoq)f]x(bv^^ 

— ^ 16, 22 = Lc. 11, 49. Mt 23, 34: djtooxeXcb Jigög 
vfmg dnoaxoXovg xal ngo(pi^xag^^ 

2,20*^: Svxog dxgoywvialov aixov Xgiaxov *Ifjaov'^^ — A 

21,34 = Mt21,42. Mc. 12, 10. Lc.20, 17: ovxog iye- 

vfi^ elg xeq)aXi]v ycovlag 
2,21: Ttäaa olxodojLitj avvagfioXoyovfiivri ai^ei .. h xvgUp"^^ 

-^21,23 = Mc. 12, l. Mt21,33. Lc.20, 9: cbxodd- 

fAtioev nvgyov 
2,22: olxodoßjii] .. av^ei .. iv xvgico elg xaxoixtjxi^giov xov 



Der Epheserbrief. 103 

deov iv nvevfAari^^^ -^35,48 = Mt. 28, 19: elg 

t6 Svofia tov natQÖg xal tov vlov 9«ai rov äyiov 

nvev/xarog 
*3, 3*: xaxA änoxdXvxpiv iyv<OQio^ fjiot^^ — ^ 11, t6 = Mt. 

16,17: änexdXvtpiv a<H , , 6 nccf/jQ 
3,3.4: xarcE äTtoxAivrpiv lyvcoglo^t] fioi ro fivaxilJQiov . . . 

TiQbg S dvvaa^e . . voijaai rijv aiveoiv fiov h t<J> 

fivarrjglq} rov Xqujtov — ^ 8, 29 = Lc.8, 10. Mc. 4, 1 1. 

Mt. 13, 11: vfuv dedorai yv&vai td ßivoti^giov^^ 
3,5: äTiexaXvq?^ rok äyloig änoarökoig airtov xal jiqo- 

(p^taig A/jrv£t;/iaT«--^l6,22 = Lc.ll,49. Mt. 23,34: 

Anocreld} nqbg ißiäg änoaröJiovg xal 7iQoq>i^tag^^ 
3,5.6.7: Iv Tivev/uiaxi, elvai rä l&vtf . . . ovv/iihoxa tfjg inay^ 

yeiiag iv Xgiar^ 'Irjaod . . . xaxä r^v dojgeäv rfjg 

xdgiTog rov ^eov —ul 35,48 = Mt. 28, 19: elg x6 Svojluz 

TOV Ttaxgdg xalxov vlov xalxov äylov nveiifiaxog^^^ 
*3, 6 : elvai xä fdvti owxktjgovößia xal aiivocofjia xal ovv^o'/a 

tfjg btayyeUag i" - ^ 20, 24 = Lc. 13, 29. Mt. 8, 11 : 

ij<Savaiv ä7t6 ävaxoXmv xal ivofiwv xal ßogga xal v&tov 

xal ävaxh&ifioovxai ßjtexd *AßgaäfA xal *Ioadx xal *IaxQ)ß 

Iv xfj ßaaÜLeiq. xov '9eov 
3,8: ifwl xo) iXaxioxoxigqy ndvxwv d}'('cov •* — -^^ 25, 35 = 

Mt. 25,45: ivl xovxcuv xmv ikaxlax(ov 
3,8: xoig l^veaiv eiayyelioao^ai^^^ — ^ 31,25 = Mt. 

24, 14. Mc. 13, 10: xrjgvx^i^oexai x6 eiayyikiov 

näoiv xoTg l^veoiv 
*3, 9: (pa}xlaai xig ^ olxovojbUa xov jbivaxvfgiov xov dno^ 

xex^v/i/i^vov*« — ^16, 28. 29 = Lc. 12,2.3. Mc.4,22. 

Lc. 8, 17. Mt. 10, 26.27: xgvnxbv . . . eXmxte Iv x(o 

<p<oxi - ^ 8, 29 = Lc. 8, 10. Mc. 4, 1 1. Mt. 13, 1 1 : vfjiv 

didoxai yvwvai xh jbivaxi^giov^^ 
3, 1 2 : iv cß Sx^f*^ • • Tigoaaywyijv — ^ 34, 39 = Lc. 23, 45. 

Mt 27, 51. Mc. 15, 38: x6 xatanhao/ua xov vaov ioxlo^ 

elg dvo^^^ 
3, 13: dtd alxovfiai fxi} ivxaxeiv^^ — ^ 14, 18 = Lc. 18, 1: 

Ttgoaevxeo^e xal ßiij ixxaxiqarjxe 
3, 14: xd/iTixo) xd yövaxd /iwv ngog xbv naxiga'^^^ — ^ 

33, 21 = Mt. 26, 39. Lc. 22, 41. Mc. 14, 35: '»elg xd 

yövaxa ngoarjvx^xo liyoyv dßßä 6 nax^g 
3,14—17: jrgdg xöv naxiga . . . xgaxaiw^ijfvai did xov nvev^ 

fzaxog avxov . . xaxoixrjaai xbv Xgiaxdv . . iv xaig 



104 Resch, Paolmismiis. I. Textparallelen. 

KogSloig ifi&¥ — yi 35, 48 = Mt. 28, t9: dg ro Sro/ia xov 

naxQbq xai xov vlov xol xov äyiov nvevßiaxog^^^ 
3,15: ;s^^ T^ naxiga, i$ ov Ttaaa naxqiä iv oigavoig 

xai Inl y^c^**-^22, 14. 18 = Lc.l5,18.21: Ttdxeg, 

ij/iogxay elg xdv ovqavbv xal ivAntöv oov^^ 
3,17: iQQiCcDfiivoi^^ xal rcdc/ifiAico/i^yo*" — -^f 8, 33 

= Mc.4, 17. Mt. 13,21. Lc.8, 13: ovx ixovotv §ltav 

h iavxok — ^6,60 = Mt. 7, 25. Lc.6, 48: Te^s/ns' 

Xloixo yäQ Ijtl xijv nhQav 
3,20: T^ dk dwa/iiyq} in ig ndvxa noifjoai ineQexTUQiaöov 

&v alxovfjLB^a fj voov/icr^* — -// 14, 9 = Mt. 6, 8: 

olÖBv yäq 6 TWxiiQ ifA&i¥ Sxi x^^^^ xovxoiv indv- 

xcov nqb xov ijuiäg atxi^aaa^ai aixöv 
3,21: ir xjj Ixxlffoitf xal h Xqiaxq^ 'Itfoov elg ndaag 

xäg yeveäg xov al&vog xa>v afct>va>y — -^ 35, 50 = 

Mt. 28, 20: Idov iycb ixeff ifjL&v dßu ndoag xäg 

ij/xigag l(og xijg avvxeXeiag xov atojvog^^^ 
4,2: juexä ndafjg xan€tvoq)QOOvvrjg xal ngavxtjxog, fiexä 

/mxQO^fjUag ivex6/ieyot äXli^lmv -- ^ 12, 34 = Mt. 

11,29: /Mi&exe dsi Ifwv, 8xi inieixijg elfu xal ngaifg 

xal xa7ieiv6(pQO}v^^ 
4,4—6: ^v nvevfjia . . . «fe xvgiog . . . ?v ßdnxiofza . . . eJg 

'9e6g xal naxijg ndrxQ>v — ^35, 48 = Mt. 28, 19: 

ßanxlaavxeg avxovg ek xd Svofxa xov naxqbg xal xov 

vlov xal xov äyiov nvtvixaxog ^** 
4,5: eJg xigiog^^^ — A21,^ = Mt. 23, 8. 10: elg ydq vfMm* 

6 diddoxaXog^^^ 
4, 6: elg ^edg xal naxtjg ndvxwv ^«2 - ^ 27, 1 = Mt. 23, 9: 

elg ydg iaxiv ifiiov 6 naxijQ 6 oigdviog 
4,9: xaxißi] elg xä xaxwxega fiigti xrjg y^c^*'^ — -^ 15, 21 

= Mt. 12,40 fLc. 11,30 D]: oSxcog xal 6 vldg xov dv- 

'&Q(07iov Iv xjj xagdlq, xijg y^g 
4, 10*: 6 ävaßäg vTteQdvco ndvxQ)v xcov ov^avtwv^** — -^35, 57 

=Act.l,ll: i&edaaa^e ävaßdvxa avxiyek xov ovgavov 
4, 10*: Tva nXtjQioon xä Jidvra" - ^ 12, 29 = Lc. 10, 22. Mt. 

11,27: ndvxa /not nagedd^*^ 
4, 11: xal avxdg Idoxev xoijg jukv änoaxöXovg, xovg dk ngo- 

ipi^xag, xovg dk eiayyeXiaxdg , xovg di noifiivag xal di- 

daoxdXovg — ^16^22 = Lc. 11,49. Mt. 23,34: djro- 

axeX(b ngbg vfiäg äjtooxöXovg xal ngofptjxag xal 

didaaxdXovg^^ 



Der Epheserbrief. 105 

4, 13: l^ixQ'^ xaTavTTJocofiev . . . etg Bvöga xileiov — ^ 26, 17 
= Mt. 19, 21 : bI »eXeiq riXeiog elvai^^ 

4, 14*: /Äi]xhi (OfAev . . xlvdcDvi^ojiuvoi xal 7ieQiq>€Q6jLievoi Jtavtl 
ivi/iKp Ttjg didaaxaidag^ — -^ 7, 25 = Lc. 7, 24. Mt. 
11,7: xdXafwv vno ävijbiov oaXevöfxevov 

4.14**: Iv navovQyia nqbg Ttjv fie^odiav xijg nXdvtjg^^ — 
^30, 17. 19 = Lc.20,20.23. Mc. 12, 13. 15. Mt. 22, 15. 18: 
djiSaxetXdv tivag, Tva nayidevocoaiv aitov Xoyq} . . 
htiyvovg dh atnibv rijv navovQyiav 

4,18: Ika ti]v Syvoiav rijv oioav iv avrofe ^^'^ — -<^ 34, 28 = 
Lc, 23,34: oi* yäg oTdaoiv xi noiovaiv 

4^20.21: vjuieig dk oix ovrcog iiLid'9ere xbv Xqioxöv^^, et ye. 
aixdv ^xavaaxe xal iv ainib ididdx^tjXE — ^ 12, 34 
= Mt. 11,29: fid'dexe dn ifiov 

4, 22: dno&ia^ai . . xöv naXaidv äv&Qcojiov xdv (p&eiQOjievov'' 
- ^ 5, 12 = Lc. 5, 36. Mt. 9, 16. Mc. 2, 21 : oideig inU 
ßXtj/jM d(p* Ijuaxtov xaivov oxloag inißdXXei bil ifidtufr 
jiaXaiöv - ^5, 14 = Lc. 5, 37. Mt. 9, 17. Mc. 2,22: 
gi^^ei yäg S olvog veog xovg daxovg xovg naXaiovg . . . 
xal ol doxol dnoXovvxai 

4,23.24: dvav€0va'9ai .... xal ivdvaao'&ai xdv xaivov äv- 
»QWTiov'' — ^ 5, 12 = Mt. 9, 16. Lc. 5, 36. Mc. 2, 21: 
ovdelg inlßXtj/MX dtp* Ifiaxlov xaivov inißdXXei 

4, 25: dib dno&ifjLBvoi xb tpevdog XaXeTxe dXilj^eiav Ixaaxog 
fAttd xov TiXtjolov avToi}!* — ^6,26.27 = Mt.5,37.43: 
ijxo) dk ifxcbv 6 Xdyog xb val val, xal xb oi^ oü , . 
i)xoiüaxe 8xt iggi^ xoTg dgxaioig' dyanifjoeig xbv siXifj- 
aiov aov 

4, 26*: ögylCeo^e xal fii] dfxaQxdvere^^ — -^ 6, 20 = Mt. 5, 22: 
Tiäg 6 ögyi^ofievog xco ddeXfpqj aixov \eixfj] ^oxog 
foxai xjj xQioei 

4,28: xo7iidx(o iqyal^ofjie.vog . . xb dya'^dv — ^26, 13 = 
Mt. 19, 16: xi dya&bv TTonjaco;^^^ 

4,29: Tiäg Xoyog aangbg^^ ix' xov axdjjiaxog v/ucbv ju^ ix- 
jiOQevio'&a), dXXd et xig dya'^dg —-^6,51.54.55 = 
Lc. 6, 43.45. Mt. 7, 17. 18; 12, 33—35: ov ydg iaxiv dh- 
Agov dya&bv noiovv xagnbv aangov .... 6 dya^bg 
&v9g(07tog . . 7igo(pegei xb dya'&ov ... ix ydg xov 
Ttegiaaev/iiaxog xfjg xagdiag ixßdXXei xb axo/ua 

4,30.32: /uf] Xvjieixe xb Jivev/bia xb Syiov . . 6 ^ebg iv 
Xgioxtp ixagtaaxo vfuv — A 35, 48 = Mt. 28, 19: zig xb 



106 Resch) Paolinismus. I. Textparallelen. 

SvofML xov naxqhg xal tov vlov xal xov äyiov nvev- 

4,31: Tiäoa . .. ßlatsipri fjLia äQ^rm ä<p^ v/4ä>v^* — -// 27,41 
= Mtl2, 36: Ttäv ^tj/uia igyöv, 8 XaXi^ovoiv ol Sv- 
&Q(07ioi, änodc&oovaiv negl airov i6yov h ^ß^(f XQioBCog 

4,32*: yiveo'^B dk dg (ÜXriXovg x^^<^^o/, eianlayxvoi,^'^ — 

- ^ 6, 42 = Lc. 6,36 [Mt. 5,48]: yiveai^e XQV<^^ol 
xal olxxlQfiovEg^^ 

4^32**: ;|ra^if({/ievot iavröig, xa&ibg xal 6 ^edg h Xqioxo} 
Ixagtoaro ifuv^'^ — -<</ 7, 51 =Lc. 7, 42: ä/juporigoig 
iXdQloaro ^® 

5, 1: yivea^e oiv juijurjTal rov ^eov, wg xixva äytxjirjxd^'^ 

— ^ 6, 41 = Lc. 6, 35. Mt. 5, 45: Soeo^e vlol xov 
utpiaxov xal S/uoioi yivea&e xco naxql vfiwv xco iv 
aigavoTg 

5,2: Xgiaxdg . . . JiaQsdoyxev iavxdv inkg ^ßiwv ngoa- 

<poQdv xal ^voiav - ^ 32, 38 = Mt. 20, 28. Mc. 10, 45: 

6 vl6g xov äv&QCOTtov^^ ^l&ev dovvai iavxdv Ivxgov 

ivxl noiJi&v^^^ 
5,3.4: /xtjdk drofia^ia^Q) h vjmv . . . alaxQdxtjg xal fiwgo- 

koyia 13 - ^ 6, 21 = Mt. 5, 22 : bg 6' flv eXnn x(o &deX(po> 

avxov §axd . . . jucDgi^'^ 
5,5*: TileovixxTig 5 ioxiv eldcoXoXdxQtjg^^ — ^ 22,51 = 

Lc. 16, 13. Mt. 6, 24: ov dvvaa-9e '&B0 dovXeveiv xal 

fia/ncuv^ 
5,5**: oix Ix^i xXtjQOvojLiiav iv xfj ßaaiXeiq xov Xqioxov 

xal ^£Ov^ — • -^ 25, 25 = Mt. 25, 34: xXfjQovojutjaaxF 

xifv ßaaiXeiav^^ 
5, 6*: jjLrjdtlg vfjiäg änaxdxo}^^'^ — ^ 31, 4 = Mc. 13, 5. Mt. 

24, 4. Lc. 21, 8: ßXSnete, (Arj xig ijuäg nXavriOf} 
5,6**: did xavxa ydg Igxexai '^ dgyij xov ^eov im xovg vlovg 

xijg dnei^eiag -— ^ 31, 15 = Lc. 21, 23: ?axai ydg . . . 

dgyi] xcp Xa^ xovxcp^^^ 
5,S*: ^x€ ydgnoxeaxöxog^^^ — ^28,57 = Lc. 11,35. Mt. 

6, 23 : axdnei oiv, jurj x6 (pwg xd iv aol axoxog iaxiv 
5, 8\- vvv dh ipwg iv xvglcp^^^ - ^ 28, 58 = Mt. 5, 14: v/neig 

ioxe xd <pQ}g xov xdofxov 
5, 8*^: (bg xixva q>o}x6g neguiaxeXxe^^ — ^ 22, 43 = Lc. 16, 8: 

vnkg xovg vlovg xov fpQ}x6g^^^ 
5,12.13: xd ydg xgvfpfj yivdjtieva in aixwv .. ndvxa iXey- 

xdfieva vno xov (pojxog tpavegovxai' näv ydg xd (pave- 



Der Epheserbnef. 107 

QovfjL£vov (pwg Imiv^^ - ^ 16, 28. 29 = I^c. 12, 2. 3. 
Mt. 10, 26. 27. Mc.4,22. Lc.8,17: oi> ydq imiv xqvjitov, 
b ov <pavtQ<o^fj . . eSrore h xt^^ qxoxi^^'^ 

5, 15: TUOiTiardte, juif d>g Sao^oi, dJU* d>g aotpol^^ — yl \2^h 
= Mt. 10, 16: ylveo^ oiv (fgövi/aoi — ^ 18, 11 = Lc. 
12,42. Mt. 24, 45: rlg Sga iotlv 6 mat&g obeoröjaog xal 
<pg6vi/iog 

5,16: l^ayoga^dßievoi röv xaigöv^^ — ^ 18, 11 = Lc. 
12,42. Mt.24,45: dovvai ainngriiv tQfHpijv iv xaigcp^^ 
- [^ 19, 8 = Lc. 12, 56. Mt. 16, 3: röv dk xaigdr 
Tovtov OV doxijbui^eze ;] 

5, 17: jui] yiveo'^e ätpQoveg,^'^ &XXä ovvUxe xi xb ^ikri^ia xov 
xr^iov»» - A 18, 18 = Lc. 12,47: 6 iovloq 6 etdoyg 
x6 ^iXrifia xov xv^/ov — -^ 17, 9 = Lc. 12, 20: ätpgov 

5, 18*: fiii fxe^vaxea^e oh^^^ — ^18, 15 = Lc. 12,45. Mt. 
24,49: ägSfjxai . . ia^ieiv xal niveiv fAexä [tioqvwv xai\ 
fxe^vdvxmv - A 31, 33 = Lc. 21, 34 ^^'^ 

5, 18»»: iv o} loxiv äawxia^^ - ^ 22, 8 = Lc. 15, 13: ta>v 
äa(&x(og f/x^rd JiOQvd)v] 

5,18.20: TtkriQovo&E h Ttvevjuaxi . . evxogiaxovvxeg ndvxore , . 
iv dröfiaxi xov xvQiov fjiAwv *Ii]oov Xqioxov xcp 
&e(p xal n:aT^/— ^ 35,48 = Mt. 28, 19: etg xb övo/aa 
xov TiaxQog xal xov vlov xal xov äyiov nvevfJLaxog^^^ 

5, 20: eixaqioxovvxeg . . . . to) tfc<p xal naxqi^^ — A 12, 27 
= Lc. 10, 21. Mt. 11, 25: evxaQiax& aoi, TtdxeQ 

5,25.26: 6 Xgiaxbg ^ydjitjaev xijv ixxitjalav xal iavxov Jtag^ 
idQ}X€v vjiiQ avxfjg^^^ - A 32,38 = Mt. 20, 28. Mc. 
10,45: 6 vlog xov äv^gconov^^ f]k^ev ... dovvai 
iavxöv kvxQOV ävxl jtoXXcbv 

5,31: ävxl xovxov xaxaXeitpei ävdQCDnog xov naxiga xal 
xijv fitjxiga xal TtgoaxoXXtj&i^aexat xfj yvvaixl 
avxov, xal laovxai ol ovo elg adgxa fiiav^^ — A 
23, 15. 16 = Mt. 19,5. 6. Mc. 10, 7. 8: ivxl xovxov 
xaxakeitpei äv^Qoynog xdv naxega xal xrjv fxrjXEQa 
xal 7iQooxoi.kfi&fjo€xat xfj yvvaixl avxov, xal 
ioovxai ol ovo elg odgxa fxiav 

5, 32: xö fxvox'fiQiov xovxo fiiya ioxiv, iyd) dk kiyo) elg Xgiaxdv 
xal elg xrjv ixxlrjaiav''* — ^ 20, 5 = Mt. 25, 1: elg 
djidvxrjaiv xov vv/xtpiov xal xijg vvfKprjg ^ A. 20,15 
= Mt. 25, 1 0. Lc. 1 3, 25 : ovvijk^ov /lex' avxov elg xov 
vtffupcova, xal ixleia&tj tj '^voa 



108 Resch, Paoliniiunus. I. Textparallelen. 

*6, 1.2:tcI xhcva, ^naxovexe roTg yovevaiv ifi&r iy Kvglq}' 
Tovto ydg iaxiv dixaiav' tlßia rdv natiqa aov xal 
tijv fitixiqa, fjjitg larlv hxoXii Ttgcm] h bmyysliq, Tva 
ei aoi y^vi^Tai** — -rflO, 5 = Mt. 15, 4. Mc. 7, Ift: 6 
ydg &€6g ebtev' tifia rbv nariga xal rijv fAf^xiga 
[tva ei ooi yivtjxai] 

6,6: (&g dovloi XgiaTOv noiovvxeg xd ^iXrifAa xov ^eov^^ 
- A 18, 18 = Lc. 12, 47 : 6 iovlog 6 ddäK x6 ^iX^juia 
xov xvqIov a{)xov xal fii^ Jioitjoag^^ 

6,7: /iCT* eivolag dovXevovxeg cag x^ xt;^f<j>** — ^22, 50 
= Lc. 16, 13. Mt. 6, 24: avdelg dovXog dvvaxai ival 
xvgtoig dovXevBiv 

6, 7. 8: dovXevovxeg cbg x(p xvglq) xal obx iv^QiOTioig, eldoxeg 
Sxi Bcaoxog idv xi noi'fjofi iya^6v, xovxo xoßjUaexai 
;ia^ xv^ien; — ^25, 30=sMt.25,40: 8 xi äv inoii^aaxe 
Svl xovxcDv • . • IjLiol Inoiiijaaxe *^ 

♦6, 8 : xoSxo xofiloexai Ttagä xvgtov "* — A 29, 29 = Mt 25, 27 
[Lc. 19, 23]: Ixojunad/uiijv äv x6 Ijuiv avv xöxq) 

6, 8: I6v XI noiriofi Aya^dv^^^ - ^26, 13 = Mt, 19, 16: xi 
Aya^dv 7toiiljaQ>; 

6,9: etdoxeg Sxi xai ainojv xal ifjuav 6 xvgiög loxiv Iv 
oigavoTg — A 35, 47 = Mt 28, 18: ib6^ fxoi näaa 
l^ovota iv oigavoig^^^ 

6,9: xal jiQoaconoXfj/uitpla ovx iaxiv nag* aix^^* — A 
30, 18 = Lc. 20, 21. Mc. 12, 14. Mt 22, 16: ov Xa/aßd- 
veig nqdaconov äv&QConoßv 

6, 11. 13: Iv&uoatr^e xi^v navonXiav xov ^eov jigög xb dv- 
vaa&ai ijnöig axfjvai Ttgog xäg /ixe^odiag xov iiaßöXov 
.... AvaXdßexe xi^v navonXlav xov '&eov, Tva öwr^^^xe 
Avxiaxijvai — A 15, 8. 12 = Lc. 11, 18. 22. Mc. 3, 
23.26.27. Mt 12, 26. 29: et dk xal 6 oaxaväg oaxaväv 
ixßdXXei .... noK Avvaxai ox^vai ^ ßaaiXeia avxov 
. . . inel dk taxvQÖxegog avxov bieX'^ibv vixi^ajj avxov, 
xf]v navonXiav aixov atgei^'' 

6, 12: ^jMv ^ ndXf] . . . ngög xäg AQxAg» ngog xag liovaiag» 
ngdg xovg xoa/noxQdxoQag xov axöxovg xovxov — A 
33, 39 = Lc. 22, 53: avxtj iaxlv v/möv t} &Qa xal fj 
i^ovala xov oxöxovg^^^ 

6, 14: cfxrjxe ovv negi^ojadpievoi xijv öofpvv i/xcov^^ — A 
18, 1 = Lc. 12,35: yivea^e hoifxoi, al 6aq>veg vfiibv 
negie^wa/biivai 



Der Philemonbrief. 109 

6, 15: vnodtjodßjievoi xovg nddag h hoi/juiotq, xov edayysltov 
T§ff ei^jyvjyg*' — ^ 9, 31 = Mc. 6, 9: inodedejuiivovg 
oavddita — ^ 9, 35 = Lc. 9, 6. Mc. 6, 12: i(iJQxavio 
eiaYyeXiCö/xevoi — .^ 12, 6 = Lc. 10, 5. Mt. 10, 12: 
liyete' elQirjvij r^ o&^ rovxcp 

6, 17: r^v fidxaiqav rov Ttvevfmxog^'^ — -<^ 19, 3 = Mt. 10, 34. 
Lc, 12,51: oix fik&ov ßaleiv etg^vi^v Aiiä fxäxonQOiv'^^ 

6, 18: TtQOoevxo/uievoi iv Jiavtl xaiQip • . . xal eis aird» 
äyQvnvovvxeg^^'^ h Tidofj jiQooxaQxeQi^aei^^ xal 
icijaet — -//3I, 35 = Lc. 21,36. Mc. 13, 33: äyQvnvetxe 
di deöfjievoi ädialeinxog 

*6, 19: Tva juioi do^jj irfyoc iv ivoi^ei xov ox6fiax6g fwv**' 
- ui 16, 40 = Mt 10, 19. Mc. 13, 11. Lc. 12, 11. Lc. 21, 15: 
do^ijaexai ydg vfuv iv beelvfj xfi diga xl Xali^atixe — 
-^ 14, 9 = Mt. 6, 8D: jiqo xov xjfiäg ävoT^ai x6 axöjia^ 

5. Die Briefe an Phllemoii und an die Philipper. 

Der Brief an Philemon. 

V.4*: eixagiaxö} xqy »e(p^^ - ^ 12,27 = Lc. 10,21. Mt. 

11,25: €vx(iQf'Oxa} aoi, ndxeg 
V. 4*: Ttdvxoxe [xveUiv oov noioißievog Inl x&v ngoaevx&y 

/iov —-<</ 31,35 = Lc. 21,36: dtdfievoi ädialelnxcos^^'' 
V. 5: ixaviov oov x^v dydjitjv . . . Tigdg xov xvqiov 'It^oovy 

xal etg ndvxag xovg äylovg^^ — -^^ 13, 3. 5 = Mt. 22, 

37.39. Lc. 10, 27. Mc. 12,30. 31: äyajii^aeig xvqiov 

xov {^eov oov . . äyantjoeig xdv Jikijoiov oov 
V. 7: xd onXdyxva^^ xwv dyicov dvommavxai — ^ 13, 13 = 

Lc. 10, 33: ZafxaQixrig . . 16 (bv lonkayxvio^ti — v. 

12.20: xd ojikdyxva^^ h XQiaxq) 
T. 12: aixövy xom ioxiv xd ifid onkdyxva, [jigooXaßov]^^ — 

^ 13, 17 = Lc. 10, 35: Ijiijueki^^tjxi avxov 
V. 14: noi^oai . . , xd dya»6v - ^ 26, 13 = Mt 19, 16: xC 

dya^bv noii^oQ);^^^ 
V. 14: noi'^oai, Tva . . xd dya-^öv oov fi . . ixovoiov — ^ 

13, 19 = Lc. 10,37: 6 noii^aag xd iXsog^^ 
T. 17--I9: ngookaßov avxov^^ d>g l/ii' et di xi ^dlxtjoiv ae 

fj dipeUei . . . lyd) dnoxloü}^^ - ^ 13, 17 = Lc. 10, 35: 

inifjieXij^fjxi avxov, xal S xi äv ngoadanavi^afig , lyd> 

h xo) biaviQx^O'9(J^i fu dnodcooa} aot 



110 Resch, PattHoismus. I. Teztparallelen. 

T. 21 : eldwg Sri xal vnig 8 Xiyoi noufoeig^^ — ^ 13, 17 = 
Lc. 10,35: xal S u äv ngoodanavi^affg 

V. 22: äßia dk xal holfm^i fun ^evlav^^ ~ ^ 13, 15 = Lc. 
10,34: fjyayev avrbv dg nav&o%6iov. 



Der Brief au die Philipper. 

1,3: BvxoLQiaxib %^ *£<?>*' - A 12,27 = Lc. 10,21. Mt. 

11^25: £t;;|ra^iaTC(> aoi, nixeg 
1,4: nAvxoJB iv ndofi dei^aei . . . /lerd xaQO/g t^v ditfoiv 

noiovfiBvog — A 31,35 = Lc. 21, 36: dedfievoi 

MiakBlnxfog^^'^ 
1,8: huno&a> nivxag v/aag iv önXäyxvoig Xqioxov^^ — ji 

9, 39 = Lo. 9, 11. Mt. 9, 36. Mc. 6, 34. Mt. 14, 14: 

iQnkaYXvla^f} bi avxok 
*l,ll: 7iejiXfiQO}fiivoi xagndv dixaioavvrjg . . elg dd^av xal 

Inaivov ij£ov"«-^ 28,61 = Mt.5, 16: dnayg ßU- 

nayaiv ificbv xä xakä Igya xal do^Aotoaiv xbv 

naxiga {»fAcäv xdv ht ovgavoig 
1,18: iv xoiixq} x^^Q^» ^^^ ^^' X^^^^^l*^*** "" -^ ^2, 25 

=s Lc 10,20: ;|ra/^eT€ xal äyaXXiäa^e 
1,20: iy oidevl alaxw^j^ao/mai, dJiX h ndof} naggijaiq . . . 

fuyoXw^aeTai Xgiaxdg = A 27, 43 = Mo. 8, 38. Lc. 

9^26: Sg &v inaiaxvv^n i^«^^* 
1,21: xal rd AjtodaveJv xigdog ^^^ - ^ 27, 8 = Lc. 9, 25. Mt. 

16,26. Mc.8, 36: xl xigSog xtp dv^gcojup 
K 27—30: cvva^lo^vxeg xfj nUnei . . . fjxig iaxlv avxdig h^dei^ig 

Anmkslac, i^fi&v dk CQ>xfiQlag . . . xi^y aix6v äyd>va 

fxovxeg'*^ - -/f 20, 1-3 = Lc. 13, 23. 24. Mt. 7, 13: el 

iilym ol CQ>C^f*^vot . . . Ay(ovll^eo^e elaeX'&elv . . . 

i} (S()(W Andyovca etg AnwXBiay'^^ 
*l,20: /»/ilv fxagla^pf xd ^jfkg Xgioxov ... ndax^^y^^ •— 

ji 2H, 8 =^ Mt. 5, 10: fiaxAgioi ol Tidaxovxeg ivexev 

2| I : »t TIC oiv nagdxXtfüig Iv Xgiax^, eT xi nagafi'Miov 
Aydn^)g [sc. xov &bov cf. 2, C. 13, 13], eT xig xoiva^ia 
jiyevjttaxog — A 35, 48 = Mt. 28, 19: elg xo Svofia xov 
naxgdg xal xov vlov xal xov äylov jivevfiaxog^^^ 

9| I: rf TIC anXdyxva xal olxxigßioi^'^ — -/f 6, 42 = Lc. 
6, 35. 36: ylvea^e XQV^''^^ ^^^ olxxlgfioveg, c&c 6 
7taxi)g vßi&y 6 oigdviog XQV^''^^^ hniv xal olxxigfimv^^ 



Der PhilipperbrieC 111 

2, 3: äUi^kovg ^yovfAevoi vneQixovxag iavtwv^^^ — yi 32, 35 
= Mi 20, 26. 27. Mc. 10, 43, 44. Lc. 22, 26. Mc. 9, 35. 
Lc. 9, 48. Mt. 23, \\\ 6 fxiyas h ifuv latcD (bg 6 juixQÖg 
. . 6 fiyovfAevoq iarco Jidvrcov dovXog 

2,5: Toihro (pQoveixe h ifuv S xal iv Xqiot^ 'IffOov . . 
V. 3: Tg TaneivotpQoavvjj^^ — ^ \2yi4 = Mt. 11, 29: 
fii'^exe an ifiov, 5u elfu . . xa7iBiv6<pQ(ov 

2, 5. 8: Tovxo q^goveire . . S xal iv XQiartp *Ifjaov, 8g . . ye- 
vößievog vni^xoog fUxQi ^vdxov, ^vdtav di aTavQOv*^ 
- ^ 21 , 39 = Mt. 10, 38. Lc. 14, 27. Mc. 8, 34. Mt. 16, 24. 
Lc. 9,23: og oi ßaoxdl^ei xbv aiavgov^^ airov xal 
dxoXov^ei iniaco fiov, au dvvatai elvai fiov (la^irig 

2,7*: iavjov ixivcoaev fioQ(prjv dovkov Xaßibv'^'^ — ^4 21, 
25-27 = Lc. 20, 10-12 [Mt. 21,34-36]. Mc. 12, 2-5: 
äjiiareiXev Jtgdg xovg yecogyovg dovXov ... ol de i^- 
aniaxedav avxov deigavreg xev6v . . xal ngcai^eto 
hegov nißiipm SavXov ol di x&xelvov ielgavteg xal äri- 
puicavTeg i^OTtiineilav xev6v' xal Ttgod^eto tgirov 
ni/jnpai' ol ik xai Toihov TQavfJUxrlaavreg i^ißalov (D add.: 
xev6vy^ 

2,7**: Iv öjüOicoßjiaTi äv&gionoyv yevößievog xal oxrifiaxi 
evge^elg &g äv»go)7iog - ^ 11,46 = Lc.9,58. Mt. 8,20: 
6 dk vlog Tov äv^gconov^^ oix Sx^h ^ov rijv xeq)aXi]v 
xXtvfl 

2,8»: iranelvojaev ^avrdv^^^» - ^ 28, 50 = Lc, 14, 11. Mt. 
23, 12. Lc. 18, 14: S xaneivmv iavtov 

2,8^: yevdfievog vjf^xoo?^" - ^ 33, 22 = Mt. 26, 39. Lc. 
22,42. Mc. 14, 36: oi> xb »iXtjßJid fiov, äXXa t6 abv 
y€via*a>-^33,26 = Mt. 26, 42. Mc. 14,39: ycviy- 
»ritw x6 »iXfjfjtd aov — A 33,27 = Mt. 26, 43. 44. 
Mc. 14, 39: nahv ngoor\v^axo xhv avxhv Xöyov 

2, 8«: ßjiixgi '»avdxov ''» - ^ 33, 20 = Mt. 26, 38. Mc. 14, 34: 
neglXvnög iaxiv ^ y^vx^ f^ov fa>? ^avdxov ^^* 

2,8^- ^vdtov dk axavgov^^^-A 34,32 = Mt. 27,42. Mc. 
15, 32: hbuu^av avxcß Xiyovxeg' el ßaaiXevg 'lagai^X 
iaxiv, xaxaßdxü) vvv äjiö xov axavgov 

2,9: Sid xal 6 ^edg avxöv v7iegvyjo>oev^^^ — A 28,50 = 
Lc. 14, 11. Mt. 23, 12. Lc. 18, 14: 6 xaneivtbv iavxov 
vtpcD^i^aexai 

2, 9: öiö xal 6 ^edg avxdv vmgixpoioev — A 35, 54 = Act. 
1,9: ßXenövxcov avxwv änijg^rj^^^ 



112 Reech, PauliniBmus. L Textparallelen. 

2, 10: Tva iv rip iv6fxaTi*lfiaov näv yovv icdfitpfi InovQavicov 
xal Imyelmv^^^ xal xaxax^ovicov — ^ 35,47 = 
Mt. 28, 18: 166'dr} fioi Jiäaa i(ovala iv ovqqv^ xal 
iyil yijg 

♦(2, i\: eig d6(av »eov jiaxQog^^^ - ^ 28,61 = Mt. 5, 16: 
doSdacoaiv xov natiga v/hqjv tov iv oigavciig] 

2, 12: /uierd <p6ßov xal XQOfwv rr/v iavxwv acon^giav xazeQ" 
ydCea^e^^-ui 16,32 = Mt. 10, 28. Lc. 12,5: (poß^- 
'&i]T€ TOV iwdjLievav atbaai xal änoliaat 

2, 15*: tva yivtja^e äfUfurtoi xal äxigaiot — ^ 12, 5 = Mt, 
10,16: ylvea^e .. äxigaioi^^ 

2,15^: fiiaov yeveäg axoXiäg xal Sieargaßi/iiv^jg*^ — wi 
12,4 = Mt. 10, 16. Lc. 10, 3: iv /liaip Xvxwv - ^ 
ll,33 = Mt. 17, 17. Mc. 9, 19. Lc. 9,41: yeved äniaxog 
xal ötsaxQaßAfiivfj 

2, 15": iv ofc q)alvea'&e cbg (pwaxrjgeg iv xoa/i^^^^ — ^ 
28, 58 = Mt. 5, 14: v/img iare ro (p&g rov xdofiov — 
^ 28, 61 = Mt. 5, 16: Xaßifpdra} t& q)(üg vfiibv 

2, 17.18: xatgo) xal avvxaiQ(o näatv vjmv ro Sk avtd xal 
ifjLiig xalgeie xal avvxcLiQSTi jnoi — A 12, 25 = 
Lc. 10,20: ;^a/öCTc** — A 24, 16 = Lc. 15,9: avv- 

2, 29: ngoadixeo^s o^ avrdv iv xvglip*^ — A 12, 16 = Mt. 

10,40. Lc. 10, 16: 6 d^xd^ievog vfjuag ifik dixerai 

3, 1: xb Xomdv, ädeXtpoi fwv, ;|ra/^£Tf iv xvgiq}*^ — A 

12,25 = Lc. 10,20: x««^^^« 

3,3: ol Tivevjuaxi ^eov Xargevovxeg xal xavx(i>fJievoi iv 
XQiax(p *Ifjaov — A 35, 48 = Mt. 28, 19: elg xo Svofia 
xov naxQÖg xal xov vlov xal xov äyiov nvev^ 
jnaxog^^^ 

3,7—9: dttiva ^v jnoi xigöt], xavxa fjytffjuxi diä x6v Xgtoxdv 
l^tlfiiav . . . . ijyov/Liai ndvxa ^rjßjilav elvat dtd xo ijug- 
ixov x^g yvc6a€a)g Xgiaxov *Ii]aov xov xvgiov /nov, Si 
&v xd ndvxa i^tf/iiKO^ffv ... tva Xgiaxdv xegdi^oo} 
- ^ 27, 8 = Lc. 9, 25. Mt. 16, 26. Mc. 8, 36: xi xigdog 
xq} äv^gcoTiq), el xov SXov xdo/xov xegdi^aag ^i^/iicot^/) 
lavxdv i<>* 

*3, 9. 10: xijv ix '&eov dixaioovvtfv . . . xal xoivcoviav na^ 
^fjßidxa)v avxov — -^ 28, 8 = Mt. 5, 10: fxaxdgioi ol 
Ttdoxovxeg Svexev dixaioavvtfg^^ 

3, 10: x^g ivaoxdoeoig avxov xal . . 7iai9rjßidxa)v avxov^^^ — 



Der Philipperbrief. 113 

^11,18 = Mi. 16, 21. Lc. 9, 22. Mt. 8, 31 : Sei tov vliw 
xov iy&Qomov noXXä na'&elv ... xal xjj tglrj] ^jniQ(f' 
dvaar^vai 

3,10: xoivcoviav na^ffßjidrcov^^ ainov, ovfifji.oQq>il^6fievog 
t4> ^avdtcp aitov - A 21,39 = Lc. 14,27. Mt. 10,38. 
Mc. 8,34: 8^ od ßatndCei tbv oxavgbv aitov xal ixo- 
lov^el ÖTtlao) fwv, ovx Soriv fxov ä^iog elvat jLta&tjtijg^^ 

3, 12: ovx Sti ijdfj . . TerekelcoßJiai^^ — ^ 26, 17 = Mt. 19, 21: 
tl ^eXeig riXeiog ehai^^^ 

3, 13: Td jukv 6 71 1 0) imXav&av6/j£vog, Toig dk l/nngoo'&ev btex- 
reivö/Lievog *^ — A 11, 51 = Lc. 9, 62: obiAg ßXinoyv ek 
rd 6 71 iao) eC&etög iariv rfj ßaaikelq rov ^eov 

3, 15*: 8aoi ovv riXeioi,^^^ xovxo (pQovojjuev — ^ 6, 42 = Mt. 
5,48: iaea^e oiv ifidg t^Acioi^* 

*3, 15^:tovto S ^eog i/tuv djroxaivye«** -- ^ 11, 16 = Mt. 
16, 17: i7iexdlvfpiv ooi 6 7iaTi^Q 

3, 18: 7io3Üiol ydg 7i€Qi7iaTovaiv, odg . . Hyo), toi^g Ix'^QOvg 
rov axavQod rov Xqiotov^^^ — A 34, 31. 32 = Mt. 
27,39-41. Mc. 15,29-32. Lc. 23, 35-37: ol 7iaQa7iO'' 
gevo/ÄBvoi ißkaatpifjfiovv ain6v . . liyovxBg' el ßaaiXevg 
^agaijX lariv, xataßdxo} i7i6 aravgov 

3, 18: 7ioiJiol ydg 7ieQiJiatovaiv, o^g . . vvv dk xal xlaicov Xiyco, 
Tovg ix'^Qovg rov axavQav xov -X^iorov*^* — A 30, 10 
= Lc. 19,41: löibv dk 7i6hv (xXavaev k7i aitr^v . . 
vvv ik ixQvßf] djib d<p'&aXfubv aov 

3, 18. 19: TioXXol ydg 7i€Qi7tarovaiv , . , wv rd riXog äjrcö- 
Xeia'^^ - ^ 20, 3 = Mt. 7, 13: eiqvxoiqog ^ 6d6g ^ 
&7tdyovaa elg r^v dTtcoXeiav, xal tioXXoI etoiv ol 
ttoBQXdfievoi dl avjfjg 

3,20: h oigavoTg v7tdQX£i> ^f ov xal acoTtjga iTtexdexdjue^ 
xvQiov 'Itiaovv XgiaTÖv^^'^ - A 31, 28 = Mt. 24, 30. 
Lc. 21,27. Mc. 13,26: Sxpovxai xöv vldv rov dv^gci^ 
7iov^^ iQXdfievov hü xwv veq)eXd>v xov ovgavov 

*3, 21: Sc fiexaaxf^l^o.xioei x6 oibfia xtjg xojieivcooecog fuxwv 
avfifiOQtpov xcp acojnaxi xrjg öo^tjg avxov^^ — A 
11, 22. 23 = Mt. 17, 2. Mc. 9, 2. 3. Lc. 9, 29. 32: fjiexe- 
fAOQifib^ri ifi7iQoa^ev avxcäv . . eldov xijv öo^av avxov 

4,3: &¥ xd dvofxaxa iv ßlßXcp Cco^c** - ^ 12, 25 = Lc. 
10, 20: xd 6v6fiaxa ifji&v lyyiyqaTtxai iv xoig 
oigavoTg 

4,4: ;ua/^eT6 iv xvglq) 7idvxox€' 7idXiv igw, ;|ra/^CTc** — 

Tcxton.ÜBteniiohiiDKen. N. F. XII. 8 



114 Resch, Paolinismus. I. Textparallelen. 

A 12, 25 = Lc. 10, 20: xaiQtxt xai äyaXhäa^e — 

A 21, 40 = Lc. 14, 27: xa^* ^/ligav xaiQtov 
4,5*: x6 inieixhg ificäv yvcoa'&rjta} näaiv äv^gdmotg — A 

12, 34 = Mt. 11, 29: Sri inieixi^g etfu^^ 
4, 5«: S xvQiog iyyvg ^^'^ -^31,9 = Mt. 24, 33. Mc. 13, 29. 

Lc. 21,31: yivd)axeiE Sri iyyvg iariv inl '&VQaig 
4, 5«: 6 xvQiog Iyyvg - A 35, 50 = Mt. 28, 20: iycb fie»' ificbv 

elfjii ^" 
4,6*: /ii7(Jiv/i£^«/ivaTe«« — ^17, 10=Lc. 12,22. Mt. 6, 25: 

4, 6*: rd altrifiara ifi&v yvcDQi^ia^co JiQog rdv '&e6v — u4 
14, 33 = Lc. 11, 9. Mt. 7, 7: alteTxe xal do^aetai 

4, 7: ^ elgi^yrj xov '&eov^^^ . . . qjQovgtjaei rag xagdtag ifiwv 
xai %ä voriixata vfiw/v h Kgiaxco ""Itfoov — -^ 7, 60 = 
Lc. 7, 50: «ÜTrey di nqbg t^v yvvätxa . . jzogevov iv 

4, 11: iyd) yäg ifia'&ov iv olg elfjn avTdgxtjg elvat^ — A 

1, 16 = Lc. 3, 14: äQxeXo'&e roig dtpcovloig ißicbv 
4,11.12: gßia^ov . . . Taneivovo^ai^^ — A 12,34 = Mt. 

11, 29: fiA'^exe in ijxov . . 5t* etfü rajieivdg rjj 

xaqdlq. 
4, 12: olda xal xaneivova^ai^^^ — ^28, 50 = Lc. 14, 11. Mt. 

23, 12. Lc. 18, 14: 6 raneivcov iavrov 
4,12: ixefivr}fiai xal ;|ro^TdCcöit?a« ^al jre«vav* — -^ 6, 9 = 

Lc. 6, 21. Mt. 5, 6: (laxigioi 61 neivwvxeg . . Sri X^Q' 

xao'&ifiaovTai 
4, 12: xal negioaeveiv xal iareQeia'&ai^ — A 30, 25 = Lc. 

21,4. Mc. 12, 44: ndvieg ydg ix negiaaevovrog ain&v 

ißaXov, avrrj di ix toO ioxegififiaxog avxrjg. 



6. Die Pastoralbrlefe. 

Der erste Brief an Timotheus. 

1,4: olxovofxlav '&€ov xijv iv niaxei — A 18, 11 = Lc. 

12,42 [Mt. 24, 45]: xlg äga iaxlv 6 niaxög olxovdjaog*^ 
1,7: ^Hovxeg sJvai vo/LioSiddoxaXoi ja^ voovvxeg, ßx^xe ä 

Xiyovaiv firfte negl xlv(ov diaßeßaiovvxai — A 16, 14 = 

Lc. 11,46. Mt. 23, 24: xaX vfuv xolg vofiixoXg oiai, 

ddr^yol xvfpXol^^ 



Der erste Brief an Timotheus. 115 

1^ 12: jitaröv fie fiyrjaaxo^^ — A 22,45 = Lc. 16, 10: 6 Jiiar&g 

iv iUycp xal tv tioIXcü mar 6g iariv 
1,12: Jiiaröv pie fiyifioaxo '&ifxevog sk (Jtaxov/av •• — -// 18, 11 = 

Lc. 12,42. Mt. 24, 45: xlg &Qa icilv 6 nioxbg otxovdfiog; 
1, 13*: t6 TiQdieQov Svra ßkdaq?i]jj.ov xal dKoxrfjv^^ xal 

vßQioxrjv - ^ 6, 11 =Mt. 5, 11. Lc. 6, 22: di(&S(oaiv 

ifAag xal öveidlocoatv xal ßXaotpti firjooyaiv 
1,13^: äXXä fjXs^&rjv, Sri äyvod>v ijiolrjaa^^ - ui 34,28 

= Lc. 23, 34: jidteg &q)eg aindig' oi ydg oXiaaiv xl 

notovaiv^^^ 

1, 15: nunog 6 köyog xal ndorig &nodoxrjg ä^tog, Sri XQiardg 

*Ii]aovg ^k'&ev elg rov xdofiov äfiagroilohg oibaai^^^ 
-^29, 10 = Lc. 19, 10: fiX^ev ö vl6g xov dv^gci- 
nov ^t]Tt]oai xal acbaai ro dnoX(oX6g — -^ 5, 8 = Lc. 
5, 32. Mc. 2, 17. Mt. 9, 13: ^k&ov xaXiaat . . d/ia^- 
xaykovg 

2, 4: 8c Tidvrag dv^gdynovg ^iXei aay'&fjvai^^ — A 24, 13 = 

Mt. 18, 14: oix Saxiv ^ikrj/iia i/uutQOO^ev tov nargdg 
vfi&v, Tva d7i6Xt]Tat elg xwv fuxQWV tovtcüv 

2,5»: elg ydg »eog, elg xal fieolrrig^^^ — ^ 27, 1 = Mt. 
23,9: elg ydg iattv v^wv 6 naxrig — A 27, 6 = Mt. 
23,8. 10: elg ydg vfitbv 6 dtddoxaXog^^^ 

2^5*^,6: äv'&gQ)nog Xgtaxdg *Ii]oovg 6 dovg iavxdv dvrlXv^ 
tgov inkg Jidvrcov — A 32, 38 = Mt.20,28. Mc. 10, 45: 
6 vldg TOV dvdgwjiov^^ ovx ^X'9ev diaxon]'&f}v€u, dlXd 
diaxovrjoai xal dovvai Tt]v yfvx^v avxov Xixgov ävrl 

2, 7: elg 8 hi^v lycb xtjgv^ xal dnöarokog . . . diddoxaXog 
i^vcov — A 35, 49 = Mt. 28, 20: diddoxovreg avrovg 
[seid ?*ri7]i« 

2, 8: ßovkofxai oiv ngoaevx^O'&ai xovg ävdgag h navtl röjiq) 

. . x^Q^^ dgy^g^^ xal diaXoyiafiov — A 24, 27 = 
Mt. 11, 25: Si:av an^xete Jigooevxdfievoi, dq)le%e, eX 
Tt ?;|rcTc xard rivog 

3, 3: /iirj ndgoivov, fit} nXrjxttiv^^ — A 18, 15 = Lc. 12,45. 

Mt. 24, 49: äg^rjTat xvmeiv xovg naidag iü&i(ov xal 
7ilvQ)v ixexd /xe'&vövTCDV 
3,4: TOV Idiov oXxov xaXa>g ngoXaxdfievov^^ — A \%^\\ 
= Lc. 12, 42. Mt. 24, 45: tig äga iarlv 6 Tuaxdg olxo» 
V 6 flog xal (pgdvifiog \6 dya^dg], dv xaTiorrjaev 6 xvgiog 
inl T^c olxlag avrov; 

8* 



116 Rescb, Paalinigmus. I. Teztparallelen. 

3,5: el di xi^ xov tdiov oXxov nQoaxfjvai^^ oim Mev, n<a^ 

bcxXfjatag ^eov bufieXriaexai ; — A 18, 11 = Lc. 12,42. 

Mt. 24, 45: xiq äga iariv 6 Tutnog olxovöfjiog xal 

(pgivi/iiog, Sv xariortfoev 6 xvgiog btl r^? olxlag 

aixov; 
3,6: tva ßii] tvtpw&elg elg XQifia i/njiiajj tov dtaßdXov^^ -— 

v^22, 35 = Lc. 16,1: ovxog dießki^^fj adr4> c&c d<a- 

oxoQTii^ayy rä vndgxovra amov 
3,9: t%ovxag xb ßjivaxiJQiov x^g Tiioxecog iv xa'9aQq avv- 

eid^aet^^ - v^ 8, 29 = Lc. 8, 10. Mc. 4, 11. Mt 13, 1 1 : 

v/Mr didoxai yvmvat xä fivoxrjQia 
3, 13: ci yäq xak<bg diaxovi^aavxeg ßa'&fibv iavxoig xaXdv 

jieQtJioiovvxai^^ — A 18, 12. 13 = Mt. 24,46. 47. Lc. 

12,43.44: ßiaxägiog 6 dovkog hceivog . . . 8xi ijtl Jiäoiy 

xoTg indgxovaiv avxov xaxaoxrjoei airtöv 
3, 15: tva eidfjg Jicog öeT iv oXxco ^eov ävacxQetpea&cu,^^ — A 

18. 11 = Lc. 12,42. Mt.24, 45: 6 obtov6fiog . . Sv xax- 
iaxrjaev 6 xvQiog Im xfjg oixlag avxov 

3, 16*: ö/wkoyovßJiivcDg fAsya iaxlv xd xfjg evoeßelag fivaxri^ 
Qiov^^ - ^ 8, 29 = Lc. 8, 10. Mc. 4, 1 1. Mt. 13, 11 : ifuv 
didoxai yvwvai xä fxvaxrjQia xfjg ßaaiXeiag xov ^eov 

3, 16«: d}(p»rj äyyikoig^ - A 2, 2i =Mt.4, II. Mc. 1, 13: xal 
Idov äyyeXoi TiQoorjl&ov xal dirjxövouv aix^ 

3,16^: ixtjQvx^V ^ i&vsotv, inioxev^ iv xoajiicp^^^ — A 
29,39 = Mt. 26, 13. Mc. 14,9: xtjQvx&fj t6 eiayyiXiov 
iv 8Xq) xip xöo/iiq) 

3, 16«: ävek^/ii<p^^ iv 06^^^^- A 3b, b4 = Act, 1,9: dTt^Q^tj 
djio ö(p^aXfi(bv avxöjv 

4,4: Ttäv xrlofia ^eov xaXdv, xal oidiv änoßkrjxov^^ — A 

10. 12 = Mt. 15, 1 1. Mc. 7, 15: ov x6 eloeoxdjuevov elg x6 
axöfw. xoivoi xbv S.v&Qoy7iov 

4,8.9: fj di evoißeia ngdg ndvxa &(pei.ifi6g iaxiv, inayyeUav 
Ixovaa C^orjg xrjg vvv xal xfjg /LielXovaTjg, maxdg 6 
Xöyog xal ndatjg dnoöoxrjg ä^iog^^^ — A 26,27 = Lc. 
18, 29. 30. Mc. 10, 29. 30 D. Mt. 29, 19: Scxig dtpijxev 
ndvxa Svexev xov i/xov ivö/iaxog, TioXXanXaaiova 
Xijfitpexai iv xcp xaiQq> xovxcp xal iv x^ atwvi x(p 
igxofiivq) Ctoijv alcovtov 

4,10: elg xovxo ydg xoni&ßxev xal dycoviCdinei^a — A 20,2 
= Lc. 13, 24: dya)vltea»e''^ 

4, 16: aeavxdv owoeig xal xovg dxovovxdg aov^'^ — ■ ^ 8, 32 



Der erste Brief an Timotheus. 117 

= Lo. 8, 1 1. 12 [Mc. 4, 14. 15. Mt. 13, 19]: ol äxovaarxMg 

. . . TuaTeAoayteg aooi^waiv 
(5,6: i} dk anaralcboa ^waa ri^vtjxev^^ — ^ 22,33 = Lc. 

15,32: ovtog vexgdg f]v] 
5, 8 : et di Tic tcov IdUav xal /bMiata olxeicov ab tiqovoüjcu, 

x^v nlotiv fJQVfjtai xal lativ inlaxov xdQiov^^ — ^ 

18, 17 = Lc. 12, 46. Mt. 24, 51: x6 /Liigog aixov fierä x&v 

Anlaxcov ^aei — A 18, 15 = Lc. 12, 45. Mt. 24, 49. 
[5, 17: iMuLGxa ol xo7itQ>vxeg h X6ycp xal MaoxaiUq. — A 12, 33 

= Mt. 11,28: devxe ngög [xa ndvxeg ol xoni&vxeg\^^ 
5, 18: Uyti yäg ^ yQ(^^^ • • • äi^og 6 igydxtjg xov juta^ov 

aixov *2 - ^ 12, 10 = Mt. 10, 10. Lc. 10, 7: äSiog yAg 

6 igydxtjg xijg xQOfp^g avxov 
5,19: et fiii ijtl ovo fj xgiwr /iiaQxvQcov*^ — A 24,20 = 

Mt. 18, 16: Ijil axöjLtaxog yAg dio juaQxvQoyv fj xgi&r 

axa^aeroi Ttdv ^jua 
5,20: xovg dfiaqxdvovxag hdmiov ndrtwv iXsyx^*^ — A 

24, 18. 19 = Mt. 18, 15. Lc. 17, 3: iäv dk äßjiaQxijafi 6 

äd£lq>6g aov, vnaye iXeySov airdv . . . nagdXaße fiexd 

aeavxov hi iva fj &6o 
5,21: diaßiaQxvQO/Liai ircojnov xov ^eov xal XQmov*lfiaov 

xal x&v IxXexx&v äyyiX(ov^^ — ^ 16, 36 *= Mt. 10, 32. 

Lc. 12, 8: öfiokoyrjoo} xiyd> h aixc^ Ivcontov xov 

naxgdg fiov xal ivd>niov x(bv dyyiXcov aixov^ 
5,25»: rd igya xd xald 7iQ6it)Xa^^^ - A2%,%\ =Mt.5, 16: 

Xva ßXijKoaiv vfiSn^ xd xald Sgya^^^ 

5, 25^: xal xd äUxog Mxovxa xgvßfjvai oi dvvavxai^^^ — A 

28, 59 = Mt. 5, 14: ov dvvaxai Jtdhg indvo) Sgovg 
i^xodoßjtrjjuiyri xQvß'^vai 

6,1.2: Saoi elolv inb ^vyi>v dovXoi, xovg Idlovg ötandxag 
Tidatjg Ti/i^c äSlovg ^yeio^cooav . . . ol di Jtiaxovg 
?;|rovTec öeanöxag /bii] xaxaq>QOvelx(oaav . . dXXd jnäX- 
Xov dovXevixwaav^^ — A 22, 50 = Lc. 16, 13. Mt. 
6,24: oidelg dovXog dvvarat dvolv xvgtoig dovXeveiv 
fj Iva xifAtiaei xal xov higov xaxacpgovijasi 

6,8: ?;|royr£C diaxQoq>dg xal axenda/iaxa, xovxoig dgxe- 
a^rjaoßjts^a^ — -^ 1, 16 = Lc. 3, 14: dQxeXo^s xoig 
dipa}vlotg i/ÄO^v 

6, 9: ijuTtljixovoiv etg Tietgao/Lidv^^ — ^33,25 = Mt. 26,41. 

Mc. 14, 38. Lc. 22, 40. 46: /iiij ifjtniarjxe elg neiga-* 
ojuöv^^^ 



118 Besch, Paolinismos. I. Textparallelen. 

6, 10*: ^ICa ydg Ttdvrcov röv xaxcov iativ ^ q)tXaQyvQla, ^c 

nveg ÖQeydfxevoi änenlavi^drjaav äjid r^g Ttloiecog^^ — ^ 

22, 52 = Lc. 16, 14: ijxovov dk rama näyra 61 tpagioaXot 

tpiXdqyvQoi övxeg xal iSeßJtvxri^QiCov airudv^^ 
6, 10^: xal iavrovg TteQiijutQav ddvvaig jiollaTg ^•^ — ui 26, 19 

= Mt. 19,22. Lc. 18,23. Mc. 10,22: äntjX^ev jieQiXvnog' 

fjv yäq ixcov xrrifßXJLta noUd 
6,12*: äycovlCov t6v xakdv iyibva r^g TÜotetog — ^ 20, 2 = 

Lo. 13, 24: äycovl^ea^e elaeX^elv'^^ 
6,12*: iniXaßov rfjg alcovlov fcD^^^^^ - ^ 26,13 = Mc. 

10,17. Lc. 18, 18. Mt. 19, 16: Tva Co}iiv alcoviov oxd^ 
6, 12®: &fjLoX6yriaag r^v xaX^v öfxoXoylav iv(&Jtiov noXX(bv 

jMiQtiQcov^^ - ud 16, 36 = Lc. 12, 8. Mt. 10, 32 : Sang äv 

öfioXoyi^ofi h ifwl ivcojiiov xdbv äv&QCOTKOv 
6, 13: Xgunov 'Itjaov rov jMxgrvgi^oavTog inl üovxlov UiXä- 

xov rfjv xaXfjv <J /ioAoytav^^^ — -^34, 4 = Lc. 23, 3. Mt. 

27, 11. Mc. 15, 2: 6 dk üiXärog infjQcoxrjaev ainbv 

Xiycov ov el 6 ßaaiXevg rwv *IovSala)v; 6 dk äjioxQi&elg 

aix^ fqyq' ov Xiyeig 
6, 14: xriQrjaal oe r^v ivtoX^v äoTiiXov — -^35,49 = Mt. 28, 20: 

TfjQeTv ndvra, 5aa ivereiXdßjitjv v/mv^^^ — -«^26, 14 = 

Mt. 19, 17: TYjQfiaov xdg ivxoXdg^^^ 
6, 17*: JiagdyyeXXe /Ä^ v%pi]Xo(pQov€iv^^ — ^22^b4 = IjcA&j\b: 

xd iv äv&QCOTioig viptfXd ßdiXvy/jia htoniov xov &€0V 
6, 17**: xoTg nXovotoig . . noQdyyeXXe . . . fir]dk ^Xsiixivai inl 

nXovxov MtjXdxfjxi ^^^ — ^ 26, 22 = Mc. 10, 24 D : ncbg 

dvoxdXoog ioxlv xovg Jienoi'&öxag inl xötg ;|r^i}/iaatv 

elg XYjv ßaoiXelav xov ^eov daeX'&elv 
6, 17»»: bü nXovxov ädf]X6xt]xi - .^ 8, 34 = Mc. 4, 19. Mt. 13, 22. 

Lc. 8, 14: ij äjidxff xov nXovxov ^^ — ui 17, 9 = Lc. 

12,20: a f^xotfiaoag xivog Saxai;^^ 
6,18.19: nXovxeiv tv Sgyoig xaXoig, eifxexaddxovg elvai, xoi- 

vcovixovg, äno'&rjoavglCovxag iamoTg '&efiiXiov xaXbv 

dg x6 fiiXXov - A 26, 17. 18 = Mt. 19, 21. Lc. 18, 22. 

Mc. 10, 21: 7i(bXYio6v aov xä indgxovxa xal diddog xoig 

TvtoixoXg, xal i^sig ^tjaavQÖv ir ovgavoTg^^^ 
6, 19*: äno^fjaavQlCovxag iavxoTg ^tfUXiov xaXbv etg xd 

/iiiiov i«! - ^ 17, 23 = Mt. 6, 20. Lc. 12, 33: ^rjaav- 

glCexe vfiXv drjaavQOvg iv ovQavq> •• 
6,19*: Tva imXdßcovxai x^g Svxmg C(oijg^^^ - A 26, 13 = 

Mc. 10,17. Lc.18,18. Mt. 19,16: Xva Co)fjv al(bviov ox<o. 



Der zweite Brief an Timotheus. 119 

Der zweite Brief an Timotheus. 

1,3*: x^Q^^ ^X^ ^4^ &ecp, (ß XaxQzvo}^^ — ^ 22,51 = Lc. 

16,13. Mt. 6, 24: #ea> dovleveiv 
1,3^: ädidXeimov ?;|ra> t^v 71£qI aov juvelav hf rcug detjasalr 

/«ov — u^31, 35 = Lc. 21, 36: de6fjLevoi, idiaXeinxtog^^'^ 
1,8: jÄf] ovv inaioxvv&fjg x6 ßjiaQTVQiov rov xvgiov^^^ 

- ^ 27, 43 = Mc. 8, 38. Lc, 9, 26: 8g äv inaiaxvv^fj 
fie xal Tovg Ifiovg X6yovg 

1, 10. 11: dta rov ebayyeilov, elg 8 hidtjv . . diSdoxaXog — ^ 

35, 49 = Mt. 28, 20: dtddoxovreg avrovc"* 
1,11.12: iyä) xrjQv^ xai &n6axokog xal diddaxaXog .. ravra 

7idox(o, äXX' ovx ijtaiaxvvojbiai^^^ — ^ 27,43 = Mc. 

8,38. Lc. 9,26: 8g äv inaiaxvv^fj fie xal rovg ifiovg 

Xoyovg 
[l, 17.18: iCi^Tffaiv fAs xal evgev' d(Arj avtqf 6 xvQiog evQelv 

iXeog - ^ 14, 34 = Lc. 11, 10. Mt. 7, 8: 6 fiyrÄv 

eigloxet]'^^ 
2,6: rdv xo7ti(bvta yecogydv Sei nganov tcöv xagncov fiexa- 

Xafißdveiv'^^ - A 21,25 = Mt. 21,34. Mc. 12, 2. Lc. 

20, 10: ijiioxeiXev jiQÖg rovg yecogyovg Xaßeiv Tovg 

xaQjzovg avrov 
2,8*: jj^vfi/iioveve'Iffaovr XQtaxdv iyrjyeQ/iivov ix vexQ&v^^^ 

- ^ 35, 6 = Mt. 28, 6. Mc. 16, 6. Lc. 24, 6: fjyiq^ri 
&n6 T(bv vexQWV 

2,8^: Ix anigfiaxog Aaveld, xarä rd evayyiXiöv fiov^^^ — 

^ 11,3 = Mt. 15, 22: xigie, vl6g Aavld-A30,7 = 

Mt. 21,9: (baawä tto vl(p Aavid 
2,9: tv (ß xaxona^ib .. c&c xaxovQyog^^^ — A 34,27 = 

Lc. 23, 33. Mt. 27, 33. 38. Mc. 15, 22. 25. 27: iaxavQOi- 

aav avxdv xal ovv avx(p dvo xaxovgyovg 
2,11: Tuoxog 6 Xöyog' el yäg ovvane'ddvofiEv,^^ xal ovv- 

C^ooßiev - .</ 21, 39 = Lc. 14, 27. Mc. 8, 34. Mt. 10, 38: 

8g oi Xafißdvei xbv oxavqov avxov 
2, 12*: et vnofxivofiev, xal ovvßaoiXevoofisv — A 32, 22. 26 

= Lc. 22, 28 [ZTZ]. Mt. 19, 28: vnofieivaxe fiet ifwv 

. . . xal ovfißaoiXevoexe /irr* i/iov ^^' 
2,12^: el äQvrio6fie^a, xixeivogäQvrioexaififiäg^^ — A.\^^yi 

= Mt. 10, 33. Lc. 12, 9: 5oxig 6' hv ägvi^ot^xal fu . . . 

äQvrJQoiiiai xäyco 
2, 19*: ö fiivxoi oxegedg ^ejuiXiog xov ^eov iaxtjxev^^ — A 



1^0 Besch, Paulinismus. I. Textparallelen. 

6, 59 = Mt. 7, 24. Lc. 6, 48: l^tjxev ^efiiliov ijtl 
nirqav 

2, 19«: inooTTiToy änb ädinlag'^^ - ^ 20, 22 = Mt 7, 23. Lo. 
13,27: ändoTrjxe dn" i/Liov ndvieg ägyärm rijg äöixiag 

2,19**: nag 6 dvoßJidCcov rä dvofjia hvqIov''^ — ^ 20,20 = 
Mt. 7, 22: noUol . . igovaiv xigie, hvqis — ^ 6, 56 
= Lo. 6, 46: rl jab kiysxe' xvqis, xvqib — -/i 6, 57 = 
Mi. 7, 21: ov nag 6 Xiywv jluh' xvqib, xüqib 

2,21: idv oiv rtc ixxa'&dgfi iavrdv . . iatai axBvog . . 
^yiaajiiivov^^'-A 16,4 = Mt. 23, 26. Lc. 11,40.41: 
xa^dgioov nganov xb Iood^bv xov noxtjglov xal 
x^g nagoxpidog, xal Idov ndvxa xa^agd laxai ijMv 

2, 22: öicDXB . . . bIqtivviv ^^^ - A 28, 38 = Mt. 5, 9: jMixdQioi 
ol BlQfjvonoiol 

2,22: Td>v inixaXovßiivcov xdv xvqiov ix xa^agag xagdlag^^ 

— A 28, 67 = Mt. 5, 8: jMxxdgwi ol xa^agol xjj xagdiq 
•3, 11 : ix ndvxcov fiB igvaaxo 6 xvgiog^^ ^ A 14, 17 = Mt. 

6,13. Lc. 11, 4D: dXkd ^voai ^fiag dnö xov novrigov 
3, 12: ol^iXovxBg C^v BvoBßwg iv Xgiaxqp 'Irjoov diCDx^f}' 

Goyiai^^ — ^ 28, 8 = Mt. 5, 10: fiandgioi ol ÖBdioyy- 

fiivoi iid x6 övofid fiov — A&^W = Mt. 5, 11. Lc. 

6,22: Sico^coaiv vfxäg'^^ 
3, 15: Big ocoxtjgtav öid ntaxBcog xtjg iv Xguncp *Irjaov •— A 

7, 60 = Lc. 7, 50: ?} nlaxig oov obocoxbv ob^^ 

4, 1: Xgioxov *Ir]oov xov jxikXovxog xglvBiv Ccbvxag xal 
vBxgovg^^'^- A 27,40 = MtA6,27: fiikksi ydg 6 vlög 
xov dv^ga>nov^^ SgxBo^ai iv öd^ji xgivai ^(bvxag 
xal vBxgovg 

4,2: ikBy^ov, ijuxlßjitjaov , nagaxdkBoov — A 24, 18 = Mt. 
18, 15. Lc. 17, 3: SnayB ikBySov aixöv^^ 

4,7': xov xaXdv dycova ^ywvio/uiai ^ A 20,2 = Lc. 13,24: 
dycoviCBO^B BlaBk&Biv'^^ 

4,7**: x6v Sgd/Äov xBxÜBxa,'^^ xijv nlaxiv xBXTJgtjxa — A 
31,24 = Mt. 24, 13. Mc. 13,13: ol dk vno/nBivavxBg 
\Aid.: xjj niaxBi] Big xHog, ovxoi ooi'&riaovxai 

4,14: dnodwoBi avxco 6 xvgiog xaxd xd Igya aixov^^'^ 

— A 27, 40 = Mt. 16, 27: dnodwoBi ixdaxcp xaxd xd 
Igya avxov 

4, 18: ^voBxal jüb 6 xvgiog dnd navxdg igyov novrjgov^^ — 
A 14, 17 = Mt. 6, 13. Lc. 1 1, 4D: §vaai fifiäg dnd xov 
novrjgov. 



Der Brief an Titus. 12t 

Der Brief an Titus. 

1,7: c5c ^sov olxovdfiov, fjirj av^ddi], ßiif ÖQyiXov,^^ juij 
ndgoivov, fiij wiijxxiyy'' — ^ 18, 11. 15 = Lc. 12, 
42. 45. Ht. 24,45.49: olxovdfiog . . äq^rixai xvnxeiv 
xovg Tiäldag xal xdg naidtaxag io'&lcov xal jtlvcDv fxexä 
noQvmv xai fjte'&vdvxcDv 

[1, 11: fAihoxa ol ix xf\g neQixo/u^g, odg dsT iniaxo/alCsiv^^ 
— ^ 16, 26 = Lc. 11, 53: IfgSavxo ol yQafifxaxeXg xal 
ol q?aQiaaToi • . . änoaxojLiaxt^eiv aixöv] 

1, 14: nQoaixovxegUovdaXxolg^^ fj.v'&oig xal ivxoXaXg dv- 
^QWTKov^^ - ^ 10, 10 = Mt. 15, 9. Mc. 7, 7: didi- 
axovxeg didaoxaXlag, ivxdkfjiaxa äv^Q(07ta)v 

1,15*: ndvxa xa'&aQa xoig xa&agotg^^ — ^ 16,4 = Lc. 
11,41 [Mt. 23, 26]: ndvxa xa^agä Saxai v;i?v" 

1, 15^: xoTg di ßAefitafifiivotg xal änlaxoig ovdkv xa^agdv, äUd, 

fiEfilavxai^^ aijxwv 6 vovg xal 7) avveldrjatg^^^ — ^ 
10,22 = Mt. 15, 18. Mc. 7,20 (Macar.): x6 dk ht xov 
oxöfjuxxog ixnoQevdfievov Ix xtjg xagdiag iSigxexai, Ixeivo 
fiiaXvov xbv äv&QCDJiov 

2, 9: dovXovg Idioig deoTiöxaig vnoxdaaea^i . . . yu^ Avxt- 

Xiyovxag^* — -//7, 7 = Mt. 8, 9. Lc. 7,8: xal xqt iovXtp 
fAov noltjaov xovxo, xal noiel 

2,13.14: acoxfJQog fjfiwv Xqioxov 'Itjaov, 8g (dcoxev iavxöv 
vnkg fj/xcbv, Tva XvxQiüotjxai ^/iac ^^^ — -<^ 32, 38 = 
Mt. 20, 28. Mc. 10, 45: 6 vlbg xov dv^gAnov^^ ^k^ev 
. . dovvai iavxdv Xiixgov dvxl jioXXcbv 

3,1: vnofjUfjLvriaxE avxovg dgxaig iSovaiaig^^ vnoxdaae» 
a^ai^*' — ^ 7, 6 = Mt. 8,9. Lc. 7, 8: äv&Qwndg etfu vnb 
iSovoiav xaaadfievog, Ix^"^ ^^^ ^^^ t/uiavxov i^ovalav 
axgaxidnag 

3, 2: inieixetg, näaav tvöeixvvfxivovg jigavxrjxa Jtgdg ndvxag 

äv&gü>novg — -^ 12, 34 = Mt. 11, 29: inieixi^g etfu xal 

ngaig^^ 
3, 4—6: '&eov ... iocoaev ffinäg did Xovxgov jiaXivyeveaiag xal 

dvaxaiva>aeQ}g nvevfiaxog äyiov . . . itd 'Irjoov 

Xgiaxov — ^ 35, 48 = Mt. 28, 19: elg x6 övofia xov 

jiaxgög xal xov vlov xal xov äylov JzvevßAa-tog^^^ 
3, 5: did Xovxgov . . ävaxaivcöaeoyg'^ — -// 5, 15 = Mt. 9, 17. 

Lc. 5, 38. Mc. 2, 22: ßdXXovaiv olvov viov elg doxovg 

xaivovg 



122 Resch, Panlhusiniis. L Textparalleleii. 

3,8: ntmog 6 l6y<K • • • &a (pgarrlCcocir xalwv igymv^^^ 
nQounoü^ai — A 28, 61 = Mt 5, 16: &o ßlmoDOir vßiwv 
rd xalä Igya 

3, 10: ßierä fdav xai devrigar vov^eaiav nagatxov, eldoK 
Sil l^icxQanxai 6 rouwzog xal äßiagxdvei &v aixo- 
xaxäxgixog^^ - ^ 24, 18. 19. 21 = Mt 18, 15. 16. 17. 
Lc. 17, 3: Idv dk äfiagxi^ofi 6 dSelipög oov, vnaye vov- 
^ixei ainbv fjieta$v aov xal avxav fiovov .... iäv Sk 
fjLT} ixovafi, Tiagdlaße fxetd oeavxov lii ira ^ dvo . . . 
Idv dt xal x(bv higiov Jiagaxavaj], icxat aoi (bg naga- 
ßdxtjg xal (bg oxdvSalov 

3, 14: tva jLiij (baiv äxagnoi^^ — ^ 8, 34 = Mc. 4, 19D. Mt. 
13,22. Lc. 8, 14: äxagjioi yivovxai. 



7. Die panlinlschen Beden in der Apostelgeschichte. 

13,23: xovxov 6 ^eog dnö xov anigfiaxog [v. 22: AavelS\ 
, . ijyayev • . aa)xtjQa *Ir}oovv — ^ 11,3 = Mt 15, 22: 
xvQie, vldg Aavtd^^^ 

13,24*: nQOXtigv(avxog*I(odvvov ngd ngoocdnov xijg elaööov 
aixov ^ — ^ 23, 4 = Mt 11, 13. Lc. 16, 16: ol 7igoq)fjxai 
xal 6 vößiog ia)g 'Imdvvov ngoexrjgvSav — -^7,30 
-• Lc. 7, 27. Mt 11, 10. Mc. 1,2: ngo ngoocbnov 
atfxoi) 

in,24^'. fldnxtaßia jLiexavolag^ - A \,2 = Lc. 3, 3. Mt 3, 1. 
M«, 1,4: fik&ev VcDdwrjg ßajtxlCcov ßdnxtofia ßiexavoiag 

l«'l, 2f>**;T/ l/ik inovoelxe elvai; ovx elfil iyc6^ — ^ 2, 
23. 24* «- Lc. 3, 16. Hippel.: xlva fxe inovoelxe elvai; 
oix f.lfil lytb 6 Xgiaxög 

13, 26*\'Moi^ fgxefai fitx' ißxi ov ovx etfil ä^iog xd ind- 
dfjfia xd>v noöibv Xvaai^ — ^ 2, 25 = Lc. 3, 16. Mt 
3,11. Mc. 1,7: igxtxai dk dnloco fxov 6 laxvgdxegdg 
fxov, o\) oix eI/äI Ixavdg Xvaai xov Ifidvxawwv vno- 
dtjßidxcov aixov 

13,27: ol ägxovxeg avxwv^^^ xovxov dyvoijaavxeg — ui3i^2S 
= Lc. 23, 34: oix otSaaiv xl noiovaiv^^^ 

ldy2S^: ßii] de filav alxlav ^avdxov evgdvxeg^^^ — AZi^l = 
Lc. 23, 4: oidkv eiglaxco iv xq) dv&gdmcp xovxq) aXxiov 
— Lc. 23, 22D: ovdefiiav atxiav '&avdxov eiglaxco 
iv aixcb 



Panlinische Reden in den Actis. 123 

\3y2S^: fJTijaavxo üeiXäTov ävaigei^ijvai airöv^^^ — ^ 

34, 15 = Mt. 27, 23. Mc. 15, 14: ol di ixga^av' oxav- 

Qov, axavQov airdv 
13, 29*: ^TÜfiaav ndvra xd negl aitov yeyQajUfjiiva^^^ — ^ 

33, 15 = Lc. 22,37. Mc. 15,28: tovto tö yeyQafi/Jiivov 

deX reXeo'&^vai iv ißioi 
13, 29^: xa^eXövreg äno rov ^vXov i&tfxav elg ßivrjfisiov^^^ — 

^ 34, 50 = Lc. 23, 53. Mt. 27, 59. 60. Mc. 15,46: xa»- 

eXcbv amd . . . S'&rjxev avrd iv fivrjßislcp 
13,30: 6 di '^edg fjyeiQev avrdv ix vexQcöv^^^ — ^ 3b^& = 

Mt. 28, 6. 7. Mc. 16, 6. Lc. 24, 6: ^yeQ&t] änd r&v 

vexQcbv 
13,31: dxp^ . . Totg ovvavaßäaiv avT(b äjiö rrjg Fakikalag 

elg 'leQovodXrifjL ^** - ^ 34, 52 = Lc. 23, 55 D. Mc. 15,47. 

Mt. 27,61: ovveXfikv&vXai äjzd rfjg FaXiXalag^^^ — 

A 35, 42 = Lc. 24, 50 ^" 
13, 38*: bvoL TovTov vfuv ätpeoig äßjiaQTtöyv^^^ xcnayyiXXttai — ji 

32, 20 = Mt, 26, 28: ixxvwößievov elg ä(peaiv äßzagricov 
13,38**: oix ^dvvtj'&fjTe iv v6fjLq> Mwvaicog SixaicD^ijvai^^ — 

v^ 22, 53. 54 = Lc. 16, 15: v/ietg iare ol dtxaiovvxeg 

iavTOvg . , . 6 di '^edg ytvcüaxei Tag xaqdtag ifi&v 
13,39: iv jovrcp nag 6 niorevcov öixaiovrai^^ — A 26,8 = 

Lc. 18, 14: xatißt] ovTog öedixaKo/biivog — -^ 7, 60 = 

Lc. 7, 50: ij 71 lang aov aiacoxiv ae^^ 
13, 46*:5/*?v fiv ävayxaiov Ttgcbrov XaXtj'&ijvai tbv Xöyov rov 

»eov^'^ - ^ n, 8 = Mc. 7, 27 [Mt. 15, 26]: ätpeg TiQcb- 

rov xoQT^ao&rjvai rä rixva 
13,46^: änai^eTode avtdv xai ovx i^lovg'^'^ xgivete iavxovg rtjg 

alcovlov Cco^g - ^ 12, 8 = Mt 10, 13 [Lc. 10, 6]: idv dk 

jurj fj ä^la, ^ elQ^vrj vfiarv nqbg ifiäg ijiiaxQaq)rp:o} 

13, 46^• Idov oxQt(p6fjLe»a elg xd S^vt]''^ - ^ 21, 36 = Mt. 21, 43: 

äQ^oerai ätp vfxorv ij ßaaiXela rov ^eov xal do^aetat 
i^vet jzoiovvTi Tovg xaQjiovg avrrjg 

14, 16: etaoev jidna rä fi^iy nogevea^ai xaig ödoTg aitcav^* — 

A 22, 6. 7 = Lc. 15, 12. 13: xal dieiXev ainoig töv ßiov 
, . , 6 vednegog vlög äjtedijßjitjaev elg ;|rc6^av jnaxgdv 
14, 17: oix ifidQTVQOv avxbv dqrqxev dya'&oygycbv, ovQavö'&ev 
v/MV veTovg didovg^'^ — ui &^ 42. 43 = Lc. 6, 35. 36. 
Mt. 5, 45: 6 TtaTtjg v/ubv 6 iv ToTg ovgavoig XQV^''^^ 
ioTiv . . . ijil jiovrjQovg xal äya^ovg xal Jiagixsi xäv 
ieTÖv avTov inl öixalovg xal ddlxovg 



124 Besch, Paulinismus. I. TextparaUelen. 

16, 18: noQayyiXXo} aoi h äyö/AariUrfaov XQimov iSeXöelv in 

aiifji^^ — wr^ 4, 3 = Lc. 4, 35. Mo. 1,25: ineiljurjasv 

ait^ ö'lfjaovs liycDV q)ifuMi]Ti ital ISeXi^e An airov 
16,30.31: t/ ßu dei nouHv tva aw^ö; oi di ehzav nlarevoov 

bü tbv xvQiov T^rjaovv xal acodijaj;** — -/f 8, 32 = Lc. 

8, 12: jiiaTevoavreg acD^d}air — Lc. 8, 50: ia6vov 

nlojevaov, xal aoo^rjaejai 
17,3: xdv Xgiaibv Idei na^eiv xal ävaar^vai ix ve^ 

x^Äv^^* — ^ 35, 26 = Lc.24,26: xavia Idei na^eiv 

jör Xgiajöv xal ttoeX^tlv tlg rijv dd^av airov 

17, 24: ohog oiQavov xal yijg indQxatr xvQiog^^ — ^ 12, 27 

= Lc. 10,21. Mt. 1 1,25: xvgie xov ovgarov xal r^g yijg 
17, 27: Ci/Tcii' riv ^edr, el äga . . . avxdv eSgoiev^* — ^ 14, 33 
= Lo. 11,9. Ht. 7, 7: Ci^^eiTe, xal eigi^aeie 

17, 28: iv aixq^ yäg f ö)ti£v" - ui 23, 29 = Lc. 20, 38: ndrteg 

yäg air^ fö>atv 
17,30: 6 ^edg rä viJv dnayyüla röig dv9Q<6n(Hg ndvtag Jiav- 

xaxov fABxavoBiv^ •— ^ 1^4 = Mt. 3, 1. 2: nagaylvexai 

*Ia}dyyf)g Uyatv fiexavoeXxe 
17,31: jLiUXei xglveiv xijv obtovfUvfiv h dotaioavvji, iv ärdgi, 

^c5^«a€v^^'-^27,40 = Mt. 16,27: ßjiiXXei ydg 6 vldg 

xov äv^Qcojtov igxeo&ai iv 66^ xqTvai C^ovxag xal 

vexQovg 
18, 6*: ehiev nqbg aixovg' x6 alfia vytxbv inl xijv xeq^aXrjv 

ifjL&v ^" — ^ 34, 18 = Mt. 27, 25 : inoxQi'»hxeg ^ga^ov' 

xd alfia aixQV inl xijg xetpaX'^g fifitbv 

18, 6»»: xa&agdg iyd) äno xov vvv — A 34, 17 = Mt. 27, 24: 

i&co6g tlfii änd xov aXfiaxog xov iv&gdmov xovxov^^^ 
19 4*: ehiBV dh IlavXog' *Io}dvvT]g ißdnxiaev ßdnxiafia jjLe- 

xavolag^ - ^ 1, 2 = Lc. 3, 3. Mc. 1, 4. Mt. 3, 1 : fiX^ev 

Uwdvvfjg ßanxiCcov ßdnxiafia ßiexavolag 
19,4*: x(p Xacp Xiyoyv elg xdv igxdfjtevov fjiex' avxdv^ — ^ 

2, 25 = Lc. 3, 16. Mt. 3, II. Mc. 1,7: igxexai dk dniao) 

fiov 6 laxvgdxegog 
20,19: dovXev(ov xco xv^f^»« - ^ 22, 51 = Lc. 16, 13. Mt. 

6,24: '&e(p dovXevetv 
20,20.21: xov firi ävayyeiXai v/mv .. diafjtagxvgofjievog^^ — 

^ 23, 39 = Lc. 16, 28: öncog diajjiagxvgrixai avxoig 
20, 21: dtajLiagxvgdßievog . . . xijv elg ^edv fiexdvoiav xal nloxiv 

elg xdv xvgiov ij/jxbv *If]oovv^^ — ^^ 3, 5 = Mc. 1, 15 

[Mt. 4, 17]: fiexavoeXxe xal niaxevexe iv xq> eiayyeXUp 



Panlinische Reden in den Acüb. 12& 

20)21: t^v dg ^ebv fiExdvoiav xai nlotiv ek röv xvqiov ^/i&v 

'Iviaovv — ^ 23, 4t. 42 = Lc. 16, 30. 31 D: ßieravoi^^ 

aovoiv . . 7tiaT€vaovaiv^^ 
20,22: xai vvv Idov dedsßiivog iycb rtp nvevfiaxi nogevoßiat 

c/ff '/e^oraai^/i^" — ^11,36 = Lc. 9, 51: xai avxd^ 

td ngöacDTtov avrov l<niJQi(ev tov nogeiieo^ai elg 'ic- 

Qovaakrjßi 
20,24: rekeiwoat röv ögößiov fiov'^^ — A 21,4 = Lc. 13,32r 

xfj XQiTfi fifJfiqq- releicoaü} 
20, 26: xa^agög elfii And tov atfiaxog ndmayv^^^ — A 34, 17 

= Mt. 27, 24: dL^cb6g elßii änd xov aXfiaxog tov äv- 

^QcbJlOV TOVTOV 

20,27: oi yäq vTietneddjurjv rov firf ivayyellai näaav ttjv ßov- 

lijv tov ^eov 5/uv — -^ 7, 43 = Lc. 7, 30 : t^v ßov- 

lijv tov t?fiov** 
20, 28*: TiQoaixete iavtoig ^^'^ — A 31, 33 = Lc. 21, 34: nqoo^ 

iX^tE dk iavroig 
20, 28**:^v Ttegienoii^oaTO öiä tov atßiatog tov lölov^^^ — A^ 

32, 20 = Mc. 14, 24. Mt.26,27. Lc. 22, 20: td alßid 

fiov tb inkg vpicbv htxvwofxevov 
20, 28^32: ngoaexete .... t(p noifivlcp^^ , . . dovvai tijv 

xiiy^ovo^tav** — -^ 17, 25 = Lc. 12, 32: ßAtj <poßeio^ey 

t6 ßjuxQÖv nolfJLviov Sti eidöxtjaev 6 naxijQ v/uav 

dovvat ißuv tYjv xlriQOvofiiav 
20,29: tloeXevaovtai, ... Ivxoi ßageig elg ifiäg ßiij (peiöö-- 

fievoi tov noifiviov — A 31, 19 = Mt. 7, 15: IXevaovtai 

. . . kvxoi ägnaysg^^^ - ^ 12, 4 = Lc. 10, 3. Mt. 

10,16*^ 
20,31: öio j'^jyyoßerre«» -^33, 25 = Mt. 26,41. Mc. 14,38. 

Lc. 22, 40: ygriyogeits^^^ - A 18, 10 = Mc. 13, 37: 

Tig&g ndvtag kiyoy' ygtjyogeite 
20,33: ägyvgiov fj ;|j^va/ot; fj Ifiatiofiov oiöevög ijie&v- 

fjLfloa «1 - ^ 9, 31 = Lc. 9, 3. Mc. 6, 8. 9. Mt. 10, 9. 10: 

ßifjdiv aTgete fuffte ägyigiov ßii^te ;|j^va6v ßjiijte dvo 

Xitd}vag 
20, 35*: o^cüff xoniwvtag^^ öei dvtikajußdvea^ai twv da^e^ 

voivtmv — A 12, 12 = Mt. 10, 8. Lc. 10, 9: da^evsig 

^eganevete^^ 
21,13: dno^aveiv elg 'legovaaltjßi^^^ hol/ncog Sx^^^ "" -^ 

21, 6 = Lc. 13, 33: oix ivöixetai ngoqyfjtriv dnolia&aL 

i((0 'legovaalrifx 



126 Resch, PanIiDisinus. I. Textparallelen. 

21,14: tov xvqIov tö ^Hrjfia yivia^co — A 33,22 = Mt. 
26,39. Lc. 22,42. Mc. 14, 36: xb ^Utifjia .. t6 aöv 
yevea^co^^ — A 14, 13 = Lc. 11, 2. Mt. 6, 10: yeviy- 

22,19: iyä) fj/ntiv ... digcov xarä rag avvayooyäg^^ tovg 
nunevoviag — A 16,38 = Mc. 13,9 [Lc. 12, 11. Mt 10, 17] : 
elg rag ovvaycoyäg dagijoea&e 

23, 3: IlavXog Jigög airtöv ehiev . . . toXx^ xExoviafiive^^ — A 

16, 11 = Mt. 23, 27: 8/wtoi i(n€ rätpoig xexoviafxivoig 
24, 14*: laxQEvo} t4> natgcpfp ^Bcp — A 22, 51 = Mt. 6, 24. Lc. 

16, 13: t?€<3> largeveiv^^ 
24, 14**: niarevcov näoi xdig xarä tov v6fiov xal xoig Iv toig 
jiQO<pi^raig yeygaßi/iivoig^'^ — ^23, 8 = Mt. 5, 17: oix 
^Xi9ov xaxaXvoai xbv vdfxov fj rovg ngotpi^Tag^^ — A 
23,42 = Lc. 16, 3lD: el McDvoifog xal xwv ngo- 
<pr]T(bv ovx äxovovaiv, ovde iäv ti^ ix vexQWV dvacnfj 
xal äjiik&fi jiQÖg avxovg, marevoavaiv 

24, 15: äväaraoiv /xeXXeiv laea^ai dixaio>v re xal ädbecov — 

A 28, 21 = Lc. 14, 14: iv rfj dvaardaei rcbv dixalmv^^ 
26, 18*: äjio axörovg elg <pa}g^^^ xal rfjg i^ovolag xov aaxavä 

im x6v '&e6v — A 33, 39 = Lc. 22, 53: avxtj imlv ifubv 

fl &Qa xal fi i^ovala xov axöxovg^^^ 
26^\S^:ia߀lv avxovg ä<psaiv djLiaQxiwv^^^ - A 32,20 = Mt. 

26, 28: ixxvwdfJLEVov elg ä<peaiv äjuaQxicbv 
26,20*: än^yyeXXov piexavoeiv^-A2d,39A\=Lc.\6,2S.30: 

inayyiXji avxoTg . . . /xexavoi^oovaiv*^ 
26,20**: Äfia xfjg /uiexavoiag Sgya Tigdaaovxag^ — A \,T = 

Lc. 3, 8. Mt. 3, 8: Jioii/jaaxe oiv xagnohg ä^iovg xfjg 

/uiexavoiag 
26,22: iaxtjxa fAaqxvqdfievog .. d}v xe oi ngotp^xai iXdXvjaav 

. . xal Mcovo^g^'^ — A 23, 40 = Lc. 16,29: gx<^<^^^ 

Moiijaia xal xohg 7iQ0<prjxag' dxovadzcoaav avx&v^^ 
28,23: öiaßiaQxvQÖfjievog .. äjiö xe xov vdfxov Mo}vaiü)g 

xal x(bv jiQotptjxcbv^^ — A 23, 39. 40. = Lc. 16, 28. 29: 

ÖJioctg diafjtagx^Qfjxai avxoig . . Moivaia xal xovg 

7iQ0<prjxag 
28,27: yuij jioxe töooaiv xoig öq)^aXfxoXg xal xoTg d)olv 

dxovaayaiv xal xfj xagdlq, avvtfbaiv — -^ 8, 30 = Lc. 

8,10. Mt. 13, 11.13. Mc.4, 11. 12: Tva ßXinovxeg ßiij 

föoöiv xal äxovovxeg firj ovvicbaiv^^. 



Der EbiÄerbrief. 127 



8. Der Brief an die Ebräer. 

1,2»: bi' ioxdrov .. iXäkrjaev ijßuv h vlcp*^« - ^ 21, 28 = 
Mc. 12, 6. Lc.20, 13: Soxoltov di djiioxEtXev ngdg aviovg 
tdv vldv avxov 

1,2**; bv S&rjxev xkriQOvdfiov nävrcov''^ — ^ 21,29 = Mc. 
12, 7. Lc. 20, 14. Mt. 21, 38: ovrög Imiv 6 xli]Qov6/j,og 

1, 3*: 8g dv djtavyaajbia t^^ dö^rjg , . aixov^^ — ^ 11, 23 
= Mt. 17, 2. Lc. 9, 29. Mc. 9, 3: SXajLitpev ro jigdocDJiov 
avxov cbg 6 ^>Uoff — Lc. 9, 32: elöov tijv öö^av avxov 

1,3«>: (pigayv xe xä Jirfvia*» - ^35, 47 = Mt. 28, 18: id6»fj 
fwi 71 äoa i^ovaUx ^^^ 

1, 3®: xa'&aQiafibv xwv &fxaQxi(bv^^^ JtoirjadjLievog — ^32,20 

= Mt. 26, 28 : xd alfid fxov . . x6 vtieq vfiatv ixjrvwdfxevov 
dg ä(peoiv äpiaQxicbv 

1,6: 8xav öi näXiv elaayäyj] xdv nqoyx&toxov elg xrjv otxov- 
/jtivfjv leyer xal Jigoaxvvrjodxcoaav avTö> ndvxeg äy^ 
yeloi #£oi;* — ^2,21 = Mt. 4, 11. Mc. 1, 13: xalldov 
äyyekoi TiQoorjX&ov xal dirjxövovv avxcp 

1,14: ovxl ndvxeg elolv leixovQyixd Jivev/xaxa elg diaxoviav 
äjiooxelXdfieva öiä xovg fiiXkovxag xktjoovoßjieTv ooyxrj- 
Qiav; — ^'/23, 33 = Lc. 16, 22: iyivexo di djio&aveiv xdv 
Ttxc^xdv xal änevexprlvai airtbv vnb x(bv dyyiXoiv^ elg 
xdv xolnov ^Aßgadßi^^ 

2, 3: 7i(bg fjfieig lx(pevi6fxe'»a ^^'^ — A 31, 35 = Lc. 21, 36: 
ix(pvyeiv xavxa ndvxa — ^1,6 = Lc. 3, 7. Mt. 3, 7. 

2, 8*: iv xq> vnoxd^ai avxcb xd ndvxa ovöiv dtpfjxev aix(^ 

dwjKJraxTov — ^ 12,29 = Mt. 11,27. Lc. 10, 22: ndvxa 

fjLOi nagadidoxai vn6 xov naxgög fxov^^ 
2,8**: ögcbjiiev avxq) xä ndvxa vnoxexayfiiva — A 12,29 

= Lc. 10, 22. Mt. 11,27: ndvxa fioi nageöö^i] vno 

xov naxgög fiov^^ 
2,9*: ßlinofxev *Irjaovv did x6 nd^rifia xov i^avdrov ööij] 

xal xifijj iöxeq)av(OfAivov — A 35, 26 = Lc. 24, 26 : löei 

na^elv xdv Xgiaxöv xal eloek&eiv elg xrjv do^av 

avxov ^^* 
2, 9**: 5nü}g . . vneg navxdg yevatjxai ^avdxov — A 33, 20 = 

Mt. 26, 38. Mc. 14,34: neglXvnög iaxtv ij tpvxf] fiov icog 

^avdxov ^^^ 
2, 10: bigenev yäg avxco . . • xov dgxtiydv xijg aonrjglag avxwv 



128 ' Resch, Paulinismns. I. Textpaxallelen. 

öiä na&q/jidtcov releicooai — -^ 21, 4 = Lc. 13, 32: rfj 

2, 11; oix ijiaiaxvverai ddeltpovg avxovg xaXdv^^ — ^ 35, 10 
= Mt. 28, 10: vjidyere, ämiyyeüiaxe xoig ädeX^oTg fJLOv 

2,17: dg xö lldaxea^ai xäg AßjiaQxlag xov iaov — -<^ 26, 7 
= Lc. 18,13: llda^rjxi fioi x(p äfjiaQxtolcp^^ 

2, 18: aixdg neigaai^elg dvvaxai xöig nsiQaCoßjiipoig ßotj^ 

^ocu^ - ^ 2, 10 = Mt 4, 1. Lc. 4, 1. Mc. 1, 12: äv^x^ 
. . neiQaa^fivai vnd xov dtaßölov — ^ 33,25 = Mt. 
26,41. Mc. 14,38. Lc. 22, 40. 46: /^i) clause ek 

3,6: iäv x^v naggtiolav xal xd xavxrifia xfjg Hjüdog /uiixQi 

xiXovg ßsßalav xaxdox<ofAev — ^ 31,24 = Mt. 

24, 13. Mc. 13,13: ol vnoßieivavxeg [Aid. xfj Tilaxei] 

elg xiXog, ovxoi aay&i^oovxai^^ 
3, 13: äxQig ov xd arj/uieQov xaXdxai^ — ^ 30, 11 = Lc. 19, 42: 

el Syvcog xal av oiqfABQOv xä ngög dgi^vtiv aov 

3, 14: IdvjieQ x^v dgx^v x^g inoaxdaecog /i*ixQ^ xiXovg 

ßsßalav xaTdöxo>/*«y"-^31,24 = Mt.24, 13. Mc. 
13, 13: ol inofAeivavxtg [Aid. xfj niaxti\ ainwv elg 
xiXog, ovxoi aor^aovxcu 

3,19: ovx ^öwi^^tjoav elaeX^Biv öi dTwcrrfav''* — ^20, 4 
= Lo. 13,24. Mt. 7, 14: noXXol . . Cv'^rjaovaiv eloeX^elv 
xal oix laxvaovaiv 

4,2: ovx dxpiXrjoev ö Xöyog xijg äxo^g Ixelvovg ßiij avv- 
xexEQaofxivovg xfj Jiiaxei xolg äxovaaaiv^^ — ^ 8, 32 
= Lc. 8, 12. Mc. 4, 14. 15. Mt. 13, 19: ol dk nagä xijv 
6d6v ehiv ol dxovaavxeg' elxa Igxsxai 6 didßoXog xal 
äQTidCii xov Xöyov dnb xrjg xagöiag ainwv, Tva jurj 
Ttiaxevaavxeg aco&waiv 

4, 10: 6 yäg elosX'&ojv elg xrjv xaxdnavaiv ainov xal ainbg 
xaxinavaev änb x(bv Iqyfov aixov^^ — A 23,34 = 
Lc. 1 6, 23 : <5^^ *Aßqadn nöggco^ev xal Ad^agov h xio 
xdknco ainov dvanavdfievov 

4,11: anovddaoyßjiev oiv eloeXi^eiv elg ixelvfjv xijv xaxd^ 
navaiv — A 20, 2 = Lc. 13,24: onovbdaaxe eiaeX- 
&eTv did xrjg axevijg 'ävgag'^^ 

4, 1 2 : ^(bv yäg 6 Xöyog xov &eov xal ivegyfjg xal xofuinegog 
inhg näoav ßidxcagciv dUnofiov xal öiXxvovjiievog äxgi 
fxegiofxov rpvx^g ^al nvevfiaxog . . xal xguvxbg iv&v^ 
ßAi^aecüv xal hvoi&v xagöiag — ^ 19,3. 4 = Mt. 10, 34.35. 



Der Ebräerbrief. 129 

Lc. 12, 51. 53: Ijl^ov ßaXeiv .. ßiäxaiQav [Lo. diafit" 

4,14*: dielrilv^öxa roig ovgavovg '/jyaovv — -<^ 35, 57 
= Act. 1,11: noQBvdfAEvov aizdv elg töv ovgavSv^^* 

4, 14**: ?2CWT£c . . TÖV vldv xov &eov, xQcncbfiev r^g öfio^ 
loyiag^^ - A 16, 36 = Lc. 12, 8. Mt. 10, 32: nag öatig 
äv öfAokoyYjOfi iv ißAol . . ößioloyijaco xäyd} iv airtcp 

4, 15*: ovvna'dfjaai xaXg äa^evelaig ijßjiäw, neneiQaafiivov 
xatä nävia^ — A 33, 25 = Mt. 26, 41. Mc. 14, 38. Lc. 
22, 40. 46: JiQoaevxso&e, tva /i^ elaiX^re elg nei- 
QaofJLdv . . fj aäg^ äa&evi^g^^^ 

4, 15**: neneiQaajxivov xatä ndvxa xa&' 6/AOi6tr]Ta X^Q^ 

äfjLOQxlag^ - ^ 2, 10 = Mt. 4, 1. Lc. 4, 1. Mc. 1, 12: 

ävrix'^ . . TteiQac&rjvai vjid xov öiäßökov 
5,7*: iy xäig fifiiqaig xtjg aagxög avxov detjoeig xe xal 

lx€xi]Qiag . . . Tzgoaeviyxag^^^ — A 33,21 = Mt. 

26,39. Lc. 22,41. Mc. 14, 35: ^elg xä yövaxa nqoa- 

fjix^T^o' Aßßä 6 naxriQ — A 33, 25 = Mt. 26, 41. Mc. 

14,38: fi bi aägS Aa&ev^g^^^ 
5,7**: TiQÖg xöv övvdfASvov aw^eiv avxov ix tfaydrov** — 

A 16, 32 = Mt. 10, 28. Lc. 12, 5: (poß^^xe xöv övvd- 

ßA€vov acüoai xal änoilaai 

5, 8: i/Aai»ev ä<p' d>v bia&ev x^v vnaxoi^v^^^ - ^33,26.27 

= Mt. 26, 42— 44. Mc. 14,39.40: näkiv äneX^äiv ngoa- 
riv^axo Xiyoyv ... yevrji^^xü) xd i^iXtj/xd oov .. Jirf- 
liv &jiel'&(jDv TtQOötjviaxo xov avxöv Xöyov cItic&v 

6, 1: ^Bfxihov xaxaßaXXdfxevoi fxexavolag äjto vexgcav Igycov^ 

— vi 1,7 = Lc. 3,8. Mt. 3, 8: noirjoaxe ohv xagnovg 

Aftovg x^g fxexavolag 
6,1: büxi]vxeXei6xrixa 9?c^€6/««t?a^* — ^^26, 17 = Mt. 19, 21: 

et Mkeig xikeiog elvai^^^ 
6,6: ävaoxavQOvvxag iavxoTg xöv vldv xov dcov*® xal 

TiaQadeiyfxaxl^ovxag^^^ — A 27, 18 = Lc. 12, 10. 

Mt. 12, 32. Mc. 3, 29: bg iget ßXaaq)rjiuiiav xatä xov 

vlov xov äv&gcüTiov^^^ 
6, 6: ävaoxavgovvxag . . xöv vldv xov &eov xal nagadeiy^ 

ßiaxiCovxag^^^ - A 34,32 = Mt. 27,40.41. Mc. 15, 

30. 31. Lc. 23, 36. 37: ivinai^av airxi^ Xiyovxeg' xaxa- 

ßdxü) änö xov axavQOv^^^ 
6, 8: ^g xö xiXog elg xavaiv^^ — ^ 8, 17 = Mt. 13,30: ngög 

x6 xaxaxavoai avxd 

Texte a.IJnt0X8achimgen. N. F. XIL 9 



130 Resch, Paulinismus. I. Textparallelen. 

6,10: diaxovijaavreg roTg äyloig xal diaxovovvreg^^^ — 

^ 32, 35 = Mt. 20, 26. Mc. 10, 43. Lc. 22, 26: 6 dva- 

xeijiievog d>g 6 diaxovcbv 
6, 16: äv^Qconot yäq xaxä xov /jiBl^ovog dfiviovoiv . . elg 

ßeßatcoaiv 6 «^xoc^* — ^ 28,29.30 = Mt. 23, 16. 17: 

8g äv dßiöofj iv Tq> vaqf, ifieXg Xiyexe' ovdiv lariv Sg 

d* äv d/uiöafj h xq> XQ^^^ ^^^ vaov, dtpellei . , , rig 

JUS IC CO V iatlv, 6 x^^^ ? ^ vaög; 
6, 19: äyxvQav ^xofxev . . . ehegxoßjiivTjv elg rö iacoregov 

Tov xaxaTiexdaßAatog^^^ — ^ 34, 39 = Lc. 23, 45. 

Mt. 27, 51. Mc. 15, 38: xal Idov tö xaxanixaafxa xov 

vaov laxlo^i] elg ovo 
7,22: xgelxxovog diai^ijxtjg yiyovev fyyvog Urjoovg^^^ — ^ 

32, 20 = Lc. 22, 20. Mc. 14, 24. Mt. 26, 28: xovxö jiwv 

laxtv x6 aljua x^g xaivrjg diai^iljxfjg 
7,25: 2t9ev xal ad>Ceiv elg x6 navxelig dvrarai xovg tzqoo- 

eQXOfjUvovg di" avxov rcp dc4> — ^ 29, 10 = Lc. 19, 10 

|Mt. 18, 11]: ^l&ev yäg ö vlbg xov dr&Qcojzov oa>aai x6 

änolo>l6g^^^ 
7,26: {nptildxtQog xmv ovgav&v yev<5/i€roff — -^ 35, 57 = Act 

1, 11: noQevöfAevov avxöv elg xöv ovgavöv^^* 
8,6: xgelxxovSg iaxtv diai^i^ xtj g jLieahijg^^^ —' ^ 32^20 = 

Lc. 22,20. Mc. 14,24. Mt 26,28: xovxö fwv iaxiv x6 

aJjna x^g xaivrjg öia^rjxrig 
9,12: dit\ xov Idiov atßiaxog ^^^ . . alcoviav Xvxqooiv 

eigd/iievog — ^ 32, 38 = Mt 20, 28. Mc. 10, 45: dovvai 

iavxdv Xvxgov^^^ 
9,14*: xd alfAa xov Xqioxov^^^ . . xai^agiei xijv ovv- 

eiöfiGiy */id>vi^*-^32,20 = Mt26,28. Mc. 14,24. 

Lc. 22, 20: xovx6 /uiov laxiv xd alfxa . . x6 vnkq ifjubv 

ixxywdfjievov elg ä<peoiv ä/iaQxicbv 
9, 14**: iavxdv jzgooijveyxev äfioifAov t<J> t?£a> — A 32, 38 = 

Mt20,28. Mc. 10, 4:>: dovvai iavxdv kvxgov^^^ 
9, 14*"**:Td al/Mx xov Xgiaxov, 8g öiä jzvev/jiaxog alojviov 

iavxdv ngoarjveyxev äfxoyfAov xq^ i9e^ — ^ 35,48 = Mt. 

28, 19: elg xd Svofxa xov naxgdg xal xov vlov xoi 

xov äylov nvev/uiaxog^^^ 
9,14®: änd vexgcbv igyoiv elg xd laxgeveiv dccp Cc5vti®® 

— ^ 22,51 = Lc. 16,13. Mt 6,24: ov üvao&e »e^ 

laxgeveiv xal /uia/jKOvq, 
9,15*: xal öid xovxo diai^i^xtjg xaiv^g /leoixtjg iaxiv ^^^ — ^ 



Der Ebraerbrief. 13 t 

32, 20 = Lc. 22, 20. Mc. 14, 24. Mt. 26, 28: tovtö fwv 

iariv rö alfxa xrjg xaiv^g dta'&tjxrjg 
9, 15**: ^avdxov yevo/xivov elg IvxQCOoiv — ^ 32, 38 = 

Mt. 20, 28. Mc. 10,45: dovvai iavtöv Xvtqov^^^ 
9,15®: T^v inayyekiav kdßcooiv ol xexlrifAivoi'^'^ xfjg alcovlov 

xkrjQovojiAiag^^ — ^ 17, 25 = Lc. 12, 32: eiiöxtjaev 6 

nat^Q ifubv dovvai vfuv ttjv xktjQOvoßiiav 
9,22: x^Q^ aljuarsxxvaiag ov yiverai äq)eoig^^^ — ^ 

32,20 = Mt. 26,28. Mc. 14,24. Lc. 22,20: mvx6 piov 

ioTiv rö alfxa . . Ixxvvvdfievov elg &q)eoiv äjLtaQtiwv 
9, 24: ov ydg elg x^^QOJtoltjTa elatjX^ev äyia XQiarög . . . äiX 

elg ainov t6v oigavöv — ^ 35, 57 = Act. 1, 11: tto- 

Qevdfievov avzov elg töv ovQavöv^^^ 
9,26: viryl dk änai Inl ovvxelelq. xibv alcovcov — ^35,50 

= Mt. 28, 20: ioyg T^g awreXeiag xov al&vog^^^ 
9, 26: elg ä&htjaiv xrjg äjnaorlag diä Ttjg ^valag avrov^*® — A 

32,38 = Mt. 20,28. Mc. 10,45: dovvai iawcbv Ivxqov 

&vxl TtoXXwv 
9,28*: dbtaf Jigoaevex^elg elg rd nollcbv äveveyxeiv äfiaq- 

Ttoff^o _ ^ 32^ 38 ^ ift 20,28. Mc. 10,45: dovvai 

iavxdv XvxQov ivxl 7ioXla>v 
9, 28**: dfp^aexat xoTg avxov dnexdexoßiivoig elg oayxfj- 

^/av"«- ^31,31 = Lc. 21,28 [Mt.24,31D]: ijidgaxe 

xdg xe<paldg vjülwv diöti lyyl^ei ij dnoXvxQcoaig 

vjLubv^^'^ 
10,10: fiyiaojxhoi ia/bikv öid x^g 7iQoa(poQäg^^^ xov aco/xa- 

TOffi" 'Irjaov Xqioxov - ^ 32, 18 = Lc. 22, 19. Mc. 

14,22. Mt. 26, 26: xovxö laxiv x6 atbjLid fxov xb inkg 

ißiwv xl(&iuievov^^^ 
10,12: ovxog julav ineg djbiagxicbv nqoaeviyxag i9valav^^^ 

-^32,38 = Mt. 20,28. Mc. 10,45: dovvai iavxdv 

XvxQov dvxl TioXXcav 
10, 19. 20: ?;|jovTCff . . jiagQrjalav elg xrjv eiaodov x(bv dyUov h xcp 

aXfxaxi 'Irjaov, fjv Ivexaiviaev^^^ ijßuv — ^ 32, 20 = 

Lc. 22, 20. Mc. 14, 24. Mt. 26, 28: xovxö fiov l<niv x6 

alfia Xfjg xaiv^g diai^xi]g 
10,20: fjv hexalvioev fifiiv öddv ngöatparov xal ^oxfav did xov 

xaxanexdojxaxog^^^ — A 34, 39 = Lc. 23, 45. Mt. 

27,51. Mc. 15,38: xal Idov x6 xaxanixaofxa xov vaov 

iaxlo&r] elg dvo 
10,20: xom laxiv xrjg oaqxbg avxov^^^ — A 32, 18 = Lc. 

9» 



132 Resch, Paulini«mti8. I. Textparallelen. 

22,19. Mc. 14, 22. Mt. 26,26: ravro i(niv rd acbfid fiov 
x6 V7ÜQ ifuav xixüfuvov 
10, 28: Inl dvolv ^ tgiolv ßidQxvaiv^^ — A 24, 20 = Mt. 18, 16: 
InX fndpboxog ydQ dio fxaqjvQiov fj xqiq}v ata^aetai 

10,29*: rif vl6v xov &€ov xaxanatrioag — - yi 27, 18 = Lc. 

12,10. Mt. 12,32. Mc.3, 29: Smig iqei ßXaoq>rifiiav 

eIq xbv vlbv xov &v9Q<&nov^^^ 
10, 29^:jmi< x6 alfia x^g dia^iJHtjg^^^ xoirAv ^^lyod/cevoc — A 

32, 20 = Lo. 22, 20. Mo. 14, 24. Mt. 26, 28 : xovxö julov 

itnw x6 aljua x^g xoianjg dta^i^Htjg 
10, 29': xal xA nvevfia x^g x^9*^og ivvßglaag ^•^ — A 27, 18 = 

Lc. 12, 10. Mt. 12, 32. Mc. 3, 29: 8g d' äv ßlaa(pt]iLirjaf] 

ek xd nvevjna x6 äyuw^^^ 

10, 32.33.35: Ib^Xtioiv {fste/ieitfate yia^tifiäxiov . . öveidiofAo'ig^^ 

te xal ^Ibpeaiv . . . fjxig Ix^ ßieydXijv ßAtd^anodo- 
alav^^ - ^ 6, 11. 12 = Mt. 5, 11. 12, Lc. 6, 22. 23: /^a- 
xdQiol laxe, Sxav . . i/uiäg ol Sv&Qionoi it€o(coaiv . . 
Hai öveidiaioöiv . . ivexey l/wv . . . Idov yäg ßiia^ög 
ijiiwv xolvg h x& oi)Qav(p 

10,34: yivfboxovxeg Sx^iv iavxovg xgelooova vxagSiv^^ xal ßii^ 
vovoav — ^ 17, 23 = Mt. 6, 20. Lc. 12, 33: notYicate 
iavxoZg 'ätioavQÖv h xolg oi^avoig 

10,36: tvaxb i^Htj/ia xov ^eov noii^aavxeg^^ xo/bäotja^e xijv 
IjtayyeUav — ^ 9, 4 = Mt. 12,50. Mc.3, 35: Saxig Av 
noiijafi xd ^iXtjßjia xov i^eov, ovxog ädehpög jliov 

10, 39*: i^fieXg 6i ovx lofikv vnoaxoXijg elg äncbXeiav'^^ — A 20, 3 
= Mt. 7, 13: fj Sddg ^ ijidyovaa elg äxcbXetav'^^ 

10,39*'**: ijjbmg di oix iajüiev vnooxoX^g dg änioXetav, dXXa nlcfxecog 
dg 71 eg 1710 Itia IV y^vxv^^^ — -^ 21,41 = Lc. 17, 33. Mt 
10, 39. Mc. 8, 35. Mt. 16, 25. Lc. 9, 24: Sc äv &7ioXian 
xijv tpvxfjy avxov ^sxev IfAOv, 7tsQi7ioii^0€xai avxijv 

11,4: Tilaxei jiXelova ^volav^AfieX . . TiQoaiqveyxev xcp ^e^, di 
^ IfuiQxvQi/j'&fl elvcu Sixaiog — A 16, 24 = Mt. 23, 35. 
Lc. 11,51: dTid xov affiuixog^AßeX xov dixalov^^ 

11, 7: Nd}€ .... xaxeoxevaaev xißioxdv dg aonfjQlav xov ohcov 

aixov, dl ^g xaxixqivev xdv xdojj.ov^^'^ — -^25,9 = 
Lc. 17,27. Mt. 24, 38. 39: da^X^ev Nebe dg xijv xtßco- 
x6v, xal ^X&€v 6 xazaxXvajjtdg xal ä7i(DX€aev ä7tavxag 
11,26: ^aavQcbv xdv öveidiofibv xov Xqioxov"^^ iTiißXejiev 
yäg elg x^v fiio&aTiodoolav — -^ 6, 11. 12 = Lc. 6, 



Der Ebrfterbrief. 1S3 

22. 23. Mt. 5, 11. 12: juaxdQtoi^ Star ifmg . . . dveidU 

acaaiv . . ivexev ifiov . . . l6oh yäg ßiio&dg ifA&v 

nolhg h r^ oiQav0 
12,2: inifieivey oxavgdv^^^ — A 34, 27 = Lc. 23, 33. Mt. 

27,33. Mc. 15, 24: hqjL ixet iaravQODaav air&r 
12, 14*: elQi^vfjv dic&xere ßierd 7idvx(ov^^^ — A 28, 37 = Mo. 

9,50: elQt]vev€T€ iv illriXoig 
12, 14**: xal xdv Ayiaa/biir, ov x^Q^ oidelg Sy^erat top xvQior^^ 

— A 28, 67 = Mt. 5, 8: ßiaxägioi ol xa&agol tfj xaqdU;^, 
8u avtol röv '9e6v 8\povxai 

12,17: xXYiQOvofjLtjoai xijv «ÄJloy/av*® — -^ 25, 24. 25 «■ Mt. 

25,34: devte ol eikoYtjjLiivoi xo^ thxxqöq fiov, xitj- 

QovofX'fjaaxe xijv ßamXeiav 
12,23: TtQcoxoxdxoDv ijioyeygajbißAivcov iv oigavoig*^ — A 

12, 25 = Lc. 10, 20: 8xi xä ördfAOxa ijuwv yiyqanxai 

iv xoTg oiqavoXg 
12,24»: dia^Yjxrig viag fieahfj 'iiyacw"« — A 32, 20 = Lc. 

22,20. Mc. 14, 24. Mt 26,28: xovxS fxoii iaxiv xd al/ia 

t^g xaivfjg dia&i/jxtjg 
12, 24^:xa2 atjuaxi^^^ §avxiafxov xgehxov laXovrxi nagä xdv 

^AßeX^^- A 16,24 = Mt. 23, 35. Lc. 11,51: änd xov 

aXfxaxog ^AßeX xov dixaiov '^ 
12,25: el yäq ixeivoi ovx iiiq>vyov • • . nolv /laXXov ij/iug ol 

xdv in ovgavcbv ä7toaxQeq)6ßAevoi — ^31,35 = Lc. 

21,36: ixtpvyeiv xavxa Jidevxa xd fxillovxa^^'^ 
13,5: ä^pikdqyvQog ö xgöjiog, &Qxovfievoi xoig nagovoiv^ 

— -^ 1, 16 = Lc. 3, 14: fiTjöiva diaaelarjxe . . . d^- 
xeia&e xoTg öyjcovloig ijuwv 

13,8: 'Itjoodg Xgioxdg ix^^g xal orifxeqov^ S aix6g, xal elg 
xovg afö>yag — ^35,50 = Mt. 28,20: Idob lyä) /ab»* 
vßicov dfxl ndoag rdg fj/nigag icog xtjg avvxelelag 
xov alcbvog^^^ 

13, 9»: didaxaJg noixilaig xal (ivaig ßAtj nagafpigeo^e^^ — 
A 10, 10 = Mt 15, 9. Mc. 7, 7: ßidxtjv dh aißovxal fie 
diddaxovxeg didaaxallag 

13,9^: xaXbv ydg x^Q'^'' ß^ßatovoi^ai xijv xagdiav, oi ßgco^ 
fiaoiv, iv olg ovx Aq^elrj&rjaav ol Jiegmaxovvxeg^^ — 
A 10, 21 = Mc. 7, 19D. Mt 15, 17: o* ydg ggxexai elg 
xijv xagdiav avxov, dJU* . . . elg öx^'^dv ixßdllexai, 
bg xai9agl^ei ndvxa xd ßgibfiaxa 

13, 12»: *Irjaovg . . dyidofj did xov Idlov atfiaxog^^^ xdv ladv — A 



134 Besch, Panlinismos. I. Textparallelen. 

32, 20 = Lc. 22, 20. Mc. 14,24. Mt. 26,28: t6 alfxd fAov 
. . . rd inhq ipjanf ixxvwöjiievov elg &<peaiv ä/Migriayv 

13, 12^- IS CO xijg Tivkrig feradcv"» - ^ 34, 20 = Mc. 15, 20. Lc. 
23,26. Mt. 27, 31: xal iidyovaiv aixdv, tva atavQco- 
awaiv ain6v 

13, 13: roiwv iisQxcojLie&a . , . rdv dveiöiaßAÖv aixov (pi- 
Qovteg^^ — -^ 6, 11 = Mt. 5, 11. Lc. 6, 22: /uiaxägioi . . 
Srav ifjLäg dveidlacoaiv . . Svexev i/AOv — ^ 21,39 
= Lc. 14, 27. Mt. 10,38: Sg ov ßaordCei töv axavQov 
avxov^^ 

13,20: xbv noi/uiiva x&v jiQoßdxcov^^ x6v fUyav h aXfiaxi 
aiadj}xiyffa;cov/oi;^i8->i33,9 = Mt.26,31.Mc. 14,27: 
Tuxxdico xöv noifiiva, xal xd ngdßaxa dtaaxogmoi^^ 
oayxcu — ^ 32, 20 = Lc. 22, 20. Mc. 14, 24. Mt 26, 28 : 
xovxd ßAOÖ iaxiv x6 aJ/xa x^g xaivrjg diai^i^xrjg^^^ — 
^25, 22 = Mt. 25, 32: dioTicQ 6 jioißAijv äq)OQ(iei xd 
TiQÖßaxa 

13,21: Tioifjaat x6 ^Htjfjta avrov^^ — ^9,4 = Mt. 12,50. 
Mc. 3, 35 [Lc. 8,21]: 5axig äv noi^Of] xd 'äiXfjßAa xov 



B. Die paulinisch- synoptischen Parallelen 

außerhalb der Logia. 

1. Die beiden Thessalonicherbriefe. 

Der erste Brief an die Thessalonicher. 

2, 2: lalfjaai ngdg ifiäg x6 ei/ayyihov xov ^eov . , y,S: /Liexa- 
öovvai ifjuv . . x6 evayyihov Tov^eov-.v. 9: IxtjQviapiev 
ek ifAag x6 evayyiXiov xov "^eov — Mc. 1, 14: fil&ev ö 
'Irjaovg elg xijv Fakdalav xfjQvaocov x6 ebayyihov xov 

Der zweite Brief an die Thessalonicher. 

1,8: diddvxog Ixdlxtjaiv^^ — JjC, 21^ 22: Sxi fjfiiqai ixdixi/j^ 

aemg avxai 
2,2: ßjitjök d^octöda«"' - Mc. 13,7. Mt. 24, 6. Lc. 21,9: 

/uiil ^QoeXa&e 



Parallelen außerhalb der Logia. 135 

2,4: cScrre avtdv ek tdv vadv xov ^eov xatf/aa« ^** —■ Mt 
24, 15: dxav oiv Tdrjre rö ßdiXvyfxa Ttjg iQtj/uuüaecog xd 
§fl^kv diA Aaviril xov nQoqyfjftov ioxdg iv x6ncp 6ylq> 
— Mc. 13, 14: Sxav dk tötjxe x6 ßdiXvyjiia x^g iQtjßzthaecDg 
ioxt]x6xa Snov ov bei 

2, 12: tva xQf&ayaiv änavxeg ol /nij jiiaxcöaavxeg — itc. 16, 16: 

6 dk äniaxi^aag xaxaxQi^ijaexai.^^^ 

2. Die beiden Corintherbriefe. 

Der erste Brief an die Corihther. 

2,4: hf äjioöeliei nvevfiaxog xal dvvrf^coff^* — Lc. 4, 14 
vTiicfXQetpev iv dvvdpiei xov Jivev/uiaxog 

3, 10: ^tfiiXiov l&rixa, äXkog öi inoixodoßiei^*^ —Mt. 16,18 

inl xavxfi xf\ nixqq, olxodopujoü) ßAov x^v Ixxktjalav 
7, 1: xaXdv äv^Qc&nq) yvvaix&g juij äjtxea^t^^^ — Mt. 19, 12** 

elalv eivovxoi otxiveg evvovxioav iavxovg öiä xfjv ßaaiXelav 

xcav ovgavöv 
*7, 7: ixaoxog Idiov ?;|r£t x^^^f^ ^ ^eov^^^ — Mt 19, 11 : oi 

ndvxeg xoiQovaiv x6v Xöyov xovxov, äXX* oJg didoxai 
9, 14: oSxcog xal 6 xvQiog diixa^ev^^ xoXg xd evayyiXiov 

xaxayyiXXovöiv — Mt. 11, 1: hileaev 6 *Ii]aovg öiaxdo- 

aü)v xolg dd>dexa /la^xalg avxov 
11, 16: el öi xig doxei q)il6v€ixog ehai ^** — Lc. 22,24: lyivexo 

dk xal q)ilov£ixla iv avxoTg 
12,3: did yvoygl^a} ifuv 8ti ovdelg iv nvevfwxi ^eov laXaiv 

Xiyei' ävd'&efia 'Irjoovg, xal ovöelg dvvaxai elnetv* 

xvQiog 'Ivjoovg, el jurj iv nvevfiaxi dyUp — Mc. 9, 39: 

ovdelg ydg iaxiv, Sc Ttoii^aei övvaßuv inl x(p 6v6fiaxl 

fxov xal dvvTjaexai xaxv xaxoXoyrjaal /ic ^** 
12,10: HXXcp dk iveQyrjfxaxa ^wd^uecov^'^ — Mc. 6, 14. Mt. 

14,2: dtä xovxo ivegyovaiv al dvvdfxeig iv avx^ 
12,30: ßjiij ndvxeg yXcoooaig iaiovöiv; — Mc. 16, 17: yXc&a^ 

aaig Xali^oovaiv xaiväig^^^ 
13,1: läv xaig yXioaoaig xojv äv&gc&Tiwv XaXcb xal xa>v dy- 

yiXmv — Mc. 16, 17: yXd>aaaig XaXrjaovatv xaivalg^^^ 
14,4: 6 dk 7tQO(pfjxevo)v ixxXtjaiav olxodo/uiei — Mt. 16, 18: 

olxodofAYioQ} fiov xijv ixx Xi] o lav ^^^ 
14, 5: ^iX(o dk ndvxag v/xäg XaXeiv yXcoaaaig — Mc. 16, 17: 

yXwoaaig XaXiqoovoiv xmvaig^^^ 



136 Resch, Paolinismas. I. Teztparallelen. 

14,5: Tva ij Ixxltjala olxodofiiiv Jld/?;; — Mi 16, 18: oIho- 

dofJL^aco ßxov ri]v IxxXtjalav^^^ 
14,12: TtQÖg rifv olxodojiifiv rfjg IxxXtjalas — Mt. 16, 18: 

olxodoßAi^acD fAOv tijp ixxXtjalav^^^ 
14,22: al ylcbaaai elg arifieiiv elaiv od rdk Tuate^ovaiv, <UAd 

toTg dnUnotg — Ttc, 16, 17: yXAaaaig XaXijaovoiv xai- 

vaZs ^*® 
15,25: dei avTÖv ßaadeveiv, &XQ'' ^^ ^fj ndviag rovg Ix^QOvg 

V7i6 xovg 7i66ag aÖTot;^*i — Mt. 22,44. Lc. 20, 42. 43. 

Mc. 12, 36: xd&ov bt de^uav jnov, Scog äv t?Q> xovg 

Ix^QOvg oav inoxdxoy x(br 7iod(bv aov. 

Der zweite Brief an die Corinther. 

5,1: olxlav äx^iQOJtoltjxov^^'' — Mo. 14,58: xdv vabv 

xovxov . . . äkXov äxciQonolfjxov olxodoßAfjcfa} 
5,13: ehe ydg ISiaxtjßAev, i^e^* ehe amqfQOVovfiev, ifuv^^^ 

— Mc. 3,21: Sieyoy yäq Sxi liioxtj — Mc. 5, 15. Lc. 

8,35: evQOv xdv öaifAovi^dfievov . . oaxpQovovvxa 
11,7: dcogedv xö xov 9eov eiayyiliov evtjyyeXiodfitjv 

ifJLh — Mc. 1, 14: xrjgiaaoDv x6 eiayyiXiov xov 

^eov^^^ 
12, 12: xd juiky atjßjieTa xov dnooxöXov xcneigyda^ h ifuv — 

Mc. 16, 20: did xwv hiaxoXov^oivxoiv atjßielcop.^^^ 



3. Die Briefe an die Oalater und an die Römer. 

Der Brief an die Galater. 

2,9: ol doxovvxeg atvXoi ehai — Mc. 10, 42: ol doxovv- 

xeg ägxeiv^^^ 
2,20: xov vlov xov i9eov xov dyani^aavxög fie^*^ — Mc. 

10,21: 6 de *It]oovg ifxßXhpag aixq) ^ydnfjoev aixöv 
3, 2: i^ Sgyaiv vdfiov x6 Ttvevfm iXdßexe fj i^ dxofjg TiUneajg; 

— Mc. 7,35: xal fjvolytjaav airtov al dxoal^^^ 
3,5: iveQya>v öwd/ueig Iv v fiXv — Mc. 6, 14. Mt. 14, 2! 

Ivegyovaiv al dvvdfieig iv avxio^^^ 
3, 12: 6 Tioi^aag aixd C^joexai h atno'ig — Lc. 10, 28: 

xovxo nolei xal C^ofj^^'^ 
3,20: 6 dk »eög «Fe ^cjtivI*» - Mc. 12, 29: äxove 'lagai^X, 

xvQiog ö deög ijjiidfv xvgiog elg ioxiv 



Parallelen außerhalb der Logia. 197 

4,31; oix iafjihf nmdloxfjg tixva, diXä tfjs iXev^igag — 
Mt. 17,26: ägaye Hevi»eQol eloiv ol vloL^^^ 

Der Brief an die Römer. 

1,1: dupoDQiöfiiyog elg eiayyiliov i?«ot)^*® — Mc. 1, 14: 

xffQvaacjv t6 eiayyiliov d«ov 
1,3: xov yevofiivov Ix anigfiarog Aaveid — Lc. 20, 41. 

Mc. 12,35. Mt. 22,42: Xqigxöv ehai Aaveid vl6v^^^ 
1,14: 'jElXfjalv te xal ßagfiägoig — Mc.1^26: ij öi yvvii ^v 

1,16**: cfe öcoTi]Qlav navxl xcp TriaTcvovri — Mc. 16, 16: 6 

niorevaag acodijaerai ^** 
2,13: ol 7ioii]Tal vöjliov öixaim^i^aovxat — Lo. 10,28: 

tovTO nolei xal C^^JfJ^^'' 
2,21.22: 6 xtjQvaaayv ßii] xlhneiv xlijiTeig; 6 Xiya>v fiij 

jiioix^^ty fJiOixeieig; 6 ßdeXvaoöfjierog tA eUkoXa UqO' 

avXelg; — Mt. 23, 3: nävxa oiv öaa Idp Btnoyaiv ifuv 

noirjaare xal rrjQeire, xarä dk rä Mgya ait&v fiij 

noiehe ^** 
3,30: cFff 6 #6(Jgi*<> - Mc. 12,29: xigiog 6 ^edg ifi&v xv- 

Qiog elg lativ 
4, 20: oi diexQldri xfj äniotlq, *' -— Mc. 9, 24: Tuarevco' ßoifj^ei 

fiov Tfj äniatlq, 
8,21: ^ xrlaig lXev'9eQ(0'&riaexai .. elg xijv IXev^egiav 

Ttjg dö^tjg Tcbv rixvcov tov dcov — Mt. 17, 26: ägaye 

iXev&eQol elotv ol vlol^^^ 
9,3: vJtkQ Twv ddeX<pü}v fiov xibv avyyev&v fiov xaxA 

adgxa — Mc. 6, 4: xal Iv xoTg ovyyevevaiv aixov^^^ 
9,33: Idov xl^fu . . nhgav axavöäXov — Mt. 24, 10: xal 

x6xe axavdaXio'&'fiaovxai noXXoi^^ 
10,5: xriv dtxaioavvrjv xijv Ix vdfxov 6 Ttoirjoag iv&QOinog 

Ci^oexai iv aixfj — Lc. 10,28: xovxo noieixal C^f^tJ^^'' 
10,17: ij Tilaxig li äxotjg, i} di dxoij diä ^rj^xog Xqioxov 

— Mc. 7, 35: ^volytjoav avxov al dxoai^^^ 

11,7: ol dh Xoutol inoQco^vjaav^^^ — Mo.dyb: Inl xfj jrco- 

Qcoaei x'^g xaqdlag avxa>v 
11, 25: TKOQoyaig änd fUqovg x^^IöQaijX y^yovev^*'^ — Mc. 3,5: 

avvXvnovfJLevog hd xf\ nogwaei xfjg xaqdlag aixwv 
11,30.31: vvv ök ^Xerj^tjxe ... tva xal aixol yvv iXeri^&air 

— Mc. 5, 19: Saa 6 xvQiög aoi nenolrjxev xal fjXitjaiv ae ^* 



138 Resch, Panlinifiinas. I. Textparallelen. 

12, 3: tk xb aaxpQOveiv — Mc. 5, 15. Lc. 8, 35: aioq>QO^ 

14, 15: fAti Tö3 ßgcö/uarl oov bceivov äjiöXXve — Mt. 17,27: Tva 

ök ßii] oxavdallao} fxev •^ avrovg 
15,16: legovQyovvra xd evayyiXiov xov ^«otf — Mc. 1, 14: 

HtiQvoowv t6 evayyiliov xov ^eov^^^ 
16,16: al ixxXi^olai näaai xov Xqioxov^^^ — Mt. 16, 18: 

obeodoßArjoü) fiov xtjv ixxXf]alav. 



4. Die Briefe an die Colosser und an die Epheser. 

Der Brief an die Colosser. 

1,23: xov eiayyellov •. tov xriQvx^ivxog iv ndajj xxlaei 

— Mc. 16, 15: xt]Qv(ax€ x6 eiayyiliov . . ndofi xfl 

xxlati^^^ 
1,29: xaxäxiiv iviqyeiav aixov xfjv ivegyovfiivijv Iv ißiol 

iv dvvdjLiei — Mc. 6, 14. Mt. 14,2: xal öid xovxo iveq^ 

yovGiv al dvvdfieig iv aix0.^^^ 

Der Brief an die Epheser. 

1, 13: x6 eiayyiliov xrjg acoxrjglag ijLubv, iv (j5 xal niaxtv^ 

aavxeg iaq)Qayla^i]xe^^^ — ^c. 16, 15. 16: xYiQv^axe x6 

evayyiXiov . . 6 niaxevaag xal ßanxia^elg aa>^i^aexai 
1,20: xa'&laag iv öe^iq avTov — Mc. 16, 19: ixd^iaev ix 

de^icbv xov dcov^*® 
3, 20: xaxä xtjv dvvafiiv xfjv ivegyov/Mivfjv iv ^/luv^^^ — Mc. 

6,14. Mt. 14, 2: did xovxo iveqyovoiv al dvvdßAeig 

iv avx^ 
4, 12: elg olxoöojuijv xov awßAaxog xov Xgioxov — Mt. 

16, 18: olxodofATjao} fxov xijv ixxXtjalav^*^ 
4,18: öiä xrjv JKogoyotv x^g xagdlag a<iTd>v^'' — Mc. 3, 5: 

inl xfj jicogcüaei xijg xagdlag avxcbv 
5,2: ö Xgioxög ^ydnrjaev v/*aff "® — Mc. 10, 21 : 6 dk 

*Itjoovg ijLißXitpag ainip ^ydni^aev abx6v, 

5. Der Brief an die Philipper. 

1,16: elg inoXoyiav xov eiayyeXlov^^ xeT/uiai — Lc. 12,11: 
ßii] /üLegtßAVfjarjxe, na>g ^ xl dnoXoyijafja^e 



Parallelen außerhalb der Logia. 139* 

1, 18: Tikiiv 8x1 navrl tgönq), ehe 7tQoq>doei äie ältj^etq, X^undg 
xarayyÄUCTat "« — Mc. 9,39. Lc. 9,50*: 6 dk 'Itjaovs 
ehtev juij xcoXtiete airtdv' aödelg ydg laziv 8g noiijaee 
dvya/Mv Inl x(p ivö/iarl fwv xal dwifjoetai raxv Ttaxo^ 
XoyijacU fu — Mc. 9,40. Lc. 9, 50**: Sc yäq obx lativ 
xaO"^ ij/icöv, vTiig ^juUdv iaxiv 

1, 19: tovt6 fAoi änoßi^asTai elg aontjQiav — Lc. 21, 13: 
änoßriaexai ifiiv elg fxagftvqiov^^^ 



6. Die Pastoralbriefe. 

Der erste Brief an Timotheus. 

2,5: elg yäq^edg^^^ — Mc. 12,29: xvQiog 6 ^edg fifiwv 

xvQiog elg iariv 
d^\6^^: IxfjQvx^fj ^ l&veaiv, iniarev^fj h x6afA€fi^^^ — 

Mc. 16, 15. 16: nogev^ivteg elg rdv xöofjiov änavxa xri^ 

Qv^axe xb ebayyihov ndofi xfj xxlaei' 6 niaxeioag . . 

ooy^aexcLi 
3,16': &velYifi(p»ri iv ^(Jf;; "« - Mc. 16, 19: äveX^/ntp^ri 

elg xöv ovQavöv.^^^ 

7. Die paullnischen Beden in der Apostelgeschichte. 

16, 18: naQayyHXco ooi iv 6v6fxaxi *Ifjao€ Xgiaxov i^el^eXv 
&ji avxtjg — Mc. 16, 17: iv övößiaxl fxov daifidvia ix- 
ßalovaiv^*^ 
20, 10: piij ^oQvßeia^e - Mc. 5, 39: xl »oQvßeXa^e^^^ 
27, 34: oidevbg ydg vpicbv '&qIS djib xtjg xeq>alYJg dnoleXxai 

— Lc. 21, 18: xal '9qI( ix xfjg xetpaXtjg vfiwv oi /uiif 
dndlfjxai.^*^ 

8. Der Brief an die Ebräer. 

1,3: Ixd&iaev iv öe^i^ xijg ßieyaXcoavvtjg iv ixptjloXg 

— Mc. 16, 19: ixd^iaev ix öe^itbv xov ^eo€^^^ 

1, 13: ngdg xlva dk xcbv äyyilcDV elgtjxiv noxe' xd^ov ix 
öe^icbv fAOv, icog äv ^(b xovg ix^QOvg aov ino- 
nddiov xQ}v Jioöcbv aov^^^ — Lc. 20, 42. 43. Mt. 22, 
43. 44. Mc. 12, 36: xal aixdg Aaveld iv jtvevfioxi xaleT 
aixdv xvQiav HycüV ehtev x^Qiog x^ xvglq) fwv' xd9ov 



140 Reeeh, Paulinismus. I. TextparaUelen. 

Sm deit&v fiov, l(og äv ^d> roig ix^Qoi^ oov ino- 

HdxcD t&v noda>v aov 
%4: lßeßa$(60fi, ovvtnifAaQxvQO^vxog roi} ^eov at]- 

ßAelois *** xe xal xigaaiv x<ü noutüaig dvrifAMiv — Mc. 

16,20: xov xvqIov avvegyo^vxog ual xbfv iöyov ße- 

ßaiovvxos dtä xQ}v bioxoXov^oihnoDv afffielivv 
fi,7: deiljaeig xe xal IxextjQlag ... /lexä xgavy^g^^^ 

taxvQctg xal daxgiicDv ngoaeviyxag — Lo. 22, 44: 

yev6/ievog h äycavlq ixxeviaxegov ngoarjiix^'^^^^^ 
8,1: Ixd^iaev iv defi^ toi) ^gövov x^g ßjieyalcoavvtjg 

— Mc. 16, 19: Ixd^iaev Ix Öe^i&v xov ^bov^^^ 
10,12: ixd'&iaBV iv defiq, xod tfeov — Mc. 16, 19: ixd^iaev 

ix deitöv xov d«ot;^*^ 
tO, 13: ia}g xe0&aiv ol ix^gol aixov inondöiov xa>v no- 

da>v avxov^^^ — Lc.20, 43. Mc. 12,36. Mt. 22,44: Icog 

äv ^& xohg ix^govg aov i>non66iov x(bv noi&v aov 
10,27: ipoßegä ii xtg ixdox^ x^/a«a>ff ^®'' — Lc. 21, 26: äno- 

xpvx6ivxa)v dv^gc&ncov dnö tpdßov xal ngoaöoxlag xa>v 

inegxafJiivmv xfj otxovfiivfi 
12, 2: iv de^i^ xo€ ^gdvov xov ^eov xexd^ixsv — Mc. 16, 19: 

ixd^iaev ix ie^i&v xov ^eoif^^^ 
12, 3: xifv xoiavxfjv ijio/uiepLeyfjxöxa ind xwv &fÄagxa}la>v elg 

iavxbv ävxdoyiav^^^ — Lc. 24,7: dd nagado&^ai eig 

X^^<^^ dv^gconojv &fAagxo)ld>v. 



C. Paolinische Agrapha- Parallelen. 

1. Die beiden Thessalonlcherbriefe. 

Der erste Brief an die Thessalonicher. 

1,3: fivrifjLOvevovxtg vfi(bv xov Igyov x^g nioxeoig xal xov 
xdnov xfjg äydjitjg xal xtjg vnoßjiovijg xtjg iXnliog xov 
xvglov fjfjUbv 'Itjaoi) Xgiaxov — Macar. Hom. XXXVII. 
init.: xov xvglov kiyovxog' ini/usleio^e Jitoxecog xal 
iXnlöog, dC &v yewätai ij . . dydni]^^^ 

3,4: ngoeUyofisv ifuv Sxi /liXXofiev ^Xlßea^ai — Barn. 
VII, 1 1 : oSxo), q)tjolv, ol ^iXovxig fie Idetv xal äxpaa&ai 
fiov xtjg ßaaiXelag dtpelXovoiv ^Xißivxag xal na- 
^örrag XaßeTv jue^^* 



Agrapha • Parallelen. 1 4 1 

3,5: fiij n(og iTisigaoev vßiäg 6 jrc^^dfcüy^®* — -^27, 35 
= Hom. Clem. 111,55: (bg al yQa(pal Xiyovoiv, l(pfj* 
6 novtjQÖs ioTiv 6 TteigdCcov 

5, 2: aixol yäg ixqißmg oidaxe Sri fffiiga xvqIov ihg xli^ 
nzfiQ iv vvxrl ovtok ?^;f€Ta«^** — ^ 18, 5 = Epiph* 
Haer. LXIX, 44: rd in avxov lov xvqlov elgtifii- 
vov , . . <bg yäg ifjarijg iv vvxrl ovroag nagaylverai 

5,8: hdvodfuvoi ^d>Qaxa niareaDs xal äydjitjg xal tuqi- 
xeqxilaUxv iXnlda^^^ — Macar. Hom. XXXVII. init.: 
xov xvqIov iiyovTog' ini/ielda&e nlaxecog xal 11- 
nldog, dl &v yewäzai ^ . . äydnrj 

5, 15: ogare firj ng xaxdv ävil xaxov ttvt änod^^'^^ — ^ 
6, 30 = Ad Acta Phil. c. 3 (Tischend. Apoc apocr. p. 147): 
elnev 6 acotiJQ . . . xarÜLEuiag t^v ivxokiqv fjiov xai^ 
xtjy juovov xov fii} dnodovvai xaxdv ävxl xaxov 

5,19: xd nvevfia jüifj oßivvvxe^^^ — ^ 27^1% = de aleai 
c. 3: monet dominus et dieit: nolite contristare spi* 
ritum sanctum, qui in vobis est, et nolite extinguere 
lumen, quod in vobis effulsit 

5,21.22: Tidvxa dk doxi/idCexs, xd xaiov xaxixBxe' änd 
navxdg eldovg novi]Qov änix^o^e^^'^ — yiiS^i.b = 
Orig. Opp. m, 852 : quod ait (Christus): Estote pru- 
dentes nummularii, et illud quod ait: Omnia pro- 
bate, quod bonum est tenete, ab omni specie 
mala abstinete vos. 

Der zweite Brief an die Thessalonicher. 

3, 10: TiaQtjyyiiJio/uv vfuv öxi d xig oi ^elet igydCso^aiy 
fAtjdk io^iixco^^^ — Pseudo-Ign. Magn. c. 9: 6 fiij 
igyaC6ßjievog yäg fii} io^iixo)' iv Idgani ydg xov 
ngoofbnov aov <pdyfj xdv ägxov aov, (paol ydg xd köyia. 



2. Die beiden Corintkerbriefe. 

Der erste Brief an die Corinther. 

1, 10: ßiij fi iv v/juv axio/iaxa^^^ - ^31, 18 = Didasc. VI,5: 
d>g xal 6 xvgiog xal ocDxijg ^fiwv Itprj oxt laovxai 
algioeig xal oxiofiaxa 



142 Resch, Paulinismas. I. Textparallelen* 

1,25: r& äa^evkg xov ^eov laxvgöreQov x(bv äv^gtoTicov^^* 

— ^ 27 j 11 = Judic. Petr. c. 26: ngoileye yäg fj^Xv, 
8xe idldaaxev Sri. xo äo^evig dia xov loxvQov 
aoy&iflöexai 

2,9: xa'9d>g yiyganxai' ä dtp^aXfxdg oix eldev xal oig 
ovx ffxovaev xal inl xagdlav äv^Qibnov ovx dv- 
ißri, 8oa fixolfiaoev 6 '^eög xoTg äyan&aiv aixöv^^^ 

— A 25, 39 = Mt. 25, 46. Conßt. YII, 32: ol dk dtxaioi 
Tioqevoovxai slg C^ijv ak&viov xXrjQOvofiovvxeg ixdva, 
ä 6(p^aXfi6g oix eldev xal oig oix ijxovaev xal 
inl xagdlav äv^gconov oix ävißfj, ä "fjxolfiaoev 6 
^eog xoXg äyancöoiv aixöv,^^ xal ;|^(z^aovrai iv xfj 
ßaotXelq. xov tfcav** 

2,15: 6 dh Ttvev/Mixtxdg [seil, äy&goyjiog] ivaxqlvei ndvxa^^'^ 

— ^ 28, 4 = Orig. Opp. DI, 815: döxtfiog xQajieClxrjg xal 
eldcbg ndvxa doxifid^eiv 

3, 16: xb Tivevfia xov '&eov olxei iv ijbiTv^^^ — A 27, 16 = 
de aleat. c. 3: spiritum sanctum, qui in vobis est^''^ 

4,1: olxovdfiovg jiivaxrjQlwv ^eov ^^^ — Hom. Clem. 
XIX, 20: fjLefivrifjLe'^a xov xvgiov fjfiaiv xal dida^ 
axdXov, d>g ivxeXXdfievog elnev ^/iiV rd fjLvoxrigia 
ifwl xal xolg vloTg xov oXxov fiov (pvXd^axe 

■[6,17: 6 dh xoXXw/ievog x^ xvgUp Sv Ttvevfid ioxtv^^^ — A 
28,62 = Clem. Rom. I, 46, 2: yiyganxai ydg' xoX- 
Xäa^e xoTg äyloig, 8xi ol xoXXcojüievoi avxolg äyiao- 
^i^oovxai] 

7, 14: fiylaaxai ydg 6 dv^g 6 äniaxog iv xfj yvvcuxt, xal 
fiylaaxai fi ywij ^ äniaxog iv xcp ddeXq>0' ijiel Sga 
xd xixva vfuav . . . äyid iaxiv^^^ — A 28, 62 = Clem. 
Rom. I, 46, 2: xoXXäa^e xolg dyloig, 8xi ol xoXXxofievoi 
aixoig dyiao^tjoovxai 

8, 5: ehe inl yfjg, &ojteg elalv '&eol noXXol xal xvgtoi noXXot 

— ^ 27, 2 = Clem. AI. Pragm. § 20: deandxai ydg 
inl xijg yrjg^^^ 

9, 22: iyevößjifiv xolg do^eviaiv da^ev^g, Tva xovg do'&e- 

vetg xegdi^oo}^^^ - A 27, 10 = Orig. Opp. HI, 573: 
did xoig da^evovvxag ^c&ivovv 
[9,25: htetvoi .. tva ip&agti>v oxitpavov Xdßwaiv, fifMelg öi 
i<p&agxov — A 27, 49 = Act. Phil. p. 147: aixög ydg 
bmv 6 XafAßdvo)v x6v axitpavov xfjg ;fa^dff]*®* 
1 15: dK q>Q0vlfA0ig Xiyo)' xgtvaxe ijuelg 8 gwj/u^" — A 



Agrapha - Parallelen. 1 43 

28, 4 = Cyrill. Alex, ad Jes. in, 3: ylveo^e (pQÖvi/uioi 
TQOTieChai, Tiärta doxifidl^exe 

11, 18.19: ixov(o oxlo^aTa h ifuv vndqxeiv, xal ßjiigog u 

Tuaxevco' dei yäg xal algioeig h ifuv elvai — ^ 
31,18 = Just. Dial. c. Tr. c. 35: Scovrai oxtofAaxa xal 
algiaeig^^^ 
11,26: öodxis yäg idv io'&itjTe rdv ägtov rovrov xal xd 
norrJQiov jiivtjTe, rov '^dvaxov xov xvqIov xaxay- 
yiiXexe, Sqxi ov H^/y ii«-^32, 21 = Const. YHI, 12: 
öodxig ydg idv io'&lrjxe xdv ägxov xovxov xal xb 
noxijQiov xovxo nivrjxe, xdv ^dvaxov xbv ifibv xaxay^ 
yiXXexe, äxQig &v tX^o}^'^^ 

12, 31: C^kovxe dk xd xctQ^o/iaxa xd ful^ova^^^ — Macar. Hom. 

XXXVll. init.: inifjLeXe'io'&e nCaxecog xal ihildog, di 
&v yewäxai . . ^ dydnt] 

13, 4: ij dydjirj . . ;f^i7aT€V6Ta* ^' — -^ 6, 46 = Clem. Rom. 

1,13,2: ihg xQ'^oxeveo'^e^ ovxa>g xQ^oxev&^oexai vjmv 
13,4.7: ij dydjitj . . Jidvxa nioxevei, ndvxa iknil^ei^^^ — Macar. 

Hom. XXXVn. init. : InifAeXeio'&e nioxeoyg xal iknidog, 

dl cav yewäxai . . ij dydjit] 
[13, 12: /3>U;ro/i£v ydg äqxi di iaÖTcxQov^^^ — J)e duob. mont. 

c. 13: ita me in vobis videte, quomodo quis vestrum 

se videt in spcculum] 
13, 13: wvl dk fjUvei nlaxig, ikjilg, dydTirj, xd xqla xavxa' 

fiet^(ov dk xovxwy ^ dydmj^^^ — Macar. Hom. XXX V IL. 

init. : hufxeXeio'^e Jiloxecog xal iXnidog, di &v yewäxai 

ij (piXd'&eog xal q)iXdv&Qcojiog dydTZt], ij xr]v alcoviov 

Ccorjv nagSx^^^^ 
14,1: dic&xexe xijy dydjnyv^*' — Macar. Hom. XXX VH. init.: 

inifiekeTc^e . . . . ^ dydjirj 
16,13: xqaxaiovü^e^^*' - A 27,38 = Old English Hom. 

p. 151: estote fortes = Ivdvvafiovo'&e, 

Der zweite Brief an die Corinther. 

5, 1. 2: olxodo/irjv ix 'deov ^;^o/i€v, olxiav dxBiqonotqxov aldrviov 

iv xoig ovQavoig — A 27, 48 = Just, resurr. c. 9: xa^äyg 

.etgrjxev iv ovgavcp xijv xaxolxrjoiv fjfx&v indqxeiv^^^ 

5, 21: xbv fii] yvövxa dfiagxlav — A 13, 34 = Job. 8, 7: 6 
dva^dqxrixog ificbv'^^^ 

7, 10: fi ydq xard '9edv Xvnrj fxexdvoiav elg ocoxrjglav d/us- 



t44 Reach, Paulinismus. I. Teztparallelen. 

jafiHfitov iQydZtxaC ff 6h xov xöofwv ivnrj ^dvarov 
xaregyäCeTai — Hieron. in Ezech. 16, 52: Tale quid et 
illud evangelii sonat: Est confusio, quae ducit ad 
mortem, et est confusio, quae ducit ad vitam^*'' 

8,8: rd rfjs v/Jieiigag äydjirjg yv^oior doxißAdCov^^'' — ^ 
28, 4. 5 = Orig. Opp. III, 815: ndvxa doxi/utdCeiv xal 
x6 fikv xaXdv xajixsiv , 

11, 2: ^Qßwadßxfjv ydg ifJLog ivl dviql Jiag'&ivov . . T<p XQunq> 
-- A 27, 51 = dem. Rom. 11, 12, 2: ixav form . . xb 
ägaev ßiexä xfjg ^tjXelag^^^ 

12,4: fjxovaev äQQfjxa i^fjuixa, ä ovx l^iv dv^Qibntp ka- 
Xfjoai^^ - A 25, 38 = Const VII, 32: 8 . . oig ovx 
ijxovoev xal Inl xagdlav dv^Qchnov ovx dvißff 

12, 18: oi x0 avx(p nvevfiaxi negtenaxiljoaßjiev ^'* — A 27, 15 
= Ephr. ed. Mos. p. 63: qui spiritu dei ambulant, 
hi Bunt filii dei 

13,4: laxavQ<a&fi i( da^evelag^*^ . . . xal yäg f^fulg da^e- 
vod/iev h aixip, dXXä C^owjmv avv avxtp — A 27, 10 
= Orig. Opp. in, 573: xal 'Itjaovg yovv q)fioiv' did 
xovg do'&evovvxag ^a^ivovv 

13,5—7: iavxovg nBiqd^exe . . iaxnobg doxifxdCexe . . et firixi 
ddöxißjiol laxe . . . fi/i^lg ovx iofikv ddöxißjioi . . . ijfulg 
dk d}g dddxifÄOi &fXBv — Didaso. 11, 8: Xiyet ydg ^ 
ygatpr}' dvijQ ddöxifiog dnelQaaxog.^*^ 



3. Die Briefe an die Galater und an die Römer. 

Der Brief an die Galater. 

2, 18: el ydg ä xaxikvoa, xavxa JidXtv olxodoßiO), nagaßdxtjv 
ifiavxöv avviaxdvo) ^'^^ — ^ 5, 22 = Cod. D ad Lc. 6, 4 : el 
dk fii] oJdag, buxajdqaxog xaX naQaßdxrjg el xov vöfiov 

3,8: ix maxeoyg dixaioX xd g^vt] d *«<Jg^«» — ^ 27, 33 == 
Const. 11,60: ncbg dk oixl >cal vvv iget x0 xoiovxq> 
6 xvQiog' idixaico'&rj xd l'&vrj inhq i/mg 

3,10: 8ooi ydg iS igyojv vdfAOv etolv, vnö xaxdqav etolv^'^^ 
— ^ 5, 22 = Cod. D ad Lc. 6, 4: et dk ßxij oldag, Int- 
xaxdgaxog . . el 

3,20: 6 dk ßieaixtjg ivög ovx Icxiv^^^ — AT1^h\ = Clem. 
Rom. n, 12,2: avxbg 6 xvQiog . . ehiev' oxav iaxai xd 
dvo iv 



Agrapha- Parallelen. 145 

3, 28: oix fvi ägoev xal '»rjXv^^^ — ^ 27, 51 = Clem. Rom. 

n, 12,3: oCtc ägoev oire '9fjlv 

4, 21 : Jiiyeti fAoi, ol vnd vö/üiov 'dikovreg elvai, xdv vdjAov oinc 

ixo/iext ; ^'^^ 5,1: rfl iXev^egtq, ^fiäg Ägiotög ^Xev^i- 
Qcooev oxrjxext ovv xal ßjii] ndXtv Cvy0 dovlelag Iv- 
iXBO&e — Clem. AI. Strom. VI, 6, 44: el yäq dio/iioi fikv 
*IovdaTot, Iq)^ &v xciX 6 xvQiog* l^iX^ere, elnev, Ix 
Tcbv deofiQJV ol ^ikovTcg^'^^ 

5,5.6: ix nlorecDg iXjzida dixaioavvtjg &nexd£x^f^<^' l^ y^Q 
Xqioxcp 'Irjoov . . loxvei . . nlaxig dC äydni]g Iveg- 
yovfxhrj ^'^ — Macar. Hom. XXX V 11. init.: xov xvqIov 
kiyovTog* hu/i^leXo&e nloxeoag xal iknldog, di c&v 
yewäTai ^ (pdideog xal qjiXdr&Qwnog äydni] ij zijv 
aUbviov Ccoijv nagixovoa 

5, 16. 18: nvevfiaxi neQinaxeXxe . . . nvBVfiaxi äyeo^e^''^ 
— ui 27, 15 = Ephr. Syr. ed. Mos. p. 63: qiii spiritu 
dei ambulant, hi smit filii dei 

5,17*: ij yäQ aägS ini'&vfitX xaxä xov nveifAaxog, x6 6h 
Tiyevfia xaxä xijg aaQxdg . . . v. 19.21: xä Sgya xrjg 
oaQxög . . . (p'&övoi — Jac. 4, 5: fj öoxeTxe 5xi 
X€vd}g ^ yQaq)fj kiyei' TiQÖg (f^övov inmo^eX x6 
nvtvfia;^'^^ 

5,19.20: xä igya x^g aagxög .. dixooxaolai, algioeig^^^ — 
-^31, 18 = Just. Dial. c. Tr. c. 35: eine ydq . . . ioovxm 
oxf'Ofxaxa xal algioeig 

5,25: el Co^fiev nvcdfiaxi, nvevfiaxi xal oxoixfö^ev^*^^ — 
^ 27, 15 = Ephr. Syr. ed. Mos. p. 63: qui spiritu dei 
ambulant, hi sunt filii dei. 

Der Brief an die Römer. 

2, 1»: & äv^QQyne . . 2, 3: (5 äv^gcoTte — ^ 5^22 = Cod. D 

ad Lc. 6, 4: äv^gcone^'^^ 
2,1^: xd ydg avxä ngdooeig 6 xqIvcov^^^ — -^ 13, 34 = Joh. 

8, 7: 6 dvafAdgxrjxog vjucbv nganog in* avxijv ßaXixa) 

U^ov 
2, 15: x6 Iqyov xov vdfiov yqanxbv iv xaXg xagdUtig — ji 13,35 

= Joh. 8, 6. 8: {yqafpev ek ffjy yfjv^^^ 
2,15: avvfiaQxvQovatjg aixcov x^g avveidijoewg^^^ — ^ 

13, 36 = Joh. 8, 9: vnö x^g ovveidi^aeQyg iXeyxdfAevoi 
2, 15: fJLtta^i) dXXrjXmv xwv koyioßjicov xaxtjyogovvxwv — ^ 

Ttzteii.Uot«rBiichiiiigen. N. F. XII. 10 



146 Resch, Paalinismus. I. Textparallelen. 

13, 38 = Job. 8, 10: nov etaiv ixeivoi ol HaxfjyoQoi 

2, 18: doxifidCeig rd diacpigovxa ^^^ — u^ 28, 4 = Orig. Opp. 

m, 815: Ttdvxa doxifid^eiv xal x6 fjihf xalbv xarixeiv, 

äjiiyBO'^ai, di Tiavxdg etdovs novrjgov 
2,22: 6 Hycov firj fjLoixeveiv jLioixBveis^^^ — -// 13,30 = 

Job. 8, 3: äyovoiv . . . ol (poQioaXoi yvvauta hd ßioixsitjL 

xaxeikrififxivriv 
2,26: idv dk naQaßdrtjg vdfiov ^g^''* — ^5,22 = Cod. D 

ad Lc. 6, 4: naQaßdrrjg el rov vöfiov 
2,27: TtagaßdTfjv vcJ/iov"« — ^5^ 22 = Cod. D ad Lc. 6, 4: 

naQaßdxYiQ el rov vdfiov ^ 

3,8: xa&(bg (paolv riveg ^fxag keysiv 8x1 Ttoirjocoiiiev xd xaxd, 

Iva iMn xd dya^d^'^^ - ^ 24, 1. 2 = Hom. Clem. 

XTT, 29: xd dya'&d iX^eiv dei, fxaxdgiog di, qnjolv, 

dl o5 igxsxar 6/xo(cog xal xd xaxd ävdyxtj H^eTv, 

oval öh dl ov Sgxexai 
3, 30: S ^sög, Sg dixaicioei . . dxgoßvoxiav did Tiiaxecog — 

^ 27, 33 = Const. II, 60: iget . . 6 xvgiog' idixaico^rj 

xd M^vYj vTiiq vjüiäg^^^ 
4,15: ov dk ovx Scxiv röfiog, oidk jiaQdßaaig^'^^ — ^ bj22 

= Cod. D ad Lc. 6, 4 : el jukv oJdag xl noieig, fiaxdQiog 

eJ' el öh firi ... naQaßdxrjg el xov vdfiov 
5, 1 — 5: dixaioy&evxeg ovv ix Jiloxecog • . xavxco/ie&a hi iXnidi 

. . ^ äydjitj xov '&eov ixxSx^'^CL*^ i'^ faeff xagdlaig fffiibv — 

Macar. Hom. XXX VII: xov xvglov leyovxog' imfiekeia&e 

jiiaxeayg xal ikntdog, öi cBv yewaiai ij dydnt] ^•^ 
5,6: Xgioxdg övxcov ij/iow» do'&ev&v . . djiS&avev^^^ — ^ 

27, 10 = Orig. m, 573: xaVItjoovg yovv q)t]oiv 6id xohg 

do'&evovvxag ijO'^ivovv 
5, 15: ff x^Q^^ ^^ ^eov xal ^ dcoged h ;fc{^iT* — -^27, 19 = 

Const. VI, 18: t^v nag aircov daygedv juexd xijv xdgiv^^^ 

5, 17: ol xijv negiooelav xtjg ;f(i^iTOC xal xtjg dcogeäg xtjg di^ 

xaioavvrjg Xa/Jißdvovxeg — ^ 27, 19 = Const. VI, 18: djzo- 
Tcivoavxeg x^v nag' avxov daygedv juiexd xr]v x^Q^'^^^^ 
6,3: f} äyvoeixe 8x1 8001 ißanxio'&fjjüiev elg Xgiaxdv Utjaovv, 
elg x6v '&dvaxov avxov ißajixlo'&rjßiev;^'^^ — u^ 35, 48 
= Con8t. V, 7: Xaßövxeg ivxokijv nag' avxov xrigv^ai xd 
evayyiXiov . • . xal ßanxloai elg xov avxov '9dvaxov 

6, 6: xov fxrixixi dovXeveiv fifxäg xfj dfxagxiq. — ^ 13, 39 = 

Job. 8, 11: dnb xov vvv juitjxixi dfjidgxave^^^ 



Agrapha- Parallelen. 147 

8, 1 : oidkv äga vvv xaxdxQifxa roig iv XQunq> *Ifjaov — ui 
13, 38 = Joh. 8, 10: ovdelg ae xarixQivev;^^^ 

8,3: T& ySiQ ädivarov tov vößiov, iv qJ ^a^ivei dtä xtJQ 
oaQxög, 6 ^edg xbv iavrov vliv nifixpag — u4 27, 10 = 
Orig. Opp. in, 573: xal ^Itjoovg yovv (ptjaiv' did rohg 
äa&evovvTag ^c^irow^^^ 

8,4: nsQiTiarovaiv xarA nvevfia — ^27, 15 = Ephr. Syr. 
ed. Mos. p. 63: qiii spiritu dei ambulant^''* 

8, 9. 1 1 : v/i€ic dk oix lark iv oqqxI äUä iv nvevfiaxi, tXjieQ 
Ttvevfia ^eov olxeT iv vßiTv ... el td nvevfia . . 
olxBi iv ifiXv — Jac. 4,5: ^ doxeire, Sri xev&g ^ 
yQafpii Xiyei' TiQÖg q)&6vov intno^ei x6 nvevfia, 8 
xarcpxioev iv ^fiTv;^'^^ 

8, 14: 5ooi ydg nvev/iari ^eov äyovTai, ovroi vloi etaiv 
^eov^'^^ - ^ 27, 15 = Ephr. Syr. ed. Mob. p. 63: qui 
epiritu dei ambulant, hi sunt filii dei 

8,33: rlg iyxalioet xatä ixXext&v tfcoi;;^** — ^ 13,38 = 
Joh. 8, 10: Ttov elaiv ixdvoi ol xax^yoQol oov; 

8, 34: xig 6 xaraxqivwv; XQiardg . . . ivtvyxdvei ijikg ^/xojv 

— ^ 13, 39 = Joh. 8, 11: ovdk iyci oe xaxaxqtvto *•• 
8,38.39: ovte ^dvaxog oüte Ca>^ .. dwi^oetai fifxag xcDQiaai 

&n6 Ttjg äydnrjg tov ^eov — Macar. Hom. XXXVII: ^ 

qHiö^eog . . äyäntj ^ xijv aldvtov f ew^v TuiQixovaa^^^ 

11, 30. 31: vvv dk ^Xeij^rjxe . . . Tva xal aircol vijv iXetj^öaiv 

— ^ 6, 44 = Clem. Rom. I, 13, 2: iXeäxe, xal iketj^i^" 
oea^e ^® 

12,2: elg xd doxifAd^eiv ifiäg xl x6 ^ikrj/Mi xov ^eov xd 
dya*<Jyi57 _^28,4.5 = Orig. Opp. HI, 815: Jidvta 
doxi/idCetv xal x6 fikv xaköv xaxixeiv 

12,17: jbirjdevl xaxbv ivxl xaxov d^odtdcJvTfic^*' — -^6, 30 
= Polyc. ad Phil. 11, 2: fii] dnodldoxe xaxbv ävxl 
xaxov 

14,5*: bg fikv yäg xqIvbi ^/jiSgav nag' ij/jiSgav, 8g 8i xglvei 
näoav ^juiigav — ^ 5, 22 = Cod. D ad Lc. 6, 4: ^ea- 
odjLievdg xiva igya^ö/ievov x^ aaßßdxq)^'^^ 

14, 5\6: Ixaoxog iv xtp ldlq> vot jiXrjQoqjOQela^o}' 6 tpQovwv 
xijv fiixigav xvgtxp (pQoveX — u</ 5, 22 = Cod. D ad Lc. 
6,4: el ßikv oldag xl noieig, fAaxdgiog fiP''* 

14, 14: ol8a xal Jiijieia/Jiai iv xvgUp Irjoov ^''^ — -^ 5, 22 = Cod. 
D ad Lc. 6,4: el fikv oldag xl noieig, jMJLxdgiog el 

14, 17: ^ ßaaikela xov '&eov . . . ;ua^(f ** — ^ 25, 39 = 

10* 



148 Resch, Paulinismus. I. Textparallelen. 

Const. VJLl, 32: xal x^Q^<Jovrai h xjj ßaaiXetq, rov 

14,22.23: fAaxdgios 6 /lij xglvfov iavriv h (^ doxi/id^ei* 6 
dk diaxQivdfjtevog idv <pdyfi xaraxixQixai, Sti aix 
ix TÜareoig* näv dk 8 oifx ix jiUnefog äfiagtla itnlv 
— ^ 5, 22 = Cod. D ad Lc. 6, 4: äv^gcoTie, et fihv 
oldag, xi noisXg, /laxägiog eJ' et dk /uiij oJdag, im-- 
xaxdqaxog xal naQaßdxrjg el xav vdfiov,^'^^ 



4. Die Briefe an die Colosser und an die Epkeser. 

Der Brief an die Colosser. 

1,4.5: dxovoavxeg x^v nloxiv ijiuov iy Xqujx^ 'Irjoov xal x^ 
dydnfjv, fjv E^exe elg ndvxag xovg dylovg did xijv H~ 
nida xijv dnoxeifiivriv ifuv iv xoig ovgavoTg, f]v nQorjxov- 
aaxe iy x0 Xöyq) x^g dXri&eiag xov edayyeXlov — Macar. 
Hom. XXXyn. init.: xov xvqIov liyovxog' im/iieXeia^e 
7itoxeQ)g xal iXnidog, di &v yewaxai ij . . dydwi;^** 

[1,22: dnoxaxi^XXaiev iy xcp oioiMzti xfjg oagxdg aixov did xov 
davdrot; — ^32,21 = Const 7111, 12: xdv ^dvaxoy 
xdv ifibv xaxayyiiXete\ ^''^ 

2, 16: fiii ovv xig vfiäg xQivixco . . . iv fjUgei ioqxfjg f\ vovfirjvtag 
fj aaßßdxwv — ^ 5, 22 = Cod. D ad Lc. 6, 4: ^eaod- 
fuvdg xtva igyaCdjMvov xcp oaßßdxq>^'^* 

3,1.2: xd ävü) fiyrciTC . . . rd ävo) (pqoveXxe, fjttj xd inl 
xfjg y^ff "' - ^ 17, 21 = Orig. Opp. ü, 560: d oQ)xijQ 
. . • (prjolv . . . alxeixe xd inovqdvia, xal xd ini~ 
yeia jiQoaxe&iljoexai ifuv. 

Der Brief an die Ephcser. 

1,4: i^eli^axo ^ifiäg iv avxcp ngb xaxaßokijg xdafiov^*^^ 
— Ephr. Syr. ed. Mos. p. 50: sicuti dixit: elegi vos 
antequam terra fieret 

1, 15. 18: dxovoag xijv xad'' ijüiag nloxiv iv xcp xvQUp*Ii]aov xai 
x^v dydntfv xijv etg ndvxag xohg dylovg . . . efe x6 
etdivai vfiag, xlg ioxiv ij iXnlg xtjg xXi^oeQ}g aixov — 
Macar. Hom. XXX V 11. init.: xov xvqIov Xiyovxog* 
inifieXelo^e nloxewg xal iXnldog, di 3yy yewaxai ij 
ipiX6&eog xal q>iXdv^QO}nog dydnrj^^^ 



Agrapha-Parallelen. 149 

1, 18. 19: rfe 6 nXovros r^Q dö^vjg r^g xltjQovofilag aixov 
iv TOig äyloig, xal xl x6 ineQßdXlov ßiiye^og^'^^ — 
^ 27, 12 = Macar. Hom. Xu, 17: 6 xiigiog Ikeyev 
airoig' xt ^av/MiCexe xd arjfieia; xXrjQOvo/ilav fityd- 
Xtjv dldfOfAi ifxTv, fjv oix Ix^^ ^ xdöfiog 5Xog 

2, 14. 15. 16: 6 noi^oag xä äßxq)6xeQa & . . tva xohg düo xxhfi 
h airtcp elg iva xaivbv äv&Qtonov . . xal änoxanaXidijj 
xovg ifAtpoxiQovg iv ivl acAjMXti x^ ^€0 diä xov 
öxavQov — ui 27, 50. 51 = Olein. Rom. II, 12, 2: inego)- 
xrj^elg aixdg 6 xiigiog inö xivog, nöxe fjiei aixov ^ 
ßaodela, einer' &tav Scxai xä dvo iv^^^ 

3, 7: xarä xijv dcogeäv x^g x^Q^'^^^ ^^ tfeoi;^** — -^^27, 19 

= Oonst. VI, 18: 6 xvQiog . . . äneq>^vaxo XiycDv . . . 
xfjv naq aixov doogedv fjiexä xijv x^Q^'^ 

3, 15: TtQÖg xhv Ttaxiga, iS oi näoa naxQiä iv oigavoTg 
xal inl y^g dvojüidCexat ^^^ — ^ 27, 2 = Clem. AL 
Fragm. 20: ädeXtpol fiov ydq, q)i]olv 6 xigiog, . . . iv 
oigavoig 6 naxifjQ, i( ov näoa naxgiä Iv xe oiga- 
voig xal inl x^g yfjg 

[3, 17: xaxoucrjoai xhv Xqujxöv diä xtjg nloxeoig iv xoXg xagdiaig 
ijbtojv, iv äydnfj iggi^fOfiivoi . . CoL 1,27: Xgunög iv 
ifuv, fi iXnlg xtjg dcJfiyc]"* = Macar. Hom. XXXVII. 

4, 3. 4. 5: ävexd^evoi dXXifjXmv iv dydnj] . . . ixXirj^xe iv fu^ 

iXnldi xtjg xXrjoeoyg i/uL&v . . juUa ntoxig^^^ — Macar« 

Hom. XXX Vn. init. : xov xvglov Xiyovxog' imfieXeuj&e 

nloxeo)g xal iXnldog, dC &v yewarat ^ q)iXMeog xal 

(piXdv&QOinog äydnrj 
4,7: ivl ixdaxq) ^jiubv idd&tj ^ X^Q^^ xaxä x6 juUtqov x^g 

do)Qeäg xov Xqioxov — ^ 27, 19 = Const. VI, 18: x^v 

Tiag aixov doigedv /lexd x^v x^Q^'^^^^ 
4, 17: jbirjxixi vfmg neginaxeXv . . iv juaxatdxrjxi xov vodg aixcjv 

— -// 13, 39 = Joh. 8, 11: nogevov dnd xov vvv ßifjxixi 

ä/zdgxave^^^ 
4,26: 6 fjXiog fii] inidvixco inl nagogyioficp 5/iö)v^®^ — 

u^28, 43 = Dial. de recta fide p. 813: 6 dk xiigiog 

äya&dg &v Xiyer 6 tjXiog ßii] inidvixo) inl x^ 

naQOQyiOfi(p ificbv 
4,27: firidl dldoxe xönov t^ diaßSXq)^^^ - ^ 27, 36 = 

Hom. Clem. XIX, 2: xal äXXo'&i iq)rj . . . ßit] döxe 

nQ6q)aoiv xcp novriQcp 
4,28: xonidxoi iqya^dfievog xaXg Idlaig x^Q^^^ ^^ dya'^dv, 



150 Resoh, PanlinifmiiB. I. Textparallelen. 

äXXä xal Ttegl roiixov d^ efgi^xai' lögmodTco ij 
ikttiiAOOvvti aov ek xdg x^^Q^^ aov, ß^ixQ^s äy 
yv^g xlvi d^g 

4, 30: ßA^ XvneTxe x6 nvevfAa xh äyiov x6v ^eav, Iv cf 
ioipgaylo^flxB^^^ — ^ 27, 16 = de aleat. o. 3: nolite 
oontristare spiritum sanctum, qui in yobis est 

6, 1(^12: ivdvvQßiodo&e h xvqU^ aal h x^xQÖjei xrjg toxyog 
a^o0* iviiHHia^t xifv nainmliav xöv '9eov Jigdg x6 dt;- 
yaot^oi i/iac ax^voi n^dg'xAg fie&oiiag xov diaßöXov 
Sxt otV loTiy ^fih i} xdXtf ngdg clfia xai odgxa — ji 
27, 38 » Old English Homifiefl p. 151 ff.: Eaiote fortes 
in bello et pngnate cum antiqno aerpente, et ac- 
cipietis regnnm aetemnm, dioit dominus. ^^* 

5. ]>6r Brief an die PUllpper. 

1, 10: ttg xb doxi/itdCeir v/iag xä iiaq)iQOvxa^^'' — A 28, 4 
= Cjrill. Alex, ad Jes. TTT, 3: yiretrOe q>g6rifAOi xQonB" 
Cncu, ndvxa doxifxd^exe, x6 xaXdr xarixexe. And Jiavxdg 
ctöovg nortjQov djtixio'^e 

3, 12: 01(6x0) dk et xal xaxaXdßw, iq)' (ß xcd xaxtXifjfjKp'&riv 
inö Xqujxov 'Irjoov "* - A 27, 39 = Just. Dial. c. Tr. 
c. 47: did xal 6 ^fiixegog xvQiog 'Irjoovg XQiaxdg 
elnev' iv olg äv ifmg xaxaXdßw, Iv xovxoig xal xqivq} 

3,19: ol xä inlysia q)Qovovvx€g^'^'' — A \7j2\ = Orig. Opp. 
11,560: 6 ocoxijQ . . . (pr^aiv . . . alxeixe xä ijiovQdvta, 
xal xä Inlyeia TiQoaxe^oexai ifuv 

3,20: ^fiöv yäQ x6 noXlxevfAa Iv oiqavoig indQx^t'^^^ 
— A 27,48 = Just, de resurr. c. 9: xa^ibg etgrjxev 
iv oigavcp x^v xaxolxrjotv f^fxa^v indgxeiv. 

6. Die Pastoralbriefe. 

Der erste Brief an Timotheus. 

4,2: xexavoxrjQiaofiivcov xijv löiav avveldtjoiv^^^ — A 
13, 36 = Job. 8, 9: ind x^g ovveidi^o€Q)g iXeyx^fABvoi 

5,14: firidefilav ätpoQfirjv didövai xcp ävxixei/iivq)^^^ — 
^ 27, 36 = Hom. Clem. XIX, 2 : xal äXXo^i l(prj . . . 
fA^i 66xt nQdtpaoiv xc^ novtfQ^ 



Agrapha- Parallelen. 151 

6,8: ^;|^orT£c d^ diatQO<päg xal axendoßiara , rovrois ägxe^ 
a*iya<J/ie#a"'' - Epiph. Haer. LXXX, 5 p. 1072 A: 
xal' ägxerdv r^ igyaCo/Aivcp ^ jQo<pii aixov. 

Der zweite Brief an Timotheus. 

2,5: iäv dh xal äMfj tis, ov oreq^avovtai iäv ßAtj vojuUjLuog 
ä^X^on "« - ul 27, 49 = Ad Act. Phil. p. 147. Jac. 1, 12: 
aindg ydg ianv 6 XafißdvcDV xdv a%iq)avov xrjg %a(fi/s 

2, 19: 6 jdevToi Giegedg ^tfiihoq lov ^£ov Sctyxev, (x^^ ^^^ 
0(pQayTda tavtijv' Eyvca xvqioq zovg övtqs aixov — 
Const. II, 54: xa^cbs yiygaTttai' to& iyyvg xal xoIq 
fMxxqdv, ovg Syvco xvgiog övxag avTaCf* 

3,8: äddxifioi Ttegl Ttjv tt/otiv -- Didaso. II, 8: dv^^ ädö- 
xi/dog äjulgaoTog ^^^ 

4, 8: änöxeixal fAoi 6 xijg dixaioavvi^g OTi(pavog, Sv äjiodc&oei 
6 xvgiog h ixelvj] rfj ^fiigq. . . . näoi zolg fjyantjxöot r^v 
bwpdveiav aixov — A 27, 49 = Ad Act PhiL p. 147: 
aircög ydg iotiv 6 Xafxßdvoov x6v oxitpavov t^ x^Q^^-^^^ 

Der Brief -an Titus. 

[1, 15: ßiejbilavtai aitd>v xal 6 vovg xal ^ aw^ldtioig^^^ — 
-^ 13, 36 = Joh. 8, 9: i^rjQxovxo vtiö x^g oweidifjoemg 
ileyxdfABvoi]. 



7. Die paullnlscheii Beden In der Apostelgeschichte« 

14, 15: bg inolrjoev xdv oigavbv xal xtjv y^v xal xijv tfcf- 
Xaoaav xal ndvxa xd iv avxoTg . . 17,24: 6 ^edg 6 
noir^oag xbv xöajuLOv xal ndvxa xd iv aix0 — Hom. 
Clcm. X, 3: 'deov xov xdv oigavdv xxlaavxog xal xijv 
y^v xal ndvxa xd Iv aixotg nenoiffxdxog^^^ (bg 6 
diri^rig elgtjxev ^/div ngoq)i^xi]g 

14, 22: Sji did noXicav ^Xtxpecov deX ij/aäg eloeX'&elv etg xijv 
ßaaiXelav xov tUcov^^* — Barn. VII, 11: oSxo), q)rjaiv, 
ol ^iXovxig fxe Ideiv xal ätpaa^al fiov x^g ßaoiXetag 
6(pttXovaiv ^Xißivxag xal na^Avxag Xaßeiv fxe 

20,35: fjLVTjfxoveveiv xe xcbv X6yo)v xov xvglov 'Itjoov, 
Sxi avxög elnev fiaxdgidv iaxiv fiäXXov didövai 
fj Xajiißdveiv- ^28^11.^^^ 



152 Resch, Paalinismus. I. Textparallelen. 

8. Der Brief an die Ebrfter. 

1,1.2: 6 ^c6g XaXtjaag roZg Ttcngdaiv Iv \oig 7iQoq)fjraig 
. . . lldlrjoev fjfuv iv vl^ — Epiph. Haer. XXTTT, 5: 
aÄrdff yäg 6 xiigiog ^fiöv 'Itjaovg Xgiajdg diag- 
Qtjdrjv ixq)Ct}veT Iv r^ eiayyellq) xal liyei avvq>dä 
T(J) 7iQoq)^rfi 8x1 6 lalcöv iv roTg 7iQoq)i^Taig Idoh 

4,15: oi yäg ?;|^o/i£v ägxieQioL /^^ iwdfievoy avvna^ijaai 
raXg äa^evelaig f^i^y — -427, 10 = Orig. Opp. HI, 573: 
xal 'IfjaoOg yovv q)fjoiv' did rovg äa^evovvrag 

5,14: Tcöv diä t^v l^iv xä ata^Ti^Qia yeyvfivaofxiva ixdvtcov 
ngdg didxQiaiv xalov re xal xaxoi;*" — -<i28, 4. 5 
= Caes. Qaest 78: Iv eiayyeltoig tpijat' yivea&e r^a- 
neCitai ddxijuoi diaxqlvovxtg ix xov öoxtfiov xd xl- 
ßdfjXov 

6, 4. 5.6*: ädvvarov yäg xovg äna( (pa}xuj9hxag yevoafdvovg xb 
xfjg dwQeäg x^g inovQavlov xal /lexöxovg yevtj^ivxag 
nvevfiaxog dylov xal xaXiv yevoajutivovg ^eov ^/mx 
dvvdfAeig xe ßxHkovxog al&vog xal jiaQajteaövxag 
TzdXiv dvaxaivlCeiv etg fitxdvoiav — ji 27, 19 = 
Oonst. VI, 18: 6 xvgiog . . d7i€q)fjvaxo kiya)v 8xi 
elol tpevdöxQioxoi xal tpevdodiddaxaXoi, ol ßXaoqnjßifjoavxeg 
xd nvevfia xtjg xdgixog xal dnoTmioavxeg x^v nag* aixov 
doDQeäv fAttd xtjv x^Q^'^» ^^^ ^^^ dq)e^iljo€xai oOxe 
iv xcp atcbvi xa&tq) oihe iv X€p /lilXovxi^^^ 

6, 10—12: x^g dydTttjg ^g ivedet^ao&e . . nqbg x^v 7iXi]Qoq)OQlav 
x^g iXnldog . . x(üv öid Ttloxscog . . xlt]QOVo/iovvxQ}v 
xäg inayyeXiag — Macar. Hom. XXX V 11. init.: xov xv- 
qIov Xiyovxog' inifAeleiiy&e nloxeoog xal iXnlöog, öi 
&v yewäxai i} . . dydjii]^^^ 

9, 15: xtjv inayytUav Xdßcooiv ol xexXtjjüiivoi x^g alooviov 
xXriQovofilag^^^ -- A 27,12 = Macar. Hom. Xu, 17: 
6 xvQiog IXsyev avxoTg ... xXtjQovo/Litav juieydXrjv 
dldmjM ifuv, f]v oix f;^£c 6 xöofiog 8Xog 

10,22—24: iv 7iXrjQoq)OQlq n laxe mg ... xaxix^f^^ ^^^ öfio- 
Xoylav Xfjg iXnldog . . elg nago^o/iöv äydnrjg — Macar. 
Hom. XXXV 11. init.: xov xvglov Xiyovxog' iju- 
fjLeXela^e nlaxecog xal iXnldog, di &v yewäxai ^ 
. . dydni]^^^ 



Innerpanlinische Logia. 153 

10,29: rd nvevfia r^g ;|^(f^cTo? ivvßQloag^^^ — ^27^19 = 

Const. YI, 18: 6 xvgiog . . &neq)^vaTo XiyoDv • • ol 

ßkaatprifi'/iaavxBg rd nvev^a Ttjg ;|^ci^crog 
13,5: itptXdQyvQog 6 xqdnog, iQxovfxevoi xoTg nagovaiv ^^"^ 

— Epiph. Haer. LXXX, 5. p. 1072 A: xal' ägnerdv t^ 

iQyaCo/xivq) ij zQOipij avrov 
13, 14: oi yäg Ix^jLiev wde fxivovaav nöliv, dXlä ri^r fiiX- 

Xovoav buCtjftovfAev^^^ — ^ 27, 48 = Just, de resurr. 

c. 9: xa&ibg eXqrixev iv oiqavfp rijv xarolxrjaiv ^jiwyv 

indQX^iv, 



D. Innerpaulinische Logia. 

1. Th. 4, 16: xal ol vexgoi Iv Xqujt^ ävaariljaovxai tiq&xov^^^ 
1. C. 4,6: tva iv fjfxiv ßxd'&rjxe x6 fiii inkq ä y^ygoTixai [(pQO- 

veiv],^^'^ tva fiii elg ijikg xov iv6g qwotovo^e xaxä xov 

higov 
I.e. 5, 6: oix ofdaxe, Sxi fiixgä ^vfiti SXov xd tpiqafAa 

Cv/uioT; ^'^ 
1. C. 9, 10: dl f^fiäg yäg fygdqnfj, Sxi 6q)elXei in* IXnlöi 6 ägo- 

xQiQ}v äQoxQiäv, xal 6 äXo&v in IXnldi xov fiex- 

i^ljEiv^^^ 
I.e. 10,24: firidelg x6 iavxov ^tixtlxü), &XX& x6 xov 

ixiQov^^^ 
I.e. 10,33: fiij fiyröv xd ifxavxov avfupoQOv, iXXä xd x&v 

noXXibv^^^ 
I.e. 13,5: ^ dydjtri . . . oi fiyr«« rd lavxtjg^^^ 
1. C. 14, 34. 35. 37: al yvvaixeg .... inoxaooio'&oyoav . . ., 

iv obeq> xovg Idiovg Ävd^a? ineQcoxdrcoaav .... et xig 

doxei nQOipijxtjg elvai ^ Ttvevßiaxixög , iniyivcDoxixQ} ä 

yQdq)(o vfuv, Sxi xvqIov iaxlv ivxoXi^^^^ 
I.e. 15,52: xai ol vexQol iyeQ&tjoovxai äcpi^aQxoi^*^ 
Gal. 5,9: fAixqä l^vfiri SXov x6 q>vQafia Cv/io«^** 
Rom. 12,3: Xiyo> ydq .. navxl xcp Svxi iv vjmv, fiij ineg- 

(pQOveiv nag^ S Sei q)QOV€Tv^^'^ 
Rom. 13, 1: näoa yw^i} i^ovolaig vneQcxovoaig inoxaa- 

oio'9a}^^^ 
eol. 3, 18: al yvvaixeg, inoxdaata&e xoTg ävögdaiv, d>g 

dvfjxev iv xvglq)^^^ 



154 Resch, Paulinismas. I. Textparallelen. 

Eph. 5, 14: did ayer lyeige S xa^evdcov, xal ävdora ix 
TCüv vexQ&v, xal ijn^paiaei ooi 6 Xqiordg^^^ 

Eph. 5, 22.24: ai yvvaTx$g %otg ld(oig ävigdaiv cbg t0 
xvglcfl .... cbg ^ ixxXrjoia vTioidaaerai r^ XQujxq^, 
ovTwg xal al yvvaixeg Tojg ävÖQdaiv h Jiavxi^^^ 

Phil. 2, 21: ol Jidvres ydg rd iavTQ}v Cv^^^^^» ^ ^^ Xqioxov 

1. Tim. 2, 11: yvvi) h i^avxiq. fwy&avh<o iv ndoji inoTayfj^^^ 
Tit. 2, 5: vnotaüoofiivag xoTg idioig ävdgdotv^^^ 
Tit. 3,1: vjiofiifivrioxe avxovg dgxcLig iSovoiaig inordo- 
oeo'&ai,^^^ 



Zweiter Teil. 

Spezielle Untersuchungen. 

A. Spezielle Untersuchungen 
zu den paulinisch- synoptischen Parallelen 

innerhalb der Logia. 

Das Thema dieses Werkes lautet nicht „Jesus und 
Paulus^', sondern „der Paulinismus und die Logia Jesu'^ 
In die Logia gehört auch Johannes, der Vorläufer Jesu. Auf 
ihn beziehen sich die einleitenden Berichte, welche von dem 
Terfasser der Logia, höchstwahrscheinlich einem früheren 
Johannesjünger, herrühren, ebenso wiederholte Äußerungen 
aus Jesu Munde. Vgl. ^ 1, 1-10 = Mt. 3, 1—9. Mc. 1,4—6. 
Lc. 3, 1-9; ^ 1, 11-16 = Lc. 3, 10-14; ^ 2, 1-9 = Mt. 3, 
13-17. Mc. 1,9-11. Lc. 3,21.22; ^2,22-28 = Mt. 3, 3. 11.12. 
Mc. 1,3. 7.8. Lc. 3, 4. 15-17; ^ 7, 18-37 = Mt. 11, 2-19. Lc. 
7,19-35; ^23, 1-6 = Mt. 17, 10-14. Lc. 16, 16. Mc. 9,11-13; 
Tielleicht auch ^ 3, 1-3 = Mt. 14, 3. 4. Mc. 6, 17. 18. Lc. 3, 19. 20; 
keinesfalls aber Mc. 6, 19-29 = Mt. 14, 5-12. Vgl. PT. 11, 
203-210. m, 438-442. 

Es ist eine an sich selbstverständliche Voraussetzung, daß 
der Täufer Johannes eine für die Apostel nicht unbekannte 
Persönlichkeit gewesen ist. Hier aber handelt es sich um die 
Frage: besaß Paulus auch nähere Kenntnis von den Reden 
des Täufers? sind insbesondere auch die auf den Täufer be- 
züglichen Partien der Logiaquelle dem Apostel bekannt ge- 
wesen und von ihm benützt worden? Zur Beantwortung dieser 
Frage ist eine Zusammenstellung der betreffenden Parallelen 



156 



Resch, Paolinismos. II. EinzelantersachnngeiL 



aus den Briefen und aus den in den Actis aufbewahrten Beden 
des Apostels erforderiich. Ygl. 



^1,6 = Mt. 3, 7. Lc. 3, 7 : rfc vn^si^sv 
vfiZv (pvyeZv dx6 rfjs fislXoiüaijg 



A 1, 11. 13. 15 = Lc. 3, 10. 12. UD: 

ti JKHi^acofity tva om^&fisv; 
^ 1, 14 = Lc. 3, 13: fi^dey nXsov 

nQaaaBXB nagä x6 dtatetayfUvov 

v/itv 
^ 1, 16 =s Lc. 3, 14: fujdeva diaosi- 

aijts [Const.: ddtxi^arjTB] /iijds 

avxo<pavtii<njt8 

^ 1, 16 = Lc. 3, 14: dQxeta^e tötg 



^ 1, 15 = Lc. 3, 14: ijojQmnjaccy de 

Xal OXQaXBvdfABVOl 

^ 1,8 = Lc. 3, 8. Mt.3,9: natiga 

sxofuv xoy 'Aßoa&fi 
il 1, 9 = Lc. 3, 8. Mt. 3, 9: dvvaxiu 6 

^sog ix T&v Xl^cov xovxfov syeT- 

gai tixva t^ 'AßgoLdfi 
il 1, 10 = Mt. 3, 10. Lc. 3, 9: jrov dh- 



1. Th. 5, 3; 1| 10: w f*^ ixtpiycuaiv 

, , . ix t^g 6Qyfjg ttjg iQj^oiAivtfg. 

R. 2,3: loyKu di zovto . , S%i ov 
ixtpev^fl x6 xQifMi xov ^80v; R. 1, 18: dnoxaX^jrmcu 
yoQ dgyrj ^sov 

R. 5, 9: acD^ijaöfiB^a di^ avraf} dno 

T^ff Sgyijs 
Col. 8, 5.6: vBXQfDcaxB .. tipf nleo- 

vB^lav . . , dC & Mqx^ku f} ^oyri 

xod ^eov 
2. C. 7, 2: ovdiva ^dtxi^aafiev, w- 

deva iq^slQCLfjuv , ovSeva inXeovS' 

xxriaafiev. GaL 4, 12: o^diy fie 

^dixi^aaxe 
1. T. 6, 8: ixovxsg de 6iaxQ0<päg x€u 

oxsTidofMixa , xovxoie dQxsa^rjad- 
fis^a, Phil. 4, 11: ifitxdoy ir ols elfu avxdgxrjg bIvoa 



Sqov fitj noiovy xoQjtay xaXov ixxdnxBxai 



I.e. 9, 7: xlg axQaxtisxat Idloig 

Syfco'yioig noxi; 
R. 4, 12: naxiga neQixofAfjg . . . xaO 

naxQog ^fi&v 'Aßgadfi 
R. 4, 17: ^eod xav (monoioHyxog 

xovg VBXQOvg xai xahAfrxog xä ftij 

Syxa d>g Svxa 
R. 11, 22: insl xal av ixxonrjau 



il 2. 28 = Mt. 3, 12. Lc.3,17: xd de 
&X^Q^^ xaxaxavast nvgl 

^ 2, 25 = Mc. 1, 7. Lc. 3, 16. Mt. 
3,11: ovx tifAi ixavdg 

il 7, 25 = Mt. 11, 7. Lc. 7, 24: ^nd 
dvifiov aaXtvdiABvov 

il 7, 23 = Mt. 11, 6. Lc. 7, 23 : naxdQuk 
iaxiVfSgovxavaxavdaXia^fj ivi/io( 

A l,7ssMt. 3, 8. Lc. 3, 8: stoti^aaxe 
xoQjfov ä^iov xifg fisxavoiag 

il 23, 4 = Mt. 11, 13. Lc. 16, 16: io}g 

*I(advvov TiQOBxtiQV^av 
^ 7, 30 = Lc. 7, 27. Mt. 11, 10. Mc. 

1,2: dnoaxiXXio xov äyyeXöv fiov 

ngo nQoo(onov aov 
il 1, 2 = Mc. 1,4. Lc. 3,3: xtjgvoocDv 

ßdnxiofia fisxavoiag 



I.e. 3, 12. 15: x^Q'^^^f »cciXdfifjv .. 

eT xivog x6 foyov xaxaxa^asxai .. 

did nvQdg 
I.e. 15,9: ovx ei/il ixavög, 2. e. 

3,5: ovx Sii dtp* iavxöy lxavo( 

iofuy 
Eph. 4, 14: jt8QiqjeQ6fA8voi narxi 

dvifitp. 2. Th. 2, 2: eis t^ i^ri ta- 

X^tog aaXev^^vai vfAog 
R. 9, 33: tdov xi&rjfu . . . nixQav axav- 

ddXov 
2. C. 7,10: ij xaxd ^bov Xvnrj fisxd- 

voiav sig aoyxrjQfav dfiexa/jiiX^xor 

igyd^Bxai 
Act. 13,24: wtQoxr^Qv^avxog ^loydv' 

yov 
Act. 13, 24: ngo ngoamnov xfjg bIo- 

66ov avxov 

Act. 18, 24: ßdnxiaua usxaroiag 



'IcDciwtjg 6 ßojntaxvig, {57 



^ 2, 22 =s Lc. 3, 15: dialoyiCo/ii- 
vfov avT&v . . fit/jTOTs avTog sTrj 6 
Xgiazög 

.i 2, 25 = Mc. 1, 7. Lc.3, 16. Mt. 3, 11 : 
SqX^"^^^ ^jt/oco fjiov 6 iaxvQoxegSg 
fiov, o^ ovx sifit Ixayog Xvaai 
TOT ifidvxa Tci>v ijiodijfidttov avxov 



Act. 13, 25: ileyev tii/d {fnovoetts 
slvcu; ovx elfil fya> 

Act. 13, 25: iQxerai /iex* ifii, oü 
o{>x slfii äSiog x6vn66fUJia x&v 
jioSc^ Ivaat. 2.0.3,5: ovx ^^ 
dop* iavxwv Ixavoi iofiev, Act. 



19,4: Aiyow eig xov igxdfievov fiex* avx6v 



Act. 17,30: ndvxag navxaxoO fiexa^ 

voeTy. Act. 26, 20: djtijyyeXXoy ^«- 

xavoeiy 
Act. 19,4: ehtey de Uadlog' *Io}dyvrjg 

ißojixiaey ßdnxtoiAa fiexayoiag 
Act. 26, 20: ä^ta x^g piexavola^ 

iQya ngdaaoyxag 



^1,4 = Mt. 3, 1. 2: noQaylyexai 'loo- 
dvyrjs liyQ}y fiexavotixB 

wi 1, 2 = Mc. 1,4. Lc. 3, 3: xrjQyaaoiy 

ßdjixiofjia fiBxayolag 
A 1,7 = Mi 3, 8. LcS,8: noti^aaxs 

xaQnoy ä^iov xfjg fitxayoias 

Vgl. auch R. 14, 3: 6 ia^loiy, 6 (iri ia^imv mit ^ 7, 35. 36 = Mt. 11,. 
18.19. Lc.7,33.34. 

Die Act. 19, 1—6 berichtete Yerhandlung des Apostels mit 
den Jüngern des Täufers, ihre Geschichtlichkeit vorausgesetzt^ 
zeigt, daß in denjenigen Kreisen der Johannesjünger, welche 
Jesu sich nicht angeschlossen hatten, die Erinnerung an die 
messianischen Reden des Täufers gänzlich verblichen war, daß 
aber Paulus bei der Belehrung, welche er den Johannesjüngem 
zuteil werden ließ, bezüglich ihres Meisters und seiner Lehren 
festen Grund unter seinen Füßen wußte. Das beweisen auch 
die oben aufgeführten paulinischen Parallelen, welche in sämt- 
liche drei synoptische Evangelien hineinreichen. Es liegt die 
Annahme nahe, daß Paulus aus der diesen drei Evangelien zu- 
grunde liegenden Quellenschrift seine diesbezüglichen Kennt- 
nisse geschöpft hat. Auch die Wahrnehmung außercanonischer 
Textvarianten wie des nQoxrjQvaaeiv, welches sich im Chron. 
Paschale zu ^ 23, 4 = Mt. 11, 13 anstatt ngocpi^zeveiv finde£ und 
Act. 13, 24 wiederkehrt, oder des ädixeiv, welches die Const. 
für diaaeUiv lesen und Paulus 2. C. 7, 2 gleichfalls gebraucht^ 
oder das adC^o^ai, welches Paulus R. 5, 9 in Übereinstim- 
mimg mit der Lesart des Cod. D zu Lc. 3, 10. 12. 14 anwendet,, 
spricht dafür. Die in den Actis berichteten paulinischen Bezug- 
nahmen auf den Täufer tragen ganz denselben Charakter wie 
die analogen Parallelen in den paulinischen Briefen. Auch 
der paulinische Verfasser des Ebräerbriefs bietet einige Pa- 
rallelen. Vgl. Ebr. 2, 3: nwg ijßjmg Ixipev^öpte^a TrjXixavzi^g 
dßuXi^aavreg acozrjQlag mit -^ 1, 6 = Mt 3, 7. Lc. 3, 7. 1. Th. 
5, 3. 1, 10. R. 2, 3. 5, 9; — femer Ebr. 6, 1 : »e/xihov xaxaßaX- 



158 Resch, Paulinismas. IL Einzeluntersachangen. 

X6fievoi fiexavoiag mit -^i 1, 4 = Mt. 3, 2; — endlich Ebr. 13, 5 
AQxovfievoi ToXg nagovoiv mit -^df 1, 16 = Lc. 3, 14. 



2. 6 vlog 6 iyanrjrög. 

Die Perikopen bezüglich der Taufe Jesu und der Ver- 
suchungsgeschichte hängen unter einander und mit der Wirk- 
samkeit des Täufers so eng zusammen, daß man hierbei über- 
all dieselbe Quelle voraussetzen muß. Während nun bei der 
Yersuchimgsgeschichte es offen zutage liegt und es allseitig 
anerkannt ist, daß der erste und der dritte Eyangelist die 
darauf bezüglichen Parallelen Mt. 4, 1—11 = Lc. 4, 1—13 aus 
einer anderen Quelle als aus dem kurzen Satze Mc. 1, 12. 13 ge- 
schöpft haben müssen, ist bezüglich des Taufberichts B.Weiß 
der erste gewesen, welcher die drei synoptischen Parallelen 
Mt. 3, 13—17 = Lc. 3, 21. 22. Mc. 1, 9—1 1 auf die vorcanonische 
Evangelicnquelle zurückgeführt hat. Den Mittelpunkt des Tauf- 
berichts bildet die göttliche Stimme: o^dg iortv 6 vl6g fiov 6 
iyojtrjrög. Von dieser Himmelsstimme findet sich aber in 
Cod. D und sieben Italae eine auch in der patristischen Li- 
teratur weit verbreitete Fassung: vl6g jnov el av, lyd) (rqfieQov 
yeyiwrjxd oe. Vgl. Agrapha 8. 346-350. 365-367. PT. III, 
20-24. 

Es fragt sich: finden sich im Paulinismus Bezugnahmen 
auf die Himmelsstimme bei der Taufe Jesu? und für welche 
Fassung der Taufstimme legt der Paulinismus Zeugnis ab? 
Im Ebräerbriefe scheint ein Zeugnis für die außercanonische 
Fassung der himmlischen Taufstimme vorzuliegen. Vgl. Ebr. 
1,5. ß: nvi ydg ehih noxe rcov äyyiXmv vlog fiov eI av, lyo) 
orjfiEQov yeyivvTjxd oe , . . 8xav dh nAXiv etaaydyji rdv 
jiq(ot6zoxov elg rijv olxovfiivriv, Xeyei' xal nQooxvvtjodrcoaav 
avr0 ndvTeg äyyeXoi Oeov, In dem eloaydyj] kann man 
den eigentlichen Taufvorgang charakterisiert, in dem Citat 
aus Ps. 97, 7 LXX den Schluß der Versuchungsgeschichte 
^2, 21 = Mt. 4, 11. Mc. 1, 13, welchen Lc. weggelassen, Mc. 
aber neben Mt. erhalten hat, angedeutet, und in dem Citat aus 
Ps. 2, 7 die Himmelsstimme nach ihrer außercanonischen Fassung 
wiederfinden. Jedenfalls aber steht der Ebräerbrief hiermit 
innerhalb des Paulinismus isoliert. Der Apostel selbst bietet im 
Epheser- und Colosserbriefe Anklänge an die Himmelsstimme 
nach ihrer canonischen Fassung. Vgl. CoL 1, 13: ^fiäg . . . 



6 viog 6 dyajnjxög. xetgaa/AÖg» 159 

jüieritnriaer elg trjv ßaadetav tov vlov rrjg äydnrjq airoC, 
Eph. 1, 6: ixaglTcoaev fifiäq iv xtp ^yanrjfAivq), 001.1,19: 
Sn Iv aÖTcp eid6xi]aev näv x6 nXiJQODjuui xatoix^aai, Eph. 1,5: 
ek vlo^eoiav . . xard tfjv eidoxlav tov ^eXijjuarog ainov, 
Eph. 1,9: xal rifv evdoxlav ainoi), fjv ngoi&ero iv air^. 
Diese Parallelen ergänzen sich gegenseitig. Die Ausdrücke 
vldg T^g äydutfjg und 6 fiyanrifiivog sind mit vl6g 6 
&yanrix6g identisch. Vgl. Herrn. Sim. IX, 12, 5: tov vlov avrov 
tov ^yanfiptivov avtov, Barn. DI, 6: 6 kaög, Sv ^oi/iaaev iv 
t4> fiyanrifiiv^p ainov, Barn. IV, 3: tva xaxivfi 6 fjyanrj^ 
fiivog ainov. Sonach sind die paulinischen Anklänge an ^ 2, 9 
= Mt. 3, 17. Mc. 1,11. Lc. 3, 22: ovx6g ioxiv 6 vl6g juiov 6 
dyantjtög, Iv cJ evdöxtjaa unverkennbar eine Bestätigung 
der Himmelsstimme nach ihrer canonischen Fassung. 

Bezüglich der Identität des synoptischen dyanrjtög und 
des Johanneischen ßiovoysvi/jg = ^n^ vgl. meine PT. HI, 24 
und Zahn, Matthäus S. 145, Anm. 68. Paulus, bei welchem 
ßji09oyevijg fehlt, befolgt den synoptischen Typus. Der Ver- 
faeser des Ebräerbriefes dagegen schreibt Ebr. 11, 17: ^Aßgadja, 
. . riw fiovoyevfj 7iQoaiq)€Qev, obwohl die LXX Gen. 22, 2. 12. 16 
TTP stets mit dyajitjrög wiedergegeben haben. 

Daß die paulinischen Parallelen auf die Taufstimme und 
nicht auf die bei der Verklärung 'geschehene Gottesstimme 
Bezug nehmen, dafür zeugt das iv avrc^ evdöxrjaev in Col. 1, 19 
(= ixaQkwaev in Eph. 1,6), sowie die eiöoxla avrov in Eph. 
1, 9. 5. Denn die Worte der Taufstimme: iv cß evddxtjaa fehlen 
in dem Verklärungsbericht des Mc. und Lc. und sind in Mt. 17, 5 
aus dem Taufbericht herübergenommen. Vgl. ähnliche Vorgänge 
im ersten Evangelium Mt. 3, 10 = 7, 19; Mt. 7, 17. 18 = 12, 33; 
19, 30 = 20, 16; 23, 8 = 23, 10, Doubletten, welche von dem 
Evangelisten selbst gebildet sind und daher in der Reconstruction 
des Logia-Textes auf ihre ursprüngliche Einheit zurückgeführt 
werden mußten: ^1,10; 6,51.52; 20,42; 27,6. 

3. TteiQaojudg. ' 

Von der urevangelischen Versuchungsgeschichte besitzen 
wir in Mc. 1, 12. 13 nur ein kurzes Compendium mit dem An- 
fang und dem Schluß der originalen Relation und einer Ein- 
fügung: xal ^v fierä xcov ^Qicov, welche nicht aus der Quelle 
stammt. Dieses ergibt sich aus der wesentlichen Übereinstim- 



IßO Resch, Panlinismas. II. Emselanterracliniigen. 

mung der Matthäus- und Lucas-Relation, in welcher von diesem 
Satz: xal fp^ /lexä xdw ^qUov keine Spur zu entdecken ist. 
Der gemeinsame hebräische Quellentext, welcher den beiden 
Hauptrelationen des Lc. und Mt zu Grunde liegt, gibt sich in 
gewissen Verschiedenheiten sprachlicher Natur, welche auf die 
Einheit der hebräischen Quelle zurückweben. YgL netvav 
(Mt.) = oidkv (paydv (Lc.) = ^a» fi6, voxegov (Mt.) = owrsiea&ei^ 
a€av airiibv (Lc.) = T?™» jiaQoXafißdveiv (Mt.) = äyeiv (Lc.) = swbd, 
xöofiog (Mt.) = obtov/ihri (Lc.) = )^wi, Atpiivai (Mt.) = Ano- 
aifjivtu (Lc.) = b^n , didßoXog (Mt., Lc.) = neiQdCcoy (Mt) = oa- 
raväg (Mc.) = 1^^* 

Wie verhält sich nun der Paulimsmus zu der Yersuchungs- 
geschichte? Es ist zunächst der Ebräerbrief, welcher deutliche 
Bezugnahmen bietet. Vgl. Ebr. 2, 18: a^dg neigaa^elg M- 
vcnai xöis TieigaCojuiivotg ßorj^aai, Ebr. 4, 15: neneiga- 
ofiivov dk xord närta xa#* dfioiArtpca xcoqIq Aßiagiiag. Be- 
sonders die letztere Stelle setzt durch das hinzugefügte xcnä 
Tiävxa eine mehrfache Yersuchung und durch die Worte 
XcoqIq ä/iaQzlag eine siegreiche Abweisung des Versuchers, mit- 
hin eine vollständigere Relation als die in Mc. 1, 12. 13* dar- 
gebotene, voraus. Bei Paulus selbst deckt sich l.C. 7,5: tva 
fAi} TieigdCij v/nag 6 oaraväg mit Mc. 1, 12: neigaCSjuievog 
ind Tov oaxavä (Mt., Lc: vjid tov dvaß6Xov\ aber weiter 1. Th. 
3,5: fi'fj 7t(og Imlgaaev ifjuag 6 neiqd^iov mit Mt. 4,3: xal 
jiQooeX&djv 6 n€iQdC(ov, 2.0.12,8: Tva dnoaxfj an Ißxov 
mit Lc. 4, 13: 6 didßolog dnioTq d^i* aixov, während Mt. 
4, 11 äq)lrjaiv aixdv zu lesen ist. Wird 2. C. 12, 7 der Ver- 
sucher als iyy^^^^ oaxavä bezeichnet, so stimmt damit 
2.0.11,14 überein, wo nach Ed. Böhmers scharfsinniger 
Beobachtung mit den Worten: avxbg yaQ 6 oaxaväg /xeca- 
axfJliiaxlCexai elg äyyeXov (pcoxog auf die (bei Lc. dritte, bei 
Mi zweite) Versuchimg Bezug genommen ist, in welcher (nach 
Mt. 4, 6 = Lc. 4, 11 = ^ 2, 15) der Versucher als einen Ver- 
kündiger des göttlichen Wortes, mithin als einen Vertreter des 
Lichtes, sich darstellt.* 

Endlich kommt noch 1.0.10,9: fjifjdk ixneiQd^cofiev 
x6v xvQiov als Parallele zu Lc. 4, 12 = Mt 4, 7 = ^ 2, 19 in 

*) Weniger geistreich ist die Bemerkung eines Kritikers: „Der Satan 
sieht auch schon nach des Paulus Vorstellung schwarz aus; denn wenn 
er einem £ngel des Lichts gleichen will, muß er sich erst v» »verwandeln *"*. 
2. Cor. 11, 14.« 



Betracht: ovx IxneiQdaeig xvqiov töv ^eov aov. Man 
beachte das ixjieigdCeiy, welches sonst bei Paulus an Stelle 
des bei ihm gebrauchlichen Simplex neigdCeiv nicht wieder 
vorkommt. ~ Bei Paulus scheint sonach die von Mt. und Lc. 
aus der yorcanonischen Quelle geschöpfte Relation mit den 
drei verschiedenen Versuchungen (vgl. auch das r^fc 2. C. 12,8) 
vorausgesetzt zu sein. 

Der Sieg Jesu über den Versucher, auf den er selbst ^ 15, 12 
= Lc. 11,22. Mc. 3, 27. Mt. 12,29 hinweist, dürfte von Paulus 
2. C. 5,21 durch die Worte: jutj yvövra äfjuiQxlav — ähnlich 
Ebr. 4, 15: x^Q'^ ä/iagzlag — angedeutet sein. 

4. äyyeXoi. 

Zur Versuchungsgeschichte gehören auch die äyyeXoi. Vgl. 
^ 2, 18 = Lc. 4, 11. Mt. 4,6 (Ps. 91, 11. 12): rofe äyyiXoig 
airov ivtekeiTai — ^ 2, 21 = Mt. 4, 11. Mc. 1, 13: xal tdov äy- 
yeJioi TiQoofjl'&ov xal dirjxövovv avicp. Paulus hat den Ausdruck: 
äyyeXoi aus der Versuchungsgeschichte insofern aufgenommen, 
als ^r 2. G. 11, 14 sagt: 6 aaraväg fietaoxrifiaxi^dfJLevog elg äy^ 
yeXov qxoxdg und 2.0.12,7 den Versucher ausdrücklich als 
iyyeXog oaravä bezeichnet. Außerdem vgl. l.T. 3,16: diq)^ 
äyyiXoig. Im übrigen ist die Engellehre dasjenige Gebiet des 
Paulinismus, welches von den Logia Jesu am wenigsten be- 
einflußt ist. Es kommen aus den Briefen des Apostels nur 
zwei Stellen in Betracht. Nämlich 2. Th. 1,7: Iv rfj änoxa- 
Xvxpu xov XVQIOV *If]oov dji ovgavov fiex äyyHcov dwdfiecog 
avtov deckt sich mit ^ 31, 28. 29 = Mc. 13, 26. 27. Mt. 24, 30. 31 
(die Parallele bei Lc. fehlt): Sxpovxai zbv vlbv xov dv^Qcbnov 
igxdfievov hd rcbv vetpeXcJv xov ovgavov fietd dvvdjLiecog jioXXfjg 
xal öd^rig, xal äjtoaxeXei xovg äyyiXovg avxov. Femer l.T. 
5,21: dtajuagxvQOßiai ivcbniov xov &eov xal XQiaxov*Ii]aov xal 
xwv IxXexxcbv iyyiXcov. An diese letztere Stelle klingt 
^ 16, 36 deutlich an. Vgl. Mt. 10, 32: öjnoXoy^oco x&yd) iv 
avxqf {fJLTiQoa^Ev xov TtaxQÖg fiov xov h ovgavoTg, Lc. 12,8: 
ißXTiQoa^ev x&v dyyiXo}v xov ^eov, Apoc. 3, 5: öjiioXoyi^ao} 
xd Svo/buz avxov Ivc&Jiiov xov naxqdg fiov xal Ivconiov xcov 
äyyiXo)v aixov, und dazu PT. III, 305— 307. 

Im Ebräerbrief vgl. zu ^ 2, 21 = Mt. 4, 11. Mc. 1, 13: xal 
tdov äyyeXoi ngoo^Xi^ov xal dirjxdvovv avxco — Ebr, l, 6: Sxav 
doaydyfj xov nQondxoxov elg x^v obcovjuivtjv, Xiyoyv' xal nqoo^ 

T«zt«ii.TJntoraiicbuogen. N. F. XU. H 



]ß2 Resch, Paolinismus. U. Einzelantersachimgen. 

xvvriadtcooav amcp ndvreg äyyeioi ^eov, und Ebr. 1^14: oixi 
ndvreg elolv leirovQyixd jzvevfxara sk diaxoviav änooiMoßjieva did 
xovg fxiXXovrag xXriQovofieiv acüTi^Qiav, an welcher letzteren Stelle 
gleichzeitig nach ^ 23, 33 = Lc. 16, 22 auf die dem Lazarus, 
als einem xXriQovdfiog xfjg awtrjQlag, Ton den Engeln erwiesene 
diaxovla Bezug genommen ist. — Daß Jesus die äyyeXoi als 
ihm dienstbar betrachtete, zeigen Stellen wie ^8, 42 = Mt 
13,41; ^25,20 = Mt. 25,31; ^31, 29 = Mt. 24, 31. Mc. 13,27. 
Vgl. auch 1. Th. 3, 13: iv xfj nagovaiq, rov xvgiov fjfAcbv *Ir]aov 
/jieid TidvTcov xdw dylcov (= dyyiXcov vgl. Sach. 14,5) avxov. 



5. ^ ßaoiXeia zov ^eov. 

Daß Paulus den Ausdruck: ^ ßaaiXeia rov ^eov aus Jesu 
Beden herübergenommen hat, ergibt sich aus Stellen wie 
I.e. 6,9. 10; 15,50; Gal. 5,21, wo das xXrjQovofieiv xrjv ßaai- 
Xetav xov '&eov nach Mt. 25, 34 = ^ 25, 25 aus der Quelle 
wiederklingt, ferner aus R. 14, 17, wo ßaaiXeia und dixaioavvtj 
genau wie in Mt. 6, 33 = ^ 17, 20 verbunden sind, eine Ver- 
knüpfung dieser beiden Begriffe, die der angeblich paulini- 
sierende Lc. sich hat entgehen lassen. Vgl. Lc. 12, 31. Nach 
Jesu Vorgang gebraucht Paulus den Ausdruck: ^ ßaoiXela 
xov ^eov bald im präsentischen Sinn — so R. 14, 17; 1. C. 
4, 20; Col. 1, 13; 4, 11; 1. Th. 2, 12 — , bald in eschatologischer 
Bedeutung. Vgl. das Futurum xXrfQovofiriaovaiv in l.Cor. 6, 9; 
15, 50; Gal. 5, 21. Zu notieren ist, daß die im N. T. aus- 
schließlich dem ersten Evangelisten angehörige Formulierung: 
ff ßaaiXela xcov ovgavcbv bei Paulus sich nirgends findet 
und nur 2. T. 4, 18: ij ßaoiXeia ij ijzovgdviog anklingt.* 

In keiner Weise hat Paulus den Ausdruck: ^ ßaaiXeia xov 
0€ov zu einem Grundbegriff seiner apostolischen Lehre erhoben; 
er verwendet ihn verhältnismäßig selten und fast nur in den pa- 
raenetischen Teilen seiner Briefe, ebenso in den paraenetischen 
Reden der Apostelgeschichte (vgl. Act. 14,22; 20,25). Auch 
dieses Verfahren ist ganz im Sinne Jesu, in dessen Munde die 
Formel ij ßaoiXela xov ^eov zur populären, exoterischen, vor- 
zugsweise in Gleichnissen sich bewegenden Rede gehört. Vgl. 
^ 8, 28. 29 = Mt. 13, 10. 11. Lc. 8, 10. Mc. 4, 10. 11. Der 



*) Zu letzterem Ausdruck vgl. Martyr. Polyc. Epil. 4 : tijv inovgd- 
¥tov avtov ßaadelav, XX II, 3 : zijv ovQavtov ßaoikslav. 



f} ßaaiXBia xov ^eov. Ig3 

Ansdruck: i) ßaodeia tov ^bov ist genau genommen ein Bild, 
nicht ein scharf formulierter Begriff, leicht verständlich, aber 
auch vieldeutig und ebendeshalb für populäre Darstellimg ge- 
eignet Paulus, welcher lieber in Begriffen als in BUdem 
redet, konnte daher auch den parabolischen Ausdruck: fj ßa- 
oiXela TOV ^eov weniger in seinen dogmatischen Lehrdarstel- 
lungen verwenden, als vielmehr in seinen populärer gehaltenen 
ethischen Paraenesen.* 

Daß auch die Ausdrücke: t^v ßaodelav tov vlov (vgl. 
Col. 1, 13) und Iv Tjj ßaailelq tov Xqiotov (Eph. 5, 5)** der 
vorcanonischen Quelle entsprechen, zeigen folgende Stellen: 
^32,29 = Mt. 20, 21: iv Tfj ßaadelq aov (in der Jünger 
Munde), ^ 32, 26 = Lc. 22, 30 : iv Tfj ßaodeia fjLov (in Jesu 
eigenem Munde), A 34, 36 = Lc. 23, 42 : h Tfj ßaoddq. oov (in 
des Schachers Munde).*** Es ist zu beachten, daß diese 
Fassung der ßaoileia erst gegen das Ende des Lebens Jesu 
auftritt. 

Von besonderer "Wichtigkeit ist das Logion Mc. 9, 1. Lc. 
9, 27. Mt. 16,28 = ^27, 34, dessen zweite Hälfte in den drei ver- 
schiedenen synoptischen Relationen bedeutende Abweichungen 
zeigt. Vgl. sloiv Tivsg tcov aide iordncDv, ot oi fii] yevocovrai 
^vdtov, 

Mc: icog äv idcooiv t^v ßaoiXeiav tov i9sov ikrjXvi^Iav 

iv dvv(i/j.ei 
Lc: ia)5 äv idcooiv r^y ßaoikeiav tov ^eov 
Mt.: iwg äv idcooiv t6v vlov tov är&Qconov iQxdjuevov iy Tfj 
ßaoiieiq avTov. 
Durch I.e. 4, 20: ov ydg iv X6y(p t) ßaoiXela tov '&eov, 
AU! iv dvvdfiei wird die Recension des Mc als diejenige 
erwiesen, welche schon Paulus gekannt hat. Durch dieses 
älteste Zeugnis, welches ich früher noch nicht beachtet hatte, 
vrird meine PT. IH, 156—159 gegebene Darlegung, daß Lc den 

*) Von hier aus kann man erkennen, daß es ein verfehltes Unter- 
nehmen ist, wenn moderne Theologen den emblematiscben Ausdruck ^ 
ßaatXtia xov ^sov zum alles beherrschenden Mittelpunkt der Lehre Jesu 
und zum Centralbegriff der Theologie machen wollen. Vgl. Teil III. § 10. 
**) Vollständig: h Tfj ßaoiXelq. tov Xqiotov xal ^eov. Eph. 5, 5. 
***) Mithin ist auch der Ausdruck: ly ßaotXeia rj ifi^j welcher im 
Johanneischen Evangelium nur Job. 18, 36, also auch da erst in der letzten 
Entscheidungszeit, auftritt, dem synoptischen Typus ganz congenial. Vgl. 
auch Apoc. 11, 15. Mt. 28, 18. 

11* 



Ig4 Resch, Panlinismas. II. Einzeluntersachungen. 

Urtext gekürzt, Mt. ihn im eschatologischen Sinn geändert, 
Mc. allein ihn richtig erhalten hat, voll und ganz bestätigt 



6. OYjflBQOV, 

Die Perikope ^ 3, 5— 20 = Lc. 4, 16—30, welche nicht 
mit voller Sicherheit der Logiaquelle zugerechnet werden kann, 
berichtet das programmatische Auftreten Jesu in Galiläa, und 
zwar zunächst in Nazareth. Jesus verkündet zuerst ui 3, 5—10 
= Lc. 4, 16—21 für Galiläa das in Jes. 61, 1. 2 verheißene an- 
genehme Jahr des Herrn als in ihm und in seiner Gegenwart 
sich erfüllend. Sodann aber enthüllt er A 3, 11—20 = Lc. 
4, 22—30 den Nazarethanem ^eine Absicht, nicht Nazareth, 
sondern Eapemaum zum Mittelpunkt seiner galiläischen Wirk- 
samkeit zu erheben. Als Grund für diese seine bevorstehende 
Übersiedelung von Nazareth nach Eapemaum bezeichnet Jesus 
den Erfahrungssatz: Sxi, ovdelg jiQOipi^Ttjg ^cxtöc iariv h rjj 
noxQldi iavTOv. Vgl. ^ 3, 14 = Lc. 4, 24 (Mc. 6, 4; Mt. 13, 57; 
außerdem Joh. 4, 44). Hierdurch erklärt sich der anscheinend 
plötzliche, innerlich aber und psychologisch bereits vorbereitete 
Umschlag in der Stimmung der Nazarethaner.* Jesu Worte 
in dem ersten Teil seiner Ankündigungsrede waren für ihre 
Ohren AeJyo« x&Qvtog. Der zweite Teil seiner Rede erfüllte sie 
mit Zorn: biXrfa'&rioav '^vfiov. 

Das prophetische Wort, mit welchem Jesus seine galiläische 
Wirksamkeit einleitete, Jes. 61, 1.2, schloß sich eng an die 
Hinmielsstimme bei der Taufe an. Diese Taufstimme gründete 
sich auf Jes. 42, 1. Aus demselben Prophetenbuch nimmt 
Jesus die Ankündigung seines galiläischen Programms. Mit 
den Worten Jes. 61, 1 : Ttvevjuta xvqIov in Ißii, ov etvexev ixQioiv 
IIB {AZ^% = Lc. 4, 18) gibt Jesus eine deutliche Rückbezug- 
nahme auf den Taufvorgang. Damit bezeichnet er sich selbst 
als den mit dem jtvevjMx xvqIov gesalbten Gottesknecht und 
Messias. Die Verheißung der durch ihn dem Yolke Israel zu- 
gedachten Wohltaten beginnt sich von dem Tage seines öffent- 
lichen Auftretens an zu erfüllen. Das Stichwort lautet: d/j/aegov. 
Vgl. -^ 3, 10 = Lc. 4, 21 : ai^juegov nejiJirJQoyrai ^ yQcup^ olvtij 



*) Damit dürften sich auch die Bedenken Hilgenfelds heben» 
welche von demselben in der Abhandlung: ,Die Verwerfung Jesu in Na- 
zareth* (Ztschr. f. w. Theol. 1902. I. S. 127—144) ausgesprochen worden sind. 



iv xoTg d)alv ifi&v. Dieses arifiegov beschränkt sich nicht auf 
den einzelnen Tag; es umfaßt die ganze Zeit seiner Wirksam- 
keit unter Israel. In demselben Sinn ist arjfieQov zu fassen 
^ 30, 11= Lc. 19, 42: et fyvcog xal ov orjfiBQov. Es bezeichnet 
die gesamte gnadenbringende Gegenwart Jesu, deren einzig- 
artigen Wert die Jerusalemiten ebenso wenig erkannten wie 
die Nazarethaner. Der Ebraerbrief hat mithin das ai^^gov 
richtig gedeutet: 'Itjaovg Kgioxog ix;9kg xal orifieQov 6 aindg, 
xal ek Tovg alcovag. Ebr. 13, 8. Paulus hat unter wahrschein- 
licher Bezugnahme auf Jes. 61, 1. 2 sowie ^ 3, 10 = Lc. 4, 21 
den Corinthern es gesagt: Idov vvv xaigdg eingöodexiog , Idov 
vvv fifiiga oonriglag, 2.0.6,2. Von den Juden aber, welche 
dieses arjfUQov, dieses vvv, nicht erkannten, gilt Jesu Wort 
^ 30, 11 = Lc. 19, 42: vvv ixgvßrj änb aov, und ebenso Pauli 
Wort 2. C. 3, 14: äxQ*' ^^5" orifieQov ijßiigag rö airtd xdlvfxfia 
. . fiivEi, Vgl. auch Ebr. 3, 13. Lc. 23, 34. Durch die göttliche 
Heilsoekonomie geschichtlich vorbereitet war dieses orifiegov der 
Sendung Jesu in der Fülle der Zeit. Vgl. Gal. 4, 4: &te dh 
Ijl&ev t6 nXriQco fia rov xQ^^^f i^ojteareiXev 6 &edg rdv vldv 
airtov, Eph. 1, 10: elg otxovoßilav rov nXriQcbfiaxog x&v 
xaiQQ}v ävaxe(paiaia)aao^ai rd nävta iv rqt XQiar0, verglichen 
mit dem — nur von Mc. überlieferten — Jesusworte ^ 3, 5 = 
Mc. 1, 15D: ne7iXriQ(ovTai ol xaigoL 

7. xaivög. 

Sehr frühzeitig tritt uns in den evangelischen Berichten 
der Begriff des xaivdg (= veog) im Gegensatz zu dem na- 
Xaiög (= d^;^a«off) entgegen. Vgl. ^ 5, 12—15 = Lc. 5, 36—38. 
Mt 9, 16. 17. Mc. 2, 20. 21. Außerdem zu dgxatog A 6, 19. 22. 
24. 27 = Mt. 5, 21. 27. 33. 43. Derselbe Gegensatz spielt auch 
in den paulinischen Briefen eine Rolle. Vgl. 

naXai,6g und xai,vhg äv&gconog — Col. 3,9. 10. Eph. 2, 15. 

4, 22-24. R. 6, 6. 
naXaiä Cvjurj und vSov (pvgajua — 1. C. 5, 7. 
xd äQxoiCL und xaivij xxloig — 2. C. 5, 17. Gal. 6, 15. 
xaivdjrig C(orjg — R. 6, 4. 6 und Iv xaivörrjTi nvevfxaxog 

xal ov TtaXaiorrjTi yQdjußJuiTog — R. 7,6. 
Xovtqöv ävaxaiv(ooecog — T. 3, 5. 

Daß Paulus die Begriffe xaivög und jiaiaiog aus derselben 
Quelle geschöpft hat, die den drei Synoptikern floß, wird erst 



166 Resch, Panlinismas. IL EinzeluntersachangeiL 

vollends evident dnrch die sprachliche Feststellung bezüglich der 
von naivög, viog, naXatög abgeleiteten Derivata. Vgl. Teil IQ. 
§ 9. Der Begriff des xaivdg gipfelt zuletzt in der Stiftung der 
xaivfi dux&fixrj. Vgl. Exe. 118. 

8. nT0}i6g, nrcoxBveiv, 

Kaum ein Abschnitt der Logia ist von Paulus so aus- 
genützt worden, wie die Bergpredigt. Schon der erste Maka- 
rismus klingt an in 2. C. 6, 10: cbg mcoxoi, noXXovg dk nlov- 
xl^ovxeg und 2. C. 8,9: dC vfiag iTiTCox^vaev, nXovoiog 
&v, tva vfielg rfj ixeivov nnox^^^ nXovtijorfre. Die Neigung 
des Apostels, ethisch lautende Aussprüche Jesu christologisch 
zu wenden, ist begründet in der tiefen Ähnlichkeit zwischen 
Jesu und den Seinen, denen er zuruft: jud^exe äji i^wv. Zu 
der Armut des Lebens Jesu vgl. Mt. 17, 27, sowie A 11, 46 = 
Lc. 9, 58. Mt. 8, 20. Daß Paulus auch den Wehruf ^ 6, 14: 
oial ifuv Tciig nXovaloig, den nur der dritte Evangelist (Lc. 
6, 24) aus der Quelle überliefert hat, ebensowohl kannte wie 
der Verfasser des Jakobusbriefs (Jac. 5, 1), wird in l.C. 4, 8: 
fjdri inXovrijaaTe sichtbar. Der Gegensatz von 7tT(üx6g und 
TiXovoiog liegt auch der späteren Perikope A 30, 22—25 zu 
Grunde, welche von Lc. und Mc. (nicht aber Mt.) berichtet 
und von diesen in die Zeit des letzten Aufenthaltes Jesu in 
Jerusalem verlegt ist, der Perikope von dem Scherflein der 
Witwe (Mc. 12,41-44. Lc. 21, 1-4). Diese Perikope gipfelt 
in dem Herrenworte von dem jisglooev/uia der nXovaioi und 
dem variQrjjua (Mc. ioxiQtjoig) der x^Q^ tctcüxt^- Die pauUnischen 
Anklänge an dieses Herrenwort (2. C. 8, 14: t6 v/ucov ne- 
qIooev fia und t6 ixeivcov voTiQtj/j.a, Phil. 4, 12: olda xal 
negiaoeveiv xal ioTegeiO'&ai) machen es wahrscheinlich, 
daß dem Apostel diese Perikope nicht unbekannt gewesen ist. 

9. Tteiväv, x^Q'^^C^^'^^^' 

Die zweite Seligpreisimg: juaxägioi ol neivcbvTeg xal 
ditp&vTcg, ÖTi xoQtaoOijaea'^e (^ß^9 = IjC, 6^22. Mt. 5, 6) 
findet ihr paulinisches Echo Phil. 4, 12: jn€/j.vtj/uiai xal x^Q'^^' 
Cso'^ai xal neiväv, ebenso der nur von Lc. berichtete Weh- 
ruf we^ 6, 15 = Lc. 6, 25: oval vjuTv ol ijUTzenkrjoiLiivoi in 
l.C. 4, 8, wo das tjdtj xBxoQeofxivoi iori dem iTiiovri^aare 
unmittelbar geradeso nachfolgt wie die ifinenkriofiivoi in 



TtTiox^' nsivdr, xlaieiv. di(ox8tv, Sttoxeo^t, n&oxtw, 167 

Lc. 6, 25 den nXovoiot, in Lc. 6, 24. Übrigens wenn Clemens 
AI. zu Lc. 6,21 für x'^^^^^^^^^ ^^^ synonymen Übersetzungs- 
varianten lfmki]a&fjvai, nXYioßfjvai (vgl. PT. IQ, 64 f.) vertritt 
und Paulus die weitere Übersetzungsvariante xexoQeajLtivov 
elvai anwendet, so ist an ^ 22, 12 = Lc. 15, 16 zu erinnern, 
wo neben dem canonisch-lucanischen ye/uloai rrjv xoiJUav Cod. D 
yogftaa&fjvai, die Const. ifutkrja^vai, Orig. xoQeo&^vai als gleich- 
wertige Varianten vertreten. Vgl PT. HI, 423. Das in 1. C. 4, 1 1 
€L}i{ xexoQeojuivoi in v. 8 nachfolgende neivayfjev xai ditp&fxev 
erinnert gleichfalls an ^ 6, 9. 15 = Lc. 6, 21. 25, zugleich auch 
an ^ 25, 34 = Mt. 25, 44. Vgl. Exe. 98. 

10. xXaieiv, nev&elv, XvneTo&ai, 

Auch in Bezug auf den dritten Makarismus der Berg- 
predigt (^ 6, 10 = Lc. 6, 2t. Mt. 5, 4) sind paulinische An- 
klänge vorhanden. Das Stichwort dieses Makarismus ist ims 
in zweifacher Übersetzung erhalten: ol xialovreg bei Lc, 
ol ut€V'9ovvt€g bei Mt., imd zwar so, daß in dem correspon- 
dierenden Wehruf ^ 6, 16 = Lc. 6, 25 (= Jac. 4. 9) neben dem 
xXaUiv auch das Ttev&sTv vertreten ist. Paulus geht in 1. C. 
7, 30: ol xXaiovxeg cbg ju^ xkalovteg — mit Lc, gebraucht aber 
2. C. 7, 9—1 1 XvTieio'&ai als eine dritte Variante. Vgl. auch 
2. C. 6, 10: (bg Xvnov fievot, äel dk x^^QOvreg. Dagegen in 
der zweiten Hälfte des Makarismus berührt sich Paulus nicht 
mit dem lucanischen yeXdosTs, sondern mit dem naQaxkYj^ 
9f]oovtai des Mt. Vgl. 2. C. 7, 13: naQaxexkrifjLe&a. Die 
damit zusammenhängende naQdxXrjoig in 2. C. 1,3—6 trifft mit 
Lc 6, 24 = ^ 6, 14 zusammen: äjiixere xfjv nagoxirjaiv v/bicav, 

11. dicoxeiv, did>xea&ai, ndoxeiv. 

Das Activum ÖKÜxetv findet sich in den Logia sieben- 
mal, nämlich fünfmal nur bei Mt., einmal nur bei Lc, einmal 
nur in Cod. D. Vgl. ^ 6, 1 1 = Mt. 5, 11 . Lc. 6, 22 (Lc. d<^o. 
giacooiv, Mt. ökoScdoiv)^ ^ 6, 13 = Mt. 5, 12. Lc. 6,23 (Lc 
rä amä inoiovv, Mt. idlw^av), ^ 9, 32 = Mt. 10, 23 (Mt. 
di,(bx(üoiv, Ephraem: /xi] dexcovrai)^ A 16,23 = Mt 23,34. 
Lc. 11,49 (Lc ixötw^ovaiv, Mt. didj^ere)^ ^ 25, 6 = Lc. 
17, 23. Mt. 24, 26 (Lc. jurj ÖKo^rjTe, Mt. fii] Ttiörevarjre) ^ A 
31, 21 = Mt. 24, 10 (dico^ovaiv), ^ 6, 28 = Lc 6, 28. Mt. 5, 44 



Ißg Resch, Paolinismus. II. EinzelantersachnngeiL 

(Lc: iTirjQeaCovKov, Mt.: dicoxövzcov, Cod. D: httiQed^ovKov xal 
dicoxövTcov). Außerdem kommt noch der außereanonische Text- 
bestandteil Ji 9, 33 zu Mt. 1 0, 23 nach dem Diatessaron, Cod. D, 
Ephraem, Orig. in Betracht, wo di(6x(oaiv (nach dem Dia- 
tessaron ejicient) zu lesen ist. 

Für das Leben des Paulus besaß das did>xeiv eine ent- 
scheidende Bedeutung. Dreimal berichtet er das Wort des 
yerklärten Jesus: ti fu dicoxeig. Vgl. Act. 9,4; 22,7; 26, 14. 
Dreimal wiederholt er das Selbstzeugnis des yerklärten Herrn: 
iy(6 etjLu Utjaovg, 8v ov didixeig. Vgl. Act. 9, 5; 22,8; 26, 15. 
Dreimal spielt Paulus in seinen Briefen auf diese Jesusworte an: 
I.e. 15,9: i oleosa tijv IxxXrjoiav, l.T. 1, 13: tö ngdregov 8vta 
ßXdoq>rifiov xal dKoxtrjv, Gal. 1,23: 6 dicoxcov fifiäg nore. 

Was Paulus einst an Jesu Jüngern getan, das mußte er 
später als Jünger Jesu selbst an sich erleiden. Vgl. 1. C. 4, 
12. 13: XoidoQOVßievoi eikoyovfiev, dicoxd/Lievoi ävex6/A€&a, 
ßXaoq)ri fAov p,evoi oder dvo(prjfjLov/jievoi naQoxalovfJisv, Die 
Verwandtschaft mit ^ 6, 11 = Mt. 5, 11. Lc. 6, 22 ist hier 
unverkennbar. Vgl. -^ 6, 1 1 : /laxägiol ioxe, Szav fuorjoiooiv ifiäg 
ol äv&Qconoi xal did>^Q}aiv vjLiäg xal öveidloiooiv xal ßXaotprj^ 
fi-fjocooiv evexBv l/wv. Die Variante ßXao(prifieiv habe ich nach 
Const. n, 8 in den Logiatext aufgenommen. Vgl. PT. IQ, 66 f. 
Dieses ßXaaqrrifieXv oder ivaqrti/uieTv ist Mt. 5, 1 1 durch ebieiv 
näv novTjQÖv, Lc. 6, 22 durch bcßdXXeiv tö Svofxa <hg JiovtjQdv 
umschrieben. Die Variante ßXao(pri^Xv in Verbindung mit 
duoxeiv wird auch durch l.T. 1,13: ßXda(prifAov xal ÖKoxrrjv 
bestätigt. In 1. C. 4, 12. 13 klingt gleichzeitig ^ 6, 28 = Lc. 
6,27.28. Mt. 5,44D an: evXoyeiTe xovg xaxagoifAivovg vfiag, 
TiQoaevxsa^e vTikg tcov kiYjQea^dvraiv xal di(Dx6vT(ov vfiäg, 
wozu die mit xaragäa^ai gleichbedeutende Übersetzungsvariante 
XoidoQeTv = ttp nicht bloß durch Paulus und 1. P, 2, 23, sondern 
auch durch außereanonische Zeugen (Hom. Clem. LH, 19; 
Xn, 32; Ep. ad Diogn. V, 15 vgl. PT. HI, 71 f.) vertreten wird. 
Fehlt an diesen Stellen in den Lucas -Parallelen gerade dieses 
von Paulus bezeugte ditoxeiv, so hat der dritte Evangelist auch 
das Logion ^ 28, 8 = Mt. 5, 10 weggelassen, in welchem das 
Passivum duoxeo^i auftritt. Vgl. Mt. 5, 10: juiaxägioi ol de- 
diioyßiivoi Svexev dixaioavvvjg, Sri ain(bv lariv ij ßaaiXela 
rcbv ovQav(bv, Zu diesem Logion sind mehrfache canonische 
und außereanonische Varianten zu notieren. An Stelle des — 
auch von Zahn als unzutreffende Übersetzung des semitischen 



Grundtextes anerkannten — Partie. Perf. deÖKoyptivoi bietet 
Folyc. n, 3 in Übereinstimmung mit 1. C. 4, 12 dicoxdjLievot, 
außerdem der Verfasser der Constitutionen (V, 2) in Überein- 
stimmung mit l.P. 3, 14 TtdaxovTsg. Zu dicoxetr&ai vgl. 2. C. 
t2, 10: iv dicoyfioXg . . vTikg XQiarofj, 2.T. 3, 12: Tidvteg ol ^iXovreg 
C^ eiaeßüK Iv XQiöTcp*Irjaov dicox^i^oovrai. Zu ndax^ty vgl. 
Phil. 1, 29: ixaglo^ rd vtüq XQiarov . . Ttdaxsiv, Phil. 3, 9. 10: 
tipf ix ^eov dixaioovvi]v . . xal xoivcDviav na^tj/utdrcov airov, 
R. 8, 17: €i7t€Q [ovv Tcp Xqiot0] avvjtdaxojuev. unmittelbar 
nach einander gebraucht Paulus beide Varianten 2. Th. 1,4.5: 
iv Jiäoiv ToTg dicoyßioTg vfxcbv . , elg rd xaTa^ico^vai ijuäg t^g 
ßaoiXelag xov ^eov, vTzkg ^g xai ndax^^S' Hier tritt zu- 
gleich deutlich ans Licht, daß Paulus anstatt Mt. 5, 10^: Sri 
airdn^ laxiv ij ßaoiXela xa>v oigavcbv, von dem ersten Evange- 
listen abweichend, seinerseits denselben Text wie Polycarp 
11,3: Sti avTÖJv lariv ^ ßaoiXeia xov '&€ov, vorausgesetzt hat. 
Daß der Apostel did>x€a^ai und ndoxeiv als Synonyme behan- 
delt, zeigt sich auch Col. 1, 24: x^^Q^ ^ ^^% na^ijßiaaiv, 
verglichen mit ^6, 11. 12 = Mt. 5, 11. 12. Lc. 6, 22. 23°: Stav 
dtcb^cooiv vfiäg . . . ;|ra/߀Tfi. 

Die sprachliche Identität der Synonyme dic&xea&ai und 
Tidaxsiy auf Grund des hebräischen Urtextes beruht auf der 
Wurzel nw = dic&xeiv, niy = ditoxeo^ai, ndoxeiv. Vgl. Jes. 53,4: 
ntTQ als Bezeichnung des leidenden Messias. 

Hat Lc. alle diese paulinischen Parallelen sich entgehen 
lassen, so bietet er Lc. 11,49 = Mt. 23, 34. ^16,23, wo er 
neben dem dicoxeiv des Matthäus- Textes das Compositum ix- 
ÖKÜxeiv liest, eine speziell paulinische Parallele zu dem Ix- 
di<oidvT(ov in 1. Th. 2, 15. Vgl. Exe. 61. 

12. öveidlCsiv. 

In dem Herrenwort ^ 6, 1 1 tritt zu dem dicoxeiv mit seiner 
lucanischen Variante äfpogiCeiv und zu dem elneXv näv no- 
vrjQÖv (Mt.) = IxßdXXeiv to övofxa (bg Ttovrjgdv (Lc.) = 
ßlaotprjfieXv (Didasc, Const., Herm.) noch das beiden Befe- 
renten (Mt. und Lc.) gemeinsame dveiöll^eiv, welches 1. P. 4, 14 
in dem Makarismus wiederkehrt: et dveidlCeo^e iv &v6/jian Xqi~ 
oxov, jMxxdgioi. In den paulinischen Briefen findet sich dazu 
keine Parallele, wohl aber im Ebräerbrief, und zwar so, daß das 
dveidlCea'9ai Svexev ifxov (Mt.) = Svexev xov vlov xov än^Qconov 



170 Resch, Paalinismns. IL Emselnnteraachmigeii. 

(Lc.) in einen dveidia/LLÖg rov Xqujtov, den seine Jünger anf 
sich nehmen müssen, sich verwandelt hat, und femer so, daß 
auch der urtextliche Nachsatz: Idov 6 fxia^6g vfjL&v noXvg Iv 
roig oigavoTg im Ebräerbrief deutlich sich wiederspiegelt. Ygl. 
Ebr. 10, 33. 35: tovto fiev öveidiöfioTg . . . fiey&Xriv fiia^ano- 
doolav, Ebr. 11, 26: rdv dveidiafxöv rav Xqujtov' AnißleTtev 
yäg eis jijv fxio^anodooiav , Ebr. 13, 13: öveidiofibv aixov 
q>igoyT€g, Das djiißXejiev scheint sogar speziell auf das Idav 
in Lc. 6, 23, welches in der Parallele Mt. 5, 12 durch Sri ersetzt 
ist, zurückzuweisen. 

Zu dem oben erwähnten ßlaotprifxeXv, welches in zahl- 
reichen Handschriften zu I.Petr. 4, 14 sich findet, bildet die 
ßXaoiprifiia in Eph. 4, 31 eine wörtliche Parallele, die iva- 
qnjjua in 2. G. 6, 8 eine nahe verwandte Variante, während der 
daneben gebrauchte Ausdruck eixprjfiia auf das xal&g elneiv 
in ^ 6, 17 = Lc. 6,26 sich zurückbezieht. Auch der l6yog 
aangög (Eph. 4, 29) ist mit dieser ßlaoqyqfua sowie mit dem 
dvtidlitiv nahe verwandt. Vgl. dazu >i 6, 51 = Lc. 6, 43; 
Mt. 7,17.18; 12,33: divögov aangöv, xagnovg oangovg. 

13. ögyiCeo^ai. 

In der Nichtberücksichtigung des urtextlichen Logion 
Mt. 5, 22 = ^ 6, 20 hat Lc. wie so oft wertvolle Parallelen 
des Paulinismus unbeachtet gelassen. In der Belehrung über 
die Würdigkeit zum Abendmahlsgenuß 1. C. 11, 27 fr. hat Paulus 
dieses Herrenwort im Sinn. Vgl. das ^voxog forac rfj xQioei 
aus Mt 5,22* mit dem ^voxog 1. C. 11,27, mit dem xglfia 
eavTcb ia&Ui \ . G. 11,29, mit dem ^^arax^ci^cD/icv 1. C. 11, 32, 
sowie mit dem jurj elg xQifxa ovveQxtiode 1. C. 11,34. An 
^6, 20 = Mt. 5, 22V nag 6 ÖQyiCöjuevog erinnert Tit. 1 , 7 : 
jbii] ÖQyiXov, Eph. 4,31: näoa Jiixgla xai '9vjudg xal ögyrj 
xal xgavytj xal ßXaoq^rjjuUa äg'^xw ä(p' vjucov, Eph. 4, 26: dgyl- 
Cea^e xal juij äfiagxdvete. Letzteres trifft zwar wörtlich mit 
Ps. 4, 4 (LXX) zusammen, könnte aber zugleich als Bestätigung 
für den auäercanonischen (von Cod. D, Syr. Cur., Diatess., zahl- 
reichen Italae, Hom. Clem., Iren., Eus., Didasc, Const be- 
zeugten) Zusatz dxfj zu ögyiCöjLievog betrachtet werden, wozu 
noch Col. 2, 18: eix^ (pvaiovjLievog und Exo. 181 zu vergleichen 
ist. Aber auch zu Mt. 5, 22*" bieten die paulinischen Schriften 
Parallelen. Vgl. 



SqyK^o^cu. vai, ofifiv. 



171 



A 6,21=Mt.5,22b. 

r(p dSeX^ip avxov * 
gaxa . . o^ ö av 



Eph. 5, 3. 4. 

h v/Aiv , xa^üK 
jtQejtet ayloig, xai 
aloxQ^TVis xai 
/KOQokoyia tj' 
evxQOJieXla, a ovx 
dyrjxev 



Col. 3, 8. 

vwi de djio&eods 
xai v/ieTg rä Jidvra, 
Sgyi^v, &v/ji6v, 
xaxlaVf ßXaofptj- 
fiiav, aloxQo- 
Xoylav Ix tov 
OTÖfÄaTog vfiwv 



Eph. 4, 31. 

Ttäaa jiixqla xai 
^fwg xai dq^ri 
xai xgavyvi xai 
ßXao<pfjfiia dg- 
T^tjto) d(p* vfiöijy 



Hier sind nicht nur ßkaatprifiia und alaxQoXoyia als 
Folge der dgyij gedacht, ganz wie in dem Herrenwort Mt. 5, 22 
das elneiv ^axä und cljieTv /xcogi an das ÖQylC^o'&ai an- 
geknüpft ist, sondern durch die Yergleichung von Eph. 5, 3. 4 
mit Col. 3, 8 wird es auch klar, daß alcxQ^'^^s» aiaxQO- 
loyia lud fimqoXoyia eng verwandte Begriffe sind, daß 
sonach etneiv jncogi mit jiKOQoXoyia, elnelv ^axd mit 
aloxQoXoyta und aioxQ^T^tjg sich deckt. Es erscheinen 
mithin die Einfügungen xa^ojg nginei äyloig und 5 ovx ävfjxev 
als Bezugnahmen auf Herrenworte, bezüglich deren der Apostel 
▼oraussetzen konnte, daß sie den Lesern nicht unbekannt waren. 

Wie Zorn und Unversöhnlichkeit in Bezug auf das Abend- 
mahl die Unwürdigkeit nach sich zieht (vgl. 1. C. 11,27. 34), 
so auch in Bezug auf das Gebet, welches x^Q^ dgy^g xai 
öiaXoyiofxov geschehen soll. Vgl. 1. T. 2,8. Mc. 11,25 = 
A 24, 27. Jedenfalls weist es auf eine nähere Verwandtschaft 
hin, wenn 1 . T. 2, 8 in den Worten : ßovXofxai ohv jiQooevxeo^ai 
Tovg ävögag iv navxl rönq) inatgovrag öoiovg x^^Q^^» ganz 
so wie Mc. 11, 25 = ^ 24, 27: Srav ovv ott^xstc Jigooevxdß^i'^voi, 
die stehende Stellung des Beters angedeutet ist. Dem exsiv 
ri xaxd xivog in Mc. 11,25 entspricht Mt. 5, 23 = >i 28, 44 : 
xäxeT ixvrio'&fjg , Sri 6 ädeXq)6g oov ^x^^ ^* xaxä aov, vgl. 
Col. 3, 13: idv rig Jigog xiva ixTI j^ojLKpijv, Die von Zorn 
und Unversöhnlichkeit freie Grundstimmung des Betenden for- 
dert auch die fünfte Bitte des Herrengebetes. 

14. vai, äjbirjv. 

Wie Eph. 4, 26: ögyl^ea^e xai fjLfj äjuagrävere mit Mt. 
5, 22* = ^ 6, 20: nag 6 ögyi^o^evog xxX, in Parallele steht, so 
Eph. 4, 25*: äno^i/jisvoi rd xpevdog XaXeixe äXi^'&eiav mit 
Mt. 5, 37* = ^6, 26': iarco v/xcbv 6 Xöyog rd val vai xai t6 
od oi, so auch Eph. 4, 27: /titjök didore zönov tw diaßöXq) 
mit Mt. 5, 37^ = >i 6, 26^: xo di negioobv tovtwv ix tov no^ 
vrjgov (= diaßoXov) iariv, so wahrscheinlich auch Eph. 



172 Resch, Faulinismus. II. Einzelanteraachaiigen. 

4, 25**: Beaarog fuxä rov jiXrjalov alrov, Sri lojahv dJU^JUov 
fjiiXfi mit Mt. 5, 43 = >i 6, 27: dyam^oeig xdv nirjalov oov. 
In ganz ähnlicher Weise ist die Gedankenverknüpfung Col. 3, 8 : 
&n&&eo&e ÖQyijv . . . aloxQoloyiav= Mt. 5, 22 = ^6, 21: Jtag 
6 ÖQyi^ö/xevog , . 3g S* äv etnjj §axd xiL, und Col. 3,9: 
fxil tp€vdeo'9e eig äXXi^Xovg = Mt. 5, 37 = ^ 6, 26: &tö> i/idßv 
6 Xöyog tö val val, xal tö oD oi. Paulus hat also dieses 
letztere Herrenwort nicht als ein Verbot des Eides, son- 
dern als ein Gebot unbedingter Wahrhaftigkeit, die mit 
der Bruderliebe eng verknüpft sein mußte, aufgefaßt. Unter 
dem TUQUJoov rovrwv hat Paulus nicht die über die einfiEiche 
Versicherung hinausgehenden Eidesworte, sondern die Lüge 
verstanden, die von der Wahrheit abweicht. Das yrevSea^at 
ist ihm ein xönov öidövai t0 Siaßölq). Eph. 4, 27. So 
teilte er die von Clem. AI., Cyrill. AL, Ephraem, Greg. Nyss. 
zu Mt. 5, 37^ vertretene Lesart: ix rov öiaßöXov (= Ix 
rov 7iovi]Qov). Diese Auffassung trifft mit dem johanneischen 
Herrenworte zusammen, daß der SidßoXog der Vater der 
Lüge sei, daß die Lügen ix tov nargög rov diaßöXov seien. 
Vgl. Joh. 8, 44. — Zahn bemerkt (Matthäus-Commentar 8. 244 
Anm.) sehr richtig, daß sowohl sachlich als sprachlich gegen 
die Deutung auf den Teufel nichts einzuwenden wäre, ,wenn 
es sich um die Lüge (Joh. 8, 44) oder irgend eine Gestalt der 
Sünde handelte. Mit welchem Rechte aber' — fahrt er fort 
— „die über das bloße Ja oder Nein hinausgehenden Aus- 
drucksweisen, deren sich die heiligsten Männer des A. Ts., 
Gott selbst und auch Jesus bedient haben, als Erfindungen 
oder Ausgeburten des Teufels bezeichnet sein sollten, wäre 
nicht zu sagen.^^ Er kommt unter gleichzeitiger Verweisung 
auf die von mir PT. H, 96 gegebene Tabelle canonischer und 
patristischer Parallelen zu dem Schluß, daß die Jac. 5, 12 ver- 
tretene, von Just., Hom. Clem., Clem. AI., Epiph., Const, Eus., 
Cyr. AI. sekundierte Fassung: fjro) oder Saro) i/ncov rd val val 
xal rd oD ov den Urtext zutreffender wiedergebe, als die 
,weniger glückliche' Übersetzung in Mt. 5, 37. Das Logion 
enthalte sonach die Forderung, „sich der vollen Wahrhaftigkeit 
in allen Aussagen zu befleißigen^^ So hat auch Paulus dieses 
Herrenwort aufgefaßt. Damit harmoniert es, daß er (wie 
Jac. 5, 12) t6 val vai xal rd oß ov 2. C. 1, 17 geschrieben hat, 
in welcher Fassung ich es auch in die Textausgabe der Logia 
aufgenommen habe. 



vai, äfii^v, 173 

Neben der ethischen Verwendung des Logion in Eph. 
4,25 und Col. 3, 9 hat Paulus noch eine christologische 
Verwertung desselben gegeben, welche in 2. C. 1, 17—20 vor- 
liegt. Von der Versicherung ausgehend, daß die Corinther auf 
seine eigene unbedingte Wahrhaftigkeit sowie auf die Zuver- 
lässigkeit seiner Mitarbeiter Timotheus und Silvanus sich ganz 
und gar verlassen können, schreitet v. 20 seine Rede zu der 
dem Apostel allezeit naheliegenden Betrachtungsweise fort, 
durch welche die Worte Jesu zugleich eine tiefe christologische 
Bedeutung gewinnen. Christus selbst ist ihm der persönliche 
Garant der göttlichen Wahrhaftigkeit, der Bürge dafür, daß 
ntmdg 6 'äeög und jede biayytUa Gottes in ihm und durch ihn 
als wahrhaftig erwiesen sei. In sprachlicher Hinsicht ist hier- 
bei eine interessante Beobachtung festzustellen. Wenn nämlich 
V. 20* der Apostel sagt: Soai yäg biayyeUai d'cov, h avT(^ xd 
val, und dann in v. 20^ fortfahrt: di6 xal dC avrov t6 äfxriv 
T<p ^eq> TtQÖg dd^av, so ist es klar, daß er x6 vai und rd äfxrjv 
als vollkommen synonym behandelt, mithin in dem Herrenwort 
Mt. 5, 37 = ^ 6, 26 rd val vai als Übersetzung des hebräischen 
Grundwortes t6 ä/iijv = •)«« voraussetzt. Durch die synoptischen 
Parallelen ui 16, 25 = Lc. 11, 5P: val Uyo) v/uv und Mt. 23, 36: 
d/i^v Uyo) ipuv sowie durch Apoc. 1,7: vai, ä/LLijv wird diese 
Wahrnehmung bestätigt. Und wenn Apoc. 3, 14 Jesus als 6 
äfiYiv, 6 fjtdQTvg 6 nundg bezeichnet wird, so führt diese chri- 
stologische Benennung nicht bloß auf sein eigenes vai und äfxriv 
zurück, sondern zeigt auch den Weg der Nachfolge Christi, 
auf welchem seine Jünger durch unbedingte Wahrhaftigkeit fjudg- 
TVQtg matoi werden sollten. Man vgl. wegen der Identität von 
v€d und AfArfv auch Zahn, Matthäus S. 247, besonders Anm. 121. 

In die große antipharisäische Rede Mt. 23 hat der erste 
Evangelist einen nur ihm eigentümUchen Abschnitt Mt. 23, 16-22 
= A 28, 29—36 eingeschaltet, welcher von dem ifxvveiv handelt. 
Von diesem Abschnitt findet sich in der ganzen paulinischen 
Literatur nicht ein einziger Anklang. Dagegen wird das Wort 
Ebr. 6, 16: ävi^Qwnoi yäg xard rov fiei^ovog öfxvvovoiv in 
seiner Genesis verständlicher, wenn man dabei eine Rück- 
bezugnahme auf A 28, 30 = Mt. 23, 17: lig /LteiCcov iaxiv; 6 
XQvadg fj 6 vadg 6 äyidCcov rdv ;t^o<Jv; im Auge behält. Vgl. auch 
^ 28, 32 = Mt. 23, 19: ri yäg fieUov, x6 öcoqov fj rd ^oiam^- 
Qiov x6 Ayid^ov rd döJQov; so Ebr. 6, 16: elg ßeßaimoiv 6 Sgxog 
mit dem dipeiXet A 28, 29 = Mt. 23, 16; A 28, 31 = Mt. 23, 18. 



174 Reschi Paolinismas. ü. Einzeluntersuchongen. 



15. xaTaQäa'9ai, ioidogeiv. 

Die Identität von xaxaqäo'&ai, und loidogelv als Über- 
setzungsvarianten von %r ist bereits in Exe. 11 und PT. m, 71 f. 
nachgewiesen und an letzterer Stelle durch Bezugnahme auf 
1. Sam. 17, 43; Hieb 3, 1 ; Kohel. 7, 22; 10, 20, wo \kp, von den 
LXX mit xaraQäo'&ai, von Symmachus mit Xoidogeiv wieder- 
gegeben wird, näher begründet. Ebendort sind auch Belege 
aus der patristischen Literatur beigebracht, nach welchen neben 
der canonischen Fassung von Lc. 6,28^: evloyeixe rovg xara- 
QcojLtivovg vfiäg eine außercanonische Fassung: evloyehe rovg 
ioidoQovvrag v/näg in den Hom. Clem., in der Ep. ad Diogn., 
in der Epitome Clem. nebenhergeht. Diese Variante reicht bis 
in die epistolische Literatur des N. T. zurück. Vgl. l.P. 3,9: 
/jiTj &nodid6vxeg . . . loidoglav ävrl XoidoQiag, xovvavxiov de 
evXoyovvTsg, 1. C. 4, 12: XoidoQOVfxevoi evloyovfiev, 
aber auch R. 12, 14: evXoyeTre xai /nrj xaxagäo'&e. Die 
paulinische Benützung des Herrenwortes >i 6, 28 = Lc. 6,28** 
ist dadurch außer Zweifel gestellt. 



16. xglveo'&ai, xgi'&fjvai. 

Das Herrenwort ^ 6, 32 besitzt neben der in die Text- 
ausgabe der Logia aufgenommenen Fassung: t0 afgovri oov 
rd Ijbuiuov ödg xal rdv ;jf«Tcava noch verschiedene Textgestalten 
bei Clem. AI., Cerdo, Orig., in der Aidax^^j in den Cle- 
ment inen. Vgl. PT. ni, 76— 78. In der lucanischen Relation 
lautet es Lc. 6, 29 ** : äjid rov aiQOvrög oov rb Ijudiiov xal x6v 
ya(bva fii] xo}Xvoj]g, Eine wesentlich abweichende Text- 
gestalt vertritt Mt. 5, 40: Tcp ^iXovxl ooi xQi'&rjvai xai t6v 
XiTcbvd oov Xaßeiv, ätpeg avTa> xal xö l/xdxiov. Gerade zu diesem 
Text finden sich paulinische Anklänge. Vgl. l.C. 6, 1: xoX/aq 
xig vjLicbv TiQäyjLia ^x^^ Ttgög xdv hegov xQlveo^ai, l.C. 6, 7: 
ijörj jukv oXü)g fjxxrj/na ifjuv loxiv, 8xi xQljuaxa ^x^^ A^* iavx&v, 
Siä xl ovxl juäXXov ädixeio'&e; diä xi oixl fJ^XXov äTtooxeQeio^e; 
— Man beachte den gleichen Gebrauch des xQiveo^i, xQv&rjvm 
mit der Bedeutung: ,vor Gericht streiten, processieren', sowie 
die Anklänge an &dixeTo'&aif AjiooxeQeio^ai, Vgl. Zahn, Matthäus 
S. 248, Anm. 125. 



17. yqrioxög, ;|r^?yoTfii;£ai?ai. 

Auf Grund der aufiercanonischen Parallelen ist PT. III, 
85—88 dargetan, daß der Quellentext von Mt. 5,48 = Lc. 6, 
35. 36 von keinem der beiden synoptischen Referenten unver- 
kürzt wiedergegeben ist. Man vgl zu A 6, 42 

Mt. 5, 48: eaeods ovv v/nets rsXeioi wg 6 jiarrfQ v/A(bv 6 ovgdviog 

xsXei6g iauv 

Lc. 6, 36: ylveo-^s olxxlqfiovBg xadoyg 6 nartjQ vfidh' [v. 85 XQV^'^*^^] 

oIxtIq^cdv eaxlv 

Justin: ylvso^s XQV^^^*^ ^°'' olxxiQfiovsg (bg xal 6 naxrjQ v^&v 6 

ovQoviog X9*i^^^^ soTiv xai oixTlQfiünv 

Eph. 4,32*: ylvBO&e ... XQV^^^^* svaziXayx^^*^ 

Eph. 5, 1: y Ire öde ovv fiifirjxal xov '&sov 

Hom. OL: ylvso-&s dya^oi xai olxxiQfJioveg wg 6 jiaxrjQ 6 h xoXg 

ovoavotg. 

Das äya&og, welches neben den Clementinen auch Epi- 
phanius (Haer. LXYI, 22) bietet, ist selbstverständlich ebenso 
wie XQV^^^ *^f ^''^ zurückzuführen. Zu oIxtiqjükov und e^onkay- 
Xvog vgl. Exe. 18, zu XQV^'^^^ Mt. 11, 30 = ui 12, 36. Als die 
Oesinnimg, welche den Jüngern Jesu zukommt, bezeichnet 
Paulus 2. C. 6, 6. Gal. 5, 22. Col. 3, 12. Tit. 3, 4 die XQV<J^<^^V^' 
Das Vorbild menschlicher xQV^^V^ ^®^ ^^® XQV^'^^'^V^ ^®^ 
^€ov R. 11, 22; Eph. 2, 7 oder rd XQV^"^^^ ^^^ ^^^^ ß- 2, 4. 

In dem außercanonischen Texte von Clem. R. I, 13, 2 = 
^6,44.46 tritt uns der Satz entgegen: (bg ;f^?yaT£iJca^£, 
ovrcog xQV^'^^'^^V^^'^^^ vfuv. Man beachte die Verwandt- 
schaft mit dem Logion A 6, 42 nach dem Urtext : ylvea^e 
XQtlOTol . , , (bg xal ö JiarijQ vfxcbv XQV^'^^^ iativ und vgl. 
dazu 1. C. 13, 4: ij äydjirj xQ^orevexai, Nicht bloß Mt., sondern 
auch Lc. haben dieses durch Paulus beglaubigte XQV^^^^^^'^ 
unberücksichtigt gelassen. Dagegen hat Lc. in den Actis aus 
den paulinischen Reden eine Stelle aufbewahrt, in welcher 
die mit XQV^''^^^ gleichwertige Variante &ya'96g durchleuchtet 
und zugleich der Zusammenhang mit dem — von Lc. im Evan- 
gelium nicht, sondern nur — von Mt. erhaltenen Textbestandteil : 
&ii xbv fjhov avTOV ävariXlet knl jiovrjQOvg xal äya'&ovg xal 
ßO^X^'' ^^ dixaiovg xal ädlxovg für denjenigen hervortritt, 
welcher die außercanonischen, durch die Hom. CL, Const., 
Pseudo-Ign., Epiph. vertretenen, Varianten: ßgix^i avxov xbv 
ieröv, naQix<*>^ Tovg vezovg avxov, xbv vexbv avxov {(peqev 



176 Resch, Panlinismos. U. EmzelanterBuchmigen. 

— in Betracht zieht. Vgl. Act. 14, 17: ovx äfidqxvQov airbv 
&(prJH€v &ya^ovQya>v, oiQavMev vfiiv ierovg didovg. 
Zu xon^^^^^^^ ^g^- Agrapha 8. 96f., 136—140. 273. 

18. olxxlQfKüv, efjajilayxvog. 

Im N. T. findet sich oixriqfKov nur Lc. 6, 36. Jac. 5, IL 
Es geht auf i;iärT\ zurück und ist von Paulus Eph. 4, 32* durch 
das gleichwertige eionXayxvog ersetzt. Wie nahe bei Paulus 
beide Begriffe sich stehen, zeigt Phil. 2,1: et rig onldyxva 
xal olxTiQfxol, noch deutlicher Col. 3, 12: hdioac^e oiv d)g 
IxXexTol Tov ^eav äyioi xal fiyojirjfjLivoi onXdyxycL olxxiQfiov, 
XQtjOxdTTiTa, Vgl. ^ 6, 42: yiveo^e XQV^''^^^ ^^^ olxxiQfioveg. 
Die weitere Verbindung mit ^ 6, 41, nach Lc. 6, 35: xal Saea^e 
vlol xov xnploxov, nach Mt. 5, 45: SiKog ySvrjtr&e vlol xov jiaxQÖg 
ifjubv, nach Epiph. Haer. XXXTTT, 10: ofioioi yivea^e x(p naxgl 
ifjuov, nach Gonst. ü, 14: ßjHfirjxal eloiv xov naxgdg aixm', 
zeigt sich deutlich Eph. 4, 32. 5,1: ylvea^e de dg dXXijlovg 
XQtjoxol, eiojiXayxvoi . . ylvea&e oiv /LLißjirjxal xov ^eov 
d>g xixva äyanrjxd. Aus diesem letzten Ausdruck, welcher 
bestimmt auf die vlol in Lc. 6, 35 = Mt. 5, 45 zurückweist, 
geht zugleich hervor, daß Paulus auch Col. 3, 12 unter den 
fjyajirj/jiivoi die x6xva äyajitfxd im Sinn gehabt hat. Zu dem 
olxxlQjuoveg tritt noch in außercanonischen Parallelen, so Acta 
Thomae ed. Bonnet p. 56: yivso^e &ya&ot, olxxigfxoveg, iXetj^ 
jixovsg und dem. AI. Strom. IE, 19, 100: ylvea^e, (prjolv öxvQiog, 
IXei^jLtoveg xal olxxiQjLioveg (vgl. PT. IQ, 91 f.), das synonyme 
kXefjfAoveg, welches auch in den Logia sonst nicht fehlt. Vgl. 
>i 28, 39 = Mt. 5, 7 : fiaxdgioi oi iketj/noveg, 8xi aixol ileti^ 
^Yjoovxatf femer ^6, 44 = Clem. Rom. 1,13, 2: Ikeäxe, xal 
iXerj^i^aea^e. Auch bei Paulus kehrt das Verbum lleeir 
öfters wieder. Vgl. namentlich E. 11, 30. 31: vvv dk ^lei^^ijxe 
. . . tva xal aixol vvv Ikerj^cöaiv. — Zu Lc. 6, 35 vgl. noch 
2. C. 1,3: naxijQ xwv olxxiQfxcov. 

19. xiXeiog, 

Genau an derselben Stelle der Logia, wo der nach 
Justin vervollständigte Text von Lc. 6, 35. 36 eingestellt ist, 
nämlich ^ 6, 42 : yiveo&e XQV^^^ ^^^ obaig/Lioveg , d>g 6 natijg 
ifjuüv 6 ovQdviog XQV^^^ ioxiv xal oIxxIq/jicdv , bietet der erste 



ziXeiog. XQlveiVf xaxaxQivsiv, ]^77 

Evangelist ein ähnlich construiertes, aber inhaltlich abwei- 
chendes Logion Mt. 5, 48: Eoeo'&e oiv vjueig teXeioi, (bg 6 nazijQ 
vfjubv 6 ovgdviog xikeiög iaxiv. Weiß (Mt. 175) erklärt diesen 
Text für den ursprünglichen Logia-Text gegenüber dem viel 
zu speziellen otxxiQfxoveg, obaiQ/ncov des Lc. Gemäß den in 
Exe. 17. 18 gegebenen Nachweisen trifft dies nicht zil Eher 
wäre es möglich, daß aus XQV^^'^ (= 0*^3^^) und olxrlQjuoveg 
(= c^son^) der Ausdruck xiXeioi Mt. 5, 48 als eine Synek- 
doche entstanden wäre. Gegen diese Amiahme aber sprechen 
die paulinischen Parallelen, wie 1. C. 14,20: rdlg di q)Q€olv 
rSXeioi ylvea^e, Col. 4, 12: Tva ma'&tjxe riXeioi, Phil. 3, 15: 
Söoi aiv riXeioi, tovxo (pQovwfiev, 1. C. 2,6: XaXovfuv h xolg 
Ttleloig, Eph. 4, 13: elg ävöga xilsiov, Col. 1,28: tva naga- 
aTtjocDjiiev ndvxa är&QCOTiov xUsiov h XQiazqf, CoL 3,14: zijv 
äydnrjv, 8 lonv ovvdea/xog rtjg xeXeidxtjxog, 1. Th. 5, 23: äyidoat 
v/mg öXoxekeig. In allen diesen Parallelen steht die xeleidxrjg 
dem Apostel als Ziel vor den Augen, aber in dem Bewußtsein, 
welches er ausspricht Phil. 3, 12: ovx ^* ^^ iXaßov fj ijdrj 
xexelelcojuai. Im Hinblick auf diese Parallelen, welche sich mit 
der anderen paulinischen Parallele zu Lc. 6, 36 : ylvea&e XQ^^^» 
eioTiXayxvoi (Eph. 4, 32) nicht berühren, dagegen mit Mt 5, 48: 
iaea&e xiXeioi charakteristisch zusammentreffen, neige ich mich 
der Annahme zu, daß dieses letztere Logion als ein selbst- 
ständiges Herrenwort in der synoptischen Evangelienquelle neben 
Lc. 6, 36 existiert hat und von dem ersten Evangelisten bei 
seinem Aufbau der Bergpredigt an Stelle von >i 6, 42 ein- 
geschoben worden ist. Für diese Annahme spricht auch die 
Bekanntschaft, welche der Verfasser des Ebräerbriefes bezüglich 
des Begriffs xeXeiog und xeXetdxrjg an den Tag legt. Vgl. Ebr. 
5,14: xekelcov de icniv ^ axegeä xgotpri, Ebr. 6, 1: inl x^v xe- 
leiöxfjxa (peQ(bfxe&a, Ebenso Jac. 1,4: ij ök inofxovrj igyov 
xileiov ix^cüf tva i^xe xiXeioi, Jac. 3,2: ovxog xiXeiog äviffQ. 
Das vorausgesetzte Herren wort dürfte in Mt. 19, 21: el Mhig 
xiXeiog elvai zu finden sein. Vgl. Exe. 101. 

20. xqIveiv, xaxaxQiveiv. 

Es ist eines der sichersten Resultate der Evangelienforschung, 
daß in der Construction der Bergpredigt bei Mt. das ganze 
Capitel 6 durch Umschaltung und Einschaltung anderweiter 
Logia-Stoffe hergestellt worden ist. Vgl. Mt. 6, 1—4 = ^ 28, 
14-17; Mt. 6,5-13 = ^14,3-17. Lc. 11,2-4; Mt. 6, 14. 15 

Texte n. Untersnchangeii. M. F. Xll. 22 



178 



Resch, Paolinismus. U. Einzelontersachiiiigen. 



= A 28, 41. 42. Mc. 11, 25. 26; Mt. 6, 16-18 = A 28, 23—26; 
Mt. 6, 19-21 = ^ 17, 22-24. Lc. 12, 33. 34; Mt. 6, 22. 23 = 
A 28, 55-57. Lc. 11, 34. 35; Mt. 6, 24 = ^ 22, 50. 51. Lc. 
16, 13; Mt. 6, 25-32 = >i 17, 10-19. Lc. 12, 22-80; Mt. 6, 33 
= >i 17, 20. Lc. 12, 31; Mt. 6,34 = >i28,53. Jeder unbe- 
fangene Leser der Bergpredigt bei Mt. wird auch zugestehen 
müssen, daß der Fortschritt von der Mahnung bezüglich der 
Gfäte und Barmherzigkeit nach Lc. 6, 35. 36 == (Mt. 5, 45. 48) 
zu der Warnung vor dem unbarmherzigen Richten über den 
Nächsten nach Mt. 7, 1 ff. = Lc. 6, 37 ff. den vollkommensten 
Gedankenzusammenhang darstellt, der überhaupt möglich ist. 
Es kommt dazu, daß der von Mt. ganz auszugsweise, von Lc. 
vollständiger gegebene, erst durch die außercanonischen Texte 
bei Clem. Rom. und Polyc. in seiner originalen YoUständigkeit 
reconstruierte Context den Zusammenhang von Mt. 7, 1. 2 
= Lc. 6, 37. 38 mit der vorausgegangenen Mahnung zur Barm- 
herzigkeit noch viel besser ans Tageslicht stellt. Zu diesem 
Text finden sich nun auch paulinische Parallelen, darunter 
eine in Eph. 4,32**, welche unmittelbar an die in v. 32' vor- 
ausgegangene Mahnung yiveo^e XQV^^^» eüanXayxyoi = A Q^ 42. 
Lc. 6, 35. 36 sich anschließt. Vgl. 

A 6, 44. 46. 47. 



iXeäts xai iXeri^r^aeo^e 

d<plsre xai dtpe^i^aeTai v/iTv 

xa&oi^ xai 6 ^eog h Xqioz^ ixaQ^oazo vfitv 
firj xgivets xcu ov fiij XQi^ze \ R. 14, 18: /irjxhi ovv dXXrjlovs xqI- 

voüfJLev. V. 10: av 6s xi xglveis tov ddsXq>6y oov 



R. 11,30.31: vvv 6k fjXei^^rfte . . 
Tva xai avxoi vvv iXerj^coo tv 

Eph. 4, 32*>: x^Q^^^f^^^^^ iavtoTg 



firj xaxa6ixdCeTef xai ov fiij xaxa- 

6ixao^fjxe 
mg yoQ Jtoieixe, ovxcog jroiij^oexai 

Vfitv 
fhg 6l6oxef ovxojg 6o^oexai vfuv 
SV ^ XQl/iaxi XQivsxe, xqi&i^oso'&s 



R. 2, 1: SV ^ yäg xgivsig xov hsgov, 

osavxov xaxaxQivsig 
Eph. 6, 9: xa avxd noisXxs Ttgog 

avxovg 



d)g xaxaöixdCsxs, xaxa6 ix- 
O'&rioso^s 

<og XQV^^^^^''^» ovxojg XQV ^''^^' 
^^ OS xai vfuv 

ev (^ yoQ fisxQi^ fisxQsTxs, sv avxM 
fiexQij'&i^asxai v/uv. 



R. 14, 3: fiij xQivsxo}, V. 4: av xig st 
6 xqIvwv dXXoxQiav olxsxrjv, l.C. 4, 5: fitj ngo xaigov 

XI XQIVSXS 

2. C. 7, 3: TTQog xaxdxgiotv ov Xsyco, 
R. 2, 1 : dva:ioX6yrjxog sl, w dv^gtons 
Tfäg 6 xqIvühv 

1. C. 13,4: j} dydjttj fiaxQo^fuT, X9V' 
axsvsxai 

2. C. 10, 12. 13: fisxQovvxsg xai övv- 
xgivovxsg . . ovx slg xd dfisxQa 
. . dXXd xatd x6 fisxQov 



MQf»ttv, äx^oan^s, noitftijg, ^efiiXiog. 179 

Durch Yorstehende Yergleichung wird es wahrscheinlich, 
daß Paulus nicht bloß die canonischen, sondern auch die außer- 
canonischen Textbestandteile dieses ganzen Abschnitts in der 
Quelle gekannt hat. — Zu den auFercanonischen Texten vgl. 
Agrapha 8. 96 f., 136ff. 273. Logia 8. 25f. 

21. äxQoaxijg, Ttoirjxi/jg. 

Wie die beiden Gegensätze von äxoveiv und nouTv, in 
welche die Bergpredigt ausmündet, im Jakobusbrief verwendet 
sind, (vgl. Jac. 1, 22. 23: ylvea&e dk noirjxal X6yov, xal /xi] 
AxQoaxal fxdvov — et xig äxgoarijg köyov laxlv xal oi noirj- 
T^ff), so findet sich zu ^ 6, 58. 61 = Lc. 6, 47. 49. Mt 7, 24. 26: 
SoxiQ äxovei /jIov rovg Xöyovg xal noiei airo^s . . . nag 6 
Axoi(ov fxov Tovg Xöyovg xovxovg xal firj noiQ}v — auch eine 
paulinische Parallele. YgL R. 2, 13: oi ydg ol äxQoaxal 
v6fwv dixaioi jiaQd ^ecp, äXX* ol noii]xal vöjluw dixaiQy&tjoovxai. 
— Die verwandte Stelle Eph. 6, 6: c5c dovXoi Xqujxov noiovvxeg 
xd ^ikrjfia xov ^eov erinnert an >i 9, 4 = Lc. 8, 21. Mt, 12, 50. 
Mc. 3,35: dg äv noiriofi xd ^ikrj/na xov ^eov, ovxog ädeX- 
q)6g fxov xal ädeXq)rj xal fi^^ixtiQ iaxlv. Vgl. Ebr. 10,36: x6 
'^iXtifia xov ^eov nonfjoavxeg, Ebr. 13,21: dg xd noirjaai 
x& ^iXrip.a avxov, Ebr. 2, 11: oix btavoxyvetai ädeXq>ovg av- 
xovg xaXdv, R. 8, 29 : elg xd elvai avxdv nQon&toxov iv noXXoXg 
ddeXtpoTg, — Die leiblichen ädeX(pot Jesu sind 1. C. 9, 5 
erwähnt. 

22. ^BfAeXiog, 

In dem paulinischen Gedankenschatz sind die Begriffe 
olxodofAeiv und ^efxihog von hervorragender Bedeutung. Der 
Apostel sagt l.C. 3, 11: ^ejuiXiov äXXov ovöelg dvvaxai ^eivai 
jtagd xöv xeijuevov, 8g iaxiv 'Irjoovg XQicnög, Auch 2. T. 2, 19 
ist mit den Worten: 6 fiivxot oxegeög '^tfxiXiog . . iaxrjxev — 
der Herr selbst, der die Seinen kennt, als der bleibende 
€brund des Heils bezeichnet. Ebenso Col. 2, 7 Inoixodo- 
fxovfxevoi h avxq> = Eph. 3, 17: xe^ejueXico/xivoi, femer 
Eph. 2,20, wo die avvnoÜxai des Gottesreichs als inoixodo- 
fxri^ivxeg inl xq> ^ejLieXlq) xwv äjtomöXcov xal nqoqyrixwv, 
Svxog äxQoycovialov avxov Xgiaxov *Irjaov geschildert werden. 
Sich selbst bezeichnet der Apostel 1. C. 3, 10 als ooq>6g ig- 
Xixixxwv, und seine aoq)la sucht er als ägxixixxoyv darin, 

12* 



180 Resch, Paulinismus. n. Einzeluntersuchungen. 

allein auf Christum seine olxodofiri zu gründen. Zweimal 
(2. C. 10,8; 13,10) betont er es, daß er seine Yollmacht als 
Apostel nicht zum Zerstören, sondern zum Bauen von dem 
Herrn empfangen habe. Vgl. 2. C. 13, 10: xarä t^v i^ovatav, 
fjv 6 xiqiog Sdcoxiv fxoi elg olxodofjtijv xal oix ek xa&fÜQeow* 
Sein Vorbild zum Berufe eines oo<p6g äQxnixrcov hat Paulus 
in dem ävrjQ (pQÖvijuiog der Bergpredigt. Durch den Zusam- 
menhalt der beiden Relationen des Mt. und Lc. kann die Ab- 
hängigkeit des Apostels von der Logiaquelle erkannt werden. 
Der kürzende Lc. hat sich ^6, 59 = Lc. 6, 48 das qjgövi/LLog, 
worauf Paulus sein aoq>6g gründet, entgehenlassen, indem er 
nur von einem Hv&Qionog redet, während Mt. 7,24 dieser ävi^gconog 
als ävrjQ (pQovifiog erscheint. Die Identität des ao(p6g {\.G. 
3,10) und des (pQdvifiog (Mt. 7, 24) wird evident durch die 
Vergleichung des paulinischen ooq>6g in R. 16,19 mit dem 
(pQdvifAog in dem Herrenwort >il2, 5 = Mt. 10, 16. VgL 
Exe. 41. In der Matthäusrelation von ^6,59—62 = Mt 7, 
24—27 fehlt ^efxikiog, während Lc. es aus der Quelle {xal 
S&tjxev ^Bfiiliov) bewahrt hat Aus derselben Quelle hat 
Lc. noch eine verwandte Perikope erhalten, welche Paulus 
nicht benutzt hat: das Gleichnis von einem törichten Baumeister 
{A 21, 42—44 = Lc. 14, 28—30), welcher, ob er wohl Grund ge- 
legt hatte {^hxog ainov ^€juiXiov\ wegen unterlassener Berech- 
nung der Kosten nicht im Stande war, den Turmbau bis zur 
Krönung hinauszuführen. Vgl. Logia, S. 1 14 Anm. 5. Außerdem 
vgl. I.e. 10,4: ij Tiirga öh ^v 6 Xgiardg, und E. 15,20: yu^ 
&i' äkXozQiov ^ejuiXiov obcodofio), — Über Mt. 16, 18 vgl. 
Exe. 149. 

23. dvvajuig, i^ovala. 

Daß dvvajLug und i^ovoia synonyme Wechselbegriffe sind^ 
zeigt sich nicht nur >i 2, 33 = Mc. 11, 28. Mt 21, 23. Lc. 20, 2, 
wo der canonische Ausdruck i^ovola bei Irenäus (1,20,1) 
und Theodotus (Excerpta § 3) durch dvvafug ersetet ist, 
sondern auch ^ 9, 27 = Mc. 6, 7. Mt 10, 1 : Sdcoxev avröig 
iiovoiav, wo Lc. 9, 1: dvvajuiv xal l^ovalav zu lesen ist, 
und ebenso ^ 6, 64 = Mt 7, 29. Mc. 1, 22. Lc. 4, 32, wozu 
Justin für das canonische l^ovala seinerseits dvvaßug bietet. 
Unter diesen Umständen wird auch R. 1, 16, wo das evayyiXtor 
eine dvvaßug ^eov genannt ist, mit Rücksicht auf die Gleichung 
l6yog = evayyihov (vgl. Exe. 32. 107) als Parallele von Lc. 4, 32: 



dvvafiig, iSovala. vnoxdaoso^cu. 



181 



iv i^ovaiq. fjv 6 Xöyog amov zu erkennen sein. — - Wenn 
Paulus Yon seiner apostolischen YoUmacht redet, gebraucht 
er mit ^9,27 = Mt. 10,1. Mc. 6, 7 iSovola. Vgl. Exe. 22. 
Dagegen liebt es Paulus mit dvvajLug die Beziehung auf nvevßia 
zu verknüpfen. Vgl. E. 1, 4; 15, 13; 1. C. 2, 4; Eph. 3, 16; 
1. Th. 1, 5, und ganz besonders E. 15, 19 = Act. 1, 8. Vgl. 
Exe. 115, 126, ebenso Lc. 4, 14: iv xfj dvvdjLiei tov nvevfiaxog 
7= I.e. 2, 4: h äjtodeiSei nvevfiaxog xal dvvdjuecog. 



24. vnoTdooeo'&ai, 

Innerhalb des paulinischen Gedankenkreises stehen die 
drei ethisch - sozialen Vorschriften: vjiaxoveiv rolg yovevaiv 
(vgl. Exe. 34), vnoTdaoeo^ai xoTg ävögäaiv (vgl. Exe. 201) 
und inoxdooeo&ai äQx<ug xal iSovalaig (vgl. Exe. 202) 
auf einer und derselben Linie, und zwar sämtlich im Anschluß 
an bestimmte Herrenworte. Wie sehr dabei die paulinische 
Ausdrucksweise dem Logiastile entspricht, kann man aus der 
Perikope ^ 7, 2—10 = Mt. 8, 5—13. Lc. 7, 1—10 ersehen, deren 
Abstammung aus der Logiaquelle und deren ursprünglicher 
Standort unmittelbar nach der Bergpredigt durch die Über- 
einstimmung von Mt. und Lc. festgestellt ist. Der in dieser 
Perikope vorkommende Ausdruck: äv^gconog vnb l^ovolav 
xaaodfLEvog (^ 7, 6 = Mt. 8, 9. Lc. 7, 8) trifft mit E. 13, 1: 
näoa y^vxi] i^ovolaig vneQexovaaig vjioxaooio'&o} zusammen, 
ebenso mit Tit. 3, 1 : vjio/jLijLivrjaxe avxovg &Qx<^''^g i^ovolaig 
ijioxdaoeo&ai. Der Gehorsam der dovXoi gegen ihren Herrn 
(vgl. >i 7, 7 = Lc. 7, 8. Mt. 8, 9: xal Xiyco . . x(b dovlcp juov' 
nottjaov xovxo, xal noiel)^ kehrt wieder T. 2, 9: dovkovg idioig 
ieon&taig vjioxdaaeo'&ai . . jurj ävxiXiyovxag, 

Dieselbe Pflicht des vjioxdaaeo&ai der l^ovaia gegenüber 
kommt in der späteren Perikope ^30, 17—21 = Lc. 20, 20—26. 
Mt. 22, 15—22. Mc. 12, 13—17 zum Ausdruck. Die zu dieser 
Perikope vorhandenen paulinischen Parallelen sind folgende. 



A 30: 

V. 18: ov Xaftßdveig TtQoatojtov 



V. 19: ijziyvovg avrCjv rtjv navovg- 
yiav 



Paulus: 

Eph. 6f 9: nQoo(jt}:toXf}iA\pla ovx 
eojiv jtoQ^ avz^. Col. 3, 25: ovx 
laiiv nQ0a(O7toXrjfiyf{a 

Eph. 4, 14: fiTf iv TtavovQylq. ngdg 
tijv fie&odlav xfjg jildvrjg. 2. C 4, 2 : 
fi^ neQuraxovvxeg iv xavovgyiq, 



182 



Resch, Paulinismus. IL Einzeluntersuchungen. 



V. 18: bi" dXrf^slag rijv Sdov xov 

^eoü dtddaxeig 
V. 18: i^eariv KcUoagt <p6Qov dovvai 

^ oS; V. 20: dnodote tä rov Kai- 



fiffSe ^lovvxes xov X6y€v xov ^soü, 
dXXit xfl <paveQ(oaBi xfjg AXfi^slag 
R. 18, 7: anddoxB näotv xas dtpst' 
kdi' r4> xov ipSgov xov qfögov. 



aoQog KaUsagi. 

Hierüber ist zu bemerken, daß sowohl Eph. 6,9 als CoL 
3, 25 der Ausdruck: jiQoocojioXrjfjLrpla ovx lativ naq avrcp auf 
den erhöhten xvgiog sich bezieht, nicht wie R. 2, 11 auf 
&€6g. In den paulinischen Parallelen tritt eine besondere 
Sprachverwandtschaft mit der lucanischen Relation zu Tage. 
Nur Lc. hat oi lajußdveig JiQÖoconov, Mt. und Mc. oif ßXineig 
elg ngdocoTiov. Nur Lc. liest navovqyiav, Mt. novrjQiav^ 
Mc. indxQiaiv. Nur Lc. bietet q)6Qog, Mc. und Mt. xtjvoog. 
Aber diesen Yarianten liegt ein gemeinsamer hebräischer 
Quellentext zu Grunde: D-^aD k»3, rra-ns, tso. Vgl. PT. DI, 
549—551. Paulus hat R. 13, 1—7 das inoidaaea^i xfj i^ov- 
olq. aus ^7,2-10 = Mt. 8,5—13. Lc. 7,1—10 und das djro- 
di66vai (pÖQov Kalaagi aus ^ 30, 17—21 = Mt. 22, 15—22. 
Lc. 20, 20—26. Mc. 12, 13—17 zu einer höheren Einheit ver- 
knüpft. 

25. oo<pla. 

In der Rede Jesu über den Täufer A 7, 24-44 = Mt 11, 
7-11.16-19; 21,28-32. Lc. 7,24-35 bUdet das Legion^ 
7, 37 = Lc. 7,35. Mt. 11, 19 gemäß der Überlieferung sowohl 
des ersten als des dritten Evangelisten ein unlösbares Rätsel, 
dessen Entstehung in nur ganz kleiner Yerschiedenheit der 
Yokaliisation des unvokalisierten Urtextes zu suchen sein dürfte. 
Je nachdem man das Wav in pno:cni als *; oder als ^ vokalisiert 
dachte, entstand die Übersetzung xal dixaico'&tjoetai oder idi- 
xai(&^. Die canonischen Übersetzer wählten die letztere 
Yokalisation und schufen so das Rätsel. Die richtige Yokali- 
sation setzt das Futurum propheticum voraus, und unter dieser 
Yoraussetzung gibt das Logion einen vorzüglichen Sinn. Näm- 
lich die vom Täufer angekündigte, in Jesu erschienene, von 
den Juden erkannte, ja ihnen zum axdvdaXov gesetzte aoq>ia 
&€ov erfahrt ihre Rechtfertigung nicht von dem damaligen 
Geschlecht: ^ yeveä avrrj (vgl. >i 7, 32 = Lc. 7, 31. Mt. 
11,16), sondern erst in der Zukunft. Zu dieser Auffassung 
eignen sich dann beide Yarianten: d^ro rdyv rixvcov (Lc.) oder 
ind xcav ^gycov avxrjg (Mt.). Die neutestamentlichen Apostel 
und Propheten werden die rixva der in Jesu erschienenen 



ao(pla. ßovXrj to€I ^bov, 183 

aoq>la sein und durch ihre Sgya die dem gegenwärtigen Ge- 
schlecht verborgene göttliche Weisheit zukünftigen Geschlech- 
tem kund machen. 

In dieser Deutung trifft das Logion ^ 7, 37 mit ^ 16, 22 
= Lc. 11, 49. Mt. 23, 34 zusammen: äjiooieXü) ngdg vfiag 
äjioarölovg xal nQotprjTag, Auch in dieser Stelle liegt eine 
ähnliche unzutreffende ÜbersetzuDg des hebräischen Urtextes 
▼or. Dieses Logion ist bei Lc. eingeleitet durch die Formel: 
dia Tovxo xal fi oo<pia tov '&eov elnev, eine Formel, die in 
dieser sprachlichen Fassung mit dem Aorist ehiev nur dann 
einen Sinn hätte, wenn damit wirklich, wie manche Exegeten 
angenommen haben, ein Citat aus einer anderen Schrift hätte 
eingeleitet werden sollen. Der erste Eyangelist hat diese 
Formel in der Quelle ebenfalls gelesen, aber als ihm un- 
verständlich weggelassen und nur einen Anklang daran 
aufbewahrt in dem eingeschobenen öotpovg. Vgl. Mt. 23,34: 
äjtooriXXo) jiQÖg vjuäg 7iQ<xpiJTag xal ooipoig xxX, Auch hier 
ist oo(pla TOV ^eov eine Selbstbezeichnung Jesu (ähnlich 
wie 6 vlög xov &v&Qü)7tov\ und deshalb hätte der Urtext der 
Formel: mibk D'^nbxn niosn übersetzt werden müssen: fi oowia 
TOV &eov Xiyei (= iyco Xiyo) v/luv), 

Paulus hat diese Selbstbezeichnung Jesu als oo- 
<pla TOV ^eov wohl erkannt. Vgl. 1. C. 1,24: xrjQvaoofiev 
. . XQimdv ^eov dvva/juv xal ^eov ooq)iav, 1. C. 1, 30: dg iye- 
nq^ oo(pla fjfuv &Ji6 '&bov, 1. C. 2, 7: Xakovfuv ^eov ooq)iav 
iv fjtvaTTjQiq) äjtoxexQv/xjuivrjv. Er betont v. 8, daß eben diese 
in Jesu erschienene oo(pia '&eov von den Archonten der Juden 
nicht erkannt und deshalb ans Kreuz geschlagen worden sei. 
In dem tov alcbvog tovtov (l.C. 2, 8) klingt sogar ^ yeved 
avTYj aus ^ 7, 32 = Lc. 7, 31. Mt. 11, 16 wieder an. Die in 
beiden verwandten Fällen nicht zutreflfende Wiedergabe von 
^7,37 = Lc. 7,35. Mt. 11, 19 und >il6,22 = Lc. 11,49 ist 
mithin darauf zurückzufuhren, daß die Übersetzer den Ausdruck 
^ oo(pia [tov ^eov\ als Selbstbezeichnung Jesu nicht erkannt 
hatten. Andernfalls würden sie A 7, 37 die futurische und 
^ 16, 22 die präsentische Übersetzung der betreffenden Verba 
nicht unterlassen haben. Vgl. Exe. 61. PT. III, 1 18. 278 flf. 

26. ßovkrj TOV ^eov. 

Die Worte Jesu über den Täufer A 7, 43. 44 stützen sich 
zwar nur auf die lucanische Relation, tragen aber echten 



tg4 Resch, Paulinismus. IL Einzeluntersuchongen. 

Logia-Charakter und werden durch paulinische Parallelen ge- 
deckt. Man vgl. ^ 7, 43 = Lc. 7, 30: ^l^ev yäg 'Icodwtjg ngdg 
^fiäg iv Sdq> dixaioavvtjg, xal ol (pagioaToi xal ol vofuxol rijv 
ßovl^v xov &BOV ij^irrjoav eis lavrovg — mit Act. 20, 27: 
of» yctQ iTUGTeiXdfxriv ... näoav ttjv ßovXrjv rov ^eov und mit 
Qal. 2, 21 : oix ä&exd} ti^v xAqiv rov ^eov. In dem Munde 
eines früheren Pharisäers gewinnen diese Worte eine accen- 
tuierte Bedeutung gegenüber seinen ehemaligen Ordensgenossen, 
von denen es galt; rrjv ßavXijv rov ^eov fj^hrjoav. Die ßovMj 
rov &€ov ist Oottes Gnadenrat über die Sünder, hat mithin die 
;|rd^; rov &eov zum Inhalt 

27. ;|ra^iC£at^ac. 

Im N. T. ist xagt^ea^ai lediglich lucanisch und paulinisch. 
Aus diesem Umstand aber eine Abhängigkeit des Lc. von 
Paulus ableiten zu wollen, verbietet sich durch eine genaue 
sprachliche Yergleichung. In allen lucanischen Stellen (Lc. 7, 
2t. 42. 43. Act 3, 14; 25,11.26; 27,24) besitzt ;ca^/C£ada£ die 
— auch im klassischen Griechisch nicht ungewöhnliche — Be- 
deutung: „schenken, hingeben", auch in der Logia-Stelle 
IjC. 7, 42. 43 — -/f 7, 51. 52, bei Paulus hingegen nirgends. 
Der Apostel gebraucht das Wort ausschließlich in der 
Redoutung: ..vergeben", in welcher Bedeutung x^Q^' 
Crn^ni oben nur bei Paulus sich findet. Dieser spezifisch 
(muUni^ho Gebrauch von x^Q^^^^^^^ erklärt sich daraus, daß 
dor AiHvstel die Logia-Perikope A 7,45—60 = Lc. 7,36—50 
k*nnto und benutzte. Ygl. den nächsten Excurs. In dem 
Uleichnisso von den beiden Schuldnern ist zu Lc. 7, 42. 43 
da« Schenkungsobject aus dem Zusammenhang zu ergänzen, 
nJUnlieh iq^eiXtuna, Schuld. Daraus hat Paulus seinen Sprach- 
gt^bmuoh entwickelt, wonach bei ihm x^Q^C^^^^h absolut ge- 
braucht lu der Bedeutimg gekommen ist: ,die Schuld schenken, 
die Schuld erlassen', also schlechthin ,vergeben'. So 2. C. 
% 10; Col. 3, 13; Eph. 4, 32. Auch Col. 2, 13: x^Q^^^M'^'^og 
ijf$ly ndrta rä TtagaTtrcüjuara , wo ein Object hinzugefügt ist, 
hat x^gtC^trikti dieselbe Bedeutung: die Sündenschuld schenken, 
die Sttndonsohuld erlassen. In der Logia-Perikope selbst folgt 
dM Oloiohnis von der erlassenen Geldschuld die Anwendung 
m ä/Atporigoig Ixagloaro unmittelbar in den Worten: 
f cov at ä/naffrlaL Paulus hat, das concreto Bild des 



Oleichnisses im Geiste fortführend, aus der Bedeutung ,8chenken' 
ein für allemal seinen Sprachgebrauch geschaffen: x^Q^^^^^ 
= dq)ievai, ovyxcoQeiv, Mithin nicht eine Abhängigkeit 
des Lc. von Paulus, sondern eine solche des Paulus 
von dieser durch Lc. erhaltenen Logia-Perikope 
erklärt das in dem Gebrauch von x'^Q^^^'^^'^ hervortretende 
Yerwandtschaftsverhältnis zwischen dem Apostel und dem dritten 
Evangelisten. — Bezüglich der x^Q^ ^&^- Teil III. § 10. 

28. TctoTig, nioxeveiv. 

Eng verwandt mit ^ 8, 32 = Lc. 8, 11. 12: iva /uirj niorev^ 
cavxeg ow&iboiv ist das Herren wort, welches in den Logia 
gleichlautend dreimal wiederkehrt: ^ nioxig oov oiocoxiv ae. 
Vgl. ^ 7, 60 = Lc. 7, 50; ^ 9, 23 = Mt. 9, 22. Mc. 5, 34. Lc. 
8,48; -//24, 56 = Lc. 17,19. Die paulinischen Parallelen zu 
diesem Logion springen sofort in die Augen. Vgl R. 1,16: 
elg ocoTfjQiav navxl xco jcioxevovxi, R. 10, 9: iäv . . nioxevojig 
. . aco'&rjaf], 1. C. 1, 21 : oiboai xovg jcioxevovxag, Act. 16, 31: 
Jiioxevoov bil xdv xvqiov 'Irjoovv xal oco&rjofi, Eph. 2,8: 
oeomofjiivoi diä Jiioxecog, 2. T. 3, 15: elg owxrjQlav diä ni- 
axecog. Wenn diese paulinischen Parallelen durch ^9,23 mit 
allen drei synoptischen Evangelien sich berühren, so ist doch 
das von Lc. allein aufbewahrte Wort ^ 7, 60 = Lc. 7, 50 
ohne Zweifel für die paulinische Grundanschauung von der 
Tiiaxig am bedeutungsvollsten geworden. Und zwar schon des- 
halb, weil es hier zunächst nicht wie ^ 9, 23 und ^ 24, 56 um 
Heilung des erkrankten Körpers, sondern ausschließlich um 
Heilung einer kranken Seele sich handelt, und sodann deshalb, 
weil hier die Wirkung der nloxig in der äq?eoig x(bv ä/uiaQxiayv 
und der daraus fließenden elgijvrj in einer für alle Zeiten vor- 
bildlichen Weise zum Ausdruck kommt. Da nun bei Paulus 
&q)iivai xäg äfxaQxlag und dixaiovv identische Begriffe sind (vgl. 
Exe. 99), so ist es erklärUch, daß gerade dieses Herrenwort 
^ 7, 58. 60 = Lc. 7, 48. 50 für die paulinische Begriffsbildung 
von entscheidendem Einfluß geworden ist. Vgl. Act. 13, 38. 39: 
did xovxov V/LUV äq?eoig äjuagxicöv xaxayyiXlexai . . iv xovxq) 
nag 6 nioxevmv dixaiovxai, Gal. 2, 16: ijiioxevoa/biev, Tva 
dixaico&atjuev ix nloxecog. Hiemach wird nun der Parallelis- 
mus zwischen ^ 7, 58. 60 = Lc. 7, 48. 50 einerseits und der 
paulinischen Grundstelle Rom. 5, 1 andererseits vollständig ans 
Licht gestellt. Vgl. 



186 



Resch, Paulinismus. IL £inzelünter8iichmigen. 



A 7, 58. 60. R. 5, 1. 

d<pi(ovxai oav al dfiagriai Sixaico'&ivTee 

^ nlaxig aov aeatoxiv ob ix nioreoos 

Vgl. R. 14, 17: ij ßaoiXeia tov ^eov . . . Sixatoavvi^ xai elgi^vrj. 

Man hat hier in Lc. 7, 48. 50 eine lucanische Text- 
gestaltung nach paulinischem Muster constatieren wollen; aber 
dann würde doch auch das dixaico^ivTsg von Lc. 
nicht unberücksichtigt geblieben sein. Wie wenig 
jedoch Lc. auch bezüglich der Tiiorig in paulinischen Tendenzen 
sich bewegt, das zeigt nicht bloß die von dem dritten Evange- 
listen Yollzogene Ausschaltung der dixaioövvfi (vgl. Exe. 68), 
sondern auch in besonderer Weise die Vergleichung von 1. C. 
13,2 mit den synoptischen Parallelen. Vgl. ^ 24, 25: 



A 

I.e. 13,2. 



eav 



näaav 
Ttjv ni- 
axtv, 



<aoxe Sqyi 
ozdvat. 



B 

Mt. 17,20. 



9 y 

eav 



jtiottv cüc 

XÖXXOV Ol' 

vdnetag, 
igelte t^ 
Sgei tovTcp' 
fiexdßa ev- 
^ev ixeif 
xai fAetaßri- 
aetai. 



C 

Mc. 11,23. 

Bg Sv etjijj Tcfi 
Sget xovx(p' 

&Q^u xai 
ßki^^ttelgtijv 
^dXaoaav xai 
f4rf dtaxQidfj 
iv tfj xagdiq. 

avxoVf dXXä 
nioxevfi Oll 8 
XaXeT ylvexaif 



D 
Mt. 21, 21. 



» « 
eav 



> m. 



eotai avT(ü. 



nioxivxaifirj 

SiaxQi^xe, ov 

fidvov x6 x^s 

avxfjg Ttoi- 

rjaexe , dXXä 

xSv x<p Sqbi 

xovxq>etjirixe' 

ag^xi xai 

ßXi^^rjxi elg 

xrfv ^dXaaoaVf 

yevfjaexai. 



£ 

Lc. 17, 6. 

ei l^;|r«T« Jii- 
axiv (bg x6x' 
xov aivd- 
ne<og , iXi- 
yexe dv x^ 

ovxafiiv(p 
xavxfj' ixQi^fo- 
&rjxi xai <pv- 
xet'^n iv xfj 
daXdoojj , xai 
vjti^xovoev dv 
vfiTv, 



P 

Cod. D 
ad Lc. 17, 6. 

el J';|reT« jr/- 

oxiv dfg x6x' 

xov oivd- 
jiea>g, iXi' 

yexe dv x^ 
Sgei xovxq}' 
fiexdßa iv- 
xev'&ev ixet, 
xai fiex- 
eßaivev. 



In den vorstehenden Parallelen B, C, D, E deuten die im 
Druck gesperrten Worte diejenigen Elemente an, welche 
B.Weiß (Mc. 374 ff.) als den Urtext betrachtet. Er sagt (Mc. 
S. 376 Anm. 1): ,Mt. 17, 20 zeigt deutlich, daß die gnomologische 
Form die ursprüngliche ist.' Und er hat recht. Jedoch nicht 
notiert hat er die auf den Band zu Lc. 17,6 geschriebene 
Fassung des Cod. D, welche mit Mt. 17, 20, namentlich sobald 
man den hebräischen Urtext reconstruiert, übereinstimmt, aber 
wegen der kleinen Abweichungen im griechischen Text doch 
nicht von Mt. 17, 20 abgeschrieben sein kann. Gegenüber diesen 
beiden wesentlich übereinstimmenden Texten B und F vgl. 
man die wortreiche Ausmalung des Logion in C bei Mc, die 
davon abhängige Bearbeitung D in Mt. 21,21, sodann die noch 



weiter abweichende Fassung E bei Lc, und vergleiche endlich 
diese sämtlichen synoptischen Texte mit l.C. 13,2, um mit 
einem Schlage zweierlei zu erkennen: erstlich die Überein- 
stimmung des paulinischen Wortes mit dem durch Mt. 17,20 
und Cod. D repraesentierten Urtext, zweitens die Gleichgiltigkeit 
des dritten Evangelisten gegenüber der paulinischen Parallele 
in l.C. 13, 2. Einem solchen Schriftsteller zuzutrauen, daß er 
aus R. 5, 1 den Text von Lc. 7,48. 50 componiert habe, wäre 
ein ebenso großer Widersinn als der andere, zu meinen, daß 
gegenüber dem lebensvollen Colorit von Lc. 7, 48. 50 in der 
lehrhaften Ausprägung von B. 5, 1 das Original zu suchen sei. 

Bezüglich des atrjQl^eiv h xfj maxei vgl. Exe. 121, bezüglich 
der Bewährung im Olauben Exe. 168, bezüglich des Beharrens 
im Glauben bis ans Ende das Herrenwort ^ 31, 24 = Mt. 24, 13. 
Mc. 13, 13, besonders in der außercanonischen Fassung: olvno- 
ßulvavreg xjj nlarei elg riXog, ovxoi aco^^aovrai (PT. HI, 584—587), 
und dazu die paulinischen Parallelen B. 1, 17: ix jclaxecog elg 
Tilariv, 2. T. 4, 7: rrjv niaxiv retTJQrjxa, wie auch Ebr. 3, 6. 14. 

Die dmiatla findet sich in den Logia-Texten anscheinend 
nicht vor; sie tritt nur Mc. 6, 6 = Mt. 13,58 und außerdem 
Mc. 9, 24 entgegen. Zu letzterer Stelle hat man in B. 4, 20 
eine paulinische Parallele finden wollen. Besser könnte man 
die B. 3, 3; 11,20.23 von den Juden ausgesagte ämarla mit 
Mc. 6, 6 = Mt. 13, 58 in Parallele stellen. 

29. fJLVOTiflQlOV, 

Das im johanneischen Evangelium niemals erwähnte /av- 
GTtlQiov findet sich in der synoptischen Orundschrift zwar nur 
einmal, nämlich A 8, 29 (= Mt. 13, 11. Lc. 8, 10. Mc. 4, 11), 
bildet aber hier einen wichtigen Grundbegriff als fjLvoxrjQiov 
xfjg ßaoiXeiag xov '&eov. Dazu kommt noch der außercanonische 
Text zu ^ 8, 45 (= Mc. 4, 34. Mt. 13, 34) aus Hom. Cl. XIX, 20: 
xdig avxov fxa&rixaig xax Idiav ijiiXve xfjg xwv ovgav&y ßaoikelag 
fjLvaxYjQia, mithin der Ausdruck im Plural. Bei Paulus be- 
gegnet uns das Wort mit demselben Wechsel im Numerus, und 
zwar mehrfach in Verbindung mit yivc&axeiv, yvdyaig, ijilyvcoaig, 
voeTv, yvcogl^eiv, (paveqovv, äjtoxaXvTtxeiv im Sinne der zuerst er- 
wähnten synoptischen Grundstelle. Vgl. 1. C. 13, 2: iäv . . 
eidd) xd fAvoxTjQia ndvxa xal näoav xrjv yvwaiv (dazu v. 9. 12), 
Col. 2, 2: etg inlyvcooiv xov fxvoxrjQlov xov '&eov, Eph. 3, 4; 



188 Resch, Panlinismas. II. Einzelantersachangen. 

vo^oai TJjfv ovveolv jiwv h xq> fjLVöTfiQlq) xov Xqujxov, Eph. 
1, 9: yvcogloag . . rd /jlvoti^qiov, Eph. 6, 19: yvtoQioai tö fiv^ 
OTifiQiov xov evayyeilov, Eph. 3, 3: xord äjtokdXvtpiv iyvcoglo'&i] 
ßwi TÖ fjLvoxrjQtov, R. 16, 25: xaiä &jioxäXv\piv fivaxriQlov, 
Col. 1, 26 : x6 fJLvorriQiov . . . iq)aveQ(ü&fi^ Col. 4, 3: laXrjocu xb /iv- 
cxifiQiov xov Xqujxov, 1. C. 2, 7: XaXovfxev ^eov ooq)tav h fxv- 
üxrjQlq), l.T. 3, 9: x6 fxvoxiqQiov xrjg nlaxewg, 1.C.4, 1: obco- 
v6/wvg fjLvaxrjQlayv ^eov, Eph. 3,9: olxovofila xov fivoxriQlov, 
1. T. 3, 16: fiiya iaxlv x6 xrjg evaeßeiag fivoxiqQiov, Man vgl. 
femer die Verbindung von /jlvoxi^qiov und ncogcoag in R. 11,25 
(analog der synoptischen Grundstelle -^ 8, 30** = Mo. 4, 12. 
Mt. 13,13. Lc. 8, 10*») und ebenso die Verknüpfung von /xv- 
GxifjQiov mit xovg ?fö> in Col. 4, 3—5 ganz wie -// 8, 30» (= Mo. 
4,11). Außerdem vgl. das hierher gehörige außercanonische 
Herrenwort in Exe. 161. 



30. aXviyfia, naQaßoXri^ nagoifila. 

Der Ausdruck jiaQaßoXrj, welcher bei Mt. 17mal, bei 
Mc. 13 mal, bei Lc. 10 mal vorkommt und (als Übersetzung 
von hm) aus der vorcanonischen synoptischen Grundschrift, 
den Logia, stammt, fehlt sowohl im johanneischen Evangelium 
als in den paulinischen Briefen imd findet sich sonst im N. T. 
überhaupt nur noch zweimal (Ebr. 9, 9; 11,19). Das vierte 
Evangelium gebraucht für Vra die Übersetzung nagoifila 
(Joh. 10, 6; 16,25.29), welcher Ausdruck im N.T. nur noch 
2. P. 2, 22 (= Pro V. 26, 11) wiederkehrt. Paulus, welcher, 
wie sich im folgenden bei der Behandlung der Gleichnisse 
zeigen wird, Jesu Parabeln so tiefsinnig benutzt, aber auch 
vielfach ihres bildlichen Charakters entkleidet hat, wendet 
im Anschluß an das Jesuswort ^ 8, 30 = Lc. 8, 10. Mt. 13, 
11.13. Mc. 4, 11.12: xoXg de i^co h nagaßoXaTg, tva ßXi^ 
novxeg jurj tdoDOiv — anstatt naqaßoXrj oder nagoi/Ala — die 
Übersetzung atviyfxa an (vgl. 1. C. 13, 12: ßXinofiev ydg 
ägxi dl ioöjtxQov iv alvly fiaxi) und charakterisiert damit das 
Wesen der parabolischen Redeweise Jesu, in welcher die 
Außenwelt zum Spiegel der Innenwelt wird, auf das Treffendste. 
Hat doch Jesus selbst die an der Außenwelt klebenden Hörer, 
die zu dem inneren Gehalt seiner Gleichnisse nicht durchzu- 
dringen vermochten, als ol ?f a> bezeichnet. Vgl. dazu 1. C. 
5,12.13. 1. Th.4, 12. Col. 4, 5. 



aXviyfia. x(OQ(oaig. *! g9 



31. 7t(OQ(ooig, 

Daß die drei synoptischen Stellen, in denen xagdia nenco" 
QiOfiivri (Mo. 6, 52; 8, 17) und ncogcoöig (Mc. 3, 5) erwähnt 
wird, nicht aus der Logiaquelle stammen, darüber vgl. Exe. 135. 
Die Sache aber findet sich in den Logia, nämlich A 8, 30 = 
Lc. 8, 10. Mt. 13, 13. Mc. 4, 12. Denn in diesem Herrenwort 
ist deutlich auf Jes. 6, 10**, in welcher Stelle die angedrohte 
TKÜQCDoig Israels geschildert wird, Bezug genommen. Der Aus- 
druck 71 (OQovv gehört aber zu Jes. 6, 10*: mn orrmi yom = 
LXX: ijzaxvv&f] yäg ^ xagdia xov Xaov xovxov. Denn für 
htaxvr&Yj bieten die Septuaginta- Codices AEL u. a. iTzcoQQ}' 
aev und Joh. 12, 40 jcejKOQcoxev, Gerade dieser erste Vers- 
teil von Jes. 6, 10 fehlt in dem oben bezeichneten Herrenwort. 
Nur Mt. hat hinter dem Logiatext eines seiner alttestament- 
lichen Zitate, nämlich eben Jes. 6, 9. 10, YoUständig nach dem 
Septuaginta-Text eingefügt, wobei die Worte: ina^vv^i] yaQ 
ij xagdla xov laov xovxov (Mt. 13, 15) nicht fehlen. Nach Act. 
28, 26—28 hat Paulus den Juden in Rom gegenüber diese 
ganze Stelle in Anwendung gebracht, sicherlich zugleich in 
Abhängigkeit von dem Herrenwort A 8, 30. Und zwar hat* 
Lc. Act. 28, 26. 27 dasselbe vollständige Zitat nach demselben 
Septuaginta-Text wie der erste Evangelist Mt. 13, 14. 15 — 
also auch mit dem inaxvv^tj — wiedergegeben. In seinen 
Briefen aber wendete der Apostel dieses jiaxvveiv, welches^ 
im N. T. nur Mt. 13, 15 und Act. 28, 27 auftritt, niemals an. 
Vielmehr gebraucht er jzcoqovv 2. C. 3, 14: incogco^r] xd 
voYifwxa avrcbv, R. 11, 7: ol kouiol ijccoQci&rjoav, sowie 
71 d>Q(oo ig R. 11, 25: 7id)Q(ooig äjio fiigovg x(p *IoQa^X yeyovev 
und Eph. 4, 18: diä xrjv tkoqcooiv xfjg xagiiag avx&v. Mithin, 
obwohl Jes. 6, 10»: mn orn-ab -jprn in dem Logion Jesu direct 
nicht benutzt ist, so hat doch die Verwendung von Jes, 6, 10** 
hingereicht, um die ganze Jesaias-Stelle bei Paulus (wie auch 
bei Mt., Joh. und bei Lc. in den Actis) wieder aufzuwecken. 
Auf ^ 8, 30 = Jes. 6, 10** ist direct Bezug genommen in R. 11, 8: 
(doDxev avxoTg f5 '^edg . . dtf&aXfiohg xov juij ßXi7iei'ir 
xal d>Ta xov fjif] Axoveiv, welche Worte (weder aus Jes. 29, 10 
noch aus Deut. 29, 3 vollständig erklärbar) von Paulus un- 
mittelbar an das: ol dh Xomol i7i(OQ(6&rjoav in R. 11, 7 ange- 
schlossen sind. 



190 



Resch, Paulinismns. IL Einzelüntersuchangen. 



32. OTiÖQog, .aniqfia. 

Aus Jesu Mund besitzen wir drei Gleichnisse, denen der 
Grundgedanke des anögog = oniQjua, des anelQeiv und ^eql^uv 
gemeinsam ist: eines, welches samt der Deutung von allen 
drei Synoptikern, eines, welches (zugleich mit der Deutung) 
nur von dem ersten Synoptiker, eines, welches ohne beige- 
gebene Deutung nur von dem zweiten Synoptiker überliefert ist. 

Bezüglich des ersten Gleichnisses A 8, 3—8 = Mt. 13, 
3-9. Mc. 4, 3-9. Lc. 8, 5-8 finden sich neben l.C. 9, 11: 
fjfieig vfuv rd Ttvev/Mxttxä ionelgafiev = ^ 8, 3. Mc. 4, 3. Mt. 
13, 3. Lc. 8, 5 nachstehende paulinische Parallelen zu der A 
8, 31-35 = Mt. 13, 18-23. Mc. 4, 14-20. Lc. 8, 11-15 mit- 
geteilten synoptischen Deutung. 

^ 8, 32 = Lc. 8, 11. 12. Mc. 4, 14. 15. 
Mt. 13, 19: jtavrog dxovovxog tor 
X6yov (Mt.), Sxav &xova(ooiv 
(Mc), dxovoavTss (Lc), jnoxe^' 
oavxes oco^&oiv (Lc), äxov- 
oavxeg xov Xöyov (Lc 8,15), 
6 didßoXog citgsi xov Xöyov cbio 
x^g xagdiag, Tva fAtf niaxtV' 
oarxeg ow&öioiv 



Eph. 1, 13: dxovaavxeg xov Xöyov 
xrjg aXfi'&eUig, x6 Bvayy iXiov xrjg 
aoaxtiQlag v/i&v, iv q> xai nt- 
axevoavxeg xxX. 

l.C. 15, 1.2: x6 evayyiXtov . . 6C o^ 
xai Ofo^eo'&tf xivi Xöy q) svrjyyeXiad- 
fitjv v/UV, ei xaxix^'^^f ifcfog el firj 
dxfi knioxtvoaxs. VgLEbr. 4, 2. 

^.Idy^ieav ..nioxevofigkvxfjxaQdlq. 
oov . . aai^i^off. 1. T.4, 16: oeavxov 
Ofooeig xai xovg dxovovxdg oov 

1. Th. 1, 6: de^dfiBvoi xov Xöyov 
iv ^Xiyfet noXXfj /iexä x^Q^S' 
1. Th. 2, 13: JiagaXaßövxeg Xö- 
yov dxoijg . . idi^ao'&e ov Xö- 
yov dv^Qtonwv dXXd . . Xöyov ^eov 

Eph. 3, 17: kQQt^foiABvoi = Col. 
2,7: eQQtCto/ievoi 

1. T. 6, 9: ol ßovXöfi€voi nXovxeVv 
kfjuilsnovoiv eig neigao/iöv , v. 17: 
ijti Ji Xov xov ddrjXöxtjxt. T. 3, 14: 
tva fAtj cootv axagnoi 

l.C. 15,2: et xaxixexe. Col. 1,10: 
iv navti igytp dya^^ xagnotpo- 
Qovvxsg. Y. 11: elg jtäaav vno- 
fiovriv. (R. 2, 7 : xoig ixhv xa^' vno- 



^ 8, 33 = Lc 8, 13. Mc 4, 16. 17. 
Mt. 13, 20. 21 : o7 Sxav dxovam- 
oiv xov Xöyov fiBxd x^gäg Xafi- 
ßdvovoiv (Mc Mt.) = dixovxat 
(Lc), yevofiivtjg ^Xi\psü>g (Mt. Lc) 
BS neigaofAov (Lc) 

^ 8, 33 = Lc 8, 13. Mc 4, 17. Mt. 
13, 21: ovx ixovoiv ^l^av 

^ 8, 34 = Lc 8, 14. Mc 4, 18. 19. 
Mt. 13,22: ^ ojidxri xov nXovxov 
(Mt. Mc), äxagjiog yivtiai (Mt. 
Mc) = ov xtXsaq>oQovoiv (Lc) 

^ 8, 35 = Lc 8, 15. Mc 4, 20. Mt 
13,23: xov Xöyov xax ix ovo IV (Jjc)^ 
xaQjio<poQovotv (Lc Mc Mt.) 
iv vnofiovfj (Lc). 



fAOvrjv Ijoyov dya'&ov . . . ^rixovoiv ^a>Tjv aicaviov) 

Aus dieser Zusammenstellung ersieht man zunächst, daß 
die paulinischen Parallelen in alle drei synoptischen Texte 
hineinreichen, daß sie mit der lucanischen Relation am häufig- 



8ten zusammentrefFen, daß sie aber mit Mo. und Mt. sich be- 
rühren, wo die lucanische Parallele fehlt oder abweicht. Es 
ergibt sich also, daß Paulus einen vorcanonischen Text benutzt 
hat, welcher bei Lc. am treuesten erhalten ist, wie schon die 
Einfachheit des Logia-Stiles zeigt, daß aber nur durch den 
Zusammenhalt aller drei Relationen ein vollständiges Bild des 
Sachverhalts gewonnen wird. 

Dabei hat Paulus den Grundbegriff X6yog mit evayyikiov 
Eph. 1, 13 und I. C. 15, 1. 2 identificiert, ähnlich R. 1, 16, ver- 
glichen mit yl 27, 43 = Mc. 8, 38. Lc. 9, 26. Vgl. Exe. 106. 
Auch 6 loyog xov Xgiorov CoL 3, 16 ist hierher zu ziehen. 

Das zweite Gleichnis vom Samen und der Ernte ^ 8, 
9-17 = Mt. 13, 24-30 samt der Deutung ^8, 37-44 = Mt. 13, 
37—43 dürfte Paulus Gal. 6, 6— 10 im Sinne gehabt haben. 
Vgl. Gal. 6,7: S yäg iäv onelgfi äv&goynog mit -//8, 10 = 
Mt. 13,24: äv&QCÜTico onelgavTi, Gal. 6,8: 6 anelgoyv elg xb 
Ttvevfjia mit -// 8, 10 = Mt. 13,24: ojtelgavri xaX&v onigfxa, 
Gal. 6, 8: 6 oneigcov elg rrjv odgxa mit ^8, 11 = Mt. 13,25: 
ijiiojieigev feC«»''«* Gal. 6,8: '^egloei rp&ogdv und Ebr. 6,8: 
f^g xb xiXog elg xavoiv mit -// 8, 17 = Mt, 13,30: igcö toig 
"^egiotäig .. Jigbg ib xaraxavoai, Gal. 6,8: '&egloei ^coiiv 
alc&viov mit ^^8, 44 = Mt. 13,43: ixXdjurpovoiv h xfj ßaailelq. 
Tov Jiaxgbg avxcbv, Gal. 6, 9: xaigco yäg ldl(p ^egioofiev mit 
-/^8, 16 = Mtl3, 30: &(pexe .. fJiixQ^ ^^ '^egia/uiov, Epiph.: 
ä(pet€ ecog xaigov xov ^egiojuov (vgl. PT. II, 145 ff.), Gal. 
6,9: xb xaXöv noiovvxeg, v. 10: igyaCcojue'^a xb dya'^dv mit 
u^8, 42: noiovvxag (Mt.) = igyaCo/uiivovg (Const.) xfjv dvo- 
ßiiav. Nicht berücksichtigt ist von Paulus ^8, 15. 16* = Mt. 
13,29.30*: äq)€xe ovvav^dveo^ai dju(p6xega, wie dieser Zug des 
Gleichnisses auch in der Deutung ui 8, 37— 44 = Mt. 13, 37— 43 
keine Erklärung gefunden hat. Der ganze Schwerpunkt ist 
wie in der Deutung so Gal. 6, 6— 10 auf die verschiedene Ernte 
gelegt, die der Mensch von der guten oder bösen Aussaat 
empfangen wird. 

Das dritte Gleichnis vom anögog (Mc.) = onigfia (Clem. 
Rom.) ^8,18—20 = Mc. 4, 26— 29 ist im canonischen Text 
eines wichtigen Bestandteils verlustig gegangen. Nach dem 
canonischen Text kann nur äv^gconog als Subjekt zu xa'&evdfj 
xal iyelgrjxai in Mc. 4,27 gedacht werden. Nach den außer- 
canonischen Parallelen aber bei Clem. Rom., Iren., 
Theophil., Minucius Felix und nach der Lesart des Cod. 



192 Besch, Paulinisinus. IL Einzeluntersuchungen. 

Colbertinus ist seinen, onig/uia, (tttc^^oc das Subjekt des 
iyelgeo'&ai, folglich auch des xa&evdeiv geweaen. Diese 
Lesart wird bestätigt durch die paulinischen Parallelen. YgL 
in 1. C. 15, 42—44 das viermal wiederholte onelQerai'iyeiQetai, 
ferner l. C. 15, 36. 37: S ov oneigeig ... ^coonoieiTai. Der 
8inn des Gleichnisses ist mithin ursprünglich derselbe gewesen 
wie Job. 12, 24 : dem Auferstehen muß der Todesschlaf des 
Samenkorns vorhergehen. Tgl. PT. H, 153— 156. 

33. noifJLYjv, nolfJLViov, nol/uLvr}. 

Nicht bloß nach dem johanneischen Evangelium, sondern 
auch nach dem synoptischen Logia-Evangelium hat Jesus das 
Bild dos noifujv auf sich selbst und die Bezeichnung nolfiviov, 
nolfuvt) auf seine Jüngergemeinde angewendet Bei Lc. findet 
»ich noi^ujy niemals, dafür aber nolfjLviov Lc. 12, 32 = ui 17, 25. 
Diojonigon Logia-Stellen, in denen das Bild des noifjiriv hervor- 
tritt, Mind von Mt. und Mc. aufbewahrt. Vgl. -^ 9, 40 = Mt. 
U, llü. Mo. 6, 34: J}oav cboel Tigößara fji.ii ?;|<ovra noifiiva, 
foriuT ./ 33, 9 -= Mt. 26, 31. Mc. 14, 27 (Sach. 13, 6 LXX): 
;f(4r(if(t) xfhv noifiiva, xal lä nqdßaxa diaaHOQnio^oovzai, 
undlioh uf25, 22 = Mt. 25, 32: ä(poQio€i airovg in iAXr\k(üv 
&fi7itQ & 7toifjLt]v äq)OQiCei rä ngößara äjid t(ov igUpoyv. In 
allen drei Logia-Stellen sind die jigößara neben dem 7toi/4.f]v 
genannt, ebenso Ebr. 13,20: röv noifieva rwv nQoßdxmv rdv 
^iyav. In dem Citat aus Sach. 13,7 ist bei Mt., und damit 
übereinstinmiend bei Barnabas sowie in der Didascalia, 
auch Cod. k*' und A, noch t^c noifjLvrjg beigefügt. Vgl. PT. 11, 
324 f. Paulus erwähnt in seinen Briefen nolfjivrj l.C. 9, 7, 
dagegen in den Reden der Apg. Act. 20, 28 (übereinstimmend 
mit Lc. 12, 32 = ^ 17, 25) noifiviov, und zwar in naher Ver- 
bindung mit dovvai xJLrjgovofilav (Act. 20, 32). Hiemach 
scheint Paulus aus der Logiaquelle denselben Text gekannt zu 
haben, welcher zu Lc. 12,32 von Cassian durch die Lesart 
,hereditatem' aufbewahrt ist: /Lirj (poßeio&e^ rd fuxgbv nolfiviov 
&ti evdöxrjoev 6 Tzarrjg v/ucbv dovvai v/uv t^v xXtjgovofilav. 
Zu dieser Lesart vgl. Exe. 66, femer ^ 25, 20-38 = Mt. 25, 
31—36, besonders jioißÄrjv und ngößara (-^ 25, 22 = Mt. 
25, 32) mit xXrjgovofjtijoare {A 25, 25 = Mt. 25, 34) und xAjy- 
govofAovvxeg (^25,38 = Const. VII, 32), Exe. 98, PT. II, 
305 flF. m,327, endlich Exe. 179. 



notfii^v. yovetg. xoivovv. 193 

34. yoveig. 

Die beiden paulinischen Parallelen Col. 3, 20: rd xixva, 
vnaxovere roig yovevoiv xarä ndvta' tovto yäg eidgeotov ianv 
iv xvqicp = Eph. 6, 1 : rd rixva, vnaxovexe xöig yovevoiv vfubv 
iv xvgUp' TOVTO ydg ianv dixaiov — sind nach dem Zusatz: 
iv xvQicp (= Xqiotcp) nicht auf das mosaische Oesetz zu be- 
ziehen, sondern auf ein bestinmites Jesuswort Dieses kann, 
soweit uns die Quellen offen stehen, kein anderes sein als 
A 10, 4-7 = Mc. 7, 9-13. Mt. 15, 3-6, ein Wort, durch welches 
Jesus das Gebot des Eindergehorsams gegen die Eltern gegen- 
über der pharisäischen Abschwächung desselben aufs neue 
einprägt. Wie oft, so fehlt Lc. auch bei diesen paulinischen 
Parallelen als Referent. Übrigens citiert Ptolemaeus in der 
Ep. ad Flor, bei Epiph. Haer. XXXTTI, 4 das Herrenwort 
Mt. 15, 4 mit dem Zusatz: tva df ooi yhnjTai, welcher auch 
Eph. 6, 2. 3 beigefQgt ist 

35. xoivovv, 

B. Weiß hat geglaubt, die Mt 15, 1-20 = Mc. 7, 1-23 
berichteten Yerhandlungen Jesu mit den Pharisäern über die 
Reinigungsgesetze nicht auf die vorcanom'sche Quelle zurück- 
führen zu sollen. Vgl. Weiß, Mc. 237— 254. Aber die Tat- 
sache, daß Paulus auf diesen Abschnitt ^10, 1—24 in aus- 
giebiger Weise Bezug nimmt, würde allein schon als Grund 
för die Überzeugung genügen, daß hier die Logiaquelle fließe. 
Paulus, dem wir das Wort verdanken: TiXog yäg vdfwv XgioTÖg 
(R. 10,4), sagt Yon sich, dem ehemaligen Pharisäer, Gal. 1,14: 
CrjixoTtjg v7tdQxo}v tcüv jtaTQixöJv fiov nagaddoecov, ähnlich 
jenen (pagiaaToi, welche laut ^ 10, 2 = Mt. 15,2. Mc. 7,5 die 
Frage entgegenwarfen: öiotI ol fjLa&rjTai oov nagaßaivovoiv t^v 
nagddooiv tcjv jtgeoßvTigcov, Die Worte, mit denen Jesus 
diese nagddooig twv Tzgeaßvxigcov zurückwies, haben ihre Nach- 
klänge in den paulinischen Briefen. Ygl. 



Col. 2, 8: ßkhtsxe fii) xtg vfiäg eoxai 6 
ovXaycjy&v . . xarä t^v jtaQdÖooty 
r&y dv^Qcojiiov. Vgl. R. 2, 23. 

Col. 2, 22: xard rd ivrdlfiara xal 

dtdao xaXiag t(öv dv&Qwnwv 
T. 1, 14: (JLrj JtQoaixoyrtg *Iov6atxoXg 

fixrdoig xai ivxoialg dv^Qianwv 

Texte a.Untenach!mgen. N. F. XIL 13 



A 10, 2 = Mt. 15,2. Mc. 7,5: diaxl 
Ol fio^tai oov Ttagaßatrovoiv rijv 
nagadooiv rwv nQBoßvtigtov ; 

A 10, 10 = Mt. 15,9. Mc. 7, 7: ^i- 
ddaxovTFg diÖaoxaXiag, ividl' 
fxata dv&Qtojicov 



194 



Besch, Panlinismus. IL Einzelantezsachmigeii. 



R. 14, 14: olda xai nhutoficu er xvgltp 
'Irfoov Su ovSev xotvov Si^ eavrov 

1. T. 4, 4 : Jidy xuofia ^eov xaXov 
xal ovdev ojiößXtjiov 

T. 1, 15: Jtdrra xa&tJiQa xoTg xa&CLQoig 

[1. C. 1, 23: xrjQvoaofiev XQunov . . 
*Iov6aioig' fihv oxdvÖaXoy 

R. 2, 19: JUJioi^de %e aeavtor SSrfyov 
etvcu TvtpXcJv. 2.0.4,4: err- 
q>X(oaev 

Col. 2, 16: fÄtj oJfv xig vfiäg XQivei<o 
ev ßgmaei rj h nöasi 

Col. 2, 22: ä ioxiv jfavxa elg q>'&oQäv 
tfj dnoxQ^osi, I.e. 6,13: tä 
ßgcafiaxa tfj xotlitf, xal tj xotXia 
toig ßgwfiaoiv 

T. 1, 15: Toig de fie/uofi/ieyoig . . ovdev 
xa^agdv, dXXä /xe/iiarrai avtcäv xal 6 
vovs xal fi aweldtjaig. Vgl. R. 7, 18 ; 
Gal. 5, 19—21 ; 1. C. 6, 



ov 



A 10, 12 = Mt. 15, 11. Mc. 7, 15 
ro elaegxoftevar elg to <n6fta xoivol 
%6v är^QOMiop 



A 10, 15 = Mt. 15, 12: oi fpagi- 
aaioi CLXOvwineg xovXoyov ioxav- 
SaXia^rjoav] 

A 10, 16 = Mt. 15, 14: äq>ere avtovg- 
Sörjyoi eloiv Tvq?Xol tvipX&v 

A 10, 12 = Mt. 15, 11. Mc. 7, 15: w 

TO eioegx^f*^^^^ "*^ ^^ oxofjka 
xoivöt xov är^QCMtov 

A 10, 21 = Mt. 15, 17. Mc. 7, 19: eig 
xr/v xotXiav Z^Q^^ ^^ ^^^ dq>s- 
Sgcjva exßdXXexai 

A 10, 23 = Mt. 15, 19. Mc. 7, 21. 22: 
ix xfjq xagdia/s i^egxorxat duüLo- 
ytafiol JtonjQoi xxX. 
13; 5,10.11; R. 8, 5. 6. 



Mit fester Hand zieht Paulus alle Consequenzen des von 
Jesus aufgestellten neuen Prinzips, daß der Mensch nicht von 
außen, sondern nur von innen heraus verunreinigt werden könne, 
eines Prinzips, welches alle orientalischen Beinigungsgesetze 
für immer abrogiert. Auch der Verfasser des Ebraerbriefes 
vertritt Ebr. 13, 9 dieselben Orundsätze mit deutlicher Bück- 
bezugnahme auf A 10, 10 = Mt. 15, 9. Mc, 7, 7; A 10, 21 = Mt. 
15, 17. Mc. 7, 19. Ygl. hierzu Exe. 58. 



36. ^aq^oaloi, *IovdaXoi, 

Es ist eine auffallende Erscheinung, daß der CoUectiv- 
begriff ^agioaioi, welcher in den synoptischen Jesusreden 
eine so hervorragende Bolle spielt, welcher bei Mt. 31 mal, 
bei Mc. 12 mal, bei Lc. 21 mal vorkommt, in den paulinischen 
Briefen uns nicht ein einziges Mal entgegentritt. Nur im Sin- 
gular und auch da nur einmal wird in den paulinischen Briefen 
der Name gebraucht, nämlich wo Paulus von sich selbst redet 
Phil. 3, 5: xazä vojuov ^agioaiog. In ganz ähnlicher Weise 
sagt Paulus in der Apostelgeschichte Act. 23, 6: iyä) ^agi- 
oaidg eifUf viög ^agioalcov, und Act. 26,5: l^V^o, ^agioalog. 
Aber auch in den paulinischen Beden der Apostelgeschichte 
fehlt der CoUectivbegriflf: ol ^agioäioi, abgesehen von Act. 23, 6 



j^ioeuoi, 'lovdauH. 195 

gänzlioh. Gleichwohl hat Paulus die antipharisäischen Beden 
Jesu ^ 10, 1—24. ^ 16, 1—44 und auch die antipharisäischen 
Gleichnisse auf das reichlichste verwertet. Ygl. die Excurse 
34. 35. 58. 59. 60. 61. 62. 99. Die Erklärung dieses Rätsels liegt 
darin, daß Paulus da, wo in der synoptischen Grund- 
schrift ^agioaioi, ^aQioaiog zu lesen war, die Be- 
zeichnung lovdaXoi, *IovdaTog anwendet. Vgl. B.2, 17.19: 
oh *Iovdaiog . . nhioSag oeavröv 6di]ydv elvai xvq)X(bv = ji 
10, 16 = Mt. 15, 14: ä^ctc avrovg [sc. Tohg ^aqioalovq\' ödrj- 
yol elaiv TV(pXol rvcpXcbv. l.C. 1,23: Ägiardv .. 'lovdaloig 
fjiiv oxdvdaXov = A 10, 15 = Mt. 15, 12: o\ ^agiaaioi 
ixovoavreg t6v Xöyov iaxavdaXla^rjoav. 1. C. 1, 22: '/ov- 
daioi arjfjLeia ahovoiv* = A 15, 17 = Mc. 8, 11. Mt. 16, 1. 
Lc. 11, 16. Mt. 12,38: i^X'&ov ol ^agiaaioi .. C^rovvTc? 
nag' amov ötjf^eTov. Ferner ist zu vergleichen die ganze 
Stelle 1. Th. 2, 15. 16, welche auf die große antipharisäische 
Bede und insbesondere auf ^ 16, 21 = Mt. 23, 32; A 16, 22. 23 
= Mt. 23,34. Lc. 11,49 sich stützt, aber anstatt die Pharisäer 
zu nennen, mit den Worten beginnt: 'lovdaicov . . . djro- 
xteivdvTcov 'Irjoovv xal rovg ngoqyfpcag. Auch in B. 2, 5 : xaxä 6k 
rijv oxXfjgörtjrd aov xal äfxetavdrixov xagdiav ist nach dem 
ganzen Zusammenhange 6 *IovdaTog angeredet, während die 
Ghiindstelle A 23, 13 = Mt 19, 8. Mc. 10, 5: ngög tt^v axXrj- 
goxagdlav vfMöv einem gegen die Pharisäer gerichteten 
Gespräch angehört.** Zu erwähnen ist noch Tit. 1, 14: '/ov- 
iaixoig fxv'&oig xal hnoXaig äv9g(6ncov, weil in der synoptischen 
Grundschrift die hier angedeutete Jesaias-Stelle (Jes. 29, 13) 
von Jesu gegen die Pharisäer angewendet war. Vgl. ^10, 
1.10 = Mt. 15, 1.9. Endlich hat sich auch der „Pharisäer*' 
des Gleichnisses Lc. 18, 9—14 = A 26, 1—8 bei Paulus in einen 
*IovdaXog verwandelt. Vgl. E. 2, 17 ff. und dazu Exe. 99. 
Eine Brücke zu dieser Identifizierung ^agioaToi = *IovdaToi 



*) Zu Lc. 11, 29: ^ yeveä avtij . . orj/ietov Cfi^eZ vertritt Marcion 
(nach Epiphanius) die LA.: otjfuTov aheV, durch welche Variante der 
Logia-Tezt dem paulinischen noch näher kommt, zumal Cfi^etv (Lc, Mc), 
htiCrfjeTv (Mt.), aheiy (Paulus, Marcion) sämtlich auf ^*^a zurückgehen. 

**) In dem Ausdruck R. 2, 28: iv rq) <paveQ(^ 'lovdaXog — h rcjJ xqv 
7ft{p 'lovÖKuog beweist der Gegensatz zu siegnofn^, daß hier nicht speziell 
von dem ^agioatog die Rede ist. Dagegen klingt hier A 28, 17. 26 = 
Mt 6, 4. 18 an, ein Wort, welches nur Mt. (nicht Lc) Überliefert hat. 

13* 



196 Resch, Paulinifliniis. IL Emselontersachangen. 

ist Mc. 7, 3: ol ydg 0aQiaaioi xal Ttäyrsg ot ^lovdaioi. Nor 
R. 11,7: 8 bu^fixEi *Iagai^l, xövxo oix bthvxsy — ist die aus 
^15, 18. 19*=^ Mc. 8, 12 naheliegende und sonst gewöhnliche Be- 
zeichnung: ol'IovScuoi (= 3} yered afhtj) nicht ohne Grand durch 
*IoQai^X ersetzt Im Übrigen ist zur Bezeichnung des christasfeind- 
lichen Judentums, welches im Pharisäertum sich yerkörperte und 
von Jesu im Pharisäertum bekämpft ward, bei Paulus der Ter- 
minus: oi *Iovdcuoi ein feststehender, der Name ^agwatoi 
gänzlich vermieden. 

Für den bekannten johanneischen Sprachgebrauch 
^IovdaXoi\ welcher übrigens im vierten Evangelium wohl 
71 mal, aber in Jesu Munde nur dreimal, und darunter nur 
zweimal in Bezug auf die christusfeindliche Judenschaft, sich 
findet, dürfte mithin der ehemalige Pharisäer Paulus 
der Bahnbrecher gewesen sein. 

37. nQföxov. 

Der von Paulus R. 1, t6 und Act. 13,46 ausdrücklich be- 
zeugte und in seiner gesamten Missionstätigkeit durchgeführte 
programmatische Grundsatz, daß das evayyihov zuerst {nQWfiov) 
den Juden gebühre und dann erst den Heiden geprediget 
werden solle, ist in dem gesamten Ycrhaltcn Jesu vorgebildet, 
welcher als didxovog jteQiTOjurjg (B. 15,8) zuerst an den ohcog 
*IoQariX sich wandte. Dieser Grundsatz ergibt sich femer aus 
Worten Jesu, welche von sämtlichen drei Synoptikern aus der 
Quelle überUefert sind. Vgl. A 16, 38. 39 = Mt. 10, 17. 18- 
Mc. 13,9. Lc. 12,11. 21, 12. Nach diesen Worten hat Jesus 
seinen Bekennem, den Yerkündigem seines Namens, es voraus- 
gesagt, daß sie zuerst etg ovvidgia xal ovvaycoydg der Juden 
und sodann ini '^ye/AÖvag xal ßaoiXeig (= ägxäg xal i^ovoiag vgl. 
PT. m, 579 flf. Exe. 64. 202) , vor die Obrigkeiten der Heiden^ 
zu ihrer Verantwortung und zur Bezeugung ihres Glaubens ge- 
führt werden sollten. Nach Mc. 7, 27: ä(p€g jiqwtov ;fO^Ta- 
o'&rjvai rd xexva — hat Jesus in parabolischer Bedeweise dieses 
nQa>Tov bezüglich Israels ausdrücklich verkündet. Aber zahl- 
reiche Bjitiker, unter ihnen auch B. Weiß, halten den be- 
treffenden Satz für eine Anleihe, welche Mc. bei Paulus (R. 1,16) 
gemacht habe, und können sich allerdings darauf berufen, daß 
dieser ganze Satz in der Matthäus -Parallele (Mt. 1 5, 25. 26) 
fehle. Indes ist es höchst unwahrscheinlich, daß Mc. ein aua 



jiQ&Tov, 6 vlog jov dvdQütJtov. 197 

B. 1, 16 entliehenes, deutlich auf das eiayyiliov bezogenes 
TtQOjTov in parabolische Redeweise umgewandelt und es bei 
Schilderung eines Heilungswunders Jesu in den Mund gelegt 
haben sollte, wo er es doch viel näher gehabt hätte, etwa zu 
Mc. 13, 10 den Text paulinisch zu formulieren: ngcbtov ek rd 
thcva xov *IoQarjX xal Sneira ek ndvra xa Sdvrj dei xrjQvx^^'^cu 
TÖ evayyiXiov, Es ist daher vielmehr Paulus, der gewohnter 
Weise die parabolische Bede Jesu ihres bildlichen Charakters 
entkleidet und zur Darstellung der darin yerborgenen Idee 
verwendet. Diesem Verfahren entsprechend ist in Mc. 7, 27 
die Quelle, in R. 1,16 und Act. 13,46 die paulinische Ver- 
wendung des QueUenwortes jtgdnov zu erkennen. Vgl. Act. 
13, 46: vjüuv ^v dvayxäiov jiqwtov lalrj^vai rdv löyov xov 
'&eov, 

38. 6 vlog Tov äv&QConov. 

Es ist eine von verschiedenen Seiten notierte Beobachtung, 
daß der synoptische Ausdruck: 6 vlog xov äv&Qconov, welcher 
auch im johanneischen Evangelium nicht fehlt (vgl. Joh. 3, 1 3. 
14; 5,27; 6,27.53.62; 8,28; 12,23.34; 13,31), in den Evan- 
gelien nur als Selbstbezeichnung Jesu auftritt, niemals in dem 
Munde eines Anderen, der von Jesu redet. Auch in der ge- 
samten neutestamentlichen Briefliteratur findet sich nicht eine 
einzige Stelle, in welcher Jesus als 6 vlog xov dy9Q(67iov be- 
zeichnet wäre.* 

Da also auch in der paulinischen Literatur dieser charak- 
teristische Ausdruck fehlt, so handelt es sich darum, festzustellen, 
ob und wie in den paulinischen Evangelienparallelen diese 
markante Selbstbezeichnung Jesu durch andere Ausdrücke er- 
setzt worden sei. Ist eine solche Feststellung möglich, so 
wird man erkennen, wie der älteste Exeget der Herrenreden 
jene rätselhafte Selbstbenennung Jesu aufgefaßt hat. 



*) Dalman, Die Worte Jesu S. 207, weist darauf hio, ,daß dieser 
Ausdruck noch heute keine gangbare Christusbezeichnung geworden ist 
und daß man in Büchern und Predigten von „des Menschen Sohn" nur 
dann zu reden pflegt, wenn man auf die eigenen Worte Jesu Bezug nimmt. 
Wahrscheinlich* — fügt er hinzu — »wird im wesentlichen dieselbe 
Empfindung, welche die Kirche noch heute davon abhält, Jesus als 
„Meuschensohn* zu bezeichnen und anzurufen, von Anfang an lebendig 
gewesen sein.* 



198 Besch, Panlinismiis. II. EinzelontersachnngeiL 

Bei genauer Yergleichung ergibt sich nim zuerst, daß eine 
nicht geringe Zahl paulinischer Evangelienparallelen vorhanden 
ist, in welchen der Ausdruck: 6 viög tov Av&qwtiov durch 
XQior6g wiedergegeben ist Ygl. K. 15,3 = ^32,38. Mt. 
20, 28. Mc. 10, 45; 2. C. 1, 5 = ^ 11, 18. Mt. 16, 21. Lc. 9, 22. 
Mc. 8,31 ; 2. C. 5, 10 = ^ 25, 20. 21. Mt. 25, 31. 32; Eph. 5, 2. 
25. 26 = ^ 32, 38. Mt 20, 28. Mc. 10, 45; Col. 3, 1 = ^33, 53. 
Lc. 22, 69. Mt. 26, 64. Hieran schließen sich die Stellen , in 
denen zu Xgiatög noch der Eigenname *Irjoovg hinzugefugt 
ist Ygl. R. 8, 34 (wo *Itjoovg allerdings fraglich ist) = ^ 33, 53. 
Mt 26, 64. Lc. 22. 69; 1. T. 1, 15 = ^ 29, 10. Lc. 19, 10; 2. T. 
4, 1 = ^ 27, 40. Mt 16, 27. Einige Male erscheint als Ersatz 
für 6 vldg xov dv^gconov auch die Bezeichnung 6 Hvgiog. 
Ygl. R. 14, 4 = ^ 31, 35. Lc. 21, 36; 1. Th. 4, 16 = ^ 31, 
28. 29. Mt 24, 30. 31. Mc. 13, 26. 27. Lc. 21, 27. Dieser Aus- 
druck 6 xvQiog wird außerdem 2. Th. 1, 7 = -// 31, 28. 29. Mt 
24,30.31. Mc. 13,26,27. Lc. 21,27 mit dem Namen: 'Irjaovg, 
und 1. C. 1, 7 = ^ 25, 12. Lc. 17, 30; PhU. 3, 20 = ^ 31, 28. 
Mt 24, 30. Mc. 13, 26 mit der volleren Benennung 'Itjaovg 
Xqiaxdg verknüpft Einige Male tritt als Ersatz für 6 vU>g 
Tov dv^Q(07iov auch die Bezeichnung 6 vldg xov ^eov uns 
entgegen. Ygl. Gal. 2, 20 = ^ 32, 38. Mt 20, 28. Mc. 10, 45, 
sowie 1. Th 1, 10 = ^ 31, 28. Mt 24, 30; ebenso Ebr. 6, 6. 
10, 29 = ^ 27, 18. Lc. 12, 10. Mt 12, 32. Femer T. 2, 13 
= A 32, 28. Mt 20, 28. Mc. 10, 45: oioxriQ fifxcjv 'Irjoovg 
XQioxog. 

Ist es an den bisher genannten Stellen die Idee der 
Messianität {XQiaxog)^ der Christushorrschaft (<5 xvgiog) 
und der Gottessohnschaft (<5 vldg tov t?€ov), welche Paulus 
bei Wiedergabe der von Jesu gebrauchten Selbstbezeichnung: 
6 vldg TOV &v^Q(i)7iov zum Ausdruck bringt, so eröffnet eine 
andere Reihe von Stellen, in denen 6 äv^gconog, elg äv&qw^ 
Jiog, devTEQog äv^gconog, ?ö;^aTog *Add/ui als gleichwertig 
für 6 vldg tov äv&Qcojiov aus der paulinischen Denkweise ge- 
flossen ist, eine völlig neue Perspektive. 

Besonders wichtig für die paulinische Christologie und 
speziell für seine Lehre vom Yersöhnungstode Jesu ist ^ 
32, 38 = Mt 20, 28. Mc. 10, 45. Man vgl. namentlich den 
Excurs 120: Xvtqov = ävTiXvTQov, Dort erst wird es sich zeigen, 
daß 1. T. 2, 5 6 äv^gconog als paulinischer Ersatz für das 6 vldg 
To€ äv^QWTiov der Quelle (Mt. 20, 28 = Mc. 10, 45) zu fassen 



6 viog tov dr^Qtojtov, 199 

ist Dazu vgl. man aus den paulinischen Hauptbriefen 1. C. 
15, 21: dl äv&Qconov ävdmaoig = ui 11, 18. Mo. 8, 31. Lc. 
9,22. Mt. 16, 21: dei rdv vlöv tov äv&Qc&nov . . . ävaoxfjvai, 
Phil. 2, 7: ax^^f^tau eige^eig wg äv&QConog, B. 5, 15. 19: tov 
ivbg äv&Qcbnov, l.C. 15, 47: 6 devregog äv&Qconog und 
1. C. 15,45: 6 Sax^tT^og 'Addju, 

Damit ist der Punkt gegeben, an welchem die sprachliche 
Untersuchung bezüglich des Ausdrucks: 6 vldg tov äv^gcÜTiov 
einzusetzen hat. 

Dalman (Worte Jesu S. 191 flF., besonders 8. 196.210) 
hat nachgewiesen, daß eine grammatisch genaue Übersetzung 
des durch zwei Artikel determinierten Ausdrucks: 6 vldg xov 
&y*^Q(i)7iov in das aramäische Idiom Kossen sr^a hätte lauten 
müssen, d. h. also eigentlich ,sein Sohn, der des Menschen', 
eine Form, welcher im Mischna-Hebräischen tntA^ iasi ent- 
sprechen würde. Er sagt aber selbst, daß dieser Ausdruck 
ein unsemitischer ist, und fügt hinzu: ,Der einzige an 6 vU>g 
xov äv9Q(&7iov erinnernde echt aramäische Ausdruck ist m^sm ^a, 
ein Ausdruck jedoch, welcher ,der gewöhnlichen Sprache der 
palästinensischen Juden als Ausdruck für Mensch nicht eigen 
war', der vielmehr ,der gehobenen Sprache der Poesie und 
Prophetie angehörte\ Er unterläßt es jedoch, die Consequenz 
seiner sprachlichen Untersuchungen offen auszusprechen und 
einzugestehen, daß die griechische Form: 6 vldg xov äv^gcinov 
seiner Annahme einer aramäischen Grundform nicht günstig 
ist.* Er unterläßt es infolgedessen auch, auf die Möglichkeit 
eines hebräischen Orundwortes zurückzugehen, obwohl gerade 
mit diesem einzelnen Fall die Frage, in welcher Sprache Jesus 
seine Reden gehalten habe, noch keineswegs entschieden wäre. 
Dalman bespricht wohl die hebräische Form o"T»ri3 = vldg 
&v^Q(l>nov — und hebt ausdrücklich hervor, daß dieser Aus- 
druck nicht ,Sohn eines Menschen', sondern das Olied der 
Gattung , Mensch' bezeichnet. Er erwähnt auch, daß im 
Mischna-Hebräischen b^kh ,der Mensch', nn« o'ix .ein Mensch' 



*) Überhaupt sind die weitschweifigen und sich gegenseitig wider- 
sprechenden Verhandlungen über den aramäischen Ursprung dieser Selbst- 
bezeichnung Jesu bis jetzt trotz aller aufgewandten Gelehrsamkeit höchst 
unbefriedigend verlaufen und weisen durch dieses negative Ergebnis darauf 
hin, daß die Lösung des Rätsels anderswo als im aramäischen Idiom zu 
suchen ist. 



200 Besch, Paalinkmiis. IL EinielimtenachiiDgeii. 

ist. Aber die hebräische Form u jy^i ^ zieht er nicht in Be- 
tracht. Und doch ist auch im biblischen Hebräisch cnKn 
als Bezeichnung eines ganz bestimmten Menschen, 
nämlich des ersten Menschen, sehr wohl bekannt. Der Eigen- 
name ,Adam\ welcher im biblischen Hebräisch 13 mal wieder- 
kehrt, ist 7 mal mit dem Artikel verbanden, eben weil es 
sich um Bezeichnung einer bestimmten Persönlichkeit, nicht 
um den Begriff ,Mensch^ handelt Warum soll nun Jesus 
sich nicht ,Sohn Adams^ genannt haben? Ein Rätselwort, 
wie es Jesus liebte, wird es immerhin gewesen sein. Aber die 
paulinischen Anspielungen auf den 6 dg äv&Qconog, 6 devregog 
Sr&Qconog, 6 loxotog äv^QWTiog beweisen, daß der Apostel fähig 
gewesen ist, auch dieses Rätsel zu lösen. 

Bereits in meinem ,Eindheitseyangelium^ (S. 270f. 281) 
habe ich auf die von Paulus herausgestellten antithetischen 
Parallelen zvrischen der yivBoig Adams und der yheoig Jesu 
hingewiesen. Man vgl. Gen. 5, 1 : tan« mWn ^m = LXX: ^ 
ßtßXog yevioeiog äv^gconcov, femer 

I.e. 15,47*: 

x6g. Gen. 2, 7* LXX: hiXaosv 6 
^96g xov av&Qfosiov X^^^ an 6 
ifjg yfjg 

I.e. 15,45*: 

iyiyno 6 jtQ&Tog äv^Qtonog 'ASäfi 
(sie!) elg y^vxtfv C<^oov. Gen. 
2, 7^ LXX: syhfsio 6 äv^gtostog 
elg y^vxfjy C<öaav. 

Die doppelte Wiedergabe von onKti aus Gen. 2, 7 durch 
äv^QcoTiog und durch *Addßi in 1. C. 15,45» hat Paulus, wie 
man sieht, nicht aus den LXX geschöpft; sie mußte ihm aber 
nahe liegen durch die Selbstbezeichnung Jesu onKti-ia, 
welche ja gerade eine doppelte Übersetzung: 6 vldg 
xov äv&QcoTiov oder 6 vldg xov *Addßi zuließ.* Bei der 
aramäischen Form kw3k^ ma oder «ü3K-na wäre eine solche 

„ TTrtv-i TT*:- 

doppelte Übersetzung von vornherein unmöglich und eine 

*) Fiebig, Der Menschensohn. Jesu Selbstbezeichnung mit be- 
sonderer Berücksichtigung des aramäischen Sprachgebrauchs för Mensch. 
Tübingen "und Leipzig, 1901, wirft S. 1 die Frage auf: »Soll es heißen: 
„der Sohn Adams", warum hat dann Jesus nicht einfach deutlich und 
klar gesagt: 6 vldg rov ^Add^iY Nach den paulinischen Andeutungen hat 



l.C.15,47b: 

6 devregog äv^goisiog i^ ovgavov, 
Lc2, 13: jil^^og argauäg ovga- 
vlov. Lc. 2, 15: dmjX'^w elg tot 
ovgavov 

I.e. 15,45«»: 

6 eoxatog 'A 6 ä fi eig nvsvfia Co>o- 
jtoiovv. Lc. 1, 85: jfvevfia äytov 
IneXevosiai sjtl ai. 



6 viog Tov dv^gamov. 201 

Beziehung auf D^i( als Eigennamen ausgeschlossen gewesen. 
Lautete aber diese Selbstbezeiehnung Jesu c^xn-^a — ein Aus- 
druck, welcher auch aramäisch redenden Hörern ebenso ver- 
ständlich sein mußte, wie z. B. der Name des syrischen Königs 
•nrr-ja — , so ergeben sich von selbst eine Anzahl Polgerungen : 

1. die Parallelisierung zwischen Jesu und dem Stammvater 
der Menschheit, 

2. die Entstehung eines Geschlechtsregisters, nach welchem 
Jesus als vlog tov*Addfi genealogisiert wird, vgl. Lc. 3,23: 
&v viog, v. 38: tov *Addfx, 

3. die von Paulus gegebene christologische Durchführung 
der antithetischen Parallelen zwischen 'Add/ii als dem 
jiQonog äy&QCOTzog imd dem ö vldg tov ^Addfi oder ö 
vlbg tov äy&Q(07iov als 6 devtegog är&Q(07iog oder 6 
Saxci^og *Addfi,* 

4. die Weiterführung dieser Bichtungslinien von der chri- 
stologischen zur ethischen Betrachtungsweise in den 
Antithesen zwischen 6 nakaidg äv&Qconog imd 6 xaivdg 
äv^Qconog, sofern von dem ersteren ein avatavgovo^ai 
und ovv&OTtteo'&ai tco Kgiotcp ausgesagt und der letztere 
als 6 XQiotog h fifuv erfaßt wird. 

Diese mehrdeutige Selbstbenennung Jesu bei Bezeichnung 
seiner Armut, seiner Leiden, seines Todes als Xvtgov ävtl 
7ioU,cbv, seines Gehorsams bis zum Kreuz (vgl. ^ 33, 29 = 
Mc. 14, 41. Mt. 26, 45. 46), seiner Auferstehimg und seiner 
Wiederkunft in Herrlichkeit, kurz seines ganzen Wesens und 
damit auch seiner menschlichen Abstammung, gaben die anti- 
thetischen Parallelen zwischen dem nganog und dem demegog 
'Addfx an die Hand, wie sie B. 5, 14 in den Worten: 'Add/i, 8g 
iativ tvTiog tov fiilkovtog, grundlegend zusammengefaßt sind. 
Man vgl. 

6 :tQwxog &v&QO>7iog 'Add/ti 6 devreQog ävdgtojrog 'Addfi 

R. 5, 12. 15. dl'' ivog dv^Qcojiov rj d/AOQjia Z^"* VI ^^^ ivos dv^Qfosiov 
5,15.17. TM TOV kvog nagcuntofiaTi ol ev ^(ofj ßaailevoovoiv d(d tov 
jioV.oi djte&avov kv6g 



er in der Tat so gesagt, wenn er sich einfach .deutlich und klar* als 
O^KiT^a bezeichnete. Die griechische Wiedergabe dieser Selbstbezeich- 
nung durch 6 viog tov dvÜQtojzov ist doch nicht von Jesu persönlich 
ausgegangen ! 

*) Vgl. hierzu Feine, Jesus Christus und Paulus S. 211. 



202 Resch, Panlinismas. U. Einzelimtersnchangen. 



Si* ivog Succuto/mToe etc x&na/z 
dv^Qwnovg elg SuccJohuv 

diä Trjg vjiaxo^ xov ivos dl" 
xcuot . . oi xoXXol 

4 X^^ ßaoiXevajj eis C<oiir aJUb- 
riov Siä 'Itjoov Xqioxo^, 



R.5,18. dC ivog xaQajna>/iaxoe ek ^dv- 

jog ia^Qfonovg elg xajdxQifUx 
5, 19. dia xfjg xoQaxofjg rov ivos dv- 

^Qfonov d/ioQTtoXoi . . olnoXXol 
5,14.21. ißaolXevaev 6 ddrarog djto 

'Addfi 

Bei allen diesen antithetischen Parallelen legt Paulus den 
Nachdruck auf die Universalität der Wirkungen, welche 
von dem ngcorog 'Adäßi und dem devregog *Ad6.fi aus- 
gegangen sind. Wie in universeller Weise die durch 
Ungehorsam gegen Gott begangene Sünde des ersten 'Addfi 
auf das ganze Menschengeschlecht zum Tode und zur Yer- 
dammnis fortwirkt, in ebenso universeller Weise geht von 
dem zweiten 'Add/ii eine Wirkimg auf die ganze Menschheit 
aus durch seinen Gehorsam bis zum Tode, durch seine Gnade, 
die er erwarb, durch sein Leben, das er schenkt. Den Anti- 
thesen gegenüber liegt gerade in der Universalität 
der Wirkungen der Parallelismus, der in dem elg äv^gco- 
Tzog, demegog *A6dfi gegeben ist. Ebenso universell ist 
aber auch die Selbstbezeichnung JesiL Als vl6g Aavtö 
war Jesus der Messias für sein Volk, als onKiTTa war 
er der Heiland aller Welt, der elg fJi^oitrig '&eov xal äv&Qm^ 
71COV, l. T. 2, 5. Vgl. hierzu auch Exe. 141: vlog Aavtö, 

39. fjiETafiOQ(povo'&ai, 

Daß die Perikope von der Verklärung Jesu ^11,21—29 
= Mt. 17, 1-9. Mc. 9, 2-9. Lc. 9, 29-37 bereits in der Logia- 
quelle enthalten war, hat zuerst B. Weiß erkannt. Vgl. 
Weiß, Mc. 294ff. Doch hat er den Urtext zu einseitig in 
Mt. gefunden und die Relation des Lc. in ihren eigentümlichen 
Textbestandteilen unterschätzt. Aus Paulus kann man lernen, 
daß der Urtext weder allein bei Mt. oder Mc. noch allein bei 
Lc. zu finden ist. Diejenige paulinische Darlegimg, welcher 
die Perikope ^11, 21—29 zu Grunde liegt, ist in 2. C. 3, 4-4, 6 
enthalten. Das fjLBxafxoQcpovo'&ai des Mt. und Mc, das Xdfi^ 
Tieiv des Mt. und ebenso das (pwg, welches nur Mt. nennt, 
dann das tiqoocotiov, in welchem Mt. und Lc. zusammentreffen, 
endlich das idelv rrjv dö^av avrov, welches ausschließlich 
der lucanischen Relation angehört, — alle diese sprachlichen 
Elemente, welche 2.0.3,4-4,6 wiederkehren, bezeugen es, 
daß Paulus diese Perikope benutzte, und zwar nach einem 



/UTafMQqfoOo^cu. 203 

Urtexte, welcher in keiner der drei synoptischen Relationen 
rein wiedergegeben ist. 

Die Hauptidee, welche Paulas aus dem Bericht über die 
Verklärung Jesu entnommen hat, führte ihn zu einer Ver- 
gleichung des A. und N. T. und zur Hervorhebung der das 
A. T. weit überstrahlenden Herrlichkeit des Neuen Bundes. 

In der Tat — das A. T. war bei Jesu Verklärung ver- 
treten durch Mose und Elias, als den beiden Bepraesentanten 
des Gesetzes und der Prophetie. Die Herrlichkeit des Neuen 
Testamentes aber concentrierte sich in der Person des ver- 
klärten Jesus, der durch seine SSodog, fjv ijjtuXXsv nkrjQovv h 
'iBQovoalrjfjL, der Stifter des Neuen Bimdes werden sollte und 
wollte. An seiner Seite hatte Jesus seine drei vertrautesten 
Jünger als dtaxdvovg xaiv^g dia^ijxrjg (2. C. 3, 6). Vgl. Exe. 119. 
^ 32, 22. PT. m, 669. 677. Im Hinblick auf die bei der Ver- 
klärung hervorgebrochene dö^a Jesu zieht Paulus 2. C. 4, 4 ff. 
eine gegensätzliche Parallele zwischen der diaxovia nakaiäg 
dia&rjxrig und der diaxovia xaivrjg dia'9^xrjg. Dabei tritt die 
Verklärung selbst besonders hervor 2. C. 3, 18: ^juLeig dk ndvreg 
ävaxexaXvfifiiv^ ngootoncp t^v d6^av xvgiov xaTonxQiCd" 
fievoi trjv avT^v elxöva /jLexa/jLOQtpov fie'&a änd ööSrjg eig 
döSav, femer 2. C. 4, 4: avydoai t6v (pcoTio/utdv rov eiay- 
yeUov tfjg döSfjg tov Xqiotov, v. 6: (p(bg Xdfixpti . . ngbg 
q>(Otiofi6v tfjg yvcooecog rtjg döS^g tov ^eov h ngoocoTiq} 
Xqiotov, Wenn Paulus kurz darauf v. 10 von der vixQcooig 
Tov *Irjoov redet und v. 11 an dessen '^dvarog erinnert, 
der in seinen Jüngern ebenso offenbar werden soll wie seine 
Ccoij, so erscheint dies wie ein Nachklang von ^11,24 = Lc. 
9,30: ovvXaXovvxeg fxex* avxov t?;v i^oöov, ijv fjjueXXev nXriQOvv 
Iv *IeQovoaXrj/jL. 

Wie von Jesu berichtet wird: fierejLioQqxo^r), so sagt 
Paulus von sich imd den Mitjüngem Jesu 2.0.3,18: fAexa- 
fioQtpoviJLE^a, so ruft er den Bömem zu E. 12,2: ixexa/jLOQ^ 
(povo^e. Und nicht bloß eine tägliche innere jtietajuögqxooig 
sollen sie als eine ävaxalvcooig rov voog an sich erfahren, 
sondern auch an ihrem ocöjua sollen sie nach Jesu Vorbild eine 
dereinstige fxetafxdQcpmoig erleben. Vgl. Phil. 3, 21 : {XQtoxbg 
Ufjoovg) /jLetaoxT^ M'O.rloei xo ocb/xa xrjg xojteivcooecog ffiMÖv 
ovfifjLOQtpov xüj odjfxaxi xfjg döSfjg aixov. Schauen wir jetzt 
schon durch das Wort wie durch einen Spiegel {öi loÖJtxQov 
1. C. 13, 12) in Jesu Herrlichkeit hinein {xijv dö^av xvqIov 



204 Bescfaf PanliniBniiis. IL Eimelinitenochiiiigeii. 

xatontgi^ößievoi 2.0.3,18 = Lc. 9, 32: eJdor tijr d6(ar 
airov), so wird sich in der Yollendang erfaUen: tike ngöa- 
€onor ngdg ngdoionor (1. C. 13, 12). Mithin nicht ein avaxfl- 
ßiaxlCto^ai x(p alwvi rovrq} (B. 12, 2), sondern ein avßißiog^ 
q>l^to'&ai xq> Xataxq), und zwar sowohl ein ov fAfjLOQq)i^eo'&ai 
j(p ^ardxcp avxov (PhiL 3, 10) als auch ein fjiexaaxijfto'fi- 
^to^ai x€p otbfiaxi xrjg dö^fig aixov (PhiL 3,21), das ist nach 
des Apostels Sinn die Yerklärong der Jünger Jesu in sein Bild 
hinein, oder auch eine Yerklärung Jesu in ihnen, durch Leiden 
zuvor zur Herrlichkeit darnach. Vgl. ^ 35, 26 = Lc. 24, 26. 
R8, 17. 

Die Vorstellung des Apostels bezüglich der fiexaßidQfpooots 
bei der Parusie kann man aus 2. C. 5, 1—5 erkennen. Wie 
bei der Yerklärung die Kleidung Jesu (6 Ißjuniofiög Lc, xd 
ifjL&na Mt. Mc.) leuchtete (lyirero levxä dbg x6 qpoK Mt., lev- 
xdg l^aorgänxcar Lc), so denkt sich Paulus die dereinstige 
Yerklärung der Jünger Jesu (nach 2. C. 5, 2) als ein biev- 
dvoao^cu, vgl. y. 4. 5 : ov ^iXo/iev ixivoao^i dJU' bieyivoaa&ai, 
tva xaxajto^ xd dn/rÄv vtio xrjg ^(ofjg. Und wie dort die 
Jünger nach Lc. 9,31 ßeßaQrjfiivoi vtivco sich sehnten, oxti- 
vdg zu bauen, um in diesem Beisammensein mit dem ver- 
klärten Meister zu bleiben, so sagt Paulus 2. C. 5, 4: ol övxeg 
iv x(p oxrjvet axevdCojuev ßagov/iievoi, vgl. v. 2: Gxeydl^ofiev x6 
olxrixriQiov fjfjiwv xd i( ovgavov ijzevdvoao'&ai hiuio&ovvxeg. 

Aus 2. C 4, 4: avydoai xdv (pcoxioßidv xov evayyeXlov xijg 
66 Sfjg xov Xqioxov^ 8g ioxiv elxibv xov ^eov — dürfte der Ver- 
fasser des Ebräerbriefes seine christologische Aussage Ebr. 
1,3: 8g loxiv dnavyaofJLa xrjg döirjg xal ;ijaßaxT^^ x^g vno- 
axdaecog aircov gebildet haben, sodaß Ebr. 1,3 mittelbar von 
dem Yerkläningsbericht abhängig sein wird. 

40. önloü). 

Den in dem Herrenwort ^ 11, 50 = Lc 9, 62: ovdelg im- 
ßakä)v xrjv x^^Q^ avxov elg &qoxqov xal ßkincov elg xd öntocD 
eC^Exög laxiv xfj ßaoikelq. xov ^eov — liegenden Grundgedanken 
hat Paulus mit Abstreifung des Bildes vom öqoxqov aufge- 
nommen. Ygl. Phil. 3, 13: xd juh ÖTziaco bidav&avöjuevog, xolg dk 
ifinQoo'&ev inexxeivdfievog. — Yon mancher Seite ist auch zwischen 
^ 11,48 = Lc. 9, 60. Mt. 8, 22: &(peg xovg vexgovg Mxpm 
xovg iavxcbv vexQovg und 1. T. 5, 6: C<öaa xi^vrjxev eine Pa- 



dbr^OQ). (pg6yifjiog, ootpog, axigatog, cutXovg. 205 

rallele gefanden worden, und allerdings ist in dem ersten 
vexQovg des Herrenwortes der Begriff des geistlichen Todes 
vorausgesetzt, ähnlich wie ^ 22, 23. 33 = Lc. 15, 24. 32. VgL 
Exe. 84. 

41. (pQOVifiog, oo(p6g, äxigaiog, änXovg. 

Die große Aussendungsrede Lc. 10, 1—16 = Mt. 10, Iff., wie 
sie ^ 12, 1—20 reconstruiert ist, bietet zahlreiche Parallelen 
zu den paulinischen Briefen. Ygl. zunächst 

Paulus : 
I.e. 4, 9»: 6 ^s6g ^fiäs tovs djro- 



A 12, 1 flF. : 

V. 1 = Lc. 10, ID: anidei^ev 6 xv- 
Qio^ xai hegovg kßdofArjxovxa xai 
&jiiaT8tXev avxovg 

V. 4 = Lc.l0, 3. Mt. 10, 16*: dsto- 
aiiXXio i/iäg <hg siQoßaia [Lc. 



1. C. 4, 9^: wg ijti&avaxiovs — 2. C. 
4,11: ^fieig ol ^&irfeg elg ^dva- 
Tov Ttagadidö/ie^a — R. 8, 36: 

^avatovfis&a 6Xi]v ttfv ^fiigav, iXoyia^fiev d>g sigö- 

ßaxa 0(payrjg 



V. 5 = Mt. 10, 16 : ylvta^e ovv <p q o- 
rt/Aoi (og 6 S(pig xai äxigaioi 
d>g rj rtegiaregd 



I.e. 4, 10: vfieig de q> gdvifioi h 
XgujTcp — 1. C. 10, 15: Sg tpQovl- 
fiotg Xiy(o — R. 16, 19: ^iXto Se 
vfiäg oo<povg elvai elg t6 dyadw, dxegaiovg Sk elg 
t6 xaxov — PhiL 2, 15: dxegaioi .. fjiiaov yeveäig 
oxoXiäg xai diearQafifievrjg. 

Zu vorstehenden Parallelen, welche abwechselnd auf den 
Text des Lc. oder des Mt. oder beider zugleich sich beziehen, 
noch einige Erläuterungen. In 1. C. 4, 9* ist die Parallele zu 
Lc. 10, 1 nach der Lesart des Cod. D djiideiSev frappant; 
der canonische Text bietet ävidei^ev, Li 1. C. 4, 9^ schlieBt 
sich das ijii^avaTiovg als Sinnparallele, in welcher das Bild 
abgestreift ist, zu Lc. 10,3 = Mt. 10,16* an. Zu dem ini" 
^avariovg, elg ^dvarov naQadidd/Lie&a (2. C. 4, 11), ^avarov^ 
ßie^a (R. 8, 36) ist zu vgl. die apokryphe Ausführung bei 
Clem. Rom. 11,5,2—4: keyei yaQ 6 xvgiog' loeo'&e cbg ägvia Iv 
fiiocp Xvxcov äjioxQi^elg dk 6 Ilhgog avxco kiyei' iäv ovv dia- 
OTiagd^coaiv ol kvxoi rä ägvia; ehtev 6 *Ii]oovg reo IlixQCO' ßiij 
(foßeio'&CDoav tä ägvia tovg Xvxovg fietä xb äno^aveiv aird. 
Ygl. Agrapha S. 377 f. Zugleich kann man sich erinnern 
an das echte Paulus-Wort Act. 20, 29: eloekevaovxai . . Xvxoi 
ßageig /xri (peiddfxevoi xov noijLiviov, 

Von Mt. 10, 16' nach der Textgestalt, wie sie bei Clem. 
AI., Orig., Ps.-Ign., Ephr. Syr., Epiph., Caelest. repraesentiert 



206 Resch, Paulinismus. IL Einzeluntersuchnngen. 

ist: 6 5q>ig . . ij Ttegunegd, hat Paulus nur das Bild des Sqng 
2. C. 11,3 erhalten. Wenn er sagt: ipoßavfjuu dk fx'fj jrcoc &g 
6 ö(pig iSf]nditja€v Eiav h rfj Ttayovgylq, airav, fp^aQfj rd 
voYjfJLaxa ipUöv &nb r^g &nX6xriTog xrjq elg rdv Xgujtdv — , so 
bemerkt man, daB der Apostel der vorcanonischen Lesart: cbg 
6 ötpig folgt, ganz wie später Papst Caelestinus in den 
Actis oecumenicae tertiae Synodi Ephesi habitae p. 90 
ed. Sylburg: ixelvcp ovx (keixpe xal &nX6xrig negiotegäg xal 
avveoig Ignerov. Vgl. PT. II, 122—124 mit dem Nachweis 
des Singulars negioxegd imd öq)ig = Ignetdg. Der Ausdruck 
äjtXörtjgy welchen Caelestinus wie Paulus gebraucht, erklart 
sich aus der Lesart des Cod. D: äTzJiovatatoi (= äxiQoioi), 
Paulus gebraucht R. 16, 19. Phil. 2, 15: äxigaiog, setzt aber 
2. C. 1 1, 3 das synonyme inXovg (= o^ppi) voraus. Ähnlicher Weise 
wechselt er in der Übersetzimg von Q^in? (vgl. Gen. 3, 1 LXX: 
6 dk öq?ig f^v q)Qovifi(i>taxog\ indem er l.C. 4, 10; 10,15 (pQdri- 
flog, K. 16, 19 aber oo(p6g anwendet. Vgl. zu (pqdvifAog = 
aotpög Exe. 22, femer Eph. 5, 15. 16: cbg aoq?ol, i^ayogaCSfievoi 
xdy xaiQ6v mit ^ 18, 11 ==Ht. 24, 45. Lc. 12, 42: obeorö/iog 6 
tpQÖvifxog . . £v xaiQ0^ zu AnkAtrig Exe. 108. 

42. TQOtprj. 

Paulus, der bestrebt war, jederzeit, auch auf seinen 
Missionsreisen, seinen Lebensimterhalt selbst zu erwerben, hat 
wiederholt bezeugt, daB nach dem Befehl des Herrn die das 
Evangelium Predigenden den Anspruch auf den ihnen zu ge- 
währenden Lebensimterhalt besitzen. Unbeschadet diesesRechtes 
wird das Evangelium unentgeltlich, öa^gedv, geprediget. 2. C. 
11,7. Der Schwachen und Kranken aber haben sich die 
Prediger des Evangeliums besonders anzunehmen. Alle diese 
paulinischen Grundsätze stützen sich auf die Aussendungsrede 
^12,2-12. Vgl. 

1. C. 9, 4 : fiti ovx J/OjMfiv k^ovoUxy fpa- 

ysXv xal jieXv ; 1. C. 9, 14: othos 

xal 6 xvQiog diSra^sv toT; t^ sv- 

ayyiXtov xaxayyiXkovoiv ex xov svayysXiov ^tjv» 2. Th. 3,8.9. 



-4 12, 9 = Lc. 10,7*: h avTfj Se olxlq, 
lievere, eo^ovreg xal nivovrsg xä 
naQ* avxwv 



A 12, 10 = Lc. 10, 7b. Mt. 10, 10: 
ä^tog yäg 6 iQydxijg xrjg tqo- 
(pfjg [Lc. xov fiia{^ov] avxov 

A 12, 11 = Lc. 10, 8: io^iexs xa 
Ttagax i^ifieva vfxXv 



1. T. 5, 18: Xiysi yoQ ^ ygatpi^' ä^tog 
6 igydxrjg xov fiio^ov avxov 

l.C. 10,27: jräv x6 jtaQaxt^i/ievor 
vfiiv soiriexe 



XQoq>ri. dixeo^t, dxovstv. 207 



A 12, 12* = Lc. 10, 9: ^egaTtevets 
Tovg ir avrß do^evetg, Mt. 10, 8*: 
do^evovvjas ^egcuzevsts 



R. 14,1: Tov 6f da^evovvra . . 
nQoaXafißavsa^e. 1. Th. 5, 14: 
dvxixso'&s x(bv da&svibv. Act. 



20, 35: xoTitcJvTag det dvxtXafißdvea^cu da^svovvxfov 



Ä 12, 12»> = Mt. 10, 8b: 6o>Qedv 
iXdßexSf 

SioQsdv 66x8 



R. 8, 24: dixaiov/ievoi dcogedv xfj 
avxoü ;|faßiT« 

2. C. 11, 7: diOQtav x6 xov ^eov 
BvayyiXiov 8vrjYyeXiod/Aijv. 

Auch hier wird nur durch den Zusammenhalt der synop- 
tischen Relationen die YoIIständigkeit imd Bedeutsamkeit der 
paulinischen Parallelen erkannt. Die Parallelen l.C. 9, 14. 4; 
10, 27 treffen nur mit lucanischen Texten, R. 3, 24; 2. C. 11, 7 
mit einem nur durch Mt. überlieferten Herrenwort, 1. T. 5, 18; 
Act. 20, 35; R. 14, 1; 1. Th. 5, 14 mit beiden synoptischen Re- 
ferenten zusammen. Daraus ergibt sich die Abhängigkeit 
des Apostels von einer über beide canonische Refe- 
renten zurückreichenden, von beiden nicht vollständig 
ausgenützten Hauptquelle. 

Man vgl. auch das von Lc, Mc, Mt. überlieferte Herren- 
wort ^ 5, 20 = Mt. 12, 4. Lc. 6, 4. Mc. 2, 26 mit 1. C. 9, 13: 
ovx oTdare Sri ol rd legd Igya^dfievoi td. ix tov legov itr&iovoiv; 
Ebenso beachte man, wie Paulus beides, sowohl das Iqydl^eo&ai 
(= rä evayyiXiov xaiayyiXkeiv l.C. 9, 14) als das doigeäv didövai 
(= dcogeäv rd tov ^cov evayyihov eiayyeUoaa'&ai 2. C. 11, 7) 
auf die Evangeliums-Predigt — ganz im Sinne der Aussendungs- 
rede — bezogen und 1. C. 9, 14 in Übereinstimmung mit Mt. 11, 1 
diese vom Herrn ausgegangene Instruction als ein öiaTdooeiv 
bezeichnet hat. 

43. dix^o^ai, äxoveiv. 

Das Logion, wodurch Jesus seine Sendboten als seine be- 
rufenen Stellvertreter bezeichnet, ist in seiner Vollständigkeit 
nur durch außercanonische Texte erhalten. Nach Const. VIII, 36 
hatte es folgenden Wortlaut: 

6 vfjubv äxovcov ijuov äxovei 

xal 6 ijuov äxovojv äxovei tov djiooTeiXavtd jue 

xal 6 vjuäg ä^erojv i/uk ä&eTei 

6 dk ijui d&etcbv d'&exeX tov djiooTeiXavTd jue. 

In dieser viergliedrigen Gestalt ist das Logion ^ 12, 15. 16 

in meine Textausgabe der Logia aufgenommen. Vgl. PT. IH, 

187—191. Von den drei Synoptikern bietet Mt. die beiden 

ersten Glieder, mit der Variante dix^o^ai für dxoveiv. Vgl. 



208 Resch, Paulinismus. II. Einzeluntersuchungen. 

Mt. 10,40: 6 dex^f^^vog ifiag ijüik dixexai, xai 6 Ifik dex^^ 
ßievog dix^'foi' ^ov äjzooTeUavxd /le. Bei Hc. findet sich ledig- 
lich das zweite Glied (vgl. Mc. 9,37: xal 8g &v l/uk dixtjrai, 
ovx Ijuk dix^'tai, äXXä xbv äTtooxelXavrd fie) mit einem Ueinen 
Zusatz und ebenfalls mit der Variante dix^a^ai. Endlich 
Lc. bietet da, wo er von Mc. abhängig ist, nämlich 
Lc. 9, 48 = Mc. 9, 37, ebenfalls das zweite Glied wesentlich 
nach der Fassung des Mc, jedoch mit Weglassung des von 
Mc. eingeschobenen kleinen Zusatzes, aber mit der bei Mc. 
und Mt. ersichtlichen Variante dix^^'^^^* 

EQngegen da, wo Lc. von Mc. unabhängig direct 
aus der Quelle schöpft, nämlich Lc. 10, 16, gibt er das 
erste Glied mit der Variante äxoveiv, läßt er das zweite 
Glied weg imd fugt er die beiden letzten Glieder an, welche 
sowohl bei Mt. als bei Mc. fehlen. Nach seinem bekannten 
Gesetz der Sparsamkeit hat Lc. hier das zweite Glied aus- 
fallen lassen, weil er es, wenn auch mit der Variante dixea^ai 
f&r äxoveiv, bereits Lc. 9, 48 gebracht hatte. Hieraus geht 
hervor, daß für Lc. die Varianten äxoveiv (Lc. 10, 16) imd 
dixso^ai (Lc. 9, 48) gleichwertige Varianten waren, einem und 
demselben Logion angehörig. In der Tat: es sind Über- 
setzungsvarianten, sei es, daß man r\ph oder bap? als Stamm- 
wort annimmt oder gar nach dem aramäischen ba^ hinüber- 
greift. Prov. 16, 21 wird nph und Prov. 19,* 20 ^a|5 durch äxoieiv 
wiedergegeben. Vgl. auch PT. 11, 129 ff. und Mt. 11, 14: xal 
el MXexe de^aa^ai = et si vultis audire nach Cod. Colb. 

Paulus kannte das Logion, aber nicht mit der lucanischen 
Variante äxoveiv, sondern in der Fassung mit öixeo'&ai. Vgl. 
Gal. 4, 14: idi^ao^i fie &g Xqiotov *I^aovv, Phil. 2, 29: 
TiQoodix^^^^ ovv aixdv iv xvgico, 1. Th. 4, 8: 6 ä'&excbv 
ovx äv^gcoTiov ä^erei, äkXä röv ^eöv, vielleicht auch — worauf 
Zahn, Matthäus- Commentar S.537 Anm. 29 hinweist — Col. 2, 6: 
nageXdßexe röv XQioTÖv'Irjoovv, R. 15,7: jiQookajußdvea&e 
äXki^kovg, xa^o)g xal 6 Xgiaxdg nQooeXdßexo vjnäg, Lc. weicht 
mit seiner Variante äxoveiv vom paulinischen Stil in diesem 
Falle ab, hat aber dafür die zweite — das ä^ereiv betreffende — 
Hälfte des Herrenspruches aufbewahrt imd dadurch die Mög- 
lichkeit gegeben, auch in l.Th. 4,8 die Abhängigkeit des 
Apostels von Jesu Worten zu erkennen. Also auch hier ge- 
winnen wir erst durch den Zusammenhalt von Mt. und Lc. ein 
vollständiges Bild des Quellenverhältnisses. 



Sixea^t, d?eovetv, x^^^*^' 209 

44. ;|rai^€ev. 

Die Beden, welche Jesus nach der Bückkehr der Siebenzig 
gesprochen hat, gehören zu dem Tiefsten, das der Verfasser 
der Logia überhaupt aus den Herrenreden aufgezeichnet hat. 
Diese Beden zerfallen in drei Abschnitte, zunächst den Ab- 
schnitt yl 12, 21—25 = Lc. 10, 17—20, dessen Erhaltung wir 
dem dritten Evangelisten allein verdanken, sodann ^12, 26—32 
= Lc. 10,21—24. Mt. 11,25-27; 13, 16. 17, welche Verse von 
Mt. und Lc. aus der Logiaquelle ziemlich gleichlautend wieder- 
gegeben sind, und endlich yl 12, 33—36 = Mt. 11, 28—30, 
welche Schlußworte der — gerade am Schluß der einzelnen 
Abschnitte öfter kürzende — Lc. weggelassen hat. Bezeichnend 
ist es fär das Niveau des Mc, daß in sein Evangelium von 
diesen tiefsinnigen Selbstaussagen Jesu nicht ein einziges Atom 
übergegangen ist. Begreiflich aber ist es, daß diese Ent- 
hüUimgen Jesu gerade von seinem größten Schüler, von Paulus, 
mit besonderer Hingebung erfaßt und in ausgiebigster Weise 
verwertet worden sind. 

In dem ersten Abschnitt nun ^12, 21—25 = Lc. 10, 17—20 
ist die x^Q^ (X*^' ^^^ ^^) ^^^ ^^^ xaiQtiv (Lc. 10, 20) der 
beherrschende Grundgedanke. Vgl.: vTiiargetpav fietä x^Q^s 
— ;i^a/^£T€ [xal äyaXkiao^e]. Auch bei Paulus bildet x^Q^ 
und ;|ja/ßc«v einen Grundbegriff, so sehr, daß er in B. 14, 17 
das Wesen der ßaodela tov '&eov in der aus der dixaioaivri 
und elQrjvfi fließenden x^Q^ verwirklicht sieht, so sehr, daß 
er den Jüngern Jesu eine immerwährende X'^Q^ "^^ Herz 
hineinruft (vgl. 1. Th. 5, 16: ndvxofie x^^Q^'^^f 2. C. 13, 11: Xoi- 
Jidv, ädeixpol, ;|ra/^eTe, Phil. 2, 18: t6 amd xai vfieig X^^Q^'^^f 
Phil. 3, 1: TÖ Xouidv, &dekq)ol ßiov, ;|ra/ߣTc iv xvgicp, Phil. 4, 4: 
XaiQBte h xvglo) ndvxoxe)^ so sehr, daß er das fortdauernde 
Xaigeiv von Jesu Jüngern auch mitten in ihrer Trübsal fordert 
(vgL 2. C. 6, 10: cbg kvTzovjLievoi, äel dk x^^^QOvreg, B. 12, 12: 
tfj Iknidi ;|ra/ßovTCff, r/jf '&U\pEi vnofxevovteg, l.C. 7, 30: ol 
xXaiovxeg d>g jurj xXaiovreg, xal ol x^^^QovTeg (bg jxri x^^QOvteg) 
und auch von sich selbst die Freude mitten in Trübsalen be- 
zeugt (vgl. Col. 1,24: x^^Q^ ^ ^^^ff na'&rifiaoiv). Daß hierbei 
Paulus in Jesu Sinn und nach seinen Worten redet, zeigen 
schon die Logia in der Bergpredigt ^6, 11. 12 = Lc. 6, 22. 23. 
Ht 5, 11.12, in denen Jesus seinen Jüngern für die Zeiten 
der Trübsal und Verfolgung im voraus zuruft: ;^a/߀T£ h 

Texte n. ünteranchongen. N. F. XII. 14 



210 Resch, Paalinismos. II. Einzeluntersuchungen. 

ixelvfj xfj fjfUQq, xal äyakXiäo'&e, aber auch das in seinem 
Wortlaut nach Macarius vervollständigte Logion ^21,40: 
et Tig 'dilei ömoco fiov IX&elv, äjzaQvrjodo'&ü) lavtbv xa#* ^1^^' 
Qav ;|^a/^cor xal äxokov&eirco fioi. Die zu diesem Logion ge- 
hörenden Paralleltexte Lc. 14, 27. Mt. 10, 38. Mc. 8, 34. Mt. 
16, 24 lassen das xa&* ^juigav ;^a/^a)v gänzlich ausfallen; Lc. 
9, 23 bietet das xa^' fjfiEQav ohne ;faißö>v. Nur die in der 
Berliner Bibliothek befindliche Macarius-Handschrift 
fugt zu xa^' fjfxBQav noch xaiQmv, Ygl. dazu das paulinische 
äel x^^^QOvreg (2. C. 6, 10) und TidvroTe xaiQBTe (1. Th. 5, 16. 
Phil. 4, 4). Aber das xalgexe in Lc. 10, 20 = ^12,25 bildet 
die Grundstelle für das so oft wiederholte paulinische x^^' 
QexE (vgl. noch 2.0.13,11; Phil. 2, 18; 3,1). Wenn Paulus 
Phil. 1, 18 von sich selber sagt: h xovrco xct^Qcp' äkXä xal x^QV' 
aoßiai — und wenn er Phil. 4,4 zu den Worten ;fa/߀T6 iv 
xvgtq) Ttdvxoxe die Wiederholung hinzufügt: ndhv igcb' x^^' 
gexe — , so möchte dies als eine Bestätigung der außer- 
canonischen Lesart erscheinen, welche Eusebius (in Ps. 72, 11: 
Xalgexe de xal dyaXkiäo^e) und Hilarius (in Ps. 68: gaudete 
et exultate) zu Lc. 10,20 vertreten. 

Den Gegenstand der Freude bildet bei den zurückkehrenden 
Siebenzig die Erfahrung von der Macht des Namens Jesu: 
xvQie, xal xä daijudvia vnoxdooexai fjfjiXv iv xco dvöjMixl oov. 
Vgl. Lc. 10, 17 = ^ 12, 21. Und Jesus verkündet ihnen, was 
er im Geist gesehen, daß der oaxaväg (der ägxcov dai/aO' 
vicov nach ^ 15, 6 = Mt. 9, 34. Lc. 1 1, 15. Mt. 12, 24. Mc. 3, 22) 
vom Himmel auf die Erde herabgestürzt sei. Er verleiht aber 
auch seinen Jüngern die Macht, den oaxaväg mit seinem ganzen 
Heer (jiäaav xijv dvvajuiv xov ix'^gov = oxgaxiäv xov 
ävxixeijuevov vgl. PT. HI, 192flF. Clem. AI. Strom. IV, 6, 26) 
zu überwinden und unter ihre Füße zu treten. Er tut dies 
mit Worten, welche sich mit R. 16,19.20: 6 de ^edg xrjg dgrj- 
vrjg ovvxgixpei xov oaxaväv vjiö xovg noöag vjucbv iv xdxsi, 
vielleicht auch mit 1 . C. 1 5, 24 : öxav xaxagy^oj] näoav ägx^v 
xal näoav i^ovoiav xal dvvajuiv berühren. — Aber dann 
führt Jesus die Seelen der Jünger von der Erde wieder in 
den Himmel, wo (durch ihn) ihre eigenen Namen angeschrieben 
seien: ;jja/^rrc dh [xal äyaXXiäo'&e], öxi xd övojuaxa ijucöv ivyi- 
yganxai iv xoig ovgavolg. Vgl. das dem X'^^Q^^ ^^ Phil. 4,4 
unmittelbar in v. 3 vorausgegangene: (Lv xd övojuaxa iv ßißkq) 
Cüj^g, ferner Ebr. 12, 23. An ^ 12, 26 = Lc. 10, 21 : A^ avxfj 



XcUgeiv. evxaQiateir. 211 

T^ digq ^yalkidaaro iv reo jirev/utan t0 äytq) — er- 
innert R. 14,17: xal x^Q^ ^^ nvevfiaxi äyl<p. 



45. eixciQioreJv. 

Das Centrum der nach der Rückkehr der Siebenzig ge- 
haltenen Jesus -Reden liegt in dem Abschnitt ^12, 26—32, 
welcher von Lc. imd Mt. gemeinsam überliefert ist, nur daß 
Mt. die Verse ^ 12, 31. 32 = Lc. 10, 23. 24 von ihrem ur- 
sprünglichen Standort weggerückt und nach Ht. 13, 16. 17 um- 
geschaltet hat. Diese Yerse klingen wohl 1. P. 1, 10 an, haben 
aber für den Paulinismus keine Bedeutung gewonnen. Dagegen 
die in ^ 12, 27-29 = Lc. 10, 21. 22. Mt. 11, 25-27 enthaltene 
Selbstaussage Jesu ist eine Fimdgrube für die christologischen 
Gedanken des Paulinismus geworden. Dieser synoptischen Selbst- 
aussage Jesu wohnt ein echt johanneischer Klang bei. Für die 
ersten Worte dieses Abschnitts: evxf^Q^otd) aoi, 7iaxeQ{^ 12, 27) 
ist in Joh. 11, 41: ndreq, evxoLQi'OTa) ooi — sogar eine wört- 
liche Parallele vorhanden. Aber auch Paulus hat gerade diese 
Anfangsworte mit besonderer Vorliebe sich angeeignet, indem 
er dieselben als solenne Eingangsformel in sieben seiner Briefe 
verwertete. Man vgl. 1. Th. 1, 2: evxciQioTovfiev t(p ^e(p 
ndvTOTe, 2. Th. 1, 3: eixciQ^oreiv d<peÜio/Aev rcp ^e^ ndvtore, 
I.e. 1,4: eixoLQf'Otcb tcp ^ecp fiov ndvtote, R. 1,8: nQonov 
jjth evxciQ^OTcb tcp 'decp juov diä *Ii]aov XQiarov [R. 7, 25: 
X<iQ^^ "^0 ^£(p]f Col. 1,3: eix^LQ^orov/iiev rcp '^ecp nargl 
xov xvqIov ^ificäv 'Irjoov Xqiotov, Phil. 1, 3. 4: £d;|ra^eaTd> t<J> 
&€{p fiov . . ndvxaiE . . /xerd x^Q^^> Philem. 4: evxciQi'Oxd) 
r€p ^ecp fiov ndvTQte, Dazu kommen noch folgende Parallelen: 
1. Th. 2, 13: did xovxo xal fifJLEig evxoLQi'Otovfiev xcp 'decp ädia^ 
ieljtxcog, 2. Th. 2, 13: ^jueig dk 6(pelkofAev evxctQ^oxeiv xcp ^ecp 
Tidvxoxe, Col. 1, 12: ju^exä x^Q^^ £Ä;|raßcaTOvvT€c x0 naxql, 
Col. 3, 17: h dvöjuari xvqIov ^Irjoov, evxciQiOxovvxeg xcp '&e(p 
naxQl dl avxov, Eph. 1, 16: oi navofiai eixcLQioxcbv vnhg 
vjLuav, Eph. 5, 20: evxoQioxovvxeg ndvxate inkg ndvxcov iv 
dvößjuni T. X, ij,*L Xqioxov, 1. Th. 5, 18: Iv navxl evxctQtoxsTxe' 
xovxo yäg ^ikrj/uLa '9eov h XQioxcp *Ii]aov, Col. 3, 15: xal 
eixdgiaxoi ylvea^e. 

Die Anrede: xvQie xod ovQavov xal x^g yrjg, die einzige 
Stelle aus den Logia, in welcher Jesus den Ausdruck xvQiog 
auf den Vater anwendet, klingt wieder Act. 1 7, 24 : ovxog ovgavov 

14* 



212 Resch, PaulinümiiB. IL Emzelontersachnngeii. 

xat yijg {mdQx(ov xvqtog. An Stelle des paulinischen tvxaqi'^ 
axeiv bietet der canonische Text des Lc. und Mt. das hebrai- 
sierende l^ofxoXoysTa^ai. Dasselbe findet sich bei Paulas 
nur einmal, und zwar als Übersetzung von rrnn, als alttesta- 
mentliches Septuaginta-Citat R. 15, 9: iiofxoXoyijooiiial ooi ir 
Idveaiv = Ps. 18, 50: WX2 TffiM. Diese hebraisierende Über- 
setzung l^ofAoioyeuj&ai beherrscht das ganze A. T., soweit es 
sich um Wiedergabe von min im Sinne von ,danken' handelt. 
Erst in den Apokryphen beginnt der bessere grie- 
chische Ausdruck evxoQioreiv das i^ofioXoyeXo'&ai zu 
verdrängen. Vgl. Judith 8, 25; Sap. 18, 2; 2.Macc. 1, 11; 11,7; 
12, 31; 3. Macc. 7, 16. Dagegen ist noch Sir. 51, 1 zu lesen: 
i$oßAoXoyi/]OOjULal aoi, xvqu ßaodev = "^K TihtK ^['fll» (bei 
Strack, ,Die Sprüche Jesus, des Sohnes Sirachs\ Der jüngst 
gefundene hebräische Text. Leipzig 1903. S. 54). Für die 
Lesart: £d;i^a^c(7rd> in ^ 12, 27 sind Marcion, Tertullian, 
Epiphanius, Ephraem Syr. Zeugen. Der älteste Zeuge aber 
ist Paulus selbst. Für seine Abhängigkeit von ^ 12, 27 auch 
in diesem speziellen Punkte spricht seine durchgreifende Ab- 
hängigkeit von dem ganzen Abschnitt überhaupt, insbesondere 
noch das Phil. 1, 3.4. Col. 1, 11. 12 hinzutretende juexA 
Xagäg, welches der Situation ^ 12, 21 = Lc. 10, 17: ßierä 
Xctgäg, A 12, 25 = Lc. 10, 20: ;c«/ö«tc, ^ 12, 26 = Lc. 10, 21: 
iiyaUx&oaxo entspricht. Wie eng bei dem Apostel das Gebets- 
lebcn mit dem bvx(iq^<stüv verwachsen war, bezeugen noch 
zahlreiche Stellen. Vgl. 1. C. 14, 16; 2. C. 4, 15; 9, 11. 12; 
Eph. 5, 4; PhU. 4, 6; Col. 2, 7; 4, P. 2; 1. Th. 3,9; 1. T. 2, 1; 
4, 3. 4. 

Übrigens findet sich auch -*^ 26, 4 = Lc. 18, 11 tvx^Q^xnüv 
als canonische Übersetzimg von min. Wegen des ^x^Q^^^^ 
\nA 12, 27 = Lc. 10, 21. Mt. 11, 25 (an Stelle des canonischen 
iiofiokoyeitr&ai) bei Marcion imd Epiphanius vgl. PT. HE, 
196-198. 

46. änoxaXvTiTeiv, (pavegovv. 

Es sind in den Logia vier Stellen vorhanden, in denen 
änoxaXvTiteiv (= (pavegovv) vorkommt, eine, welche nur 
Mt. erhalten hat, nämliche 11, 16 = Mt. 16, 17, eine, welche 
bei Mt. und Lc. gleichmäßig vertreten ist, A 12, 29—30 = 
Mt. 11, 25—27. Lc. 10, 21. 22, eine, welche in allen drei 



eifXCLQunsXv, dnoxedvnjBiv, q^iregoth^. 



213 



Synoptikern sich wiederfindet, bei Le. sogar zweimal, ^ 1 6, 28 
= Lc. 12, 2. Mc. 4, 22 = Lc. 8, 17. Mt. 10, 26, endlich eine, 
nämlich ^ 25, 12 = Lc. 17, 30, welche nur Lc. aufbewahrt 
hat. Sämtliche vier Stellen haben paulinische Parallelen, welche 
mithin in alle drei synoptischen Evangelien hineinragen. 

Man vgl. zunächst Mt. 16, 17 = ^ 11, 16 mit Gal. 1, 16: 
djzoxaXvtpai röv vlöv avrov h Ifxol , , . oi JiQOoave&ißifjv 
cQQxl xal aXfjLaxi, Paulus will sagen, daß, wie dem Petrus, 
80 auch ihm die Erkenntnis von der Gottessohnschaft Jesu 
nicht durch Fleisch imd Blut, sondern durch göttliche Offen- 
barung zuteil geworden sei. Vgl. Just. Dial. c. Tr. c. 100 
p. 327B: xal yaQ vl6v '^eov, Kgiordv, xaxä xrjv xov ncngdg 
aixov äjzoxdkvy^iv iniyvdvxa aixdv , . . ^l/uuova, femer Hom. 
Clem. XVU, 19, wo Petrus sagt: ^eov xov inoxakvxpavxdq 
fwi xbv XQiaxdv, dazu Gal. 1, 12: oidk ydg lyä) Jiagd dv&Qcbnov 
TtagiXaßov . . . äXXd di änoxaXvtpecog *If]aov Xgunov, Dabei 
klingen die Worte Gal. 1, 11: x6 evayyihov xb evayyeho^hv vn 
Ifxov oix laxiv xaxd äv^gcoTzov an das Herrenwort ^ 11, 20 
= Mt. 16, 23. Mc. 8, 33: ov (pQOveXg xd xov 'deov, iXXd xd xa>v 
äv^QiOTicov — deutlich an. Man vgl. dazu 1. C. 2, 11: xd xov 
dv^QCOTiov und zu ^ 11, 16 = Mt. 16, 17: adg^ xal aljua 
oix änexdXvtpiv ooi als paulinische Parallele 1. C. 15, 50: ad ^f 
xal aljuta ßaoikeiav '^eov xXrjQovofjirjoai oi dvvaxai. 

Mit -*^ 11, 16 = Mt. 16, 17 eng verwandt ist die große chri- 
ötologische Grundstelle ^ 12, 27-30 = Mt. 11, 25-27. Lc. 10, 
21. 22. Denn dieses Herrenwort handelt von der Erkenntnis der 
Oottessohnschaft Jesu, welche nur durch Offenbarung zu gewinnen 
sei. Die Verwertung dieses tiefsinnigen Herrenworts ist in der 
paulinischen Literatur eine so ausgedehnte, daß es sich em- 
pfohlen hat, die einzelnen Grundbegriffe: eixagioxsTv (Exe. 46), 
eidoxla (Exe. 47), ndrxa (Exe. 48), yivcooxeiv, ijiiyivcooxeiv 
(Exe. 49) einzeln zu behandeln und mithin für diesen Excurs 
nur änoxakvjtxeiv nebst djtoxQVJtxeiv zu reservieren. Man vgl. 
hierzu 



A 12, 27 = Lc. 10,21. 
Mt. 11, 25: 

d:ii>cQvyfag (Mt. ixQV- 
tpcK) xavxa 



Paulus : 

1. C. 2, 7: deov ootpiav .. rr^y dnoxexQv/ji' 
fiivrfv 

Eph. 3, 9: fivoxrfghv tov dnoxexQv/i/jtirov 

Gol. 1,26: t6 fivon^giov to dnoxsxQv/sfiivov 



214 



Resch, Paalinifflniu. II. EmzelmiterBachimgeiL 



t « 



axo aotponv xai avrezoaw 



xai dxexdXvyfag amd 



vrixiois 



1. C. 1, 26: ov MoXloi aotpoi, ▼. 27: &a xax» 

I.e. 2, 10: ^/<& de dxexdlv^fev 6 ^edc 
Phil. 3, 15: tovto 6 ^eog ^fü» dxoxaXvyfei 
R. 16,25: xora dxoxdXvyfir fivtnrjQlov 
Gal. 1,12: dt* dxoxaXvyfemg *Iriaov XgiOTOu 
Eph. 3, 5: ms rvr dxexaXvtp^fj . . ir Ttrtv- 

fiOti 

Eph. 1,17: S€og v/<& xrevfia . . dxoxaXv- 

yfetog 
l.C.3,1: <o; yrjxiots ir XQtai^, 14,20: 

vrixidC^ff- 



Aus Yorstehenden und den in den nächsten Excursen 
nachfolgenden Parallelen kann man erkennen, daß das dno- 
xQVTneiv oo<pok und das äjioxcdvTtreir vtjTiiois namentlich in den 
ersten Capiteln des ersten Corintherbriefes dem Apostel vor 
den Augen gestanden hat 

Yon dem Gegensatz des xQVTneiv und änoxakvTneiv wird 
ein anderes Herrenwort beherrscht, welches innerhalb der Syn- 
opse in vierfacher Relation uns entgegentritt. Vgl. -*^ 16, 28 = 



Mt 10, 26 : 

ov6hv ydg i<ntv 
xexaXvfi/Jievov, 
o ovx dxoxa- 

Xvqj^i^oeTai, 
xoi XQvnxov f o 
ov yvaya^i^oe- 
tai 



ov 



Mc. 4, 22: 

ydg ioriy i« 
XQvnxör, ittv juirf 
&a <paveQO}^fl' 
ovde iyeveio dx6- 
XQv<pov , dXX* 
tva iX^fj eig 
(pavegdv 



Lc8, 17: 

ov ydg iartv xqv- 
xxoVf o ov (pa- 
vegov ysvifios- 
xaif ovöe dxd- 
XQV(pov 8 ov 
fifj yvoicd^ xcu 
elg (pavsQov 



Lc.12,2: 

ov6iv 6k avyxs' 
xaXvfjkfxivov 
eaxir, 8 ovx dxo- 
xaXvq>^ijaExai, 
xcu XQVxxdv, 8 
ov yv€00&fjoe' 
xat. 



Hierzu kommen als paulinische Parallelen in Betracht 
R. 2, 16: xd xQVTtTä rcbv äv^gconcDv, l.C. 4, 5: rä xQvnrä 
Tov ax6zovg, l.C. 14,25: rä xQvmä xrjg xagdlag avxov (pa-- 
vtQOL ylvetai, 2. C. 4, 2. 3: rd xgvTitä tfjg alaxvvtjg . . - 
rfj q?aveQC&o€i xfjg iXri'&eiag .... el , , xai loziv xexaXvßA- 
jutivov, Eph. 5, 12. 13: rd ydg xQv<pf} yivößieva . . . ind 
xov (pcorög (pavegovrai, näv yäq rd (paveQov fievov q>a>g 
iariv, Col. 1, 26: rd änoxexQVfJifJiivov &n6 tibv alcavcov . . 
vvv dk l(pav€Q(0'&rj, Col. 3, 3. 4: ij Ccoij vficöv xixgvjzrai 
avv r(p Xqioxco h x(p ^€0' &iav 6 Xgiardg (pavegco^^ . ., rdxe 
xai vjLLelg ovv avr^ (paveQW'&ijoea^e, l.C. 3, 13: Ixdarov td 
Igyov (pavegdv yevrjoexai . . änoxalvjiTtxai, In den mannig- 
fachsten Variationen der Gedanken und der synonymen Aus- 



anoxaXvjtieiv, tpaveqovv. tvdoxetv, svdoxla. 2t5 

drücke hat Paulus, bald mit diesem, bald mit jenem Synop- 
tiker in sprachlicher Hinsicht sich näher berührend, das zu 
Grunde liegende Herrenwort verwendet. 

In Col. 3,4: Srav 6 Ägiatög (pavegco^jj findet sich auch 
zu dem nur von dem dritten Evangelisten aufbewahrten Logion 
^ 25, 12 eine Parallele. Vgl. Lc. 17, 30: form ^ fifiiqa xov 

vlov TOV äv&QC07lOV, fj &7tOKakvq>'&fj. 

AI, evdoxeiv, evdoxla. 

Bei dem Rückblick auf die im Vergleiche zur Unempfang- 
lichkeit der Juden so günstigen Erfolge der Mission unter den 
Samaritern bricht der Herr in ein Dankgebet aus, in welchem 
er die schriftgelehrten Juden als ootpoi xal ovvezol, die Sama- 
riter als vijmoi bezeichnet. Und zwar führt er deren Em- 
pfänglichkeit für die göttliche äjzoxdXvipig auf einen göttlichen 
Ratschluß zurück. Vgl. ^ 12, 28 = Lc. 10, 21. Mt. 1 1, 26: val 
6 natrjQ, Sri ovrayg evdoxla iyevero S/uigoo^iv oov. Analog 
lautet jenes andere Logion ^ 17, 25 = Lc. 12, 32: jurj (poßeTa&e, 
TÖ jLuxQÖv TioifivioVf 8x1 svd6xi]0€v 6 TiarrjQ vfjubv öovvai Tfjv 
xXriQovofilav, Vgl. PT. HI, 327 f., femer Exe. 66. 

Paulus kennt diese Verbindung von evdoxeiv und ino- 
xaXvTtieiv sehr wohl. Vgl. Gal. 1, 15. 16: evd6xi]oev 6 ^eög 
... änoxaXvtpai xdv vldv avxov h i/xoL Er kennt auch das 
Geheimnis dieses Gnadenratschlusses, wonach es Gott gefallen 
hat, durch eine den ootpoTg schwer zugängliche Predigt die 
Seelen zu retten. Vgl. l.C. 1,21: evddxrioev 6 &edg dia 
T^C fX(OQiag xov xrjQvyf^arog ocöaai rovg Jiioxevovxag, 1. C. 1, 26. 27: 
ov TtoXkol oocpol xaxd odgxa, . . . äXkä xd fxoiQd xov xoofxov 
iieXe^axo 6 '&e6g, tva xaxaioxvvfj xovg ootpovg. Daher betont 
der Apostel die göttliche evdoxla als maßgebend für die Er- 
wählung zur ewigen Qotteskindschaft. Vgl. Eph. 1, 5: jigooglaag 
fjfxag elg vlo&eolav öid *It]oov Xqioxov elg avxov, xaxd xijv 
evdoxlav xov ^eX/jfzaxog avxov. Deshalb fragt Paulus l.C. 1, 20: 
Tiov ooq>6g; nov yQafifiaxevg (= owetog); deshalb bezeichnet er 
die oocpla ^eov als iv ^voxyiqIco djioxexgvf^/biivtjv und darum 
den jüdischen Schriftgelehrten und Archonten unzugänglich. 
Vgl. l.C. 2, 7. 8: ijv ovdelg xdyv dgxövxcov xov atwvog xovxov 
lyvcüxev' et ydg fyvcoaav, ovx äv xov xvqiov xrjg öo^rig iaxavQCoaav. 

Voll und ganz hat Paulus aus Jesusworten den Gegensatz 
zwischen den jüdischen Schriftgelehrten und Hohepriestern 



216 Resch, Panlinismus. IL Einzeluntersuchangen. 

als den ovverol xal ooq)ol einerseits und den Samaritern als 
den viJTuoi andererseits vorausgesetzt und verallgemeinert. 



48. Ttdvra. 

Das große Wort Jesu: jidvra /xoi nageöddi] inö tov Tta- 
TQÖg fxov (A 12, 29 = Mt. 11, 27 •. Lc. 10, 22») hat zur Voraus- 
setzung: vai, 6 naxYjQ, 8ti ovtcos evdoxla iySvezo SfuiQoo'&iv aov 
{A 12, 28) und zur synoptischen Parallele ^35, 47 = Mt. 28, 18: 
id&9ri /xoi näaa l^ovola h ovgavcp xal hil y^g. Beide Parallelen 
hat Paulus im Epheser-, wie auch im Colosserbrief in seinen Dar- 
legungen eng mit einander verwoben. Vgl. Eph. 1, 10 (wo noch 
xcnä jfjv evöoxlav xov ^ehrffiaxog ainov aus v. 5 nachklingt): 
dvax€(paXai(6aaa^ai rd jidvra iv tu) Xqiot^, Eph. 1, 22*: ndv- 
ta vnha^ev vnd lovs nödag airov, Eph. 1,22**: aitöv Idcoxev 
xeq>aXf}v vnhq ndvxa (vgL dvax€(paXai(Oüaa&ai v. 10), Eph. 1, 23: 
Tov rd Jidvra iv näoiv nXrjQovfxivov^ Eph. 4, 10: Xva nXrjQibofi 
xä ndvxa, Col. 1,15: nQondxoxog ndorig xxloecog, Col. 1, 16*: 
iv avx(p ixxio'&rj xd ndvxa, Col. 1, 16**: xd ndvxa di airtov 
xal slg aifxdv ixxioxai, Col. 1, 17: xd ndvxa iv aix^ owiaxrjxev, 
Col. 1, 18: iv näaiv aixog nganevcov, Col. 1,20: dnoxaxakXd^ai 
xd ndvxa etg ainöv, Col. 3,11: ndvxa xal iv näoiv Kgiaxög, 
(Über die gleichzeitigen Beziehungen zu A 35, 47 = Mt 28, 18 
vgl. Exe. 125.) So setzen die tiefsinnigen Darlegungen im 
Epheser- und Colosserbriefe bezüglich der paulinischen Christo- 
logie Jesu eigene Worte voraus. Vgl. noch 1. C. 15, 25. 27; 
Ebr. 1,3; 2,8. 



49. yivcoaxeiv, iniyivcoaxeiv. 

Wie ^ 8, 29 = Lc. 8, 10. Mc. 4, 11. Mt. 13, 11 zu dem 
fivoxriQiov das yv&vai, so tritt hier A 12, 30 = Lc. 10, 22. 
Mt. 11,27 zu dem dnoxaXvjtxeiv und dnoxQVTttew das yivcboxeiv 
und iniyiv(ooxeiv hinzu: ovdelg iniyivcioxei (Mt.) = yivcooxei 
(Lc.) = iyvo} (in zahlreichen Evangeliencitaten, vgl. PT, HI, 
200—206). Das Objekt dieser yvojoig oder inlyvcooig ist sowohl 
Gott selbst 6 naxrjQ als o vl6g, der Sohn. Daher redet Paulus 
von einer inlyvcooig xov &€0v (Col. 1,10. Eph. 1,17) und 
ebenso von einer iniyvatoig xov vlov xov ^eov (Eph. 4, 13). 
Auch er bezeugt es, daß ohne eine vorausgegangene innere 



yiVihaxBiVf htiyivtooxßtv. istuixijg, Jigavg, tcursivöipQcov, 217 

OfFenbanmg der natürliche Mensch zu solcher intyvcoaig oder 
yvojoig unfähig sei. Vgl. 1. C. 2,11: rd rov '&eov ovdelg 
iyvcoxev, v. 10: ^/ar de änexdXvxpev 6 ^edg diä xov Ttvev- 
pmog. Vgl. auch l.C. 2, 8. 14; femer Eph. 1, 17: tva 6 '&edg 
rov xvQiov fjfxöv *Irjaov Xqigtov, 6 narijQ rfjg dd^rjg, dcofj vfuv 
jtyevfxa ooq>lag xal dnoxaXvtpecog iv Ijiiyvcooei aixov. An 
diesen letzten Stellen wird es klar, daß Paulus die Selbstaus- 
sage ^12, 30 = Lc. 10,22. Mt. 11,27 nicht bloß christo- 
logisch, sondern auch trinitarisch aufgefaßt hat, sofern 
er in dem nvevfia das Medium der auf Vater und Sohn be- 
züglichen anoxdXvxpig und der darauf ruhenden intyvcoaig er- 
kannte. Vgl. Exe. 125. 

Solcher Erkenntnis der göttlichen Dinge (rä rov &eov) 
stellt Paulus l.C. 2, 11 (unter Bezugnahme auf ^11,20 = 
Mt. 16, 23. Mc. 8, 33) die Erkenntnis der menschlichen Dinge 
(rd rov äv&Qconov) gegenüber. 

50. ijcieixrjg, Jigavg, TaneivöcpQCDv. 

Von besonderem Interesse ist die Untersuchung bezüglich 
des Wortes ^ 12, 34 = Mt. 11, 29»: jud^ete an' ijiiov, 8u 
ijiieixtjg eljLu xal jigaig xal Taneiv6q>Q(ov (= Taneivbg rfj 
xagdlq Mt.). In dieser Form ist auf Grund der von dem. 
Bom. und Ephraem Syr. vertretenen Lesart das Logion in 
die Textausgabe der Logia aufgenommen. Es wird sich er- 
geben, daß der älteste Zeuge für diese Textfassung Paulus 
selbst ist. 

Hierbei handelt es sich um ein Lernen durch die Übung 
des Tuns und durch die Ausgestaltung des Charakters auf 
Grund des gegebenen Vorbildes. Das fxä^exe in ifxov be- 
deutet so viel wie Joh. 13, 15: vnödeiyf^a Söcoxa vfuv oder 
l.P. 2,21: vTioXi/uidvcov vnoyQafifxdv , tva biaxoXov^orjTe xotg 
txyeoiv avxov. In diesem Sinn hat es auch Paulus aufgefaßt. 
Vgl. Phil. 4, 11. 12: i/na^ov .. olda xaneivovo'&ai. Daß 
Christus in ihm Gestalt gewinne, darauf war sein Streben 
gerichtet, seitdem er von Christo Jesu ergriffen war. Nur 
weil er selbst ein iMjui]Tr]g Xqigxov geworden war, konnte er 
Anderen zurufen: 1. C. 4, 16: fxifxrjxal fxov yiveo&e, 1. C. 11, 1: 
/bn/bitjxal jbiov yiveo'&e, xa'&cog x&ycb Xgioxov. Darum konnte er 
den Galatern schreiben Gal. 4, 19: odg ndXiv <hdivco, fJiixQ^^ ^^ 
pu)Qq)oy&fj Xqioxbg iv vfuv, und den Corinthem 1 C. 4, 6 : Tva iv 



218 Resch, Paulinismus. II. Einzeluntersachungen. 

fjfjuv /xdi^tjTe rd /xij inkg ä yiyQOJirai [cpQOvelv] (vgl. Exe. 86), 
sowie den Philippem Phil. 2,5: lovro q^goveTre h ifuv, S xal 
h Xqioxcp 'Ii]oov, aber auch strafend den Ephesem zurufen 
Eph. 4, 20: vjbtelg dk ovx ovrcog ijud^exe t6v Xqioxöv, 

Was die drei Grundeigenschaften anbelangt, in denen 
Jesus selbst sich seinen Jüngern zum Vorbilde aufstellt, so 
gehören die Worte nQaig, raneivdg rjj xagölq. ausschließlich 
dem ersten Evangelium an, und zwar xaneivbg xfi xagölq, 
als äna^ Xeyö/xevov^ während Jigaüg noch einmal, Mt. 5, 5, in 
den Beden Jesu erscheint, sonst nur noch in zwei alttestament- 
lichen Citaten, welche der erste Evangelist (Mt. 13,29; 21,3) 
selbst eingefügt hat. Endlich Inieixi^g findet sich in keinem 
der vier canonischen Evangelien. Dagegen treten uns in den 
paulinischen Schriften hueucrjg und inieixeia, TCQamtjg, xoTietvög 
und xaneivatpQoavvt] sowohl einzeln als unter einander ver- 
bunden wiederholt entgegen. Vgl l.T. 3, 3: Inieixrj, Phil. 
4, 5: x6 inieixig vfx&v yvcoo&rjxco näaiv dv^gcbnoig, 2. T. 2, 25: 
iv Tigavxrjxi, Phil. 2, 3: x^ xa7i€ivo(pgoavv]], femer T. 3, 2: 
inieixeig, näoav hdetxwfihovg ngavxtjxa, Eph. 4, 2: /^erd 
ndoYig xajieivotpgoovvrjg xal ngavxtjxog, Col. 3, 12: xaneivo- 
qjgoovvrjv, Ttgavxrjxa, endlich 2. C. 10, 1 : nagaxaXcb vfiäg 
diA xfjg Jigavxrjxog xal ijiieixelag xov Xgioxov, 3g xaxd ngdo- 
Q)7iov jbiev X ans IV dg iv vjluv xxX, Zu xajieivög = xaneiv6q>gayif 
= xaneivög xfj xagölq vgl. R. 12,16: jurj xd vy;fjXd (pgovovv- 
xeg, dXXd xoTg xaneivoTg ovvanaydfxevoi , femer Prov. 29, 23: 
nsin-^ßc = LXX: xan€iv6(pga)v. Die xaji€ivoq?goavvrj hat Paulus 
in Verbindung mit ^28, 50 = Lc. 14, 11. Mt. 23, 12. Lc. 18, 14: 
6 xaTieivcbv iavxöv vyxo'&rioejaL zu einer seiner tiefsten christo- 
logischen Ausführungen in Phil. 2,5—11 verwendet, auch hier- 
bei Jesum als Vorbild den Philippern vor die Augen stellend. 
Vgl. Phil. 2, 5 : tovto (pgoveTxe h v/uTv 8 xal iv Xgiox^ ^Itjaov. 
Bezüglich iTtieixijg vgl. PT. II, 136 f. 



51. Cvyog, (pogxlov. 

Auch die Worte vom Cvyog xov xvglov \md von dem q^ogxlov 
IXatpgov = dßageg = evßdoxaxxov (vgl. PT. 11, 138) klingen in 
den paulinischen Briefen an. Vgl. Gal. 5, 1: jn^ jidXiv ^vy0 
öovXelag ivi^eo^e, Gal. 6, 2: dXXi^Xcov xd ßdgtj ßaaxdCexe xal 
ovx(og dvanXrigcboaxe xov vdfxov xov Xgioxov, Gal. 6, 5: ixaaxog 
ydg xd töiov (pogxlov ßaaxdoet, 2. C. 4, 17: xd . . iXacpgöv x^g 



^vy6g, q>0QTÜ)v, nXrjgovv, zeXeiv tov v6fior, 219 

'&Uyje(OQ . . . ßägog, 2. C. 11, 9: äßaQrj — und dazu A 16, 15 
= Lc. 11,46. Mt. 23,4: cpogrlC^s <poQxla dvoßdotaxTa 
(= ßagia Mt.) Inl tovs oüjLiovg rcav äv^gcüncov. Die pauli- 
nische Variante ßaardaat (= atgeiv Mt.) bietet auch Aid, YI, 3: 
ßaoxdoai 8Xov xdv Cvyov tov xvqIov, ebenso Just. Dial. c. 53. 
Vgl. PT. n, 133. Sichtlich vertritt Paulus ganz denselben 
Gegensatz, welcher in Jesu Reden sieb ausspricht, indem dieser 
den (poQxla övoßdataxxa der Schriftgelehrten und Pharisäer 
sein (poQxtov als iXacpgöv gegenüberstellt. Bezüglich der 
unter dem (pogriov und dem Cvydg xov Xqigxov Arbeitenden, der 
xomanrieg, ist zu vergleichen 1. Th. 5, 12; Act. 20, 35; 1. T. 5, 17. 
— Die beiden Excurse 50. 51 erinnern daran, daß Lc. wert- 
volle Herrenworte ^12, 33-36 = Mt. 11, 28—30 in seinem 
Evangelium unberücksichtigt gelassen hat. 

52. nXrjQovv, xekeTv x6v vöjuov. 

Von der Perikope ^ 13, 1-6 = Mt. 22, 35-40. Mc. 12, 
28—34. Lc. 10, 25—28 bietet Lc. den ursprünglichen Context, 
dagegen sicherlich Mt. den quellenmäßigen Logia-Text. Vgl. 
Weiß, Marcus S. 399 ff. Diesen Text hat auch Paulus vor 
Augen gehabt, mit dem — von Mc. und Lc. weggelassenen — 
Schlußsatz Mt. 22, 40 = ^ 13, 6. In diesem Schlußsatz ist 
nur von dem SXog 6 vöfxog (= 6 nag vdfxog bei Paulus), 
nicht auch von den 7iQoq)fjxai die Rede gewesen und für das 
xQijuaxai äes Mt. im Urtexte jiXrjQoihai (== rinis) zu lesen. 
Vgl. PT. ni, 215. Paulus hat den Schwerpunkt dieser Perikope 
nicht in dem Gebot der Gottesliebe gesucht, welches durch 
seine Stellung Deut. 6, 5 als vornehmstes Gebot schon deutlich 
gekennzeichnet war, sondern vielmehr in dem Gebot der 
Nächstenliebe, dessen Bedeutung Jesus selbst durch das an- 
geschlossene Gleichnis vom barmherzigen Samariter ins hellste 
Licht stellt. Das im Verborgenen duftende Gebot der Nächsten- 
liebe aus seiner untergeordneten Stellung Lev. 19, 18 als eben- 
bürtig neben das Gebot der Gottesliebe gestellt zu haben, das 
ist gerade das Neue in der Lehre Jesu. Darum sagt Paulus 
Gal. 5, 14: 6 ydg nag vöfxog h h\ Xöycp nenXrjQCOxai, h xq>' 
dyantjaeig xdv nXi^olov oov <bg oeavxdv, und ähnlich R. 13, 8: 
6 ydg dyantöv xdv heqov, vdfxov nenXi^QQ)xsv — v. 10; jtAiJ- 
QWjLia ovv vdfxov fj dydni]. Auch Jacobus stinmit mit 
Paulus in diesem Punkt überein, wenn er Jac. 2, 8 schreibt: 



224 Resch, Paulinismus. II. Eiuzeluntersuchungen. 

fjovxdoafiev ebiövreg' tov xvqIov td i^iXrjjLia yivio'&co. Ferner 
ÄnÜänge an die fünfte Bitte Eph. 4, 32: x^Q'^^M^^^ iavTolg, 
xa^cbg xal 6 ^edg h Xqujtcp ixagloaro 'Öjmv, an die sechste und 
siebente Bitte 1. C. 10, 13: oix idoei ijnäg neiQao&^vat vtüq 
o dvvao'&e, dJJja noirioei ovv xcp JieiQaojLicp xal xriv Sxßaaiv 
TOV dvvao'&ai vneveyxeTv —, eine Parallele, welche in zahlreiche 
handschriftliche (auch liturgische) Gestaltungen des Herren- 
gebetes übergegangen ist. Vgl. Cod. Bobbiensis: ne passus 
fueris induci nos in temptationem, genau so Cod. Colbertinus, 
femer Dionysius Alex.: juij Idojjg fjfiäg Ifuieoetv etg 7ieiQao/i6v, 
Augustinus: ne patiaris nos induci in temptationem, ebenso 
Arnobius Junior, Ps.- August.: ne patiaris nos induci in 
temptationem, quam ferro non possumus, sowie noch andere 
PT. 111,239-241 aufgeführte Zeugen. Die Liturgie von Ale- 
xandrien (ed. Swainson) bietet: jn^ eloeviyxjjg "^/uag etg TteiQa- 
o/üiöv, 8v vTieveyxeiv ov ivvdfjte&a. 

Zur letzten Bitte bietet der Paulinismus ein mannigfaltiges 
Bild für die Auslegung der Schlußworte: änö tov tiovtiqov. 
Vgl. die Beziehung auf den didßoXog = 6 novtiQdg 2. Th. 3, 3: 
OTrjgl^ei ifxäg xal (pvXd^ei änb tov novrjQOv, Col. 1,13: 8g 
igvaaTo fjfiäg ix Trjg l^ovaiag tov oxÖTovg, aufdena/c(>v 6 
iveoTcog Gal. 1,4: iiiXrjTai f^xäg Ix tov alcbvog tov iveoTonog 
novriQov, auf die bösen Menschen 2. Th. 3,2: tva ^vo^cb/iev 
dTtö Tcbv dxÖTCcov xal tcovtjqcüv dv9Qcbji(ov, R. 15,31: tva 
§vo'&(b djtd Tcov djzei&ovvTCOv h Tjj 'lovÖaiq, auf den Mvaxog 
R. 7, 24: Tlg fxe ^vaeTai ix tov ocüjuaxog tov i^avdTOv tovtov; 
2. C. 1,10: 8g ix ttjXixovtov '&avdTov iggvoaTo fifxäg xal ^t5- 
oBTai, auf iqyov novtjQÖv 2. T. 4, 18: §voeTal fie 6 xvgiog 



mit den meisten seiner übrigen wertvollen Ergänzungen des Lucas- 
evangeliums höchstwahrscheinlich direct aus der Logiaquelle eingefügt, 
jedenfalls nicht aus Mt. herübergenommen, wie Tischendorf 
und viele nach ihm annehmen. Sonst hätte ja derselbe Redactor, der den 
Lucas-Text nach Mt. conformiert haben soll, durch Einfügung des iqf* ^/läs, 
welches Mt. 6, 9 in allen Handschriften fehlt, und durch Verwendung der 
Variante d<peiofiev (anstatt des äq>TixafA€v in Mt. 6, 12) gleichzeitige Diffe- 
renzen selbst geschaffen. Ebenso hängt das Herrengebet der Aiöax^i, 
wie die Varianten dtpiefisv und 6q>eiXify zeigen, nicht von Mt. 6, 9 — 13 ab. 
Vielmehr besteht die Harmonie von Mt. 6, 9 — 13, Cod. D zu Lc. 11, 2—4 
und Aid. c. VIII auf dreier Zeugen Mund, die als selbständig sich erweisen. 
Dieser Text ist mithin für die Vergleichung mit dem Paulinismus zugrunde 
zu legen. 



jtQoaevxea^cu, 225 

änd navtdg Sgyov novrjgov, auf ndvra 2. T. 3, 11: ix ndvxiov 
fie igvoaro 6 xvQiog, Unter diesen paulinischen Anklängen 
sind zwei Parallelen unbedingt beweisend dafür, daß dem Pau- 
linismus auch die siebente Bitte bekannt gewesen ist. Denn 
in 2. T, 4, 18 sind die Worte: ^voeral fu 6 xvqios änd nav- 
rbg ^Qyov JiovtjQov nicht bloß dem Wortlaut der siebenten 
Bitte eng verwandt, sondern auch durch den Ansatz zu einer 
Schluß-Doxologie mit einem ausdrücklichen äjui^v: 

c5 ^ dö^a ek Tovc alöjvag tcüv alcovcov, ä/xi^v 
als Wiederhall der letzten Bitte aus dem Herrengebet charak- 
terisiert. Und 1. C. 10, 13 sind durch die Ausdrücke neigao- 
jnög und Ixßaaig die beiden letzten Bitten in ähnlicher Weise 
zusammengefaßt wie 2. P. 2, 9: oTdev xvgiog evaeßeig ix neiga- 
ofiov Qveo'&ai, Wie an letztgenannter Stelle so ist auch 2. T, 
4, 18 die Erfüllung der siebenten Bitte nicht auf den naxrjQ, 
sondern auf den xvQiog bezogen. Dasselbe gilt von der dritten 
Bitte nach Act. 21,14: xov xvqIov x6 i^iXrj/xa yivia'&co — 
entsprechend dem Charakter des Paulinismus, in welchem die 
göttlichen Attribute ebenso auf den naxrjQ wie auf den xigiog 
angewendet zu werden pflegten. Vgl. Feine, Jesus Christus 
und Paulus 8. 167 f. 

Es ist nun für die angeblich paulinische Tendenz des 
Lucasevangeliums sehr bezeichnend, daß gerade die im Pau- 
linismus bezeugten Bitten, die dritte und die siebente, unter 
der kürzenden Hand des dritten Evangelisten haben fallen 
müssen. Daß wir es hier mit lucanischen Kürzungen zu tun 
haben, zeigt z. B. die Vergleichung von Mc. 9, 1 mit Lc. 9, 27 
(Lc. om.: ikriXv^Tav iv dwä/nei vgl. Exe. 5), von Mt. 6,33 mit 
IiC. 12, 31 (Lc. om.: xal rrjv dixaioavvrjv avrov vgl. Exe. 5. 68), 
von Mt. 16, 26. Mc. 8, 36. 37 mit Lc. 9, 25 (Lc. om.: fj xl dcoaei 
Sv&Q(07iog dvxAXXayfia xf\g tpvxrjg avxov vgl. Exe. 104), von 
Mt. 26,41. Mc. 14, 38 mit Lc. 22,40 (Lc. om.: xd fxhv nvevfm 
jiQ&^fiov, fi dh öägS äo^evrig vgl. Exe. 122) — alles Belege 
dafür, daß Lc, wie im Herrengebete, auch sonst mannigfache 
Textkürzungen vorgenommen, auch solche, welche mit der ihm 
angedichteten paulinischen Tendenz im Widerspruch stehen. 
Vgl. die Verzeichnisse der lucanischen Textkürzungen PT. HI, 
838—840, sowie nachstehend in Teil HI, § 14. 

Für diese lucanischen Kürzungen des Herrengebetes und 
dessen Reduction auf fünf Bitten ist Marcion der älteste 
Zeuge. Denn nach Tertullians Andeutungen adv. Marc. IV, 26 

Texte a. Untenachangen. N. F. XU. 15 



224 Resch, Paulinismus. IL Einzelontersuchmigen. 

fjavxdoajxev ebiövreg' tov xvqIov xb ^ikruxa yivia^co. Ferner 
Anklänge an die fünfte Bitte Eph. 4, 32: ;|ra^cC<i/i€voi iavTÖig, 
xa'&thg xai 6 ^edg h Xqiöt^ ixagloaro ijLuv, an die sechste und 
siebente Bitte 1. C. 10, 13: ovx idaei vfxäg neiQao^rjvai ijüg 
8 dvvao'&e, iiXä noii^oei ovv t0 neiQaofxc^ xal rijv Sxßaaiv 
xov dvvaa^ai 'öjieveyxeTv —, eine Parallele, welche in zahlreiche 
handschriftliche (auch liturgische) Gestaltungen des Herren- 
gebetes übergegangen ist. Vgl. Cod. Bobbiensis: ne passus 
fueris induci nos in temptationem, genau so Cod. Colbertinus, 
femer Dionysius Alex.: jn^ idofjg fjfxäg ifuieoelv etg neiQaofjidv^ 
Augustinus: ne patiaris nos induci in temptationem, ebenso 
Arnobius Junior, Ps.-August.: ne patiaris nos induci in 
temptationem, quam ferro non possumus, sowie noch andere 
PT. III, 239-241 aufgeführte Zeugen. Die Liturgie von Ale- 
xandrien (ed. Swainson) bietet: fxri eloeviyxfjg fjfAäg elg neiga^ 
ajuiöv, 8v vjieveyxeTv ov dvvdjüie&a. 

Zur letzten Bitte bietet der Paulinismus ein mannigfaltiges 
Bild für die Auslegung der Schlußworte: Ajiö tov novtjQov. 
Vgl. die Beziehung auf den didßoXog = 6 novi^QÖg 2. Th. 3,3: 
OTtjQl^ei vfxäg xal (pvXd^ei, änö tov Jiovrjgov, Col. 1, 13: 8g 
igvoaTo fifiäg ix T^g i^ovaiag tov axÖTOvg, aufdeno/cbv ö 
ivsoTcog Gal. 1,4: l^iXijTai fjfxäg ix tov atcbvog tov iveoränog 
TtovrjQov, auf die bösen Menschen 2. Th. 3,2: Tva ^vo^&fiev 
inb Tcbv äröjicov xal JiovfjQCOv äv^QcoTiCDv, R. 15,31: Tva 
^vo'&d) äjzb T(bv djzef&ovvTCOv iv Tjj *Iovdaiq, auf den '&dvcnog 
R. 7, 24: Tlg /xe §voeTai ix tov ocüjuaxog tov '&avdTov tovtov; 
2. C. 1, 10: 8g ix TtjhxovTOv i^avdTov iggioaTO ijfxäg xal ^v- 
aeTai, auf igyov novrjQÖv 2. T. 4, 18: §vaeTal fie 6 xvQiog 



mit den meisten seiner übrigen wertvollen Ergänzungen des Lacas- 
evangeliums höchstwahrscheinlich direct aus der Logiaquelle eingefügt, 
jedenfalls nicht aus Mt. herübergenommen, wie Tischendorf 
und viele nach ihm annehmen. Sonst hätte ja derselbe Redactor, der den 
Lucas-Text nach Mt. conformiert haben soll, durch Einfügung des iq?^ ^f*äs, 
welches Mt. 6, 9 in allen Handschriften fehlt, und durch Verwendung der 
Variante d<peiofi€v (anstatt des dq>i^xaf4ev in Mt. 6, 12) gleichzeitige Diffe- 
renzen selbst geschaffen. Ebenso hängt das Herrengebet der AtSax^, 
wie die Varianten ä<pUfuv und 6<peiXriv zeigen, nicht von Mt. 6, 9 — 13 ab. 
Vielmehr besteht die Harmonie von Mt. 6, 9 — 13, Cod. D zu Lc. 11, 2—4 
und Ai6. c. VIII auf dreier Zeugen Mund, die als selbständig sich erweisen. 
Dieser Text ist mithin für die Vergleichung mit dem Paulinismus zugrunde 
zu legen. 



nQoaevxea^cu. 225 

äjz6 Jiavrdg Sgyov novrjQOv, auf nävta 2. T. 3, 11: ix ndvrcDv 
fie igvöato 6 xvQiog, Unter diesen paulinischen Anklängen 
sind zwei Parallelen unbedingt beweisend dafür, daß dem Pau- 
linismus auch die siebente Bitte bekannt gewesen ist. Denn 
in 2. T. 4,18 sind die Worte: ^vaerat fxe 6 xvgtog äjtd nav- 
rdg Sgyov jiovrjQov nicht bloß dem Wortlaut der siebenten 
Bitte eng verwandt, sondern auch durch den Ansatz zu einer 
Schluß-Doxologie mit einem ausdrücklichen ä/Liijv: 

c5 fj döia ek Tovc alcavag t(ov cUcivcov, äjLiijv 
als Wiederhall der letzten Bitte aus dem Herrengebet charak- 
terisiert. Und I.e. 10,13 sind durch die Ausdrücke Tteigao- 
/jiös und gxßaaig die beiden letzten Bitten in ähnlicher Weise 
zusammengefaßt wie 2. P. 2, 9: oldev xvgiog svaeßetg ix neiga- 
ofiov ^vBO'&ai, Wie an letztgenannter Stelle so ist auch 2. T, 
4, 18 die Erfüllung der siebenten Bitte nicht auf den narriQ, 
sondern auf den xvqiog bezogen. Dasselbe gilt von der dritten 
Bitte nach Act. 21, 14: tov xvqIov to '^ikrifia yivia^co — 
entsprechend dem Charakter des Paulinismus, in welchem die 
göttlichen Attribute ebenso auf den TiaxiJQ wie auf den xvgtog 
angewendet zu werden pflegten. Vgl. Feine, Jesus Christus 
und Paulus 8. 167 f. 

Es ist nun für die angeblich paulinische Tendenz des 
Lucasevangeliums sehr bezeichnend, daß gerade die im Pau- 
Unismus bezeugten Bitten, die dritte und die siebente, unter 
der kürzenden Hand des dritten Evangelisten haben fallen 
müssen. Daß wir es hier mit lucanischen Kürzungen zu tun 
haben, zeigt z. B. die Vergleichimg von Mc. 9, 1 mit Lc. 9, 27 
(Lc. om.: iXrjXv&vTav iv dvvdfxei vgl. Exe. 5), von Mt. 6,33 mit 
IiC. 12, 31 (Lc. om.: xal ttjv dixaioavvrjv avrov vgl. Exe. 5. 68), 
von Mt. 16, 26. Mc. 8, 36. 37 mit Lc. 9, 25 (Lc. om.: fj tI d(6aei 
Sr&QCOTtog ävrdXkayf^a r^g y^xV^ avrov vgl. Exe. 104), von 
Mt. 26,41. Mc. 14, 38 mit Lc. 22,40 (Lc. om.: t6 /Lih nvevfxa 
TiQddvixov, fj dh adgS doi9ev7]g vgl. Exe. 122) — alles Belege 
dafür, daß Lc, wie im Herrengebete, auch sonst mannigfache 
Textkürzungen vorgenommen, auch solche, welche mit der ihm 
angedichteten paulinischen Tendenz im Widerspruch stehen. 
Vgl. die Verzeichnisse der lucanischen Textkürzungen PT. HI, 
838—840, sowie nachstehend in Teil HI, § 14. 

Für diese lucanischen Kürzungen des Herrengebetes und 
dessen Beduction auf fünf Bitten ist Marcion der älteste 
2euge. Denn nach Tertullians Andeutungen adv. Marc. IV, 26 

Texte a. Untannchangen. N. F. XII. 15 



226 



Bcsch, PaaliniimiiB. IL EüuelimterBachiiiigeiL 



in dem marcionitiBcheii LucaseTangelium ebenfalls f Anf 



Bitten 

Canomscher Lncastext: 

iXMrco 17 ßtunlela aav 
ZOT &Q10W rj/iwr TOT bu' 



«— -■■ 



oiHMfw Moo ff für tö 

xai &pes ^f*^ ^os d/uw- 
xloQ ffH&Vf xai yoQ avzol 
d^plofur xarti 6<peilorvi 

xtu fiif datrfyxjjg ^fiäe eie 






VgL 

Tert adv. Mare. IV, 26: 
reoognosce! Cid dicam: 

, Pater'? 
aqno spiritnm sano- 

tum postulem? 
eins regnum optabo 

venire 
qnis dabit mihi panem 

cotidianum? 

quis mihi delicta di- 
mittet? 



qnis non sinet nos 
deduci intempta- 
tionem? 



MarcioDS Text 
(reooostniiert) : 

xattQ 
[didav Hfur] to xrß^füd 

acv TO S.yiov 
iX^dxi» 1} ßaoiXela 

0OV 
Tor agtor [aav] xor 
itptj/itgor didow 

xai &q>8i i}/ilr xclq äpiag^ 
tias [^f*^, 9cai ydq 
avToiäqf(ofUP3tcanlS<p9l- 
lorrt fjfilif^] 

xai fiff idöijg ^fiäe xax- 

ax^V^^^ e^C xti- 
gaa/iov. 



Wie Lo., 80 hat auch Marcion eine Fünfzahl Ton 
Bitten. Den Text der ersten nnd sechsten (bei ihm Sanften 
Bitte) hat Marcion, wahrscheinlich unter paulinischem Einfloß, 
modificiert. Zu dtdov fifiiv t6 nvevfid aov rd äytov, wie 
Marcions Text auf Grund des ^postulem' bei Tertullian 
reconstruiert werden muß, vgL 2. C. 1,22: dovg rdr äggaßtora 
rov TtvevfiaTog iv roug xagdiaig fifimy, 2. C. 5, 5: 6 dovg ijfur 
xinf äggaßcova tov nrev/iaxog, Eph. 1,17: dcprj vfuv nvevfia, 
1. Th. 4,8: xbv ^edv xbv didövra rd nvevfxa avxov xb äytor 
elg ijmg. Zu /i^ idofjg fffiäg xcnax^vai elg neigaa/xör ist 
oben schon 1. C. 10, 13 verglichen worden. Jedenfalk hat man 
bei Marcion besseren Grund zur Annahme von Textanderungen 
im pauliniscben Sinn als bei Lc, obwohl die Möglichkeit nicht 
ausgeschlossen ist, daß die Textanderungen im Y. TT. bereits von 
Lc. stammen. In lucanische Handschriften, welche Gregorius 
von Nyssa und Maximus Confessor benutzten, sowie in 
zwei uns bekannte Minuskel -Codices ist die Bitte um den 
heiligen Geist als zweite Bitte ins Herrengebet eingedrungen mit 
folgender abgeänderter Textgestalt: iX^drco rd äyiov Ttvevfjui aov 
itp' fjfiäg xai xa'&aQiadico fffiäg. Dieser Fassung fehlt der 



*) In der Schrift De oratiooe c. 2— 8 behandelt Tertullian sämt- 
liche sieben Bitten des Herrengebetes wesentlich nach dem Text des 
Cod. D ad Lc 11, 1-^ 



jiQWfSvxec^cu, 227 

specifisch panlinische Chdrakter. Eher kann man an das petri- 
nische Wort Act. 15, 9 sich erinnern. 

Da es aber zu weit f&hren und auch nicht zur Sache ge- 
hören würde, die Textgeschichte des lucanischen Herrengebets 
an dieser Stelle weiter zu verfolgen, so sei nur zusammen- 
fassend herrorgehoben , was feststeht: erstlich die Sieben- 
zahl von Bitten in dem ursprünglichen Herrengebet, zwei- 
tens die Beglaubigung der von Lc. weggelassenen zwei 
Bitten durch den Paulinismus, drittens die Tatsache einer 
von Lc. vorgenommenen Kürzung des Textes durch Weg- 
lassung der dritten und siebenten Bitte. 

Dem Lc. verdanken wir dagegen nicht bloß die Kenntnis der 
ursprünglichen Situation, in welcher das Herrengebet entstanden 
ist, sondern auch die Erhaltung zweier eng verwandter Gleich- 
nisse, welche auf das dringende und anhaltende Beten Bezug 
haben. Vgl. ^ 14, 18-25 = Lc. 18, 1-8 und ^ 14, 26-32 
= Lc. 11,5—8. Zu diesen beiden Gleichnissen finden sich in 
den paulinischen Briefen mehrfache Parallelen. Man hat die- 
selben als Zeichen der Abhängigkeit des Lc. von Paulus und 
als Beweise der paulinischen Tendenz aufgefaßt, von welcher 
Lc. bei der Gestaltung seiner Erzählungsstoffe geleitet sein 
sollte. Auf welchen Lrrwegen die Tendenzkritik hier ein- 
herging, kann schon aus einem Umstand ersehen werden, 
welcher den canonischen Text des Lc. nicht betrifft. Zu 
^14,31 =Lc. 11,8 bietet Cod. Colbertinus einen außer- 
canonischen Textbestandteil, welcher den Stempel der Ori- 
ginalität deutlich an der Stirn trägt. Der genannte wertvolle 
Codex liest am Anfang von Lc. 11,8 die außercanonischen 
Worte: at ille si perseveraverit pulsans, welche ^14, 31 
in den Logia-Text aufgenommen sind mit der griechischen 
Bückübersetzung: ixeivog dk Sxav jigooxaQrsQfj xgovcov — , 
Worte, welche den Zusammenhang vorzüglich ergänzen, auf 
das nachfolgende xQoveiv {A 14, 33. 34 = Lc. 11, 9. 10. Mt. 7, 
7. 8) vorbereiten, außerdem aber durch das perseverare = tiqoö" 
xaQteQeTv mit den paulinischen Parallelen Col. 4,2: rjj tcqoo- 
evxfl JiQooxaQTSQeTre, Eph. 6, 18: iv Jidofj ngoaxagre- 
Qi/jo€i xal dei^aei — imd Böm. 12, 12: rg TiQooevxfi tzqoo- 
xaQTeQovvreg sich decken. Auch hier hat Lc. durch seine 
Kürzung des Quellentextes die paulinischen Parallelen ver- 
wischt, mithin wie so oft das Gegenteil von dem getan, was 
man ihm angedichtet hat. Nach derselben Tendenzkritik sollte 

15* 



22S Resch, Paolinismus. IL Einzeluntersachimgen. 

die in beiden Gleichnissen sich findende Bedeweise: xönw 
oder xöjiavg nagixeiv (vgl A 14, 23 = Lc. 18, 5: öwl rd naqi* 
Xtiv fAOi xöjiov, A 14, 29 = Lc, 11, 7: juii^ fwi xönovg ndgex^) 
Yon Lc. dem paulinischen Worte Gal. 6, 17: xönovg fioi junj- 
deig nagex^TQ) — nachgebildet sein. Nun findet sich aber 
diese Redeweise auch ^29, 36 = Mt. 26, 10. Mc. 1 4, 6 angewendet, 
mithin an einer Steile., wo Lc. als Referent fehlt. Vgl. 
Weiß, Mc. 436 flf., femer PT. HI, 244 £ H, 253. m, 481. 

Dieses x6:zovg Tiagixtiy entspricht dem Eingang der von 
Lc. erhaltenen Perikope ^ 14, 18 = Lc. 18, 1: IXsytv dk tux^ 
Qaßolijv avrök ^Qog rd öeir nävTore ngooevx^O'&ai avxovg xal 
ßiif iyxaxely. Freilich hat man auch in dieser einleitenden 
Bemerkung bei Lc. wiederum paulinische Tendenz gefunden 
im Hinblick auf die paulinischen Parallelen: 2. Th. 1, 11: 
7€Qoa€vxofie9a ndvroxe, Col. 1, 3: ndvTOTe negl vfuor 
jT^oa^rjo/ievoi, R. 1,10: JidvroTe ijü x(bv ngooevx^y 
fiov 6e6/iurog, CoL 1,9: ov navdfie&a TtQoaevx^/^^voi, Eph. 
1, 16: oi* Ttavofioi . . . bil rtav JiQooevxfoy /xov, Eph. 6, 18: diä 
ndofi^ rf^ooevx^s xai ietjasoK JiQooevxo/xevot, ferner zu 
dem /i^ Irxaxdv 2. Th. 3, 13: /lij iyxaxijai]T€, QaL 6,9: 
fitil frMaxQ}fiiy, 2. C. 4, 1: ovx lyxaxovfxev, 2. C. 4, 16: di6 
o^x fyxaxovftev, Eph. 3, 13: ii6 ahovfjLai juij IvxaxsTv. 
Aber Aphraates (ed. Bert p. 66) überliefert ausdrücklich 
dtt8 Horronwort: , Betet und werdet nicht müde', 
ttW grioohisch: ngooevx^o^e xai jüirj ixxaxi^ai]T€, in 
\volohor Fassung es ^1 14, 18 aufgenommen ist. Lc. aber hat 
dioi^o ditHH'to Mahnung des Herrn in die indirecte Rede seiner 
oiiiloitotulon Homorkung Lc. 18, 1 umgewandelt. 

Zu dorn Worto Jesu ^ 14, 33 = Lc. 11, 9. Mt. 7, 7: 
ifftffff mtl Aof^tjonnt v/tity ^rixeTxe xai evQtjosxs, vgl. PhiL 
4. 0: ^i\ ti/irj/iuf« f*/Li(üy yvcoQiCioi^co Tigdg xöv ^eöv, sowie 
Ai»li 17, 'i?; Cvff?v xöv ^eöv . . el evQoiev, Treffend hat 
PituluH (hin Boton der Heiden zu ihren Gottheiten als ein 
ii/MH' iöv ihdv, als einen unwissentlichen Gottesdienst, be- 
W*i|oliliot. Vgl. Act. 17, 23: äyvcoaxcp *«g>. S ovv äyvoovvxeg 
tiPa^fltiJiß xrX, 

Kudllüh findet sich noch eine paulinische Parallele zu 
.// 14, ü — Mt. 6, 8: oldev 6 nax^g vfxwv &v ;^^€iav f;fCT6 nqh 
fO0 i(kikQ atxijoai avxov — in Eph. 3,20: xa> dvvafxhq^ vnhQ 
''»»fa Tioifjoai intQexTieQioaov &v alxov/ie^a. 



xQoae^x^o^i- ixSixeiv, ixSUijois. navonXUx, 229 

56. ixdixeiv, ixdlxfjoig. 

In dem Gleichnis -^14, 18—25 = Lc. 18, 1—8 findet sich als 
eigentümliches sprachliches Element Ixdixeiv und Ixdlxrjais, 
Vgl. ^14,20 = Lc. 18,3: ixdixrjaöv fie änb xov ävridixov 
fiov, ^14,23 = Lc. 18,5: ixdixijaco avtijv, -^14,24 = Lc. 
18,7: noirioei rrjv ixdlxtjoiv rcbv ßodnnoyv ngög avxbv fjfiiQag 
xal wxrdg. Dieses ixdixeiv ist verschieden von dem ixdixeiv, 
welches Eusebius in seinen Citierungen von Lc. 11, 50 für 
ix^i]TeTv in Bezug auf das unschuldig vergossene Propheten- 
blut als synonym gebraucht und ebenso der Apokalyptiker 
Apoc. 6, 10: ixdixeig rö alfxa fjfjubv, nicht minder Paulus 
R. 12,19; 2. Th, 1, 8; verschieden auch von der ixdlxrjaig in 
Lc. 21,22. Li unserm Gleichnis bezeichnet ixdixeiv ,erretten'. 
Der ävTidixog ist nach l.P. 5,8; R. 16, 20; Lc. 10, 18. 19 = ^ 12, 
22. 23 6 öidßoXog, 6 oaraväg, 6 ävTixel/ievog, 6 ix^Q^^- Rettung, 
und zv^rar schnelle Rettung, von diesem Widersacher, also Gebets- 
erhörung iv xdxei, verheißt der Herr den treuen Betern, ribv 
ßowvrcov TtQÖg avxbv fifxiQag xal rv;«T<Jg. Dieses iv xdxei aus 
^ 14, 24 = Lc. 18, 7 verheißt Paulus den Römern unter gleich- 
zeitiger Bezugnahme auf A 12, 23 = Lc. 10, 19, wenn er in 
Bezug auf jenen ävxldixog R. 16,20 schreibt: 6 di &edg xtjg 
elQrjvrjg ovvxQtipei xov aaxaväv vjtd xovg nööag ifxcbv iv xdxei. 
Vgl. dazu Exe. 44. 

57. TtavoTtkia, 

Den ävxiölxog aus ^ 14, 20 = Lc. 18, 3 schildert der Herr 
-<</15, 11 = Lc. 11,21 als 6 loxvQog xa&(07ikiojbievog, welchem 
6 loxvgdxegog seine Waffen nimmt. Die SjtXa desselben sind 
in den Parallelstellcn Mc. 3,27. Mt. 12,29 (mit gleichzeitiger 
Weglassung der Charakteristik xa^conXiojbiivog) als oxevtj be- 
zeichnet, dagegen Lc. 11,21 zusammengefaßt durch den Aus- 
druck TiavonUa, einem äna^ Xeyö/ievov in den evangelischen 
Berichten. Die Synonymität von SjiXa und axevrj liegt auf der 
Hand und ist aus dem hebräischen D'^bs abzuleiten. Denn 
D^te, oxevri, SjiXa bedeuten Rüstzeuge, Werkzeuge, Geräte 
mannigfaltigster Art, auch Eriegsgeräte und Waffen, nur mit 
dem Unterschiede, daß die Bedeutung von Hohlgcfäßen (Lc. 
8, 16; 2. C. 4, 7; 1. Th. 4, 4; 2. T. 2, 20) auf SjtXa nicht 
anzuwenden ist. Bei Überwindung des laxvgdg xa^conXiojüiivog 
nimmt der loxvgdxeQog ihm seine Waffen ab (Mt. äQndacu, 



230 Resch, Paolinismus. IL EmzeluntefsuchaDgeii. 

Mc. diagnäocu, Lc. afgeiv). Diesen Vorgang bezeichnet Paulus 
als änsxdvaaa&ai, wenn er Yon dem hxvQ&tegog, von Christo, 
Gol. 2, 15 sagt: äyiexdvod/ievog rag ägxäg xal rag i^ovalag 
ideiyfMitioev h naQQrjalq, ^Qiafjißevoag airovg iv avi^. Jn Er- 
gänzung hierzu mahnt der Apostel die Jünger Jesu Eph. 6, 11: 
ivdvoao'&e Ttjv TiavonUav rov ^eov, y. 13: ävaXdßere t^ 
navonUav rot) '&eov. Und dabei schildert er die einzelnen 
Bestandteile der navonUa, welche der loxvQÖtegog darreicht: 
die i(&vTj, den ^caga^, die ijio&rifjuxia, den &vQe6g, die negi' 
x€(paJiala, die fidx(UQa, im Gegensatz zu den Waffen des xa^o}- 
nliofiivog, Ton denen er die ßiXrj rd nejwQCD/xiva namhaft 
macht. In Bezug auf die jidxaiQa ersehe man das nähere aus 
Excurs 70. Bezüglich der vnoöi^juara bin ich erst durch Zahns 
Matthäus -Commentar auf die Verwandtschaft von Eph. 6, 15: 
inodriodfXBvoi rovg nödag mit Mc. 6, 9: vnoÖedefiivovg 
aavddJUa aufmerksam geworden. Vgl. Zahn, Matthäus S. 397. 
Dieses Verwandtschaftsverhältnis führt aber zu weiteren Wahr- 
nehmungen, auf welche Zahn nicht besonders hingewiesen 
hat. Erstlich wird hierdurch evident, daß Paulus weder mit 
Lc. 10,4: jut] vTtodYjfiaTa, noch mit Mt. 10, 10: juirjök ino- 
drifiaia, sondern lediglich mit Mc. 6, 9: vnodede/xivovg aar- 
ddXia übereinstimmt, daß mithin die vorcanonische Quelle die 
Lesart /nrj oder jurjdi nicht kannte. Außerdem aber ergibt die 
Fortsetzung in Eph. 6, 15 durch die Worte: iv hoißiaoiq rov 
evayyeUov Trjg etgi/jvTjg einen weiteren Zusammenhang mit den 
Aussendungsreden Jesu. Zu evayyiXiov vgl. Lc. 9, 6: eiay- 
yeXi^ö/Lievoi = Mc. 6, 12: IxifjQv^av, Zu evayyihov rfjg 
elQiqvYig vgl. Lc. 10, 5: Xsyeze' elgi^vfj x(p oixq) lomq). Vgl. 
PT. m, 181 f. Paulus trifft Eph. 6, 11—17 mit den Aussendungs- 
reden Jesu auch darin zusammen, daß das evayyiXiov T'^g elQYivrjg 
zugleich ein Eampfesruf war gegen den Fürsten der Finsternis 
und gegen die ihm dienstbaren Geister. Vgl. A 12, 22 = Lc. 
10, 18: i&£(OQovv rdv oaxaväv cbg äoTQOJiijv Ix rov ovgavov 
neaövra, Mc. 6, 13: tä daijudvia jioXXä i^ißaXXov, Lc. 10, 17: 
rd daijLiövia vnordoaezai fjfuv, Eph. 6, 12: fjfuv ndXtj . . ngdg 
rd Jivev/uarixä Trjg novYiQiag. 

58. xa'&agög. 

Wir besitzen in den synoptischen Evangelien zwei anti- 
pharisäische Reden, die eine, welche Mt. und Mc. uns in weseat- 



3Uxy<mXla, xa&oQdg, 231 

lieber Übereinstimmung aufbewahrt baben, A \% 1—24 = Mc. 
7, 1—23. Mt. 15, 1-20 (vgl. Exe. 35); die andere, welcbe aus 
den Relationen des Lc. und Mt. reconstruiert werden muß, 
A 16, 1-20 = Lc. 11, 37-51. Mt. 23. Während die Veran- 
lassung der erstgenannten antipharisäischen Bede von Mt. und 
Mc. ziemlich gleichlautend referiert wird, liegt über die ge- 
schichtliche Veranlassung der zweiten nur der Bericht des Lc. 
vor A 16, 1. 2 = Lc. 11,37. 38. Der erste Evangelist hat diese 
einleitenden Verse weggelassen und die daran anknüpfenden 
ersten Worte Jesu ^ 16, 3. 4 = Lc. 11, 39. 40. Mt. 23, 25. 26 
von ihrem ursprünglichen Standort weggerückt, um sie in den 
späteren Gontext der Bede einzuweben. Aber gerade da 
(Mt. 23, 26 = -^ 16, 4) hat er ein von Lc. weggelassenes Wort 
aus dem Urtext erhalten, nämlich die Anrede: (paQiüaXe rotpli, 
welche die nur von Lc. berichtete, durch einen einzelnen Pha- 
risäer gegebene geschichtliche Veranlassung bestätigt. Lc. aber 
hat in dem dazu gehörigen Verse Lc. 11,41: rd ivdvra döte 
iXiYifAoovvriv, xal tdoi) ndvxa xa'&agä i/Aiv ioriy — ein 
exegetisches Bätsei überliefert, welches aller Erklärung spottet. 
Die betreffenden Worte habe ich als einen völlig unbrauchbaren 
Text in meine Ausgabe der Logia vom Jahre 1898 nicht auf- 
genommen. Ein nochmaliger Versuch zur Lösung dieses Bätsels 
war für das Thema: ,Der Paulinismus und ^e Logia Jesu^ 
unerläßlich und führte mich zu einem überraschenden Besultate. 
Die geschichtliche Veranlassung beider antipharisäischen 
Beden ist in beiden Fällen dieselbe. Vgl. 



A 16, 2 = Lc. 11, 38. 

6 dk q?aQioäi(K iJQ^ato StaxQiv6/4evog 
kv kavxfp Xiysiv diaxl oif TiQwxor 
ißojnladrj xqo joti dgünov ; 



A 10, 1—8 = Mc. 7, 1. 5. Mt. 15, 1. 2. 

qxiQiaaXoi . . imjQcotfjoay avtov Xi- 
yarteg' 6taxl ol fAa&rixal oov . . ov 
rijrxorxai xas x^*Q<K avxtav, Sxav äQxov 
ia^Uoaiv ; 

Auch die Antworten Jesu auf diese Fragen bewegen sich 
wesentlich auf derselben Linie. Li beiden Fällen betont Jesus 
die Wertlosigkeit der äußeren Beinigungen gegenüber der 
inneren Beinigung des Herzens, von welcher alles übrige, die 
Heiligung des ganzen Menschen, abhängig sei. Das iow^ev 
und das g^coöev sind die springenden Punkte, auf Grund deren 
Jesus die jüdischen Beinigungsgesetze als wertlos beseitigt. 
So ist ^ 16, 3 = Lc. 11,39. Mt. 23,25 das schmutzige Geföß 
{noiriQioif oder nlva^ oder nagotplg) das Bild eines von dxa- 
öoQoia erfüllten Herzens. Und die nach Mt. 23, 26 = ui 16, 4 



232 Resch, Paulinismus. II. Einzeluntersiidiniigen. 

vom Herrn gegebene Mahnung: (pa^ujole xwpli, xa^dgiaov 
jiQWtov xd ivxdg xov mnriQlov xai xrjg ncLQorpldog, tva yhnjxai 
xd ixxdg ainov xa^agdv entspricht in concinner Weise dem 
Fortschritte der Gedanken nach dem bei beiden Referenten 
Yorausgegangenen Yerse ^ 16, 3 = Mt. 23, 25. Lc. 11, 39, 
während schon das, was der dritte Evangelist hier Lc. 11, 40 
nachfolgen läßt: ätpQoveg, ovx 6 noiijoag xd ^f co^ev xal xd 
lam^ev ijioitjoev; — von diesem concinnen Gedankenzusammen- 
hang abbiegt, indem zwar die Gegensätze xd l^co^ev xal xd 
lacD^ev festgehalten sind, aber von der inneren Reinigung 
(vgl. Mt. 23, 26: xa&dQujov nqmov xd ivxög) nicht mehr die 
Rede ist. Noch fremdartiger tritt in diesen Zusammenhang 
Lc. 11, 41 herein: nXijv xä ivövxa d&te iXerj/ioaiivtjv, xal 
tdov ndvxa xa^agä ijLuv laxiv. Zwar kann man das hdvxa 
mit dem xd tom^ev, xd ivxög identificieren; wie aber das äußere 
Werk der iJLer^ßwavvi] eine innere Reinigung des Herzens 
herbeiführen soll, ist nicht abzusehen und widerspricht nicht 
nur allen übrigen Reden Jesu, sondern auch dem hier vor- 
liegenden, sonst so deutlichen Gedankenzusammen- 
hang. Wenn man mit zahlreichen Exegeten xä ivövxa als 
xä ijidgxovxa deuten sollte, so muß man sich zuerst schon fragen, 
warum denn Lc. das ihm sonst so geläufige vjidgxovxa (vgl. 
Lc. 8,3; 11,21; 12,15.33.44; 14,33; 16,1; 19,8) hier ver- 
mieden und durch das dunkle h6vxa ersetzt habe, und muß 
sich dann um so mehr fragen: wie in aller Welt kann die 
Verwendung der äußeren Lebensgüter {jä indgxovxa) zum 
Almosen eine innere Reinigung des Herzens herbeifuhren, daß 
man sagen könnte: löov ndvxa xa&agä v/luv loxivl 

Also Rätsel über Rätsel ! Aber diese Rätsel verschwinden 
sofort, sobald man bezüglich des IXerjjüLoovvrj auf den in diesem 
Falle mit Sicherheit vorauszusetzenden Grundtext zurückgreift. 
Man darf nur daran denken, daß die Rückübersetzung von 
ööxe iXerjjüLoovvrjv in dem hebräischen N.T. von Delitzsch 
und Dalman n^^b um lautet; man darf sich nur daran er- 
innern, daß das hebräische n^n^ wie das aramäische n'^yt neben 
dixaioovvi] auch die Bedeutung von ikerjjüLoovvrj besitzt; man 
darf nur aus den synoptischen Texten ^ 28, 14 = Mt. 6, 1: 
habt Acht auf euer Almosen — vergleichen, wo wir nach ABD, 
Italae, Orig., Hilar., Aug., Hieron. TtQooixexe x^v dixaioavvrjv, 
nach EKLM8UZ Jil, Clem. AI., Chrysost. u. b.. ngocix^^ ^^»' 
iXetj/ioovvfjv ifxcbv lesen, um an unserer Stelle zu erkennen, 



xa^QÖg. 233 

daß die von Lc. befolgte Yersion des hebräischen Logiatextea 
eine unzutreffende Übersetzung von n^n^ vertritt, und man 
wird mit der richtigen Übersetzung den großen Grund- 
begriff der dixaioavvf] auch an dieser Stelle wieder 
gewinnen, um nun auch das xä ivövxa in der allein 
möglichen und dem Context yoll und ganz entsprechenden 
Bedeutung zu erfassen. So wird durch das Zurückgehen auf 
den hebräischen Text die Schwierigkeit der griechischen Re- 
lation beseitigt. ,Gebt euer Inneres der Gerechtigkeit 
hin, so wird euer ganzes Wesen rein werden' — öötb xä 
ivövxa (= xö ivxög, xä ioco&ev) xfj dixaioovvfi, xal töov 
jidvxa xa^agä vfxXv ioxiv. Von innen heraus vollzieht sich 
die Reinigung des Menschen, und damit fallen alle äußeren 
Reinigungsgesetze hin — das ist das neue große Prinzip^ 
welches Jesus dem Pharisäismus gegenüber yertritt und wie 
eine Erlösung in die Welt gebracht hat. Das ist es, was in 
dem hebräischen Logia-Text von Lc. 11,41: «^Ta-^aDn-n« «r^ 
toab rr^rr^ 'inna bin nsm np^i^b auss^esprochen war. 

TT VI' T - ■•*l "TT;* Or ___ 

Sehen wir nun zu, ob und in welcher Weise Paulus, der 
große Pharisäer von ehemals, diese Grundgedanken seines 
Meisters aus der zweiten antipharisäischen Rede — ebenso wie 
die Grundgedanken der ersten antipharisäischen Rede (vgl. 
Exe. 35) — sich angeeignet hat. Im Vordergrunde der be- 
treffenden paulinischen Parallelen stehen zwei Aussprüche, 
welche wegen ihrer fast wörtlichen Übereinstimmung mit 
Lc. 11, 41^: Idoi) jidvxa xa^agä {fjLuv iaxiv — die Aufmerksamkeit 
schon längst erregt haben und von vielen Exitikern als Sym- 
ptome paulinischer Tendenz auf eine Abhängigkeit des dritten 
Evangelisten von Paulus zurückgeführt worden sind -— in diesem 
Falle sicherlich mit besserem Rechte als in allen anderen 
Fällen. Denn hier handelt es sich nicht um ein Zusammen- 
treffen des Lc. mit Paulus in sprachlichen Singularitäten, wie 
navoTiXia, xdnovg nagl^uv, ;i^a^iC£a^ae u. a., sondern um einen 
durchgreifenden Grundsatz des gesetzesfreien Paulinismus, wenn 
der Apostel R. 14,20 verkündet: ndvxa fxhv xa^aqd, wenn 
wir Tit. 1, 15 lesen: ndvxa xa'&agä xoTg xa^agoTg. Aber 
wenn wirklich Lc. hier ui 16, 4 = Lc. 11,41^ eine paulinische 
Tendenz seinem Evangelium eingewoben hätte, weshalb hätte 
er Lc. 11,41* das Gegenteil getan und einem Satz Aufnahme 
gewährt, welcher mit den paulinischen Ghrundsätzen unvereinbar 
ist, nach welchem der Apostel nicht hätte schreiben können, 



234 R«8ch, Paulininnus. IL EinzelantersachangeiL 

wie er geschrieben hat 1. C. 13, 3: iar tpfOfAUno n6ma xA ^- 
Agxovxd fjLov . . . oidh dxpelovfiail Nein, wenn man Lc. 11 , 40. 41 
mit der Mattbäusparallele Mt. 23, 26 vergleicht, so gewinnt man 
den Eindruck, daß es dem Redaktor des dritten Eyangelioms 
bezüglich des an dieser Stelle ihm vorgelegenen griechischen 
Textes der Logia ebenso ergangen ist, wie den Exegeten aller 
Zeiten mit dem rätselhaften Satze: Mte jä hdvxa ilerjßioavrriy xrJL 
Überdem geht Tit. 1, 15: TtAvxa xa^agä roTg xai^agoTg über 
Lc. 11,41*' hinaus und weist durch den Zusatz: voig xa^agoig 
auf die Matthäus-Parallele Mt. 23, 26: xaOdgiaov nQ&tov x6 
ivrög hin. Den von innen heraus Gereini^en, denen, die 
innerlich xa'&agol geworden sind, ist alles rein, das ist der 
Sinn von Tit. 1, 15, welcher sich aus dem Zusammenhalt von 
Mt. 23, 26 und Lc. 11, 41^ mit Notwendigkeit ergibt. Dieser 
Sinn ist auch sonst in den paulinischen Briefen, z. T. unter 
deutlicher Bezugnahme auf ^ 16, 3 = Mt. 23, 25. Lc. 11, 39, 
vertreten, namentlich wenn man erkennt, daß der Apostel 
naQoxplg, tzoti/jqiov, niva^ als oxevtj, Hausgeräte, zusammen- 
faßt. Vgl. 2. T. 2, 20: iv fieyAXji dk obclq ovx lativ fi&vov 
axevf) XQ^^^ ^^^ äQyvQä, äXXd xal ^hva xal doTQdxiva, xal ä 
juiv ek Ti/irjv, ä dk elg dxifilav . . v. 21 : läv oiv xiq ixxa^dgf] 
iavxbv &Jib TOVTCDv, icnai oxevog elg xifx'fiv, fjyiaofiivoy, 
eixQ^cnov xip deonöxf}, dg näv igyov äya&bv fjxoifiaofievov. Und 
wenn nun v. 22 im Context fortgefahren wird: xäg dk vecoxeQtxäg 
Ini'dvfjUag q^evye, dicoxe dk öixaioovvtjv . . , ix xa^agäg xaq^ 
dlag, so wird man sich im Rückblick auf ^ 16, 3 = Mt. 23, 25. 
Lc. 1 1 , 39 und im Hinblick auf die inv&vfuai erinnern an Jesu 
"Wort Mt. 23, 25: ioco&ev yifxovoiv IS äQjtayfjg xal äxgaalag, 
nach Clem. AI.: ^dcy&ev yifxovoiv äxaöagolag, femer im 
Hinblick auf Ix xa^agäg xagdCag an Mt. 23,26: xa^dgiaov 
TtQCüxov xö ivxög, endlich im Hinblick auf ÖUoxe dixai^ 
oovvfjv an Lc. 11,41 nach der rectificierten Version: d6xe xä 
h6vxa (= x6 Sow^ev) xfj öixatoovvfi (ngn^b). Ein ähnlicher 
Gedankenzusammenhang auf Grund von ^ 16, 3. 4 im An- 
schluß an das: xa'&dgioov nqGnov x6 ivxög xov Ttoxrjgiov xal 
xijg nagoxplöog liegt 1. Th. 4, 3.4 vor: tovto ydg iaxiv Mkrifia 
xov ^eov, 6 äyiaojüidg v/uuüv, (br^;|j€a^a« v/mg &Jib xrjg Tzogvdag, 
eldevai ^xaoxov vfjubv xö iavxov oxevog xxäo'&ai iv äyiao/utqf 
xal xifxfl • • ^' ^- ^^ y^Q i^dkeoev fjfmg 6 &edg inl äxa^agoiq^, 
dXX* iv äyiaojLicp, Auch hier ist oxevog Zusammenfassung 
von Tioxijgiov und nagoxplg. Von hier aus ergibt sich auch, 



xadoQÖg. 235 

wie Paulus auf den schönen Gedanken geführt worden ist, 
welchen er 2. C. 4, 7 mit den Worten ausspricht: ix^fiev dk ri^ 
^oavQÖv xouxov Iv öoxQaxlvoig axeveaiv, nämlich wenn wir 
tun nach der apostolischen Yorschrift 2. C. 7, 1: xa^aglocofiev 
£avxoi)g änd navrdg fwXvofJiov aagxdg xal Ttrev/narog, buxe^ 
Xovvxeg äyuoüfSvijv kv q>6ßcp ^eov, wozu auch das Herren wort 
^ 28, 67 = Mt. 5, 8: ' fxaxdqioi 61 xa^agol xfj xagölq, zu 
vergleichen ist, sowie Ebr. 12, 14: dicöxcre . . xhv Ayiaofidv, 
cv x^Q"^ ovdslg öyfszai xdv xigiav, 2. Tim. 2, 22: ix xa'&agäg 
xagdlag. 

Hat sich nun aus der bisherigen Untersuchung ergeben, 
daß der von Clem. AI. tiberlieferte, übrigens auch yon Epi- 
phanius bestätigte und in den Hom. Clem. durch das syno- 
nyme §v7zog vertretene (vgl. PT. HI, 269) Ausdruck ixa&agola, 
welcher sich ohnehin durch den Gegensatz des xa'^aQÖg inner- 
lich beglaubigt, aber in den synoptisch -canonischen Parallelen 
Mt. 23, 25 = Lc. 11,39 durch Umschreibungen verwischt ist, 
bei Paulus 1. Th. 4, 7 ebenfalls sich findet, daß Paulus neben 
xaOaQÖg, xaOaglCeiv (vgl. Mt. 23, 26. Lc. 11, 41), welches 
R. 14, 20; T. 1, 15; 2. T. 2, 22; 2. C. 7, l zu lesen ist, auch als 
synonyme Ausdrücke äyiä^eiv, &yiaofi6g (2. T. 2, 21; 1. Th. 
4, 7. 3) anwendet, daß die Yersion dixaioovvri (anstatt ii^ti- 
/wovvrj) zu Lc. 11, 41» schon durch 2. T. 2, 22 beglaubigt ist, 
so braucht man nur noch im Auge zu haben, daß "{r^ nicht 
bloß didövai, sondern auch loxdvai, xi&ivai bedeutet, um die 
paulinische Parallele R. 6, 19 als Ausfluß von ui 16, 3. 4 zu 
würdigen. Vgl. 



Mt. 23,25. Lc. 11,39: 
alag) xai jtoytjQiag = dxa^agoiag 

Lc. 11, 41»: 

1^6 je rä evSvra (= z6 eaco^ev) rfj 
dtxaioavyjj (anstatt iXsfjfioavvriv) 

Lc. ll,41b: 
x(u Idov Tidvxa xa^agä vfity iaztv 



R. 6, 19»: 

wojteg 7ioLQeoTt)aate %d f*iXfj vfi&v dovla 
xfj dxa^agaiq, xal ifj dvofAtq. elg 
TTiv dvofxiav 

R. 6, 19^: 

ovTcog vvv siaQaoTtjaaTe rd /iiXrj 
vfi&v dovka xfj öixaioovvjj 

R. 6, 19c: 
elg dyiaofAGV. 



Wenn R. 6, 13 zu lesen ist: fxridk Tiagiaxävete xä /liXt] 
vju,(bv onka ädixlag xfj äjuLaQxiq, äXkä Tiagaaziljoaxe . , xä fxiXri 
vfuov SnXa dixaioovvrjg xa> '^eco, so haben wir in dieser 
Parallele die im vorigen Excurs hervorgehobene Synonymität 



236 Resch, Paolinismas. IL EmzelnnterBaehaiigeiL 

Yon SnXa und axevi], mithin hier 57tla nicht als Waffen, 
sondern als Werkzeuge, und finden hier noch einmal die 
dixcuoavvi], welche dem Text von Lc. 11, 41^ zu Grunde ge- 
legen hat. 

Es ist klar: Paulus hat den ganzen Urtext von Mt 23, 25 
= Lc. 11, 39, femer von Mt. 23, 26 und endlich von Lc. 11, 41* 
und 41^ vor Augen gehabt; Lc. hat zwar Lc. 11, 40 den Urtext 
abgeändert, aber in v. 41 einen kostbaren Bestandteil des Ur- 
texts gerettet, wenngleich in einer nicht zutreffenden Über- 
setzung des n^nx. Wenn er paulinischen Tendenzen ge- 
huldigt hätte, so wäre dixaioavvi] die allein für ihn 
gewiesene Yersion gewesen, nimmermehr üei^/ioavvi]. 



59. yQafAfiareJg, vo/üiixol, vofAodiddoxaXou 

Li allen drei synoptischen Evangelien finden sich qHigumloi 
und yQafXfjLaxeig wiederholt als eng Yerbündete. Ebenso treten 
bei allen drei Synoptikern die yga/ijüLareTg für sich allein 
auf. Dagegen findet sich der mit yqafifiaxevg gleichbedeutende 
Ausdruck vofxixog bei Mc. niemals. Ebenso begegnen wir 
dem andern synonymen Ausdruck vojuiodiddaxaXog weder 
bei Mc. noch bei Mt, sondern nur bei Lc, und auch bei ihm 
(neben Act. 5, 34) im Evangelium nur einmal, nämlich Lc. 5, 17: 
^oav xa^fjLEvoi q^agiodtoi xai vofxodidäoxaXoi. Geht aus 
dieser Zusammenstellung die Synonymität von yQafAfiatevg 
= vofjioöiödoxaXog = ibto mit Bestimmtheit hervor, so kann 
dieselbe auch noch quellenkritisch constatiert werden in Bezug 
auf vojuuxög, insofern nämlich da, wo dieser Ausdruck im ersten 
Evangelium sich nur einmal findet, Lc. ebenfalls vofxixdg 
bietet, Mc. aber yQafifxaxevg schreibt. Vgl. -^ 13, 1 = 
Mt. 22, 35: elg vo/Liixög, Lc. 10,25: vofiix6g rig, Mc. 12, 28: 
elg x(bv y QafXfiaxicov. Femer verbindet der dritte Evange- 
Ust in Lc. 5, 17 die vofxodidäoxakoi mit den (pagioaToi, 

Auch in der antipharisäischen Kede, in welcher bei Lc. 
die vofiixol neben den (pagiodioi und mit ihnen eng verbunden 
auftreten, während bei Mt. in ähnlicher Weise die yga/jL/LKrtelg 
und die q^agioaloi verknüpft sind, ist durch die lucanische 
Schlußbemerkung Lc. 11,53 = ^ 16,26: fJQiavro ol qjagiacuoi 
xai ol ygafifiaxelg deivcbg ivix^iv xrX, die quellenmäßige 
Identität der Ausdrücke: yga/uL/juneig und vofiixol als ver- 



ygafi/iatels, vofuxoi, vofioSiddaxcJioi. 237 

schiedener Versionen von irnß^o festgelegt, ebenso durch die 
Variante vo/uxol zu Lc. 11, 53 in Cod. D. 

Aber die beiden Relationen der antipharisäischen Rede 
unterscheiden sich nicht bloß durch die Ausdrücke vofxixoi 
bei Lc. und yQafXfxaxeXg bei Mt, sondern auch dadurch, daß 
nach Lc. diese Rede Jesu in zwei Hälften zerfallt, von denen 
die erste {/l 16, 1--12) lediglich gegen die q)aQioaToi, 
die zweite {A 16, 13—21) vorzugsweise gegen die vojlh- 
xol, der Schluß (A 16, 22-25) gegen beide Verbün- 
dete gerichtet ist. Der Fortschritt der Rede vollzieht sich 
bei Lc. dadurch, daß Lc. 11, 45 ein vofxixdg die gegen die 
q)aQioaToi gerichtete Rede Jesu mit den Worten unterbricht: 
diddaxaXe, Tavra Xiycov xal fjfxäg ißgCCeig, und daß nun Jesus 
mit dem Rufe 11, 46 fortfahrt: xai v/mv roTg vofiixoTg ovai, 
nach Just. Dial. c. 17: oval vjüliv ygafAfiareTg. Der erste 
Evangelist, wie er die geschichtliche Veranlassung der anti- 
pharisäischen Rede, welche Lc. 11, 37. 38 erhalten ist, weg- 
gelassen hat, verwischte auch diesen drastischen Fortschritt 
der Rede, welche er von Anfang an gleichzeitig gegen die 
yQajXfiaxeTg xal (pagioaToi gerichtet sein ließ. 

In den paulinischen Briefen finden sich die Ausdrücke 
vojuLixdg nur Tit. 3, 13, vojüiodiddoxaXog nur 1. Tim. 1, 7, 
yQaixfAaxevg nur 1. C. 1, 20. Aber die von Jesu so schneidend 
aufgedeckten inneren Selbstwidersprüche der yqafxfxaxeig = vo- 
/Mxol sind in treffender Charakteristik zusammengefaßt l.T. 1, 7: 
^iXovreg elvai vofxodiddoxakoi, jbifj voovvreg firixe fi Xiyovoiv 
jULfJTc Ttegl rivcov diaßeßaiovvrai. Das ist ja das innerste 
Wesen der vnoxgixal, als welche Jesus die q^agioaioi und 
vojLuxol enthüllt, daß sie durch eigene sittliche Schuld 
die inneren Selbstwidersprüche des natürlichen Her- 
zens unter dem Deckmantel äußerer Frömmigkeit 
fortbestehen lassen und dabei noch andere meistern 
wollen. 

Von der zweiten antipharisäischen Rede, die er als Ganzes 
weggelassen, hat Mc. doch auch ein Bruchstück erhalten und 
dieses (mit anderen Redebestandteilen) in den Aufenthalt Jesu 
zu Jerusalem verpflanzt, wodurch er der Bahnbrecher für Mt. 
und für die von ihm vorgenommene Verlegung der ganzen Rede 
in den letzten jerusalcmitischen Aufenthalt geworden ist. Zu 
diesem Bruchstück Mc. 12, 38—40 finden sich in der großen 
Rede Parallelen Lc. 1 1 , 43 und Mt. 23, 5—7. Außerdem hat 



238 Resch, Paulimsmus. II. Euuselnnteraachangen. 

aber Lo., in diesem Falle Mc. folgend, das Braehstück Kc 
1 2, 38 — 40 in den Znsammenhang von Lc. 20, 46. 47 au^e« 
nommen und infolgedessen in Lc. 11,37—54 weggelassen. Gerade 
hierzu finden sich paulinische Parallelen, welche beweisen, daB 
dem Apostel auch diese Worte, welche B. Weiß der aposto- 
lischen Logia- Quelle (Mc. S. 403) abgesprochen hat, wohl 
bekamit gewesen sind. Ygl. 

l.Th.2, 6: 

ovte (ffxovrreg iS «Jy- 



l.Th.2,5: 
OVIS h XQo<pdaei xle- 



A 16, 9 = Mt 23, 6. 7» Mc. 12, 38. 39. Lc. 20, 46: 

dycotäte r^r nQcotoxa^eÖQlctr ev taXg awaycoyats 
xoc Tovs donaofioifg h xaXs dyogaXg xad ro; 
ngcnoxhaUK iv tolg dsijtroig 

A 16, 10» = Mc. 12, 40. Lc. 20, 47: 

xatea^lovxeg xdg olxlag XVQ^ ^^^ Sgipavwv 
jfQoqfdoet 

Der Apostel stellt sich und seine Mitarbeiter als Christi 
Apostel (d>g Xqktzov &j%6gxoXoi 1. Th. 2, 7) den pharisabchen 
vofwdiödoxaXoi gegenüber und lehnt deren — schon von Jesus 
gegeißelte — rühm- und habsüchtige Gesinnung von sich und 
seinen Mitaposteln ab. 

Endlich dürfte er auch B. 13, 2 speziell die unter der 
Führung der nationalgesinnten Pharisäerpartei zum Widerstand 
gegen den römischen Kaiser aufgereizten Juden im Auge gehabt 
haben. Vgl. 



A 16, 10b = Mc. 12, 40. Lc. 20, 47: 
o^oi Xi^y/ovtai negtoadregov xgifia 



R. 13, 2: 

ol de dv^eanjxdzeg iavzoig xgi/Aa 
Xf^yfovjat. 

Das paulinische Wort ist wie eine Prophetie in Erfüllimg 
gegangen, und zwar durch die Juden selbst. In ihrem nach- 
maligen Revolutionskriege wurden sie offenbar als äv^earrfx&ieg, 
und in ihrem Unterliegen erfuUte sich an ihnen: iavroig xQißMx 
Xrppovzai. 

Auch Gal. 5, 10 hat Paulus jüdische und judenchristliche 
Gegner vor Augen, wenn er mit der Yariante ßaatdCeir für 
XafAßdveiv (vgl. PT. II, 133 f., III, 408f., Exe. 80) sagt: 6 dh 
ragäoocov v/mg ßaaxdoei x6 xqlfia. 

Wie auch sonst da, wo Paulus die ^lovdaloi (= ^aQUjoioi 
vgl. Exe. 36) im Sinne hat. Anklänge an die antipharisaischen 
Reden bei ihm sich einstellen, zeigt femer R. 2, 17—20: ov 
^lovdaiog biovofxdl^ji . . Ttinoi^dg re oeavTÖv 6dt]ydv elvai . . 1%^^^^^ 
zrjv jLiÖQq^oDoiv rtjg yvcbaecog — verglichen mit ^ 16, 16 ==> Lc. 



vofuxoi, dvcueeqHthuovr. 239 

11, 52: oval ißuv xdls vojMxök, Sri ffgate rijv xXeida xtjg 
yvtoaecog, ebenso B. 2, 19: ödrjydv dvai xvq>X(bv — verglichea 
mit A 16, 14 = Mt. 23, 24: 6driyol %vq>Xoi, A 10, 16 = 
Mt 15, 14: 6br\yoL elaiv %vq>Xol %vq)X(bv. Hierher gehört auch 
1. C. 13, 2: xal iäv . . eldd} . . näoav xijv yvwaiv und 1. C. 8, 1: 
^ yv&aig qwoiol. 

Ahnlich ergeht es ihm bei der Bekämpfung der Juden- 
christen im Galaterbriefe. Ygl. 

A 16, 15 = Lc. 11, 46. Mt. 23,4: 

deafuvere tpogxla dveßdataxra xod 
(poQziCne knl tovg &fiovg tcöv dr- 
^QconaiVf avxol de ivl twv daxrvJixor 
vfi&y ov ngoofffotvexs avtole 

A 16, 16 = Mt 23, 13. Lc. 11,52. 



xXtlexB xf/y ßaaiXelav t&v ovgar&y 
ifi:tgoa&ey j&v av^gatncuv 



Qal. 6, 13: 

o^Ss yog ol TieQuefiröfurot cc^ol r6fior 
qwXdoaavaiv, dXXa ^iXovaiy v/iäc 
xeQixdfiveo^cu 



Gal. 4, 17: 

CrfloOatv vfiäe ov HoX&g, dXXa ix^ 
xXgXaai v/däs ^iXovoiv. 



Auch der Ausdruck: roix^ xexoviajLiive, welchen Paulus 
nach Act. 23, 3 gegen den Hohenpriester gebrauchte, erinnert 
an die antipharisäische Rede. Ygl. ^ 16, 11 = Lc. 11, 44. 
Mt. 23,27: Sfxoiol laxe x6(poig xexovia/iivoig, und zwar nicht 
nach Lc, welcher in diesem Punkt den Urtext verwischt hat, 
sondern nach Mt., bei welchem der originale Ausdruck erhalten 
ist — ein neuer Beweis für die Unbekümmertheit des dritten 
Evangeliums in Bezug auf paulinische Anklänge und zugleich 
für die Echtheit der Quelle, die Act. 23, 3 fließt, insbesondere 
f&r die Quellenmäßigkeit der in den Actis berichteten pauli- 
nischen Reden. 

60. ävaxeq)akaiovv, jiXtjQovv, ävajiXrjQovv. 

Ihren Gipfelpunkt erreicht die antipharisäische Rede A\% 
18-25 = Mt 23, 29-36. Lc. 11, 47-51. Im HinbUck auf die 
Yergangenheit des Judentums, welches für die Gegenwart im 
pharisäischen Schriftgelehrten tum verkörpert sei, im Rückblick 
auf die von dem Judentum begangenen Prophetenmorde sagt 
es hier Jesus den Juden, den Schriftgelehrten und Pharisäern,, 
gerade heraus, daß sie, die Erben einer solchen propheten- 
feindlichen, im tiefsten Ghrmde gottfeindlichen Yergangenheit, 
die Sünden der Yäter zur YoUendung bringen werden, und 
zwar durch den Messiasmord, dem die blutige Yerfolgung der 
von der ofxpUi ^tov (= dem Messias, vgl. Exe. 25) ausgehenden 



240 Resch, Paalmismns. IL Einxelnntenochnogeii. 

Sendboten durch dasselbe Judentom nachfolgen werde. Der 
eigentliche Gipfelpunkt dieses Schlußabschnittes liegt in Mt. 
23, 32 = jI 16,21: xol vpiEk nhioAoaxt rdc ifMaqiiaq v&r 
jtatiQCür ifw/r, welche wichtigen Worte nicht Lc., sondern der 
nicht paulinisch gesinnte erste Eyangelist uns erhalten hat und 
die doch l.Th. 2, 16: dg t6 ävajiltjQcäaai ainwv rag äfiog- 
riag zugleich mit dem ganzen Schlußabschnitt dem Apostel vor 
Augen gestanden haben. Zu den Yarianten tiIijqovv (Mt.) und 
ärojiXfjQovv (Paulus) kommt Barn. V , 11 noch draxsipaiatovv 
als dritte gleichwertige Übersetzungsrariante. Ygl. Exe. 61. 

61. TiQogj^rai xai &ji6axoXoi, 

Seine Sendboten, die nach seinen Worten das gleiche 
Schicksal der Yerfolgung wie er selbst yon den Juden zu er- 
leiden haben würden, bezeichnet Jesus A 16, 22 = Lc. 11, 49. 
Mt. 23, 34 nach der lucanischen Relation als ngofp^ai xal änö^ 
atoloi, während Mt. zwar auch zuerst die Propheten nennt, 
dann aber den Ausdruck &ji6<noXoi durch oofpol xal ygafifjuneig 
umschreibt. Diesen Bezeichnungen habe ich in den PT. TTI, 
278—283 eine Untersuchung gewidmet, welche ich nicht in 
allen Punkten aufrecht erhalten möchte. Namentlich halte ich 
jetzt die Erwähnung der oo(poi bei Mt. für einen Ersatz der 
von ihm weggelassenen einleitenden Worte; fj oo(pia tov i^eov 
Xiyei (= ehiev, vgl. Exe. 25). Daß die lucanische Relation mit 
der Nennung der Tigoq^ijtai xal äjioazoXoi die ursprüngliche ist, 
dafür spricht nicht nur Paulus, sondern auch die Aidaxi} t(bv 
dwdexa &jioo%6Xwv, in welcher (XI, 3. 4) das Amt der Apostel 
und Propheten als zur Zeit der Abfassung dieser Schrift noch 
existierend an der Spitze aller anderen Amter steht, ganz 
ähnlich wie 1. C. 12, 28. 29. Eph. 4, 11. Yon der Wirksamkeit 
neutcstamentlicber Propheten gibt auch die Apostelgeschichte 
Kunde. Ygl. Act. 11, 27; 13, 1 ; 21, 10. Es kommt dabei femer 
in Betracht, daß Paulus an drei grundlegenden Stellen, nämlich 
l.Th. 2, 15: Tohg 7zgoq?i^tag xal ^juäg (sc. rovg äjioaröXovg) 
ixdi(oiävr(ov, femer Eph. 2, 20: ijil tcp ^ejuekUp xcbv änoox6X(ov 
xal TiQoq^rjTwv, Svxog äxgoywvialov airtov Xgiarov 'Irjoov — und 
Eph. 3, 5: (bg vvv änexaXvqy&r} roTg äyloig äjiooröXoig airov 
xal nQocprjxaig h Ttvevfxaxi — ausschließlich die (neutesta- 
mentlichcn) Propheten und Apostel als die Empfanger seiner 
Offenbamng namhaft macht. Die hierbei stattfindende Paralleli- 



nQOfpfjxm xai &Jt6<noXoi, 241 

sierung der äjiöazoXoi mit den neutestamentlichen jtgofpfjrai 
lä£t deutlich erkennen, daß hier der Begriff ändaroXoi nicht 
auf die ol dcbdexa sich beschränkt, obwohl diese in erster Linie 
den ^efiehog des neutestamentlichen Gottesreiches, der ixxXi]ola, 
bilden. In dem weiteren Sinn, in welchem Paiüus wiederholt 
(R. 16, 7; 1. C. 4, 9; 2. C. 8, 23; 11, 13; Phü. 2, 25; 1. Th. 2, 7) 
den Ausdruck änöorokog gebraucht, ist also auch in dem 
Herrenworte ^ 16, 22 = Lc. 11, 49 der Name der äjtöoroloi 
neben der Nennung der neutestamentlichen Propheten zu yer- 
fitehen. Yon den neutestamentlichen Propheten sagt Paulus 
bedeutungsvoll, vielleicht an ui 12, 21 = Lc. 10, 17 sich er- 
innernd. I.e. 14, 32: xal nvevfxaxa JiQoq)fjx(dv TtQOfprjTaig 
VTtOTdooercu. 

Wenn man die paulinischen Worte l.Th. 2, 15; 'lovdaUav 
Tcov xal töv xvQiov äTtoxreivdvTCov 'Irjoovv xal tovg ngotpi^Tag, 
xal fjfiäg ixÖKo^dvrcov mit den entsprechenden Herrenworten 
^ 16, 22. 23 = Lc. 11, 49. Mt. 23, 34: &7io(n€X(b ngdg ifiäg 
änooxdXovg xal 7iQoq>rixag . ., xal i^ avxdyy änoxzevene xal 
atavQ(oo€T€ (Mt.) . . . xal dKo^ere (Lc. ixdi(&(ovaiv) vergleicht, 
wenn man sich der in Excurs 36 geschehenen Feststellung 
erinnert, daß die ^agiaaioi der Logiaquelle bei Paulus als 
'lovdaioi erscheinen, wenn man sieht, daß Paulus den Mord 
der ^Propheten' und die Verfolgung der ,Aposter auf Grund 
der Herrenworte mit dem Messiasmord auf das engste ver- 
bindet, wenn man endlich bedenkt, daß weder in dem Pro- 
phetenmord noch in der Apostelverfolgung, sondern lediglich 
in dem Messiasmord die ävaxe<paXaicooig, der Gipfel der Sünde 
Israels, gemeint sein konnte, so kommt man zu dem zwingenden 
Resultat, daß Paulus, wenn er l.Th. 2, 16 fortfährt: elg xd 
dvojtXfjQcboai avxcav xdg äjuiagtiag, die zu Grunde liegenden 
Jesusworte Mt. 23, 32 (in diesem Falle von Cod. D abweichend 
nicht biXriQwoaxe, sondern) mit den meisten Zeugen gelesen 
hat: xal vfjieig jiXtjQcoaaxe xd fiixQov xwv naxigcov vjjl&v (oder 
mit dem Ev. Ps.-Petr. v. 17: xd dfjLaQxruiaxa ainwv). Ist es 
hier eine Matthäus -Parallele, welche dem paulinischen Texte 
zur Seite steht, so zeigt sich auf der anderen Seite ein spe- 
zielles Yerwandtschaftsverhältnis mit Lc. in dem Gebrauch von 
ixdicixeiv, wo Mt. das Simplex bietet, sowie in den weiteren 
paulinischen Worten 1. Th. 2, 16: xcoXvövxcov fjfiäg xoTg i&veoiv 
XaXrjoai Tva ocoOcboiv im Vergleich mit -^ 16, 16 = Lc. 11, 52: 
xal xovg eloeQxo/üiivovg ixcoXvoaxe, wo Mt. 23, 13 zu lesen ist: 

Ttxteti.Unt«rattohan^D. N. F. XII. 15 



242 Resch, Panlinismus. IL Einzeluniersachungen. 

i>idk Tovc elaeQxoßxivovg &q>leie Etoek&elv. Zu dem nXriQoi^v in 
Ht. 23, 32 und dem ivanXriQiooai, in 1. Th. 2, 16 finden sich 
aoßeroanoniBche Yarianten im Ev. P8.-Petr. y. 17: xekeiovv, 
Barn. V, 11: ävaxetpaXaiovv, welche Synonyma als Über- 
setzungsrarianten von }-A:p ebenso zu beurteilen sind, wie 
^ 13, 6 = Mt 22, 40 die Yarianten TtXrjgovv in Oal. 5, 14. 
R. 13, 8, ävaTzXffQovv in Gal. 6, 2, xeXelv in Jac. 2, 8, äva~ 
xe<paXaiovv in R. 13,9. YgL Exe. 52. PT. ü, 278-280. 
m, 209-217. 

DaB die ävaxeqfaXaUoüig der Sünden Israels durch den 
Messiasmord richtig gedeutet ist, davon zeugt auch die Er* 
wähnung tov alfjuxtog^AßeX xov dutalov in ^ 16^ 24 = Mt. 23, 35. 
Lc. 11, 49 und die Parallelisierung desselben mit dem alfjui 
Jesu in Ebr. 12, 24. Ygl. Exe. 62. Möglich war aber diese 
Deutung nur unter Rückbezugnahme auf das — gerade Yon 
dem angeblichen Pauliner Lc. weggelassene — Logion Mt. 23, 32 
= A 16, 21-. 

Ein echter Nachklang von dem Schluß der antipharisäi- 
sehen Rede ist der Schluß der Anklagerede, welche Stephanus 
gegen das prophetenfeindliche und messiasmörderische Judentum 
gerichtet hat. Ygl. Act. 7, 52: xiva xwv TtQOfprjrcov ovx idloy^av 
ol Ttaxigeg ifxcbv; xal äjiixxeivav xovg TtQoxaxayyelXavxag Ttegi 
xrjg iXevaecog xov dixaiov, ov vvv vfieTg ngodikai xal q^oveig 
iyiveode. Auch hier ist Jesu Tötung als die Spitze der von 
dem Judentum ausgegangenen Prophetenmorde bezeichnet. 
Und zwar ist hier Jesus als 6 dlxaiog mit dem aljua ^AßeX 
xov dixalov (Lc. om. xov dvxalov) wie ^ 16, 24 = Mt. 23, 35. 
Lc. 11, 51 in Parallele gesetzt. Stephanus war der erste, der 
die Wahrheit des Wortes: ^f airtcbv äTioxreveixe an sich selbst 
erfuhr. Jener Pharisäer- Jüngling aber, welcher dem Blut- 
zeugentode des Stephanus ovvevdoxcov beiwohnte, wird nach- 
mals, als er die Reden Jesu und darunter auch diese anti- 
pharisäische Rede kennen lernte, mit tiefem Erschrecken sein 
eigenes Bild von ehemals in dieser Zeichnung jüdischen Pro- 
phetenhasses und jüdischer Messiasfeindschaft und in dem 
Urheber dieser Zeichnung denselben wieder erkannt haben, 
der ihm bei Damaskus zurief: iy(l> elfu *Ifjaovg, 8v ov dicixeig. 
Act. 9, 5. 

Sich selbst hat Paulus niemals als 7tQO(prftf]g, sondern stet» 
nur als ändoxoXog bezeichnet. Gleichwohl schreibt er sich die 
Gabe der ngocpi^xeia (1. C. 13,2) und das TZQOfprjxeveiv (1. C. 13,9) 



jiQO^pijtcu Hcd dxSazokoi. 'AßeX. 243 

ZQ. Sein Apostolat faßt er als eine besondere iSovata in 
Oleichberechtigung mit dem Apostolate der dc&dcTta auf. Ygl. 
2. C. 10, §: tfjg i^ovalag, ^g Sdcoxev 6 xvgiog, 2. C. 13, 10: xaxä 
r^y i^ovoiav fjv 6 x^giog idcoxiv fxoi. Vgl. Exe. 22. Er be- 
zeichnet R. 15, 19 diese iSovola als divafiig otj/ietcov xal 
regdxojv und sieht in den ctjßuioig, welche seine Tätigkeit be- 
gleiten, eine Bestätigung seines Apostolates. Ygl. 2. C. 12, 12: 
rd pkv arj/ieia rov änoarökov xaxeiQydo"^ h i/uv h ndofi ino^ 
ftorfj, arj/uloig xal tigaoiv xai dvvd/uoiv. Vgl. -<^ 9, 27 = Mt. 10, l. 
Mo. 6, 7: Idldov airoig [sc. roig dcoöexa] l^ovaiav xcbv nvevjLuitco^ 
x(bv dxa&dgxcov = Lc. 9, 1: idcDxev atxoTg SvvajüLiv xal t^ov- 
olav hd Tidvxa xd daijudvia xal vöoovg ^eganeveiv. Der Apostel 
imterschied sonach sein besonderes Apostolat in Gleichstellung 
mit den dcüdexa von dem Amt der neutestamentlichen jiqo- 
(p^xai xal djiöaxoloi im weiteren (aber die Zwölfe und ihn 
selbst mit umfassenden) Sinn. Auf die den Zwölfen bei ihrer 
Mission unter Israel gegebene Instruction ^ 9, 3 1 = Lc. 9, 3. 
Mc. 6, 8. 9. Mt. 10, 9. 10 weist Paulus zurück Act. 20, 33: d^- 
yvgtov fj ;|j^vaeot; fj Ifiaxiofiov ovdevdg ijie^jULrjaa, Man 
vgL auch Act. 16, 18: naQayyiXkio ooi h dvö/Liati'Ifjaov Xgiaxov 
l^eX»elv dji avxfjg mit ^ 4, 3 = Lc. 4, 35. Mt. 1, 26. 

Als eine göttliche Ordnung bezeichnet der Apostel das 
"Wirken der Apostel und Propheten, sowie der übrigen Amts- 
träger I.e. 12,28.29: ?Oexo 6 &edg h xfj IxxXrjaiq Tiganov 
dnoaxdXovg, devxegov JiQCxpiijxag xxX., und Eph. 4, 11 bezeichnet 
er die Persönlichkeiten der verschiedenen Amtsträger, der 
dnöaxoXoi xal jigotpijxai wiederum in erster Linie, als Gaben 
des erhöhten Christus. Vgl. Eph. 4, 11: Söwxev xovg fxkv dno- 
oxdXovg, xovg dk TiQotpijxag xxX, Als den '&efiiXiog der ix- 
xXtjoia nennt er Eph. 2, 20 die Apostel und Propheten xax* 
l^ox^v. Die in den Persönlichkeiten der verschiedenen Amts- 
Ü^ger der ixxXtjoia von ihrem erhöhten Herrn geschenkten 
ddfiaxa (Eph. 4, 8) bilden die leibhaftigen Beweise von der 
Erfüllung des Herrenwortes A 16,22 = Lc. 11,49. Mt. 23,34: 
dnocxeXo) nqbg vfiäg dnooxdXovg xal Jigoq^tjxag, 

62. "AßeX. 

Durch die Erwähnung des at/iaxog "AßeX xov dixalov 
(A 16, 24 = Mt. 23, 35. Lc. 11,51) hat Jesus auf sein eigenes 
idfia hingewiesen, welches die Juden als Äinder der Propheten- 
iftörder bei der dvaxeqjaXalwaeg x^g dfiagriag aixöjy vergießen 

16* 



244 Besch, Panlinumas. II. EinzelmiteTBaehimgeii. 

würden. Der Verfasser des Ebräerbriefes bewegt sich mithm 
ganz in der Richtung von Jesu eigenen Worten, wenn er 
Ebr. 1 2y 24 eine Parallele zieht zwischen Abels Blut nnd Jesu 
Blut, welches letztere als cJ/uia §avxiafwv besser redet als 
Abels Blut. Beachtenswert ist dabei die Wahrnehmung, daß 
Lc. 11, 51 das Mt. 23, 35 zu lesende Praedicat xov dixalov 
weggelassen ist, während Ebr. 11,4 bei Erwähnung der ^ola, 
welche Abel opferte, von dieser ^ala gesagt wird: di ^g 
ifiaQzvQifl^ elvai dixaiog, so daß mithin der paulinische Ver- 
fasser des Ebräerbriefs (im Unterschied von Lc.) mit dem 
Matthäustext sich berührt. 

63. dfxoXoyeiv, ägreia^ai. 

Der Verwandtschaft zwischen der Stephanus-Rede und der 
antipharisäischen Rede Jesu (vgl. Exe. 61) entspricht die Ähn- 
lichkeit des augenblicklichen Erfolgs. Vgl. Act. 7,52 mit ^ 16, 26 
= Lc. 11, 53. 54 (ein Anklang daran vielleicht in Tit. 1, 11). 
Gegenüber der Verfolgungssucht der Pharisäer und Schrift- 
gelehrten mahnt Jesus zu Bekennermut und zu Märtjrrer- 
fireudigkeit mit Worten, die bei Paulus wiederklingen. VgL 



R. 10, 9. 10: 

ozi iäv SfioXoy^iojjg . . Spto* 
XoyeTjai elg acojijQlav 

2.T.2,12: 

el dQvijo6/4e^a, xdxeTvog 
agvi^asTai rifiäg. 



A 16, 36 = Lc. 12, 8. Mt. 10, 32: 

ytäg SoTig av 6/4oXoyf^ofj iv ifiol ifuigoadev 
x(üv dvdgafJKav, 6f4oXoyi^O(o xdyo) h avx(^ 

A 16, 37 = Lc. 12,9. Mt. 10,33: 

Soxis d' Sv &QvriatiTal fis e/uiQoo^ev t&v 
dy&Qmnfoy, dgvi^oofAai xdym avzov 

Dabei beachte man das oco^ijojj und elg acortiglav in 
R. 10, 9. 10 im Vergleich mit dem außercanonischen Text zu 
^ 16, 32 = Lc. 12,5. Mt. 10,28: (poßi^&tjre dk tdv dvvd- 
fiEvov ocboai xal &jioXioai und mit Phil. 2, 12: fietä q?6ßov 
9cal xqdfiov rrjv iavrcbv ocorrjQlav xaTegydCeo'&e sowie Ebr. 5, 7: 
TtQÖg xbv övvdjxevov ocö^eiv avröv, Jac. 4, 12: 6 dvvdfievog 
ücboai xal änoXiaai. PT. III, 300—303. Man vgl. femer noch 
die öfioXoyla elg x6 evayyihov xov Xqujxov (2. C. 9, 13), die 
xaXr} dfiokoyla ivcbniov noXXwv /uiaQxvQcov (1. T. 6, 12), die 
Mahnung: xgaxcbfuv xfjg öjüiokoylag (Ebr. 4, 14). 

64. ovvaycoyal, ovviÖQia — ßaoiXeig xal fiyefxdveg. 

Die SjLioXoyla und djiokoyla ihres Glaubens sollen die Be- 
kenner Jesu zuerst vor den jüdischen, später auch vor den 



"AßsX. SfioXüyeTv, dQveto&cu, </vraY<oyai, awidguu 245 

heidniBchen Behörden ablegen. Dies der Inhalt von den un- 
mittelbar an die Logia Yom ößwXpyeTv und ägveio^i sich 
anschließenden Herren werten in ^ 16, 38. 39. Wir besitzen 
dieselben in vierfacher Gestalt. Ygl. 

a) Die jüdischen Gerichte: 

Mc. 13, 9: nagadtocovoiv vfiäs eig avviÖQia xcu eh avvay<oyag dagi^OBa&e 
Mt. 10, 17: 7iaQad(ooovaiy vfiäs elg awidgia xal h xaig awayfoyalg avxöiy 

fuuniyaHfovaiv vfiäs 
Lc. 21, 12: j(OLQa6i66vTeg etg tos avvaycjyäg xal qnjXcu<dg 

Lc. 12,11: eio<piQ(ootv vfiäg ini rag avvaycoydg, 

b) Die heidnischen Behörden: 

Mc. 13, 9: xai im i^yefÄÖvtor xat ßaoiXicDv axa&i^oea^e 

Mt. 10,18: xal hil tjyefiövag de xal ßaaiXetg ^x^oea^e 

Lc. 21, 12: djzayofievovg im ßaotXetg xal ^yeftdvag 
Lc. 12,11: xal läg dgxcig xal rag i^ovaiag. 

Das Logion Lc. 12, 11 stammt direct aus der Quelle und 
steht hier an der ursprünglichen Stelle. Der Text Yon Mc. 1 3, 9 
stammt zwar ebenfalls aus der Logiaquelle, ist aber durch Mc. 
umgeschaltet und der letzten eschatologischen Rede eingewebt 
worden. Vgl. Weiß, Mc. 41 5 ff. Eben in dieser eschatologischen 
Rede hat der dritte Evangelist das (schon Lc. 12, 11 direct 
aus der Quelle geschöpfte) Logion aus Mc. 1 3, 9 mit einigen 
redactionellen Änderungen Lc. 21, 12 noch einmal wieder- 
gegeben. So ist diese lucanische Doublette entstanden. Der 
erste Eyangelist bringt das Logion nicht in der eschatologischen 
Rede, nicht in der secundären Stellung, die ihm Mc. gegeben 
hat, sondern in demselben unmittelbaren Zusammenhang wie 
Lc. 12, 11, mithin ebenfalls direct aus der Quelle. Da wo Lc. 
das Logion aus Mt. herübergenommen hat, befolgt er auch im 
weBentUchen den Sprachgebrauch derjenigen griechischen Ver- 
sion, in welchem sonst Mt. und Mc. zusammentreffen; da wo* 
Lc. direct aus seiner Yersion der Logiaquelle das Legion: 
geschöpft hat, befolgt er denjenigen Übersetzungstypus, welch^o: 
wir vielfach in den paulinischen Briefen repraesentiert finden. 
Die charakteristische Yerschiedenheit beider Typen prägt sich 
hier besonders in dem Gebrauch von ^ye/növeg und ßaadeig 
aus gegenüber der anderen von Paulus und Lc. befolgten 
Version ägxo^l xal i^ovolai. Tgl. Tit. 3, 1: ägxoLiQ i^ovolais 
vjiordooeo'&ai, R. 13, 1 : Jtäoa tpvxi] l^ovolaig vjieQexovoaig vtw^ 
xaooio'^co. 



246 Resch, PaulinismuB. IL Einzeluntersachungen. 

Hierzu kommen als paulinische Anklänge in Betracht: Act. 
22, t9: iycD ijiurjv (pvXaxlCcov xai degcov xaxd rdc cwaycDyäc 
ravc Tuaxevovrag ijil ai, Eph. 6, 19: fva yuoi doö^ l6yog h ävoi^u 
xov Gx6iJLax6g jülov, Col. 4, 6: eldivai ncbg dd vjmg M hcäatq^ 
äjtoHQlveo^ai, Phil. 1, 16: elg &noXoyiav xov evayyeXlov xdßiai. 
Trifft die zuletzt genannte Stelle mit Lc. 12, 11: jiok fj xi 
änoXoytjOYio'&e fj xl etjirixe — in besonderer Weise zusammen, 
so hat der Ausdruck: Act. 22, 19: digcov xaxd xäg ovvayto^ 
ydg ausschließlich in Mc. 13, 9: eis avvayioyäg daQijaea'9e 
— seine Parallele. 

Zahn macht in seinem Matthäus - Gommentar (S. 401, 
Anm. 33) auf den Umstand aufmerksam, daß die 2. C. 11, 24 
erwähnte fünfmalige Stäupung des Apostels stets in der Syna- 
goge vorgegangen sein müsse, da nach Makkoth III, 12 die 
betreffende Exekution dem Synagogendiener oblag. Paulus hat 
mithin das, was er einst an anderen getan: degcov xaxd xäg 
ovvaycoydg xovg nioxevovxag — nach dem Wort des Herrn: 
itg ovvayioyäg öaQrjoeo^e fünfmal an sich selbst erfahren. 

Die in unserem Logion gegebene doppelte Perspective, 
zuerst einer Verantwortung der Bekenner Jesu vor den jüdischen 
Behörden und sodann eines Bekenntnisses seines Evangeliums 
vor den heidnischen Obrigkeiten, bezeugt es deutlich, daß Jesus 
den Übergang seines Evangeliums von den Juden zu den 
Heiden im voraus bestimmt hat und ist somit einer von den 
zahlreichen Belegen dafür, daß der endgültige Befehl der 
Heidenmission {A 35, 48 = Mt. 28, 19) keineswegs unvorbereitet 
gegeben worden ist. 

65. vnofxovri. 

Nach ^ 16, 44 = Lc. 21, 19, einem Worte, welches den 
ursprünglichen Schluß der Perikope A 16, 38—44 — Lc. 12, 
11-17 (= Lc. 21, 12-19 = Mc. 13,9-13) = Mt. 10,17-22 
bildet, hat der Herr seinen Jüogem zugerufen: h xfj ino^ 
fAOvfj vjbLÖJv xxfjoao'&e xäg v'v;f^s' vjuwv. Vgl. dazu Lc. 22, 28 
= .^32, 22: diajuLejULevfjxoxeg fASx ifxov h xolg jieiQao/ioig /m>v> 
Die Lesart Mt. 19, 28 äxoXovdrjoavxeg für diafiB^ievYix&ieg hat 
die Bezugnahme auf die vtio/hovi^ verwischt. Ygl. dagegen 
2. Th. 3, 5 : 6 dk xvgiog xaxev^vvai ifx(üv xdg xagdiag dg t^v 
äydj^fjv xov '&eov xai elg xrjv vnojuovrjv xov Xqigxov, sowie die 
außercanonische Lesart der Pistis Sophia zu Lc. 22,28: vne- 
fAtlvaxe mecum neiQaofiovg — PT. lÜ, 584—587. 669. 



avraycDyai, owddgia, vnoiiovri, xXijQoyopUa. 347 



66. xkfiQovofiia, 

Wenn irgend etwas geeignet ist, die Jenseitigkeit der von 
Jesu verheißenen zukünftigen Heilsgüter zu zeigen und den 
Verzicht auf eine Umgestaltung der irdischen Gütet ans Licht 
zu stellen, so ist es der Abschnitt A\l^ 1—25 = Lc. 12, 13—34. 
Mt. 6, 19. 20. 25— 33, welcher Abschnitt im Gegensatz zu der 
irdischen xXrjQövojbUa von der unvergänglichen xXrjQovofda und 
von den himmlischen Schätzen handelt. Eine Entscheidung 
über das irdische Erbe weist Jesus ab (^ 17, 1—4 = Lc. 12, 
13—15); die Ungewißheit des irdischen Besitzes {nkovtov diiy- 
Xdtrjg vgl. l.T. 6, 17) stellt er durch ein Gleichnis den Hörern 
vor die Augen (^17,5—9 = Lc. 12,16-20); für die Herzen 
der Seinen fordert er Freiheit von den Erdensorgen (^ 17, 
10-19 = Lc. 12, 22-30 = Mt. 6, 25-32 vgl. 1. C. 7, 32: ^üco 
dk ifxag äfXEQlfivovg ehai, Phil. 4, 6: firjdh fiegifiyäze) ^ das 
Trachten nach den himmlischen Gütern (vgl. All^lV: fj^Taxe 
rd inovgdvia) und insbesondere nach dem höchsten Qtit (A 
17, 20 = Mt. 6, 33. Lc. 12, 31 : C^rehe tzqcotov t^v ßaaiXelav xoff 
^eov xal xTjv dixaioavvtjv avrov), das Sammeln der himmlischen 
Schätze (A 17, 22-24 = Lc. 12, 33. 34. Mt. 6, 19-21 vgl. 1. T. 
6,19: Ajio^oavQi^ovrag iavrotg ^ejuiXiov xaXdv elg t6 jLtiXXov, 
Ebr. 10,34: xQeiaaova vTiagSiv xal fjLhovoav) und endlich die 
Hoffnung auf das himmlische Erbe (^17,25 = Lc. 12, 32: 
eidöxtjaev 6 narrjQ ifjiojv dovvai ifuv xXrjQovofiiav = here- 
ditatem nach Cassian vgl. Act. 20,32: dovvai rijv xXrjQovo- 
filav, Ebr. 9, 15: xijg alcoviov xlriQovofilag, dazu Exe. 33) — 
das Alles bezeugt es: Güter, die du hier erwirbst, sind nicht 
das Glück der Seelen. 

Daß der Paulinismus auch hierin den Grundgedanken Jesu 
folgt, zeigen die vorstehend beigefügten paulinischen Parallelen. 
Auch die in Jesu selbst verborgenen '^oavqoi (vgl. Col. 2, 3 
— -^8, 22 = Mt. 13,44) sind jenseitiger, göttlicher, himm- 
lischer Art. Auch die Seinen tragen den himmlischen Schatz 
hienieden in irdenen Gefäßen. Vgl. 2. C. 4, 7 : ix^juev t6v ^^ 
aavQÖv rovTov h öarQaxivoig axeveoiv. Diese verborgenen 
himmlischen Schätze harren nach Col. 3, 3 einer ewigen Offen- 
barung, bei welcher die Gläubigen in Christo und mit Christo 
das verheißene ewige Erbe ausgeantwortet erhalten. Vgl. 
hierzu die Excurse 98. 179. 



248 Beach, Paulinismas. II. EinzelantenachangexL 



67. äq>Q(ov, äv6f]tog, äavveTog. 

Wenn Paulus in dem äq>Q(ov 1. C. 15, 36 und dem 
äq>Qoveg Eph. 5, 17 mit dem &q)Q(ov in -^ 17, 9 = Lc. 12,20, 
ferner in dem co ävdrjroi Faläxai, Gal. 3, 1 mit dem & Avd^ 
Yjxoi in ^35,25 = Lc. 24,25 zusammentrifft, so haben ver- 
Bchiedene Kritiker hierin Symptome einer von Lc. verfolgten 
paulinischen Tendenz finden wollen. Aber Paulus berührt 
sich Gal. 3, 3: omcog ivdr^Toi iate auch mit ^ 10, 19 = Mc. 
7, 18. Mt. 17, 16, wo Lc. als Referent nicht in Betracht kommt 
Die Verwandtschaft wird sich daraus erklären, daß jene strafenden 
Anreden aus Jesu Mund dem Apostel in den Sinn kamen, wenn 
er seinen Lesern oder Hörern gegenüber in gleicher Lage sich 
befand, wie Jesus gegenüber dem Mißverstand seiner Jünger. 

68. dixaioovvfj. 

Der angeblich paulinisiercnde Lc. erwähnt in den von ihm 
überlieferten Herrenreden den paulinischen Grundbegriff der 
dixatoovvf], welcher in den paiüinischen Briefen 60 mal sich 
findet, niemals. Nur in seinem Eindheitsevangelium hat er — 
aus Hoinor vorcanonischen Quelle — Lc. 1,75 den Ausdruck: 
Iv öoiÖTtju xal dixaioovvu herübergenommen, einen alttesta- 
m entliehen Ausdruck, der in dieser Verbindung deutlich zeigt, 
wie weit er von der paulinischen dixaioovvt) entfernt war. Daß 
vollends in der Porikope ^17, 10—20 = Lc. 12, 22-31, welche 
er im wesentlichen Gleichlaut mit Mt. 6, 25—33 darbietet, von 
dorn kürzenden, und gerade am Schluß der Perikopen gern 
kürzenden Lc. (vgl. PT. III, 838 f.) die für Paulus so wichtigen 
Worte: xal Ti)v dixaioovvrjv avrov — ausgelassen worden 
sind, zeigt wiederum die ganze Sorglosigkeit des Lc. in Bezug 
auf paulinisches Briefmaterial und die darin enthaltenen pauli- 
nischen Grundlehron. Gerade der in Mt. 6, 33 vollständig er- 
haltene, von Lc. aber gekürzte Quellentext ist grundlegend 
für die paulinische dixaioovvt]. 

Dies ergibt sich: 

1. aus der Vorbindung der dixaioavvrj mit Cv^dv — R. 10, 3: 
äyyoovvres yaQ ri^v rov ^eov dtxatoovvtjv xalTtjvldlar 
dixaioovvf)y Cf)'fovvTeg arijoat, auch Gal, 2, 17: 
CtJTOvyjci dtxaiQ)&ijyai, 



ätpQaiv, dvöfjtos* dixaioavvtj. jtiarog olxov6fM>g, 249 

2. aus der Yerbindung der dixaiooivfj mit ij ßaadela tov 
^eov — R. 14, 17: ^ ßaoiXela tov ^eov . . dixaio^ 
avvtj, 

3. aus der Verbindung der ßaailela rov ^eov und der 
dixaioövvtj mit dem Gegensatz: oi ßgcbaig xai jtdaig 
in R. 14, 17; vgl. Lc. 12, 22 = Mi 6, 25: fiij fxsQifjLvaxe 
xl (pdyrjre — Lc. 12,29 = Mt. 6, 31; juij Ci/t«t€ (Mt. 
/iSQi/^vfjoTjTe) Xiyovteg' ri q)dya>fXBV fj xl Jilcofjiev. 

Es ist klar, daß in der Quelle, welche Paulus benutzte, 
ßaoilela xov ^eov, nicht xojv ovQavcbv, zu lesen war und daß 
hinter dtxaioavvrj das in zahlreichen patristischen Citaten weg- 
gelassene avxov nicht fehlte. Zur Sache vgl. R. 1, 16. 17: 
xö evayyiXiov . . . dixaioovvrj yäg ^eod iv avx0 äjioxaXvjt' 
xexai, 1. C. 1, 30: Sg lyevi/ji9fj . . dixaioavvi], R. 3, 26: ngög xijv 
ivdei^iv xfjg dixaioovvrjg avxov. 

In dem dritten Evangelium ist nicht bloß durch Weg- 
lassung von x^v dixaiavvriv avxov am Schluß von Lc. 12,31, 
sondern auch durch die unzutreffende Übersetzung von n^^^ 
= IXerjjLioavvr] in Lc. 11, 41 (vgl. Exe. 58) der für den Pauli- 
nismus so entscheidende Begriff der dixaioavvrj voll- 
ständig unterdrückt worden, also gerade an einem Punkte, 
wo eine paulinische Tendenz ganz anders zur Geltung zu bringen 
gewesen wäre, als durch untergeordnete Anklänge in der 
Phraseologie, die bei näherer Besichtigung so oft in harm- 
lose synonyme Übersetzungsvarianten sich auflösen. 

69. Jiiaxdg olxov6(xog. 

Zu dem Capitel ^ 18, 1—20 mit der Überschrift: Was 
Jesus an seinen Dienern sucht — ist der fast vollständige Wort- 
laut in Lc. 12, 35—48 enthalten, imd zwar der Anfang ^ 18, 1—4 
= Lc. 12, 35-37, sowie der Schluß A 18, 18-20 = Lc. 12, 47.48 
durch den dritten Evangelisten allein, das Mittelstück ^18, 6—17 
= Lc. 12, 38—46. Mt. 24, 42-51 durch Lc. und Mt. zugleich, 
auch ziemlich gleichlautend im Text, aber bei Llt. in die 
große eschatologische Rede (Mt. 24) umgeschaltet. Der Bahn- 
brecher für diese Umschaltung war auch hier Mc, welcher 
zuerst ein Sprengstück, nämlich Mc. 13, 35—37 = A 18, 6. 10, 
aus dem ursprünglichen Zusammenhang entfernte und in seine 
Construction der escbatologischen Rede (Mc. 13) verpflanzte, 
den ursprünglichen Schluß dieser Rede, Lc. 21, 34 — 36 = 



250 Besch, Paalinismns. IL Eincelimterrachuiigeii. 

^31, 33—35, von welchem noch die Worte: ßlixne, dgyvMyeae 
in Mc. 13, 33 als Best übrig geblieben sind, dadarch verdiängend. 
Die paulinischen Parallelen zn dem Mittelstück ragen 
daher sowohl in das Lucas-, als in das Matthaaseyangelium, 
bezw. auch in das Marcusevangelium hinein. Zu dem nur von 
Mc. bezeugten, sicherlich originalen Ausdruck: äXexxoQoqHovioQ 
(man vgl ^ 33, 1 1 = Mt. 26, 34. Mc. 14, 30. Lc. 22, 34), welche 
Zeitbestimmung bei Lc. m h' xfj TQhfj <pvlaxß umgewandelt 
ist (vgl. PT. in, 336—338), mithin zu den Parallelen Lc. 12, 38 
= Mc. 13, 35 = ^ 18, 6: yQtjyoQehe ovr' ov ydg otdaxe t^ 
digav, h ^ 6 xvQtog vfjubv iQxeiai' fj iaTiigag fj jueoowxtlov ij 
dXeKioQoqxüviaq fj tiqoh — vgL EL 13, 11. 12: &Qa ijdi] vfiäg l( 
vjivov lyeQ&rjvai . . ?; vv^ ngohioxpev, ^ dk ^ßiiga ijyytxey, 
ebenso 1. Th. 5, 6: äga ovv fxri xa&evdcoßiev d>g ol Xouioi, äXia 
yQTjyoQ(bfi€v. (Anklänge auch an -^ 20, 19. 10 = Mt 25, 5. 6.) 
VgL femer 

l.Th.5,2. 4: 
^fUga xvQwv w^ xXixxtjg h rvxu 
ovtfoq igx^tat ... tva ^ ^f^QO- 
vfiäg f5^ xXijirrjg xataXdßjj. 

Paolos: 

1. C. 16, 13: fQfifOQeixs 
yooeite '■ Act, 20^31: dio ygfjyoQette. 

Bei dem Gleichnis von dem Tziatog olxovöfjiog sind die 
diflferenten Stichwörter eigentümlich verteilt, indem Mt. nur 
von einem dovkog, Lc. nur von einem olxovojuog redet. 
Vgl. ^ 18, 11 = Mt. 24, 45. Lc. 12, 42. Paulus hat jedenfalls 
beide Ausdrücke gekannt und verwertet. Einerseits bezeichnet 
er sich nach seinem apostolischen Bewußtsein als dovXog 
Xqioxov (R. 1, 1; Gal. 1, 10; Phil. 1, 1; Tit. 1, 1), andererseits 
sagt er 1. C. 9, 17: olxovofxiav nejüatevfiai. Vgl. auch 
1. Tim. 1, 4. Und 1. C. 4, 1 faßt er beide Ausdrücke zusammen: 
ovTCog fjfiäg Xoyd^iodo} äv&gcojiog d>g vTttjQixag (= diax6yovg, 
dovkovg) Xqictcov xal oixovöjuovg. Daß er dabei wirklich 
unser Logion im Sinne gehabt, zeigt v. 2: cjde Xouiov Cv^ehcu 
iv xdig olxovdfioig, tva nioxog xig t^Qe&jj. Vgl. auch 
CoL 1,7: 8g icrtiv Tiiaxbg . . didxovog xov Xgtoxov, l.T. 1, 12: 
Tiioxöv fie fjyrioaxo '^ifxevog elg diaxoviav. Man beachte dabei 
die Beziehung des oixovöfxog auf das eigene Haus l.T. 3, 4. 5: 
xov Idiov oXxov jigoXardvai, und auf Gottes Haus, die Gemeinde, 
l.T. 3, 15: Jiöjg dei iv oTxq> &€ov ävaoxQiq>sa^i. Zu dem 



Lc. 12, 39. Mt 24, 48 = ^ 18. 7: 

£l ßdet 6 olxodeaxairjg , Ttoiq. <oQq. 6 
xXesiJvjg iQxetai, iyorjyo^aev aw 

Mc. 13, 37 = il 18, 10: 
S de vfiTv leyco, näaiv )Jy(0' yQfj- 



A 18, 15 = Lc. 12, i5. Mt. 24, 49: 

ägSflTCU ia^ieiy xai nivtiv xal fxg' 
^voxsa&ai, Mt.: /ji€zä tcäv fit^V' 
6vx(ov 



xioxos olxoy6fiog. 251 

Praedicate max6g und (pQdvifAog tritt in Cod. D, Golb., bei 
Iren. u. a. noch das Praedicat iya^6g. Dasselbe seheint bei 
der Synonymität von &ya96q und xaX6g wiedorzuklingen 
1. T. 3, 13: ol yoLQ xalibg diaxovi^aavTeg, ähnlich l.Petr. 4, 10: 
duixovovvTeg wg xalol obcovdfwi. An die Schilderung des 
ungetreuen Knechts erinnern die Parallelen im 1. Thessalo- 
nicher- und im Epheserbriefe. Vgl. 

Paulus : 

1. Th. 5, 7: ol fAs-&vox6fievoiyvxx6g 

fAB^vovaiv 
Eph. 5, 18: [ATI fAB'&vaxsa'&B otv<p, 

h ^ ioxtv aotoxla. 

Die letzte Parallele tritt noch kräftiger hervor, wenn man 
den außercanonischen Text Hom. Clem. DI, 60: lo'&lcov xal 
Ttlvcov fjLeid T€ TzoQvayy xal jue^vdvroyv und dazu den ebenfalls 
anklingenden Text zu Lc. 15, 13 = ^ 22, 8: fa>v äocoroyg juietä 
Ttogvdw in Betracht zieht. Die Rücksichtnahme auf den un- 
getreuen Ejiecht (äQ^rjtai rvjzreiv rovg ovvdovXovg) tritt be- 
sonders in den Pastoralbriefen hervor. Vgl. Tit. 1, 6. 7: /iiy Iv 
TtaxriyoQlq. &ao}xiag , . . d>g ^eov olxovdfiov, fiij av^ddrj, fx^i 
ÖQylkov, juij ndgoivov, fii] nXijxTfjv, 1. T. 3, 3: yti^ ndg^ 

In der Schilderung der über den ungetreuen Knecht 
hereinbrechenden Strafe {A 18, 16 = Lc. 12, 46. Mt. 24, 50: 
fi^ei 6 xvQiog = l.C. 4, 5^: icog äv Hi^jj 6 xvgiog) gehen 
die beiden Hauptreferenten, Mt. imd Lc, in zwei synonymen 
Varianten auseinander. Vgl. A 18, 17 = Lc. 12, 46. Mt. 24, 51 : 
xal tÖ ßiigog avrov ^oei fxexd x(bv änloxoyv, Mt. fxexä x(bv 
vnoxQix&v, Beide Synonyme gehen auf 0*^8311 zurück. Vgl. 
FT. m, 345 f. Lc. trifft hier mit dem paulinischen Sprach- 
gebrauch zusammen in 2. C. 6, 15: xlg jueglg maxcp fxexA 
änlaxov; vgl. Col. 1, 12, wo Paulus (wie hier, für das syn- 
optische juigog, so dort) mit Lc. 10, 42 = ^ 13, 27 ixeglg 
gebraucht Außerdem gehört hierher 1. T. 5, 8, wonach der- 
jenige olxovdfjLog, der für seine olxeXoi nicht sorgt, die 
Treue {nlaxig) verleugnet und ärger als ein äniarog erscheint. 
Für den Anfang des Kapitels, für welchen Lc. der alleinige 
Beferent ist, vgl. 

Lc. 12, 85 = yl 18, 1: Eph. 6, 14: 

iaxtooav vfi<bv ad 6o(pvsg neQis^oH" axfjxe ovv jteQiC(oadfievotxf]y6o<pifr 
afiivai vfitbv. 



252 Resch, Paolinismus. IL Einzelantersuchiuigeii. 

Ebenso ist für den Schluß zu vergleichen 



Lc. 12, 47 = ^ 18,18»: 

ixeZvog 6 dovXog 6 yvovg to ^e- 
ilf;/ia xov xvqIov avxov x€u fiij 
noiTjöag stgog to ^iXijfia avrov 



Paalos: 

Eph. 5, 17: övvUxB xi x6 ^iXrjfAa 

xov xvqCov 
Eph. 6, 6: d}g dovkoi Xgiaxofß xot' 

ovvxeg x6 ^iXtjfia xov ^eov 

Vgl. femer R. 14, 18: 6 yäg iv rovtq) dovkevcov t^ 
Xqiotcp evdgearog rcp ^€(p, sowie R. 2, 18: yivcoaxeig tö 
^iXrjfia. Diese letztere Parallele zu dem yvovg tö ^ikrifxa 
macht es wahrscheinlich, daß Paulus auch das dagifjaeiai dÜyag 
und dagi^aezai TioXXdg im Auge gehabt hat, wenn er R. 2, 12. 
schreiben konnte : Sooi äv6fi(og ^fiaQxov, ävöjncog xal äjioXovvxcu, 
xal Saoi Iv vö/up fjfiaQjov, iiä vöfxov xQi'&ijaoviai, — Vielleicht 
ist zu dem fii] yvovg in Lc. 12, 48 = ^ 18, 19 auch 1. T. 1, 13: 
Ayvocüv btoirjaa zu vergleichen. 

70. fxdxaiQa, 

Auch das parabolische Herrenwort von der juidxctiQa 
{ul 19, ä = Mt. 10, 34) hat der Paulinismus sich angeeignet 
und Eph. 6,17 als die judxcitQO. xov JtvevjLiatog, 8 loxiv §ijfJi>a. 
^eov, ebenso Ebr. 4, 12 als fidx^^iQO, diaxofiog auf den Xoyog 
Tov ^eov gedeutet. Auch hier zeigt sich Lc. nicht als Pauliner, 
indem er Lc. 12, 51 das Bild der fid^aiga beseitigt imd durch 
diajueQiojiiög ersetzt hat. Andererseits berührt sich zwar 
nicht Paulus selbst, wohl aber der Verfasser des Ebräerbriefes 
mit Lc. in den Worten düxvovjuevog äxQi juegioßiov. Denn 
die lucanische Übersetzung von i^'^En ist Lc. 12, 51.52 dia- 
juegi^etv, wofür Mt. dixd^eiv, der Verfasser der Clemen- 
tinen ;»:(üßeC€iv bietet. Vgl. PT. III, 253-255. Die Deutung 
des Ebräerbriefs ist treifend. Denn die scheidende Kraft, die 
von Jesu ausgeht und oft auch die Glieder einer und derselben 
Familie innerlich von einander reißt, wird durch das „Wort" 
als die /idxaiga tov Tivev^axog ausgeübt. Der Geist, der Alles 
richtet, wirkt durch das Wort als durch eine /ndxaiga diatoßwg 
zunächst eine innerliche Scheidung, fiegiofibv yjvx'fjg ^calTzvev- 
juaxog, äg/Licbv xe xal juvekcbv, als xgixixög hOvfjLYjaeoyv xal h^ 
voicbv xagdiag (Ebr. 4, 12). Diese innerlich in den Herzen vor- 
gehende Scheidung pflanzt sich dann bis in die Außenwelt 
fort, öjoxe dixdoai (Lc. diafiegi^etv) viöv xaxd xov Tiargög 
xxX. So hat der Paulinismus das parabolische Jesuswort von 



nun6g olxovöfios. /MLxcuga, ixxdjtrsiv. outtuleia, Co>f7. 253 

der judxaiga auf das Treffendste und auf das Tiefste erfaßt. 
Auch in diesem Falle — wie sonst öfters — wird nur durch 
den Zusammenhalt der verschiedenen Relationen, hier der von 
Mt. und Lc, die Benutzung des Quellentextes durch den 
Paulinismus in seiner Vollständigkeit offenbar. — Verwandt ist 
mit diesem Jesuswort im Eandheitsevangelium Lc. 2, 35. 



71. ixxÖTtTeiv, 

Das Gleichnis von dem Feigenbaum (^ 19, 19—24 = Lc. 
13,6—9), in welchem Jesus das selbstgerechte, unfruchtbare 
Israel mit dem Schicksal des ixxÖTtzeor&ai bedroht (vgl. Ix- 
xoxpov avxrjv — el di fJLTjye ixxdipeig avxrjv) und zugleich 
die auf rechtschaffene Früchte der Buße geduldig wartende 
göttliche XQV^^^V^ schildert, dürfte dem Apostel R. 11,21—25 
vorgeschwebt haben, wenn er beides, die XQ^^^^^ ^^d die 
äjioTOjLila ^€ov, anzuschauen lehrt und mit dem Hinweis auf 
das gefallene Israel die Warnung verbindet: iäv biifiivfiq rjj 
XQtjcfT6rr]n, Ijiel xal av ixxonijafj. Vgl. auch iSexdntjg in 
V. 24. Das biifxivfig dürfte den Worten Lc. 13,8 = ^19,23: 
&q)eq avrtjv xal tovto t6 hog entsprechen. 



72. ändiXeia, C(oij. 

Der vollständige Text von ^ 20, 1—4 kann nur durch den 
Zusammenhalt und die gegenseitige Ergänzung von Lc. 13, 
23.24 und Mt. 7, 13. 14 ermittelt werden. Die Veranlassung 
dieser Jesusworte und ihre ursprüngliche Stellung ist nur aus 
Lc. zu ersehen; Mt. hat eine Umschaltung vorgenommen und 
deshalb — wie sonst öfter — die geschichtliche Veranlassung 
weggelassen, indem er das Logion in seine Construction der 
Bergpredigt verpflanzte, während Lc. durch seine Textkürzung 
den im Logion liegenden Gegensatz von aco^ea^ai und ändk- 
Xvo^ai, von Ca>^ und incbXeia verwischt hat. Die Lc. 13,23 
berichtete Einleitungsfrage: xvQie, el öUyoi oi aio^dfxevoi mit 
dem nur von Mt. berichteten Gegensatz äjKoXeia finden wir bei 
Paulus wieder. Vgl. 1. C. 1, 18: roTg jah äTzoHv/nivois . . 
Tofe di oco^ojuSvotg, ebenso 2. C. 2, 15: iv xdig acol^ofxivotg 
xal Iv ToTg inoXkv fjiivoig, Phil. 1, 28: avxdig ivdei^ig inoy^ 
Xelag, v/ucbv de oü)Tf]Qlag, 1. T. 6, 9. 11. 12: elg öXei^gov xal 



254 



Resch, Paolinismas. IL Einzelanteraachiingen. 



Mt. 7, 13 vgl. 



av dk . . buXaßov xfjg at<ovlov C^o^g, Ztt 



Mt. 7,13 = ^20, 3: 

nkateia xal evQvxfOQog rj 6d6g i} cuiaYovoa 
elg xrjy antbXsiav, xal noXkoC eloiv ol 
eloeQx<i/*tyoi St* avt^g 



Phil. 3, 18. 19: 

jtoXXoi yoQ xtQinatovotr . . 
&v x6 xilog dn(oXeia, 



Der Gegensatz von C<ori und äjicoleia mit der Yariante 
^dvarog erscheint R. 6, 21—23: rd yäg riXog inelviov ^dvarog 
. . t6 dk ziXog C^orjv al(bviov . . xä ydg öyfcbvia T^g ä/MZQxlag 
^dvaxog, x6 dk x^Q^^M^ ^^^ ^eov fce)^ alc&vtog. Derselbe 
Gegensatz, eng yerbunden mit a(üC6ju6voi und dnoiXvfAevoi, 
zeigt sich 2. C. 2, 15. 16: olg füv — xöig äjtoXXvjuivoig — ia/uiif 
ix ^ardxov elg ^dvaxov, olg dk — xciig a(D^ofxivoig — iofiii 
i^e Cctytjg elg Zoyfjv, durch welche Stelle die Identität you 
&n(bXeui und {hivaxog (= nrro) für die paulinische Bedeweise 
festgestellt ist. 

73. äycovl^ea^ai, 

• 

Mt. 7, 13 lesen wir: elaik'9axe di.d x^g axevfjg nvXtjg, in der 
lucanischen Parallele aber Lc. 13, 24: äycoviCea^e eloeX'&eiv did 
x^g oxev^g ^gag, Tendenzkritiker haben in diesem äyoDvCCeo^i 
ein imtrügliches Symptom des paulinischen Einflusses finden 
wollen. Für die ürsprünglichkeit dieses äycovlCea^ai sprechen 
aber die Varianten ßidCeo^ai bei Macarius und anovddCeiv 
bei Anastasius Sin., sowie der umstand, daß diese letzte 
Yariante bis in den Ebräerbrief zurückreicht Vgl. 



Lc. 13, 23 nach Anast. Sin.: 
OJtovddoate elask^sTv diä arev^g nvXrjg 

Lc. 13, 24: 
(ijTi^aovaiv slasX^eTv xal ovx laxvaovoty 

Mt. 7, 13: 
^ Sdog 17 djtdyovoa elg xrjv dntoXeiar 



Ehr. 4, 11: 
a3Kovddao)fiey sloel^sTv 

Ebr. 3, 19: 
ovx ijdvvi^^Tjoav sloeX^etr 

Ebr. 10, 39: 
^fisTg Sk ovx iofjihv vnomoX^g 
eig djtmXsiav. 



Paulus selbst gebraucht wohl auch anovddCeiv, wendet aber 
in denjenigen Parallelen, welche für unser Logion in Betracht 
kommen können, Aycovi^eo^ai, auch avva^Xdv und xoTuäv lUi. 
Vgl. Phil. 1, 27: ovva^Xovvxeg, v. 30: xbv avx&v dymva 
Ixovxeg, v. 28: äTKoXeiag . . ocoxrjQiag, Vgl. Exe. 72. Vgl. 
femer 1. T. 6, 9: elg äTtciXeiav — v. 12: x^g alcovlov Cco^g 



. . äycovlCov xov xaXov iymva t^g Tdorecog, sodann 1. T. 4, 8: 
biayyeXiav 1%^^^^ fö>^g, v. 10: elg rovro ycLQ xomcbßiev xal 
äycovi^djue'&a, Sri ^htbca/LLev ijil ^ecp Ccovzi, Sg iaxtv öootijq^ 
In diesen Stellen spiegelt sich der Zusammenbang des ganzen 
Logion mit dem äycovi^ea^ai des Lc. und dem Gegensatz von 
äjiciXeia und fa>^ bei Mt. — Notiert seien nocb die weniger he- 
langreicben Stellen Col. 1,29: xomo) äycovi^ofievog, Col. 4, 12: 
äyiovil^ofitvog, 2. T. 4, 7: ijycoviainai. 

74. vvfjLq>ri, nag^ivog. 

Zweimal bezeichnet der Apostel das Verhältnis Christi zu 
der Gemeinde als das Verhältnis des Mannes zum Weibe. 
Das eine Mal wendet er das Bild auf eine Einzelgemeinde an, 
nämlich 2. C. 11, 2: fjQfjLoadixriv yäg vjnäg ivl ävögl nag^ivor 
&yvi}v TtagaoT^ocu xcp XQiax(j[>. Das andere Mal redet er von 
der IxxXfjala als der Gesamtgemeinde, welche das Thema des- 
Epheserbriefes bildet, indem er das Verhältnis Christi zu seiner 
bcxXrjoia als Vorbild der Ehe hinstellt (Eph. 5, 25—32) und 
zum Schluße dieser Auseinandersetzung hinzufügt: iycb dk Xiyo> 
dg Xqimbv xal elg ttjv ixxXrjoiav und vorher die Worte ein- 
fügt: t6 juvmiJQiov TOVTO fxiya iariv. 

Es entsteht nun die Frage: hat der Apostel auch für 
diese Vorstellung ein grundlegendes Wort des Herrn gekannt? 
Nach den canonischen Evangelientexten , wie dieselben als 
revidierte Texte vorliegen, müßte diese Frage mit Nein be- 
antwortet werden. Aber es gibt ein durch Clem. Rom. 11, 12, 2 
überliefertes angebliches Herrenwort, welches als Quelle obiger 
Vorstellung betrachtet werden könnte. Vgl. Agrapha S. 109. 
195—204. 287. Nach diesem Worte hätte der Herr gesagt,, 
das Reich Gottes werde dann kommen, Srav Sarai zä ovo ?v, 
und x6 ägoev juerd t^g i^rjXeiag. Vgl. Exe. 180. Um so mehr 
könnte dieses außercanonische Logion für das paulinische 
jÄvaiYjQiov der Ehe zwischen Christus und seiner Gemeinde in 
Betracht kommen, als es selbst ein Rätselwort ist und nicht 
ohne Grund ein juvoxiJQiov genannt werden kann. Aber es 
gibt noch einen anderen außercanonischen Textbestandteil, 
welcher hier näherliegt Er gehört zu der Perikope von den 
zehn TtaQ&evoL Die ^ 20, 5—24 vorgenommene Reconstruction 
des ganzen darauf bezüglichen Zusammenhangs ergibt sich aus. 
folgendem Schema: 



256 Reschy Paalinismns. II. Einzeluntersnchongen. 

^20, 5-14 = Mt. 25, 1-9. Lc. - 

15-16 10-11 13, 25»^ 

17-18 - ■ 25«. 26 

19 12 27» 

20-21 7,22 - 

22 23 27^ 

23-24 8,11-12 28-29. 

Bei dieser Reconstruction des ursprünglichen Zusammen- 
liangs liegt der leitende Faden, wie man sieht, bei der luca- 
nischen Relation. Die Verse Lc. 13, 25—29 sind Bruchstücke, 
.gewissermaßen stehen gebliebene Brückenpfeiler, welche die 
Wiederherstellung der Brücke in ihrer gesamten Länge er- 
möglichen. Es deckt sich zunächst Lc. 13,25 mit Mt. 25,11, 
dem Schluß des Gleichnisses von den zehn Jungfrauen. Eben- 
dahin, nämlich auf das vorausgegangene Hochzeitsmahl, weisen 
die nur von Lc. erhaltenen Worte Lc. 13, 26: iqxiyojuev hdmiAv 
<jov xal bilofiev. Mit Mt. 25, 12 deckt sich vollständig Lc. 
13,27*. Da nun femer die Übereinstimmung von Lc. 13,27^ 
mit Mt. 7, 23 durch die Verwandtachaft mit Ps. 6, 9 gewähr- 
leistet ist, so ergibt sich, daß auch Mt. 7, 22 in diesen Zu- 
-sammenhang gehört. Endlich zeigt die Übereinstimmung von 
Lc. 13, 28. 29 mit Mt. 8, 11. 12, daß auch diese letzten Worte 
Bestandteile des von Lc. angedeuteten ursprünglichen Con- 
-textes darstellen. Der Zusammenhang des Ganzen mit der 
Einleitung Lc. 13, 23. 24 (= Mt. 7, 13. 14) ist gegeben durch 
•das Herrenwort: äycoviCeo'&e eloeX^eiv diä t^s" orevrjg dvgag. 
Tgl. Mt. 25,10: ixXeia^ ^ &vQa, 

Nachdem in dieser Weise der ursprüngliche Zusammen- 
hang an der Hand des Lc. nachgewiesen und die Einordnung 
4er von Mt. umgeschalteten Partien (Mt. 25, 1—12; 7,22.23; 
8, 11. 12) in diesen originalen Context hergestellt ist, erübrigt 
es nur noch, an einzelnen wichtigen Stellen den ursprüng- 
lichen Text zu reconstruieren. Hierher gehört die von Cod. 
Cantabr., Cod. Colb. und von dem Diatessaron zu Mt. 25, 1 ver- 
iretene Lesart: l^fjX&ov etg äjidvTrjoiv rov wjüuplov xal t^s* 
vvjLKprjg, die mit dem canonischen Texte zu Mt. 25, 10: ela^l- 
^ov fiet avrov elg rov? yd/iov? gleichwertige Lesart: avveio- 
ijWov avrcp elg rdv vv/utpcova, welche Macarius, Epi- 
phanius und die Excerpta Theodoti vertreten (vgl. PT. 
n, 303), ebenso die Richtigstellung des im Zusammenhang mit 
I<p6yoju€v xal biiofxev völlig unverständlichen Textbestandteils 



vvfi<pri, na^hoq, 257 

ZU Lc. 13,26: xal h xaTg nXarelaig fifAmv idlda^ag. In den 
FT. m, 374 glaube ich nachgewiesen zu haben, daß hier 
eine unzutreffende Übersetzung des Urtextes: nrrnin iis^nvomn^ 
vorliegt. Dem Context gemäß hätte die grammatbch ebenso 
gut mögliche Übersetzung: xal xäg nXcnelag fj/Mov Sdei^ag 
gewählt werden müssen. Mit diesen Worten berufen sich die 
nagidhoi auf die Teilnahme an dem Hochzeitsmahle: lv(6m6v 
oov [sc. Tov wjbupiov] l(pdyofji€v xal bilofxev und erinnern 
den Bräutigam daran, daJB er ja selbst den Hochzeitsgästen 
den Weg durch die Straßen der Stadt zum wfiqxbv angewiesen 
habe: rdc nixrtelaQ ^ßubv Idei^ag, Der durch das verspätete 
Eonmien der verschlafenen törichten Jungfrauen erzürnte, aus 
dem ersten Schlaf erweckte wfjLq)iog = olxodeajtAitjg (vgl. 
Lc. 13,25: äq>* ov &v iyBQ&fj 6 obtodtandzrig) will die Tür 
zum wfxqxbv nicht wieder öffnen und verleugnet die Bekannt- 
schaft mit den draußen stehenden, indem er ihnen zuruft: ovx 
oJda vjUMg TiMev laxi (v. 27"). Dieser ursprüngliche Schluß 
des Gleichnisses ist somit durchaus realistisch durchgeführt. 
Die Anwendung davon ist in Mt. 7, 22. 23 = Lc. 13, 27^ ent- 
halten. Dem Hinweis auf die gemeinsame Teilnahme am 
Hochzeitsmahle und auf die erfahrene Wegweisung zum w/u- 
fpciv entspricht in der Deutung des Gleichnisses die Wieder- 
kunft des himmlischen wjuqjiog und die vergebliche Berufung 
der Herr- Herr -Sager auf die vollbrachten Taten im Reiche 
Gottes: oi x^ acp Övd/Aoxi biQCHptjzevoaßuy ; oi T(p o<b övö/luxti 
daifAÖvia k^eßdXofuv ; ov reo aco dvö/uau dvvd/ieig TzoXXdg bion^- 
aajbiev; — alle diese Taten helfen nichts in der Stunde der 
letzten Entscheidung. Nur die yvcoo^hnceg vtvö tov xvqIov 
werden in das ewige Leben eingehen, bevor die Tür für inmier 
geschlossen wird. 

Wie Paulus diese Pointe des Gleichnisses erfaßt und sich 
angeeignet hat, zeigt sich im ersten Gorintherbriefe, namentlich 
von I.e. 12 an, wo der Apostel die xaQlafxaxa und diaxovlai 
und heQy/iiJLaxa im Reiche Gottes bespricht. Vgl. 

dvv&fJLEis noXXa/c istoiijoafjiev* 1. C. 12, 28: inetra dvrdfieie 

daifiöria i^sßdkofiBv* imixa xoQloiiaxa lafidrour 

t4> o^ Mfiait ingotpijxevaafAev* 1. C. 13, 2: iär ix^ ngo<ptjtt{av 

8: etts de ngotpijxsTai, xar- 

9: ix fUgove xQo<prjxevofjiev 

*) Auch Zahn, Matthäus S. 317. 818 hebt die Berührungen dieser 
Worte mit 1. C. 12. 13 hervor. 

Ttit«ii.rntertiichuDg«n. K. F. Zn. 17 



258 



Resch, Paulinismus. IL Einzeluntersnchongen.. 



oddijtots iyva)y vfiäg 



1. C. 12, 31: ödov vfnXv dilxvviii 
13, 12: xadoK xad ineyrdja^fjy. 



Wer den Weg zum w/Lupcov (vgl. l.C. 12,31: xa#* vtuq- 
ßokrjv 6d6v) gegangen ist, wem die Türe geöffnet wurde, wer 
das vernichtende Wort : ovdinoxe iyv(ov vjuag — nicht hat hören 
müssen, der nimmt Teil an der Liebe des Bräutigams und der 
Braut. Vgl. 1. C. 8, 3: ei di ng äyanq. rdv ^sov, oitog SyrcD- 
orai in airrov. Hierdurch ist die iydnri (1. C. 13, Iff.) mit 
dem ineyv(&<r&rjv (l.C. 13,12) innerlich verknüpft. Vgl. Eph. 
5, 32 : t6 juvan^giov tovto fxiya iarlv, iyä) dk Xiyo) elg Xqiaxfnf xal 
elg rijv IxxXrjaiav (= etg rdv wjjuplov xal jijv vvjufpfjv). Im 
zweiten Corintherbriefe ist dieses Geheimnis in Bezug auf die 
Einzelgemeinde (vgl. 2. C. 11, 2), im Epheserbriefe auf die 
Qesamtgemeinde (ixxXrjola) angewendet. Das Wesen dieses 
Geheimnisses besteht in der äyänr], welche, menschlich ange- 
sehen, in der ehelichen Liebe ihre höchste Entfaltung, geistlich 
betrachtet, in dem Liebesverhältnis zwischen Christus und 
seiner Gemeinde eine bis in die Ewigkeit reichende Offen- 
barung findet. Vgl. Eph. 5, 25: ol Svögeg, äyanäre rag yvvai- 
xact xa^(hg xal 6 Kgiardg "^yam^aev Tijv ixxXrjalav, 

Zu -/ 20, 22 = Lc. 13, 27. Mt. 7, 23 liegt in 2. T. 2, 19 eine 
Parallolo vor, welche eine besondere Verwandtschaft zwischen 
doin luounischen und dem paulinischen Texte hervortreten läßt 
und KUgloiüh mit dem Septuaginta-Text von Ps. 6, 9 sich be- 
rührt. Vgl. 






a.T 

ya^ofievoi 
Xffv dvofiiav 



Mt. 7. 23: 

> * > « r 

u;v fftov Ol 

foya^ofte- 
VOl TffV dvo' 
fiiar 



Lc. 13, 27: 

djiöotfjts 

d;r* i/ÄOV 

:idvx eg ig- 

ydxai ddt' 

xiag 



2.T. 2, 19: 
dnoöxrJT(o 
and dStxiag 
jtäg 6 ovofid' 
Ctoy t6 ^ofia 
xvqIov, 



Nach der Tendenzkritik soll Mt. im antipaulinischen Sinn, 
um das gesetzesfreic Evangelium des Apostels zu strafen, den 
Ausdruck ävojula (welcher doch durch die LXX gegeben war) 
gewählt und dagegen Lc. in paulinischer Tendenz diesen dem 
judenchristlichen Evangelium angehörigen Ausdruck mit ädtxla 
vertauscht haben! Als ob nicht Paulus selbst in dem juv- 
axiflQiov Tilg ivofdag (2. Th. 2, 7), in dem &r&Q(07iog r^g ivofuag 
(2. Th. 2, 3) und dem ävofiog (2. Th. 2, 8) einer solchen Miß- 
deutung unbewußt vorgebeugt hätte! Hat doch Lc. durch 



vuftfffi, TioQ^hog, ot iQydxai tov dfmsXdiyog. 259 

Venneidung des ovdijiore iyvcov ifiäg (Mt. 7,23) eine Anzahl 
paulinischer Anklänge (Gal. 4, 9: yvoyoSivxeg inb &eov, 2.T. 
2, 19: SyvQ} xvQiog zovg övrag abxov, 1. C. 13, 12: rdze dk ini- 
yv(6aoiLiai, xa'&ibg xal ineyvcbo'&riv, l.C. 8,3: ef rig äyanq, 
xbv ^edv, ovtog iyvcoarat^ vn avxov) unberücksichtigt ge- 
lassen, — Anklänge, auf welche auch Zahn (Matthäus S. 318, 
Anm. 240) hingewiesen hat. Zu Lc. 13,26: k(pdyofxev iv(6m6v 
cov xal InlofAEv — hat man auch auf 1. C. 11, 29: 6 io^lcDv xal 
71 1 V CO V xQifia iavTcp ia^Ui xal nlvei — als Parallele hingedeutet. 
— Neben den häufigen Anklängen an unser Gleichnis, welche 
in den beiden Corintherbriefen sich finden (l.C. 8, 3; 11,29; 
12, 28. 31 ; 13, 2. 8. 9. 12; 2. C. 11, 2) ist noch auf 1. Th. 4, 17: 
slg ändvTtjaiv rov xvgiov und 1. Th. 5, 6: äga oJ>v juij xa^ev- 
dcojuev d>g ol komoi — verglichen mit ^20,5 = Mt. 25, 1 
und ^ 20, 9 = Mt. 25, 5 aufmerksam zu machen. 

75. ol kqydxai rov äjuneXcovog, 

Wenn man den Fingerzeigen des Lc. folgt, so gelangt 
man zu der Annahme, daß die beiden Gleichnisse von den 
TiaQ&ivoi (^ 20, 5—24) und von den Sgyärai tov äfineXcovog 
(^ 20, 25—43) ursprünglich ein innerlich zusammenhängendes 
Gleichnispaar gebildet haben, zu welchem in ^20,1 — 4 = 
Lc. 13, 23. 24 die einleitende Veranlassung berichtet war. Denn 
auf die lucanischen Textbestandteile Lc. 13, 23— 29, welche 
(nach Exe. 74) zu dem ersten Gleichnis von den naQ&hoi ge- 
hörten, folgt unmittelbar Lc. 13, 30, die Gnome von den nganoi 
und den iaxaToi, eine Gnome, welche zu dem (nur von dem 
ersten Evangelisten überlieferten) Gleichnis von den Igyätai 
rov ifmeX&vog (Mt. 20, 1—15) die Schlußgnome (Mt. 20, 16) 
bildet, dagegen in Mc. 10, 31 = Mt. 19, 30 ihren ursprünglichen 
Standort sicherlich nicht besaß. Vgl. Weiß Mc. 348. Die An- 
nahme, daß das Gleichnis von den igydxai tov äjujieixavog in 
den durch Lc. 13, 30 angedeuteten Zusammenhang gehört habe, 
findet ihre Stütze in dem Cod. D, welcher zu der Gnome von 
den nganoi imd iaxcnoi Mt. 20, 16 noch die andere Gnome von 
den xitjTol und ixlexrol hinzufügt. Läßt man auf ^ 20, 1—24 
= Lc. 13,23—29 das Gleichnis von den Igyärai tov äjLuieXafvog 
nachfolgen, und zwar mit beiden Schlußgnomen, wie sie 
Cod. D darbietet, so entsteht ein Abschnitt mit der Frage an 
der Spitze -^20, 1 = Lc. 13,23: el dXiyoi elalv ol ao}l^6fievoi; 

17* 



260 



Resch, PanlinifimiiB. II. Einzelnntennchoiigen. 



und mit der Antwort am Schluß A 20, 43 = Mt. 20, 16D: hll^ 
yoi di btXaaoL 

Wenn wir nun die paulinischen Schriften nach den An- 
klängen bezüglich der Parabel von den Igyärai xov äßinei&rog 
und bezüglich der beiden Schlußgnomen durchforschen, so 
finden wir solcher nicht wenige, die meisten im Bomerbriefe, 
imd zwar besonders in dem Abschnitt R. 8,28—11,36. Der- 
selbe handelt von dem Geheinmis der ,Berufang^ und ,Aus- 
erwählung' in engster Yerbindung mit dem Vorrang Israels 
und der Berufung der Heiden. Ygl. 



^20,42.43: 
V. 42 — Mt 20,16«: oi^tqk 

v.42-Mt2ai6^: «<u^ oi 

V. 42 — Mt 20, 16«: hxnw* 
v.43i'— Mt20,16D: jfoLlo«* 



Paulas: 
R. 11, 25: xi&gaHfis dx6 fiigovg t^ *IoQarjX yiyovtr, 

R. 9, 4: tUw *IaQaijXsTxai, c^ ^ vh&eala nai i} 

R. 11, 26: xai ovrcoc xac *IoQarjX oat&i^cnai 
2. Th.2,14: indltaev vfiäc — 1. C. 1, 26: 
ßlattxt yoQ Tffv xXrjciv (jia&v — 1. C. 1, 2: 
xlfixoTc Syiotc — R. 1, 6 : vfisZs xXrjtol*IijooO 
2CQifnw> — R. 8, 28 : toSis »ora xQiSf(hot¥ xXtjtoVe — R.8, 80: 
TovTOvc xai ixdXtcep — R. 9, 12: ix toO xaXodvtos — 
R. 9,24: ovf xai ixdXtctv — R.9,25: xaXiüo) tot aö lad^ 
/lov — R. 11,29: 4 xXffoie to$ ^«a0 — Eph. 1, 18: 4 ilxtc 
jiji xXi^asfos avtov — Elph. 4, 1: d^lcK xtgutatrfaoi t^c xXi^- 
offcac fc ixXi^^rjre — Eph. 4, 4: ixXi^i^rjte h fiif iXatldt xfjg 
xXi^atioe — 2. T. 1, 9: xaXiaarxoe xXi^oti äylq. 



v.4Hb.»Mt20>16D: 6X1- 

y^ dk ixXiXJoi 



l.Th. 1,4: nyr ixXoytjv vfi&r — 2.Th. 2, 13: 
ttXaxo {ffi&e 6 ^tog dx' ^qx^S sk oaynjglar 
— 1. C. 1,27: rd fnogä rot; xöofiov iStXi^ 
lato — lä Aa^tr^ tm> xoofwv iStXiSctto — 1. C. 1,28: tä 
iiw^9vtffUva ToO xoofMv iStXiSato — R. 8, 28: tots xatä 
n(f0^tai¥ xXtiTois — R. 8, 33: tig iyxaXioet xatä ixXextoir 
i9foC; — R.9, 11: 2Vti 4 xai* ixXoytfr ngö^eaig To€f ^eoS 
^tivff — R. 11, 5: XeTfifia »or* ixXoyvi¥ x^^^^q yiyarey — 
R. 11, 28: xazä de r^ ixXoyijp ayajttijoi. 

Man ygl. femer folgende Anklänge zu den übrigen Teilen 
dos Gleichnisses: 



A 20: 

V.28 — Mt20,4: xai S iäv jj di- 
xatov dfoüco ifiiv 

V.Bd — Mt20,8: xdXBOw toitg ig- 
ydtas xai djtödog avxotg xov 

?.87* -» Mt20, 12: Toovg avxovg 



Paulas: 
Col. 4, 1: ol xvQiot, x6 dixaiov . . . 

xöig dcvXoig xagix'^^ 
R. 4, 4: t4> ^e iQya(o/*ivqf 6 

fiio^og ov Xayt(€xai xaxä x^'^p 

dXXä xaxä 6<peiXtjfAa 
Col. 4, 1: xai xijv lodxrjxa xoTg doi$- 

Xoig xaQix€0^e 



o/ i^drcu Tov dfuteX&vog. tehiovy. 



261 



V. 87b -3 Mt20, 12: rok ßaax&aaav 
t6 ßoLQog 

V. 88» = Mt. 20, 13 Syr. Cur.: ^ij 

fAOt x6novQ n&QBX9 
V. 38b. 89 = Mt. 20, 18. 14: oifx^ dfjva- 

qIov atfvefpdnniode fioi; ä^or ro ö6v 
V. 40 = Mt. 20, 15. Ephr. Syr.: ^ ovx 

iz^ ^Sovoiar h tfj olxüjt fiov 

noitjoai S ^ikio; 



Gal.6,2:(lUi}AQ>yrd^a^^^a0r<iC«T« 
— R. 15, 1 : 6<psiXofA9v . . rä da&B- 
yi^fiaza rtar ddwdtioy ßaardCitv 

GaL 6,17: xönove f*o^ futjötls 

nagexi'fto 
I.e. 8,8: Sxaoxoq Ss x^ X6iw pii- 

a^ov XrifAtpsTai xata tw Idior xöstov 
R. 9,21: 4 ovx ixs^ i^ovaiav 6 

xsQafievs . . noi^aai xtX. 



Bezüglich lo&njg, xX^aig, bckoyri als abstracter Derivata 
von den Concretis Xaog, Kkt^rög, helexxdg vgl. Teil IH, § 9; 
bezüglich der Lesart des Syr. Cur. zu Mt. 20, 1 3 vgl. PT. 11, 
253, des Ephraem Syr. zu Mt. 20, 15 vgl. PT. ü, 254. 



76. teXeiovv, 

Der Weheruf Lc. 13, 34. 35, den der erste Evangelist nach 
Jerusalem selbst verlegt hat (Mt. 23, 37—39), setzt auch nach 
Lc. die Nähe von Jerusalem und mithin eine Örtlichkeit vor- 
aus, an der das ^ 21,4.5 = Lc. 13,32.33 angedeutete drei- 
tägige Wandern zum vorläufigen Ziel gekommen sein muß. 
Nach meiner bereits früher (in den Jahrb. f. deutsche Theol. 
1876. IV, 654-696, sowie PT. HI, 387 «.) entwickelten An- 
schauung war dieses Ziel Bethanien auf dem Ölberg. Vgl. 
^30,10 = Lc. 19, 41. Nach Jerusalem als letztem Ziele 
geht laut des lucanischen Reiseberichtes die Wanderung Jesu 
schon von ^11, 35 f. = Lc. 9,51 an. Zu dem darauf bezüg- 
lichen: avrdg rd tiqööcojiov airov icnrjQi^ev rov noQSveo^ai 
elg 'ItQovoaXriix (^11,36 = Lc. 9, 51) besitzen wir eine 
paulinische Parallele, nach welcher der Apostel von Corinth 
aus, als er an die Römer schrieb, sein Angesicht stracks gen 
Jerusalem gewendet hatte. Vgl. R. 15,25: wvl di nogevo- 
fjiai elg 'legovaaXi^fA. Und auf dieser Reise begriffen, sagte 
er es in Caesarea, der letzten Reisestation, seinen weinenden 
Freunden: xal äno^aveiv etg 'legovaaXijiLi holfwyg ixo> — , 
mit ähnlichen Worten, wie Jesus es seinen Jüngern am Be- 
ginn jener dreitägigen Wanderung gesagt hatte: ovx hdixttai 
TiQOipiJTrjv äjioXia^ai l^co 'IsQovaaXrjfjL, Vgl. ^21,6 = Lc. 
13, 33 mit Act. 21, 13. Man beachte, wie auch hier die Worte 
des Apostels in den Briefen mit seinen Reden in der Apostel- 
geschichte harmonieren und wie der Apostel Schritt für Schritt 



242 Rcsch. PmlhiifiimM>. IL EimeliDteBnicta^geiL 

m die Fnfistapfen seines Meisten tritt, das Woit Ton der 
Krenzesnaclifolge (^21, 39. 40j erfüllend. Was PauhiB Act 
13,25 Ton dem Täufer sagte: ijiitjgov 'Icaarrtig tot dgo/MCv, 
das wiederholt er Act 20. 24 bei dem Abschied in Milet mit 
Bezug auf sich selbst: coc reletwoai tot ögoßun^ ßwv, daa 
bezeugt er noch einmal 2. T. 4, 7: ror dgdßior rerilextJL Ygl. 
dazu Jesu Wort ^ 2K 4 = Lc. 13, 32: xai t^ '^qItq xeleiovßiat, 
oder (wie ich meinerseits den Text gegeben habe): reieuSaco 
(= r^r» oder ^rx anstatt r^sac, ^rx Tokafisiert), femer das 
xtieiwaai Ebr. 2, 10 und das TtjUtojai Job« 19, 30. 

77. deinror fiiya. 

Neben den antipharisaischen Reden Jesu finden nch in 
den synoptischen Berichten auch antisadducäische Reden^ 
Ton denen die eine (^21, 10—22 = Mt 22, 1-S. Lc. 14, 16-24) 
durch den ersten und den dritten Eyangelisten, die andere 
{A 23, 20—29 = Lc. 20, 27-3S. Mt 22, 23-32. Mc. 12, 18-27) 
durch alle drei Synoptiker, die dritte ^ 23, 30—42 = Lc 16, 
19—31) durch Lc. allein überliefert ist Die in Gleichnisform 
eingekleidete erstgenannte antisadducäische Rede liegt in zwei 
stark Yon einander abweichenden Relationen Yor. Die Ein- 
wohner einer bei Lc. nicht näher bezeichneten Stadt sind es, 
denen eine Einladung, nach Lc. zu einem deuivov fieya, nach 
Mt. zu einem Hochzeitsmahl {ydfioi)^ zugeht — eine Differenz, 
welche vielleicht durch das gemeinsame Orundwort npirc (ygl. 
PT. in, 401; Agrapha S. 72. 262 Anm.) ausgeglichen werden 
kann. Aber bei Mt. wird die Einladung von vielen Knechten, 
bei Lc. nur durch einen Knecht überbracht; bei Lc. ist der 
Einladende ein ävdgcDTiog ug, bei Mt ein ßaodevg. Außerdem 
ist bei letzterem 'hgovaalrui als die nolig zwar nicht aus- 
drücklich genannt, jedoch durch einzelne Umstände in Mt 22, 7 
als die prophetenmörderische Hauptstadt auf das deutlichste 
bezeichnet. Diese Züge, wie auch die Episode Yon dem irdv/iia 
ydjuov (Mt. 22, 11. 12) sind dem Zusammenhang dieses Gleich- 
nisses fremd, vielleicht aber Bestandteile eines zweiten Gleich- 
nisses, welches, nahe verwandt, von mir mit Hilfe eines außer- 
canonischen Textbestandteils aus Hom. Clem. YHI, 22 und aus 
Mt 22, 1. 2. 11. 12 = ^ 28, 63—66 versuchsweise reconstruiert 
worden ist. 

Paulinische Parallelen finden sich zu diesem zweiten Gleich- 
nisse nicht, wohl aber zu der Parabel -^21, 10—22 = Lc. 14, 



deatvov (Aeya, ol yecDQyot xov dftTEeXwvog. 263 

16—24 (Mt. 22, 1. 3—5. 7—10). So erinnert die praegnante 
Gestalt des dovXog (Lc. 14, 17) an den, von welchem Paulus 
Phil. 2, 7 bezeugt: ßjLOQfprjv dovXov Xaßcbv, eine Parallele, 
welche bei der Mehrzahl der öovloi nach Mt. nicht hervortreten 
kann. Zu l^evyri ßocov fjyÖQaaa vgl. 1. C. 7, 30: ol äyogä^ovreg 
<bg fiYi xarixovxeg, zu yvvaXxa SXaßov, l.C. 7,29: ol ?;|rovi:€C 
yvvaixag d>g jurj Ix^vxeg woiv, zu dem Macarius-Text: yvvahca 
fjQfioodfAYiv (anstatt des lucanischen Ikaßov — vgl. PT. HI, 
403 f.) 2. C. 11,2: i^Q/üLoad/uriv . . nagdivov. Auch in R. 9, 11 : 
fifjdi TZQaSdvTCOV n äyai^dv 1) (pavkov . , . ix rov xaXovvxog 
hat man einen Anklang an den von Lc. nicht überlieferten 
Textbestandteil: avvijyayov ndvxag oig evgov, novtjQovg re xal 
äya'&oiig (Mt. 22, 10) finden wollen. Sicherer sind wohl die 
folgenden Anspielungen an Mt 22, 8^: ol xexXrjjLiivoi oix ^oav 
S(ioi in Act. 13, 46: ovx ä^iovg xgiveie iavxovg f^g alwvlov 
Cwfjg, 1. Th. 2, 12: elg tö TieQuiareTv ißiäg ä^lo>g tov ^eov xov 
xaXovvTog ifxäg, 2. Th. 1, 11: tva ifiäg ä^ic&afj x^g xXi^aeo)g 
6 i^eog i^jLicbv, ferner Ebr. 9, 15: ol xexXrjfiivoi r^g alwvlov 
xXfjQovojuiag, Außerhalb des paulinischen Gedankenkreises steht 
die Parallele Apoc. 19,9: juaxdgioi ol elg rd deiTzvov tov 
ydfAOv TOV ägviov xexXrj/uivoi — zugleich ein Beitrag zu dem 
Excurs 74: vv/üLcprj, nagMvog, Bei Paulus dagegen hat man 
noch an das ixdXeoev und das xaXiao) in R. 9, 24. 25 erinnert. 
Das Stichwort xaXeTv, xexXrjjuivoi gehört beiden Relationen 
an, dagegen das ovx ä^ioi, welches ich ^21, 22 leider weg- 
gelassen habe, der Matthäus-Relation allein. Yielleicht klingt 
auch 1. C. 7, 33: 6 dk yaßii/joag juegi/nv^ xä xov xoofAov an ^21, 17 
= Lc. 14, 20: yvvaixa IXaßov, xal diä xovxo ov dvvajuai iX&eiv 
an, in diesem Falle also nicht nach Mt., sondern nach Lc. 

78. ol yeogyol xov äfiJieXcbvog. 

Das von allen drei Synoptikern überlieferte Gleichnis von 
den yecogyol xov äßiJieXojvog (Mc. 12, 1—10; Lc. 20, 9— 18; Mt. 
21, 33—44), welches auch B.Weiß aus der vorcanonischen 
Evangelienquelle geschöpft sein läßt, habe ich ^21, 23—36 
wesentlich nach dem von B. Weiß (Mc. 382-389) kenntlich 
gemachten Grundtext gegeben. Auf Grund der paulinischen 
Parallelen dürften aber noch manche einzelne Züge zum Grund- 
text zu rechnen sein, welche B.Weiß davon ausgeschlossen 
hat. Die Parallele l.C. 3, 9: ^eov yecogyiov, ^eov olxoöofxrj 



264 • Resch, Paolinismas. II. Einzelonteraachnngen. 

deutet darauf hin, daß das von Mc. und Mt. vertretene, Ton 
Lc. aber weggelassene c^xoddfitjoev zu dem Quellentext 
gehört hat. Das nur von Lc. erhaltene fiij yivoixo (Lc. 20, t6), 
welches in den paulinischen Briefen zahlreiche Parallelen besitzt 
(vgl. R. 11, 1.11; 3,4.6.31; 6,2.15; 7,7.13; 9,14; OaL2,l7; 
3, 21), dürfte ebenfalls einen Bestandteil des Orundtextes reprae- 
sentieren. Li dieser Annahme wird man bestärkt durch die 
Beobachtung, daß Paulus gerade im Oalater- und B5merbrief 
von den Orundgedanken imseres Gleichnisses beeinflußt gewesen 
ist. Ygl. R. 8, 3: 6 i^edg ti^ lavxov vl6v nifjLtpag, R. 8, 32: 
xov Idlov vlov ovx itpelaaro mit Lc. 20, 13: nifjopcD t6v vl6v 
jLiov t6v äyojn^xöv, femer GaL 4, 6: i^anioreiXev 6 ^eög mit 
Mt. 21,37: vcftegov änioxeiXev, ebenso R. 11, 11: liycD oiv, fiii 
Inraioav tva niocooiv; fiij yivoito' äUä t0 aixcay Tiaga- 
Tnc&jLUzri ^ owTtjQla TÖk l&veoiv mit ^ 21, 35 = Mt 21, 44. 
Lc. 20, 18: Tiäg 6 neoibv inl rdv U&ov tovxov ovr&lao^aeTai 
und mit^ 21, 36 = Mt. 21, 43: äq^aetai itp ifJLOJv fj ßaoi- 
lela xov ^sov xal do^oerai, S&vei noiovvxt xohg xagnohg aix^g, 
hierzu (außer Act. 13, 46: Idai) €fXQtq>6fie&a etg rd l&vfj) R. 9, 25: 
xaXioü) t6v ov Xadv juov Xa6v fiov, 

Yon grundlegender Bedeutung ist das Gleichnis besonders 
für die paulinischen Aussagen Qal. 4, 3—7 = R. 8, 15—17, 
deren Gleichschritt erst durch den Gting des Gleichnisses ver- 
ständlich wird. Paulus bezeichnet die alttestamentliche Zeit, 
welcher Jesus die Sendung der dovXoi (Mosis und der Pro- 
pheten) zuweist, als die Zeit der dovXela, welche durch die 
Sendung des vl6g abgeschlossen wird, so daß nun eine neue 
Zeit, die Zeit der vlo^^eoia, angebrochen ist, in welcher die 
an den Sohn Glaubenden durch ihn, den xXrjQovdfAog des 
Gleichnisses, xixva ^eov und ovvxXrjQovö/uoi xov Xqujxov 
werden. Von der Zeit des Alten Bundes gilt es Gal. 4, 3: 
ijjLLei^a dedovXcojLiivoi, im Neuen Bunde aber heißt es Gal. 4,7: 
ovxhi el dovXog, äXXd vl6g' sl dk vl6g, xal xXi]QOv6fiog diä 
•^sov. Und eben gerade der vldg 6 äyajirjxdg ist es, der, in 
seiner tiefsten xivcooig des Yaters Liebesratschluß erfüllend, 
die Gebetsworte hinterlassen hat, welche der Geist der vlo- 
&€oia uns beten lehrt: äßßä 6 naxrjg, Gal. 4, 6. R. 8, 15 = 
^ 33, 22. Mc. 14, 36. Vgl. Exe. 122. Es scheint nämlich auch 
Phil. 2, 7 in den Worten: iavxdv l^ivcoasv fiogqnjv dovXov 
Xaß(6v eine Rückbezugnahme auf unser Gleichnis vorzuliegen, 
sofern bei Lc. nach dem canonischen Texte zweimal, nach 



oi ysm^ol Tov dfinsXmyos. (piXsTv. 265 

dem Cod. D dreimal, x€v6v in Bezug auf dovXov ausgesagt 
ist. YgL Lc. 20, 10: l^cutiaxtiXav avxdv deigavteg xevöv, Lc. 
20, tl: dtifidaavreg l^anicxeiXav xevöv, Lc.20, 12: TQavjMxtlaavreg 
^ißaXov Cod. D add. xevdv. Dieses Oeschick der Knechte wider- 
fuhr auch dem Sohne: sie schlugen ihn, sie verhöhnten ihn, 
sie Terwundeten ihn, nur daß er dieses Geschick freiwillig auf 
sich nahm, iavxbv ixivcooev, und daß es bei ihm bis zmn 
Tode ging. Vgl. ^ 21, 31 : avtdv . . änixreivav = Phil. 2, 8: 
§JiiXQi ^avdrov. — 

Zu Gal. 4,3-7. R. 8, 15-17. Phil. 2, 7. 8 findet sich noch 
eine vierte Parallele, nämlich Ebr. 1, 1. 2, als Zeugnb, daß 
auch der paulinische Verfasser des Ebräerbriefes bezüglich 
der Verwertung dieses Gleichnisses mit den Grundgedanken 
des Apostels vertraut war. Man vgl. TtQwptjrai = dovXoi, 
ly vl0 und 8v S&i]xev xXrjQovöfiov, wobei das in iaxdxov 
mit Mc. 12,6 zusammentrifft: vlbv äyojnjxdy äniatedev .. So- 
Xarov = voreQov (Mt.) = w'Tnnfcta. 

Auch im Epheserbriefe findet sich eine Parallele, nämlich 
Eph. 2, 20. 21: övxog AxQoycovialov avrov Xqujtov *It]oov . . h 
fp näaa olxodofxifi xrX,, in welchen Worten um so mehr eine 
Bückbezugnahme auf unser Gleichnis erkannt werden muß, 
als das äxgoycoviaTog der LXX in Jes. 28, 16 ebenso eine 
Übersetzung von n» darstellt, wie xetpakij ycovlag von mn 
nsp in Ps. 118,22, diese Psalmenstelle aber nach der ein- 
stimmigen Relation der drei Synoptiker (vgl. ^ 21, 34 = Mt. 
21,42. Mc. 12, 10. Lc. 20, 17) die Spitze der vom Herrn ge- 
gebenen Auslegung des Gleichnisses bildet. 

Endlich sind auch aus dem ersten Corintherbriefe und 
dem zweiten Timotheusbriefe zwei Anklänge zu notieren. Vgl. 
I.e. 9, 7^: xig qpvrevei äßineXcova xal xbv xagndv airov 
ovx io^Ui; 2. T. 2,6: r6v xoTu&ina yecoQydv det nganov xcav 
xagncöv fxexaXafAßäveiv mit A 21, 25 = Mt. 21, 34. Mc. 12, 2. 
Lc. 20, 10: äniatedev. . nqbg xovg yecogyovg XaßeTv xovg xag- 
novg aixov, 

79. q)ile'iv. 

Alle neutestamentlichen Schriftsteller pflegen zur Bezeichnung 
der Gottes- und Nächstenliebe äyAnri und äyanäv zu gebrauchen. 
Vgl Crem er, Biblisch-theol. Wörterbuch der Neutestamentl. 
Graecität. 4. Aufl. S. 9 ff. In den synoptischen Evangelien 
erscheint nur einmal, nämlich Mt. 10,37, (piXeXv an Stelle von 



266 



Resch, Paulinismns. IL EinzeloDtersuchnngen. 



Ayanav, Doch vgl. ^ 7, 36 = Mt. 11, 19. Lc. 7, 34: (pUo^ 
xeXoivwv xai ä/LtaQTODXcov, A 16, 30 = Lc. 12, 4: Xky€o v/ur rofe 
q)aoig fiov. Zu Mt. 10, 37 = ^i 21, 38 liest Lc. (14, 26) an- 
statt (piXeT inkg i/üLe seinerseits ov /uoet Im Anschluß an 
Weiß (Mt. 280 ff.) habe ich PT. 111,406 und demgemäß in den 
Logia ^21,38 der lucanischen Lesart den Yorzug gegeben. 
Damals hatte ich nicht ins Auge gefaßt, daß Paulus, welcher 
für gewöhnlich ebenfalls äyanäv gebraucht und nur zweimal^ 
nämlich Tit. 3, 15 und 1. C. 16, 22, <piXeTv anwendet, an letzt- 
genannter Stelle mit Mt. 10,37 zusammentrifft. Ygl. 



Mt. 10, 87: 
ovH iaitv lAov a^iog. 



I.e. 16, 22: 

et Tt^ ov <pik€l lOV KVQIOV , tjjO 



Hier deckt sich ijxo ävd'&efxa sachlich mit ovx lativ fiov 
ä^iog. Vgl. R. 9, 3 : ävd^ejua elvai . . änd xov Xqiotov vtwq xwv 
AdeX(p(bv ßjLOv Tcbv ovyyevwv fxov xaxä odQxa. 



80. otavgdg, oxdXorp, 

In seiner Schrift: Das Evangelium Marci (Berlin 1903) 
äußert sich Wellhausen zu Mc. 8, 34, dem Logion vom Ereuz- 
tragen, auf S. 72 wie folgt. ,Die metaphorische Verwendung 
der noch gar nicht geschehenen Kreuzigung Jesu befremdet 
aufs äußerste in seinem eigenen Munde, da sie den Hörern 
vöUig unverständlich bleiben mußte.^ In der Tat hat Jesus 
durch dieses Wort nicht bloß, wie sonst oft, die Notwendigkeit 
seines Todes vorhergesagt, sondern auch die Todes art, die ihn 
treffen würde, im Voraus genau bestimmt, obwohl nach mensch- 
licher Voraussicht der Steinigungstod, der ihn nach Joh. 8,59; 
10,31 wiederholt bedrohte, das wahrscheinliche Ende seines 
Lebens gewesen wäre und obwohl, soviel wir wissen, keiner 
der alttestamentlichen Propheten den Kreuzestod erlitten hat. 
Aber Jesus hat den Weg zum Kreuze nicht bloß als den Weg 
seiner eigenen Vollendung vorausgeschaut, er hat diesen Weg 
auch seinen Jüngern als den Weg der Nachfolge in seinen 
Fußstapfen bezeichnet. Es ist daher begreiflich, daß manche 
Ejritiker die Abstammung dieses Xoyoq xov atavgov aus Jesu 
Munde bezweifelt und ihn für unecht erklärt haben. Well- 
hausen hat sich trotz seiner Befremdung ihnen nicht beigesellt. 
Und er hat recht damit getan. 



(piliTv. tnavQÖg, axöX<np. 267 

Für die Echtheit aber des Jesuswortes vom aravQdg bürgen 
drei Instanzen, erstlich das übereinstimmende Zeugnis der 
drei synoptischen Referenten, zweitens der hinter den synop- 
tischen Relationen sichtbare semitische Sprachcharakter des 
Logion, drittens der Einfluß, den dieses Wort auf den Pauli- 
nismus ausgeübt hat. 

Erstlich das synoptische Zeugnis ist ein fünffaches, bezw. 
dreifaches. Zuerst ist das Logion durch Mc. 8, 34 direct aus 
den Logia in das zweite Evangelium, und von da, wie man 
sich durch Yergleichung der Contexte sofort überzeugen kann, 
Lc. 9, 23 in das dritte, Mt. 16, 24 in das erste Evangelium 
übergegangen. Aber außerdem hat es sowohl der dritte Evan- 
gelist Lc. 14,27 als der erste Evangelist Mt. 10,38 durch selb- 
ständiges Schöpfen aus derselben, schon von Mc. benutzten, 
Logiaquelle aufgenommen, sodaß in ihren beiderseitigen Schriften 
bezüglich dieses Logion je zwei Doubletten — diese sicher- 
sten Wegweiser zur Erkenntnis der sogenannten Zweiquellen- 
theorie — entstanden sind. Die Abstammimg des Logion 
aus der Logiaquelle ist somit schon hierdurch zweifellos fest- 
gestellt. 

Zweitens das sprachliche Kleid des Logion weist mit Be- 
stimmtheit auf den semitischen Grimdcharakter derselben Quelle 
zurück. Denn Mc. 8, 34 und in den daraus entnommenen Stellen 
Lc. 9,23. Mt. 16,24 steht: ägdro) rdv Gravgöv avrov, dagegen 
Mt. 10,38: Xafißdvei töv aravgdv airov, Lc. 14,27: ßaord^ei 
rdv axavQbv lavxov. Daß aber atgsiv, Xa/ußdveiv, ßaoxd^eiv 
Übersetzungsvarianten von Kira sind, kann man aus jedem 
Septuaginta-Lexicon feststellen. Vgl. PT. ü, 133 f, III, 408 ff. 
Dasselbe gilt von Igxea&ai öjitoo) (Lc.) = äxo^ov^eiv (Mc ) = 
dxoXov^eiv dmaco (Mt.) als Übersetzungsvarianten von nnx Tj^n. 
Vgl. PT. ni, 410. Auch der Stil in seiner einfachen Satz- 
bildung entspricht ganz dem Sprachcharakter der semiti- 
schen Quellenschrift. (Vgl. auch für das Aramäische Well- 
hausen 1. c). 

Drittens — schon vor der Zeit, als die drei Synoptiker 
dieses Logion aus der ihnen gemeinsamen Quelle schöpften, 
hatte ein Größerer es auf sich wirken lassen: Paulus. Wenn 
der Apostel Phil. 2,5—8: tovto (pQovelxe Iv vjuTv ö xal iv 
Xqiot^ *Irjaov bis ^exQ^ '9avdTov, &avdxov dk oravQov den 
Lebensgang Jesu bis zum Kreuzestod als Vorbild der Ge- 
sinnung aufstellt, durch welche seine Jünger ihm ähnlich werden 



266 



Resch, Paulinismus. IL Einzelantersuchnngen. 



Ayajiäv. Doch vgl. ^ 7, 36 = Mt. 11, 19. Lc. 7, 34: (ptXog^ 
Tekojvcbv xal ä^agxcjXwv, A 16, 30 = Lc. 12, 4: liyio vfuv xdlg 
(plXoig luov. Zu Mt. 10, 37 = ^i 21, 38 liest Lc. (14, 26) an- 
statt (piXeT inkg ißis seinerseits ov jluosi. Im Anschluß an 
Weiß (Mt. 280 ff.) habe ich PT. 111,406 und demgemäß in den 
Logia ^21,38 der lucanischen Lesart den Yorzug gegeben. 
Damals hatte ich nicht ins Auge gefaßt, daß Paulus, welcher 
für gewöhnlich ebenfalls äyanäv gebraucht und nur zweimal^ 
nämlich Tit. 3, 15 und 1. G. 16, 22, (piXeTv anwendet, an letzt- 
genannter Stelle mit Mt. 10,37 zusammentrifft. Ygl. 



Mt. 10, 87: 
ovH ^axtv fiov ä^ios- 



I.e. 16, 22: 
et xtg ov (piXeT rov xvqiov , ijx€i> 



Hier deckt sich fjxa) ävd^efia sachlich mit oix Motiv fwv 
ä^iog. Vgl. R. 9, 3 : ävd'&ejLia elvai . . djtd xov Xqiotov vtuq x&y 
&6eXq)(bv fiov rwv avyyevcbv juov xaxd odgxa. 



80. axavQÖg, axdloxp. 

In seiner Schrift: Das Evangelium Marci (Berlin 1903) 
äußert sich Wellhausen zu Mc. 8, 34, dem Logion vom Kreuz- 
tragen, auf S. 72 wie folgt. ,Die metaphorische Verwendung 
der noch gar nicht geschehenen Kreuzigung Jesu befremdet 
aufs äußerste in seinem eigenen Munde, da sie den Hörern 
völlig unverständlich bleiben mußte.^ In der Tat hat Jesus 
durch dieses Wort nicht bloß, wie sonst oft, die Notwendigkeit 
seines Todes vorhergesagt, sondern auch die Todes art, die ihn 
treffen würde, im Voraus genau bestinmit, obwohl nach mensch- 
licher Voraussicht der Steinigungstod, der ihn nach Joh. 8, 59 ; 
10,31 wiederholt bedrohte, das wahrscheinliche Ende seines 
Lebens gewesen wäre und obwohl, soviel wir wissen, keiner 
der alttestamentlichen Propheten den Kreuzestod erlitten hat. 
Aber Jesus hat den Weg zum Kreuze nicht bloß als den Weg 
seiner eigenen Vollendung vorausgeschaut, er hat diesen Weg 
auch seinen Jüngern als den Weg der Nachfolge in seinen 
Fußstapfen bezeichnet. Es ist daher begreiflich, daß manche 
Ejritiker die Abstammung dieses X6yog xov axavgov aus Jesu 
Munde bezweifelt und ihn für unecht erklärt haben. Well- 
hausen hat sich trotz seiner Befremdung ihnen nicht beigesellt. 
Und er hat recht damit getan. 



q>iXeTv. mavgSg, anöXayß. 267 

Für die Echtheit aber des Jesuswortes vom aravQÖg bürgen 
drei Instanzen, erstlich das übereinstimmende Zeugnis der 
drei synoptischen Referenten, zweitens der hinter den synop-r 
tischen Relationen sichtbare semitische Sprachcharakter des 
Logion, drittens der Einfluß, den dieses Wort auf den Pauli- 
nismus ausgeübt hat. 

Erstlich das synoptische Zeugnis ist ein fünffaches, bezw. 
dreifaches. Zuerst ist das Logion durch Mc. 8, 34 direct aus 
den Logia in das zweite Evangelium, und von da, wie man 
sich durch Vergleichung der Contexte sofort überzeugen kann, 
Lc. 9, 23 in das dritte, Mt. 16, 24 in das erste Evangelium 
übergegangen. Aber außerdem hat es sowohl der dritte Evan- 
gelist Lc. 14, 27 als der erste Evangelist Mt. 10, 38 durch selb- 
ständiges Schöpfen aus derselben, schon von Mc. benutzten, 
LogiaqueUe aufgenommen, sodaß in ihren beiderseitigen Schriften 
bezüglich dieses Logion je zwei Doubletten — diese sicher- 
sten Wegweiser zur Erkenntnis der sogenannten ZweiqueUen- 
theorie — entstanden sind. Die Abstammung des Logion 
aus der LogiaqueUe ist somit schon hierdurch zweifellos fest- 
gestellt. 

Zweitens das sprachliche Kleid des Logion weist mit Be- 
stimmtheit auf den semitischen Grimdcharakter derselben Quelle 
zurück. Denn Mc. 8, 34 und in den daraus entnommenen Stellen 
Lc. 9, 23. Mt. 16, 24 steht: ägdto} t6v cnavgdv avrov, dagegen 
Mt. 10,38: Xafißdvei x6v aravgdv avrov, Lc. 14,27: ßaoxd^et 
x6v aravgdv iavrov. Daß aber atgeiv, Xa/ußdreiv, ßaord^eiv 
Übersetzungsvarianten von ko sind, kann man aus jedem 
Septuaginta-Lexicon feststellen. Vgl. PT. ü, 133 f., IQ, 408 ff. 
Dasselbe gilt von Igxeo^ai dniam (Lc.) = ixoXov&elv (Mc.) = 
dxolov^elv ÖTtiao) (Mt.) als Übersetzungsvarianten von •^rw '?jin. 
Vgl. PT. ni, 410. Auch der Stil in seiner einfachen Satz- 
bildung entspricht ganz dem Sprachcharakter der semiti- 
schen Quellenschrift. (Vgl. auch für das Aramäische Well- 
hausen 1. c). 

Drittens — schon vor der Zeit, als die drei Synoptiker 
dieses Logion aus der ihnen gemeinsamen Quelle schöpften, 
hatte ein Größerer es auf sich wirken lassen: Paulus. Wenn 
der Apostel Phil. 2,5—8: rovro q)goveTre iv ifAiv 8 xal iv 
Xgiorco *Itjoov bis juixQ*' '^oydrov, ^avdrov dk oravgov den 
Lebensgang Jesu bis zum Kreuzestod als Vorbild der Ge- 
sinnung aufstellt, durch welche seine Jünger ihm ähnlich werden 



268 Resch, Paulinismos. IL Einselaniersachongen. 

sollen, 80 bewegt sich diese paulinische Ausführung innerhalb 
des von unserem Logion gegebenen Rahmens. Wenn der Apostel 
2.0.4,10.11 von Jesu Jüngern sagt: ndyxone t^v vixQOJOir 
rov ^Irjoov h x0 adifjuxti negitpigovreg . . l^cbvxBg elg ^dvatov 
nagadidö/ue^a, so ist es das n€Qiq)iQ€iv = ßaardCsiv rdv 
oravQÖv, das er vor Augen hat. Wenn erGal. 6, 17 schreibt: 
lyä) yäg tä oxly/JLaxa xov 'Itjoav h x^ od)fJUtil fAOv ßaaxdCco, 
80 kann unter den axiyfjuna nichts Anderes als die durch den 
Kreuzestod Jesu entstandene Durchbohrung der Hände ge- 
meint sein als Yorbild der von dem Apostel in der Nachfolge 
Jesu zu erduldenden seelischen und körperlichen Kreuzes- 
schmerzen. Wenn er 2. C. 12,7 von sich bezeugt: IdMti /mh 
axdXoxp xfj oagxl, SyyeXog oaxavä, tva fu xoXaq>lifi, so ist der 
axdXoxp nur eine andere Bezeichnung für oxavqdg, wonach 
der Sinn des Wortes ist: ein Kreuzespfahl ist mir ins Fleisch 
gegeben. Man vgl. PT. HI, 719, wo auf Ghnmd der Texte bei 
Gelsus, Lucian, Hippolyt, Epiphanius, Test. XII patr. 
die Synonymitat von ävaoxolojüCeiv, äjtooxoXoTÜCeiv, axavgavv, 
ngoorjXovv, xaQ(pövv nachgewiesen ist. Der äyyeXog oaxavä ist 
aber derselbe, von welchem Jesus in der Gethsemane-Nacht 
zu seinen Häschern gesagt hatte: afkrj laxlv vfi&v ^ &Qa xal 
fj ISovoia xov oxöxovg. Vgl ^ 33, 39 == Lc. 22, 53. Daß auch 
das dreimalige flehende Gebet des Apostels wahrscheinlich auf 
das Vorbild Jesu in Gethsemane zurückgehen dürfte, darüber 
ygL Exe. 122. Selbst das xoXatpiCfi in 2. C. 12, 7 weist auf 
einen Zug der Leidensgeschichte hin. Wie Jesus vor dem Hohen 
Rat von dessen Dienern mit Fäusten geschlagen wurde (vgl 
Mc. 14,65 = Mt. 26,67: xal ixoXdtpioav avxdv)^ so erduldet 
auch der Apostel ein geistiges xoXacpi^eo'&ai, durch den 
Fürsten der Finsternis. Die Nachfolge Jesu, bei welcher der 
Jünger seinen axavQdg ihm nachträgt, denkt sich der Apostel 
als eine xoivcovla na^fidxcjv avxov, als ein schrittweises — 
in Gethsemane beginnendes und unter dem axavqdg = oxöXoy; 
endendes — ovfifAOQtpl^eo'&ai xcp ^avdxq) avxov (vgl. Phil. 
3, 10), und zwar so, daß der Jünger auch die an dem oxöXotp 
von Jesu erduldeten oxiyfxaxa an sich herumträgt (Gal. 6, 17) 
und daß dieser oxöXoxp, der Kreuzespfahl, auch in das Fleisch 
derer eindringt, die Christo angehören. Vgl. Gal. 5, 24 : ol dk 
xov Xgiaxov *It]oov xyjv adgxa ioxavgcooav. Daher kann der 
Apostel in Wahrheit von sich sagen Gal. 2,20: Xqiox0 ovve- 
oxavQWjLiai, R. 6, 6: 6 jiaXaiög ^juoyy &y&QW7iog ovveoxavQCo^tj, 



axavQÖg, <fx6Xoyf, &3taQvtZo^ai iavx6r. 269 

R. 6, 5 : ovfjupvxoi yeydvafuv xq) öfioicA/nau rov &avdtov avxov, 
2. T. 2, 1 1 : ovyant&ivofJLfv, 

In den mannigfaltigsten Wendungen und in den tief- 
sinnigsten Beziehungen bezeugt es mithin der Apostel, wie 
nachhaltig er Jesu Wort vom ßaardCeiv xdv aravQÖv auf sich 
einwirken und sein ganzes Leben in Christo darnach sich hat 
gestalten lassen. Nachdem er einmal seine frühere pharisäische 
Selbstgerechtigkeit in Christi Grab gelegt, das axdvdaXov rov 
oxavQov überwunden und an sich selbst es erfahren hatte, was 
der Herr gesagt ^ 7, 23 = Mt. 11, 6. Lc. 7, 23: ßiaxägidg iativ, 8g 
aix äv oxavdaXia&^ h l/wl: seitdem war ihm der köyog 6 rov 
atavQov eine dvvaßug ^eov geworden (I.C. 1, 18), seitdem be- 
kannte er es: l/iiol dk juij yivoixo xavxäa^ai el juij iv x^ aravQ^ 
rov xvqIov ijjiiQ}y*Irioov Xqujxov, di ov ifiol xöo/wg iaxaigcDxai 
xdyd) xiüfup, Gal. 6, 14. 

Ohne das Herrenwort vom oxavQdg wäre auch einem 
Paulus eine solche tiefe Erkenntnis niemals aufgegangen. 

81. dnaqveXo'&at iavxöv. 

Die beiden direct aus der Quelle der Logia geschöpften 
Parallelen Mt. 10, 38 und Lc. 14, 27 enthalten lediglich folgende 
Worte: 



Mt. 10, 38: 

xal Sg ov Xa/ißdvet rov tnavQov avrov 
x€u dnolov^eX SnüfOD fwv, 
ovH iativ fiov dffioc 



Lc. 14, 27: 

Sang ov ßaaxdCei tot axavQ^ iavxoO 

xal fQX9xat Snüfo) fWv, 

ov dvvaxai slval ftov /^a^rixi^c^ 



Man sieht hier von dem änagveia^ai keine Spur. Folglich 
ist es Mc. gewesen, der die Worte: änaQvfjada^co lavxdv Mc. 
8, 34 eingefügt hat und von dem aus auch die beiden anderen 
Evangelisten diese Worte da, wo sie aus Mc. schöpfen, nämlich 
Mt. 16, 24 und Lc. 9, 23, in das Logion vom oTgeiv xhv axavgdv 
aufgenommen haben. Aber Mc. hat seinerseits wahrscheinlich 
ein selbständiges Logion vor Augen gehabt und es mit dem 
Worte vom afgeiv x6v axavgdv Terschmolzen. Dieses voraus- 
gesetzte Logion ist in der Textausgabe meiner Logia mit Hilfe 
des in Exe. 44 erwähnten Macarius- Textes folgendermaßen 

reconstruiert: 

A 21,40: 

et xis ^iXet Snioo) fiov iX^eir, dnaßyijodo^G} iavxov xad'* ^fiigav 
Xaigoyy, mcu dxoXov&eixo) /*ot. 



270 Resch, Paulinismus. IL Einzeluntersuchungen. 

Hierzu sind folgende paulinische Parallelen zu notieren: 
Act. 20, 24: ovdevög Xöyov Tioiov/uai rf/v xpvx^jv ujulav ijuavt^, 
I.e. 15,31: xat?' i^juigav äjio&yTJoxcD, 2.0.4,16: d xal 6 l^co 
fjfju&v äv&QODTiog diacp^elQsrai , äiX 6 Socd fjfuav ivaxaivovtat 
fffA^gq xai '^juegq, Gal. 2, 19. 20: äjii^avov .. XQim^ aw- . 
earavQcojLiai' fd> dk ovxeri iyd), 1. C. 7, 30: ol xalgorteg <&g 
/Lifj xalgovTeg, Der Ausdruck: &naQV£To'&ai iavrdv findet sich 
wörtlich (außer in Mc. 8, 34 und in den daraus geschöpften 
Doubletten Mt. 1 6, 24. Lc. 9, 23) im ganzen N. T. nicht wieder. 
Die nach dem Vorgang des Londoner N. T. von Delitzsch 
und Da Im an angewandte Retroy ersion des dnagveia^ai durch 
i£fns ist sicher ebenso unzutreffend wie das 'n'^bcn, welches 
Salkinson angewendet hat. Meinerseits bin ich bei der 
hebräischen Wiedergabe von ^ 21, 40 im Anschluß an das 
Septuaginta-Qriechisch auf dk» zurückgegangen. Vgl. Jes. 31, 7: 
IDOD '»Wk ttJ'^K l*»©?«"! = LXX: ijtaQvijoovtai ol äv^goinoi xä x^- 
Qonolfjta avTCüv rä ägyvgä. Wie die Menschen ihre Gtötzen, die 
mit Händen gemacht sind, verwerfen und für nichts achten (okq) 
sollen, so soll der Jünger Jesu sein eigenes Ich (iyd Gal. 2, 20), 
seine Seele (rrjv xpvxrjv = idea, iavr6v vgl. Exe. 120) für nichts 
achten (pidevog Xdyov nouilo^ai Act. 20, 24) und soll diese 
Verleugnung des eigenen Ich mit Freuden tun, soll sich täglich 
darin üben, das eigene Ich in den Tod zu geben, damit Christus 
in ihm lebe.* 



82. acb^eiv, JiegiTioieXo'&ai, 

In den Logia ist ocoCeiv ein geläufiger Begriff. Vgl. ^ 1, 
1 1. 13. 15 = Lc. 3, 10. 12. 14 nach D, ^5, 27 = Lc. 6, 9. Mc. 3, 4: 
Mt. 12, 12; ^ 7, 60 = Lc. 7, 50; ^ 8, 32 = Lc. 8, 12; ^ 9, 23 
= Mt. 9, 22. Lc. 8, 48. Mc. 5, 34; ^20, 1 = Lc. 13, 23; ^24, 56 
= Lc. 17, 19; ^26,24 = Lc. 18, 26. Mt. 19,25. Mc. 10,26; 
^ 31, 23 = Mc. 13, 20. Mt. 24, 22; ^ 34, 31 = Mt. 27, 39. Mc. 



*) Die Rückübersetzung des djioQvsTa&ai kavxov durch idßa ÖÄ^, 
welche s. Z. bei der Correctur der ,Logia' die Zustimmung von David 
Kaufmann fand, ist mir nachträglich entgegengetreten in der IT^n rTiPi, 
Evangelium secundum Matthaeum in lingua hebraica, cum versiooe latioa 
atque annotationibus Seb. Munsteri, Basileae 1557 (die erste Ausgabe 
erschien Basel 1537). Munsterus gibt p. 257 das ^oQveia^co oder änag- 
vrjada^o} kavxöv durch ia2K5 OKa'j wieder. 



dxoQvelodai iavxöv. otaC^iVf neguioisTo^ai. 271 

15,29. Lc. 23, 35; ^34,33 = Lc. 23, 39. In allen diesen 
Fällen kann ocoCeiv auf y^^n und ocoCea^ai auf yi^ia zurück- 
geführt werden. Aber daneben findet sich in den Logia ein 
Sprachgebrauch, wonach od>Ceiv als Synonymen von Cö>o- 
yoveiv, ävaxTiCeiv, ävaxxäo'&ai, xTdoi?at, negmoi- 
elo'&ai erscheint, nämlich in A 16, 44 = Lc. 21, 19 und -^21, 41 
= Lc. 17,33. Vgl. PT. m, 473-476. 584-587. Neben dem 
lucanischen Text der erstgenannten Stelle: h rfl vnofiovfj 
vfA(bv xTiqoeo'&e xäg xpvxäg i/xcav bietet Marcion (nach Tert. 
adv. Marc. lY, 39) die Lesart : per tolerantiam salvos facietis 
vosmet ipsos, also griechisch reconstruiert : iv rjj vTtojuovfj aco- 
oere iavtovg. Abgesehen von dem Hebraismus rdg tpvxoiQ 
vuwv = DD"«nTtt3B3-nK = lavTovq treten hier auch ocb^eiv und 
xTäo'9ai als Ubersetzungsvarianten neben einander. Das hebrä- 
ische Quellenwort wird evident durch die weiter hinzutretenden 
Varianten aus den Ignatianen: ävaxrlCeiv, ävaxxijoaai^aif 
recreare, welche Synonyma bestimmt auf n;n oder n;»nn 
zurückweisen. Noch deutlicher wird dies Verhältnis durch 
^21,41 = Lc. 17,33. Mt. 10, 39. Mc. 8, 35. Mt. 16,25. Lc. 

9, 24. Auch bei diesem Logion begegnen wir Doubletten 
sowohl im ersten als im dritten Evangelium, welche ebenso 
durch die Benutzung zweier Quellen, der Logiaquelle und der 
Marcusquelle, von Seiten des ersten und dritten Evangelisten 
entstanden sind. Die Variante ooooai bietet Mc. 8,35; daraus 
floß Lc. 9, 24 und Mt. 16, 25 mit derselben Variante ocooai. 
Dagegen Lc. 17,33 und Mt. 10,39 sind direkt aus der Logia- 
quelle geschöpft nach verschiedenen Übersetzimgstypen des 
hebräischen Urtextes, jiegijtoii^oao&ai und Ccooyovsiv bei 
Lc, eigeiv bei Mt. Während das evgeTv mit dem C^reTv 
des Lc. (C^'^^ou TieQiTioirjoao'&ai) zusammenhängt, führt 
TiegiTtoieia^ai, ^(jjoyovelv , ody^eiv sicher auf n'^n oder 
re^nn hm. Vgl. auch PT. HI, 518 ff. zu Lc. 19, 10. 

Paulus gebraucht owf^eiv und acjTtjQta in der gewöhnlichen 
Bedeutung I.e. 1,18.21; 15,2. 2.0.2,15; 7,10. R. 1,16; 5,9; 

10, 9. Eph. 2, 5. 8. PhU. 1, 27-29; 2, 12. 1. T. 1, 15; 2, 4. 2. T. 
3, 15; Act. 16, 31, zu welchen Stellen vielfach Logia-Parallelen 
nachgewiesen sind. Aber Ebr. 1 0, 39 ist die Variante Tteguioi- 
eio^ai (anstatt ocoCeiv) aus unserem Logion nach Lc. 17,33: Sg 
iäv Cv^^n ^^^ W^xh'^ avTOV TiegiTioii^oao^aif inolioei avri^v 
ganz deutlich wieder zu erkennen in den (der ijt(6Uia ent- 
gegengesetzten) Worten: ek negmolrjaiv y^x^i* 



272 



Resch, Paulinismiui. IL EinzelnntenachnngeiL 



83. ägtveiv, iXlC^iv, doxifiil^eiv. 

Das Logion vom äQxveiv ist von allen drei Synoptikern 
aus der Quelle überliefert, von Mt. aber in die Bergpredigt 
umgeschaltet und von jedem der Referenten mit einigen Yari- 
anten und Kürzungen wiedergegeben worden. Ygl. zu ^ 21, 
49-51: 



Lc. 14,34.35: 

HoXov olv x6 Slae * iäp de 
xcu x6 &lae fuoQovdg, h 
jividQxv^i^osxai; aiht 
ek yfjv otfre eis xoxgltxr 
tv^ei6v iaitv l$o> ßol- 
Xovotv avx6 



Mc. 9,49.50: 

Jtäg yaQ nvQi dJUo^* 
aexaf xaXov t6 älag' 
ia» 6i x6 älag IhmXiov 
yirfixai, h xhi avt6 
dßjvatxt; iz'^ ^ ^^"^ 
xöSe £Ui. 



Mt. 5, 13: 

vfuts iaxe x6 aXag xijg 
yrjc * iav de x6 Sio/g ijuo' 
Qor&fj, ir xlvt cEAio^i;- 
aexai; eis ovSkr Ufxvet 
hl, ei (Atj ßXrf^ir l$a> 
xaTcuroreiö^ai vno xcär 
dyd߀03t<ov I 

Daß dabei der nur von Mc. vertretene Satz: nag ydg twqI 
iXia^oercu — aus der LogiaqueUe stammen dürfte, daf&r spricht 
folgende Beobachtung. Die zwei Minuskelkodices 46. 52 lesen 
für Hia^i^oexai die Variante doxifiaa&ijaetai. Das hohe 
Alter dieser Lesart wird durch den Codex Sangermanensis 
(g^) bezeugt: examinantur. Diese Fassung des Logion 
scheint schon Paulus benützt zu haben, wenn er 1. G. 3, 13 
schreibt: ixdarov to igyav ÖTioTdv iariv td nvQ aix6 doxi'» 
jiidosi. Man könnte daher annehmen, daß dieses Logion ur- 
sprünglich mit demjenigen, welches von dem igrtveir = äitCeir 
handelt, gar nicht in directer Verbindung gestanden habe. 
Letzteres, und zwar nach der von Lc. und Mc. yertretenen 
Übersetzungsvariante iQxveiv, hat seine paulinische Parallele in 
Col. 4, 6: 6 Xoyog vfAWv ndvxoxe h ;|jc£^«n, äkaxi fJQrv/iivog, 



84. o{ <$i;o vloL 

Das Gleichnis ^ 22, 4—33 = Lc. 15, 11—32 gehörte sicher- 
lich der LogiaqueUe an, aus welcher es Lc. schöpfte. Die ur- 
alte Deutung der beiden Söhne auf das Heidentum und das 
Judentum, welche Hilgenfeld (Ztschr. f. wissensch. Theol. 1903. 
I, 449—464) mit Recht von neuem verteidigt hat, ist schon 
durch die (sicher originale) Einleitung ^22, 1—3 = Lc. 15, 1. 2 
an die Hand gegeben. Vgl. ^agiaaioi = *Iovdaioi, reXofvai xal 
äjUQQTcoXol = i'&viKoL Auch ist zu dem Stichwort jnaxQdr, 
welches den yerlorenen Sohn im Gleichnis besonders charak- 



ol ovo vloi 273 

terisiert, zu vergleichen, was Huhn (die alttestamentlichen 
Gitate und Reminiscenzen im N.T. S. 192) notiert hat: , Wegen 
fjLaxQdv (Eph. 2, 13. 17 vgl. Jes. 57, 19) vgl. Lc. 15, 13»; 19, 12; 
Act. 2,39; 22,21, wo es überall Stichwort för die Heidon ist.' 
Sehen wir zu, welche Spuren das Gleichnis in der paulinischen 
Literatur hinterlassen hat. 

Zu dem Anfang des Gleichnisses selbst A 22, 5 ff. = Lc. 
15, 1 1 ff., wonach der Vater den jüngeren Sohn ziehen läßt und 
sein Erbe ihm mit auf den Weg gibt, ohne ein Wort da- 
gegen zu sagen, ist das paulinische Wort Act. 14, 16: eXaoev 
Tidvxa rd i&vi] nogeveadai raig ödötg avrwv — eine Sinn- 
parallele. Und wie infolgedessen von dem jüngeren Sohne gesagt 
ist: äjtedi^fitjoev elg x^Q^'^ fxaxqdv, so nennt Paulus die Heiden 
Col. 1, 21: vfiag noze Svrag änrjXXoxQicD/jiivovg. Ferner zu den 
Worten: ovxog 6 vUg fwv vexgdg Ijv xal äviCfjoev — vgl. 
Col. 2, 13: vfiäg vexQovg övrag . . . aweCcoonoltjaev — vgl. 
V. 12: ovvrjyiQ^fjTe . . ix vexg&v, Col. 3, 1: el oiv ovv- 
rjyiQ^rjte t^ Xqi<jx0. Man könnte sogar in dem vvvl di 
(Col. 1,22; 3, 8) einen Nachklang von dem ägti des Cod. D: 
ijtoi.(oX(lbg xal ägxi evgi&i] erkennen. 

Yiel bestimmter aber tritt die Benützung unseres Gleich- 
nisses im Epheserbrief hervor, der auch sonst zum Colosserbrief 
sich verhält wie eine sorgfaltig ausgeführte Zeichnung zu dem 
ersten Entwurf eines Bildes. Ygl. Teil HI, § 3. Li dem Epheser- 
briefe finden wir einen Anklang an das ^cov äodrcog (^ 22, 8 
= Lc. 15, 13) in dem äooDtla (Eph. 5, 18), an den Reichtum 
des väterlichen Erbarmens (vgl. Eph. 2, 4. 7), an das fj^mgrov 
des verloren gewesenen Sohnes (vgl. Eph. 2, 1. 3. 5 = Col. 2, 13), 
an sein Wiedererwachen aus dem geistlichen Tode zu neuem 
Leben (vgl. Eph. 2, 5 : Svrag vexqovg oweCoyonoltjoev). Vgl. 
femer das zweimal gebrauchte Stichwort fiaxqdv (Eph. 2, 13. 17), 
den Hinweis auf den elg rcüv noXirwv xtjg x^Q^^ btelvtjg (Eph. 
2, 12), auf die dwga, die Geschenke, womit der Yater den 
zurückkehrenden Sohn überhäuft (Eph. 2, 8), sowie auf die 
Selbstgerechtigkeit und den Selbstruhm des älteren Sohnes 
(Eph. 2,9), auf den Zugang, der jetzt beiden Söhnen zum 
Yater offen steht (Eph. 2, 18). Und was dabei das Entschei- 
dende ist: alle diese charakteristischen Einzelzüge sind wie 
in einer sorgfaltigen Detailmalerei auf den engen Raum von 
Eph. 2, 1—19 zusammengedrängt als deutliche Ausfahrung der 
im Colosserbrief nur skizzenhaft hingeworfenen Andeutungen, 

Texte u. üntttsnchimgen. N. F. XU. 18 



274 



Resch, Patdinumiis. IL Emzelnntenachnngai. 



ansgef&hrt Ton derselben Hand, von welcher der erste Entwurf 
im Colosserbriefe stammt. 

Nach diesen Andeutungen vgL folgende tabellarische 
Übersicht: 



Lc. 15, 11-32: 
Y, 11: t^x^ ^^^ vlovg 

T. 12: ^6g fiot x6 bttßdXXor fUgog 
T. 13: djudi^firjoep ek x^Q^"^ fiaxgdr 

T. 13: (&r &tHOT(Oi fietä noQv&v 

T. 14: alnog ^gfato {fougetadiu 

▼. 15: IxoXXridri hi tcär jsoXtx&v 

V. 18: ^fiagtov 

V. 20: hl de avtov (AaxQav djiixorrog 
V. 20: tldey avror 6 naTrjQ axnod 

xaX ionXayx^^^^V 
V. 20: xal dgaiimv ijiijtBaey hti tov 

xgdxTflor avtov xai xateq?£Xi]0ev 

a{rf6y 

V. 21: ^fiagrov 

y. 22: ifeveyxaxe aroXr^v . . xai 66x8 

daxtvXiov . . xai {fjtodrjfiaxa 
V. 24: o^og 6 vlög fiov vexQÖg ^v 
V. 24: xai äreC^OBv 
V. 24: ^v djfoXcoXa^g xai evQidtj 
V. 24: &QXI evQi^ 
V. 28: wQyio^ij 
V. 29: xoaavta hrj dovXevo) ooi 
V. 29 : ovdejioxs ivxoXi^v oov nagißriv 
V. 31: Ol» ndvxoxe fux* ifiov et 

V. 31: ndvxa xa ifiä od iaxiv 

V. 32: 6 ddeX<p6g aov o^xog rsxQdg 

V. 32: xai i^rjaev 

V. 32: djioXo}Xa>g xai evQi^rj 



Eph.2,1— 19: 

V. 15: xovg Svo. v. 16: xovg dfi^o- 

xsQovg 
V. 2: xoig vioig xijg djuiMag 
V. 13: oT naxt Srxtg ftaxgdv. ▼. 12: 

djniXXoixQiiaiihoi. v. 17: xoig fia- 

xgdv 
V. 3: dreaxQaqnffur junt h xcSg hu" 

^filcug x^g aoQxdg, v. 11 : Sxi nore 

(jfuXg xd f&rtj h aagxi, vgL v. 2* 

V. 12: ^xe x<p xcuq^ ixefrqt x^'^^Q^S 

JCQiaxov . . xcd a^tot ir x^ xdofiqp 
V. 12: dmjXXaxguofUrot x^g jtoXixtiag 

xov 'lagatfX xai Siroi. v. 19: (irof 

xai ndgcucoi 
V. 1: xolg naQasxxiafJiaaiv xai xalg 

d/Jtagxiatg 
V. 17: xolg ftaxgdv 
V. 4: 6 ^sog jzXovoiog &r ir iXiti 

Sid xijy sioXXffv dydjxffv avxov 
V. 4: fjv tjydnrjaev tj/iag 



V. 5: xotg naQanxoi(Aa<nv 

V. 8: xai xovxo ovx i^ v/iq>v, ^eov 

x6 dcJQOV 

V. 1: v/iäg Swxag rexgovg 

V. 6: xai ow^yeiger 

V. 6: X<^'^^ ^^^^ aeoQJOfiivot 

V. 13: rvvi de ir Xqiox^ 'Irjaov vfutg 

V. 3: xixva qwoei dgy^g 

V. 9: f*^ xig xavx^arjxat 

V. 9: ovx i( igyiov 

V. 13: kyevri^xe iyyvg. v. 18: ^/o/<«y 

xrjv 3tQooay(oyfjv ot dfMpdxegoi . . 

TiQog xov naxega 
V. 19: kaxe ovvjtoXtxat x<äv dytmv xai 

olxeioi xov ^eov 
V. 5: Svxag rjfiäg vexQovg 

V. 5: avveio}onoiijoev 

V. 8: x^ yoQ xdgixi iaxe aeomofAivoi, 



ol Svo vhL 6 olxoiy6fUK "fj^ ddinlae. ot dvo ki^quh. 



275 



In der Tat hat Paulus unter dem vlög vedneQog des Oleich« 
nisses die l&vrj verstanden, welche Oott ihre eigenen Wege 
hat gehen lassen, um sich dann in Christo ihrer mit über- 
flutender Liebe imd Erbarmung väterlich wieder anzunehmen. 
In der Zeichnung des selbstgerechten älteren Sohnes hat er 
das Bild des pharisäischen Judentums gefunden (vgl. besonders 
Eph. 2, 8: oix i^ Igycov, tva /i^ xig xavxi^otjtai mit B. 2, 17: d 
di ah 'lovdäiog inovofJuiCfi xal btavanavfj v6fA€p xaX xavxäaai h 
&e0, R. 3, 28: x^Q^ Igycov vdfiov und dazu Exe. 99). Weitere 
Anspielungen an den verlorenen Sohn sind im Römerbriefe zu 
beachten. Vgl. R. 6, 13: Aael bc vexq&v ^(bvxaq, R. 6, 11: 
vBXQovg jih rfj ä/iagtlq, C^y^cis di T(p '&€(p, R. 11, 15: Ccoij 
Ix vexQ&v. Bezüglich der Zusanmienfassung von axoXi^, da- 
xxiXiog, ino&fjfAaxa unter den Gesamtbegriff dwQov (Eph. 2, 8) 
vgl. TeU m, § 9. 10. 

85. 6 olxovöjuLog t^s ASixlag. 

Gegenüber dem obcovö/xog matdg (vgL Exe. 69) schildert 
Jesus in ^ 22, 34 ff. = Lc. 16, Iff., welcher Abschnitt nur durch 
Lc. aus der Quelle erhalten ist, den obcovö/xog Ttjg Adoelag. 
Von des Apostels Bekanntschaft auch mit diesem Gleichnis 
dürften die nachstehend verzeichneten Parallelen Zeugnis geben. 



Lc. 16, 1 : 

V. 1: &y^Qion6g tcc ^v nXwouK, Sg 

elz'^ olxov6/Aoy 
V. 1: oirtoi dteßXi^^ij avrtp c5; d<a- 

axoQni(a>v xä vnoQxo'yTa avxov 



y. 2: &n6doi xov X6yov tifg otxovo' 

y. 8: in^veaev 6 xvqioq xov olxo- 

v6fAoy 
V. 8: vjrsQ xoifg vlovg xoi) q>0}x6g 



y. 9: diiayyxcu ifiäs elf xäf almvlovg 
oxijvdg 



Paulos : 
C. 1, 25: iyev6/Aijy iyd} didxovog xaxä 

T^V olxOVOfJllaV TOÜ ^80V 

1. T. 3, 5 — 7: bI di xtg xov l&(ov otxov 

jtQooxfjvai ovx olSev . . /Atj xvtpfo^els 

eic xgifia ifijiiajj xoO diaßöiov . . 

tva fjiri eic Sveiötofiov i/xjiiajj 

1. C. 9, 17: olxovofJilav xsnhxev/im 

C. 1,25: xaxä xrjv oixovofiiav xoO 

I.e. 4, 5: x<ü x6xB 6 inaivog ytv^- 
atxai ixdaxq) djio xoO ^eoO 

1. Th. 5, 5: ndvxeg yoQ vfA$tc vloi 
(pa>x6i kaxB. Eph. 5, 8: (6c xixva 
q>Oix6g JtSQuiaxeTxe 

2. C. 5, 1 : ixoiAtv otxlav dxfiQonoiijxov 
almviov h xoXq o^qo^^Is, 



86. ol dvo xigioi. 

Von dem Abschnitt ^ 22, 50-54 = Lc. 16, 13-15 hat 
Mt. nur ui 22, 50. 51 = Lc. 16, 13 = Mt. 6, 24 aufgenonmien 

18» 



276 



Resch, Panlinismiu. II. EinzeluntersachiingeiL 



und in die Bergpredigt verpflanzt. Aber zu Lc. t6, 13 gehörte 
in der Quelle auch Lc. 16, 14. 15. Der ganze Abschnitt ist 
gegen die Pharisäer (Lc. 16, 14) gerichtet, gegen ihre un- 
göttliche Gesinnung, nach welcher sie teils in fpdcLgyvQla den 
Mammon zu ihrem Oott, teils durch idia dixcuoairtj imd durch 
vtptjJUHpQoveiv ihr eigenes Ich zu ihrem Götzen, sich selbst aber 
dadurch dem lebendigen Gotte zu einem ßdiXvyfm machten. 

Zu dem Abschnitt sind wichtige Varianten zu notieren: zu 
otxirtjs (Lc.) bei Hermas dovXog, ebenso 1. T. 6, 1, zu xiiQioi 
1. T. 6, 2 deanÖTai, zu dovXeveiv in den Const. Xatgeieiv, 
ebenso R. 1, 9. 25; 2. T. 1, 3 u. ö., zu ivxixeo^ai im Dia- 
tessaron honorare, xi/ägv, ebenso 1. T. 6, 1, zu /uiajuKoväg 
im Diatessaron nXovxog,* ebenso l.T. 6, 17. Hiermit ist zu- 
gleich angedeutet, daß diese Varianten in die paulinische 
Literatur hineinreichen. Namentlich ist dies 1. T. 6, 1. 2 der 
Fall, an welcher Stelle das Logion Mt. 6, 24 = Lc. 16, 13 nicht 
auf den himmlischen Herrn, sondern auf die irdischen xvqioi 
(= dean&tai) und deren dovloi angewendet ist. Man vgl. 



Lc. 16,13. Mt.6,24: 

ovdels olxetrig (= dovXog, Herrn.) 
dvvaxai dvoi xvgloig dovXeveiv 

xov hegov dyani^oet 

Tov hdgov xaxaqjg ov^aet 

tj evog äv&i^exai {=Tifiijoei, Diatess.) 



1. T. 6, 1. 2: 

oaai eiolv vno Cvyov dovXoi 

tovg tdiovg deaTtöras . . aXXa /läXXop 

dovXsvixioaav 
eialv xal dyanijxoi 
Seojiöxas fjLti xaxatpQoveixmaav 
jtdarjg xtfirjg d^lovg ^yeMioaar, 



Diese Anwendung des Logion auf die socialen Verhältnisse 
der dovXoi und deo7i6tai findet sich bei Paulus nur hier. Ln 
übrigen deutet der Apostel dieses Herrenwort in verschieden- 
ster Weise auf Gottesdienst und Götzendienst (eldcoXoXarQeia). 
Man vgl. 



i^e(p dovXeveiv (= Xa- 
xgevetv) 



R. 1,9: 6 ^eog ^ Xaxgevo), 2. T. 1, 8: x^ ^e^j 
<^ XaxQsvQ}, Act 24, 14: XaxQevto x^ na- 
xQcpq) ^e(ßi Act. 20, 19: dovXevoDv x0 xvgifp, 
R. 12, 11: Tö> xvgitp dovXevovxes, "Eph. 6,1: 
dovXevorxeg a>s x^ xvgltp, C. 8, 25: r^ xv- 
Qlci> XQt<n0 dovXeiüex8, R. 14, 18: dovXtimv 
T(p Xgtax^, (R. 7, 25: dovXevco v6fiq> ^eoi)) 



*) Über die Bedeutung von fiafAcaväs = divitiae vgl. die näheren 
Angaben bei Zahn, Matthäus S. 291 f. Anm. 202. Der paulinische Sprach- 
gebrauch nXovxog (= fiafiioväg) ist dabei nicht erwähnt, auch das Dia- 
tessaron nicht. 



Ot dvO XVQIOI. 



277 



dovX$veiv x€u fiü' 



ov6iig dvratcu dval 
xvgloig dovXeveiv 
(== XaxQ8v$iv) 



ov dvvaa^e ^8^ dov- 
Itveiv xcu nafuarq. 

Tov iva xifjiviaei 

xau ToO Mqov xaxa' 
tpQOv^aei 



C. 8, 5: tijv jtXsove^laVf ijxig iaxlv eldcDXoXa' 
T^e/a, Eph. 5, 5: nXeovixxtjg, S iaxiv e/da>- 
XoXdxQije, 1. T. 6, 17: xöig jtXovoloig . . firi 
^Xjiixivou ijtl nXovxov ddrjXöxrfXi, Phil. 3, 19: &r 
6 t^eoc i} xoiXla, ... oi xä htlyeia q>Qovövvxeg 

R. 1, 25: iXdxQsvaav xfj xxiast nctga xov xxlaavxa, 
1. Th. 1,9: insoxQttpaxs jigog xov i^eov dsto xc&v 
eld(oXQ}v, dovXev8iv ^8^ (&rxi xcu dXtj^tv^, 
1. T. 6, 17: fitf i^Xjiixirou htl jtXovxov ädijXSxtjxt, 
AXX* kni ^B^, Ebr. 9, 14: äjto vsxq&v igytov $ii 
x6 Xaxgevetv ^«<J> C&rxi, R. 16, 18: oi yoQ rcx- 
oi>xoi t4> xvgiqt ^fx&v 'IijaoB Xqiox^ o^ dov^ 
Xsvovaiv, dXXä xfj iavx&¥ xoiXüf, 2. C. 6, 14. 15: 
/Äff yhsa^B ixBQo^vyo^vxeg . , xig de ovfA' 
q>€orfjoig XgiaxoO ngog BeXloQ; 

1.0. 10» 21: ov dvvaa^s xQcutiCfjs xvqIov ^kt- 
ix^ir xcu XQCütiCtfg datfiovicov 

R. 13, 7: T^ xfir xifir^v xrjv xifii^r, R. 1, 21: ovx 
cbg ^tw idöSaoav 

R. 2, 4: ^ . . avxoO . . xaxaq>QoveTg; 



Von einer lucanischen Bearbeitung des Evangelientextes 
Lc. 16, 13 nach paulinischen Motiven kann dabei nicht die 
Rede sein, einmal weil die paulinischen Parallelen auch mit 
Mt. 6, 24 zusammentreflPen, und sodann, weil Lc. die paulinischen 
Varianten (dovXog f&r obchrjg, xt/xäv für ärrixeodcu, TtXovxog für 
jMXfjicoväg, XaxQeiieiv neben dovXevetv, deandxai für xvqioC) nicht 
berücksichtigt hat. Aus dieser Feststellung ergeben sich die 
Richtlinien zur Beurteilung derjenigen Parallelen, in denen 
Lc. 16, 14. 15 mit paulinischen Texten sich berührt, ohne von 
Mt. secimdiert zu sein. Man vgl. 



A 22, 52-54 
= Lc. 16, 14. 15 : 

o/ fpoQiacuoi (ptXdgyv' 
Qoi Svxtg 

xcd iSefiVxxiJQiCov 
avxdr 

ifuZe ioxe ol dtxai' 
oüvxee iavxovg 



6 ^sog yivfboxBi xdg 
xagdiag vfic&v 



Paulus: 

2. T. 3, 2: q>iXavxot, fpiXdgyvQoi, 1. T. 6, 10: ^Ca 
^'d^ ndvxoiv x&y xaxc&v iaxtv rj (ptXagyvgia 

Gal. 6, 7: fir^ jtXaväo^e' ^$oc ov fAvxxijQ{($xai 

Act. 13, 38: ovx rjdwi^^xe h vdfup MoDvaioyg 
dixatOD^rlvai, R. 10, 3: dyroovrxeg xifv xoO 
^eoD dtxatoavvijy xcu xtfv idiav ^rixovrteg 
axtjocu 

R. 8, 27: iQavv&v xdg xagdiag oId$v xi x6 
q>Q6njfia xoO ssvtv/iaxog, 1. C. 4, 5: (pav8Q€oa$i xdg 
ßovXäs x&v xagdtcjv 



278 Resch, Paulimsmos. II. fimzelaniersachangen. 



x6 h iiy&Qibnoig lyfij' 
X6v ßdiXvy/ia hmmov 
TO0 ^eoO 



1. C. 4, 6 : Tva jud&ijTe — ^^ ^ ^xkg & yfygaxuu 
R. 11, 20: ^17 lyftjXä <pQ6v8t, R. 12, 8: /t^ ^xeg- 
<PQOveTv naß* S deT q>QO¥eXv, R. 12, 16: (m^ to 
vyfijXä <pßovof>rj€g, 1. T. 6, 17: fifj ^yiyAo- 
tpQoveiv. 



Im Rückblick auf alle diese Parallelen ist es besonderB 
beachtenswert, daß namentlich t. T. 6 und der Römerbrief es 
sind, in denen die bezüglichen Anklänge am häufigsten wieder- 
kehren. Man vgl. 1. T. 6, 1. 2. 10. 17; R. 1, 9. 21. 25; 2, 4; 
7, 25; 8, 27; 10, 3; 11, 20; 12, 3. 11. 16; 13, 7; 14, 18; 16, 18. 
Auch in diesem Falle kann man beobachten, daß es gerade 
die gegen die Pharisäer gerichteten Reden Jesu sind, die 
Paulus sich am tiefsten eingeprägt hat. 



87. 6 vdfAog xal ol nQoq)fjxai. 

In meiner Reconstruction der Logia trägt Cap. 23 die 
Überschrift: ,Ge8etz und Propheten.' In dem Marcusevangelium 
findet sich der Ausdruck: 6 vdfAog xal ol nQoq)fjxcu nicht ein 
einziges Mal. Nur indirect kommt der mit diesem Ausdruck 
gegebene Begriff einer einheitlichen Repraesentation des Alten 
Testamentes als einer Propädeutik auf Christum auch bei Mc. 
zutage, nämUch in der allen drei Synoptikern gememsamen 
Perikope von der Verklärung Jesu. Da erscheinen A 11, 24 
= Mc. 9, 4. Lc. 9, 30. 31. Mt. 17, 3 Mcovotjg xal 'HXlag als die 
typischen Repräsentanten von Gesetz und Propheten im Lichte 
der durch Jesum geschehenden Erfüllung. Dagegen werden 
M(ovorjg xal ol nQotprjxai ausdrücklich genannt ^ 23, 40. 42 
= Lc. 16, 29. 31. Vgl. Exe. 90. In demselben Cap. 23 tritt 
uns der gleichwertige Ausdruck: 6 vöfjtog xal ol jtQOfptjTai 
entgegen. Vgl. ui 23, 4 = Lc. 16, 16: 6 vd^Aog xal ol 
7iQoq)fJTai = Mt. 11, 13: ol 7iQo<pfjrai xal S vifxog, femer 
A 23, 7 = Mt. 5, 17: ibv vö/uiov fj jovg nqocprixag. Nach 
zuverlässigen außercanonischen Zeugen (Irenaeus, Aphraates, 
Marcion, Hierosolymitanum) enthielt auch das Logion 
Mt. 5, 18 = Lc. 16, 17 = ^ 23, 9 diesen Ausdruck und lautete 
— was fiir den ursprünglichen Sinn desselben von höchster 
Bedeutung ist — so, wie er A 23, 9 wiedergegeben ist: 

d/i^v yäQ liyco vßuv, lona ?v fj jjua xegala änö tov v6fAov 
fj xcbv 7iQoq)rjTcdv oi Tuoehai, icog äv ndvta ySyt^tai. 



oi Mo xvQioi, 6 v6fiog xai ol 7iQ0<pijxai, 279 

Bei dieser Fassung handelte es sieh um die geschichtliche 
Erfüllung der auf Jesum als den Messias abzielenden alttesta- 
mentlichen Propädeutik und Prophetie, nicht um eine fort- 
dauernde Giltigkeit des mosaischen vöjbLog, nicht um die Gültig- 
keit der Gesetzesbuchstaben , nicht um die Verbindlichkeit der 
einzelnen Gebote, von denen doch Jesus selbst schon die 
sämtlichen Reinigungsgesetze früher für hinfallig erklärt hatte. 
Ygl. Exe. 35. 58. Der erste Evangelist hat nicht nur durch 
Weglassung der Worte: fj rojv jtQoqnjxanf — diese geschichtliche 
Deutung des Logion unmöglich gemacht, sondern auch durch 
die ganze Fassung, die er dem Worte gab, ihm einen gesetz- 
lichen Charakter aufgeprägt. Ja, er hat noch mehr getan: 
er hat dieses Logion in dieser abgeänderten Fassung und in 
Verbindung mit dem dazu gehörigen ui 23, 7. 8: 

jirj vofiiorjTS, Sri ^X'&ov xaxalvoai xbv vö/iov fj rovg 
nQO(prixag' ovx ^X'&ov xaxaXvoai, äiXd nXtjQcboai 

von seinem ursprünglichen historischen Standort hinweg gerückt 
und Mt. 5, 17. 18 als Thema an die eigentliche Spitze der von 
ihm nach seinem Plan reconstruierten Bergpredigt gestellt. 

Wäre dieses Logion Mt. 5, 17. 18 in der von dem ersten 
Evangelisten ihm gegebenen Stellung und Fassung das ur- 
sprüngliche Thema der Bergpredigt gewesen, so müßte man 
es auch als den Schlüssel des Verständnisses für alle übrigen 
Reden Jesu betrachten und die judenchristliche Auffassung der 
Person Jesu als eines xaivög vo/ia&ixrjs als den Kernpunkt 
seiner Lehre (als eines vö/iog xileiog) acceptieren. 

Aber unser Logion gehört nach Lc. 16, 17 in die letzte 
Zeit des Wirkens Jesu, ist also mit nichten das Thema der 
Bergpredigt und keineswegs das Programm seiner galiläischen 
Wirksamkeit gewesen, sondern hatte vielmehr eine ganz be- 
stimmte geschichtliche Veranlassung, nämlich den von den 
jüdischen Schriftgelehrten gegen die Messianität Jesu erhobenen 
und von den Jüngern Jesu in der Gestalt einer Frage ihm 
vorgelegten Einwurf: xl Xiyovoiv ol yQajUfiaxeig, 8xi [Just.: tiqö 
xov Xqioxov] *HXlav dei iX'&eTv xal djioxaxaoxi^oeiv ndvxa; Vgl. 
Mt. 17, 10. Mc. 9, 11. Nach dem (PT. ü, 203-210) aus Mt. 
17, 10-12; 11, 12. 13. 14; 5, 17. 18; Mc. 9, 11-13; Lc. 16, 16. 17 
wiederhergestellten ursprünglichen Context lag der auf diesen 
Einwurf gegebenen Antwort Jesu folgender Zusammenhang zu 
Grunde. 



262 



Reseh, PMilifrimnn. IL Emelnntcrwichi mg t m . 



Jesu nnprünglich aa einem anderen Standort sieh befimdeo 
und der Bergpredigt nicht angehörten« 

Nach der Ton Mt^ and Mc. in wesentlicher Übereinstim- 
mong gegebenen, Ton Lc. aber auf das Schlußwort (Lc 16, 18 
= Mt 5, 32; 19, 9; Mc. 10, it. 12) beschrankten lg«&lilimg 
(Mc. 10, 1—12; Mt 19, 1—9) waren es die Pharisäer, welche 
ein^i Anaqpnich Jesa über die im mosaischen Gesetze bestimmte 
Form der Ehescheidong proTocierten. In seiner Antwort ging 
Jesus über die mosaische Gesetzgebung auf das ursprüngliche 
Terhiltnis, wie es nach Gen. 1, 27; 2, 24 Ton Anfiuig des 
menschlichen Geschlechtes bestanden, zurück, indem er für die 
Ehe das Prinzq» der Unauflösbarkeit proclamierte und die 
mosaische Form der leichten Lösbarkeit (lediglich durch einen 
Ton Seiten des Mannes auszustellenden Scheidebrief) auf die 
Ton dem mosaischen (besetz berücksichtigte axhjgoxijtgdia der 
Juden zurückführte. Es war im tiefsten Grund nicht eine neue 
Ehegesetzgebung, die tou Jesu ausging, sondern ein uraltes 
und zuglrieh ein neues Prinzip, durch welches er die mosaische 
Form der Ehescheidung antiquierte, ähnlich wie er es mit den 
mosaischen und jüdischen Reinignngsgesetzen getan hatte. 
Durch das fiir die Ehe rerkündete Prinzip der Unlösbarkeit 
gab er dem l^eibe einen festen Schutz gegen die Willkür des 
Mannes« stellte er das Weib dem Manne ebenbürtig an die 
Seite. In dieser prinzipiellen Entscheidung liegt das absolut 
Neue der christlichen Ehe gegenüber dem Judentum, zugleich 
in Anknüpfung an den Uranfang des menschlichen Geschlechtes. 
Also nicht eine neue Ehegesetzgebung wollte Jesus hinter- 
lassen^ dann hätte er auch eine neue Form der Eheschließung 
^g^nüber der jüdischen aufstellen müssen; Tielmehr ein bahn- 
brtH^hond«^ neues Prinzip proclamierte der Herr, indem er die 
Aus^vtttalmng dieses Prinzipes seiner zukünftigen Gemeinde, 
df^t AifjfA^ini» überließ. 

Nach dit(^9on Vorbemerkungen gilt es nun die in den 
«^Miiptivohon Kolationen mehrfach modifieierten Bearbeitungen 
dtgKi un^prüiiitHohon Logiatextes auszugleichen. 

Sh <•«* ^ ^^^ 



Mt 19, 9: 

Ifyto di vfuv ort 

ji^y yvvaXxa 
d 1^ f o lAtJ 



* ^ 



Mc. 10, 11: 

xcd liyet avzoie 
Sg är d:toivajj 
rrjv yvvaXxa 
avxov 



Lc. 16, 18: 

nag 6 änokvcav 

Ttfv yvvaXxa 
avxov 



djfoXveiv. 



283 



xouT avtrjv fioi- 

xai Sg iäv axo- 
XeXvfiivtjv ya- 
firiafi fiotxätai 



xal yafjiriafi äX" 
Xijv fiotxäxai 



[xal 6 dnoXeXv' 
ftivrjy yafjLTioaq 
fioixäxai] 



xal yafJL&v ixi' 
gav /Aoix^vei 



xal yafiriofi äX- 
Xtjv fioixätat 
hC avTfJv 

xal 6 djtoXeXv' 
fxivriv &Ji6 dv- 

dgog yafi&v 
fiotx^^ei. 

Abgesehen von dem zweimal ähnlich lautenden Zusatz des 
ersten Evangelisten: nagexrög Xöyov noQvelag = yu^ bil nogvelq, 
stimmen diese Texte sachlich überein, nur da£ Mc. das letzte 
Glied weggelassen hat. Dafür bringt er noch einen ihm allein 
eigentümlichen Satzteil in Mc. 10, 12, bezüglich dessen* der 
canonische Text und der außercanonische Text von einander 
abweichen. Vgl. 



Mc. 10, 12: 
xai iäv avxri ÄnoXvaaoa t6v ävdqa 
avxfjg yanriofi äXXov, fjLoix&xai 



Cod. D; 
xal iäv yvvij i^iX^fj djto xov dv" 
ÖQog xal äXXov yafiijofj, fioixäxM. 



Daß Mc. diesen Satzteil aus der Quelle geschöpft, welche 
Paulus schon benützte, bezeugt dieser 1. C. 7, 10: roTg dk 
yeya/uitjxdaiv naqayyiXXm oix lyd) äXXä 6 xvgiog, yvvaJxa änd 
ävdgdg jbiii ;i^a>^iai9^vac, welche Worte mit der Fassung des 
Cod. D sachlich vollständig sich deckt (xcogiai^vai = i^ei-'&eTv 
&n6 xtvog)^ während die canonische Fassung schon deswegen 
zurücksteht, weil das Weib nach mosaischem oder sonstigem 
Recht den Mann mit einem Scheidebrief zu entlassen (äjio- 
Xvetv) gar nicht befähigt war. Daher braucht Paulus vom 
Weibe /lij ;fcüö«a^va« äjid ävögög, dagegen vom Manne 1. C. 7, 11 : 
xal ävöga yvvaixa jAt] äcpiivai (= äjioXveiv). Das Weib soll den 
Mann nicht verlassen, der Mann soll das Weib nicht entlassen. 

Paulus hat also beide Worte als Herrenworte gekannt, 
das erste Wort, in welchem alle vier Parallelen übereinstinmien 
(Lc. 16, 18. Mc. 10, 11. Mt. 19, 9; 5, 32): ävöga yvvaixa ßifj 
äjioXveiv (= &(piivai% und das zweite, welches Mc. 10, 12 allein 
(wenngleich etwas abgeändert) erhalten ist: yvvaixa änb ävdgdg 
jufj l^eX^elv (= ;ca>^iati>^vai). Dadurch wird es wahrscheinlich, 
daß Mc. 10, 12 in der Quelle zu lesen war, obwohl dieser 
Satzteil nicht nur von dem ersten, sondern auch von dem 
dritten Evangelisten weggelassen ist. Vgl. auch R. 7, 3% sowie 
die von Feine (S. 260) gegebene etwas abweichende Dar- 
stellung. Dafür, daß Paulus auch die ganze Perikope Mc. 10, 
1— 12 = Mt. 19, 1—9 = ^ 23, 10—19 kannte, sprechen noch 
folgende paulinische Parallelen. 



282 



Resch, Paulinismas. IL Einzelantersachangeii. 



Jesu ursprünglich an einem anderen Standort sich befanden 
und der Bergpredigt nicht angehörten. 

Nach der von Mt und Mc. in wesentlicher Übereinstim- 
mung gegebenen, von Lc. aber auf das Schlußwort (Lc. 16, 18 
= Mt. 5, 32; 19, 9; Mc. 10, 11. 12) beschrankten Erzählung 
(Mc. 10, 1—12; Mt. 19, 1—9) waren es die Pharisäer, welche 
einen Ausspruch Jesu über die im mosaischen Qesetze bestimmte 
Form der Ehescheidung provocierten. In seiner Antwort ging 
Jesus über die mosaische Gesetzgebung auf das ursprüngliche 
Verhältnis, wie es nach Oen. 1, 27; 2, 24 von Anfang des 
menschlichen Geschlechtes bestanden, zurück, indem er für die 
Ehe das Prinzip der Unauflösbarkeit proclamierte und die 
mosaische Form der leichten Lösbarkeit (lediglich durch einen 
von Seiten des Mannes auszustellenden Scheidebrief) auf die 
von dem mosaischen Gesetz berücksichtigte axXtjQoxaQÖla der 
Juden zurückfahrte. Es war im tiefsten Grund nicht eine neue 
Ehegesetzgebung, die von Jesu ausging, sondern ein uraltes 
und zugleich ein neues Prinzip, durch welches er die mosaische 
Form der Ehescheidung antiquierte, ähnlich wie er es mit den 
mosaischen und jüdischen Reinigungsgesetzen getan hatte. 
Durch das für die Ehe verkündete Prinzip der Unlösbarkeit 
gab er dem Weibe einen festen Schutz gegen die Willkür des 
Mannes, stellte er das Weib dem Manne ebenbürtig an die 
Seite. In dieser prinzipiellen Entscheidung liegt das absolut 
Neue der christlichen Ehe gegenüber dem Judentum, zugleich 
in Anknüpfung an den Uranfang des menschlichen Geschlechtes. 
Also nicht eine neue Ehegesetzgebung wollte Jesus hinter- 
lassen, dann hätte er auch eine neue Form der Eheschließung 
gegenüber der jüdischen aufstellen müssen; vielmehr ein bahn- 
brechendes neues Prinzip proclamierte der Herr, indem er die 
Ausgestaltung dieses Prinzipes seiner zukünftigen Gemeinde, 
der ixxXrjöia, überließ. 

Nach diesen Vorbemerkungen gilt es nun die in den 
synoptischen Relationen mehrfach modificierten Bearbeitungen 
des ursprünglichen Logiatextes auszugleichen. 



Mt. 5, 32: 

8x1 n:äg 6 djto- 
Xvcüv XTjv yv- 
vaXxa avTOv 
TiagexTog Xoyov 
JtoQveiag 



Mt. 19, 9: 

XiyoD Öe vfjiTv ort 
8g av djtoAvou 

trjv yvvaixa 
avx ov fjLtj im 
jioovBin 



■* m. 



Mc. 10,11: 

xai Xeyet avroig 
og äv dnoXvafi 

xrjy yvvaixa 
avxov 



Lc. 16, 18: 

jtäg 6 anoXv€09 

xrjv yvvaixa 
avxov 



djioX^eiv. ij dvdaxaaig rcDr vexQ&if. 285 

A 23, 20-29 = Mc. 12, 18-27. Mt. 22, 23-33. Lc. 20, 27-38, 
Selbst in der Schilderung der nagovola ans Anlaß der letzten 
großen eschatologischen Rede (^31 = Lc. 21. Mc. 13. Mt 24) 
fehlt in den canonisch-synoptischen Texten ein Hinweis auf die 
dvdaxaais, sodaß bei der Reconstruction dieser Rede in meinen 
Logia eine Anleihe aus Paulus stattgefunden hat durch Ein- 
fügung der Worte : xal ol vexgol ävaanjaovrai = iytQ^oovtai^ 
aus 1. Th. 4, 16 = 1. C. 15, 52. Vgl. A 31, 30. Daß diese 
Einfügung der Eschatologie der Aidaxti und der Constitu- 
tionen entspricht, habe ich bereits FT. 11, 293 £P. nachgewiesen 
durch Bezugnahme auf Aid. XYI, 6 = Const. YII, 32, wo die 
ivdoiaaig vexQWv = ävaßlcooig rcov xexoijutjfjiivoDV als xqkov 
atjßuiov unmittelbar nach der q^covfj aähuyyog (vgl. Mt. 24, 31) 
erwähnt wird. 

Daß Paulus der sadducäischen Leugnung der ivdoraoig 
gegenüber mit den Pharisäern sich vollständig eins wußte^ 
zeigt der Act. 23 geschilderte Vorgang. YgL namentlich Act. 
23, 6: negl ÜJildog xal ävaordaecDs vexQ&v lych xglvoßjuu, Oan^ 
derselbe Antisadducäer tritt uns in l.C. 15 entgegen, der ein- 
zigen Stelle in den paulinischen Briefen, wo die Frage nach 
der ävdozaais vexQOJv ex professo behandelt ist. Diese pau- 
linische Darlegung 1. C. 15, 12£P. berührt sich nun mit dem 
antisadducäischen Gespräch Jesu A 23, 20—29 in einer Weise,, 
daß die Benützung der vorcanonischen Quellenschrift, welche 
bei dieser Perikope den synoptischen Parallelen Mt. 22, 23—33. 
Mc. 12, 18—27. Lc. 20, 27—38 zugrunde liegt, deutlich an den 
Tag tritt 

Schon die Einleitung der paulinischen Darlegung l.C. 15, 12: 
7i6)s Xiyovaiv iv i/Mv ziveg, 5ti ävdoxaaig vexQ&v ovx iaxiv; 
— deckt sich fast wörtlich mit der Einleitung jener Perikope: 
TtQoofjX'&ov aixcp riveg tojv üadöovxalcov kiyovxeq ävdaxaair 
v€XQ(bv jufj elvai, wobei zu bemerken ist, daß das vexQ&v 
aus dem Evangelientext bei Epiphanius (Haer. XIY. p. 31 D) 
ergänzt ist Ygl. PT. III, 554. Aber auch das nur von Mt 
und Mc. erhaltene, von Lc. weggelassene Wort Jesu : jüaväa^e^ 
ßifj elSAreg rdg ygacpäg jutjök t^v dvvaßuv rov ^eov, womit Jesus den 
sadducäischen Unglauben straft, klingt wieder l.C. 15,33: /iijf 
TtXaväo^e — v. 34: äyvcoolav yäg '^eov xiveg ixovaiv, Yor allen 
Dingen aber zieht sich das Thema der antisadducäischen Jesus- 
rede: &€i 6k iyeiQovrai ol vexQoi nach der lucanischen Fassung 
(Mc: Tiegl dk twv vexQCOv Sti lyelgovraL, Mt: negl di xijg 



2S$ RfA, Pniliiiiw n. 

iraotdatio^ x(äw vexgwr — slio iWM4iTifh gaas gkidibedeafteod) 
wie em roter Faden durch die paoliiiiiche Darlegimg^ bindureh. 
Y^ \. C. 15, 15: ccu^ &a rtxooi Cftrx lytigortai — ^ t. 16: 
d yiQ rtxooi oivc lytigorxai ~, t. 29: d Hok r€xgol o6x 
iytigorxai ~, t. 32: d rtxgoi ctrx lytigortau Hie fiemer 
der sonst gern kfirzende Le. bisweilen originnle Bestandteile 
der Quelle gerettet hat, so wird anch das Ton Ki. mid Me. 
weggelassene Wort Lc 20,36*: cMi jag Ano^avtlv Iri dvvanai 
— nicht nur durch Apoc. 21,4: xoi 6 ^drarog ofa ianu fri» 
sondern nicht minder durch l.C. 15,26: &zaro; i^l^gdg xatag- 
jehcu 6 0draxog beglaubigt Endlich auch der ursprüngliche, 
nur durch Lc. erhaltene Schluß der Perikope, Lc 20,38^: 
ndneg ydg abi<p l^tboiv — ist zwar in der Darlegung 1. C. 15 
nicht benutzt, klingt aber an paulinische Stellen so oft an, 
dafi man an seiner Quellenmäfiigkeit nicht zweifeln kann. 
Vgl 2. C. 6, 9. R6, 11; 14,8; OaL2,19.20. 2,0.5, 15. l.Th. 
5,10. Act 17,28. 

Was noch den Abschnitt l.C. 15,35—44 in besonderer 
Weise anbelangt, so kommt hier das nur von Mc aus der 
Torcanonischen Quelle aufbewahrte Gleichnis A 8, 18—20 » 
Mc. 4, 26—29 in Betracht, und zwar in derjenigen Textgeetalt, 
wonach das tyugtjrai ursprünglich nicht auf ärdgamog, wie es 
im canonischen Texte der Fall ist, sondern auf ojtdgog oder 
x6xxog sich bezieht, wie der Cod. Colbertinus: et semen 
«urgat - ganz bestimmt erkennen läßt. (Ygl. FT. II, 154 f. 439. 
Job. 12,24. Clem. Rom. I, 24, 5. Iren. Y, 2.3. Theophil, ad 
Autol. I, 13. Method. de resurr. LXn, 3.4. p. 166 ed. Bon- 
wetsch.) Unter dieser Voraussetzung versteht man erst den 
viermaligen Gegensatz: onelgetai — lyelgexai (l.C. 15,42— 44) 
in seiner ursprünglichen Beziehung zu jenem Gleichnis Mc. 4, 
26—29 sowie in seiner Congenialitat zu dem Herrenwort Job. 
12,24. Auch Gal. 6,7—9 klingt an dieses Gleichnis an. YgL 
Exe. 32. Man beachte in Gal. 6, 7 das aus l.C. 15,33 be- 
kannte, außerdem nur noch l.C. 6,9 vorkommende, ßiij Tilarä* 
o'»e, welches dem nlavao&e {A 23, 25 = Mt. 22, 29. Mc. 12, 24, 
wobei die Lucas-Farallele fehlt) aus unserer Ferikope entspricht 

90. 'Aßgad/Ä. 

Manche Kritiker haben das Gleichnis von dem reichen 
Mann und dem armen Lazarus in zwei Hälften, einen echten 



i} dydaiaaig x&y vefCQÖr, 'Aßgadf*. 287 

und einen unechten Bestandteil, zerlegt und behauptet, die 
erste Hälfte ^ 23, 30—37 = Le. 16, 19—26 bilde den echten 
(Grundstock, ^23,38—42 = Lc. 16, 27—31 repraesentiere eine 
spätere Zutat zu der Parabel, Jesus habe mithin nur den 
Gegensatz von Reich und Arm in seiner Bedeutung für die 
ßaodela xov ^eov schildern wollen. Aber diese Auffassung 
fallt sofort in sich selbst zusammen, sobald man erwägt, daß 
Abraham, welcher ja nach den Erzählungen der Genesis ein 
sehr reicher Mann gewesen ist, auch schon in der ersten Hälfte 
des Gleichnisses die Hauptperson bildet, und zwar in derselben 
Weise, wie dies in der zweiten Hälfte der Parabel der Fall 
ist. Nicht der Reichtum an sich wird in der Parabel gestraft, 
sondern das weltformige, gottentfremdete, liebeleere, in täg- 
lichen Prassereien zwecklos und hoffnungslos verlaufende Leben 
wird an dem typischen Bild des nlovaiog zur Darstellung ge- 
bracht, in dessen Hause der Unglaube heimisch war. Daher 
wird Abraham der Prediger des Glaubens. Nicht auf 
das Gesetz als Gesetz yerweist er, nicht Werke des Gesetzes 
fordert er zum Seligwerden, sondern ein Hören (dxovodrcooav) 
auf das Heilswort, welches in dem alttestamentlichen Gesamt- 
zeugnis von Moses und den Propheten enthalten ist, und ein 
Glauben (niorevoovatv nach Cod. D = neia^oovxai Lc.) an 
dieses Gesamtzeugnis. Hierdurch wird es evident, daß die 
Parabel nicht eine Verherrlichung des Gesetzes bezweckt, 
sondern daß Moses und das Gesetz vom prophetischen Ge- 
sichtspunkt aus und in engster Verbindung mit ol jtQoqnjrai^ 
genau wie -/i23, 7-9 = Lc. 16, 17. Mt. 5, 17. 18 (vgl. Exo. 87), 
als messianisches Gesamtzeugnis von dem verheißenen Heile 
zu fassen ist 

Ganz in diesem Sinn wird von Paulus Rom. 3, 21 das 
Verhältnis des neutestamentlichen ^eils zu der alttestament- 
lichen Verkündigung dargestellt in den Worten: wvl dk xo)Qlg 
vöjuov diHaioovvf] '&BOV Ttecpavigcorai jULaQxvQOv/Äivrj inö xov 
vöfjtov xal x(bv nqotpr\x(bv. Hier sehen wir Paulus in 
einem und demselben Vers erst den vdyLoq als Mittel zur Er- 
langung der dixaioavvi] ^eov auf das Bestimmteste durch sein 
Xcogk ablehnen und sofort darauf denselben vö/xog^ aber nun 
nicht mehr als vöjuog im gesetzlichen Sinn, sondern in Ver- 
bindung mit x(bv 7iQ(xpi]xa>v, mithin im prophetischen Sinn, als 
Zeugnis für die im Neuen Testament (wvC) geo£Penbarte 
doecuoovvtj ^eov in Anspruch nehmen. Daß Paulus an dieser 



288 



Resch, Paalinismas. IL Emzeluntersachimgeii. 



Stelle unsere Parabel, insbesondere die Schlußworte Abrahams 
mit der Variante maxtvaovoiv, welche Cod. D überliefert 
hat, im Sinne trug, dafür spricht mancherlei, in erster Linie 
das ZusammentreflPen des /ÄaQTvgov/uiivti inR. 3,21 mit dem 
dia/iaQTVQtjxat in Lc. 16, 28 = J/ 23, 39, dann aber auch 
die in R. 3,22 immittelbar nachfolgenden Worte: diä nioxe€og 
. . ek ndvxag rohg nioxevovtaq, femer R. 4, 16: bt nloxeoig 
*AßQadßA, sowie das zweimalige iS Axo^g nlaxecog in GaL 3, 
2. 5, entsprechend dem äxovodxcoaav und niaxeioovoiv des 
Qleichnisses und der in Gal. 3, 6 nachfolgenden Erwähnung 
Abrahams: xa'&cbg 'Aßgaäfji inloxevoev. Man vgl. femer 
Oal. 3,9: 61 bc nlaxecog eiXoyovvxai avv x^ niaxcp 'Aßgad/n, 
R. 4, 18. R. 4,11,12: elg x6 elvou aixdv naxiqa ndvxoir xdiv 
7iioxBv6vx(ov xxX., so¥de OaL3, 7: ol ix nlaxecog, ohoi 
vlol elaiv 'Aßgad/Uy R. 10, 14: nd>g di ntaxevaoyaiv, av oix 
ijxovaav; R. 10, 17: äga ^ nlaxig i^ äxofjg* 

Die Bekanntschaft des Apostels mit unserem Gleichnis 
tritt femer in seinen durch die Apostelgeschichte erhaltenen 
Reden hervor. Vgl. 



Act. 20, 21: 
dia/AagxvQÖfievog 'lovdalois te xal 
"EXXrjotv rijv elg ^eov fiexdvoiav 
xai TtioTiv 

Act. 24, 14: 
niaxBvtov näai xoXg xaxä xov vöfiov 
xai xoTg iv xoTg nQotprixaig 
yeygafifiivoig 

Act. 26, 22: 
eoxffxa fjiaQxvQÖfievog . . wv xe ol 
nQoq)fjxai iXdXrjaav fieXk6vxG>v yl- 
veo&ai xal Mcova^g — v. 20: 
djtijyyeXXov fiexavoeXv 

Act. 28, 23: 
diafjtaQxvQÖfievog xijv ßaaiXeiav xov 
^eov . . . dji6 xe xov vofjLov Mtov^ 
aioyg xai x(bv 7iQ0<pijx(bv 



A 28, 39. 41. 42 = Lc. 16, 28. 30. 81 : 
Snmg dtafiaQxvQijxai avtoüg . . fis^ 
xavoi^aovaiv . . . niax$vaovaiv 

^23, 42 = Lc. 16,81: 
ei Mo>vaewg xal x&v JtQoq?tjx&y 
ovx äxovovaiVf ovde . . snaxBv^ 
oovaiv 

A 23, 42 = Lc. 16, 31 : 
ixovoiv MoDvaia xai xovg ngo- 
tptjxag' axovadx(ooav aviwy . . . 
/nexavoi^aovaiv 

^23,40 = Lc. 16,29: 
exovatv Moavaia xal xovg stqo- 
q)rixag' axovoaxo}oav avx&v. 



Wollte man die Entstehung dieser Parallelen aus der 
Identität der bezüglich der beiden lucanischen Schriften vor- 



*) Was Paulus von Abraham R. 4, 20 aussagt: hedwa/Ato^ xfj xiaxet, 
dovg dS^av xcp ^e^ — ist nahe verwandt mit^ 24, 55. 56 = Lc. 17, 18. 19: 
dovvai do^av x (p i^ecp . . ^ nioxtg oov oiacoxey ae. 



'Aßgadfi. ofcavöcdiCeiv. 289 

liegenden YerfasBerschaft ableiten, so zeugen gegen diese 
Annahme die Parallelen im Römer- und Qalaterbriefe, besonders 
R. 3,21, namenüich aber auch der Umstand, daß der Paral- 
lelismus erst durch die außercanonische — nicht vonLc. stam- 
mende — Lesart nioxevoovoiv des Cod. D perfect wird, da 
doch Lc. , wenn er der Dichter der Parabel gewesen wäre, 
sicherlich die von ihm selbst in der Apostelgeschichte bezeugte 
Lesart morevoovoiv in seinem Evangelium nicht durch die 
Variante neia^oovrai verwischt haben würde. Nein, das 
Oleichnis mit den charakteristischen Verbindungen von äxoveiv 
— fjietavoeiv — nuneveiv gehörte der schon von Paulus sowohl 
in seinen Briefen wie in seinen Reden benutzten vorcanonischen 
Evangelienquelle an.* 

Während so für Paulus weder der reiche Mann des Gleich- 
nisses noch der arme Lazarus, sondern die Persönlichkeit 
Abrahams als des Qlaubenspredigers von Bedeutung geworden 
ist, treten uns im Ebräerbriefe Parallelen entgegen, welche 
auf Lazarus Bezug haben dürften. Man vgl. die diaxovla der 
äyyeloi in Ebr. 1, 14 mit ^23,33 = Lc. 16,22: djievex^vai 
avxdv inb xarv äyyikcDv elg t6v xdhiov 'Aßgad/x, sowie Ebr. 4, 10: 
6 ydg eloel^wv elg rrjv xaxdnavoiv avxov xal avrdg xaxi" 
navotv &nb x&v Igycov ainov mit ^23,34 = Lc. 16,23: dqq. 
'Aßgad/ui nöggco^ev xal AdCagov h tq> x6l7iq> abxov dva- 
jtavö/uievov und ^23,36 = Lc. 16,25: vvv dk &de dva- 
jiavexai. Zur letzteren Stelle liest das Diatessaron: requiescit, 
womit Methodius (nach Bonwetsch) übereinstimmt, fiir das 
TtaQoxaXeiTai des lucanischen Textes. Zu Lc. 16, 23 aber be- 
zeugen Cod. D, Epiph., Hilar., Orig., Anast. Sin., Ephraem, 
Cassian, TertuU. und andere den von dem kürzenden Lc. 
weggelassenen Textbestandteil: dvanavöjbLevov. 

91. axavöaXlCsiv. 

Von der heiligen Liebe, die das Böse mit Outem über- 
windet, handelt Cap. 24 des reconstruierten Logiatextes. An 

*) Es erscheint mir daher auch wahrscheinlich , daß die Verbindung 
von fietavoetv und maieveiv in Mc. 1, 15^: fietayoeiTB xal Tttatsvere h t4> 
tvayy^XU^ urevangelisch und mithin auf Jesus selbst zurückzufthren ist. 
Ich bedauere infolgedessen nachträglich ebensosehr die Beschränkung auf 
das luxavostxs des Matthäus-Textes (Mt 4, 17) in yl 8, 5 als die Weglassung 
des maxevoovoiv in A 28, 42 == Lc. 16, 81. 

Text« Q. UnteisnchTiogen. N. F. XQ. 19 



2SK* Imü»i-L. pLiLir2snm&. IL dxaehmtemdnmgaL 

der S[*iizf srf-liT äie WÄnnmr Tor den amiFJcua (-^ 24, 2 = 
Mt. IS, 7. Lc. 17. 1 -cni TOT iem oxariaii^etr (^24,3 = 
Mi. 1>. «. Le. 17, i. Mi. y. 42 1. Dem oxariali^afiat, welche« 
U25 GlaTil»eTM«*i*:'p-Ärhe erspriiirr, eni^richt das oKowiailCav, 
welche* m Trrraeiieii un* die Bruderliebe treiben soD. So 
h« es Psiihsf aufcefkii. TgL l.C. S. 13: d ßgwßia axav- 
dali^ii t:'» d^ilz'i'T ww. of iii; ^«j'co xoea fifc Tor oJamif 
Tra ur t-.V difxc-:*» wof oxarialio<a — . R- 14, 13: /iiy riui- 
rat noooxouua t-.* di^xciT» T cxdrAaior — .R. 14,21: xaior 
TO ur c"<n*w xf»ra «r^f nulr Kiror itr^di h fi 6 ädeifos oov ngoO' 
xo.-TTfi Jl rxar^aiiJ'fTai" — • l.C. 10,32: dngooxonoi .. yo^e- 
<nV — , 1. C. S.9: Ml' .T'.^v - - noöoxouua rerrTOi to& Aaderiatv — , 
2.C. 6,3: ur^udar h ut^^rri dtdorre^ noooxo:itjv. Der 
Ausdmok diVic^iv und dat*fn;s bei Paulus entspricht völlig 
dem Sinn von Tr tOt uixo&r rorrur in dem Logion Jesu. 
Vd. die Varianten dam FT? HL 45^—160. IL2S0f. Mt.24, 10; 
17. 37. 

Eni: vorwandi mit dem axarbdiJ^ar ror ädd^v ist das- 
jenijjt> oxai'iVioC'f.»-. durch welches der Mensch sich selbst ein 
oxtiitVuoi' wini, wenn das oxdrdojLor von einem Gliede, von 
oinom Toilo soiuos oiironen geistleiblichen Organismus ausgeht 
und ihn ?u Fall ru bringen droht. Ton diesem oxavdaXiCeir 
handelt das llorronwon. welches Mc. 9. 43— 4S in einer secun- 
dariMi Boarboitung sich vorfindet und in dieser Gestalt Mt. 18, 
S. 9 yu Grundo liegt, während es der erste Evangelist in der 
Parallele Mt. 5, 2vC;M nach B. Weiß direct aus der Quelle 
geschöpft, Lo. aber gänzlich weggelassen hat. Diese Weiß'sche 
Quellenkritik ^vgl. B. Weiß Mc. 323-326) wird durch die 
paulinisehe Benutzung des Logion vollauf bestätigt. Denn 
gerade die Ausdrücke ueMK und oibjita, welche in der Marcus- 
Bearbeitung Mc. 9, 43— 4S und dementsprechend in Mt. 18, 8. 9 
ganzlich fehlen, aber in der Urgestalt des Logion Mt 5, 29. 30 
die Stiehworte bilden, kehren in derselben Weise als Stich- 




rq} vößicp Tov voo^ jnov xal alxinakcoilCovxd fAt h rq) vöjuq) Ttjg 



axardaXiCstv, fiiXog, am/M, jfQÖßaiov djioXmXög, 291 

äfmgvlag t^) Svti iv xdig juiiXealv fiov, R. 7, 24: ToXaljKOQog 
lycD &v&Q(07iog' rfe fxe ^voercu ix tov ac&jiatog tov ^vdxov 
xovxov; R. 8, 13: xäg ngd^etg tov atbfxaxog '&avaxovxE, Col. 
3, 5: vexQ(l>oaTe oiv xä juiltj xä btl x^g yijg, noQvdav, 
ixa&aQolav, 7td'&og,l7ii'&vjbUav xaxtjv {'^avQxovv, vex^ovv zusammen- 
fassend für Ixxotpov avxijv, S^eXe aix6v in Mt 5,29.30), 1. C. 
13,3: xal läv nagadcb xb oä>fAd [xov, tva xav^i^oojuai (vgl. 
juirj SXov xb acbßid aov elg yievvav [xov Jtvgbg] djiiX'&fi), Ohne 
das vexQovv xä juiXt] fuhren nach Paulus die natürlichen Leiden- 
schaften, xä na^fiaxa xcbv äjmaQxtojv iv xoTg /liXeaiv, zum Tode, 
zum Verderben, in die yiewa xov nvQÖg; dagegen das vexgovv 
xbv v6fiov . . iv xoTg fxiXeaiv fuhrt zur Errettung von dem '&dvaiog. 
Übrigens finden sich Jac. 3, 5. 6 in anderem Zusammen- 
hange dieselben Stichworte ßiiXog, iv xoTg fjtiXeaiv, SXov ady^ia, 
yiewa wieder, welche dem Herrenworte Ld 24, 4—7 = Mt. 5, 
29. 30 in seiner Urgestalt angehören. Aber wo selbst ein 
Jacobus mit Paulus zusammentrifft, hüllt sich der angeblich 
von paulinischer Tendenz beherrschte dritte Evangelist in tiefstes 
Schweigen. 

93. TiQÖßaxov änoXcoXög, 

Es hat mir viele Selbstüberwindung gekostet und es ist 
mir erst bei Abfassung der Logia — noch nicht bei Herstellung 
der ,Au6ercanonischen Paralleltexte zu Lucas' i. J. t895 — 
gelungen, mich von der Richtigkeit der Weißschen Quellen- 
scheidimg zu überzeugen, wonach die drei Gleichnisse vom 
verlorenen Schaf, vom verlorenen Groschen und vom verlo- 
renen Sohne erst durch Lc. zu einer Trias verbunden worden 
sind. B. Weiß schreibt (Mt. 417): ,Dann aber ging die Rede 
der apostolischen Quelle, nachdem sie^ von dem Ärgemisgeben 
geredet (Lc. 17, 1. 2) und vor dem Argemisnehmen gewarnt 
hatte (Matth. 5, 29. 30), nun zu dem Falle über, daß einer doch 
Ärgernis genommen hat und so in Sünde und Lrtum geraten 
ist (vgl. Jahrb. 1864, S. 103). Li diesem Zusammenhang konnte 
das Gleichnis, das vor allem die Hirtentreue schildert und die 
Aufrichtigkeit derselben durch die Freude am Erfolge ihrer 
Bemühungen illustriert, nur die suchende Liebe Gottes abbilden, 
die sich keine Mühe verdrießen läßt, um den verirrten Sünder 
zurückzuführen und eben darum keine größere Freude kennt, 
als die Freude über seine Umkehr. Dieses Gleichnis bildete 
in der Quelle den natürlichen Übergang zu der Ermahnung an 

19* 



290 Resch, PauliDismus. IL EinzeluntersuchTiiigen. 

der Spitze steht die Warnung vor den axdvdala {A 24, 2 = 
Mt. 18, 7. Le.l7, 1) und vor dem axavdaXl^eiv (^24,3 = 
Mt. 18, 6. Lc. 17, 2. Mc. 9, 42). Dem axavdallCea&ai, welches 
aus Glaubensschwäche entspringt, entspricht das oxavdaJd^tiv, 
welches zu venneiden uns die Bruderliebe treiben soll. So 
hat es Paulus aufgefaßt. Vgl. l.C. 8, 13: et ßgcbfxa oxav- 
daXl^ei TÖv ädeXipöv juiov, ov juiij (pdyco xgia elg xbv at&va, 
tva juifj TÖV ädekqjöv jäov axavdaklao) — , R. 14, 13: ^^ T«d^- 
vai jigöoxofijLia reo äd€kq)cp fj axdvdaXov — , R. 14,21: xaXdv 
T& /ifj (payeXv xgia /irjdk nielv olvov /JLtjdk h cß 6 ädektpög oov ngoa- 
xdnxei [^ oxavdaXi^erai] — , l.C. 10,32: ängdoxonoi . . ylve^ 
at?£ — , l.C. 8,9: yu^ ncög . . 7zg6axofi/JLa yevrjxai roig äo&evioiv — , 
2. C. 6, 3: /xrjde/uav h /xrjdevl diddvTcg ngoaxoTirfv, Der 
Ausdruck ädeXcpdg und ÖLo&Bvrig bei Paulus entspricht völlig 
dem Sinn von tv r&v fuxgwv tovtcov in dem Logion Jesu. 
Vgl. die Varianten dazu PT. IH, 458-460. II, 280 f. Mt. 24, 10; 
17, 27. 

92. fiiXog, acö/JLa. 

Eng verwandt mit dem axavdallCeiv xbv ädeXfpov ist das- 
jenige oxavdaXi^eiv y durch welches der Mensch sich selbst ein 
oxdvdaXov wird, wenn das oxdvdaXov von einem Gliede, von 
einem Teile seines eigenen geistleiblichen Organismus ausgeht 
und ihn zu Fall zu bringen droht. Von diesem axavdaU^eiv 
handelt das Herrenwort, welches Mc. 9, 43—48 in einer secun- 
dären Bearbeitung sich vorfindet und in dieser Gestalt Mt. 18, 
8.9 zu Grunde liegt, während es der erste Evangelist in der 
Parallele Mt. 5, 29. 30 nach B. Weiß direct aus der Quelle 
geschöpft, Lc. aber gänzlich weggelassen hat. Diese Weiß'sche 
Quellenkritik (vgl. B. Weiß Mc. 323-326) wird durch die 
paulinische Benutzung des Logion vollauf bestätigt. Denn 
gerade die Ausdrücke fiiXog und ocbfiat welche in der Marcus- 
Bearbeitung Mc. 9, 43—48 und dementsprechend in Mt. 18, 8. 9 
gänzlich fehlen, aber in der Urgestalt des Logion Mt. 5, 29. 30 
die Stichworte bilden, kehren in derselben Weise als Stich- 
worte auch bei Paulus wieder. Vgl. R. 6, 13: xä fiiXtj ijuwv 
ÖTiXa ädixiag, R. 6,19: xä fieXrj vjä&v dovXa xfj dxa&aQaiq., 
R. 7, 5 : &ze ydg ijjuev iv xjj oagxi, xd na'&^fiaxa xcbv äfiagxioyy 
xd did xov vdfAov hrjgyeixo iv xoTg /xiXeaiv '^jucov, R. 7, 23: 
ßXijKo dk hegov vöjuov Iv xotg juiXeolv fiov dvxioxgaxtvdfievov 
rcp vd/ÄCp xov voog jllov xal alxfiaXiDXiCovxd fie h xco vojucp x^g 



axavdaUiBiv. ftilo^, a&fM, ngößarov djtoXcolds» 291 

i/Mxgxlag t0 8vti h rdtg jLiilealv fiov, R. 7, 24: xaXaln(OQog 
lyä) äv&QCOTtog' xlg jue ^vaerai ix xov ocofxarog xov '&avdxov 
xovxov; R. 8, 13: xäg ngä^eig xov ocbfxaxog '&avaxovxe, Col. 
3, 5: vexQcooaxe oiv xä jbiiXfj xd Inl x^g ytjg, noQvdav, 
äxa^galav, 7id&og,i7ti'&üiulav xaxrfvißavaxovv, i^fx^ow zusammen- 
fassend für Ixxoyjov avxi^v, e^eXe ain&y in Mt 5,29.30), 1.0. 
13,3: xal iäv nagadcb xd owfid fiov, tva xav&rjoofiai (vgl. 
fAtl Slov x6 ocbfid aov elg yievvav [xov nvgbg] dniX^), Ohne 
das vexQovv xd fiikrj führen nach Paulus die natürlichen Leiden- 
schaften, xd na^fiaxa xcbv d/Liagtiojv h xoXg fiiXeoiv, zum Tode, 
zum Verderben, in die yiewa xov Tivgög; dagegen das vexgovv 
xiv vduov . . h xoTg fiileoiv führt zur Errettung von dem '&dvaxog. 
Übrigens finden sich Jac. 3, 5. 6 in anderem Zusammen- 
hange dieselben Stichworte fiiXog, iv xoTg fiiXeoiv, SXov o&jxa, 
yiewa wieder, welche dem Herrenworte id 24, 4—7 = Mt. 5, 
29. 30 in seiner Urgestalt angehören. Aber wo selbst ein 
Jacobus mit Paulus zusammentrifft, hüllt sich der angeblich 
von paulinischer Tendenz beherrschte dritte Evangelist in tiefstes 
Schweigen. 

93. Tzgdßaxov d7ioX(oX6g. 

Es hat mir viele Selbstüberwindung gekostet und es ist 
mir erst bei Abfassung der Logia — noch nicht bei Herstellung 
der ,Außercanonischen Paralleltexte zu Lucas' i. J. 1895 — 
gelungen, mich von der Richtigkeit der Weißschen Quellen- 
scheidung zu überzeugen, wonach die drei Gleichnisse vom 
verlorenen Schaf, vom verlorenen Groschen und vom verlo- 
renen Sohne erst durch Lc. zu einer Trias verbunden worden 
sind. B. Weiß schreibt (Mt. 417): ,Dann aber ging die Rede 
der apostolischen Quelle, nachdem sie^ von dem Argemisgeben 
geredet (Lc. 17, 1. 2) und vor dem Ärgemisnehmen gewarnt 
hatte (Matth. 5, 29. 30), nun zu dem Falle über, daß einer doch 
Ärgernis genommen hat und so in Sünde und Lrtum geraten 
ist (vgl. Jahrb. 1864, S. 103). Li diesem Zusammenhang konnte 
das Gleichnis, das vor allem die Hirtentreue schildert und die 
Aufrichtigkeit derselben durch die Freude am Erfolge ihrer 
Bemühungen illustriert, nur die suchende Liebe Gottes abbilden, 
die sich keine Mühe verdrießen läßt, um den verirrten Sünder 
zurückzufuhren und eben darum keine größere Freude kennt, 
als die Freude über seine Umkehr. Dieses Gleichnis bildete 
in der Quelle den natürlichen Übergang zu der Ermahnung an 

19» 



2» 



IL 



die Jfiager, «Des m ton, mn den londigenden Bnider ror 
Umkehr in bewegen (Matth. IS, 151L = Lue. 17, 3.4).' 

In fibenaaehender Weise wird diese Weifische Qnellen- 
krilik, wonach aneh der ursprüngliche Schloß des Gleichnisses 
Tom Tcrlorenen Tiqoßaxcfw (^ 24, ^—13 = Mt IS, 12—14. Lc. 15, 
4—6) in Mt IS, 14 erhalten sei, dorch die paolinischen Par- 
allelen bestätigt Denn die AnkÜnge an Mt 18, 14: mkoK c6x 
laiiw dihjßia Ifuigoader xav natgos vßiwv rov ir obqcoMMS, ha 
dji6hjtai fr xww ßwegcär xovrww stehen in enger Yerbindnng 
mit den in Exe. 91 behandelten paolinischen Anklingen an das 
mtawöaiiiitr. Man TgL 



I.e. 8, 11: 

iix6XAvxai yoQ 6 6a^rr&w ir t§ ag 
yrwou, 6 dSekq>6g, 6i Sr Xmatog 



R. 14, 13: 
fj axdvdaXor 



; 1. C. 8, 13: 

bioauq ci ßg&fia oxardaliCei ror 
dSelqp6r ftav .... ^17 ror ddtX" 
I ifor ftoo cxarSaXiöm 

B. 14, 15: 

fuj t4> ßgtofuai aov ixw or dstSl' 
I Ive, vxig of Xgunoc äxidamw. 



Der paulinische Gedankenzusammenhang ist sowohl 1. C. 8, 1 1 
als B. 14, 15 darin zu suchen, dafi der ernstliche WiUe Gottes 
zur Rettung der ngößara äjioixohka (= TieTtXavrifihix) durch 
den Tod Christi versiegelt ist Vgl. dieselbe Verbindung der 
Gedanken 1. T. 2, 4—6: bg ndrzae äv&Qdmovg *fiU* (HO^rpHu 
xal ek büyv(oaiy äktji^eiag IX&eiv' dg ydg '^edg, dg xal fuokrig 
deov xal äv^QCOTKov, äv&Q(07tog XQunög *Ii]aovg, ö dovg iavrdv 
ärzlXvTQov vjikg ndvx(üv. Ebenso 1. Petr. 2, 25: fixt yäg d>g 
ngößara 7iXavd)fievoi, iJX ijuaxgd<pi]Te vvv bü xbv Tioifiiya . . . 
V. 24: Sg rd^ äfiagrilag fjfuov avxdg än^eyxev h tö> tnopuaxi 
ainov hiX xb ^vXov, Endlich ganz so die Hirtentreue Jesu bis 
in den Tod nach Joh. 10, 11, sowie Joh. 6, 39. Vgl. 



Job. 6, 39: 

TOVTO di iaxiv ro ^iXrjfia rov xifi- 
y/avtög fie, Tva näv S Sidtoxiv fiot, 
fJLTi dnoXiooD i$ avtov 



Mt 18, 14: 

ovx iartv ^iXrj/4a ffistgoa^ep roO 
najQog vficäv rotf iv ovQovoig, hm 
dnöXtfrai ir röör fitxQctr xo/örmr. 



Von Mt 18, 14 sagt B. Weiß (Mt 418): ,Die Deutung der 
Quelle hat Matth. v. 14 (bis auf Sv statt iva) sicher richtig 
erhalten.' Nun — Const., Macar., Diatessaron bieten dg statt 
des canonischen iv. 



jfQSßaxov djroX€oX6g. dQaxfirj djtoXcoXvJa. 293 



94. ÖQaxf^ii äjiolcoXvTa. 

Bezüglich der Parabel von dem yerlorenen Groschen sagt 
B. Weiß Mt. 418: ,Da wir auch sonst in der apostolischen 
Quelle mehrfach Gleichnispaaren begegnen, so wird das Pendant 
zu dem verlorenen Schaf die verlorene Drachme (Lc. 15, 8—10) 
gebildet haben.' Aber dieses Pendant bietet zugleich ein 
Neues neben dem Gleichnis vom verlorenen ngößarov, sobald 
man mit B. Weiß den Urtext des letzteren in Ift. 18, 12—14 
reiner erhalten sieht als in der lucanischen Parallele Lc. 15,4—7. 
Ist es in dem Gleichnisse von dem verlorenen Tigößoiov die 
selbsteigene Freude des Finders über den Erfolg des Suchens, 
so tritt in dem Gleichnisse von der verlorenen d^xMV C^^* ^^9 
8—10) die Mitfreude, das awx(UQeiv, zu welchem die 
glückliche Finderin ihre Nachbarinnen auffordert, in den 
Yordergrund. Während das ;|ra/^eiv auch sonst einen starken 
Gbrundton in den Herrenreden bildet (vgl. Exe. 44), so tritt, 
abgesehen von Lc. 15, 6. 7, welches Weiß für eine lucanische 
Nachbildung von Lc. 15, 9. 10 an Stelle des in Mt. 18, 13. 14 
erhaltenen ursprünglichen Textes erklärt, das avvxcUg^y in den 
Herrenreden nur hier in Lc. 15, 9. 10 hervor. 

Yon vornherein ist anzunehmen, daß Paulus, der das 
Gleichnis von dem verlorenen nQdßaxov anklingen läßt, auch 
das Pendant dazu gekannt hat, die Parabel von der dQaxjAri 
dnolcoXvTa. Und wie er, von den Gleichnisreden persönlich 
das Bild abstreifend, besonders die Deutung und Anwendung 
derselben zu verwerten liebte, so auch bei diesen beiden 
Gleichnissen. Das Stichwort ovvx<jlIqbiv hat für die paulinische 
Ethik eine große Bedeutung. Ygl. 1. C. 12, 26: avvxatgei 
ndvta rd fiikri, 1. C. 13,6: fj äyänri ovvxo^iQ^^» B. 12, 15: 
Xalgeiv fiexä x^^Q^^'^^'^» PhiL 2, 18: t& dk aviö xal ifmg 
XcUq€T€ xal ovvxoilQexi [aol Und Paulus hat an der Hand 
jenes gleichnisartigen Herrenwortes einen tiefen Blick in das 
menschliche Herz getan: das xXaUiv fietä xlauincav ist dem 
menschlichen Herzen näherstehend als das x^^^^^ H^^ X^' 
Q6rt(ov, Das aufrichtige awxougeiv ist die selbstlose, reine 
Freude der Engel Gottes. Diese x^Q^ ^ nvevfjLoti (R. 14, 17) 
gehört zum Wesen der ßaodela xov &eov. 

An beiden Gleichnissen erkennt man wieder, wie Mt. und 
Lc. bezüglich der paulinischen Parallelen sich ergänzen. Dort 



294 



Resch, PanliniBmos. ü. EmzelnntersachiixigeiL 



ist Mt 18, 14 in 1. C. 8, 11. 1. T. 2, 4. R. 14, 15 wiederklingend; 
hier sind wir durch Lc. 15, 9. 10 an B. 14, 17; 12, 15. 1. C. 
12, 26; 13, 6. Phil. 2, 18 gemahnt worden. 



95. vov^ereXv, iXiyx^^v, inixtfiäv. 

Dem Abschnitt A 24, 18—26, welcher im engen Anschluß 
an das Vorausgegangene in folgender Weise: 

A 24, 18. 19 = Mt 18, 15. 16» = Lc. 17, 3 
20-24 = 18,16^20 - 

25 = 17,20 17,6 

21,21 - =Mc. 11,23 

26 = 21,22 — 11,24 

sich zusammensetzt, habe ich die Überschrift gegeben: ,Die 
erziehende Liebe.' Es ist die Liebe, die das Böse mit Gutem 
überwindet, die sich nicht erbittern läßt, die sich nicht der 
Ungerechtigkeit, sondern der Wahrheit freut, die sich ihrer 
Yerantwortlichkeit für das Seelenheil anderer bewußt bleibt, 
diese Liebe ist es, welche Jesus hier seinen Jüngern ans Herz 
legi Durch gemeinsame Fürbitte und gläubiges Gebet soll 
sie ihre Siege feiern, soll sie die Berge der Unversöhnlichkeit 
und Herzenshärtigkeit versetzen, soll sie den wiedergewonnenen 
Brüdern die Türen des Himmels erschließen helfen. 

Yon den eigentlichen Yorschriften und den Maßnahmen 
einer solchen gegenseitigen brüderlichen Erziehung — sonst 
mit dem Namen ,Eirchenzucht' bezeichnet — enthält das Marcus- 
evangelium kein Wort. Aber auch im Lucasevangelium weist 
nur Lc. 17,3 darauf hin. Daß dies Wort aus der Logiaquelle 
stammt, zeigt die MatthäusparaUele. Ygl. 



Lc. 17, 3 : 

käv afACLQtji 6 ddeX<p6g aov, im- 
xifAYiaov avTcp, xal iär furavoi^ojj, 
&(peg avr^ 



Mt. 18, 15: 

iäv 6k äfAaQxrjon 6 ddeX<p6e aov, 
vjtaye iXey^ov avxov fura^if aov 

X4U aVTOV fiOVOV, 



Die hier hervortretenden Yarianten buti/xäv und iXiyxeiy 
mit der durch Const. H, 37 bezeugten dritten Variante vov^ezeiy 
weisen auf rpsin zurück, ein Wort, welches insbesondere auch 
von der erziehenden Zurechtweisung gebraucht wird. Hiemach 
sind die Worte : idv dfxaQJijafj [= d/id^r^] 6 ädeJifpög aov, [vn- 
aye] ihy^ov [= btvtiixrioov = vov^hei] avröv [amco] (in hebrä- 
ischer Rückübersetzung: Jinrnsini r^h ^T]H Kün;^ "^dt) als reiner 



vov^ttetv, iJUy/«v, iniufjiäv, 295 

Quellen text gesichert, während die urtextliche Formulierung 
der andern Yershälfte bei dem Auseinandergehen der Parallel- 
texte zunächst fraglich bleibt. Zu Mt. 18, 15^ 16.17 hat der 
kürzende Lc. die Parallelen völlig weggelassen und dadurch 
die Wiederherstellung des QueUentextes noch mehr erschwert. 
Namentlich wegen Mt. 18, 17 müssen Bedenken entstehen, 
einmal weil hier durch die Worte: ebidv xfj ixxkrioiq. bereits 
der Bestand einer Einzelgemeinde vorausgesetzt wird in einer 
Weise, welche durch die übrigen Herrenreden keine Unter- 
stützung findet, und fem er weil die Worte: foro) ooi SoTzeg 6 
i&vixdg xal 6 reXcAvrjg speziell auf den Sprachgebrauch des 
ersten Evangelisten — nicht der Logiaquelle selbst — hinweisen. 
Denn das Wort l&vtx6e findet sich nur bei Mt. (5,47; 6^7; 
18, 17). Und bei Jesu, welchen die Logiaquelle als (plXog relco^ 
v&v xal äjüLagrcolcbv schildert (vgl.-^ 7, 36 = Lc. 7, 34. Mt. 11,19; 
^ 22, 1 = Lc. 15,1), ist es unwahrscheinlich, daß er die letzte 
Stufe der gegenseitigen brüderlichen Erziehung mit den Worten: 
Satco aoi dioneg 6 i&vixdg xal 6 Telcovtjg als Ausschluß von jeder 
brüderlichen Gemeinschaft sollte bezeichnet haben. 

Diese Bedenken gegen die volle Quellenmäßigkeit des in 
Mt. 18, 17 enthaltenen Textes werden verstärkt durch die älteste 
außercanonische Urkunde, welche wir bezüglich des urchrist- 
lichen Gemeindelebens besitzen. In der Aidaxif xtbv dcodexa 
änooTÖlwv findet sich folgende Stelle: 

Aid. XV, 3: ii.iyx€r€ dk äXXi^lovg ^fj iv ögyfj, äiX iv 
dgrivfi, cbg f;|f€T£ iv rcp evayyeXicp. 

Hier klingt in dem iXiyxete äXXi^lovg ganz deutlich Mt. 18, 15 
an, wie denn auch sonst der Gebrauch des canonischen ersten 
Evangeliums in der Aidaxi^ zu constatieren ist. Auch die 
weiteren Worte: 

Aid, XV, 3: xal navtl öloxoxovvxi xaiä rov irSgov /Jiridelg 
lakeko) fjLYidh nag* ifjLwv äxovira), ia)g ov jAeiavoriofi 

können nicht auf Lc, der von einer zweiten oder dritten Ver- 
mahnung des irrenden Bruders nichts sagt, sich stützen. Gleich- 
wohl läßt die Aidaxri, abweichend von dem canonischen Mat- 
thäustext, nur zwei Stufen der brüderlichen Vermahnung er- 
kennen, und von dem ebitXv xfj IxxXtjalq, als dritter und letzter 
Stufe ist hier nicht die Rede. Es ergibt sich also mit Wahr- 
scheinlichkeit, daß der Redaktor der Aidaxi^ eine Handschrift 
des (canonischen) Matthäusevangeliums benutzte, welche die 



296 Beaeh, Panlinümas, IL Einzel 

Worte Mt IS, 17: dsüfw rß bcxhiaiq' iaw ii nm vfg /■■iywir 
nagaxavcg xrL — nicht endiielt. 

Wichtig ist (or die IdrchenzuchtUcheii Tondnifiai ndi 
das Zeugnis der Ilioxig Zoq>ia, einer Schrift^ wdde tiote 
ihres haeretischen Charakters durch echte und wdtrdle — 
auch schon Ton Anger in seiner Synopsis beamtete — 
Erangeliencitate sich auszeichnet. Dieselbe kennt swar wie 
Mt drei Grade der Vermahnung; aber beiüglicb des dritten 
Chrades lautet die Rückübersetzung bei Anger, Synopsis p. 131 
folgendermaßen : 

Idr Si xal ribr higcor ncLQaxavcfi, lärm Iffäh &g xaga- 
ßdrfjg xai cbg axdvdaXov. 

Mithin an Stelle der zweifelhaften Worte Mt. 18, 17^: imm 
o(H &a7UQ 6 l&rixog xal 6 xeJU&rtjg wird hier ein Text geboten, 
welcher auf vorzügliche Weise den Zusammenhang ergänzt bei 
dem Bückblick auf A 24, 2. 3 = Lc. 17, 1. Mt 18, 6. 7: aial 
T<p xöoßiip äjzo TWfw oxarddXior, welcher auch durch den 
Hinblick auf ^ 1 1, 20 = Mt. 16, 23: wuMye 6juo<o ßiov, oararä' 
oxdvdalov d Ijuiov und auf den Text ^ 5, 22 == Cod. D ad 
Lc. 6, 4: iTtixardgaiog xal nagaßdirig el (ygL Exe. 175) als zu 
dem echtesten Sprachgut der Logia gehörig sich documentiert. 

Bei solchen Schwankungen der Texte muß die Yergleichung 
der paulinischen Parallelen für die Untersuchung von der 
größten Bedeutung werden. In dieser Hinsicht ist nun zunächst 
festzustellen, daß nach Tit. 3, 10. 11 nur eine zweimalige 
vov&eoia vorausgesetzt ist. Vgl. Tit. 3, 10: aigetixAv Sr&Qomov 
/tierä fxiav xal devrigav voi^eolav naQaxiov, eldÜK Sri ISi- 
organrai 6 roiovtog xal äjüiagidvei &v airoxardxQtxog, 
Ferner ist zu notieren, daß die drei Synonyma: iHyx^*^^' ^" 
TifiaVf vov&eielv in dem Paulinismus abwechselnd gebraucht 
werden. Vgl. 1 . T. 5, 20 : xovg ä/xaQxdvovtag ivd>mov ndrtcov 
^Xeyxe, 2. T. 4, 2: SleySov, Inixifirioov, 2.0.2,6: inixt/Liia 
fj i)nh xdyv nXeiövwv, 2. Th. 3, 14. 15: xoihov . . vov&exeTxe <bg 
(ideX(p6v (vgl. ^24, 18 = Mt. 18, 15), 1. Th. 5, 14: vov^exetxe 
xovg äxdxxovg, R. 15, 14: dvvd/Lievoi xal äXXi^Xovg vov^exeTv 
(= Aid. XV, 3: ikiyxexe dk dXX^Xovg). Klingt hier überaU 
.^ 24, 18 teils nach Mt. 18, 15», teils nach Const. H, 37 an, 
nur durch die Varianten iXiyxeiv, imxifxäv, vov&exeTv unter- 
schieden, so finden sich bezüglich ui 24, 19' paulinische Par- 
allelen, welche sich mit Mt. 18, 15^ nicht aber mit Lc. 17, 3 ^ 



vov^eteTv, iXiyxeiv, htiufiäv. 297 

berühren. Namentlich in 1. C. 9 erinnert der Gebrauch von 
xegdalveiv an Mt. 18, 15**: ixigdtjoag rdv ädeXtpdv oov. Vgl. 
I.e. 9, 19: tva xovg nleiovag xegd^oco, v. 20: Tva 'lovdalovg 
xegdtjao), Tva rovg inb vdßjiov xegd'^aco, y. 21: Tva xegdävo) 
tavg ävöjiiovg, v. 22: Tva rovg äa&eveig xegdijoco. Man vgl. dazu 
femer 1. C. 5, 5: Tva rd nvevfia o(o&^ (dazu Jac. 5, 20: od>oei 
yrvxfjv arnov), 1. C. 10, 33: Tva aco^(boiv, auch Gal. 6, 1, an 
welchen Stellen ocb^eiv und xaxagtiCeiv mit xegdalveiv sich decken. 
Zu dem zweiten Orade der vov&eola gehört nach yt 24, 19^20 
= Mt. 18, 16: Ttagdkaße fiexä oeavrov fti Sva fj ovo, Tva ItÜ 
arajuarog ovo /jLagxvgmv fj rgi&v ota'&fj näv §ijfia. Diese auf 
Deut. 19, 15 bezügliche Begründung kehrt im Paulinismus wieder 
2. C. 13, 1 : btl az6fiaxog ovo fiagxvgcov fj rguov ota^^aetai Ttav 
^fjux, femer l.T. 5, 19. Ebr. 10, 28. Wenn der Apostel 2. 0. 2,6 
die dem Blutschänder zuteil gewordene iniTifiia (= vov^eala) 
für genügend erklärt: Ixavdv rcp Toioviq) ^ InnifAia airnj ^ 
in6 T&v nXei6v(ov, so erinnem die Worte, mit denen er im 
ersten Corintherbriefe die Gemeindezucht geübt hat, an ^24, 19 
= Mt. 18, 16, sowie an das Evangeliencitat der Iliarig 2oq)la. 
Vgl. 1. C. 5, 5: nagadovvai rdv xoiovxov t4> oaxavq, elg Sle&gov 
x^g aagxög mit loxco vfuv (hg Tiagaßdxtjg xal d>g axdvdaXov 
und an die Parallelisierung von oaxaväg und axdvdaXov in Jesu 
Munde nach ^ 11, 20 = Mt. 16, 23. Wenn aber Paulus seine 
Worte einleitet: iv x^ övo^iaxi xov xvglov fjfiayif 'Itjaov 
ovvax^iyt(ov vfi&v, so ist hier das Zusammentreffen mit dem 
von Mt. überlieferten Logiatext von den avvtjy/jLivoi elg x6 
Ifxbv övofjLa nach A 24, 24 = Mt. 18, 20 fast ein wörtliches 
und umso mehr ein beweiskräftiges, als in dem originalen 
Zusammenhang das Wort der Verheißung : ov ydg elaiv dvo 1j 
xgeig owriy/xivoi elg x6 ifxbv 8vo/ia, bceX el/u iv juiaq) aixorv 
ursprünglich gerade zunächst auf das zu brüderlicher Zucht- 
übung zustande gekommene Beisammensein von zwei bis drei 
Brüdern (vgl. ^24, 19^ = Mt. 18, 16»: nagdXaße /uxä aeavxov 
hl Iva fj ovo) sich bezieht, auch dabei zugleich eine zwischen 
zwei oder drei Brüdem sich gestaltende avfiqxovrioig im Gebet 
und in der Fürbitte (vgl. A 24, 23 = Mt. 18, 19) voraussetzt, 
um durch gläubiges Flehen die Berge der UnbuBfertigkeit aus 
dem Wege zu räumen (vgl. A 24, 25).* 



*) Zahn, welcher deu Parallelismus zwischen Mt. 18, 15 — 20 und 
1. C. 5, Iff. wohl erkannt hat, macht noch auf das nQäyfia in 1. C. 6, 1; 



298 Resch, Paulinismus. IL Einzeluntersuchungen. 

Wie nun Lc. hier durch starke Kürzungen den quellen- 
mäßigen Context verwischt und dadurch eine Anzahl wichtiger 
paulinischer Parallelen, zu denen auch 2. Th. 3, 6 gehört, ein- 
gebüßt hat, so schlägt auch sein Text bezüglich des ögt] fie&i- 
oxdvai einer ihm angedichteten paulinischen Tendenz geradezu 
ins Angesicht. Denn daß die paulinischen Worte 1. C. 13, 2: 
xal läv ^xco näoav r^v Tziaxiv diore ÖQtj fie^iardvai auf das 
Herrenwort ^ 24, 25 = Lc. 17, 6. Mt. 17, 20. Mc. 11, 23. 
Mt. 21, 21 sich stützen, zeigt die fast worÜiche Übereinstimmung 
zwischen dem Anfang von l.C. 13,2: idv Ix^ * - ^ioriv und 
Mt. 17, 20: idv ^xtixe nlotiv = Lc. 17,6: et ^x^"^^ nioxiv. 
Während nun in dem Object des fie&iaxdvai Mt. und Mc. mit 
Paulus gehen und xb dgog bieten, hat Lc. die Worte: xcp Sgec 
xovxq) beseitigt und dafür das befremdliche, jedenfalls von 
1. C. 13, 2 völlig abweichende: x^ ovxajMvq) xavxfj gesetzt Ygl. 
Exe. 28. Gleichwohl sind wir dem dritten Evangelisten Dank 
dafür schuldig, daß er das Logion nicht gänzlich hat fallen lassen. 
Denn nur durch Lc. werden wir in den Stand gesetzt, den 
ursprünglichen Zusammenhang, dem das Herrenwort von dem 
Sqt] fie&ioxdvai angehörte, zu erkennen und wiederherzustellen. 
Die ÖQtj sind die oxdvdala, die algeaeig, die axio/Liaxa, die 
dixooxaolai, welche die brüderliche avfiqpcovrjaig zu zerreißen 
und zu zerstören drohen, die durch Hochmut, Unversöhnlichkeit, 
Lieblosigkeit, Selbstsucht entstandenen Hindernisse des brüder- 
lichen Gemeinschaftslebens, welche dem Gang des Reiches 
Gottes wie Berge sich in den Weg legen. Hier sollen der Berge 



2. C. 7, 11 und das Zusammentreffen mit nsgi Jtaytog ngayiiaxog in 
Mt. 18, 19 aufmerksam. Vgl. Zahn, Matthäus S. 534«^ Die Parallele 
1. C. 6, 1 ist wegen der Nähe von 1. C. 5, 1 ff. merkwürdig genug. Meiner- 
seits hatte ich in den Logiatext (^ 24, 23 = Mt. 18, 19) die anßercano- 
nische Lesart ahrj^axog nach dem Zeugnis von Ignatius, Anastasins 
Sin. und Pseudo-Epiphanius aufgenommen, zumal in Berücksichtigung^ 
des Urastandes, daß Trgäyfia sonst in keinem evangelischen Herrenwort 
sich wiederfindet. Vgl. PT. II, 232 f. — Übrigens dürfte 2. C. 2, 6: Ixavay 
t4> Toiovrq) i} sjziTtfiia avrr] j} vjio rcbv jiXetövcov und der ganze Ton des 
zweiten Briefes an die Corinther daraus zu erklären sein, daß der Apostel 
1. C. 5, 4. 5 in seinem Eifer diesen Grad der Vermahnung vjio tcöv jiXetövatp 
übersprungen hatte und in dem Antwortschreiben der Gemeinde darauf 
hingewiesen worden war. Mit dem Ixarov nimmt er die in 1. C. 5, 4. 5 
erlassene Verfügung zurück in Rücksicht darauf, daß diese emuf^la oder 
vov^eoia devriga vjto xwv jzXeiovcov nicht vergeblich erfolgt war. 



rov^trsiv, kXtyx^^^t ijuti/iäv. dcvXo^ dxQeioi' JiagaxiJQtjaic. 299 

versetzende Glaube, die das Böse mit Gutem überwindende 
Liebe, das auf die Yerheißung des Herrn sich stützende 
Gebet ihre Siege erlangen. 

96. dovlog äxQ^^og, 

Zu dem Gleichnis von dem dovlog äxQeTog A 24, 44—47 = 
Lc. 17, 7—10, welches das selbstlose Dienen in einer dem 
Paulinismus congenialen Weise schildert, finden sich ebenfalls 
paulinische Parallelen. Vgl. 

A 24, 44-47 = Lc. 17, 7-10: 
yl 24, 44 = Lc.l7, 7: 6ovXw ägotgicovra 



I.e. 9: 
V. 10: 6q}eiXei kx" iXji(di 6 ägo- 

XQl&V dQOTQläv 

V. 7 : rlc noifialvei nofyivrjv 
V. 4: i^cvalav q>ayeTv xal steTr 
V. 18 : tif olv fAov ianw 6 fn- 

V. 19: Jiäatv ifmvrov idovXKaaa 
V. 16: dvdyxtj ydg fioi hfixitrou 



fj jfotfiaivovra 
A 24, 45 = Lc. 17, 8: «»? q}dYO} xai Jtivto 
A 24, 46 = Lc, 17, 9 : firj ix^t X^Q^^ ^^ 

dovXq>; 
yl 24,47 = Lc. 17, 10: ^ovAo/ iofuv 
A24,il = Lc.nylO: S 6<peiXofiev noi- 

fjaat 3iejioirjxa/iev 

Zu meinen, daß aus vorstehenden paulinischen Anklängen 
Lc. die Perikope Lc. 17,7—10 componiert habe, wird wohl 
Niemandem so leicht beikommen. Die Annahme dagegen, daß 
dem Apostel die entsprechenden Herrenworte bei dem Nieder- 
schreiben von 1. C. 9, 4—18 vorgeschwebt haben, gibt für das 
vorliegende Yerwandtschaftsverhältnis die Erklärung. 

97. Ttagari^Qfjoig, 

Es ist anerkannt, daß R. 14, 5. 6: 8g fikv xqIvbi ^ptigav 
nag fjfAigav, 8g dk xglvei näoav fifjUgav — auf die Beobachtung 
des jüdischen Sabbaths sich bezieht, mithin zu GaL 4, 10: fifii" 
gag Ttagartj gelobe xal /xijvag xal xaigovg xal hiavrovg sowie 
zu Col. 2, 16: fAtj oiv ng ijuäg xgivira) . . . iv juiigei iogt^g fj 
vovjuirjvlag fj aaßßdxmv — in Parallele steht. Wie konnte es 
auch anders sein, wenn Paulus mit dem Worte des Herrn 
bekannt war, welches er an einen lgya^6fi£vov x(p aaßßdxq> 
richtete, indem er sprach: e^ fjih oUag tI jtoieTg, fxaxdgiog el 
(vgl. Exe. 175)! Aber auch das andere Jesuswort ^25,2 = 
Lc. 17,20: ovx Igxerai ^ ßaaiXela xov &eov /lezä nagaxfjgilj^ 
aecog scheint, wie die Yergleichung mit dem nagctifjgeia&e in 
Gal. 4, 10 ergibt, dem Apostel bekannt gewesen zu sein. Die 



300 Resch, Panlinkmos. IL Einaelantereachnngen. 

• 

Beobachtung des jüdischen Sabbaths und der jüdischen Fest- 
zeiten gehört nicht zum Wesen des Gottesreiches — dieser 
Sinn weist auf das Ex. 12, 42 gebrauchte Grundwort dt«^, 
welches die LXX sehr unzutreffend mit ngoqwiaxi^, Aquila 
dagegen mit nagarrjgi/jaeayv, mithin durch dasselbe Wort wieder- 
gegeben hat, das wir Lc. 17, 20 lesen und durch welches wir 
auf D*na:p zurückgeleitet werden, während das Londoner N. T. 
von 1866 nn^d^p, Delitzsch aber und Dalman ganz unzu- 
treffend tt'^rr njma und ebenso falsch Salkinson ir>a!5n ^rr 
supponiert, sonach den Urtext nicht getroffen haben. 

98. xXfjQOvo/xeTv rfjv ßaailelav rov ^eov. 

Zu dem Gleichnis Mt. 25, 3 1-46 = ^ 25, 20-39, von 
welchem bei Lc. keine Spur sich findet, treten uns in den 
paulinischen Briefen zahlreiche Parallelen entgegen. Schon die 
am Anfang des Gleichnisses gegebene Schilderung des Gerichts, 
welches der vldg rov äv^gdlinov vollzieht, hat zwei paulinische 
Parallelen, welche auf das Gleichnis zurückweisen. Man vgl. 
Mt.25,3P. 32» = ^25,21: xa^loei bü 9q6vov id^rig aörotf, 
xal ovvax^v^ovtai ifxnQoo'&ev aixov ndvxa rä Idvr] — so- 
wohl mit 2. C. 5, 10: rovg yäg ndvrag ij/iäg (pavcQCD^ijrai 
dei IjLiTtQoa^ev rov ßr^fiarog xov Xqioxov, als auch mit 
R. 14, 10: Tidvxeg yäg naQaoxtiodfxe^a xcp ß^ßjiaxtxov &eav, 
wobei das charakteristische Ißjmgoa^er, die auf das gemeinsame 
mt zurückzuführenden Synonyma ßtj/ia und ^gövog, sowie die 
Gleichung 6 Xgiardg = 6 vldg xov iy&Qdmov (vgl. Excurs 38) 
zu beachten sind. Das deX in 2. C. 5, 10 kann sonach als eine 
indirekte Citationsformel gefaßt werden. Weiterhin sind die 
Worte Mt. 25, 34 = ^25,24.25: devxe ol tiXoyrifAivoi, to6 
naxQÖg fxov . . . änb xaraßoltjg xdajuiov mit Eph. 1, 3.4: 6 Tca- 
xfjQ . . , 6 evkoyrjoag ^juäg h Jidofj evXoylq. . . . ngb xaxaßoXfjg 
xöojuov parallel. Vgl. auch Ebr. 12, 17: xXriQovofAtjaai xijv 
evXoylav. Denjenigen Parallelen ferner, welchen das xJli^^ovo- 
/xeTv '&eov ßaaiXeiav gemeinsam ist (Gal. 5, 21; l.C. 6, 9; Eph. 
5,5; I.e. 15,50), liegen sichtlich die Worte des Gleichnisses: 
xlrjQOvojutjoaTe xijv ßaadeiav, fjv '^roljuaaev vfxTv 6 tcotyiq fwv 6 
btovqdviog (so nach dem Epiphanius-Texte vgl. Logia 8. 142. 
PT. 11,308) zu Grunde. Vgl. dazu l.C. 6, 9: ovx oXdaie Sit 
&dixoL d^eov ßaodeiav ov xltjQovojurjoovaiv mit dem Gegensatz 
in Mt. 25, iß = ui 25, 36. 37, insofern hier gegenüber den 



xagan^^aiS' xXtjQovo/ietv rtjv ßaadelav rot) ^eov. 301 

dbcaioi, denen gesagt ist: xXtiQovofjLrjoaxE tijv ßaadelav j in 
Mt. 25,46* die ovroi stehen, von denen gesagt ist: äjieXevaovrai 
ek xöXaatv al(üviov. Diesen Gegensatz hat Paulus im Sinne, 
wenn er von den ädixoi in Bezug auf ihre Oal. 5, 20 aufge- 
zählten Fleischeswerke Oal. 5, 21 sagt: ol rä xoiavxa JzQdaaovreg 
ßaadeiav ^eov ov xXrjQovojuiijaovaiv, dagegen von den dixaioi 
Eph. 2, 10: xna^Svreg h Xqict^ *Irjaov Inl {gyaig äya^oTg, dg 
TtQOfjTolßiaaev 3 &e6g. In diesen Worten Eph. 2, 10: olg ngorj' 
xolfjiaoev 6 &e6g liegt zugleich die Bestätigung der von Epi- 
phanius aufbewahrten Lesart: ßaadelav, fjv f^Tol/iaaev ifuv 6 
nariJQ gegenüber der canonischen Fassung: f^xoifjuiofiivriv. Und 
wenn Epiphanius in seinem Text von Mt. 25,34 zu 6 narf^Q 
noch den Zusatz S inovQdviog las, so ist es wohl mehr als 
ein Zufall, daß die Redensart Iv xoTg Inovgavloig gerade 
im Epheserbriefe , in welchem unser Gleichnis mit Vorliebe 
verwendet ist, fünfmal vorkommt, nämlich Eph. 1,3.20; 2,6; 
3,10; 6,12, und zwar nur in diesem Briefe. Delitzsch gibt 
in der Bückübersetzung dieser Stellen den Ausdruck: h xoXg 
biovQavioig durch t^priaa wieder, während Salkinson nria^, 
einmal auch, nämlich Eph. 1,3, iairo *^pi£p setzt und das 
Londoner N. T. von 1866 an dieser letztgenannten Stelle die 
kühne Form ni^*;r^a bildet; dagegen Eph. 1, 20; 2, 6; 3, 10 
gebraucht diese Londoner Yersion den einfachen und allein 
richtigen Ausdruck: d'^^^s, welcher mit 6 hiovQdviog = d-^to^id 
wesentlich sich deckt Das fixolfmoev = y^^r\ der Quelle, welches 
auf die ßaadiela Bezug nimmt, hat Paulus unter dem Eindruck 
des änd = tzqö xaxaßoXrjg x6o/jlov in jiQOfjxoljuaaev = tty^'Q "pDii 
umgebildet und in Eph. 2, 10 auf die Sgya äya^d bezogen, 
während er B. 9^ 23 noch eine andere Wendung nimmt : inl 
axevfj IXiovg, ä TZQorjxoi/jLaaev, und zwar im Gegensatz zu den 
oxevf) ÖQytjg xaxrjgnaiüiiva elg äjicoleiav (R, 9, 22 vgl. Mt. 25, 41 
= -/f 25, 31: Ttogevea^e dai Ifiov ol xaxfigajLUvoi elg xd Jtvg x6 
al(oviov, wo [anstatt des canonischen xd fixoifjuiafxivov] Cod. D, 
Just., ten., Hom. GL, Cl. AI., Tert., HippoL fortfahren: S fftol- 
fuzoev 6 naxrfg /lov). An die im Gleichnis namhaft gemachten 
Igya äya&d erinnert l.C. 4, 11: neivcöiuiev xal ditpwßjLev xal 
yvjLLvixevojLiev. Vgl. ^ 25, 32. 33 = Mt. 25, 42. 43: inelvaaa 
. . Idltptjaa . . yvfxvdg = yvfjLvrixeva>v (letztere Lesart nach 
Hom. Cl. XI, 4 vgl. PT. ü, 309. Agrapha S. 66). Auch die 
Worte des Gleichnisses: Iq)' Saov inoit^oaxe M xovxwv xwv 
döeixp&v fxov x&v iXaxloxwv, Ifxol inoii^aate, hat Paulus benutzt. 



302 Besch, Paulinismus. IL EinzeluntersachnngeiL 

und zwar in zweifacher Richtung. Einerseits nämlich rechnet 
er sich zu den ildxioroi. Vgl. Eph. 3,8: i/wl r0 ikax^oro- 
liQq) 7idvT(ov äylcov (= ädeXtpcov), und ebenso 1. C. 15, 9: lycb 
yÖLQ elfu 6 IXdx^oTog r(bv äjiooröXcDv (= ädeXqjcov). Andererseits 
aber gründete er auf das Herrenwort Mt. 25, 40 = ^ 25, 30 
die Mahnung Col. 3, 23. 24: S Idv noifjxe, Ix tpvx^Q Igyd^to^e 
cbg TQ> xvglq) xal ovx äv^gcoTzoig, elddreg Sri äjid xvgiov dno- 
X'fjfxxpeo'&e r^v ävrajtodoaiv t^c xii; ßovo/i/ac — und Eph. 6, 7.8: 
dovJLsvovteg d)g rcp xvglcp xal ovx äv^gcoTioig, elddxeg Sri hcaotog, 
Idv Ti Tioiriofi äya&öv, xövxo xojXloeiai nagd xvgiov. In 
diesen beiden Parallelen erinnert nicht nur das nouTv und das 
wiederholte xvgiog (vgl. ^25,28 = Mt. 25,37: xvgu)^ sowie 
xXfjgovojLiia an den Quellentext, sondern es berührt sich 
auch das 8 idv (CoL) und idv xi (Eph.) in besonderer Weise 
mit den Clementinischen Homilien, denen man gewiß 
paulinisierende Tendenz nicht nachweisen kann, sofern die- 
selben anstatt des canonischen itp' Soov die paulinisch an- 
klingende Lesart: 5 xi äv yertreten und dazu auch noch dv- 
^gcojtco bieten, ähnlich wie Paulus zweimal dv&gd)7toig. 
Vgl. PT.n,3l3f. 

Mit Hilfe außercanonischer Texte kann festgestellt werden, 
daß unser Gleichnis nicht so kurz abbrach, wie es Mt. 25, 46 = 
-ri25, 36. 37* der Fall ist, daß es vielmehr in einen volleren 
Schluß ausmündete, welcher das xXtjgovojui^oaxe xrjv ßaoiXelav 
noch weiter ausführte. Man vgl. zunächst Clem. AI. Protr. X,94: 
ol äyioi xvgiov xXtjgovo/xi^oovai xi]v dd^av, fjv dq)&aXfi6g 
ovx eldev ovdk ovg ijxovoev ovdk inl xagdiav dv^gco- 
710V dvißtj, xal x<^QV^ovxai inl xfj ßaoiXtlq, xov xvgiov 
amcov. Wenn die dabei gebrauchte Citationsformel: ^ yQ(^<pfj 
elxÖTcog evayyeXiCeiai — selbstverständlich nicht bedeutet: ,Die 
Schrift sagt irgendwo in den Evangelien', so bezeichnet sie doch 
die Quelle, aus welcher Clemens diesen Text schöpfte, als 
^ ygag)rj und sagt von dem citierten Worte aus, daß es evan- 
gelischen Charakters sei. Dieser evangelische Charakter des 
Logion ist genauer als synoptischer Typus zu erkennen. Ganz 
besonders weist die Verknüpfung von xXtjgovojbmv und ßaoiXela 
auf die Worte des Gleichnisses: xXrjgovojuijoaTe xrjv ßaoiXelav 
hin. Gleichwohl wird man auf den Gedanken, daß in diesem 
Logion der von Mt. weggelassene Schluß unseres Gleichnisses 
vorliege, erst durch einen parallelen Evangelientext geführt, 
welchen der Redactor der Constitutionen uns aufbewahrt 



xXtjQovofuTy jrjy ßaöiXeiav tov ^sov. 



303 



hat. Vgl. Const. VII, 32. Agrapha S. 102 f. 154 ff. 281 f. PT. II, 
317 f. Logia 8. 144. In dem betreffenden Citat Const. VII, 32 
erscheint das Textfragment als die Vervollständigung des Schlusses, 
in welchem unser Gleichnis bei Mt. uns entgegentritt. Und 
was das Merkwürdigste ist: Hier erscheint das mit einem 
yeyQOjrtai eingeführte paulinische Citat 1 . C. 2, 9 als ein Fragment 
des durch die Constitutionen uns aufbewahrten Gleichnis- 
Schlusses und zugleich als ein Anklang an R. 14, 17. Vgl. 

Const. VII, 82: 

Tc^Tff cbteXevaovrcu ol fuv novtjQoi etg 
alfovCav xöXaatv, 

ol de dixatoi noQevaovtat elg C<orjv 
al(oviov 



Mt. 25, 46 : 

xai obfeXevoovxat o^xoi elg xöXaotv 

al(oviov, 
ol 6k dlxauot elg C^rjv cUtovior 

I.e. 2, 9: 

ä 6<p^(xXfi6g ovx eldev xal oijg ovx 
rjxovoev xcu hfl xagdlav av^Qtojiov 
ovx äveßrif Saa ^xolfiaasv 6 ^eog 
TOig dyanwaiv avx6v 



xXrjQoyofiovyjee ixsTva, 

& 6qs}'&€dfi6€ ovx eldev xal ove ovx 
rjxovaev xal im xagdlav iiv^Qionov 
ovx dvißrj, & ^rolfiaoev 6 ^sog xoSg 
dycutmoty avx6Vf 



xal /a^i7O0vra( iv xfj ßaoiXelq, 

TO0 ^EOV, 



R. 14, 17 : 

ioTiV ij ßaatXsla tov ^eov .... 
XaQd 

Wollte man annehmen, daß hier die geschickte Hand eines 
Compilators den Matthäus -Text Mt. 25, 46 mit einigen Ab- 
änderungen versehen und mit dem paulinischen Citat 1. C. 2, 9 
zusammengeschweißt hätte, so schwindet die Möglichkeit dieser 
Annahme vor der Tatsache, daß bereits anderthalb Jahr- 
himderte zuvor Clemens AI. diesen Text in einer ygatpi] 
evayyeXiCofiivrj vorsieh gehabt hat^ und zwar mit demselben 
Schlußsatz wie der Rcdactor der Constitutionen: xal x^QV' 
oovxai Iv xfi ßaoikelq, tov ^eov, welche Worte weder 
aus Mt. noch aus Paulus stammen und doch in trefflicher 
Weise den Context abzurunden geeignet sind. In dem Con- 
stitutionen -Text liegt sonach nicht eine Compilation, sondern 
ein vorcanonischer Evangelientext vor, welchen vor dem 
Bedactor der Constitutionen schon Clemens AI. gekannt, 
aber vor diesem schon Paulus 1. C. 2, 9 in wörtlichem 
Gleichlaut benützt hat. Der von Paulus citierten schriftlichen 
Quelle hat jedenfalls das ganze Gleichnis Mt. 25, 31—46 an- 
gehört, dessen Anklänge wir 2. C. 5, 10; R. 14, 10; Eph. 1, 3. 4; 
2, 10; Gal. 5, 21 ; 1. C. 6, 9; 15, 50; Eph. 5, 6. 8; Col. 3, 23. 24; 
R. 9, 22. 23; 1. C. 4, 11; 8, 12; 15, 9; 2. C. 12, 4; R. 14, 17 



304 Resch, Paulinismns. IL EmzelantersachQngen. 

gefunden haben. Die Erhaltung dieses in der paulinischen 
Literatur so ausgiebig verwerteten Oleichnisses aus der Logia- 
quelle verdanken wir dem ersten Evangelisten, während in der 
lucanischen Evangeliensohrift durch Weglassung dieses Gleich- 
nisses sämtliche darauf bezügliche paulinische Parallelen ver- 
loren gegangen sind. 

99. dixatova&ai. 

Das Gleichnis vom Pharisäer und Zollner ^ 26, 1—8 = 
Lc. 18, 9— 14 steht innerhalb der synoptischen Überlieferung 
keineswegs isoliert. Es ist ebenso ein antipharisäisches Gleich- 
nis wie das von den beiden ungleichen Söhnen ^22, 1—33 
= Lc. 15, 1. 2. 11—32. Der Pharisäer hier trägt verwandte 
Züge mit dem älteren Sohne dort, welcher in seiner Selbst- 
gerechtigkeit sich rühmt: oidinoxe naQißtjv aov Ivtoli^ und 
von dem jüngeren Bruder ebenso verächtlich spricht wie der 
Pharisäer vom ZöUner. Ygl. ui 22, 31 = Lc. 15, 30: t0 dh 
vUp aov Tovrq) mit ^ 26, 4 = Lc. 18, 11: fj xal (bg oirog 
6 Telcovrjg. Und der Zöllner des Gleichnisses stimmt durch 
das Bekenntnis fiol r^ äptagrcol^ mit dem Geständnis des 
verlorenen Sohnes: ^fjLaQxov ebenfalls überein. Auch der 
Gegensatz zwischen den selbstgerechten Pharisäern und den 
bußfertigen Zöllnern nach A 22, 1 = Lc. 15, 1 : l^oav ih 
iyylCovreg avtcp ol reXiovai xal ol ä/jiaQT(oXol und A 22, 2 
= Lc. 15, 2: dieyöyyvCov ol (pagiaaioi — steht hinter dem 
Gleichnis von den beiden ungleichen Söhnen. Und dieses ist 
ein Gegensatz, der nicht nur von Lc. betont wird. Er tritt 
auch in der Perikope A 5, 1—8 = Mt 9, 9—13. Lc. 5, 27—32. 
Mc. 2, 13 — 17 hervor, welche von allen drei synoptischen 
Referenten in wesentlicher Übereinstimmung überliefert ist. 
Es spricht sich in dieser Perikope dieselbe Verachtung der 
Zöllner vonseiten der Pharisäer aus. Vgl. ^ 5, 6 = Mt. 9, 1 1 . 
Mc. 2, 16. Lc. 5, 30: juerd rcbv xeX(bva>v >cal ä/LiaQxcoX&y 
lo'&Ui, imd Jesus nimmt zu den Pharisäern und Zöllnern ganz 
dieselbe Stellung hier ein wie in den nur von Lc. überlieferten 
Perikopen. Vgl. ^ 5, 8 = Mt. 9, 13. Mc. 2, 17. Lc. 5, 32: oix 
?lX'&ov xaXioai dixaiovg äXXä äjuaQTcoXovg, Aber auch in den 
sonstigen antipharisäischen Beden Jesu hat die in unserem 
Gleichnis durch wenige Meisterstriche gegebene Schilderung 
eines Musterpharisäers zahlreiche Parallelen, gleichviel ob diese 



dixataCa^t, 305 

Reden nur von Lc. oder nur von Mt. und Mc. oder von Lc. 
und Mt oder von allen drei Synoptikern berichtet sind. Ygl. 
-/i 26, 5 = Lc. 18, 12: äjtodexarevü} ndvxa 8aä xt&ßjuu mit 
-/i 16, 5 = Mt. 23, 23. Lc. 11,42: änodexatovre rd ijövoofwv 
xal x6 ävri^ov xal t6 xvfuvov, femer das Auftreten des Phari- 
säers im Tempel mit -^i 16, 9 = Mt 23, 6. 7. Lc. 11,43. Mc. 12, 
38. 39. Lc. 20, 46: iyajiaxe rijv nQoytoxa&eÖQlav , ebenso das 
6 (pagiodiog ora^elg . . JiQoatjvxero mit -/i 14, 4 = Mt 6, 5D: 
(piXovoiv atfjvai . . . iardueg . . 7iQoaevx<i/ievoi, die Selbst- 
gerechtigkeit der Pharisäer mit ^ 22, 53 = Lc. 16, 15: v/jids 
laxe ol dixaiovvreg iavrovg, -<^ 26, 1 = Lc. 18,9: nenoi^dreg 
iq>' iavToXg, Sri etalv dlxaioi mit ^ 16, 12 = Mt 23, 28: 
v/jieig l^oy^ev fikv q>alvea&e xdig äv^gdmoig dixaioi, ebenso das 
schon erwähnte: oix ^l^ov xaXiaai dixalovg mit ^ 26, 8 = 
Lc. 18, 14: xatißtj ovxog dedixaicojiiivog elg xdv ohcov ainov 
fj yäg ixeivog [6 q>aQioaTog] oder nag* ixeTvov — und ^ 22, 
53.54 = Lc. 16, 15: i/ulg iote ol dixaiovvreg iavrovg . . rd 
h äv^gconoig vtpi]ldv ßdHvyfjuz hconiov rov t?eov. Letztere 
Parallele zeigt, daß das im Urtext vorauszusetzende ip in den 
Schlußworten: wnn w^orr;« p^xa als i» privativum gefaßt werden 
muß, welches im Griechischen schwer wiederzugeben ist und 
in den verschiedenen Übersetzungsversuchen durch nagd oder 
fj ydg leicht den Schein der Yergleichung gewinnen, mithin 
völlig irrtümlicherweise die Annahme von Graden der Recht- 
fertigung erwecken konnte. Nicht als ein Gerechtfertigter, 
auch nicht als ein etwa nur teilweise Begnadigter geht der 
Pharisäer hinweg, sondern als ein ßdiXvyfM hc&mov rov ^eov. 
Der Zöllner aber, obwohl er nicht ein einziges der Werke 
aufzuweisen hat, deren der Pharisäer sich rühmt, empfangt 
von Jesu das Gnadenurteil: ovrog xarißtj deöacaico/iivog. Es 
ist eine Illustration zu dem nur von Mt. überlieferten Herren- 
wort -/i 7, 42 = Mt. 21, 31: ol rel&vai xal al nÖQvai ngo- 
dyovaiv ijuäg elg rrjv ßaadelav rov ^eov. 

Die Tendenzkritik hat in dem lucanischen Gebrauch des 
öücaiova^ai ein Symptom ihrer Diagnose erkennen wollen, 
wonach der paulinische Tendenz-Evangelist Lc. auch hier von 
Paulus abhängig sei, und hier mehr ab irgend sonst. Dem 
gegenüber genügt es, nach dem Vorstehenden noch auf die 
in Exe. 68 festgestellte Tatsache zurückzuweisen, daß der zu dem 
dixaiova&ai gehörige Grundbegri£F der dixaioovvri &eov, welchen 
Paulus mit Mt gemeinsam verwendet, bei Lc. gänzlich fehlt 

Texte IL Unterraohnngen. N. F. XII. 20 



^ 26, 1 = Lc. 18, 9: 
iSov^svovvtag tovs Xoutovg 

-4 26, 8 = Lc. 18, 14: 
xaxißri oiftog dsSixaito/Äivog 

^ 26, 1 = Lc. 18,9: 
Tovg jiBTtoi^ötag i(p* iavroTg 



306 Resch, Paulinismus. II. Einzeluntersuchungen. 

Anklänge an unsere Perikope zeigen sich zuerst vereinzelt 
in den beiden Corintherbriefen. Vgl. 

1. C. 1, 28 : 
tä i^ov^svijfAiva e^eli^axo 6 ^e6g 

I.e. 6, 11: 
dJUa k6ixaiO}^rix6 

A. \Jm 1, «7 : 

tva fAri Ttsnoi^öteg cjfiev iq?^ iavtoTg 

2. C. 10, 7: 
st tig nijioi^ev iavitp 

In dem Galaterbriefe begegnen uns mehrfache Parallelen, 
welche (mit einer Ausnahme) sämtlich auf das dedixaKo/nivog 
sich beschränken (vgl. Gal. 2, 16: oi dixaiovrai äv^goiynog l^ 
Igycov vdfjLov . . . tva dixaico&cö/jiev ix Ttlatecog ... iS Igycav 
v6fiov oi dixaicü'&ijoeTai näoa adq^ — , 2, 17: eI Öh ^rixovvxeg 
dixaiOD^rjvai h Xqiox^ — , 3, 8: dixaioT tä S&vrj 6 ^e6g — , 
3, 11: Iv v6/iq> oidelg dixaiovrai nagä tq> ^e^ — , 3, 24: tva 
hc TtlateoDg dixaio}'9cb/jLev — , 5,4: xarrjQyrj&rjre änb Xqiotov 
otriveg h vöfiq) dixaiovo^e). Die eine Ausnahme aber Gal. 2, 17: 
evQS&fjiLiev xal avrol ä/jiaQro}loi bekundet erst recht die Ab- 
hängigkeit von unserer Perikope. 

Auch im Römerbriefe, wenn wir zunächst von R. 2 und 
R. 3 absehen , sind die Parallelen auf das dedixaico/xSvog con- 
centriert. VgL R. 4, 2: el yoLQ^Aßgad/ji i^ iQycov idixaiio^rj — , 
4,5: töv dixaiovvxa xov äoeßrj — , 5,1: dixaico^ivreg ovv 
ix niarecog — , 5, 9: dixaico^evreg vvv iv t^ at/uati amov — , 
6, 7: dedixalcorai &7i6 r^g A/jLaQrlag — , 8, 30: roirovg xal 
idixaicüoev — , odg dk idixaicooev — , 8, 33: ^eog 6 Öi- 
xaicbv — , nur daß in dem äaeßfj (4, 5), in dem fti ijuag- 
TCoXcbv dvTcov fjficbv (5, 8), in dem &n6 t^c Ajuagrlag (6, 7) 
in dem ä/jLagxcüXol xareord^oav (5, 19) in enger Verbindung 
mit dixaiovv, dvxaiovodai, dixalcooig Parallelen mit dem fwl t<^ 
&fjiaQxcoXa> des Gleichnisses genau wie in Gal. 2, 17 an den 
Tag treten. Außerdem vgl. noch das i^ov^evehw in R. 14, 3, 
ebenso R. 14, 10: ov dk . . . xl i^ov&evelg xbv äöeXcpdv oov; vgl. 
mit ^26, 1 = Lc. 18,9: i^ov&evovvxag xovg Xouiovg, 

In dem Colosser-, Epheser- und den Pastoralbriefen kehrt 
wohl die Sache öfter, aber der Ausdruck dixaiofjo&ai nur ein 
einziges Mal wieder, nämlich Tit. 3,7: dixaico&ivxeg xjj ixelvov 



dueatova&at. 307 

X^t^h und anderweite Parallelen zu der entsprechenden evan- 
gelischen Perikope finden sich in allen diesen Briefen nicht 
Yor. Aber außerdem ist noch zu vergleichen Act. 13,39: oix 
idvnj&tjte Iv vö/LUp M(oi}oi(og dixaiOD^^vai, h rovrq) Jiäg 
6 Tucievcov dixaiovrai, ebenso Ebr. 2, 17: Hdaxea^ai rag 
äfiagrlag. 

Eine ganz andere Bewandtnis hat es mit dem zweiten 
und dem dritten Capitel des Römerbriefes. In diesem Ab- 
schnitt wird nicht nur der Ausdruck dixaiovv, dixaiova^ai sieben- 
mal (R. 2, 13; 3, 4. 20. 24. 26. 28. 30) zur Anwendung gebracht, 
sondern auch die ganze Perikope -^26,1—8 = Lc. 18,9—14 
durch Wort- und Sinnparallelen verwertet. Der Schlüssel zu 
dieser Erkenntnis liegt in der früher (Exe. 36) geschehenen 
Feststellung, daß der ^^agidaTog* der Quelle bei Paulus als 
jIovdaTog^ wiederkehrt und daß hiemach in R. 2, 17% von wo 
die Parallelen beginnen, in dem von Paulus supponierten und 
mit den Worten: el dk ov 'lovdaTog iTtovojudtfj angeredeten 
'lovdäiog der Apostel tatsächlich den ^agiaäiog des Gleichnisses 
vor seinen geistigen Augen hat. Welche treffende Sinnparallele 
ist dann R. 2, 17*»: ijiavanavfj vö/Mp zu den Worten des Phari- 
säers ^ 26, 5 = Lc* 18, 12: vrjcievo} dlg rov aaßßdrov xal äno- 
dexaxevo} ndvxa Soa xim/iai. Und wie schlagend ist R. 2, 17^ 
durch die Worte: xal xavxäoai h ^eq> das Gebet des ä^a^i- 
oaXog charakterisiert -/i26, 4 = Lc. 18,11: 6 ^eög^ €vxciqi(tt& 
aoi Sri ovx dfxl (bg 61 lomol tdyv ävi9Q(i>7i(ovl Aber auch die 
Einleitung des Gleichnisses, ^26,1 = Lc. 18, 9: nenoi^örag 
l(p' iavtoTg klingt R. 2, 19 in dem ninoi^dg xe aeavröv xtl, 
wieder. Femer auf die äQnayeg, ädixoi und /loixoldes Gleich- 
nisses weist R. 2,21.22: 6 xriQioo(ov fxi] xXinxeiv xkinxeig, 
6 Xiycov' jüLtj jbioixsieiv /loix^isig — leQoovleig zurück. Mit 
den Worten R. 2, 23 : 8g h vö/^p xavxäoai faßt Paulus den 
Selbstruhm des Pharisäers noch einmal zusammen. Und nun 
folgen zu dem Bekenntnis des Zöllners: /lloI xcp &fmQft(oXq> die 
paulinischen Parallelen R. 3, 7 : x&yd} (bg &fiaQX(oX6g xQlvofiai —, 
3, 9: ndvxag v(p' d/xaQxlav elvai — , 3, 23: Jidvxeg yäg fjfxaQxov. 
Dem entspricht die Fassung des alttestamentlichen Citats aus 
Ps. 53,3: ovx icii noi&v äya^öv^ oix laxiv Scog ivög, welche 
Septuaginta-Yersion in besserem Griechisch und zugleich unter 
Bezugnahme auf die Einleitung der Perikope ^ 26, 1 = Lc. 1 8, 9 : 
xovg 7i€7ioi^6xag iq>* iavxoTg Sxi dolv Ölxaioiin R. 3, 10: xa^hg 
yiyQcutxcu Sti oix laxiv dlxaiog (yödk elg wiedergegeben und in 

20» 



308 Besch, PanlinismiUL IL Eimelimtenacliiiiigen. 

T. 12 wortgetreu wiederholt wird. Die betsere Gerechtigkeit gk 
die des PharisierB wird R 3, 20 negstrr fettgestellt: didri K 

Daß dabei dem Apottel die Oestalt des Zöllners Torgeschwebt 
hat, welcher ohne ein einziges der l^a rößdov f&r einen dedc- 
xauoßiirog erklärt wird, ergibt sich sowohl ans dem Yorans- 
gegangenen ab ans dem nachfolgenden Hinweis anf das rechte 
IXaat^Qior, nnd die darin enthaltene Bezugnahme anf die 
Bitte des Zöllners: Hda^ijTi ßjun x^ ä/Maqia^lq^. YgL B. 3,25: 
ngoidejo 6 ^edg llaari^Qior dtä jEtareoK h t0 airov cißiari, 
dg Mei(ir xfjg dixaioavrtjg aixov dia x^ Ttägeow xwr Ttgo^ 
yeyorötior &fiaQxi]fidTQßv nnd das B. 3, 24 Yoransgegangene 
iixaio'ifieroi. Non kann der zusanunenfassende Abschluß 
folgen B. 3,28: Xoyi^dfieda yäg dixaiovo^ai nlaxei iMgomar 
X^Q^s Igycor rö/üiov, wobei das x^Q^ ^oycor rdfjuyv bezeugt, 
daß Paulus in dem Schlußworte des Gleichnisses: vtxm c^-tsnrfp 
das yo wirklich als ip privatiYum gefi&ßt hat. Ohne ix^Q^) 
die Gesetzeswerke, welche der Pharisäer aufgezählt hatte, ist 
dem Zöllner das dixcuovo^i zu Teil geworden. 

Wenn man alle diese in dem Abschnitt B. 2, 17 — 3, 28 
nachgewiesenen yerwandtschaftlichen Beziehungen überschaut, 
so kommt man zu dem Ergebnis, daß dem Apostel (von 
2, 17 an) der ^agioaiog (= ^lovdaTog), dann (von 3, 7 an 
bis 3, 28) der xeXcovtjg erst als d/AagxcoXog und zuletzt als 
dedixaioD/xivog im Geiste Yorgeschwebt hat. Das mit wenigen 
Meisterstrichen entworfene Bild des Pharisäers hatte ihn, den 
ehemaligen Pharisäer, aufs Tiefste getroffen. In dem Spiegel 
dieses Gleichnisses hatte Paulus sein eigenes Bild geschaut 
aus jener Zeit, da er nach Gal. 1, 14 ein jteQioaoxiQcog 
^tjXcüxfjg xcbv naxQix&v nagadöoecov gewesen war. Er hatte 
erkannt, daß die charakteristische dixaioavvrj l( Igycov vößiov 
ein täuschendes Trugbild war, welches Jesus unerbittlich zer- 
stört hatte. Wie alle die Yerschiedenen antipharisäischen 
Beden Jeeu, so hatte insonderheit auch dieses antipharisäische 
Gleichnis den tiefsten und mit der Zeit sich mehr und mehr 
vertiefenden Eindruck in seiner Seele hinterlassen. 



100. vrjTiidCsiv, 

Zu der Perikope ^ 26, 9-12 = Mo. 10, 13-16. Lc. 18, 
15 — 17. Mt. 19, 13—15 ist der ursprüngliche Wortlaut des 



6utau>(fa&cu, yrinidieiv. t6 dya&6y. 



309 



Herren Wortes Mc. 10, 15 r:^ Lo. 18, 17 nicht im sweiten und 
dritten Eyangelium, sondern in Mt 18,3 erbalten. Tgl. Weifi, 
Mc. 335-337, PT. ü, 212—214. m, 490 f. Bo finden sich auch 
in der paulinischen Literatur zu Mc. 10, 15. Lc. 18, 17 keine 
Ankl&nge. Wohl aber sind eu Mt 18, 3 zwei paolinische 
Parallelen vorhanden. Vgl. 



Mt. 18,8: 

iop /Atj 4fXQaq>rjx9 Hai yivria^B wg 
TCL naidla 



I.e. 14, 20: 

liri naidia yivsa^e tats tpgeolw, dJUa 
r^ xaxtq. vtjmdCBte, 1. C. 3,1: Sg 
vrjnioig h XQun^' ydXa Ifiäe 
iaötioa. 



Zu der Variante n^Tua = naidla ygl. Herrn. Mand. H, 1 : 
iofj &g rd vi^nia, Sim. IX, 29, 1: cbg rä vi^nia ßQi(ptj etalv. 
Bezüglich der Derivation des vr^mdCeiv von vi^mog vgl. Teil IH, 
§ 9. Zu n^ntog selbst vgl. außerdem ^ 12, 27 = Lc. 10, 21. 
Mt. 11, 25, wo vi^mog im metaphorischen Sinn gebraucht ist. 



101. td äya^öv. 

Ein geheimnisvoller Schleier liegt auf der Erzählung 
^ 26, 13-19 = Mt. 19, 16-22. Mc. 10, 17-22. Lc. 18, 18-23. 
Anscheinend widerspruchsvoll ist die Persönlichkeit dessen 
geschildert, welcher nach dieser Erzählung dem Herrn in 
besonderer Weise nahe trat. Ein veavloxog (Mt. 19, 20. 22), 
ein ägxcov (Lc. 18, 18), ein q>aQioaTog (Hom. Clem. XYIH, 3), 
ein äQxcov rcav (paQiaalcov (Syr. Cur. zu Lc. 18, 18), muß es 
eine ganz außergewöhnliche Persönlichkeit gewesen sein, welche 
alle diese Praedicate in sich vereinigte und noch dazu gleich- 
zeitig durch Besitz großen Reichtums (Mt. 19, 22: Ix^^ XQ^f^^^^ 
noXXd, Mc. 10, 22: ?;^a>v Ktrifiaxa noXXd, Lc. 18, 23: jiXovoiog 
oq>6dQa) ausgezeichnet war. Das Auftreten dieses Mannes 
zeigt feurige Begeisterung (Mc. 10, 17: ngodga/idov elg) und 
tiefe Verehrung (Mc. 10, 17: yowneri^aag airöv) für Jesu Person. 
Und Jesus erwidert diese Yerehrung durch eine besonders in 
die Augen fallende Zuneigung (Mc. 10,21: ö dk 'Irjaovg IfA- 
ßXitpag air0 ^ydnrjaev airöv)^ gleich als ob er diesen Jüngling 
zu Großem ausersehen hätte. Und dieser Jüngling verschwindet 
nach dem Gespräche mit Jesu anscheinend spurlos aus der 
Geschichte. Seine anfängliche Begeisterung ist in Traurigkeit 
(Mt. 19,22. Mc. 10,22: XvnovfAsvog, Lc. 18,23: TUQÜvnog) ver- 



310 Beseh, Paalinismiu. IL Eanzelnntenaclnuigeii. 

wandelt, seine Yerehning f&r die Penon Jesa in Feindschaft 
und Haß (Mc. 10, 22: ö di atvyvöaag . . . d^r^iU^) nrngescUagen. 
Ein Schleier liegt aber auch anf dem Wortlaut der drei 
synoptischen Relationen. Mc. nnd Lc. Tertreten eine ganz 
andere Darstellung des Gesprächs als Mt, besonders was die 
erste Frage des Jünglings und die erste Antwort Jesu anbetrifft. 
Nach Mc, dem hierin Lc. gefolgt ist, gehört das äyad6g als 
Yocatiy äya&k zu diddöxcde, während es nach Mt 19, 16, als 
neutrisches Substantivurn td äya^6y gefaßt, nicht zu der An- 
rede Jesu, sondern zu der Frage des Jünglings gehorte. Diese 
lautete mithin nicht wie bei Mc. und Lc. bloß xi nai^aw; — 
sondern nach Mt vielmehr vollständiger rl dya&bv nonjaco; — 
Dem entsprechend hat Jesu Antwort bei Mc. und Lc. einen 
▼öUig anderen Sinn als bei Mt. Nach Mc. und Lc. nimmt 
Jesus in seiner Antwort auf die Anrede : diddaxcde &ya&i aus- 
drücklich Bezug, indem er dem Fragenden zuruft: ti /m liyeic 
iya»6v; oder nach Hom. CL m, 57. XVII, 4. XVm, 1. 3 und 
Marcion (Epiph.Haer. XLII p. 315 C. 339 D) firi /le Uyt äya^dv— 
welche letztere Fassung, zumal im Hebräischen, mit der For- 
mulierung bei Mc. und Lc: xl fxe Uyeig &yad6v; — sachlich 
gleichbedeutend ist. Yon jeher haben zahlreiche Erklärer die 
so formulierte Antwort Jesu im ebionitbchen Sinne als die 
durch Jesum selbst gegebene authentische Abweisung eines 
nur Gott zukommenden Praedicates aufgefaßt. Und gewiß, 
wenn Gott allein es ist, dem das Praedicat 6 äya^ög eignet, 
so hatte Jesus, falls seine Worte durch Mc. und Lc. oder durch 
die Clementinischen Homilien in zutreffender Weise wieder- 
gegeben wären, das Praedicat der äya^xi^g und damit auch 
der ^eöxrjg ausdrücklich von sich abgelehnt. Es ist daher von 
großer und entscheidender Bedeutung, festzustellen, ob diese 
Formulierung des Mc. und Lc. , bezw. der Clementinen, oder 
die auf ganz andere Fährte weisende Fassung bei Mt. : xl jue 
Iganc^g negl xov dya&ov die ursprüngliche gewesen ist. Sicher- 
lich würde die letztere Fassung schon längst ab die originale 
allseitig anerkannt sein, wenn man die Abstanmiung der ganzen 
Perikope aus der vorcanonischen hebräischen Evangelienquelle 
und daraufhin die Möglichkeit erkannt hätte, den dem Matthäus- 
Text: elg laxiv 6 äya^ög in Mt. 19, 17 zu Grunde liegenden 
hebräischen Quellentext: nian ^n» durch fr ioxiv xd äya^öv 
dem Zusammenhang entsprechend wiederzugeben. Denn dann 
würde man niemals den zweiten Evangelisten als den ersten 



tö äya'&6v. 



311 



und mithin maßgebenden Referenten der ganzen Erzählung 
betrachtet, aber auch niemals den in dem äya'&dv gegebenen 
Faden des Gesprächs-Themas aus den Händen verloren haben. 

Nun hat zwar s. Z. B.Weiß in den Jahrbüchern für 
deutsche Theologie, 1865, 8.327, daraufhingewiesen, daß 
den drei synoptischen Relationen unserer Perikope eine ür- 
relation aus der apostolischen Quelle zu Grande liegen möchte. 
Aber in seinem Marcusevangelium (1872) erklärte er, daß diese 
Spur sich nur unsicher verfolgen lasse und daß daher die Ab- 
stammung der betreffenden Erzählung aus der apostolischen 
Quelle nicht zur Evidenz erhoben werden könne. Vgl. B. Weiß, 
Mc. 339. Und in seinem Matthäusevangelium (1876) geht 
Weiß insofern noch weiter, als er gegenüber der Relation des 
Mc. überhaupt die Darstellung des ersten Evangelisten als 
eine sekimdäre bezeichnet. Vgl. Weiß, Mt. 436 Anm. 1. 
Andere Evangelienforscher sind aber noch viel weniger bereit, 
in diesem Falle auf die Originalität der Marcus-Relation zu 
verzichten. Auf den hebräischen Ghamdtext ist man überhaupt 
nicht eingegangen. Man sieht: nicht bloß auf der Person jenes 
pharisäbchen Jünglings, sondern auch auf dem Wortlaut des 
Gesprächs, welches zwischen ihm und Jesu stattgefunden hat, 
ruht ein geheimnisvoller Schleier. 

Meinerseits habe ich in den FT. IQ, 392 ff. mit Bestimmt- 
heit die Auffassung vertreten, daß sämtliche drei synoptische 
Relationen Bearbeitungen der Urrelation aus der vorcanonischen 
Evangelienquelle seien und daß Mt. den Eingang des Gesprächs 
— abgesehen von dem eh iativ 6 äya^ög anstatt der zu- 
treffenden Übersetzimg durch Sy iaxiv t6 äya'&öv — nach dem 
Urtext richtig wiedergegeben habe. 

Durch die wiederholte und eingehende Yergleichungzwischen 
den Synoptikern einerseits und der paulinischen Literatur andrer- 
seits hat sich das überraschende Resultat ergeben, daß zu fast 
allen Teilen der Ferikope, zumal nach der Matthäus-Relation, 
zahlreiche paulinische Farallelen vorhanden sind, welche den 
ursprünglichen Sinn der von Jesu mit dem pharisäischen Jüng- 
ling gehabten Unterredung erkennen lassen. Man vgl. 



Logia: 
^26,13 = Mt. 19, 16: didd- 



Paulus: 

R. 7, 19: noi& &ya^6v, v. 21: noitXv x6 
xaXöv, 13,3: rö äy^^^^^ noiei, Eph. 
6,8: noii^ajj dya^öv, Phlm. 14: Jioi- 
rjoai, . . . t6 d.ya^6vf Gal. 6, 10: i^yo- 



308 Resch, Paulinismus. II. Einzeluntersuchongen. 

y. 12 wortgetreu wiederholt wird. Die beieere Gerechtigkeit als 
die deB Pharisäers wird B. 3, 20 negativ festgestellt: di6ti l( 
Igycov vdfAov oi dixaiOD^i^aeTai jtäoa adgi h(&7uov airw. 
Daß dabei dem Apostel die Gestalt des Zölhiers yorgeschwebt 
hat, welcher ohne ein einziges der Igya vdfjtov f&r einen i^ii- 
xauofiivog erklärt wird, ergibt sich sowohl aus dem Voraus- 
gegangenen als aus dem nachfolgenden Hinweis auf das rechte 
HaoT'fiQiov, und die darin enthaltene Bezugnahme auf die 
Bitte des Zöllners: Uda&tjxl jaoi x^ ä/iaQTcoX^, Vgl. R. 3,25: 
nqoi&ezo ö ^edg IJiaari^Qiov diä TÜaxeoDg h xq^ aixov atjMm, 
elg Ivdeiiiv xrjg dixaioavvtjg avxov diä xijv nägeaiv xwv ngo^ 
yeyov6xcov &/juiQxi]/Luix(uv und das B. 3, 24 vorausgegangene 
öixaioifAevoi:, Nun kann der zusanunenfassende Abschluß 
folgen B. 3,28: loy^öjuie&a ydg dixaiovo^ai nUnei äv^QCOTioy 
X^Q^^ Igycov vd/iov, wobei das x^Q^ Sgycov v6fwv bezeugt, 
daß Paulus in dem Schlußworte des Gleichnisses: M^inn v^^i^rrip 
das ip wirklich als ip priyativum gefaßt hat. Ohne ix^^Qk) 
die Gesetzeswerke, welche der Pharisäer aufgezählt hatte, ist 
dem Zöllner das dixaiovo^ai zu Teil geworden. 

Wenn man alle diese in dem Abschnitt B. 2, 17 — 3, 28 
nachgewiesenen verwandtschaftlichen Beziehungen überschaut, 
so kommt man zu dem Ergebnis, daß dem Apostel (von 
2, 17 an) der ^agioaXog (= *IovdaTog% dann (von 3, 7 an 
bis 3, 28) der xelcovtjg erst als &fiaQX(oX6g und zuletzt als 
dedixaico/xivog im Geiste vorgeschwebt hat. Das mit wenigen 
Meisterstrichen entworfene Bild des Pharisäers hatte ihn, den 
ehemaligen Pharisäer, aufs Tiefste getroffen. In dem Spiegel 
dieses Gleichnisses hatte Paulus sein eigenes Bild geschaut 
aus jener Zeit, da er nach Gal. 1, 14 ein jtegiaaoxegcog 
^tjlcoxrjg xwv Jtaxgixwv nagadöoecuv gewesen war. Er hatte 
erkannt, daß die charakteristische dixaioGvvrj iS Igymv vdfiov 
ein täuschendes Trugbild war, welches Jesus unerbittlich zer- 
stört hatte. Wie alle die verschiedenen antipharisäischen 
Beden Jesu, so hatte insonderheit auch dieses antipharisäische 
Gleichnis den tiefsten und mit der Zeit sich mehr und mehr 
vertiefenden Eindruck in seiner Seele hinterlassen. 



100. vtjTtid^eiv, 

Zu der Perikope ^ 26, 9-12 = Mo. 10, 13-16. Lc. 18, 
15 — 17. Mt. 19, 13— 15 ist der ursprüngliche Wortlaut des 



Sutoi&ita&cu, vfini&tBiv, x6 dya^^r. 



309 



Herrenwortes Mc. 10, 15 «^^ Lo. 18, 17 nicht im sweiten und 
dritten Eyangelium, sondern in Mt 18,3 erbalten. Tgl. Weifi, 
Mc. 335-337. PT. ü, 212—214. m, 490 f. So finden sich auch 
in der panlinischen Literatur zu Mc. 10, 15. Lc. 18, 17 keine 
Anklänge. Wohl aber sind zu Mt 18, 3 zwei pattlinisohe 
Parallelen vorhanden. Vgl. 



Mtl8,8: 

iop fiff 4nQaqnjT9 neu ydrijc^g wg 
xä natdla 



1. C. 14, 20: 

{iri naiöia yivea^e tcus (pQsalv, <LUa 
lg xaxtq. vrjmdCete. 1. C. 3, 1: c5c 
vrjnioie h Xqiot^' y6Xa Ifiäg 
kndxiaa. 



Zu der Variante vrjma = naidla vgl. Herrn. Mand. 11, 1 : 
iofi d>g rd vrjjtia, Sim. IX, 29, 1 : cbg rd vi^nia ßQi(prj etalv. 
Bezüglich der Derivation des vrjmdCeiv von vi/jmog vgl. Teil III, 
§ 9. Zu njmog selbst vgl. außerdem ^ 12, 27 = Lc. 10, 21. 
Mt. 11, 25, wo n^mog im metaphorischen Sinn gebraucht ist. 



101. rd äya^öv. 

Ein geheimnisvoller Schleier liegt auf der Erzählung 
^ 26, 13-19 = Mt. 19, 16-22. Mc. 10, 17-22. Lc. 18, 18-23. 
Anscheinend widerspruchsvoll ist die Persönlichkeit dessen 
geschildert, welcher nach dieser Erzählung dem Herrn in 
besonderer Weise nahe trat. Ein veavlaxog (Mt. 19, 20. 22), 
ein ägxcov (Lc. 18, 18), ein qHZQUjaiog (Hom. Clem. XYIII, 3), 
ein ägxcov rwv (poQioalwv (Syr. Cur. zu Lc. 18, 18), muß es 
eine ganz außergewöhnliche Persönlichkeit gewesen sein, welche 
alle diese Praedicate in sich vereinigte und noch dazu gleich- 
zeitig durch Besitz großen Reichtums (Mt. 19, 22: f;^a>v xQrifiaxa 
noXXd, Mc. 10, 22: f;i^a>v Kirffiaxa JtokXd, Lc. 18, 23: jiXovaiog 
o(p6dQa) ausgezeichnet war. Das Auftreten dieses Mannes 
zeigt feurige Begeisterung (Mc. 10, 17: ngodga/iätv elg) und 
tiefe Verehrung (Mc. 10, 17: yowneti^oag aixöv) fär Jesu Person. 
Und Jesus erwidert diese Verehrung durch eine besonders in 
die Augen fallende Zuneigung (Mc. 10,21: ö di 'Itjoovg IftA- 
ßXhpag ait0 '^ydjtrjoev aixöv)^ gleich als ob er diesen Jüngling 
zu Großem ausersehen hätte. Und dieser Jüngling verschwindet 
nach dem Gespräche mit Jesu anscheinend spurlos aus der 
Geschichte. Seine anfangliche Begeisterung ist in Traurigkeit 
(Mt. 19,22. Mc. 10,22: Ivjtovjuisvog, Lc. 18,23: Tiegüivnog) ver- 



302 Besch, Paulinismus. II. Einzeluntersuchongen. 

und zwar in zweifacher Richtung. Einerseits nämlich rechnet 
er sich zu den iXdxioxoi, Vgl. Eph. 3,8: i/iol t0 HaxiOTo- 
TiQq> ndvTODV äylcov (= ädeXq>cöv)^ und ebenso 1. C. 15,9: iyä) 
ydg eljM 6 Häxiorog rcbv äjiooröXoDv (= äd€lq>a}v). Andererseits 
aber gründete er auf das Herrenwort Mt. 25, 40 = ^ 25, 30 
die Mahnung Col. 3, 23. 24: S iäv noiijxe, ix tpvx^Q igyd^ea^e 
&g xq) xvglq) xal ovx äv&QcoJtoig, eldöxeg Sxi änd xvglov äno- 
iij/jLtpea^e xrjv ävxoTiödoaiv x'^g xlrjgovo/jiiag — und Eph. 6, 7.8: 
dovXevovxeg (bg x^ xvglq) xal oix än^gioTioig, eldöxeg 8xi ixaatog, 
idv XI noifjofi äya^dv, xovxo xofdosxai nagä xvglov. In 
diesen beiden Parallelen erinnert nicht nur das noieiv und das 
wiederholte xvgiog (vgl. ^25,28 = Mt. 25, 37: xvgie\ sowie 
xlvigovofAla an den Quellentext, sondern es berührt sich 
auch das S idv (Col.) und idv xi (Eph.) in besonderer Weise 
mit den Clementinischen Homilien, denen man gewiß 
paulinisierende Tendenz nicht nachweisen kann, sofern die- 
selben anstatt des canonischen iq>' 5aov die paulinisch an- 
klingende Lesart: 8 xi äv vertreten und dazu auch noch dv- 
^gibnco bieten, ähnlich wie Paulus zweimal &v^g(bnoig. 
Vgl. PT. n,313f. 

Mit Hilfe außercanonischer Texte kann festgestellt werden, 
daß unser Gleichnis nicht so kurz abbrach, wie es Mt. 25, 46 = 
-/i 25, 36. 37* der Fall ist, daß es vielmehr in einen volleren 
Schluß ausmündete, welcher das xXtjgovo/xi^aaxe xrjv ßaadelav 
noch weiter ausführte. Man vgl. zunächst Clem. AI. Protr. X,94: 
ol Syioi xvglov xXrjgovofjLijaovai xijv dö^av, f}v dcp'&aX/bidg 
ovx eJdev ovdk ovg rjxovoev oidk inl xagdlav äv^gco^ 
710V ävißt], xal x^Q^^ovxai inl xfj ßaoiXelq. xov xvglov 
avxcbv. Wenn die dabei gebrauchte Citationsformel : ff ygaqn] 
eixöxcog evayyeU^etai — selbstverständlich nicht bedeutet: ,Die 
Schrift sagt irgendwo in den Evangelien', so bezeichnet sie doch 
die Quelle, aus welcher Clemens diesen Text schöpfte, als 
ij ygaq)ri und sagt von dem citierten Worte aus, daß es evan- 
gelischen Charakters sei. Dieser evangelische Charakter des 
Logion ist genauer als synoptischer Typus zu erkennen. Ganz 
besonders weist die Verknüpfung von xXrjgovo/LceTv und ßaoiXela 
auf die Worte des Gleichnisses: xXtjgovojüLtjoaxe xrjv ßaodelav 
hin. Gleichwohl wird man auf den Gedanken, daß in diesem 
Logion der von Mt. weggelassene Schluß imseres Gleichnisses 
vorliege, erst durch einen parallelen Evangelien text geführt, 
welchen der Bedactor der Constitutionen uns aufbewahrt 



xXriQovofAsXv xriv ßaotXtiav xov ^sov. 



303 



hat. Vgl. Const. VH, 32. Agrapha S. 102 f. 154 flf. 281 f. PT. II, 
317 f. Logia 8. 144. In dem betreffenden Citat Const. VH, 32 
erscheint das Textfragment als die Yeryollständigung des Schlusses, 
in welchem unser Gleichnis bei Mt. uns entgegentritt. Und 
was das Merkwürdigste ist: Hier erscheint das mit einem 
yeyqoTvtai eingeführte paulinische Citat I.C. 2,9 als ein Fragment 
des durch die Constitutionen uns aufbewahrten Gleichnis- 
Schlusses und zugleich als ein Anklang an B. 14, 17. Vgl. 

Const. VII, 32: 

x6x8 ojtsXsvaoyxM ol fur notnjQoi elg 
aicüviav xöXaatv, 

ol de dixaioi Jiogevaovxai sig ^(orjv 
ald)viov 



Mt. 25, 46 : 

xai djteXsvooyxai ovxoi slg xöXaaiv 

aUbviov, 
ol de Slxouoi elg C<^rjv alcaviov 

I.e. 2,9: 

& dqr^aXfwg ovx eldev xcu o^g ovx 
ijxovoev xai inl xagSlav dv^gcostov 
ovx ävißij, Soa rjxol/iaasv 6 ^edg 
xots &yaji(boiv avxöv 



xitjQovofAOVvxsg ixetva, 

& 6q)^aXfA6g ovx eldev xai olg ovx 
^xovoev xai im xagdlav av&Qionov 
ovx dvißtj, & ^xolfAaoev 6 ^eog xolg 
&yom&oiv avx6v, 



xai jifa^f^aoyrai iv xfj ßaoiXelq. 
xov ^eov. 



R. 14, 17 : 

iorcV ij ßaaiXela xov ^eov .... 
XaQd 

Wollte man annehmen, daß hier die geschickte Hand eines 
Compilators den Matthäus -Text Mt. 25, 46 mit einigen Ab- 
änderungen versehen und mit dem paulinischen Citat I.C. 2, 9 
zusammengeschweißt hätte, so schwindet die Möglichkeit dieser 
Annahme vor der Tatsache, daß bereits anderthalb Jahr- 
hunderte zuvor Clemens AI. diesen Text in einer yQa<pij 
BvayyeXif^ofiivri vorsieh gehabt hat, und zwar mit demselben 
Schlußsatz wie der Redactor der Constitutionen: xai x^QV' 
oovrai iv xfj ßaoiXelq. xov ^eov, welche Worte weder 
aus Mt. noch aus Paulus stammen und doch in trefflicher 
Weise den Context abzurunden geeignet sind. In dem Con- 
stitutionen -Text liegt sonach nicht eine Compilation, sondern 
ein vorcanonischer Evangelientext vor, welchen vor dem 
Bedactor der Constitutionen schon Clemens AI. gekannt, 
aber vor diesem schon Paulus 1. C. 2, 9 in wörtlichem 
Gleichlaut benützt hat. Der von Paulus citierten schriftlichen 
Quelle hat jedenfalls das ganze Gleichnis Mt. 25, 31-— 46 an- 
gehört, dessen Anklänge wir 2. C. 5, 10; R. 14, 10; Eph. 1, 3. 4; 
2,10; Gal. 5,21; I.C. 6,9; 15,50; Eph. 5, 6. 8; Col. 3, 23. 24; 
R. 9, 22. 23; 1. C. 4, 11; 8, 12; 15, 9; 2. C. 12, 4; R. 14, 17 



304 Besch, Panliiiismus. IL Einzeluntersnchüngen. 

gefunden haben. Die Erhaltung dieses in der paulinischen 
Literatur so ausgiebig verwerteten Gleichnisses aus der Logia- 
quelle verdanken wir dem ersten Evangelisten, während in der 
lucanischen Evangelienschrift durch Weglassung dieses Gleich- 
nisses sämtliche darauf bezügliche paulinische Parallelen ver- 
loren gegangen sind. 

99. dixaiovai^ai. 

Das Gleichnis vom Pharisäer und Zöllner ^ 26, 1—8 = 
Lc. 18, 9—14 steht innerhalb der synoptischen Überlieferung 
keineswegs isoliert. Es ist ebenso ein antipharisäisches Gleich- 
nis wie das von den beiden ungleichen Söhnen ^22, 1 — 33 
= Lc. 15, 1. 2. 11—32. Der Pharisäer hier trägt verwandte 
Züge mit dem älteren Sohne dort, welcher in seiner Selbst- 
gerechtigkeit sich rühmt: oidhioie naQißrjv oov inolijv und 
von dem jüngeren Bruder ebenso verächtlich spricht wie der 
Pharisäer vom ZöUner. Ygl. ^ 22, 31 = Lc. 15, 30: t4> ^ 
vlq> oov roitq) mit ^ 26, 4 = Lc. 18, 11: fj xai Ag ovxog 
6 relcovtjg. Und der Zöllner des Gleichnisses stimmt durch 
das Bekenntnis juol t<J> &iJ,aQr(ol0 mit dem Geständnb des 
verlorenen Sohnes: fj/xagrov ebenfalls überein. Auch der 
Gegensatz zwischen den selbstgerechten Pharisäern und den 
bußfertigen Zöllnern nach ^ 22, 1 = Lc. 15, 1: ^oav di 
iyyl^ovreg axncp ol xskcbvai xai 61 djuaQxwXol und ^ 22, 2 
= Lc. 15, 2: dieyöyyvCov ol q^agioaioi — steht hinter dem 
Gleichnis von den beiden ungleichen Söhnen. Und dieses ist 
ein Gegensatz, der nicht nur von Lc. betont wird. Er tritt 
auch in der Perikope ^ 5, 1—8 = Mt. 9, 9—13. Lc. 5, 27-32. 
Mc. 2, 13 — 17 hervor, welche von allen drei synoptischen 
Referenten in wesentlicher Übereinstimmung überliefert ist. 
Es spricht sich in dieser Perikope dieselbe Verachtung der 
Zöllner vonseiten der Pharisäer aus. Vgl. -^ 5, 6 = Mt. 9, 1 1 . 
Mc. 2, 16. Lc. 5, 30: pieiä xcbv xelcbvmv xa\ &fxaQxo>Xa>y 
io^lei, imd Jesus nimmt zu den Pharisäern und Zöllnern ganz 
dieselbe Stellung hier ein wie in den nur von Lc. überlieferten 
Perikopen. Vgl. ^ 5, 8 = Mt. 9, 13. Mc. 2, 17. Lc. 5, 32: oix 
^At9ov xaXioai dixaiovg AXXd, ä/iaQxcoXovg, Aber auch in den 
sonstigen antipharisäischen Reden Jesu hat die in unserem 
Gleichnis durch wenige Meisterstriche gegebene Schilderung 
eines Musterpharisäers zahlreiche Parallelen, gleichviel ob diese 



diX€uaCa^<u. 305 

Reden nur von Lc. oder nur von Mt und Mo. oder von Lc. 
und Mt. oder von allen drei Synoptikern berichtet sind. YgL 
^ 26, 5 = Lc. 18, 12: djtodexarevoi} ndvxa 8aä xt&ßAcu mit 
^ 16, 5 = Mt. 23, 23. Lc. 11,42: änodexarovre rd ijdvoofwv 
xal rd ävrj^ov xal tö xvjmvov, femer das Auftreten des Phari- 
säers im Tempel mit ^ 16, 9 = Mt 23, 6. 7. Lc. 11,43. Mc. 12, 
38. 39. Lc. 20, 46: dyajiare rijv nQonoxa'&eÖQlav , ebenso das 
6 (paQusaCog orakele . . nqoarivxexo mit -<^ 14, 4 = Mt. 6, 5D: 
(pikovoiv oxrjvai . . . iox&xeg . . TiQoaevxd/ievoi, die Selbst- 
gerechtigkeit der Pharisäer mit ^ 22, 53 = Lc. 16, 15: i/uk 
laxe ol dixaiovvxeg iavxovg, -// 26, 1 = Lc. 18,9: nenoi^öxeg 
iq>* iavxoig, 8xi etalv dlxaioi mit ^ 16, 12 = Mt. 23, 28: 
{f/j£ig l^oy^ev fikv q>alvea^e xoTq iv^Q(onoig ölxaioi, ebenso das 
schon erwähnte: oix 1jl'9ov xaXiaai dixalovs mit ^ 26, 8 = 
Lc. 18, 14: xaxißtj ovxog dedixat(Ofiivog elg x&v ohcov ainov 
fj ydg IxeTvog [6 q)aQioaTog] oder nag* IxeXvov — und ^ 22, 
53. 54 = Lc. 16, 15: ifieig iaxe ol dixaiovvxeg iavxoig . . xd 
h dr&Qc&Ttoig vtpi]ldv ßdiXvyfia Ivc&niov xov ^eov. Letztere 
Parallele zeigt, daß das im Urtext vorauszusetzende ip in den 
Schlußworten: »sinn wiorr-j? P?2f3 als i» privativum gefaßt werden 
muß, welches im Griechischen schwer wiederzugeben ist und 
in den verschiedenen Übersetzungsversuchen durch nagd oder 
fj ydg leicht den Schein der Yergleichung gewinnen, mithin 
Yöllig irrtümlicherweise die Annahme von Graden der Recht- 
fertigung erwecken konnte. Nicht als ein Gerechtfertigter, 
auch nicht als ein etwa nur teilweise Begnadigter geht der 
Pharisäer hinweg, sondern als ein ßdHvy/ia hc&mov xov ^eov. 
Der Zöllner aber, obwohl er nicht ein einziges der Werke 
aufzuweisen hat, deren der Pharisäer sich rühmt, empfangt 
von Jesu das Gnadenurteil: ovxog xaxißri dedixaKo/Liivog. Es 
ist eine Illustration zu dem nur von Mt. überlieferten Herren- 
wort -^ 7, 42 = Mt. 21, 31: ol xeioyvai xal al ndgvai ngo- 
dyovaiv ifjiäg elg xijv ßaadelav xov &eov. 

Die Tendenzkritik hat in dem lucanischen Gebrauch des 
dixaiova&ai ein Symptom ihrer Diagnose erkennen wollen, 
wonach der paulinische Tendenz-Evangelist Lc. auch hier von 
Paulus abhängig sei, imd hier mehr als irgend sonst. Dem 
gegenüber genügt es, nach dem Vorstehenden noch auf die 
in Exe. 68 festgestellte Tatsache zurückzuweisen, daß der zu dem 
dixaiovo&ai gehörige Grundbegriff der dixaioüvvf] ^eov, welchen 
Paulus mit Mt. gemeinsam verwendet, bei Lc. gänzlich fehlt 

Texte IL Unterraohnngen. N. F. XII. 20 



318 Resch, Paolinismüs. IL Einzelontersnchmigeii. 

dxpeXei (Mc.) = r/ dxpeXrj^aetcu (Mt.) nach Macar. de libert. 
ment. c. 32 rl xigdog, welches mit dem xigdog in Phil. 1, 21 
und xigStj in Phil. 3, 7 zusammentrifft und dadurch als die älteste 
Übersetzungsvariante beglaubigt ist. Ab Stammwort habe ich 

— im Einverständnis mit David Kaufmann — :?xrrra ange- 
nommen und in den Logia S. 151 auch so drucken lassen, wäh- 
rend Delitzsch und Da Im an es durch b*«KrnTO wiedergegeben 
haben. Seitdem aber die bekannten Bruchstücke des hebräischen 
Jesus Sirach an das Tageslicht getreten sind und dadurch zu 
Sir. 41, 14^: rlg &(piXBia der Grundtext rAyprrra constatiert ist, 
unterliegt es keinem Zweifel, daß r^a in der Retroversion 
unseres Logion dem neuentdeckten nbrh weichen muß. Ygl. 
Strack, Die Sprüche Jesus, des Sohnes Sirachs. Leipzig. 1903. 
S. 38. Das xegdalveiv und C^/iico^vac imseres Logion findet 
sich wieder Phil. 3, 7. 8: tva XQiatdv xegdijaco . . di* 8vTd nävta 
il^vifii(b'9riv . . Sxiva f^v jnoi xigörj, ravta fjyrifiai diä xbv Xqiotov 
^tjfjLiav . . ijyovfjLai ndvra ^rifilav elvai. Hier macht Paulus rd 
jidvra (= rifv x6ofxov) zum Object des I^rifAiova&ai und XQi(n6v 
zum Object des xegdaiveiv. Dagegen gebraucht er den Ausdruck 
xdofjLog in der Sinnparallele Gal. 6, 14. Auch 1. C. 3, 15: Cvß^^' 
^oerai, avrdg dk oco'^aezai klingt an imser Logion an. Nach 
der Übersetzung des Mc. und Mt. hätte Paulus sagen müssen: 

Das andere Logion Mc. 8, 37 = Mt. 16, 26^ ist eine freie 
Verwertung von Ps. 49, 7. 8. Vgl. die Septuaginta- Version: 
äd€Xq)6g ov XvxQovrai, X%nQ(boetai äv&Qionog; oi) dciaet rcp '^ecp 
i^Haofxa iavtov xal ttjv ti/jltjv x^g Xvxgcoaecog xfjg rpvxfjg clvxov 

— mit dem Herrenwort: xl yaQ dcoaei äv&QC07iog ävxdXXay fia 
rrjg yfvxtjg avxov; Die Stammwörter sind: ^b's und y^np mit den 
synonymen Übersetzungsvarianten i^lXaofia, ävxdXXayjMx, ävxt- 
xatdXXay/xa, xaxdXXayfixi, ävxaXXayi^, xaxaXXayi^. Paulus hat 
xaxaXXayrj gewählt und sein xaxaXXdaaeiv daraus abgeleitet. 
Vgl. R. 5, 11 : xaxaXXayijv iXdßojüLev, R. 5, 10: xaxrjXXdytj/uiev 
. . xaxaXXayivxeg o(0'^o6fie&a, 2. C. 5, 19: xbv Xoyov xfjg xax- 
aXXay^g, 2; C. 5, 18: xrjv diaxovlav xfjg xaxaXXayfjg, ferner 
xaxaXXd^avxog i^juäg, v. 19: xöojuov xaxaXXdoocov iavx0, v. 20: 
xaxaXXdyrjxe xco ^eco. Bezüglich der weiteren Abzweigungen 
von ^B3 = XvxQov, XvxQcooig vgl. Exe. 1 20 zu Mt. 20, 28 = Mc. 
10, 45 = ^ 32, 38. - Der dritte Evangelist hat durch Weg- 
lassung dieses Logion Mc. 8, 37 = Mt. 16, 26'' das Gegenteil von 
dem getan, was man seine paulinische Tendenz genannt hat. 



xigdog, drtdlXaYfMi. ^ rot; Jtvsvfiatog ßXaa<pij/Aia, hrcuoxvveo^. 319 

105. 1} rov nvei/xaTog ßXaacprifxla, 

Das Herrenwort von der ß)Laoq>rifjLia, die nicht vergeben 
werden kann, ist innerhalb der canonischen Evangelientexte 
nach einer dreifachen Relation überliefert. Vgl -^ 27, 17. 18 
= Lc. 12, 10. Mt. 12, 31. 32. Mc. 3, 28. 29. Der Zusammenhang 
ist ein anderer bei Lc. als bei Mc. und Mt. Das Logion hat 
je und je Schwierigkeiten des Verständnisses dargeboten. Das 
paulinische Schrifttum gewährt zu dieser canonischen Fassung 
des Wortes — abgesehen von Ebr. 6,6; 10, 29 — keine Par- 
allelen. Denn dieEph. 4, 31 erwähnte ßlaaqnj/LUa bezieht sich, 
obwohl das Logion: /bii] ivneXxe xb nvevfia xb äyiov xov ^eov 
in V. 30 unmittelbar vorausgeht, auf eine Yersündigung gegen 
Menschen, nicht gegen Gott. Das Verständnis für den ur- 
sprünglichen Sinn der ßlaaqnjßua xov jtvev/jiaxog wird vielmehr 
durch die in Const. VI, 18 enthaltene außercanonische Fassung 
des Logion gegeben, zu welcher nicht bloß Ebr. 6, 6; 10,29, 
sondern auch andere direkt paulinische Anklänge in Betracht 
kommen. Vgl. Agrapha 8. 130. 249—251, ferner Exe. 194 
sowie auch Exe. 156. 

106. inaioxvveo&ai. 

Bezüglich des Logion ^ 27, 43 = Mc. 8, 38*. Lc. 9, 26 
liegt der seltene Fall vor, daß ein Herrenwort durch Mc. und 
Lc. ohne den Hinzutritt des ersten Evangelisten überliefert ist. 
B. Weiß (Mc. 292 Anm. 1) nimmt an, daß dieses Logion 
eine leichte Umgestaltung des anderen Spruches Mt. 10, 33 
= Lc. 12,9 (^ 16, 37) sei. Gegen diese Annahme aber legen 
die paulinischen Parallelen Zeugnis ab. Denn das dQveia&cu 
hat seine paulinische Parallele in 2. T. 2, 12, dagegen das Logion 
vom Inaioxvveo^ai in R. 1, 16; 2.T. 1, 8. 12. Phil. 1, 20, und 
zwar so, daß aus dem Herrenwort: 8g äv biaiaxvv&fl fie xal xovg 
idyovg fiov — sowohl 2. T. 1,8: /x^ ovv Inaiaxvv^g xov fia^tv- 
Qiov xov xvqIov fifjubv als B. 1,16: od yäg Ijtaioxvvo/Jiai x6 evayyi- 
Xtov abzuleiten ist. Der Identificierung von Xdyog und evayyiXiov 
sind wir bereits zu 1. C. 15, 1.2 im Vergleich mit ^ 8, 32—35 
= Lc. 8, 11—15 (vgl. Exe. 32) begegnet. Bei dem Logion vom 
äQveta&ai handelt es sich um eine Verleugnung der Person 
Jesu, bei dem Logion vom biaiaxvveodai um eine aus Scham 
hervorgegangene Weigerung, die X6yoi Jesu, das Zeugnis von 



320 Resch, Paulinismns. II. Einzelimtersachiuigen. 

ihm {xd fAa^Qiov)y die frohe Botschaft von ihm (eiayyiXioy)j 
weiter zu verkünden. So selbst Weiß, Mo. 8.291, so die Auf- 
fassung des Paulinismus in 2. T. 1, 8. B. 1, t6. 

107. xQiveiv Z&vxag xa\ vexQovg. 

Mit der zweiten Hälfte des Logion vom bzcuaxvveo^ai ist 
sowohl bei Mc. als bei Le. ein Hinweis auf die Wiederkunft 
Christi eng verknüpft. Vgl. Me. 8, 38 = Le. 9, 26: xal 6 vldg 
xov &v^Q(bnov iTiaioxvv^oerai avxdv, 8xav iX'&fi h xfj dd^fj aixav 
xal xov TiaxQÖg avxov fxetä x(bv äyyilcov xcov äyUov. Diesen 
Hinweis hat der erste Evangelist, indem er das Logion vom 
biaioxvveo^i wegließ, zu einem selbständigen Satz ausgebildet 
Mt. 16, 27: fxiXXei yäg 8 vlbg xov dvdQC&nov Igxeo^ai iv xfj dd^fi 
xov TiaxQÖg avxov fiexä xcbv dyyiXo}v avxov — mit dem Zusatz: 
xal x6x€ änodcoosi ixdaxq) xaxä xijv ngä^iv avxov \xaxä xä Igya 
adrov]. Daß der erste Evangelist mit diesen Worten auf der 
Quellenschrift fiißt, zeigen die paulinischen Parallelen 2. C. 5, 10: 
Tva xoßjUotjxai ixaaxog xä diä xov oco/iaxog nqbg ä inga^ev und 
2. T. 4, 14: &3io8(boei avxcp 8 xvgiog xaxd xd Igya aixov, weniger 
stringent B. 2,6: 8g dnodcooei ixdaxq> xaxd xd Sgya aixov, weil 
hier ^eög als Subject vorausgegangen ist, mithin wohl direct 
Ps. 62, 12 (13) LXX: 8xi ov dnodwoeig ixdaxq) xaxd xd Sgya 
aixov oder Prov. 24, 12: Sg djtodldcooiv ixdaxq) xaxd xd Iqya 
aixov. In dem Logion Mt. 16,27 = A 27, 40 ist Subject 8 
vlbg xov dv^Qcbnov, und nach einem von Hegesippus 
(H. E. ni, 20, 4) überlieferten vollständigeren Text vor den 
Worten dnodcboei zu lesen gewesen: xqiveT Ccbvxag xal 
vexQovg. Dieser außercanonische Evangelientext hat pauli- 
nische Parallelen. Vgl. 2. T. 4, 1 : bia/jUXQxvQO/jiai ivcojiiov xov 
^€0v xal Xqioxov *Irjoov xov [xiXXovxog xglveiv ^(bvxag xal 
vexQovg, Act. 17,31: iaxrjoev fi/xigav, iv fj /xiXlsi xqlveiv 
xrjv oIxov/jlSvtjv iv bixaioovvfj iv dvdgl q5 digioev. In beiden 
Gitaten klingt das jbUXXei des Matthäus -Textes an; in der 
zweiten Stelle bildet dvTJg eine Umschreibung des vlbg xov 
dv&Qcbnov. Die paulinischen Worte B. 14,9: tva xal vbxqcov 
xal ^(ovxcov xvQievof], sowie 1. P. 4, 5: xq> ixol/xoyg l';|rovT« 
{j= fxiXXovxi) xQXvai Ccbvxag xal vexgovg, auch endlich der 
entsprechende Satzteil im Symbolum Bomanum mit den Par- 
allelen Clem. B. n, l, 1 ; Polyc. 11, l ; Barn. VII, 2 dürften alle- 
samt Ausflüsse jenes vollständigen Quellenwortes sein, welches 



xQiveiv CäVvTo; xal vexQOvg, djtXönjs- eigip^, elQijveveiv. 321 

schon Paulus aus den Logia geschöpft haben wird. Vgl. hierzu 
A. Seeberg (Der Katechismus der Urchristenheit S. 135), 
welcher aber die Quelle Mt. 16,27 = ^ 27, 40: /üiiXlsi yctg 
6 vldg xov äv^Q(07tov Igxeo^ai xxX, nicht notiert. Vgl. ferner 
PT. n, 200-203. 

An die Schilderung des letzten Gerichts erinnert E. 14, 12: 
&ca<nog ^juwv negl iavxov X6yov dcooei icp '^ecp verglichen mit 
^ 27, 41 = Mt. 12, 36, femer E. 2, 5: h fifiigq. dgyrjg xal äjto^ 
xaXvtp€(og dixaiongiotag xov ^eov, sowie E. 2, 27: xqivsT ^ 
ix qwoecog äxgoßvorla . . , ok xov . . nagaßdxriv vdfxov verglichen 
mit ^ 15, 22 = Mt. 12, 41. Lc. 11, 32: ävögeg Niveveixai dra- 
axYioovxai h xfj xgioei fiexä xrjg yeveäg xavxrjg xai xaxaxgi- 
vovoiv avxi^v, auch Ebr. 11,7: N(be . . xaxeoxevaoev xißcoxdv 
. . . xaxixQivev x6v x6o[jlov verglichen mit ^ 25, 9 = Lc. 17,27. 
Mt. 24, 39: ä^Qi fjg fifiigag eto^^X^^ev Nebe elg xrjv xißooxdv, xal 
§At?ev 6 xaxaxXvofibg xal Ijgev änavxag. Endlich im Hinblick 
auf A 25, 10. 11 = Lc. 17, 28. 29 gilt für Jesu Jünger die 
Mahnung l.C. 7,30.31: äyoqdCovxeg cbg /xrj xaxixovxeg . . . 
71 agäyei yäg xb oxrjfjia xov xdofxov xovxov. — Vonseiten des 
Ebräerbriefs kommt noch Ebr. 10, 27: ixöoxfj xQloecog, ver- 
glichen mit Lc. 21, 26, in Betracht. 

108. änXöxrjg. 

In seiner Schrift: , Jesus Christus und Paulus' S. 252. 292 
hat Peine Stellen wie E. 12, 8: 6 /letaöidovg h änXdxrjxi, 
2. C. 8, 2: elg xb nXovxog xrjg äjiXöxrjxog, 2. C. 9, 11 : jrAovrtfrf- 
ßievoi elg näoav &7iX6xrjxa als Parallelen zu Mt. 6, 2. 3 (= -^ 28, 
15. 16) gekennzeichnet und somit auf jene lautere Gesinnung 
bezogen, da die linke Hand nicht weiß, was die rechte tut. 
Als äjzXöxrjg xrjg xagöiag findet sich das Wort noch Col. 3, 22 
= Eph. 6, 5. In Exe. 41 ist nachgewiesen, daß äjzXöxrjg ein 
paulinisches Derivahmi von änXovg ist. Vgl. ^ 28, 55 = 
Lc. 11, 34. Mt. 6, 22: dqy&aXjubg änXovg, namentlich aber Cod. D 
zu Mt. 10, 16 (= ^ 1^9^)* ciTtXovaxaxoi = äxigaioi. 

109. elgijvrj, eigrjveveiv. 

Nach zwei Seiten ist der Begriff der elgi^vr] in Jesu Worten 
ausgeprägt, als eigijvrj ngbg xbv ^e6v und als elgi^vrj fiexä x(bv 
iv^gibniüv. Bezüglich der elgr\vri ngbg xbv '&e6v vgl. Exe. 28 
und die Parallele zwischen E. 5, 1 und Lc. 7, 50 = ^ 7, 60. 

Toxte a.UnterfQchTingeii. N. F. XII. 21 



322 Resch, Paulinismus. II. EinzelunterRachongen. 

Diese innere slgi^vt] nennt Paulus Col. 3, 15 ij eigi^vt] rov 
Xqkjtov, R. 5, 1 elgi^vT] jzQÖg xbv i9e6v. Ihr Sitz ist die xagdia. 
Vgl. Col. 3, 15: ^ elgi^vt) rov Xqioxov ßQaßevhoD h xaig xag- 
diaig vfiibv, Phil. 4, 7: ff elgi^vfj rov i^eov ... (pQOVQtjoei rdg 
xagdtag vfjubv. Diese innere elgi^vrj gehört nach B. 14, 17 zum 
Wesen der ßaodela rov i9eov. Vgl. ^ 25, 4 = Lc. 17, 21 nach 
der Lesart Ephraems: ^ ßaodela rov ^eov h rfj xagdlq, i/iQ)v 
loxiv - dazu PT. HI, 469 f. Logia 8. 139 Anm. 9. Dahin gehört 
auch Eph. 6, 15 der Ausdruck: rov evayyellov rfjg elgi^vijg. 

Aus dem Frieden des Herzens wächst das friedfertige Ver- 
halten gegen die Menschen hervor. Vgl. ^ 28, 38 = Mt. 5, 9: 
fxaxdQioi 61 elgtjvoTtoioif -^ 28, 37 = Mc. 9, 50 : elgtjvevere Iv 
äXXijloig, dazu die paulinischen Parallelen 1. Th. 5, 1 3 : elgtjvevere 
h iavroTg, 2. C. 13, 11: elgtjvevere, R. 12, 18: fietd ndvrcDv 
dvi9gco7zo}v elgtjvevovreg, R. 14,19: rd rijg elgi^vtjg di(bxmfiev, 
2. T. 2, 22: ölwxe . . . etgi^v^v —, außerdem Ebr. 12, 14: 
etgiljvtjv ÖKoxere fiexd jidvroyv. Lc. hat die beiden Herren- 
worte, welche auf die gemeinsame Quelle der paulinischen 
Parallelen hinweisen, Mt. 5, 9 und Mc. 9, 50, in sein Evangelium 
nicht aufgenommen. Dafür aber hat er durch Beproduction 
der Perikope Lc. 7, 36-50 = u^ 7, 45—60 die Quelle er- 
schlössen, aus welcher die paulinische Verbindung von dixaUooig, 
Tilorig, elgijvtj in R. 5, 1 geflossen ist. 

110. raneivovv, vxpovv. 

Zweimal, nämlich Lc. 14, 11 und Lc. 18, 14 bringt Lc. das 
Herrenwort: Sri nag 6 vipöjv iavrov rajteivoy^ijaerai, 6 dk 
raneivcbv iavrov vtpw^ijoeraL Durch seinen einfachen und 
zugleich so tiefsinnigen Logia-Charakter, durch seine Verwandt- 
schaft mit dem durch Mt. aufbewahrten Jesus -Wort Mt. 11,29 
= yi 12,34: raneivög eljbu rfj xagdlq (= raneivdcpgoiv), sowie 
durch die Parallele Mt. 23, 12 {A 28, 50): Sortg vtpwoei iavrov 
rajzeivco'&tjoerac, xal Song raneivcboei iavrdv vipa)^i^oerai 
— ist dieses Logion von vornherein geschützt gewesen gegen 
den Verdacht einer lucanischen Entlehnung aus dem Paulinismus. 

Zweimal hat Paulus bei Benutzung dieses Logion zugleich 
auf das verwandte rajieiv6(pgcov aus Mt. II, 29 hingeblickt. Vgl. 
Phil. 2, 3. 8. 9: r^ raneivocpgoovvfj . . . irajielvoyoev iavrdv 
.. dio xal 6 '9edg avrov vjiegvyjoooev — , ebenso 2. C. 10,1; 
11,7: raneivog iv vfAiv . . ijLiavrdv raneivcbv, tvavfieXg ixpoy^ 



elgtjrrj, elQtivv&eiv. xansivovv, vtpoOv, q>ög, oxdroe. 



323 



^^T€. Von sich bezeugt er PhiL 4, 12: olda xal ransirovo^ai. 
Von den Römern fordert er R. 12, 16: /x^ rä itpi^Xä q)QovovvTeg, 
iUd roTg xaneivoTg ovvajtayö/jievoi, ähnlich wie von den Phi- 
lippen! Phil. 2, 3: rfj Ta7t€ivoq)Qoovvfj äXXi^lovg ^yov/xevoi 
^jugixovzag iavx&v. So hat Paulus jenes Herrenwort christo- 
logiseh und ethisch auf das tiefste verwendet. 



111. q>a>g, oxöxog. 

Nicht bloß im johanneischen Evangelium bilden q)d}g und 
oxatla einen bedeutungsvollen Gegensatz, sondern auch in den 
synoptischen Jesusreden, und zwar in Stellen, welche teils von 
Lc. und Mt. {A 16, 29 = Lc. 12, 3. Mt. 10, 27; A 28, 55—57 
= Lc. 11, 34. 35. Mt. 6, 22. 23), teils von Mt. allein {A 28, 
58. 59. 61 = Mt. 5, 14. 16), teils von Lc. allein {A 22, 43 = 
Lc. 16, 8), teils von allen drei Synoptikern {A 28, 60 = Mt. 5, 15. 
Lc. 11, 33. Mc. 4, 21. Lc. 8, 16) überliefert sind. Fast zu allen 
diesen synoptischen Texten sind paulinische Parallelen vor- 
handen. Vgl. 



Synoptiker : 

Lc.l6, 8 = ^ 22,43: xovg viovg 

rot; (pcoTÖg 
Mt 5, 14» = il 28, 58: vfistg iare x 6 

q>&q Tov xöofjiov 
Mt. 5, 14b =^28, 59: o^ dvvajai 

n6Xig htavoo Sqovs xst/ihnj xgvßrjvai 
Mt. 5, 16» = ^ 28, 61»: Xafiyfdxoo 

ro tp cög vfAtäv ifJuiQO<y&ev x(Ov dv- 

Mt 5, 16 b = il 28, 61b: 53im t^tooiv 

{//icjv xä xaXa iqya 
Mt6,22. Lc.11,34. Macar.=yl28,55: 

iav fi 6 6<p^aX/i6g <p(oxeiv6g, 

Slov x6 oiofm aov Jisqfxoxiaxai 
Mt 6, 23b. Lc. 11, 35 = ^ 28, 57: 

ox^Jiti o^f fAvi x6 q>&g x6 iv ooi 

<3xoxeiv6v iaxat 



Paulus : 

1. Th. 5,5: ^fjutg viol <p<Dx6g, Eph. 

5,8: c&ff xixva <pci>x6g jieQutaxsTxs 
Eph. 5, 8: tp&giv xvQÜp, Phil. 2, 15: 

<bg (ptoaxrjQsg iv x6af*<p 
1. T. 5, 25 : xal xä SXXcog ixorxa xqv- 

ßtjvai ov dvvavxat 
Phil. 2, 15 : /jtiaoy ygvsäg oxoliag xou 

dieoxQOLfijuSvrjg . . (paivsa^e mg 

qxoaxrjgeg 
1. T. 5,25: maavxtog xai xä igya xä 

xaXä ngödfjXa 
Eph. 1, 17. 18: d<pri (f/itv . . . 7i€tp(0' 

xiofjiivovg xovg 6q>^aXfA0vg tfjg 

xagdlag vfA&v 
GaL 6, 1 : oxon&v oeavxöv, R. 2, 19: 

nijiot^dg xe oeavxov tlvai . . tpojg 



x<öv h 0x6x81, Eph. 5, 8: ijxs ydg 
noxe axöxog, R. 13,12: äsio^/jtt&a xä igya xov axöxovg, 
Mvacjfie&a xä SjiXa xoit qxoxdg, 2.0.6,14: xlg xowtwla 
(pcDxi TtQog oxöxog; 

Eph. 5, 12. 18: xä yäg xQvq>fl yiv6' 

fieva . . . hnä xo^ qxoxog <pav8' 

Qovxai' nav yäq x6 tpavsQOV' 

fjisvov (p&g ioxiv 
I.e. 4, 5: Sgxat<p(oxio8ixäxQvatä 
xoO ox6xove x€u <pav8Q<oo8i xäs ßovXäs x&y xagdic^r, 

21» 



Mt 10, 26. 27. Lc. 12, 2. 3. Mc. 4, 22. 
Lc. 8, 17 = il 16, 28. 29: w ydQ 
ioxiv xQvnxoVf S ov tpavsQov 
y8vrio8xai ... 5 iXiyov v/uv iv xfj 
axoxiq, 8(7iax8 iv x(^ tpwxi 



324 



Resch, Paoliiiismiis. ü. EinzelanterBachangen. 



Das Finsterste sind nächst den ßA&ri xov oaxava (= i^ovoCa 
xov axdzovg) die ßovlal x<bv xagduar, die Batschlage der mit 
Ghristoshaß erfüllten Herzen, daher auch jene Batschlage der 
Schriftgelehrten und Pharisäer, welche schon nach Lc. 11, 53. 54 
= ^ 16, 26 auf den von Jesu ^ 16, 21—25 = Mt. 23, 32—36. 
Lc. 11, 49—51 vorausgesagten Messiasmord hinzielten. Aber 
auch das Heidentum ist Finsternis der natürlichen Herzen. 
Daher ein ijiiaxQiy^ai änö oxöxovg elg (pcjg xal xtjg i^ovotag xov 
aaxavä Itü tdv ^edv ist nach Act. 26, 18 der Weg, den die 
ßaodeia xov i9eov auch zu den S&vtj bahnen muß. 

112. doSdCeiv. 

Bezüglich des in Mt. 5, 16 = ^ 28, 61 ausgesprochenen 
Gedankens, daß die xcdä Sgya der Frommen zur Yerherrlichung 
Gottes (ßjicog Tdcooiv v/icav xA xaXä Igya xal do^docooiv xbv 
Tiaxiga vjn&v h ovqavolg) gereichen sollen, hat Feine (S.252. 290) 
auf verschiedene paulinische Parallelen aufmerksam gemacht. 
Vgl. 1. C. 10, 31: ndvxa elg dö^av tJcov Ttouite, 2. C. 8, 19: ngdg 
xijv rov^xvQiov dö^av (bezüglich der Collecte), ebenso 2.C. 9, 13: 
did Tfjg doxifJLfjg x^g diaxovlag ravxrjg do^dCovxeg xdv ^eöv. 
I.e. 6, 20: do^doare dfj rdv -^ebv h reo odijuari v/mov, Phil. 1,11 : 
nenXrjQOiixivoi xagjidv dixaioavvrjg rdv diä *Irjoov Xgiaxov elg 
dö^av xal Mnaivov -^eov. 

Wegen der Erwähnung der xaXä Sgya ist zu vergleichen 
1. T. 5, 25 sowie auch T. 3, 8. 



113. Zaxxaiog, 

Die Zachäus-Perikope ^ 29, I-IO = Lc. 19, 1-10 gehörte 
sicher der vorcanonischen Quelle an. Die Verwandtschaft mit 
Paulus zeigt sich Gal. 3,7: ol ix maxeayg, ovroi vloi eloiv^Aßqadfi 
mit A 29, 9 = Lc. 19, 9: xa'&in xal avxög vldg ^Aßqadfi iaxiv. 
Aber noch stärker tritt die Verwandtschaft in der Schlußgnome 
A 29, 10 = Lc. 19, 10 in l.T. 1, 15 hervor, an welcher Stelle 
eben diese Schlußgnome als ein nioxbg kdyog xal ndorjg dno- 
doxrjg ä^iog bezeichnet, mithin ausdrücklich, wenn auch nicht 
wörtlich, citiert wird. Vgl. 



^ 29, 10 = Lc. 19, 10 [Mt. 18, 11] : 

^X&BV 6 viog xov dvOgcojiov . . oatoat 
t6 dnoXcolos 



l.T. 1,15: 

XQiotag *Irjoove fjXi^sv elg rdv xoaftoy 
dfiaQTcoXovg o&aai. 



<p^, ax6t<K. So^dCeiv. ZaxxaXog. xdXavta, 



325 



Anstatt rd äjzoXcoXdg ist aus dem anderen Herrenwort ^ 5, 8 
= Mt 9, 13 ^ Mc. 2, 17*». Lc. 5, 32 ä/iagtcolovg eingeflossen. 
Außerdem ist zu beachten, daß in 1. T. 1, 15 das Cv^tjoai fehlt, 
genau wie in der Fassung des Logion zu Mt. 18, 11, wo es 
durch zahlreiche Handschriften, darunter obenan durch Cod. D, 
eingedrungen ist. Möglicherweise stanmit das Cv^^oai der 
lucanischen Fassung lediglich aus Ezech. 34, 12. 16. — Ein 
weiterer Anklang an das Logion findet sich Ebr. 7, 25: Si^ev 
xal oib^eiv etg xb TiavreXkg dvvarai zovg nQooegxoixivovg di 
avTOv Tq> '&ecp. Zachäus war ein solcher 7ZQoo€Qx6iu£vog. 



114. xdXavxa. 

Das Gleichnis A 29, 12—31 liegt in zwei — ziemlich stark 
von einander abweichenden — Relationen vor, nämlich Mt. 25, 
14-30 und Lc. 19, 12-27. B.Weiß (Matthäus 534 ff.) gibt 
entschieden der Redaction des ersten Evangelisten den Vorzug, 
indem er den Lucastext für eine starke Bearbeitung des Quellen- 
textes erklärt. Wenn ich 1 895 in den PT. HI, 520 f. dieser 
Quellenkritik nicht unbedingt zustimmte, so habe ich dagegen 
1898 in die Logia- Ausgabe wesentlich den Matthäus -Text auf- 
genommen. Die Richtigkeit dieser Auffassung wird durch die 
paulinischen Parallelen bestätigt. Ygl. 



Mt.25.15 = A 29,14: . 

idcoxev ixdaiq} xatd xrfv Idlav 
dvvafttr 

Mt. 25.25 = A 29,26: 

Mt. 25, 26 = yl 29, 27 : 
aomjQe dovXs xal dxvrjQi 

Mt. 25, 27 = ^ 29, 29: 
iyto ixofiiadjuijv äv to i/n6v 



Lc.19,17. Mt. 25,21 =A 29,21: 
e^ dovXe dya^e xai maxi 



I.e. 3, 5; 12,11: 

ixdaxcf) (og 6 xvQiog sd<oxev 
diaiQOvv 16 Iq ixdoxq) xa&mg ßovXexat 

I.e. 4, 7: 
xi de ix^^^ ^ ®^^ eXaßeg 

R. 12,11: 
jurf 6xvi]Q0t x^ xvQiq> dovXevovxsg 

2. e. 5,10: 

tva xofiCorixai ixaoxog . . . ngog 
& Biga^sv 

Eph. 6, 8: 
exaoxog . . xo/jtiaexai nagä xvqCov 

I.e. 4, 5: 
xai x6xe 6 inaivog yen^asxcu ixdaxci). 



Alle diese paulinischen Parallelen treffen mit der Matthäus- 
Relation und — abgesehen von der letzten — nicht mit dem 



324 



Resch, Paulinismus. II. Einzelantersuchungen. 



Das Finsterste sind nächst den ßd^ tov oaxavä (= l^ovola 
Tov oxdzovg) die ßovXal rcov xagdubv, die Batsehläge der mit 
Christushaß erfüllten Herzen, daher auch jene Batschläge der 
Schriftgelehrten und Pharisäer, welche schon nach Lc. 11, 53. 54 
= ud 16, 26 auf den von Jesu ui 16, 21—25 = Mt. 23, 32—36. 
Lc. 11, 49—51 vorausgesagten Messiasmord hinzielten. Aber 
auch das Heidentum ist Finsternis der natürlichen Herzen. 
Daher ein biioxQhpai &Jib oxörovs etg q)cbg xal xrjg l^ovolag rov 
oaxavä inl röv '&e6v ist nach Act. 26, 18 der Weg, den die 
ßaodela rov '^eov auch zu den l&vt] bahnen muß. 

112. doidCeiv, 

Bezüglich des in Mt. 5, 16 = ^ 28, 61 ausgesprochenen 
Gedankens, daß die xaXä Sgya der Frommen zur Verherrlichung 
Gottes (87io)g Xömoiv vjjubv xä xaXä Sgya xal doSäoayoiv rdv 
Tiariga vfx&v iy oigavoig) gereichen sollen, hat Feine (S.252. 290) 
auf verschiedene paulinische Parallelen aufmerksam gemacht. 
Vgl. 1. C. 10, 31 : Jidyra elg dö^av '^eov JioieTre, 2. C. 8, 19: ngdc 
T^v ToiMxvQiov öd^ov (bczüglich der CoUecte), ebenso 2.C. 9, 13: 
diA T^g doxijurjg xrjg diaxorlag ramtjg doSdCovreg rdv ^eöv. 
I.e. 6, 20: do^doaxe drj rdv i9edv h t(J> oco/xan v/mov, Phil. 1,11 : 
nenXriQOiixivoi xagnöv dixatoovvrjg röv diä 'Irjoov Xqiotov elg 
dö^av xal Inaivov '9eov. 

Wegen der Erwähnung der xakd igya ist zu vergleichen 
1 . T. 5, 25 sowie auch T. 3, 8. 



113. Zaxx€iiog. 

Die Zachäus-Perikope ^ 29, l— 10 = Lc. 19, 1-10 gehörte 
sicher der vorcanonischen Quelle an. Die Verwandtschaft mit 
Paulus zeigt sich Gal. 3,7: olix morecog, ovroi vlol eloiv'AßgadjLi 
mit ^ 29, 9 = Lc. 19, 9: xa&dri xal avrdg vldg ^Aßgadfi ioriv. 
Aber noch stärker tritt die Verwandtschaft in der Schlußgnome 
ui 29, 10 = Lc. 19, 10 in l.T. 1, 15 hervor, an welcher Stelle 
eben diese Schlußgnome als ein nioxog Xdyog xal Ttdorjg äno- 
doxfjg ä^iog bezeichnet, mithin ausdrücklich, wenn auch nicht 
wörtlich, citiert wird. Vgl. 



A 29, 10 = Lc. 19, 10 [Mt. 18, 11] : 

^X&ev 6 vlog TOV äv^Qiajzov . . o&oat 
x6 änoXtolog 



l.T. 1,15: 

Kgiotog 'Iijoovs ^Xi^sv eis tov x6<sfAov 
dfioQTCoXovg atbaai. 



<p<S^, ox6toi. doSd^eiv. Zaxxätog. xdXavta. 



325 



Anstatt rd äjtoXcolog ist aus dem anderen Herrenwort ^ 5, 8 
= Mt. 9, 13^ Mc. 2, 17*». Lc. 5, 32 äßiaQicolovg eingeflossen. 
Außerdem ist zu beachten, daß in 1. T. 1, 15 das Cv^^oai fehlt, 
genau wie in der Fassung des Logion zu Mt. 18,11, wo es 
durch zahlreiche Handschriften, darunter obenan durch Cod. D, 
eingedrungen ist. Möglicherweise stammt das Ctjr^oai der 
lucanischen Fassung lediglich aus Ezech. 34, 12. 16. — Ein 
weiterer Anklang an das Logion findet sich Ebr. 7, 25: &&€v 
xal oco^eiv elg rd navreXkg dvvarai rovg jiQooegxopievovg di 
avrov x(p ^eq). Zachäus war ein solcher nQooBQx6fjLevog, 



114. xdXavxa, 

Das Gleichnis A 29, 12—31 liegt in zwei — ziemlich stark 
von einander abweichenden — Relationen vor, nämlich Mt. 25, 
14-30 und Lc. 19, 12-27. B.Weiß (Matthäus 534 ff.) gibt 
entschieden der Bedaction des ersten Evangelisten den Vorzug, 
indem er den Lucastext für eine starke Bearbeitung des Quellen- 
textes erklärt. Wenn ich 1 895 in den PT. IH, 520 f. dieser 
Quellenkritik nicht unbedingt zustimmte, so habe ich dagegen 
1898 in die Logia- Ausgabe wesentlich den Matthäus -Text auf- 
genommen. Die Bichtigkeit dieser Auffassung wird durch die 
paulinischen Parallelen bestätigt. Ygl. 



Mt.25,15 = A 29,14: . 

idcDxsv ixdotq) xaiä ttjv Idlav 
dvva/itv 

Mt25,25 = A 29,26: 

Mt. 25, 26 = yl 29, 27 : 
storrjQe dovXe xai dxvrfgi 

Mt 25, 27 = ^ 29, 29: 
iyo} ixojniadjuijv äv to i/n6v 



Lc. 19,17. Mt.25,21 =A 29,21: 
ev dovXs dya&e xai moxe 



I.e. 3,5; 12,11: 

kxaox(f) <og 6 xvgtog idcoxsv 
diouQOVv Idlq. ixdojq) xa^ojg ßovXsrai 

I.e. 4, 7: 
tl de ix^^^ ^ ^^^ iXaßeg 

R. 12,11: 
/Ltrf dxvtjQoi t4> xvgiq) dovXsvovtes 

2. e. 5,10: 

tva xo/n(ai]Tat exaoxog . . . ngog 
& higa^sv 

Eph. 6, 8: 
ixaatog . . xofiiaetai nagd xvqIov 

I.e. 4, 5: 
xai x6xe 6 htaivog yen^oexai ixdoxc^}. 



Alle diese paulinischen Parallelen treffen mit der Matthäus- 
Belation und — abgesehen von der letzten — nicht mit dem 



326 Besch, Pauliuismus. IL Einzeluntersachungen. 

lucanischen Texte zusammen. Selbst das charakteristische und 
sicher quellenmäßige öxvriQi hat Lc. ausfallen lassen, was er 
gewiß nicht getan hätte, wenn irgend eine Absicht ihn geleitet 
hätte, sein Evangelium mit paulinischen Ausdrücken auszu- 
schmücken. Auch die verschiedene Austeilung der Talente 
hat Lc. bei seiner Bearbeitung des Quellentextes in eine gleich- 
mäßige Yerteilung umgewandelt, von der paulinischen Auf- 
fassung abweichend. 

115. *l€QovoaXijiii. 

In dem Evangelium des Mc. bildet Jerusalem erst von 
Mc. 11, 1 an den Schauplatz der Darstellung. Nur eine einzige 
Wanderung Jesu nach der Tempelstadt, nur ein einmaliger 
Aufenthalt Jesu in Jerusalem wird berichtet, und zwar so, daß 
in den Bericht über diesen einmaligen Aufenthalt in Jerusalem 
auch mancher Erzählungs- und Bedestoff eingefiochten ist, 
welcher ursprünglich nicht nach Jerusalem gehorte. Yen 
wiederholten Bemühungen Jesu, die Jerusalemiten an sich zu 
ziehen und um sich zu sammeln, gewinnt man durch Mc. 
keine Ahnung. Von wiederholten Weherufen Jesu über diese 
Stadt vernimmt man bei Mc. kein Wort, keinen Laut. Nur 
in der eschatologischen Bede Jesu Mc. 13 wird der Untergang 
Jerusalems und der zukünftige Greuel an heiliger Stätte ver- 
kündet, aber ohne daß dabei der Name der Stadt genannt wird. 
Der am Schluß kurz abgebrochene Auferstehungsbericht weist 
anscheinend sofort von Jerusalem hinweg und nach Galiläa hin. 

Das auf den Pragmatismus des Mc. aufgebaute Evangelium 
des Mt. bringt nur insofern ein Neues, als der Mt. 23, 37—39 
eingeflochtene Weheruf über Jerusalem eine ganz andere 
Pragmatik voraussetzt, als die des Mc. und des Mt. selbst, und 
namentlich eine wiederholte Liebesarbeit Jesu an den Jeru- 
salemiten bei wiederholten Besuchen der Hauptstadt erkennen 
läßt. Aber nach dem Bericht über die bei Jesu Tod und 
Auferstehung in Jerusalem geschehenen Vorgänge kehrt die 
Erzählung mit Mt. 28 ebenfalls ganz wie bei Mc. anscheinend 
nach Galiläa zurück, um dort zu enden. 

Li ein ganz anderes Licht rückt Jerusalem nach der Dar- 
stellung des Lc. Schon von Jesu Verklärung an wird Jerusalem 
(Lc. 9, 31 : IXeyov r^v S^odov avrov, fjv ij/neXXev nXrjQovv iv 
hQovoaXrifji) als das Ziel des Lebens Jesu und als die Stätte 



idlayra. 'leQowfoiijfi. 327 

seines Todes ausdrücklich bezeichnet. Yon da an wird Jeru- 
salem wiederholt als der Zielpunkt seiner Wanderungen genannt. 
Vgl. Lc. 9, 51. 53; 13, 22. 33. Ja nach dem Bericht Lc. 10, 38 
befand sich Jesus vorübergehend schon in dem Bereich von 
Jerusalem, in Bethanien. Und bereits Lc. 13,34. 35 ertönt aus 
Jesu Munde jener Weheruf, welchen Mt. nach Jerusalem selbst 
verlegt hat Ein zweiter Weheruf über Jerusalem erschallt nach 
Lc. 19, 41—44 bei dem Einzug Jesu in die prophetenmörderische 
Stadt. Li der eschatologischen Bede wird bei der angekün- 
digten Zerstörung der Stadt der Name Jerusalems Lc. 21, 20 
ausdrücklich erwähnt und im Anschluß hieran Lc. 21,24 eine 
Zeit (xaiQol i&vcov) geweissagt, da Jerusalem von den Heiden 
zertreten werden soll. Auf dem Gang nach Golgatha hinauf 
ertönt Lc. 23, 28 ein neuer — diesmal an die i^vyaiiQeg 'hgov^ 
oaXrifA gerichteter — Weheruf Jesu über die durch eigene Schuld 
dem Untergang verfallene Stadt. So bekundet sich bis zuletzt in 
Jesu Worten, wie vorher in seinen Tränen, ein enges Verhältnis 
zwischen Jesu und den Einwohnern von Jerusalem. Auch nach 
Jesu Auferstehung fuhren uns die lucanischen Berichte nicht 
nach Galiläa, sondern halten uns fest in Jerusalem und in der 
Nähe der Stadt Bei der letzten Erscheinung Jesu des Auf- 
erstandenen auf dem Ölberg, deren Bericht Lc. in den Anfang 
der Apostelgeschichte verlegt hat, wird Act. 1,8 ein Wort Jesu 
wiedergegeben, durch welches Jerusalem zum Anfangs- und 
Ausgangspunkt der bis an die Enden der Erde sich erstreckenden 
evangelischen Verkündigung erhoben wurde. 

Man sieht, wie nach dem lucanischen Evangelium Jerusalem 
ebensowohl für das Leben und Wirken, für den Tod und die 
Auferstehung Jesu als für die weitere Entwickelung des Reiches 
Gottes bis ans Ende der Zeiten eine centrale Stellung ein- 
nimmt. Der Verlust dieser centralen Stellung während der 
xaiQol l&vcüv ist nach Lc. 21,24 nur ein zeitweiliger, welcher 
auf die Dauer der xaigol l&vcav beschränkt ist, mithin nach 
deren Vollendung {äxQi ov jtlrjQco&cbaiv) wieder aufgehoben 
werden soll. 

Es sind tiefgreifende Verschiedenheiten bezüglich der Auf- 
fassung Jerusalems zwischen Mc. und Mt. einerseits und Lc. 
andererseits, Verschiedenheiten, die sich auch darin zeigen, 
daß der Name 'legovoaXi^/ji, bezw. 'leQoodXvfm, bei Mc. 11 mal, 
bei Mt 12 mal, bei Lc. (einschließlich Act 1,3—13) 35 mal 
vorkommt 



328 Resch, Paulinismus. II. Einzeluntersuchungen. 

Welche Stellung nimmt nun Jerusalem innerhalb des 
Paulinismus ein? Ohne Zweifel eine centrale Stellung, und 
zwar nicht nur nach der Apostelgeschichte, sondern auch nach 
den Briefen des Apostels selbst. 

Nach seinen Reden in der Apostelgeschichte hat 
Paulus es Act. 1 3, 27 betont, daß die Jerusalemiten (ol xaroi- 
xovvreg h 'legovoaXij/x xal ol ägxovreg airwv) die Urheber 
des Todes Jesu gewesen sind und daß der Auferstandene seiner 
galiläischen Jüngerschaft (lök ovvavaßäoiv avxo) Anb Trjg Fah^ 
Xalag elg 'legovoalij/x v. 31) in Jerusalem erschienen ist. Die 
christusfeindliche Gesinnung der Jerusalemiten wird dem Apostel 
bezeugt durch ein beim Gebet im Tempel in ekstatischem 
Zustand (yevio'&ai fie h hcardoei) empfangenes Wort des Herrn, 
der ihm nach Act. 22, 18 zurief: onevaov xal l^^li^e h rdxei iS 
'IsQOvaaXiqfif diön oi nagadiSovral aov fiaQTVQiav negl ifiov. 
Der Herr ist es auch, der ihm in der nächsten Yision nach 
Act. 23, 11 das Zeugnis von Christo in den beiden Centren, 
dem geistlichen in Jerusalem, dem weltlichen in Rom, zur 
Pflicht machte: (bg yäg diepuxQivQO} rd jzegl i/xov elg 'legov- 
oaXriiJL, ovTOD ae dei xal elg'Pco/xtjv /xagrvgtjoai. Eben deshalb 
ist der Apostel bei seinen Missionsreisen immer wieder nach 
Jerusalem zurückgekehrt, als dem Centralpunkt des neu testa- 
mentlichen Gottesreichs, das letzte Mal mit dem deutlichen 
Bewußtsein, daß in Jerusalem die Wendung seines Lebens 
zum Märtyrertum erfolgen werde. Und zwar hat er dies Act. 
20, 22 und Act. 21, 13 mit Worten bezeugt, welche an ähnliche 
— bereits in Exe. 76 erwähnte — Jesusworte anklingen. Vgl. 



Act. 20, 22: 

xal vvv ISoif deScfiivog eyoi rcf) Jtvev- 
fiari nogevofjiai elg'IeQOvaaXtjfji 

Act. 21, 13: 
xal djt o&aveTv eig 'legovoakrj^i 
hoificog ?x^ 



A 11, 86 = Lc. 9, 51 : 

xal avTog to 71q6oo>jtov avxov iarf'fQi^ev 
Tov TtOQSveo&ai elg'IeQOvoaXy)ft 

^ 21, 6 = Lc. 13, 33: 

ovx ivöexsTai JtQO(pt)xrjv djrokeo&ai 
e^(o 'le govoaX^fi 



Sichtlich betrachtete Paulus hiemach seine letzte Beise 
nach Jerusalem als ein Wandeln in Jesu Fußstapfen und Jeru- 
salem als die Stätte der Entscheidung für Gottes Reich. Vgl. 
Act. 20, 23: deofid xal Mlipeig fie fihovoiv. 

Dieselbe centrale Stellung nimmt Jerusalem in den pau- 
linischen Briefen ein. Der Mittelpunkt für die christo- 
logischen Aussagen des Apostels liegt nicht in Galiläa, sondern 
in Jerusalem. Es ist in den früheren Excursen nachgewiesen, 



^legovoaXtifA. 



329 



daß Paulus Kenntnis besaß von den galiläischen Beden Jesu 
(so namentlich von der Bergpredigt), aber auch von galiläischen 
Ereignissen (wie der Verklärung Jesu). Vgl. Exe. 6—39. 
Jerusalem kannte er jedoch aus eigener Erfahrung. Er kannte 
es schon aus der Zeit vor seiner Bekehrung als den üentralsitz 
des Judentums, wo vor seinen eigenen Augen das Blut des 
ersten christlichen Märtyrers geflossen war. Nach seiner Be- 
kehrung hatte er gelernt, Jerusalem als diejenige Stätte zu 
betrachten, in welcher Jesu Blut zum Heil der Welt geflossen 
war und Jesu Kreuz als Ärgernis der Juden, als Siegeszeichen 
des seligmachenden Glaubens, aufgerichtet gestanden hatte. 

Wie tief und fest die mit Jesu Kreuzestod und mit seiner 
Auferstehung verknüpften jerusalemitischen Vorgänge in das 
Herz des Apostels sich eingegraben und mit seiner Gedanken- 
welt sich vermählt hatten, das sollen die folgenden Excurse 
bezüglich rrj^orjjuavsi, Folyo^ä, SyeQoig, ävdXtjipig im Einzelnen 
näher erweisen. Daß aber mit diesen für das Heil der Welt 
grundlegenden Ereignissen die Bedeutung Jerusalems in den 
Augen des Apostels nicht abgeschlossen war, ergeben seine 
Äußerungen im Römerbrief, nach denen ihm Jerusalem der 
Ausgangspunkt für die Predigt des Evangeliums bis an die 
Tiigara rfjg yrjg und zugleich der letzte Zielpunkt ist, zu 
welchem die Entwickelung des Beiches Gottes zurückkehren 
soll. Und in dieser zwiefachen Hinsicht treflfen seine An- 
schauungen mit Herrenworten zusammen. Vgl. 



-4 35, 53 = Act. 1,8: 
ioea^i ftov /ndgtVQeg 

hf J€ 'IsQOVoaXfjfi 
xou h naaji tfi 'lovdaiq Hat Sa- 

Haglq 
xad i(oe iaxoLTOv tfjg yijs 



R. 15, 19. 24. 25 : 

&aTS fi€ nenXriQtoxivan x6 svayyihov 
tov Xqiotov 

djto 'leQovoaXvi fA 
xal XV xXq) 
f*iXQt fov 'IXXvQtxov , . slg W/v Zna- 
vCav. 



Das von Jesu Act. 1,8 aufgestellte Programm stellte als 
letztes Ziel die Evangeliums -Predigt tcog loxdxov tfjg yrjg vor 
das geistige Auge des Apostels. Nach der damaligen Welt- 
anschauung war Znavia mit dem ^oxo-tov Tfjg yrjg identisch. 
So erklärt es sich, wie Paulus auf Grund jenes Herrenwortes 
Act. 1, 8 den Bömem seine beabsichtigte Missionsreise nach 
Spanien verkündete. Aber eben auch an die Römer schrieb er 
R. 15,25: vvvi de noQevofxm elg 'IcQovoaXrj/n, mithin fast die- 
selben Worte, die er nach Act. 20, 22 : xal vvv Idov . . nogeioficu 



330 Resch, Panlinismus. IL fiinzelantersucliangen. 

ds 'leQOvoaltjjüi den ephesinischen Altesten in Milet zum Abschied 
zurief. Und denselben Römern bezeichnete er B. 11, 25— 28 
Jerusalem als letzten Zielpunkt für die weltgeschichtliche Eni- 
Wickelung des Reiches Gottes. Er enthüllt ihnen das Ge- 
heimnis, nach welchem das jetzt der Yerstockung verfallene 
Israel noch vor der Parusie in seiner Gesamtheit sich bekehren 
(Tiäg *IoQaijX aco^aetai) und wonach diese letzte Wendung im 
Reiche Gottes von Jerusalem ausgehen werde (^{ei ix Zubv 6 
^dfievog). Er stützt sich dabei auf die Weissagung Jes. 59, 20, 
aber in erster Linie auf das Herrenwort ^31,16 = Lc. 21, 24: 
'legovoaXijfA iorai narovfiiviq vnb l&v(bv, &XQ'' ^^ nlti" 
Qcoi^cüoiv xaiQol ii^vcüVy nach welchem Worte die mn der 
7i(bQ(ooiq xov *IoQai^X willen über Jerusalem verhängte Unter- 
werfung unter die Heidenvölker mit der Vollendung der xaigol 
i^Qjv wieder aufhören soll. Er schreibt deshalb v. 25: 5ti 
TKÜQcooig &Jtb fxiQovg T(p *IoQa^X yiyovev, ägx^s ov rd nXrlj'' 
QODjiAa rcov ii^vcbv eloiX^fi, 

Man vergleiche hierzu PT. in, 591—596, wo gezeigt ist, 
daß auch Apoc. 11,2; 12, 14 das Herrenwort ^ 31, 16 = Lc. 
21,24 zugrunde liegt, indem die Zeitdauer der xaigol l&v&v, 
innerhalb deren es gelte, 5t« ido^ rotg i&veoiv, xal t^v 
jiöXiv Ttjv äyiav jiax'^oovaiv, auf drei und ein halbes Jahr 
(ji^vag reooEQdxovra ovo) beschränkt ist. Auch Paulus hat an 
eine baldige Parusie geglaubt, jedoch auf solche apokalyptische 
Zahlendeutungen im Anschluß an Daniel sich nicht eingelassen. 
Aber abgesehen von dieser seiner Voraussetzung, daß das Evan- 
gelium S(og ioxdrov xfjg yrjg in Kürze sich ausbreiten und daß 
mit dem eloeX'&eXv t6 nXi^Qcojua rcor tdvcbv die von Jesu geweis- 
sagten xaiQol i^cbv nicht Weltperioden umfassen, sondern in 
naher Zukunft zu Ende gehen würden, hat Paulus jenes Herren- 
wort ^ 31, 16 = Lc. 21, 24 richtig gedeutet. Man darf dabei 
nicht vergessen, daß die Verse R. 11,24—28 nur ein Teil sind 
von der großen Darlegung R. 9— 11, in welchem tiefsinnigen 
Abschnitt Israels Geschick im Verhältnis zur Heidenwelt das 
Problem bildet, und daß die Lösung dieses Problems mit 
Hilfe zweier Herrenworte behandelt wird, nämlich ^ 20, 42 
= Mt. 20, 16». Mc. 10, 31. Lc. 13, 30. Mt. 19, 30: ioovrai ol 
ioxcLToi TtQcoToi xGi ol TtQcbxoi ioxo'^oi, sowic ^ 20, 43 = Mt. 
20, 16 D; 22, 14: noXXol ydg eloiv xXi^rol, öXlyoi dk ixXexroL 
Vgl. Exe. 75. Israels Geschick aber ist mit dem Geschick 
Jerusalems unauflöslich verbunden. 



'leQovoaXiif*. 331 

Man könnte nun sich wundem, daß in den pauliniscben 
Schriften die Weissagung Jesu über die Zerstörung Jerusalems 
anscheinend nicht erwähnt ist. Aber das Gericht über Jeru- 
salem ist angedeutet B. 13, 2: 6 ävtiraoodfievog xfj iSovoiq, tfj 
xov ^€0v dunayfj dvdiartjxev' ol dk äv&earrjxdzsg iavrötg xQljixa 
X'qfjLxpovxai (vgL Exe. 59), eine Weissagung, welche in dem 
jüdischen Bevolutionskriege durch die Zerstörung Jerusalems 
sich erfüllt hat. Ebenso liegt eine Hindeutung auf diesen 
Untergang der christusfeindlichen Stadt in demjenigen pauli- 
niscben Worte, in welchem die Tränen Jesu über Jerusalem 
sich spiegeln. Ygl. Phil. 3, 18: vvv di xal xXaicov Xiyco, rohs 
ix&QOvs Tov aravQOv xov Xqujxov, (ov xd xiXog äjtcoJieia. Eine 
Bückbeziebung auf das Herrenwort ui 30, 13 = Lc. 19, 44: 
oix iyv(og xbv xaiqbv xfjg iniaxoTz^g oov kann man in B. 1 3, 1 1 : 
eiddxeg xbv xaigbv , . iS Snvav lysQ&fjvai (vgl. C. 4, 5^: iSayoga^ 
^6/i€voi xbv xaiQÖv) wiederfinden. Aber auch der erste Wehe- 
ruf Jesu über Jerusalem ui 21, 7—9 = Lc. 13, 34. 35. Mt. 23, 
37—39 hat bei Paulus ein Echo gefunden, indem er einmal 
dem Vorbild des Herrn folgend, von sich 1. Tb. 2, 7 sagt: 
iyevrj'&rifxev ijnioi h /xioq> vfx&v, (hg Idv xQoq)bg ^dljifj xä 
iavx^g xixva, und sodann, indem er Gal. 4, 25, wo er das 
irdische Jerusalem dem ävo) 'hQovoaXiqfi gegenüberstellt, von 
dem vvv 'leQovoaXtjjii bezeugt: dovXevei fieiä x(bv xixvcov 
avx^g. Vgl. ferner zu dem auf die Zerstörung Jerusalems 
bezüglichen Teil der letzten eschatologiscben Bede (.^31, 5—16 
= Mt. 24, 7. Mc. 13, 8. Lc. 21, 10. 11. Mt. 24, 15-21. Mc. 13, 
14-19. Lc. 21,20— 24) folgende Parallelen: 



il 31, 6 = Mt. 24, 8. Mc. 13, 9: Jtdvta 

dk xavxa dgxfj d)divG>v 
A 31, 15^ = Mt. 24, 21. Mc. 13, 19. 

Lc. 21,28*»: iaxaiyoQ ^Xlxpie [Lc. 

drdyxrj] fieyaXf) 
A 31, 15»> = Lc. 21, 23b: xal 6eyrj 

x(p Xa^ xovx(^ 



B. 8, 22: näaa i) xxCaig . . avvioSivei 

ägxi ToC vvv 
1. C. 7, 26: did xrpf heax&öav dv^y- 
xrfv [1. Th. 3, 7: M ndaij xff 
dvdyxfi xal ^Hy^ei] 
l.Th. 2, 16: iip^aaev ijt' avxovg i} 
6Qyrj ßlg xiXog — R. 2, 5: ^oav- 
Q((etg oeavx0 Sgytjv h ^fJiiQq> Sgyrjs [Eph* 5,6: igx^ai jj 
dgyrf xov ^eoO hsl xovg vlovg xfjg dsitt&elag]. 



Der von Mt. und Mc. weggelassene Yersteil Lc. 21, 23® 
wird in dem Zusammenhang mitLc. 21,23*^ = Mt. 24, 19. 21. 
Mc. 13, 17. 19 durch Paulus vollauf bestätigt. Denn den Wehe- 
ruf Jesu über die Frauen Jerusalems und über ihre Mutter- 
schaft benützt Paulus 1. C. 7, 26, um diA xijv iveax&oav ävdyxtjv 



332 Resch, Paulinismas. IL Einzeluntersnchangen. 

den unverheirateten Stand zu empfehlen. Und daß der Apostel 
l.Th. 2, 16 bei dem über die Juden (v. 14: *IovdaUov) herein- 
brechenden Gottes -Zorn die Zerstörung Jerusalems im Auge 
hat, bezeugen die Worte: elg riXog, (Auch B. 2, 5 ist der 
*Iovdaiog angeredet. Vgl. E. 2, 17.) Tatsächlich erwartet der 
Apostel Jerusalems Zerstörung imd die damit zusammenhängende 
dvdyxrijixi nicht allzuweiter Feme. 

Für den Gedanken des himmlischen Jerusalem, welchen 
der Paulinismus vertritt (vgl. Gal. 4, 25. 26: xfj vvv 'legovoaXi^^ 
. . ^ de ävoy 'IsQOvoalrifx, Ebr. 12, 22: ngooeXiqXv^axe 2ubv 
ÖQEi xal TiöXei &€0v C^ovrog, 'leQOvoalfjfA inovgavlq)) ist 
in den synoptischen Evangelien ein Herrenwort als Cbimdlage 
nicht zu finden. Wohl aber gehört hierher jenes von Justin 
(resurr. c. 9) überlieferte Herren wort: iv oigavco r^v xaroixfjotv 
flfiwv ijtdgxeiv — vgl. Exe. 186, Ebr. 13, 14: oi yäg ix^/iev &de 
fiivovoav TiöXiv, äU.ä rtjv fiiXkovoav bu^rixovfiev. An die ndXig 
biovgdviog hat wohl auch Paulus gedacht, wenn er, jenes 
Herrenwort benützend, an die Philipper schrieb Phil. 3,20: fffjLwv 
yoLQ t6 TtoXirev fJLa h ovgavoTg vndQx^L Nicht das irdische 
Jerusalem, sondern das 'legovoaXrj/ji Inovgdviog ist für 
den Paulinismus das letzte, bleibende Ziel des Beiches Gottes. 

Zu dem irdischen Jerusalem gehörte ein ,Umland', neoi- 
X(OQog, Vgl.Ev. Ps.-Petr. v. 34: ^l'&ev öx^iog änd 'legovoaltifi 
xal xfjg TiegixcoQov, wobei zu bemerken, daß jiegixcogog die legale 
Übersetzung von Wa und nWa darstellt. Dieses jerusalemische 
nWa wird bereits von dem Propheten Ezechiel erwähnt, 
bekanntlich einem Mann aus priesterlichem Geschlecbte, welcher 
aus der Zeit vor seiner Deportation nach Babylonien von Jugend 
auf bezüglich der Topographie Jerusalems eine zuverlässige 
Kenntnis besaß. Derselbe erwähnt Ezecb. 47, 8 eine nWan 
naianisn, welches ,Umland' nach exakter Exegese dicht neben 
dem Tempel ostwärts von Jerusalem gelegen war und bis an 
die (unmittelbar östlich bei Bethanien nach dem Jordantal 
abfallende) Jordan-Niederung = ,Arabah' grenzte. Den Mittel- 
punkt dieser naiai^n nWan bildete mithin der Ölberg, und die 
wichtigste Örtlichkeit in diesem jerusalemischen Galiläa war 
Bethanien. Diese Nachricht über das östliche Galiläa bei 
Jerusalem stammt aus der ersten Hälfte des sechsten Jahr- 
hunderts V. Chr. und geht auf einen absolut zuverlässigen Zeugen 
zurück, der in der zweiten Hälfte des siebenten Jahrhunderts, 
als er noch nicht deportiert war, vom Tempelberg aus sicherlich 



'leQOvaaXij/i. 333 

oft genug auf dieses naia-jpn nV-^ban hinüb ergeblickt haben wird. 
Aber auch in spätere^ v o r christlichen Jahrhunderten ist das 
jerusalemische Galiläa wohl bekannt gewesen. Denn sonst 
würde der Übersetzer der LXX das Nomen nMa nicht als 
Nomen proprium aufgefaßt, sondern etwa mit jiegixcoQog über- 
setzt haben. Er schreibt aber Ezech. 47, 8 LXX: eis rf]v FaXi- 
Xaiav xijv ngdg ävaroXdg* Als dritter Zeuge kommt der 
Jerusalemit Marcus hinzu, welcher dieses FaXikala Mc. 16, 7 
sicherlich im Auge gehabt, oder vielmehr Jesus selbst, welcher 
nach Mc. 14, 28 (= Mt. 26, 32) in der Nacht des Yerrats seinen 
Jüngern versprochen hat, sie nach seiner Auferstehung zu 
diesem Galiläa hinauszuführen, wie es nach Lc. 24, 50 = ^ 35, 42 
am Abende des ersten Ostertages auch wirklich geschehen ist. 
Vgl. Exe. 124. 

Dieses mit nsm^n rk^'bm bezeichnete Umland östlich vom 
Tempel, also insbesondere der Olberg mit Bethanien, besitzt 
überhaupt eine für die evangelische Geschichte hervorragende 
Bedeutung. In dieser Gegend pflegten nicht nur die aus dem 
nördlichen Palästina kommenden Festpilger zu zelten, sondern 
auch Jesus und seine Jünger einzukehren und zu übernachten» 
Vgl. Lc. 10, 38. Joh. 8, 1. Mc. 11, 1. Lc. 19,28. Mc. 14,3. 
Mt. 26, 6. Joh. 11, 1. 18; 12, 1. Mc. 13,3; 14,26, namentlich 
Lc. 22, 39: xal l^eldcbv tnoQExy&ri xaxä rd S&og eis xd dgos 
xwv IXaiwv, Was lag näher, als daß Jesus nach seiner 
Auferstehung in dieser bekannten und allen wohl vertrauten 



*) Die Exegese von Ezech. 47, 8 bezüglich der nro'ign nWan 
ist meist sehr nachlässig und sehr ungenau behandelt worden. Abgesehen 
von der unmöglichen Deutung auf die nordpalaestinensiscbe Landschaft 
^Galiläa' durch die Kirchenväter, begnügte man sich mit der unbestimmten 
Obersetzung ,Ostmark\ ,Grenzland' oder mit ähnlichen Ausflüchten. Nur 
Kliefoth hat die richtige Erklärung: ,das östliche Umland des Tem- 
pels'. Es ist mithin in dem Namen FcdiXala, womit Mc. 14, 28 = Mt. 26, 32; 
Mc. 16, 7 = Mt. 28, 7 und M t. 28, 16 dieses jerusalemische ,Umland' be- 
zeichnet wird, nicht von ferne eine irrtümliche ,yerwech8elung* oder ein 
»Mißverständnis' oder eine »fehlerhafte* Übersetzung zu sehen. Das Miß- 
verständnis liegt vielmehr auf Seiten der Exegeten. Dasselbe Mißver- 
ständnis, welches die patristischen Schriftsteller bei Ezech. 47, 8 begingen, 
indem sie den Ausdruck nai^^^n hb'^bsih auf das nordpalaestinensiscbe 
Galiläa deuteten, liegt bei den Exegeten vor, welche in Mc. 14,28; 16, 7; 
Mt. 26, 82; 28, 7. 16 die Bezugnahme auf das — auch in der nachchrist- 
lichen Tradition bezeugte — jerusalemische Galiläa nicht anerkennen wollen. 



334 Rescb, Panlinismus. IL Einzeluntersachangen. 

Örtlichkeit mit seiner Jüngerschaft sich wieder begegnete. 
Vgl. Lc. 24, 50. Mt. 28, 16. Act 1, 3. 4. Und wie hätten Jesu 
Jünger bei der Osterbotschaft, durch welche sie nach ,GBliläa^ 
als den Ort der Wiederbegegnung gewiesen wurden (vgL Mo. 
28, 7. Mc. 16, 7), an die entfernte nordpalaestinensische Land- 
schaft Galiläa denken können, wenn die naiia^An rM% ihnen 
SO nahe lag? Freilich Lc. hat diese ursprüngliche Beziehung 
auf das jerusalemische Galiläa schon nicht mehr verstanden, 
indem er den Marcustest: ngodysi i/uag elg rijv FaXikalay 
Lc. 24, 6 umwandelte und dafür schrieb : fxrrqo'^xe d>g IXdXrjaev 
ijMv hl &v h xfj raXdalq. Er stand eben zeitlich und orflich 
den jerusalemischen Ereignissen femer als der Jerusalemit 
Johannes Marcus. Aber die geschichtliche Bedeutung des 
Ölbergs mit Bethanien tritt gerade in seinem Evangelium auf 
Ghrund der von ihm hauptsächlich benutzten Logiaquelle ganz 
besonders hervor. Gerade nach Lc. ist der Ölberg mit Be- 
thanien die Stätte der ersten und der letzten Begegnung, 
welche zwischen dem auferstandenen Jesus und seinen Jüngern 
stattfand. Yon dort aus gab der Auferstandene seiner Jünger- 
gemeinde das Programm der Zukunft. Vgl. Act. 1,8: (aea^i 
jnov fxd^vQEg hf re 'leQovoaktifx xa\ h Tidofj rjj ^lovdalq. xal 
SafxaQlq. xal ?(og iaxdxov xrlg y^g. Ebenso erging nach Mt. 28, 
16—20 von dort der Tauf- und Missionsbefehl aus Jesu Mund. 
So erfüllte sich wörtlich die Ezechielweissagung , daß die 
Wasser des Lebens, welche nach Ezech. 47, 8 die Wasser des 
Todes heilen sollten, von der nai^n^n nWan aus in die tote Welt 
hinein sich ergießen würden. Und T^on dort ging Jesus aus 
dem irdischen Jerusalem in das 'leQovaaXrjjn biovQdviog durch 
seine ävdkriyjig hinüber. Vgl. Exe. 126. 

116. evayyikiov. 

An die Weissagung von der Zerstörung Jerusalems schloß 
sich nach Lc. 21, 24^ = ^ 31, 16 die Zwischenzeit der xaigol 
i^cbv an. Erst nach Vollendung der xaigol i^a>v sollte das 
Ende kommen. Diese Zwischenzeit aber hat Mc. weggelassen. 
Bei ihm schließt sich an die Weissagung von der Zerstörung 
Jerusalems unmittelbar (vgl. Mc. 13,24: äUd iv ixelvaig xäig 
^juigaig juerd xrjv '&Xhpiv ixeivrjv) die Weissagung an, welche die 
Wiederkunft des Herrn verkündet. Der erste Evangelist folgt 
auch hier der Anordnung des Mc, nur daß er durch ein ein- 



'hQOvoaXrjiA, tvayyiUw, 335 

gef&gtes eiy&ifog (vgl. Mt. 24, 29: eif&icog dk fieiä rfjv ^Xltpiv 
td}y fj^QCJv ixelvcov) die beiden großen Ereignisse der Zer- 
störung Jerusalems und der Parusie zeitlich noch enger ver- 
knüpfte. Das entspricht allerdings dem Standpunkt der fragenden 
Jünger, welche die eschatologische Belehrung Jesu (Lc. 21. 
Mc. 13. Mt. 24) veranlaßt haben. Als Jesus im Anblick des 
Tempels seinen Jüngern die Zerstörung dieses herrlichen Baus 
geweissagt hatte (vgl. Lc. 21, 6. Mc. 13, 2. Mt. 24, 2 = ^ 31, 2), 
hatten sie ihm die — bei Mt. wohl am ursprünglichsten er- 
haltene — Frage vorgelegt: nöre xavta icnai xal rl xb otjßieTov 
T^C o^g nagovolag; — eine Frage, deren Originalität durch 
die Übersetzungsvariante ikevaecog (= nagovaia = Kia) in Cod. D 
erhärtet wird. Nach der Formulierung dieser Frage und nach 
der Erwartung der Jünger sollte die Zerstörung Jerusalems und die 
Parusie zusammenfallen. Dem gegenüber war es gerade das Be- 
deutsame in der Belehrung Jesu, daß er zwischen die Zerstörung 
Jerusalems und die Parusie jene Zwischenzeit der xaigol tdvayif 
verlegte. Vgl. ^ 31, 16 = Lc. 21, 24 ^ Andrerseits war es 
begreiflich, daß die Jünger, ihren jüdischen Anschauungen 
folgend, diese Zwischenzeit als eine nur kurze Frist sich dachten, 
daß sie von einer Ausdehnung derselben auf Weltperioden 
keine Ahnung gewannen, daß sie vielmehr frühzeitig die xaiQol 
i&vwv (im Anschluß an Daniel) als wenige Jahre deuteten und 
die Meinung faßten, daß Jerusalem nur auf kurze Zeit — nach 
dem Apokalyptiker auf drei und ein halb Jahre — seiner cen- 
tralen Stellung im Reiche Gottes beraubt sein werde. 

Jesus selbst hat mit den xaiQoi i^cbv etwas ganz Anderes 
gemeint. Das beweist zimächst das von Lc. weggelassene^ von 
den beiden anderen Synoptikern umgeschaltete Logion Mc. 13, 10. 
Mt. 24, 14 =^31,25: 

xal xriQvx^^oetai rö Evayyihov xfjg ßaaiXslag h 3Xf] xfj 
olxovfxivfi dg juagxvQiov näaiv xöig S^eaiv xal x6xe 
^^ei x6 xiXog. 

Mc, welcher zuerst die Umschaltung dieses Logion vor- 
genommen und es in die Zeit vor der Zerstörung Jerusalems 
verlegt hat, ließ die gesperrt gedruckten Schlußworte des 
Logion weg und schrieb mit Bezug auf die Zerstörung Jerusalems: 

xal elg ndvxa xä i&vt] n qcox ov dei xrjQvx'^vai xd evay- 
yihov. 

Diese Umschaltung und Umgestaltung des Logion entsprach 
der Weglassung der xaiQol l^cbv. Wenn die Parusie mit der 



336 Rescb, Paulinismus. IL Einzeluntersuchungen. 

Zerstörung Jerusalems zusammenfiel, so mußte die Evangeliums- 
predigt in aller Welt der Zerstörung Jerusalems vorausgehen. 
Mt. folgte, wie so häufig, in der Anordnung des Textes 
seinem Yorgänger, dem ersten Bearbeiter der Logiaquelle, 
stellte aber den vollen ursprünglichen Wortlaut des Logion 
wieder her, welcher mit seinem Schlußsatz: xal %6%e fj^ei xb 
xiXos zeigt, daß das Logion unmittelbar der Schilderung der 
Parusie vorher ging, mithin an das Ende der xaigol l'&vibv 
gehörte. Das Evayyihov sollte der Lihalt, die Predigt des 
eiayyiXiov h 8Xfi xfj olxovfiivfj das Ziel dieser Heidenperioden 
sein und das Eingehen des nXriQ(oiÄa xa>v i&vwv die reife Frucht 
derselben werden. Vgl. PT. HI, 591—596. Li diesem Sinne habe 
ich bei der Beconstruction der großen eschatologischen Rede 
(Cap. 31 der Logia) dieselbe in drei Hauptteile zerlegt, nämlich 

A. Jerusalems Untergang ^ 31, 1—16; 

B. Die Zukunft des Gottesreiches vor der Parusie 

^31, 17-25; 

C. Die Wiederkunft des Menschensohnes ^ 31, 26—35. 

Der erste Teil hat seine Erläuterung bereits im vorigen 
Excurs: 'IsQovaaXrifx gefunden. Wegen des dritten Teils ist auf 
den nachfolgenden Excurs : nagovaia zu verweisen. Wegen des 
zweiten Teils, an dessen Ende mithin das Logion ^ 31, 25 
= Mt. 24, 14. Mc. 13, 10 steht, sind noch einige Erläuterungen 
erforderlich. 

Wie irrtümlich es ist, wenn man in Lc. einen tendenziösen 
Pauliner finden will, zeigt von neuem der Umstand, daß der 
paulinische Hauptbegriff: evayyikiov im dritten 
Evangelium gänzlich fehlt. Li den paulinischen Briefen 
findet sich evayyiXiov einundsechzigmal , und zwar in den ver- 
schiedensten Wendungen, 31 mal absolut, neunmal als evayyihov 
\xov\ Xgicnov, einmal als evayyikiov xov xvgiov, sechsmal als 
evayyikiov [xov] 'd^eov, dreimal als evayyikiov jliov, dreimal als 
evayyikiov '^jucbv, einmal als evayyikiov xrjg acoxrjQiag, einmal als 
evayyikiov xrjg eiQ'^vtjg, einmal als evayyikiov xf\g äxgoßvaxlag, 
einmal als evayyikiov xrjg dö^rjg xov juaxaglov 'd^eov, einmal in 
der Verbindung xo juvoxrjgiov xov evayyeklov. Der Act. 20, 24 
in der Rede zu Milet gebrauchte Ausdruck: evayyikiov xrjg 
xdgixog avxov, welcher in den Briefen des Apostels sich nicht 
wiederfindet, ist doch durch und durch paulinisch gedacht. 
Von allen diesen 61 Erwähnungen des evayyikiov bei Paulus 



evayyiXiov, 337 

findet sich im dritten Evangelium nicht eine Spur — gewiß 
ein beredtes Symptom für die Abwesenheit jeglicher paulinischer 
Tendenz. So hat nun Lc. auch die beiden Herrenworte von 
dem evayyehov weggelassen, nämlich Mt. 26, 13. Mc. 14,9 = 
A 29, 39 und Mt. 24, 14. Mc. 13, 10 = ^ 31, 25, welches letztere 
sogar der Apokalyptiker verwertet hat. Vgl. Apoc. 14, 6: 
ebayyihov atc&viov evayyeXiocu bil roig xa^ixivovQ inl Jtjg yrjg 
xal inl näv i&vog. In der Verwendung dieses Herrenwortes, 
welches den Universalismus des evayyiXiov verkündet, trifft 
Paulus nicht mit Lc, wohl aber mit dem Apokalyptiker, mit 
Marcus und besonders (durch den Ausdruck: Iv navd xöa/Mp = 
h SXf] rfj obiov^ivfi) mit Mt. zusammen. Vgl. R. 1, 1. 5: evay- 
yiXwv '&BOV . . h näaiv rolg S&veaiv, R. 16, 25. 26: xarä. rd eiay^ 
yHiöv fxov , . fife Jidvta Tä S&vrj, Gal. 2, 2: rd evayyiXiov 8 
xrjQvaao) h rolg Idveoiv, Col. 1,5.6: tov evayyeXlov rov xvQiov 
. . h navrl reo xöofAcp, Col. 1, 23: xov evayyeXlov . . tov xtjQVX" 
^ivTog h Ttdafj xxloei, 1 . T. 3, 1 6 : ixtjQvx^ Iv i&veoiv, biiatei^ 
h xöajMp, Außerdem vgl. l.Th. 2,9; R. 15, 18. 19. Eph. 3, 
6.8. Die quellenmäßige Verknüpfung des Logion ^31,25 = 
Mt. 24, 14. Mc. 13, 10 mit den xaigol l^öv tritt bei Paulus 
namentlich R. 11,25— 28 hervor. Die TKogcoaig, welcher die 
Juden während der xaigol Idvibv anheimgefallen bleiben, 
wird hier von Paulus auf ihre Feindschaft gegen das Evan- 
gelium {xaxä jLikv rd evayyiXiov Ix^Qol di ijLiag) zurückgeführt. 
Der Universalismus des evayyiXiov ist mithin nicht eine 
Schöpfung des Paulus, sondern Jesu. Ihm war es ein Geringes, 
der vldg Aavtd fiif Israel zu sein; die von ihm gebrachte 
oontjQla sollte durch das eiayyiXiov ausgehen Scog iaxdtov xrjg 
yv^' Vgl. Jes. 49, 6. Act. 1, 8. Als Q^Krn? gehört er der ganzen 
Menschheit an. Vgl. Exe. 38. Die Notwendigkeit der Verant- 
wortung des evayyiXiov nicht bloß vor den jüdischen, sondern 
auch vor den heidnischen Behörden sagt er seinen Jüngern voraus 
(vgL Exe. 64), ebenso das Zusammensitzen der Auserwählten aus 
den Heiden mit den Patriarchen Israels (vgl. ^20, 24 = Lc. 13, 29. 
Mt. 8, 11 verglichen mit Eph. 3, 6), ja den Übergang des Gottes- 
reichs an die fruchtbringende Heidenwelt (vgl. das Gleichnis 
A 21, 33 = Mt. 2t, 4t. Mc. 12, 9. Lc. 20, 16: ä/tmeXcova ixdcooei 
äXXoig — und die Deutung dazu ^ 21, 36 = Mt. 2t, 43: ^ ßaai- 
XeUx xov &eov do&i^oexai S&vei noiovvxi xovg xaqnovg avxrjg — 
verglichen mit R. 11, It). Auch in R. 2, 14: l^rj xd jutj vdfxov 
Ixovxa <pvoei xd xov vdjAov noiovoiv — zeigt sich der Ein- 

Ttxtea.Unteniichiuigen. N. F. XII. 22 



338 Rescb, Paulinismiis. IL Einzeluntersachungen. 

fluß eines Herrenwortes , nämlich ^ 6, 38 = Mt 5, 47 : ovxl 
xal ol i&vixol xb avtd tuhovoiv; — Andererseits geht nach 
Jesu Worten mit der Ausbreitung des sbayyihov während der 
xaiQol l9vQ}y das Auftreten der tpevdajtoazoXoi, tpevdojiQoq^^cu, 
algioeig, axtofmxa Hand in Hand. Vgl. ^ 31, 17 ff. = Mt 24, 11. 
Mc. 13, 22, dazu Exe. 163. 194. Zu den Anfangen davon bereits 
in der apostolischen Zeit vgl. l.C. 11, 18. 19. 2. C. 11, 13, auch 
die kvxoi ägnayeg ^ 31, 19 = Mt. 7, 15. Act. 20, 29. Man 
beachte, daß trotz der paulinischen Parallelen die analogen 
Herrenworte bei Lc. weggelassen sind. Überhaupt bestätigt 
es sich auch bei dieser Betrachtung von neuem, daß in zahl- 
reichen Fällen erst durch den Zusammenhalt der drei synop- 
tischen Relationen die Abhängigkeit des Apostels von Jesu 
Worten ganz verständlich wird. Das Herrenwort von den 
xaiQol i&vwv verdanken wir dem Lc, die Herrenworte von 
der Universalität des evayyiXiov dem Mc. und Mt. Beide 
Herrenworte ergänzen und erklären sich gegenseitig. Paulus 
hat sie beide benützt. ^ 

117. naQovala. 

Bei seinen Auseinandersetzungen über die Parusie ge- 
braucht Paulus ganz ähnliche einleitende Bemerkungen, wie 
wir solche ^ 31, 3. 4 = Mt. 24, 3. 4. Mc. 13, 4. 5. Lc. 21, 7. 8 
finden. Vgl. 

Paulus : 



^31, 3 = Mt. 24.3: 

xi x6 arjfieTov r^g afjs Tiagov- 
oiag; 

^31,4 = Mt.24,4. Mc.13,5: 
ßXsjiete firi xig vfiäg JiXa- 



Mt. 24,6. Mc. 13.7. Lc. 21,9: 



1. Th. 5. 23: iv xfj Jiagovaiq xov xvgiov, 
2. Th. 2, 1: vjieg xijg nagovoiag xov 
xvglov rjfjtcbv 'Irjaov Xgioxov 

Paulus : 

2. Th. 2,3: firj xtg vfiäg i^ajtaxtfaj), 
Col. 2, 8: ßlenexe fii) xtg vfjiäg icrrai 6 
ovkaywycäv . . diä xevfjg djidxrjg, Eph. 
5, 6 : firjdelg vfiäg djiaxdxw , 1. C. 3, 18 : 
fjt7]deig kavxov k^anaxdxio 

Paulus : 
2. Th. 2, 2: firibs ^goeio&ai. 



Daß Paulus auf Logia Jesu sich stützt, wenn er von der 
naQovoia redet, geht auf das Deutlichste aus 1. Th. 4, 15 hervor, 
wo er sagt: tovxo yaQ vjuiv Xeyo/A€v iv Xdyco xvqiov, 8n ^/neig 
ol Cojvreg ol TteQiXemojbievoi eig r7]v nagovalav rov xvqiov ov 



evayyiXtov. nagovaia. 



339 



fxij (p&domfxev xovg xoijLifj'&ivTag — , v. 17: ij/mg ol fd>vT6C ol tuqi- 
keuid/Jisvoi . . äQTtayfjodjbie&a iv ve(piXaig elg ändvrtjoiv zov xvgtov. 
Zur richtigen Beurteilung dieser Aussage muß man hinzu- 
nehmen, was Paulus unter Bückbezugnahme darauf sagt 2. Th. 
2, 1: inig r^g nagovolag xov xvqIov fjfAajv ^Itjaov Xqujxov xal 
fjfjubv imavvaycoyfjg tn avx6v. Denn hiermit bezieht sich 
der Apostel einerseits auf die im ersten Briefe (l.Th. 2, 19; 
3,13; 5,23 und besonders 4, 15 erwähnte nagovola, anderer- 
seits auf das äQTtaytjaöjLie&a in l.Th. 4, 17. Durch den Aus- 
druck buavvaywyri wird es evident, daß Paulus das Herrenwort 
^ 31, 30 = Mt. 24, 31. Mc. 13,27: xal biiovvd^ovoiv xovg 
ixXexTovg — voraussetzt, daß mithin der Apostel in l.Th. 4, 
15—17 innerhalb der eschatologischen Rede Jesu — genau 
wie er es ausdrückt: h Xöycp xvqIov — sich bewegt. Vgl. 
auch Titius 1, 24. Nach dieser Feststellung folgen die weiteren 
Parallelen: 



l.Th.4, 16. 17: 

ixtnog 6 xvgtog xaraßi^asrai 
OTT* ovgavov 

iv xslevöftau, iv qxovfj dgxay- 
yikov xal iv adXjnYY^ ^eov 
dQnayiJoö/ie&a 

iv veqffiXaig 

€lq dndvrrjaiv rov xvqIov 



Synoptiker: 

Mt. 24, 30: Syfovtcu rov vlov lov dv&Qd>' 

jfov BQxdfiBvov inl röjv veqfeX&v rov 

ovgavov 
Mt. 24, 81: dyyiXovg avrov /ierd adlmy- 

yog <po}vfjg fxeydXrjg 
Mt. 24, 31. Mc. 13, 27: iniavvdSovatv rovg 

ixlexrovg 
Mt. 24,30: inl r&v veqjeXiov, Mc. 13, 26: 

iv veqffiXaig, Lc. 21,27: iv veq>iXjj 
Mt. 25, 1: elg vjtdvrtjaiv rov vvfifpiov. 



Vgl. auch l.Th. 1, 10: ävajuiveiv rdv vldv avrov ix x&v 
ovQav&v, ebenso 2. Th. 1,7; l.Th. 3, 13^; l.C. 15,47. In 
obigen Parallen trifft Paulus mit den Texten des Mt. am 
häufigsten, mit denen des Lc. am wenigsten zusammen. Lc. 
hat (mit Mc.) das ovqovov, ferner die auch l.C. 15, 52 erwähnte 
cdXjiiyS weggelassen, ebenso die Perikope Mt. 25, 1—13 nicht 
aufgenommen, außerdem die dyyiXovg und das huavvd^ovoiv be- 
seitigt, auch den Singular h vetpikfi gebraucht, wo Mt. und Mc. 
mit Paulus den Plural setzen. Nach Lc. allein würde die Paralle- 
lisienmg des iniowd^ovaiv mit der iTtiovvaycoyt] 2. Th. 2, 1 
immöglich sein, folglich auch die Erklärung des äQjidCeai^ai 
in l.Th. 4, 15 durch das biiovvdyeo'&ai unterbleiben müssen. 

Aber nicht nur durch die imovvayoyri in 2. Th. 2, 1 , 
«ondern auch durch das firidk &Qoeia&ai in 2. Th. 2, 2 steht 

22* 



340 



Besch, PaolinismiiB. II. EinzelnntemichaDgen. 



PauluiB den beiden ersten Synoptikern näher als dem dritten 
Evangelisten. Unter dem Einfloß der Weifi'schen Quellen* 
kritik (vgL B.Weiß, Mc. S. 410£) habe ich leider die synop-^ 
tischen Parallelen Lc. 21, 9 = Mc. 13, 7 = Mt 24, 6 in meine 
Textausgabe der Logia nicht aufgenommen, wodurch die Parallele 
mit dem fArjöi ^Qodo&ai in 2. Th. 2, 2 verloren ging. Ich mache 
hier die dort geschehene Unterlassung gut durch Neben* 
einanderstellung der bezuglichen Paralleltexte. YgL 



Mt24,6: 



Mc. 13, 7: 



Mc.l3,7D: 



Lc. 21,9: 



Lc. 21,9D: 



Sämtliche Synonyma ^Qoeuj^ai, ^Qvßeio^ai, Ttioua^i, 
(poßtXo^ai gehen auf braa zurück. Paulus aber geht hier mit 
Mt. und Mc, nicht mit Lc. Um so weniger wird man andere 
Parallelen, in denen Paulus mit Lc, nicht aber mit Mt. und 
Mc, zusammentrifft, aus einer Abhängigkeit des Lc. von Paulus^ 
sondern aus der Abhängigkeit beider von der Logiaquelle zu 
erklären haben. Dies gilt besonders von dem paränetischen 
Schluß der Parusierede. Vgl. 



Logia: 

^31,31 = Lc. 21,28. Cod.D 
ad Mt. 24, 31: kyyiliti j} 



A 31, 32 = Lc. 21, 33. Mt. 
24, 35. Mc. 13, 31: 6 ovga- 
vog xai jJ yi} jtageXevoe- 
xaif ol de Xöy Ol fiov ov 
firi jiagiX'&maiv 

-4 31,33* = Lc. 21,34»: jr^oo- 
ixexB de iavtoTg 

^31, 83b = Lc.21,34»>: fiij 
ßagij^waiv al xagdiat vfiöäv 
h X QamdXn xai fii^jj 

A 31, 34 = Lc. 21,340: xai 
kjnaxfj i<p^ vfiäs altpvldiog 
^ ^fiiga ixeivTf (hg ^ didiv 

^ 31,35 • = Lc. 21, 36. Mc. 

13,33: ayQvnveXxe 
A 31, 35b = Lc. 31, 36: Iv 

navxi xaig^ deöfievoi 



Paulus : 

R. 13, 12: jj fjfiiga tjyytxev, v. 11: iyyv- 
xBQov rifAöv jj aioxrjgia, Phil. 4, 5: 
6 xvQiog iyyvg, R. 8, 23: obtexSex<^/*evoi 
xtjv djtoXvxQcoaiv. C. 1, 14. Eph. 4, 30: 
elg rjfiEQoy djioXvxQcboewg 

I.e. 7, 31: nagayei x6 ax^lfioi xov x6afiov 
xovxoVf C. 3, 16: 6 Xoyog xov Xgtoxov 
evotxeixo) iv v/nTv jtXovoiwg 



Act. 20, 28: ngoaex^xe iavxoTg 

Eph. 5, 18: /M^ fis^vaxea^e oivq), R. 13, 13: 
fjLTf xiOfjioig xai /li^atg, 1. Th. 5, 7: 
ol fAf&vaxdfisvoi wxxog fie'&vovaiv 

1. Th. 5, 8: xoxe al<pvidtog aifxoTg ini- 
axaxat SXt&Qog &aneQ ^ cbdivxf) iy 
yaoxQi ixovojj, R. 8, 22 : näöa jJ xxlotg . * 
övv(odlvet axQi xov vvv 

Eph. 6, 18: elg avxo dgyvnvovvxeg 

Eph. 6, 18: JiQOoevxdfievot iv navxt 
xaiQ^f l.Th. 5, 16: dSiaXeinxoyg ngoa- 
evxea^e, Phil. 1, 4: Jtdvxoxe iv ndoff 



jtoQOvaia, xcuy^ Sia^xti, 



341 



A 31, aso = Lc. 21, 36: tva 

A 31, 35d = Lc. 21,36: ix- 
ipvysTv tatna nArta xä fUX- 
Xovta yivta^ai 

A 31,35« = Lc. 21,36: xal 

vlov xov dv^Qtojtov 



Se^oei /lov, 2.T. 1, 3: ddidleijixoy . . ir 

xaXs deiiaeaiv fiov, 1. Th. 1,2. C. 4, 12. 

Philem. 4. 
2. Th. 1,5: etg x6 xaxa^iai^tjvai vfiag, 

V. 11: Tva vfi&s dStdtajj 
1. Th. 5, 3: ov fitj ixtpi/ytoaiv, R. 2, 3: 

loyiCu * ' &it ov ixqfe^SjJ ^^ xgi/m xoO 

0eov, Ebr. 2, 3; 12, 25. 
R. 14,4: x€p tdüp xvQÜp oxfixBi rj nixxBi' 

oxa^i^aexat Si' SwaxsT yäg 6 xvßios 

öx^oai avxdv. 



Die Abstammung auch dieses paränetisehen Schlusses aus 
der vorcanonischen Quelle ergibt sich aus folgenden Über- 
setznngsvarianten : (bdiv = nayig, yQrjyoQetv = dyQvnveiv, deia&tu 
«= TiQOoevxco^cu, Iv navtl xaigcp = ndvxaie =■ ädtcdehtTCog. Vgl. 
dazu PT. in, 598—607. Unbedingt beweiskräftig ist die richtige 
paulinische Übersetzimg (bölv (= bnrt) an Stelle der unzutreiFenden 
lucanischen Yersion jtayig (= ^^n), auf welche Marshall in 
dem lesenswerten Aufsatz: ,Did Saint Paul use a Semitic 
Gospel?' (vgl. oben S. 32) aufmerksam gemacht hat. Auch 
in diesem Fall hat Lc. nicht der richtigen paulinischen, sondern 
einer unzutreiFenden, von einem anderen Übersetzer her- 
stammenden, Yersion Folge geleistet, ähnlich wie Lc. 11,41 
bei der unpaulinischen Übersetzung von njyvf durch iXerjjLiowivti 
anstatt dtxaioavvtj. Vgl. Exe. 58. So hat Lc. sowohl die AöTveg 
vor der jerusalemischen Katastrophe (^31,6= Mt. 24, 8. Mc. 1 3, 8) 
als die d)dlv vor der Parusie (^31,34 = l.Th. 5, 3) sich 
entgehen lassen, aber gleichwohl an letzter Stelle durch sein 
naylg (Lc. 21,34) es ermöglicht, das Yerwandtschaftsverhältnis 
zwischen 1. Th. 5, 3 und Lc. 21, 34 als Abhängigkeit des Paulus 
Ton dem ihm in semitischer Sprache überlieferten Herrenworte 
zu erkennen und nachzuweisen. 



118. xaivrj dia'&ijxf]. 

Das Herrenmahl ist neben den Schriften des Neuen 
Testamentes der sicherste Besitz der Christenheit. Eine con- 
tinuierliche Tradition ragt durch dieses Mahl aus der Urzeit 
der Ejrche bis in die Gegenwart herein. Die Feier des 
Herrenmahls ist älter als das paulinische Schrifttum und 
übertrifft mithin an Ehrwürdigkeit des Alters die frühesten 
uns erhaltenen schriftlichen Denkmäler des Urchristentums. 



342 Resch, Paulinismas. II. Einzeluntersuchangen. 

Das Abendmahl und seine Feier bildete für die Urkirche 
in einer Zeit, da die neutestamentlichen Schriften nicht vor- 
handen waren, den stärksten Halt, das immer von Neuem 
hervortretende Centrum des neutestamentlichen Gemeinde- 
bewußtseins, den festen Damm gegen den Bückfall ins Juden- 
tum. Das Abendmahl ist das fortgesetzte, lautredende Zeugnis 
dafür, daß Jesus nicht bloß existiert hat, nein, daß er auch 
gestorben ist, gestorben wie kein anderer Mensch, gestorben 
mit dem seinem Tode unmittelbar vorausgegangenen Selbst- 
zeugnis, daß sein Tod ein Opfertod, eine freiwillige Selbsthingabe 
zum Heil der Menschheit gewesen sei. Zu gleicher Zeit ist 
die Eucharistie ein unanfechtbares historisches Zeugnis für die 
Gewißheit der Auferstehung Jesu aus dem Grabe. Niemals 
würde die Stiftung dieses Mahles erfolgt sein ohne die felsen- 
feste Gewißheit seines Stifters, daß er den bevorstehenden 
Tod siegreich überwinden werde. Niemals würde die Jünger- 
gemeinde Jesu nach seinem Tod die Feier dieses Mahles 
gepflegt haben, wenn sie nicht von der Gewißheit seiner Auf- 
erstehung durchdrungen gewesen wäre. Sicherlich war es eine 
einzigartige Stunde, als die Apostel mit den anderen Anhängern 
Jesu zum ersten Male bei der Feier dieses Mahles sieh vereinigten, 
als sie zum ersten Male die feierlichen Stiftungsworte in ihrer 
Mitte ertönen ließen. Seit jener Stunde bildet die Abendmahls- 
feier eine niemals unterbrochene, ungeschriebene Tradition, 
die heiligste Überlieferung, das &yia äyicov der Kirche. 

Aber dieser ungeschriebenen Abendmahls-Überlieferung 
steht eine schriftliche Tradition bezüglich der Eucharistie zur 
Seite. Und diese schriftliche Abendmahls-Überlieferung ist 
nicht nur in den drei ersten Evangelien des neutestamentlichen 
Canons enthalten, sondern geht über die synoptischen Evangelien 
bis auf den Apostel Paulus zurück, welcher seinem ersten 
Briefe an die Corinther seinen Abendmahlsbericht einverleibte. 

Daß diese Stiftung Jesu nicht die Improvisation eines 
Augenblicks, sondern die reife Frucht seines ganzen Lebens 
und mit dem großen Ziel seines Erdenwirkens unauflöslich ver- 
knüpft gewesen ist, dafür bürgt das eine Wort: dia^xr]. 
Dieses Wort dia'&ijxf] ist allen vier canonischen Abendmahls- 
berichten imd ebenso sämtlichen altkirchlichen Abendmahls- 
liturgien gemeinsam. Aus diesem einzigen Worte: dia^xi] 
geht mit zwingender Notwendigkeit hervor, daß Jesus am 
Ende seines Wirkens die Stiftung eines Bundes vorgenommen 



xatvri dia^xff. 343 

hat, der den mosaischen Bund ersetzen und an dessen Stelle 
treten sollte. Einen Bund aber, welcher anderthalbtausend 
Jahre fest bestanden hat, stößt man nicht durch die Impro- 
visation eines Augenblickes um. Daher ergibt sich aus diesem 
einzigen Worte: dia^xtj, daß Jesus mit vollem Bedacht sein 
Lebenswerk in der Zeit des alttestamentlichen Passahfestes 
(vgl. 1. C. 5, 7: xd ndaxoL fifjubv hu^tj XQiaxög mit Lc. 22, 1. 3 
= ^ 32, 1) durch seinen Tod krönen und eben durch dieses 
sein Selbstopfer die Grundlage des mosaischen Bundes, das 
Passahopfer, beseitigen wollte, um sein eigenes Schlachtopfer 
zum Fundament einer neuen dia^xrj zu erheben. Wie er mit 
einem einzigen Satze (vgl. Exe. 35) die gesamte Beinigungs- 
gesetzgebung des Alten Testaments aus den Angeln gehoben 
hat, so hat Jesus mit der durch seinen Opfertod begründeten 
neuen dia^xtf das gesamte alttestamentliche Opferwesen außer 
Dienst gestellt. 

Also wenn selbst das Praedicat xmvri^ welches Mc. 14, 24 
und Mt. 26,28 in den Stiftungsworten fehlt, dem Worte dia- 
^xtj nicht wäre hinzugefügt gewesen, so würde dies nichts 
ändern an der Tatsache, daß Jesus wirklich einen neuen Bund, 
eine xcuvfj dia^xrj, gestiftet hat. 

Aber ist es nun denkbar, daß der, welcher seine ganze 
Sendung als eine Erfüllung der alttestamentlichen Typik imd 
Prophetie (vgl. ^23, 7. 8 =- Mt. 5, 17. 18) betrachtete, die 
große Weissagung des Alten Testaments, Jerem. 31, 31 iF., diese 
Weissagung von einer xairij dia&rjxri, nicht von Anfang seines 
Auftretens an in sein mcssianisches Selbstbewußtsein aufge- 
nommen und nicht fortgehend sich als den berufenen Erfoller 
auch gerade jener Jeremias -Weissagung, als den gottgeordneten 
Stifter der verheißenen xaivii dia&i^xt], gewußt haben sollte? 
Ist es denkbar, daß er, der gerade zum Passahfeste in Jeru- 
salem sich einfand, um als Osterlamm freiwillig sich darzubieten 
und gemäß der Jeremias -Weissagung am letzten Abend vor 
seinem Tode eine neue dia^xfj zu stiften, in dem großen 
Augenblick der Bundes-Stiftung das Stichwort der Weissagung 
xain^ unterdrückt haben sollte? Wenn dieses Stichwort in 
den Abendmahlsberichten bei Mt. und Mc. fehlt, so darf man 
sich an ein Analogen erinnern, welches die Justinsche Abend- 
mahlsüberlieferung bietet Bei Justin fehlt in seinem Haupt- 
bericht Apol. I, 66 sogar das Wort dia^xt] selbst, wodurch 
manche Forscher zu der Behauptung verleitet worden sind, 



344 



Besch, PaalinifflnoB. II. Einzelantersachiuigen. 



daß der Ausdruck duz^Titj auch bei Mt. und Mc. nicht ursprüng- 
lich sei, daß Jesus an eine Bundes -Stiftung am Yorabend 
seines Todes überhaupt gar nicht gedacht habe. Und doch 
zeigt Justin an anderer Stelle, nämlich DiaL c. Tr. c. 24, daß 
er die in dem .afjuari oanriQuo* geschehene Stiftung einer 
^SXkri dia^xfj xavvv* sehr wohl kannte, daß mithin jener Bericht 
Apol. 1, 66 eine Abbreviatur darstellte, neben welcher er noch 
einen Tollständigeren Text besaß. 

Der aus der Logiaquelle geschöpfte Yollständige Bericht 
über die Stiftung des Neuen Testamentes dürfte nach den 
in den PT. in, 620-656. 676. 677 geführten Voruntersuchungen 
auf Ghimd der paulinischen Relation und der synoptischen 
Parallelen unter Hinzufügung der z. T. außercanonischen 
Yarianten annähernd folgenden Wortlaut besessen haben: 

xai Xaßcbv [J^Xaßev] ägxov xa\ evxcLQiOTi^aag [eilo^ 
yrjoag] IxXaasv [i&Qvtpev] xal Sdcoxev roig fjux^rircug xal 
eljtev \XiyQ}v]' kdßeit, tpäyeie' xovto iartv rd ofbfJLÖ. 
fj odgi] fxov t6 iTiig ifxiov [negl 7iolXa>v\ xlcbfAevop 
^QV7tz6fAsvov, did6fiBvov\ XOVTO 710181X8 bIq xtjv ijuifv dvd- 
jLivtjaiv. (boavxwg [dfiolmg] xal kaßdiv xb noxi^Qiov 
fiexä x6 deutvfjaai evxoLQiaxrioag [cÄAoy^aa?] Idwxev aixolg 
xal einer [Xiycov]' nlexe i^ aixov ndvxeg' xovxo x6 
noxriQiov fj xaivrj dia^^f^xri ioxlv h xco afjuaxl fxov 
[ifxcp] xb vtüq vfxibv \71eQl Jioklwv] ixxvvojuevov [ixxv'&iv, 
ixx£6jLievov] elg ätpeoiv &fiaQxi(bv' xovxo noieXxe elg xi^v 
Ifxijv ävd/Livtjoiv [Iv xfj ifxfj fAvrjfifi], 

Nur die vorstehend durch den Druck ausgezeichneten 
Worte finden sich in allen vier canonischen Relationen. Alle 
übrigen Elemente fehlen bei irgend einem oder bei mehreren 
der Berichterstatter. Man kann daraus ersehen, wie zahlreich 
und wie tief eingreifend die von den Referenten vorgenommenen 
Abbreviaturen sind. Bei Lc. sind Textkürzungen auch sonst 
notorisch. Vgl. oben S. 225, femer PT. III, 838 ff. Daß auch 
Paulus 1. C. 11, 23 ff. Abbreviaturen eines ihm bekannten voll- 
ständigeren Textes angewendet hat, zeigt die Vergleichung sei- 
nes Referates nicht nur mit dem ihm besonders nahestehenden 
Lucastext, sondern auch mit Eph. 1,7 = Mt, 26, 28. Vgl. 



Mt. 26, 28: 
xovxo yoLQ iaxiv x6 affid fiov xfjg 
diaOrjxTfg x6 jzsqI jiokkwv ex^vwa- 
fMvov elg äfpeaiv dfiagxicjv 



Eph. 1,7: 
iv q) i;[Of*ev xrjv cutoXvxQCOOtv dia, xov 
aifiaxog avxov, xijv ä<peaiv x&y 
7f aganx CD fidxoiv 



xairrj dia^hjxtf. 



345 



Weitere Anklänge an die Abendmahls -Stiftung in den 
beiden Parallel -Briefen an die Colosser und an die Epheser, 
bisher zu wenig beachtet, sind 



Col. 1, 22: 

aagxdg avtov 8iä tov ^avdzov 



Col. 1,20: 

djioxaraXXdSou diä tov atfiaxog xov 
axavQov avxov. 



Femer vgl. Eph. 2, 12: töv dia&tjxwv — , v. 13: iv x^ 
aXfiaxi TOV Xgicnov — , v. 14: h xfj oagxl avroC —, y. 15: 
xaiv6y — , v. 16: äjiaxaraXXd^fj iv ivl oiojuaji diä rov cnavQOv, 
— Bezüglich der Übersetzungsvariante acb/w, = adg^ = *iisa 
vgl. PT. m, 641-645. 

Als Parallelen zu ^elg ätpeciv äfiaQn&v^ kommen femer alle 
diejenigen Stellen in Betracht, in welchen Jesu Tod als inkg 
oder negl x(bv äfiaQxicbv ijfxdfv oder als elg ä<peoiv äfAaq^ 
ximv geschehen bezeichnet wird. Vgl. l.C. 15,3: XQiax6g 
äni&avev vTtkg xwv äjuaQxiöv ^ju&y, Gal. 1,4: xov ö6vxog 
£avx6v negl x(bv ijLiaQxicdv fjfjubv, R. 4,25: Sc nagedA^ diä 
xä naganxwfiaxa fi/jubv, Col. 1,14: h <]^ f;i^o/4€v r^v djroAtk^OHJcyi 
xiir &(ptoiv x(bv äfxagxi(bv (vgl. die Parallele Eph. 1, 7 mit 
dem Zusatz: dia xov aXfiaxog aixov\ R. 3, 25: Ikaaxrigiov iv x^ 
affxov aXfjiaxi . . öiä xijv ndgeaiv xoyv Ttgoyeyovörcov d/xag^ 
xrifAdxoiVy aber auch R. 5, 9: dixaioy&ivxeg iv x0 atfxaxi 
atxov, sowie Act. 20, 28: xijv ixxXtjolav . ,, fjv Ttegienoiiijaaxo 
diä xov atfiaxog xov löiov, und im weiteren Sinne Act. 13, 38: 
öiä xovxov ifjuv &<p€oig dfiagxiwv xaxayyiXkexai, Act. 26, 18: xov 
Xaßeiv avxovg &<pEoiv dfiagxiwv, Ebr. 1,3: xa'&agiofxbv xa>v 
dfiagxiibv Tioitjadfuvog. Man beachte dabei den Gebrauch 
der synonymen Varianten dfjuxgxiai = nagcurKOfiaxa , ä(peoig 
= ndgeoig, ätpeaig d/Migxicbv = dixaicooig, im Ebräerbriefe xa'&a- 
gujßjidg x(ov djuagxicav. 

Die enge Verknüpfung des Todes und Blutes Jesu mit 
der äipeoig d/LiagxuüVj welche, analog dem Texte von Mt. 26, 28, 
in dem Paulinismus ausgeprägt ist, entspricht der für die xaivij dia- 
AJxiymaßgebendenGrundstelleJerem. 31, 31—34. Vgl. v.33.(34): 
Tcmat« tkh onKanbsi Daia^b nbox «^s = LXX: 8xi TXscog loouai xaXg 
ddixlaig avx&y xal xwv d/Liagricbv avxwv oi fitj fivqa'&cb ixi. In 
der gedachten Stelle wird^ die Stiftung des Alten Bundes auf 
die Errettung Israels aus Ägypten zurückgeführt. Vgl. Jerem. 
31,32: ov xaxä xijv öia'&ijxtjv, tjv öie&ifiriv xoig naxgdoiv avxa>v 
iv filJiig(l ijidaßojLiivov fxov xtjg x^^Q^ avrcäv, i^ayayeiv avxovg 



346 Resch, Paulinismus. II. EinzelantersuchungeiL 

ix yijs Alyvmov. Das war das Yorbild auf den Tod Jesu, 
auf die Yergießung seines Blutes zur Zeit des Passahfestes, auf 
die Stiftung des neutestamentlichen Bundesmahles an Stelle 
des Passahmahles. YgL Ex. 12, 14 LXX: xal iaxai fj ^/niga 
ißuv avTt] juvtjjxöavvov mit Lc. 22, 19 = 1. C. 11, 24: tcwto 
noieiTE elg tyjv ijuijv ävifiytioiv. Wie die alttestamentliche, 
so ist auch die neutestamentUche Bundesstiftung nur einmal 
geschehen. Ygl. Ebr. 9, 12: diä rov Idlov atfwxos dotjk&ev 
Itpdna^ elg xä &yia, atcovlav Xvtqcooiv ebgdfievog. Aber ¥rie 
im A. T. das Passahmahl, so soll im N. T. das Bundesmahl 
der Wiederholung unterliegen. 

Eingesetzt wurde das neutestamentliche Mahl am Tage vor 
dem jüdischen Passahmahl. Ygl. PT. 111,612-618. 620-624, 
wo auch auf das paulinische Zeugnis l.C. 5,7: xal yäq xb 
Ttdoxct fjfiöv hv^ XQiaxög als ein Zeugnis dafür hingewiesen 
ist, daß Jesu Tod — nicht die am Tage zuvor geschehene 
Einsetzung des deuivov xvguxxdv — mit dem jüdischen Passah 
zeitlich zusammenfiel. Auch gibt Paulus für die Stiftung des 
Herrenmahls die Nacht, in welcher Jesus verraten ward, als 
Datum an (vgl. l.C. 11,23), nicht die Passahnacht, was doch 
am nächsten gelegen hätte, wenn es zutreffend gewesen wäre.* 

Als paulinische Parallelen zum Abendmahlsbericht sind 
noch zu erwähnen l.C. 10, 3. 4: ndvxeg xb avxo TtvBVfjtaxixby 
ßQdfjua Ifpayov, xal ndvxeg xd airtd Jtvev/iaxixdv Iniov ndfAa, 

*) Auf letzteren Umstand weist Wellhausen hin in seinem ^Markus- 
evangelium* 1903. S. 120. Wenn man aber auf Grund dieser Feststellung 
die Geschichtlichkeit von Lc. 22, 7 — 13 sowie von A 32, 13—15 = Lc. 22, 
15 — 17 verneinen wollte, wie es vonseiten Wellhausens geschieht, so 
ist demgegenüber auf ^ 32, 9 = Mt. 26, 18 : 6 xaigos fiov iyyvs iaxiv zu 
verweisen, Worte, welche zwar nur der erste Evangelist überliefert hat, 
welche aber den Stempel der Ursprünglichkeit an sich tragen und es 
deutlich erkennen lassen, daß Jesus seine Zeit für die Feier des Passah- 
mahles gekommen sah, im Unterschied von der jüdischen Zeit des noch 
bevorstehenden israelitischen Passahmahles. Weil er wußte, daß er am 
anderen Tage dieses Mahl nicht mehr würde begehen können, darum 
sprach er zu seinen Jüngern Lc. 22, 15 = ^i 32, 13: im&v/ilq. iste^fitjaa 
Tovzo t6 Tfdöxa tpayeXv fjLsd'^ v/iwv ngo zov fis na^sTv. Dieses ngo rov fie 
jza^etv bei Lc. und jenes 6 xaigog fiov iyyvg iortv bei Mt. ergänzen sich 
gegenseitig und zeigen, daß nach der Logiaquelle Jesus das alttestament- 
liehe Passahmahl mit vollem Bewußtsein anticipierte, um es durch seine 
neutestamentliche Stiftung für immer abzutun — eine Erkenntnis, welche 
man aus dem Marcustext allerdings nicht gewinnen kann. 



xcuvrj dia&i^xrj, Suucovia. 347 

sowie 1. C. 10, 16: rö jtoxtJQiov xtjg eikoyiag S eikoyovfiev, 
ov^l xoivcovla rov aTjuarog rov Xqiotov iaxiv; röv ägrov 8v 
xX&fiev, oi^l xoivcovla rov ofbfxatog rov Xqioxov iaxiv; — 
Dagegen klingen die von mancher Seite als Parallele geltend 
gemachten Worte l. C. 8, 13: ov fii] cpiyw xgia elg rdv aUova 
nur dem Wortlaute nach an ^ 32, 14 = Lc. 22, 16 an. 

Bezüglich des im Paulinismus so stark ausgeprägten neu- 
testamentlichen Bewußtseins vgl. 2. C. 3, 4 — 4, 1 und dazu 
Exe. 39. 119, außerdem die Stellen im Ebräerbriefe Ebr. 7,22; 
8,6; 9, 15: xaivti dia&ijxri, Ebr. 12,24: dia&i^x^ via, Ebr. 
13, 20: dia&^xfi alcovla, Ebr. 9, 12. 14; 10, 10. 19. 20.29; 
12, 24; 13, 12.20: aljua rov Xqutiov und dazu Teil HI § 8. 

Wie stark das neutestamentliche Bewußtsein in dem 
Herzen des Apostels entwickelt war, zeigt neben Gal. 4, 24: 
ovo dia^fjxai besonders 2.0.3,14 der Ausdruck: dvdyvcooig 
x^g naXaiäg dia^ijxtjg. Paulus ist der Erste, der die sonst 
mit Mcovatjg xal ol Ttgoqnjtai oder mit 6 vdfxog xal ol 7iQo<p^Tai 
bezeichneten Bücher unter dem literarischen Namen naiatä 
dux^xfj zusammenfaßt. Ohne sein entwickeltes neutestament- 
liches Bewußtsein wäre ein solcher rascher Fortschritt un- 
möglich und die Zusammenfassung des dem Alten Bunde 
angehörigen Schriftencomplexes unter dem Namen naXaiä öua- 
^xrj völlig undenkbar gewesen. In Kraft seines neutestament- 
lichen Bewußtseins wurde Paulus der Schöpfer dieser literarischen 
Benennung: naixuä duz^xri und damit der indirekte Urheber 
der Bezeichnung: xaivi] dia^xi] für den späteren Oanon des 
Neuen Testaments. 

Bezüglich 1.0. 11,26 vgl. Exe. 173, außerdem Agrapha 
S. 105 f., 178 f., 284; PT. IE, 627-638. 

119. diaxovla. 

Auf den Bericht über die Stiftung der xatvri dux^xi] 
folgt der Abschnitt ui 32, 22—40, welcher im Anschluß 
an Lc. 22, 24—30 imter Herbeiziehung der^ canonischen und 
außercanonischen Paralleltexte unter der Überschrift: ,Der 
Dienst des Neuen Testaments' zusammengefaßt ist. Zu 
den canonischen Paralleltexten gehören Mc. 10, 35—45 = Mt. 20, 
20-28. Vgl. PT. n, 254-258. m, 659-668. Wichtige außer- 
canonische Ergänzungen bietet Cod. D zu Lc. 22, 28: rjif^fji^te 
h xfj öiaxovlq. fxov und IlUnig 2!o<fi[a (vgl. Anger, Synopsis 



348 



Betch, P; 



msw n. Eimeliintctsiicfaiiiigen. 



p. 214): ßaadtvoett pux ifiov. YgL FT. m, 669—671. Auch 
Ton Zahn (MatAäiis-CommeDtar 8. 596^*) wird es ftneikannt, 
daß Lc. die Yerse Lc. 22, 28—30 wahncheiiilich an der ge- 
icliiebilieh richtigen Stelle gegeben bat IGt Lc. 22, 28— 30 
hingt aber Lc. 24, 24-27 = Mt. 20, 20-28. Me. 10, 35-45 in- 
aammen. YgL auch Exe. 145. Die besondere Bedeatong der 
iuvtorla tritt im Panlinismns namentlich 2. C. 3, 6; 4, 1; 5, 18. 
Act 20, 24 hervor. Bezüglich der Gesamtheit der sn diesem 
Abschnitt gehörigen Parallelen ygl. das nachstehende Yeneichnis. 



A 32.22-40: 

V. 22*. 23 = Lc. 22, 28 D. 29 {nUnig 
Xo<pta p. 145): xai Vful^ rjv^^dijTe ir 
tfj diaxoritf fAOv .. dtari^e/iOi 
(ffiZr xairrjr dia^i^xr^r 



T. 22 b. 26 = Lc. 22, 28^ {niait^ Zwpla 
p. 145): Ifietf hTtefielraxe fut* 
ifwß 7ieiQcu3fwvq . . xcd avfißaoi' 
XBifOBie fux* ifutO ir rff ßaaiXeüf. 

fWV 

V. 25 = Lc. 22, 30. Mt. 19, 28: xa^- 
oeaOe hti {^q6vo}v xQlvovjtg tag 
dioSexa tpvXoi rov 'logai^?. 

V. 80* =» Mt 20, 22. Mo. 10, 38: ovx 
oXdaxe xl alxeXa^e 

V. 30»> = Mt 20,22. Mc. 10,38: dv- 
vao-&€ TtieXv x6 JioxiJQiov, 5 iya) 
nlvrn; 

V. 34 = Lc. 22, 25. Mt. 20, 25. Mc. 
10,42: ol ßaoiXsl^ x(äv i^&v xvqi- 
evovoiv avTwv . . vfieXg de ovx 
oijxcog 

▼.35 = Mc. 9,35; 10,43.44: 6 ngw- 
Tog iv vfiTv iaztv JtdvTODv ioxo-xog 

V. 35 = Lc. 9, 48 : <5 fiiyag h vfiTr dtg 

6 ^ixQÖg [fiixQÖxegog] 
▼. 35 = Lc. 22, 26. Mt. 20, 27 : 6 

^yoxffievog ioro) navxmv dovXog 



V. 35 SS Lc. 22, 26 : 6 dvaxelfievog d>g 
6 Siaxovwv [ndvTCov didxovog] 



Paolos: 

2. C. 3, 6: ixawwaer ^fiäg diax6rovg 
xair^g Sta^^xtig, 4, 1: izorxtf 
xTjp diaxoriav xavtr/v, 5, 18: 
ddrxog ^fuv xifr Siaxowiar t^f 
xaxalXay^g, Act 20,24: t^r Sia- 
xoriar yr üaßor stoQa fov xvQÜnf 

2. T. 2, 12: ei vxofiirofier xai ovp' 
ßaailevaofjier, 1. C. 4, 8: x€u 
Sqf>el6r ye eßaotXevoaxe, Ira xoi 
i)/i£rc v/mXp avrßaatXevamfitv, 
R. 5, 17: ßaatXevoovair Sta ro0 
irog 'Itjacv Xqioxov 

1. C. 6, 2: ovx oidaxe Sxi ol äytot xw 
xdofiov xQivovair; 

R. 8, 26: x6 ydg xi jigooev^iofte^a 

ovx oidafiev 
I.e. 10, 21: ov övraa^s noxi^Qtor 

xvqIov Jtiveiv 

2. C. 1,24: ovi 8x1 xvQievo/Aer 

VflWV 



1. C. 4, 9: d ^eog ^fiäg xovg ojioaxoXovg 
ioxdxovg djiidei^ev, 1. C. 15, 8: 
saxoLfov de ndvxmv . . xdfioi 

I.e. 15,9: Syct} ydg el/nt 6 iXdx^oxog 
x&v ojiooxolcov 

1. C. 9, 19: Jtäaiv ifiavxov idoi^- 
Xü)aa, 2. C. 4, 5: iavxovg de dov- 
Xovg vfiwv, R. 9, 12: 6 fiei^oiv dov- 
Xevaei xcp iXdaaoyi 

2. C. <5, 4 : aiyyimdvieg iavxovg (hg ^soÜ 
^«axovo«, Ebr.6, 10: diaxon^aar- 
xeg xoTg dyloig xai Staxovovrxss 



dtaxwüx, XvTQW, drxüvxQOP, 



349 



V. 36 = Lc. 22, 27: iyd} dk h fiioqt R. 15, 8: liyo) yäg Xqioxov dtdxorov 
^f*&v i&g 6 diaxov&v [didxovos] ytyev^o^i negirofÄffg 

V. 40 = Lc. 6,40. Mt. 10,25: xar- LC. 1, 10: ijw de xajfjQxiofAivoi, 
rjQjgofiivoQ de iaxa} 6 fia^rrjg 
c5c d diSdoxcdos 

Außerdem zu v. 35 vgl Pbil. 2, 3: äkXi^lovs ^jyovjuevoi ineq- 
ixomag iavxa>v, K. 12, 10: tfj rifAfj diXkriXovg nQorjyovßievoi. 

Man ersieht aus vorsteheDdem Verzeichnis, wie auch diese 
paulinischen Parallelen in alle drei synoptischen Evangelien 
hineinragen und wie erst durch den Zusammenklang der drei 
synoptischen Referenten ein vollständiges Bild der paulinischen 
Verwandtschaft gewonnen wird. 

Den Höhepunkt des ganzen Abschnittes bildet ein, nur 
von Mt. und Mc, nicht von Lc, überliefertes Logion, in 
welchem Jesus bezeugt, daß er als der der gesamten Mensch- 
heit angehörige vldg rov &r&Qd)7iov die dioKovia %rjg xaivtjg 
dia^xrjs durch seine Selbsthingabe als Xvtqov ävxl noUxbv 
vollbringe. Dieses Logion ist es, welches eine besondere 
Behandlung erheischt und als eine von Jesu selbst gegebene 
Exegese der Abendmahls werte testamentarische Bedeutung 
besitzt. 

120. kviQov, äviCkvTQov. 

Die hohe Bedeutung des Logion vom Xvtqov und seine 
entscheidende Wichtigkeit für die Würdigung des Paulinismus 
ist von der neuesten Forschung immer besser erkannt worden. 
Und zwar ist dies besonders auch deshalb der Fall, weil dieses 
Logion von Mc. imd Mt., nicht von Lc, überliefert worden 
bt. Denn wenn anstatt Mc und Mt. der ,Pauliner' Lc der 
Gewährsmann dieses Logion wäre, so würde man kurzen 
Proceß mit ihm gemacht und es zu den lucanischen ,Pauli- 
nismen^ geworfen haben. Um so mehr sollte man auch in 
diesem Falle die unpaulinische Sorglosigkeit des Lc aner- 
kennen, welcher, wie das Logion vom ävtäUay/Lux (^ 27, 9 
= Mc. 8, 37. Mt 16, 26»» vgl. Exe 104), so auch das Wort vom 
Xvtqov {A 32,38 = Mc 10, 45. Mt. 20,28) durch seine Text- 
kürzungen in Wegfall gebracht hat. Aber auch so hat es an 
Versuchen nicht gefehlt, dieses Logion als wenigstens ,gegen 
das Ende hin paulinisierend' seines Charakters als eines echten 
Herrenwortes zu entkleiden oder doch durch künstliche Um- 
deutung seines einfachen und klaren Wortsinns zu berauben. 



350 Reschy PaaliDismiu. IL EinxeliniterBaclniiigeii. 

BetrachteD wir, um zu einem objectiren Urteil zu gelangen, 
das Logion zunächst von seiner sprachlichen Seite, so werden 
wir auf Ps. 49, 8. 9 als die hebräische SprachqueDe und auf 
nrs und piB als die hebräischen Gh-undwörter der beiden Logia 
vom XvtQov und äytdXXayjtJia zurückgefohrt. YgL Num. 35,31: 
mA irä = kvToa Tuoi y^x^s, Prov. 13, 8: ct? cm "irä 
= LXX: XvTQOv ävdoög tfvx^s. Am. 5, 12: tBi "«ngb = LXX: 
lafißdvovxeg äXXdyjtJiara, Ps. 49, 8: i^iä = LXX: i^iXaofia 
lavTov. Aber auch i'rnB wird von den LXX durch Xvtqov 
wiedergegeben. Vgl. Ex. 21, 30: iräa "pTfi "|ro"j = LXX: i<boti 
XvTQa tilg tpvxTJs avTov. Ebenso Xvrgcooig = "PT?« Vgl* 
Ps. 49, 9: OCB3 frnn n^) = LXX: xal irjr Tifir}v xfjg Xvtgcooecog 
TTJg tpvxV^ aitov. Für rtjr Ti/itjv irjg XvTQtooecog bietet 
Symmachus ävTlXvrgor. 

Daß Paulus über das Herrenwort zurück bis auf dessen 
hebräische Quelle gegangen ist, beweist das zweimalige Tiji^rj 
= np^ in 1. C. 6, 20: f/yogäa^re Jifirjg, 1. C. 7, 23: TifAtjg 
^yogdadfjre , aber auch das ävTiXvrgor, worin er mit Sym- 
machus sich berührt (vgl. 1. T. 2,6), ebenso äjtoXvtgcooig 
(Col. 1,14; Eph. 1,7; 1. C. 1, 30) sowie AvT^ovotfat (Tit. 2,14). 
Mit xardXXayßxa, dem Synonymon von ävrdXXay/ia, hängt 
zusammen xaraXXayij (R. 5,11; 2. C. 5, 18.19) und xaraX- 
Xdaoeiv (R. 5, 10; 2.0.5,18-20), mit mXaofia auch IXa- 
oTTiQiov = "nfis (R. 3, 25). Das icBa "{r:: {== didövai rfjv yfvxfjv 
avtov) hat Paulus in das bessere Griechisch: didovai (= naga- 
didövai) lavTÖv verwandelt. Vgl l.T. 2, 6: dovg iavTÖv, 
Eph. 5, 25: iavrdv nagidcDXEv, Gal. 1, 4: ddvrog iavTÖv, 
Damit hängt eng zusammen äjKy&vrjoxeiv als freiwillige Selbst- 
hingabe für Andere. Vgl. Jes. 53, 12: iüb: r\^^A tr^^n = LXX: 
jiagedd'är} elg '9dvarov fj ipvxtj avrov. Auch die Abwandelung 
des dvrlXvrgov in ngoocpogd und '&voia (Eph. 5,1.2) gehört 
hierher. Der vl6g rov äv&gcjjiov ist 1. T. 2, 5 zum prae- 
gnantcn &v&gwnog geworden. Neben dem synoptischen dvr/ 
als Übersetzung von nnn vertritt der Paulinismus ausschließlich 
vnig und negi Man sieht, das jPaulinisieren' von Mc. 10, 45 
= Mt. 20, 28 in dem Sinne, als ob das Logion unter paulinischem 
Einfluß entstanden oder wenigstens in seiner zweiten Hälfte 
nicht als ein originales Herrenwort zu betrachten sei, fallt bei 
der sprachlich - analytischen Vergleichung in Nichts zusammen. 
Das Logion in seiner synoptischen Gestalt ist von 
dem paulinischen Schrifttum unabhängig; die beider- 



IvxQOv, drriXvjQov. 351 

seitige Verwandtschaft beruht auf der Abhängigkeit 
Von der gemeinsamen hebräischen Quelle. Wenn 
dem nicht so wäre, so müßte es unbegreiflich erscheinen, 
weshalb dann Mc. und nach ihm Mt. die paulinischen Aus- 
drücke nicht beibehalten und namentlich eine Umwandlung des 
bei Paulus ausschließlich gebrauchten eavröv in das hebrai- 
sierende t^v V^XV^ avrov für nötig gehalten hätten. Vgl. 

Paulus: 6 &v^Q(Ojrog dovg iaviov avrlXvxQov vtibq ndvxfov 

Synopse : 6 viog tov ay^Qwnov dovvai trjv xpvxtiv avtov Xvxqov avxl teoXX&v 

Hebr&isch: D^KPria nna irca ib's o'^aTT^nn 

An diese Bemerkungen und an den vorstehend aus 
1. T. 2, 6 entnommenen paulinischen Text mögen nun die 
übrigen Abzweigungen des Logion sich anschließen, welche 
in der paulinischen Literatur sich darbieten. Vgl. Tit. 2, 14: 
Idcoxev iavidv vTikg fjfjubv, tva IviQcoarjiai fjfiäg, Gal. 1,4: 
xov ddvrog iavrdv negl rary ä/LUzgiiary fffAibv, Snoyq l^iXrjTCu 
fffiä^, Eph. 5, 2: nagidcüxer iavrdv vjtkg '^ßicov JiQoaqjogdv 
xal ^volav, Eph. 5, 25: iavrdv nagidcoKev vnkg avrrjg [sc. 
rfjg IxxXrjolag]^ Gal. 2,20: nagadövrog iavrdv vTieg Ifiov, 
K. 3,24: diä rfjg äjiokvrgcooecog rfjg iv Xgiarc^ 'Irjaov, l.C. 
1,30: 8g iysvq'&ri .. änokvrgoyoig, Col. 1,14: ^ ^ l';|ro/i€V t^v 
inokvrQOioiVf Eph. 1, 7: iv cß ^xpiiev rijv äjiokvrgcoaiv, 
Gal. 3, 13: Xgiarog fffiäg i^rjydgaoev, Gal. 4,5: tva rovg vnd 
v6fiov i^ayogdaf], l.C. 6, 20: ^yogda&i^re rißifjg, l.C. 7, 23: 
rifjifjg ^yogdo^Yire, R. 5, 10*: xari]Xkdyrjßiev rcp '9ecp did 
rov ^avdrov rov vlov avrov, R. 5, 10**: xaraXXayivreg oco&rj^ 
o6fi€&a, R. 5, 11: di ov rfjv xaraXXayijv iXdßojuev, 2. C. 5,18: 
rov xaraXkd^avrog fjfxäg iavrco did Xgiarov , 2. C. 5, 19: iv 
Xgi(n(i> xdofjiov xaraXXdaacov iavrco, Eph. 2, 16: äjioxaraX^ 
Xd^fj rovg äjLKporigovg . . T(p '&€cp did rov aravgov, 2. C, 5, 14: 
dg inkg ndvrcov dni'&avev, R. 5, 8: Xgiardg vnkg ^jucov dni^ 
i&avev, 2. C. 5, 15: reo vjikg avrcbv dno^avdvri, l.C. 15,3: 
Xgundg dni'&avev vnhg ra>v d^agricov fj^ebv. 

Aus allen diesen Parallelen erkennt man den tiefen Ein- 
fluß, welchen das Logion vom Xvrgov in Verbindung mit den 
Stiftungsworten der xaivf} dia&rjxr} auf die paulinische Denk- 
weise ausgeübt hat. 

Auch der Ebräerbrief, in welchem die xaivi] dia&/]x7] eine 
so hervorragende Stellung einnimmt, hat in ähnlicher und doch 
selbständiger Weise das einmalige neutestamentliche Selbst- 



352 Resch, Paulinismas. II. EmzelimteraachmigeiL 

Opfer Jesu gerade den Darlegungen über die xon^ dui^xtf 
einyerleibt. Vgl. 

9, 14: alfm xov Xßurtov, 5f . . iavxov xQoai^veyxer &/ia>fior t4> ^e^ 
28: ^iQoaerei^elg elg to xoXXcär drertyxtir dfiOQxlas 

10, 10: rjytaüfidrot iafiiv dia tfjg xgoaq>ogäg xoB awfioxo^ 'Iijaov XQiOXC^ 
12: fJilav {jjiBQ dfiogxicär ngoatviyxag ^vaiar 

9, 26: eis d&ixTjaiv t^ dfitigxiag dia t^ ^voiag avxov nttpavigioxat. 
12: BUffjX'dev %q>6na^ elg xä äyia aUoviop IvxQtooiP evQdfieros 
15: dtaOi^xtjg xcuvijg fieoixfjg . . ^ardxov yen>/«erot; tig djtolvxQCoatr, 

Die Synonymität von Xvxqov, dvtdXXayfjia, SXXayfjta = ncD, 
-rtm, h^Kjj i'TnB, hat Zahn sehr gut nachgewiesen (Matthäus- 
Commentar 8.604*^). Vgl. femer Bunze, Erläuternde Be- 
merkungen zu Marc. 10, 45. Zeitschrift für wissensch. TheoL 1889, 
8. 148-229, auch meine PT. m, 663-668. Dort ist auch citiert 
Ephr. 8yr. Opp. 1, 24: ovx fiX^ov diaxovtjdrjvai, dXXä diaxov^oai 
xal ^rjvai xyjv \pvxriv ßiov ivrl noXXwv. Dazu vgl. Ephr. 
8yr. Opp. n, 196 C: idcoxev iavtdv ävxdXXayfAa vTikg vjnoyy 
mit gleichwertigen Varianten. 



121. oitjqCCbiv. 

Je weniger die Jünger auf das axdvdaXov xov oxavQov 
gerüstet waren, um so mehr war Jesus, der es ihnen sagte: 
iv xavxfj xfj wxxl jidvxeg oxavdaXia&tjaeo&e iv ißioi, bemüht, auf 
die Erhaltung der jiioxig hinzuwirken, welche in dieser Zeit der 
8ichtung der Feind ihrer Seelen ihnen zu rauben trachten 
würde. Deshalb warnte er sie: 6 aaxaväg i^ijxijaaxo vfiäg xov 
oividoai (hg xbv olxov. Nicht bloß der Glaube des Petrus, 
sondern vielmehr der Glaube aller Jünger würde ins Wanken 
zu geraten drohen durch das oxdvdaXov xov oxavgov. Vgl. 
Gal. 5, 11. Durch seine Fürbitte aber stärkt er sie ^ 33, 7 
= Lc. 22, 32: lyä) dk Idei^^tjv [tibqI oov om. Macar., Const., 
Ps.-Ign.], Iva jiir] IxXijij] fj moxig oov [Macar., Const.: vjawv]. 
Demjenigen, welchen, wie Jesus wußte, die Versuchungs- 
stunde als einen Gefallenen zurücklassen würde, galt die be- 
sondere Mahnung: oh dk biioxQeyjov xal oxtjqioov xovg döehpoig 
oov. So der Text nach Cod. D, und so gewiß dem hebräischen 
Grundtext und der psychologischen Situation entsprechend. 

Wie Paulus diese Mahnungen verwertet hat, zeigen folgende 
Parallelen: 



kvtQoi¥, 6ytü.vtQcv, cttiqliBiv, re^tnjfMtvif^ 



353 



il 83. 6.7 = Lc. 22,81.82: 

6 oataväs i^ur^aato 
vf*äg 



rj jtiatig vfi&v 
<w de . , oxriQioov xovg 
döeXqfovg oov 



Paulus : 

l.Th.8,5: fi^Jtag insigacsv ifiäg 6 nei" 
gdCov 

2.0.2,11: tva fiij xleoysHxrj^&fiev {}n6 
xov aaxavä 

1. Tb. 8, 10: dedfisvoi . . xaxoQxUnu xä ^cxs- 
Qrifiaxa xfjg nlaxBtog vfi&v 

1. Th. 8, 2: ek x6 axrjgiiat vfiäg xcd noQoxa^ 

lioai v7f€Q xfjg nloxB<og vfA&v 
1. Th. 8, 18: elg x6 oxrjgiSat vfi&y xäg xagdlag 
R. 1, 11: elg x6 axrjQix^^rat vfiäg 

12: diä x^g h d.XX^Xoig Ttiaxewg. 

Bezüglich des in diesen Zusammenhang gehörigen außer- 
canonischen Wortes, welches Tertullian de bapt. c. 26 über- 
liefert hat, vgl. Exe. 168, und bezüglich der Identität von iaregeiv 
= htXebieiv, Xebieiv vgl. Lc. 18, 21 : & ooi varegeT = Mc. 10, 22: 
& aoi lernet, sowie ul 33, 13 = Lc. 22, 35: jtA'q rivog varegijaate; 
mit >^22, 44 = Lc. 16,9: Srav hcXbitixe. 

Zur Stärkung der Jünger im Glauben dienten auch die 
weiteren Beden Jesu vor dem Aufbruch nach Gethsemane. 
Und auch zu diesen Abschiedsreden finden sich paulinische 
Parallelen. Vgl. 



Logia: 

il 88, 4 = Mc. 14, 21. Mt. 26, 24. Lc. 
22,22: 6 fuv vl6g xov äv&Qwnov 
^jidyei xaxä x6 y^YQ^^f^/^^^or 

il 88, 5 = Mc. 14, 21. Mt. 26, 24. Lc. 
22, 22: 6 vlog xov dr&Qdi>nov tiaga- 
didoxai 

-4 83, 15 = Lc. 22, 37. Mc. 15, 28 : 
xovxo x6 yeyQafjifjiivov xai fuxd 
&v6fia)v iXoylo'&rj h ifwl i7fXijQa>^ 

il 88, 16 = Lc. 22, 88: Ixardv ioxtv 
= D: dQxeV 



Paulas: 

Act. 18, 29: hiXeaav narxa xä negi 
avxov yeyQaiAfiiva 

R.4, 25: Bg nagedd^rj dtä xä JiaQa- 
jixatfMLxa ijfÄ&r (vgl. Jes. 58, 12LXX) 

R. 5, 6: vneQ äoeß&v ojfi&avev 



2. C. 12, 9: ägneV 0oi i} xdgtg fiov. 



122. re^arjßjiavfj. 

Der nur Mt. 26, 36. Mc. 14,32 erwähnte Name re^orjiMzvfj 
findet sich nicht in der paulinischen Literatur. Aber nicht 
wenige Parallelen bezeugen es, wie tief die mit Gethsemane 
verknüpften Vorgänge und Beden Jesu dem Gemüt des Apostels 
sich eingeprägt haben. Er beugt die Knie, wie Jesus in Geth- 
semane getan, und redet in seinem Gebete mit Worten, die 

Texte n. Untersachongen. N. F. Xu. 28 



354 



Resch, Panlinismiifi. II. Einzelantenachangen. 



Jesus in Gethsemane gebraucht; er kämpft betend mit sata- 
nischen Mächten, wie Jesns in Gethsemane mit der Macht 
der Finsternis rang; dreimal fleht er zum Herrn und läßt sich 
dann an seiner Gnade genügen, wie Jesus durch dreimaliges 
Flehen in den Willen seines Vaters sich hineingebetet hat. 
Er schöpft aus den Beden und aus dem Seelenkampf Jesu in 
Gethsemane Mahnungen, durch welche er die Gläubigen in 
ihrem Kampfe stärkt Ygl. 



A 33, 17—39: 

V. 20 = Mt. 26, 38. Mo. 14, 34: me^- 
Xvnög itmv i) v^;)^*} f*^^ '^^ ^^~ 
vdxov 

V. 21 = Lc 22, 41 [Mo. 14, 35. Mt. 
26, 39]: ^eie tä y6vaxa ngoo" 

V. 22* = Mc. 14, 36: äßßä 6 nat^g 



V. 24 = Mc. 14, 37. Mt. 26, 40: X/- 
/KOVf xadevdeig; ovx toxvoag (ilav 
&Qav yQtiyoQijaai /lex^ ifioH; 

v.25» = Mt26,41. Mc.14,38: yen- 

yogeixe 
V. 25b = Mt. 26, 41. Mc. 14, 38. Lc. 

22,46: xai jiQooevxeo^e 
V. 250 = Mt. 26, 41. Mc. 14, 38. Lc. 

22,46: Iva fitj etoiX^rjte, Const. 

V, 6: fjiff ifJiJieoeTv 
V. 25o = Mt. 26, 41. Mc. 14, 38. Lc. 

22, 46: etg jreiQao/i6y 

V. 25d = Mt. 26, 41. Mc. 14, 38: to 
V. 25« = Mt. 26,41. Mc. 14,38: i} de 



Paolinismos : 

Phil. 2, 8: yevöfuvos {fjti^xoos f^^ZQ^ 
^avdtov, Ebr. 2, 9: Smoh z^Q^^^ 
^8oB ^jihg Jtarrog ye6üfitcu ^avd" 
tov. Vgl. Ebr. 5, 7. 

Eph. 3, 13: dio alxovfiai, v. 14: 
Hd/iJtxQ} xä ydyaxd /aov 

Eph. 3, 14: JiQos xov staxiga, R.8, 15: 
xgdCo/jter' dßßä önax^g, Oal.4,6: 
xgäCw dßßä 6 naxi^g 

1. Th. 5, 10: tva eTxe ygijyogc&fier 
eTxe xa^8vdo}fiev &fia avv avx^ 

Act. 20, 31: ygtfyogetxe 

CoL4, 2: T^ Jigoaevxü ngooxagxe^ 
getxe ygtjyogovyxsg 

1. C. 10, 12: 6 öoxcöv ioxavai ßXe7thQ> 
Hf} nioji, 1.T.3, 6: fiti . . ifiniaij, 
6,9: ifijtijKxovoiy elg nsigaofidy 

Gal. 6, 1 : ^^ xai av neigao^fjs, Ebr. 
2, 18: neigao^eig dvvaxai xoTg 
xeigaCo/iivois ßotj^oai 

R. 7, 18: TO yäg ^eXeiv nagdxeixcU 

fJlOl 

R. 6, 19: öiä xrjv da^ivetav xijg aag^ 
x6g, R. 8, 3: iv ^ i^a^ivet diä 
xrjg oagxdg, Gral. 4, 13: öi* da^iveiav xtje aagxög^ 
Ebr. 4, 15: öwdinevov owTta^om xaXg do^evsiais rjfitov 



V. 26 = Mt. 26, 42: ysvtf^iixco x6 
^iXtffAd aov 

V. 27 = Mt. 26, 44. Mc. 14, 41: 
ngoorfv^axo ix xglxov xov avxov 
Xdyov 



Act. 21, 14: TOV xvgiov x6 ^iXfjfta 
yivio^d) 

Ebr. 5, 8 : ifm^sv d<p^ <5v ina^ev xtfy 
vjiaxoriv f Phil. 2, 8: yevöfuvog 
vni^xoog, R. 5, 19: öid xfjg ^na^ 
xofjg xov kv6g, 2. C. 12, 8: xgig xor 
xvgiov jtagexdXeaa 



re^ftavfj. 355 



V. 28. 29 = Mc. 14. 41. Mt. 26, 45: 
^X^sv ^ oiga, tdw nagadidotai 
6 vlog Tot; dv^Qwxov 

V. 34 = Mt. 26, 52: jidvres ol Xaß6vtgs 

V. 39 = Lc. 22. 53»>: dXT amtf iativ 
vfA&v ij c5^ 9cai 17 i^ovoia xov 
axÖTovs 



1. C. 11. 23: 6 xvQiog'Irjaoifc ^^ 
w?eTi fi JzaQedidexo. YgL R. 8, 32. 



R. 13.4: ov yäg elxfj xrjv fAdxaigav 

tpOQBi 

2. C. 12, 7: kdd&vi fiot ... äyyeloe 
aaiavä, Eph. 6. 12: ngog tag i^ov' 
aiae, Jigog xovg xoofi09CQdxoQ<ig to0 
oxdtovs TOVTOV, Col. 1, 13: Sg igvoato rjfjtäg ix ttjg 
i^ovoiag toI; oxörovg, Act. 26, 18: dno axdxovg tlg 
<p6jg xai vrjg i^ovoiag xov aaxavä hil xov ^b6v. 



Es ist lehrreich zu sehen, wie reichlich Mt. und Mc. (mit 
12, bezw. 13 Parallelen) und wie dürftig Lo. (mit nur fOnf 
Parallelen) hier beteiligt ist. Lc. hat durch seine Eürzimgen 
zahlreiche paulinische Anklänge eingebüßt, am aufKalligsten 
durch die Weglassung der Worte: fi dk aägi äa&enjg, so daß 
in Folge dessen der von Paulus so häufig gebrauchte Begriff 
der adg^ bei dem ,Pauliner^ Lc. gänzlich fehlt — Daß die 
beiden Parallelen, R. 8, 15: xQd^ofxev äßßä 6 nanJQ und 
GaL 4,6: xgäCov' äßßä 6 nmriQ, nicht auf das Herrengebet 
sich gründen, wie neuerdings noch A. Seeberg, der Kate- 
chismus der Urchristenheit S. 240 — 243, behauptet, 
sondern auf das Gebet Jesu in Gethsemane, beweist deutlich 
das von Paulus beidemal angewendete xQdCeiv, welches in 
der paulinischen Literatur (mit Ausnahme von B. 9, 27) sonst 
nicht vorkommt, dagegen mit der xQavyii laxvgd in der 
Schilderung des Gethsemane-Gebets Ebr. 5, 7 zusammentrifft. 
Vgl. Ebr. 5, 7: Sg h xaig ^/ligaig Ttjg oaqxbg avxo^ (vgl. 
Mo. 14,38. Mt. 26,41: ij dk aägS äa^enljg) Sei^oeig re xal Ixe- 
rtjQlag ngdg xdv dvvdfxevov ad>C^iv aixdv (vgL Mc. 14, 36: 
Tidvxa dvvard 001) Ix ^avdrov fjuxd xQavytjg loxvgäg xal 
daxgvoDv TiQooeviyxag xiX, Durch diese xgavyilj des Ebräerbriefes 
und durch das paulinische xgdCeiv tritt ein kostbarer Bestand- 
teil des vorcanonischen Urtextes an das Tageslicht. War das 
Beten Jesu ein xgdCeiv, eine xqavyri, dann wird es erklärlich, 
daß seine Jünger, die nur d}oel U&ov ßoXi^v (vgl. Lc. 22, 41) 
von ihrem Herrn entfernt waren, den Hauptinhalt seines Flehens 
zu verstehen im Stande waren, auch wenn sie dazwischen, wie 
einst auf dem Berge der Verklärung, von einem geheimnis- 
vollen Schlaf überfallen wurden. Aus dem Lihalt des Geth- 
semane-Gebets haben Paulus und der Verfasser des Ebräer- 
briefes die vnaxorj des Gottessohnes erkannt, der bis zum Tod 

23* 



356 Resch, Paolinismas. U. EinzelanteiBachungeii. 

gehorsam ward. Vgl Phil. 2, 8. Ebr. 2, 9; 5, 7. So ist der 
Oeihsemane-Gehorsam Jesu, die vnaxo^ rov h6g (Rom. 5, 19), 
eine der Grundsäulen geworden für die paulinische Christologie 
und Soteriologie. — Zu xgd^eiv und xQavyrj ygl. noch Exe. 146: 
äyoyifia, 

123. Fokyo^ä. 

Als einem Manne, welcher bereits vor seiner Bekehrung 
zum Christentume Jahre lang in Jerusalem sich aufgehalten 
hatte, war dem Apostel die Statte der Kreuzigung Jesu sicher- 
lich ebenso wohl bekannt wie diejenige Statte, an welcher er 
selbst das Blut des ersten christlichen Märtyrers hatte fließen 
sehen. Beide Statten lagen außerhalb der Stadt. Ygl. Ebr. 13, 12 : 
i^(0 tije TVuXrjg Ina'&ev, Act. 7,58: ixßal6vteg ?fci) rtjg ndleoK 
ilf&oßSXovv, Die Stätte der Kreuzigung Jesu wird von allen 
Yier Eyangelisten namhaft gemacht. Ygl. Mc. 15, 22: (pigov" 
aiv avTÖv inl rdv FoXyo^äv xdnov, S laiiv /Äe&eQjüLtjvevd/j^vov 
xQavlov rdnog, Mt. 27, 33: iX'&6vteg elg rÖTtov leydjuteyov 
Folyo^ä, 8 laxiv xgavtov xönog Xeyöjuevog, Lc. 23, 33: ^l^ov 
inl x6v x6nov xbv xaXovjuevov Kgaviov, Joh. 19, 17: i^X'&ev 
elg xdv Xeydjuevov Kgavlov x6nov, 8 JÜyetai 'Eßgaiaxl Pol" 
yo&a. In keiner der übrigen neutestamentlichen Schriften 
kehrt der Name FoXyo'&ä oder Kgavlov wieder. Aber die 
beiden grundlegenden Heilstatsachen, Jesu Kreuzestod und 
Jesu Auferstehung aus dem Grabe, diese beiden Angelpunkte 
des Paulinismus, nötigten den Apostel immer von neuem, sein 
geistiges Antlitz nach Golgatha zu wenden. Sein Glaubens- 
auge blickte hier auf das ^vXov, an welchem Jesus als ein 
buxaxdgaxog gehangen hatte (vgl. Gal. 3, 13); er dachte an die 
zwei xaxovgyoi, die mit ihm gekreuzigt waren, wenn er 2. T. 2, 9 
von sich selber sagte: xaxona'&co cbg xaxovgyog — ; er dachte 
an die Fürbitte des sterbenden Jesus: öif ydg oTSaaiv xi tioi- 
ovaiv, wenn er nach Act. 13, 27 die ägxovxeg, die Jesu Kreuzestod 
verschuldet hatten, als äyvoi^oavxeg bezeichnet, oder wenn er 
nach 1 . C. 2, 8 von denselben sagt : oifdelg xcov ägxdvxcov xov 
alwvog xovxov lyvcoxev' et ydg Syvcoaav, ovx äv xov xvgiov xfjg 
Sd^tjg loxavgcoaav , und er rechnete sich jenes fürbittende 
Kreuzeswort zum eigenen Tröste an, wenn er im Rückblick 
auf seinen ehemaligen verblendeten Seelenzustand als x6 ngö- 
xegov övxa ßXdoq)i}^ov xal öicoxxrjv xal vßgiaxtjv 1. T. 1, 13 hin- 
zufügen durfte: dXXd fjXsrj^v, 8xi dyvo(bv inoltjoa —; er hörte 



rs^fffMvfj. roXyo&ä, 357 

im Geiste die Schmähungen, unter denen der Gekreuzigt 
geduldig am Holz gehangen hatte, ygl. B. 15, 3: 6 XQi<rt6g 
ovx iovTcp VJQBoev' iXkä xa&ibg yiyqajttai' ol iveidiofiol t&v 
6veidiC6vtcDv ak bihieoav bi ifxi — ; auch das x^^Q^YQ^^^^^ oder 
die iniyQaqyi/j, welche an das Kreuz geheftet war, die Nägel, 
mit denen die Hände des Gekreuzigten durchbohrt worden 
waren (vgl. Col. 2, 14), sowie die oxlyfAaxa tov *Ir]oov, die 
Wundenmale, die er am Kreuz empfangen hatte (vgl. Gal. 6, 17), 
waren dem Apostel gar wohl bekannt; und wenn er nach 
2. C. 12, 7 den Kreuzespfahl (den axdlotp rfj oüqxi) in seinem 
eigenen Fleische fühlte, ja, nach GaL 2, 19: XQiaiqp awe- 
ctavQCOfJiai — wie ein mit Christo gekreuzigter xaxovgyog sich 
betrachtete, so genoß er auch mit dem begnadigten Schacher, 
welchem Jesus sterbend zurief: oi^/jsqov fAex ifiov iofi h t(^ 
TtaQadelacp, die Paradieses-Herrlichkeit, auf welche er hoffte 
(vgl. L Th. 4,17: Jidvxote ovv xvglq) loöfxe'&a), trotz des axöloyf 
%fl aaqxi, schon in diesem Leben, zumal damals, als er jener 
unaussprechlichen Seligkeit gewürdigt wurde, von welcher er 
bezeugen durfte 2. C. 12, 4: fjqndyri tlg xbv naqddeioov xal 
fjxovaev äggrira ^rjfiata — ; Paulus wußte auch, daß in dem 
Augenblick des Todes Jesu, vielleicht infolge eines Bruches in 
des Tempels Oberschwelle, der Vorhang vor dem Allerheiligsten 
zerrissen war; denn der dem Paulinismus angehörige Begriff der 
nQooaycoyij (vgl. B. 5, 2 : di' ov Trjv ngooaycoyijv iax^^o,H^^ 
durch welche jiQoaaycoyi^ beiden, Heiden und Juden, der freie 
Zugang zum Yater in Jesu eröffnet sei (vgl. Eph. 2, 18: di airzov 
Ixof*^ TTjv TiQoaaycoyijv ol ifxq>6xeQ0i Iv ivl Ttvevjuari ngdg x6v 
naiiQa)^ ist durch den paulinisierenden Ebräerbrief ausdrücklich 
auf das xaxanixaofxa gegründet (vgl. Ebr. 10,19.20: ?;i^orr€? 
xYjv dooöov xd)v äyUov iv xq> aT/iaxi 'Irjaov . . diä xov xaxanexda- 
ßiaxos); endlich auch das /xvrjjtJieTov auf Golgatha^ in welches 
der vom Kreuzesholz herabgenommene Leichnam Jesu gelegt 
ward, stand deutlich vor des Apostels Augen, vgl. Act. 13,29: 
xa^eXdvxes äjiö xov ^vkov f&tjxav elg /ivrjjtJieTov, 1. C. 15, 3: jiqQ" 
idcoxa yäg vjuTv iv Tiganoig, 8 xal naqiXaßov, Sxi ÄQUixög 
äjti&avev inkg xwv äßiaQxi&v fffxfov xaxä xäg yQaq>ds, xal 5xi 
lxdq>rj. 

Nach alledem war es nicht bloß die nackte Tatsache des 
Kreuzestodes Jesu, mit welcher der Apostel bekannt war; 
sondern es war ein reiches Bild von charakteristischen Einzel- 
zügen, mit welchem er auf das innigste vertraut war, so innig. 



358 



Resch, PauliniBiniis. ü. Einxeliintenuchangen. 



als ob er selbst mit Jesu gekreuzigt worden wäre: ein tief 
ergreifendes Gesamtbild, zu welchem Golgatha den örflichen 
BSntergrund bildete. 

Diesen Vorbemerkungen folge nun eine Übersicht der- 
jenigen Parallelen nach, in welchen Paulus und der Verfasser 
des Ebräerbriefes auf Jesu Verurteilung zimi Ereuzestode unter 
Pontius Pilatus und auf die mit Golgatha verflochtenen Vor- 
gänge Bezug nehmen. 



A 34, 1-52: 

V. 1 = Lc. 23, 1. Wt. 27. 2. Mc. 15, 1 : 

avtor JtagidcDMav [Ilovriq}] II i^ 

Xdttp 
V. 4 = Lc. 23, 4. 22: ovdev attior 

^avdtov s^gov h avx^ 
V. 15 = Mt. 27, 23. Mc. 15, 14. Lc. 

23, 21.23: ol Ö€ i?eQaSay axavQOv, 

aravQOV avzSv 
V. 17 = Mt. 27, 24: d^^6g etfii d7i6 

rot) aT/naios tov dv&Qcostov tovtov 



V. 18 = Mt 27, 25: To affia avrod 
i<p^ fifiag (Ps.-Petr. Haid läg he- 
q>aXdg) 

V. 19 = Mt. 27, 26. Mc. 15, 15. Lc. 

23,25: tov dk'Itjaovv jzaQidojxsVf 

tva axavQiO'&fj 
V. 20 = Mc. 15, 20. Mt. 27, 31. Lc. 

23, 26: Hai iSdyovaiv avjdr, tva 

otavQOJOCoaiy avtdr 
V. 27* = Lc. 23, 33. Mc. 15, 24. Mt. 

27, 35: xai ixsT eoxavQ<oaav axndv 



Paulinismus: 

1. T. 6, 13: XQiaxGd 'Itfoov rov (ioq- 
TVQTiaavxoq hii IIovxlov IliXdtov 
xijv xaXyv dfioloylar 

Act. 13, 28: /Atjdsfiiar alxlav ^a- 
vdxov e^QÖvxeg 

Act. 13, 28: ^xi^aavxo ndäxoy dtycu- 
Q8&^ai avxdy 

Act. 18, 6: xa^agoe iyoD djxo xav rOr 
eig xä i&vfj noQevaofuUf 20, 26: xa- 
^aQÖg sifii djxo xov atfiaxog 
ndnmv 

Act. 18, 6: TO aXfia ifi&v ini xifv 
He<paXfjv vficov 

R. 4, 25: Sg nagedo^i] 



Ebr. 13, 12: 'Irfoovg 
jwXrjg ejia&ev 



i^ €o xfjg 



1. C. 2, 8: xov xvQiov xijg do^rjg iaxav- 
QODoav, 2. C. 13, 4: ioxavQOf^tj, 
Ebr. 12, 2: vjtifieivev oxavgov, CoL 2, 14: ngoaijXtoaag 
avxo xq} oxavQ^, Gal. 3, 13: xge^idfisvog im SvXov 



V. 27 b = Lc 23, 33. Mc. 15, 27. Mt. 

27,38: xai ovv ovr^) dvo xaxovg- 

yovg 
V. 28 = Lc. 23, 34: ov ydg otdaoiv 

xl noiovoiv 



2. T. 2, 9: xaxona'&€ö fii^Qi deofi&y 
a>g xaxovgyog 



Act. 13, 27 : oi yäg xaxoixovvxeg iv 
'legovaaXff^ xal ol ägxovxeg avxöäv 
xovxov dyvoi^oavxeg, 1. C. 2, 8: ovSsig xötv dgxovxtav 
. . 6yv(oxev, 1. T. 1, 13: dyvocjv inoirjoa, Eph. 4, 18: 
did xijv äyvoiav xijv ovoav h avxoXg 



V. 30 = Lc. 23, 38. Mc. 15, 26. Mt. 
27, 37: i&rjxav knavo} xfjg xstpaX^g 
avxov ijttygatprjv 



C. 2, 14: x^^Q^yQ<^<po^ ' • ^gooffXd>' 



\ ^ 



aag avxo xc^ oxavgc^} 



/bAyot^a. fytQOt^. 



359 



V. 31 = Mt. 27. 89. Mc. 15, 29. Lc. 
23, 35: ißXaoiprifiovv avt6v, Mc. 
15, 32. Mt. 27, 44: d>v8idiCoy 
avrdv 

V. 32 = Mt 27,42. Mc. 15,32: xata- 
ßdxoD vvv ojto Toif axavQof} 



R. 15, 3: fcai yäg 6 Xgiatog ovz iavx^ 
iJQeoev' dXXa xa^s yiygajncu' ol 
SveidtCfÄoi x&v dvsidiCövxmv 
ae ijihfgoar in* ifU 
Phil. 2, 8 : vm^xoos ytvöfASPog ft^XQ*' 
^avdxov, ^vdxov de oxavQolf, 
Gal. 5, 11: x6 axdvdcdov xov axavQov, 1. C. 1,23: Xgunbv 
ioxavQODfiivov, 'lovdaloig fikv axdydaXov, Phil. 3, 18: 
ix^Qovg xov oxavQov 



V. 37 == Lc. 23, 43: a^ftegov fiex' 
kfAOÜ iofj h x^ xaQaöeiaq) 



V. 39 = Lc. 23, 45. Mt. 27, 51. Mc. 
15,38: xai l6ov x6 xaxanixaofjia 
xov vaov ioxhdfi etg &vo 



Col. 1, 13: /iexiax^aev slg xijv ßaoi' 
Xeüxv xov vlof>, 2. C. 12, 4: rJQndyij 
Big xov aagdSetcov, 1. Th. 4, 17: 
Tidrxoxg ovv xvgiqt iodfit^a 
Ebr. 10, 19. 20: ixorxeg . . . xrfv etoo- 
öov x&v dyicDv h x^ atfiaxi 'Irjaov 
. . diä xoB xaxajfsxdofiaxog, 
R. 5, 2 : dt* oö xal xijv jtQoaaytoyrjv iaxi^xa/Asv, Eph. 3, 12 : 
Sv ^ ixofAsv nQoaayoiyy^v , 2, 18: öi* avxov ix^fAsv x^ 
nqoaayKoyrfVt Ebr. 6, 19. 



V. 44 = Lc. 23, 46. Mt. 27, 50. Mc. 
15, 37: xoX xovxo slnotv dtpfjxev 
x6 nvevfJLa 

▼. 50 = Lc. 23, 53. Mc. 15, 46. Mt. 
27, 60: xal xa'&eXmv . . i^rjxev 
avxo iv fivrjfieiq} Xa^evx^ 



V. 52 == Lc. 23, 55: atxivsg ^aav avv- 
eXfjlv^vTai ix xrjg FaXilalag 
aifx^ 



R. 14, 9: XQioxog dxi^avev, 1. Th. 
4, 14: 'Irjoovg dstidavsv, R. 8,34: 
Xqiüxog 6 dno-&av€ov, 1. C 15, 3: 
XQioxog dni^avBv 

Act. 13, 29: xadeXdvxBg dnd xoü 
SvXov i^tfxay Big fAvijfABTov, 
1. C. 15, 4 : xai Sxi ixdfprj, CoL 
2,12: awxatpivxeg avx^, R. 6, 4: 
awBxd(pt]/nBv oLv avx(p 

Act. 13,31: xoig avvavaßäaiv a&x^ 
dno xrjg FaXiXaiag elg 'IbqoV' 
aaXrifji. 



Zu erwähnen ist noch, daß 2. C. 13, 4: laxavQth^ i^ do&e- 
velag auf das Wort des Gekreuzigten hinzuweisen scheint: 
ilXel, fikel, lajuä ^acp^aveL Vgl. ui 34, 40 = Mt. 27, 46. Mc. 
15, 34. 

Zu dem Weilen Jesu im Grabe ist noch herbeizuziehen 
^ 15, 21 = Mt. 12, 40: xa^wg 'Icoväg h xjj xoiUq. rov xijiovs 
lyhexo TQBig fjfiiQag xal rgelg vvxrag, ovrcog xal 6 vldg xov dv- 
^Qcojiov iv xfj xaqdlq. xrjg yfjg, vgl, Eph. 4, 9: xaxißrj elg xä 
xardnega juigi] xijg y^g. 



124. iycQoig. 

Das Unternehmen, bezüglich der synoptischen Auferstehungs- 
berichte lediglich auf Grund der canonisch -revidierten Texte 
und ohne topographische Kenntnis von dem jerusalemi- 



300 Bftfhi Fftnlinisiniii. IL EinadonteiiiKliaigco. 

«eben Galiläa (TgL Exe. 115) ein einheitlielies ]Kld zu ge- 
wiimeii, ist eine Unmöglichkeit 

Der canoniflche Text des Mc. schließt Mc. 16, 8 mit den 
Worten: bpoßovno j&q — in aphoristischer Weise. Außer dem 
MarcnseTangelinm wird wohl kein in griechischer Sprache 
geschriebenes Buch mit ydo als Schlußwort zu finden sein« 
Und dieses in einen Aphorismus ausmündende MarcnseTangelinm 
erweckt Mc. 14, 28 ; 16, 7 die Erwartung einer Seibetmanifestation 
des Auferstandenen, welche nach der bisherigen Deutung fast 
sämtlicher Ausleger in der nordpalaestinensischen Landschaft 
,6aliläa^ erfolgen sollte (vgL Mc. 14,28: fittä x6 lye^^^poi 
ßu 7iQoä((o ifiäg ek tiiv FaXilaiav, Mc. 16, 7: ngodyet ißiäg 
ek rr^p raXiXalav). Von der Erfüllung dieses Yersprechens 
wird aber nicht das geringste berichtet Eine Erscheinung 
des Auferstandenen wird überhaupt von Mc. nicht erzählt 

Yollständiger lautet der Bericht des Mt Das Jesuswort 
Mc. 14, 28 gibt derselbe Mt 26, 32 wörtlich wieder; auch das 
Engel wort Mc. 16, 7 findet sich Mt 28, 7 in wesentlichem 
Gleichlaut vor. Dann wird eine kurze Begegnung des Auf- 
erstandenen mit den Frauen und Mt 28, 16—20 sein Zusammen- 
treffen mit den Jüngern auf einem Berge berichtet, welcher 
nach der bisherigen Auslegung in der nordpalaestinensischen 
Landschaft ,Galiläa' gelegen sein sollte. Mit dem Tauf- 
befehle Mt. 28, 18—20, welcher von diesem unbekannten Berge 
in Nordpalaestina ausgegangen sein sollte, schließt das erste 
Eyangelium. 

Ganz anders lauten die Auferstehungsberichte bei Lc. 
Die von ihm erzählten Erscheinungen des Auferstandenen 
fanden sämtlich in und bei Jerusalem statt. Mit Einschluß 
von Act 1, 3—13 berichtet Lc. nach den canonischen Texten 
folgende fänf Erscheinungen: 

1. die Erscheinung des Auferstandenen vor zwei Jüngern 
auf dem Wege nach Emmaus Lc. 24, 13—35; 

2. die Erscheinung vor Simon Petrus Lc. 24, 34; 

3. die Erscheinung Jesu vor den ivdexa in Jerusalem 
Lc. 24, 36-49; 

4. die Erscheinung Jesu vor der Jüngerschaft auf dem 
Ölberge Lc. 24, 50-53 ; 

5. die (vierzig Tage später erfolgte) Erscheinimg des Aufer- 
standenen auf dem Olberge vor allen Aposteln Act. 1,3—13. 



fyfQOig. 361 

Zwischen diesen lucanischen Auferstehungsberichten und 
der von den beiden anderen Synoptikern gegebenen Darstellung 
besteht bei der Annahme, daß unter dem Mc. 14, 28 = Mt. 26, 32 
und Mc. 16, 7 = Mt. 18, 7 sowie Mt. 28, 16 genannten Faldala 
die nordpalaestinensische Provinz ,Galiläa' und unter dem 
Mt. 28, 1 6 erwähnten dgog ein unbekannter nordpalaestinensischer 
Berg gemeint sei, ein unlösbarer Widerspruch. 

Aber die lucanische Darstellung selbst leidet nach dem 
canonisch- revidierten Texte an inneren Widersprüchen. Be- 
fremdlich ist es, daß die erste Erscheinung des Auferstandenen 
einem ungenannten imd einem — trotz der Nennung seines 
Namens — unbekannten Jünger widerfahren ist, sodaß nach 
Lc. die beiden ersten Zeugen der Auferstehung ins Dunkel 
gehüllt sind. Befremdlich ist es femer, daß die in Jerusalem 
versammelten Jünger den beiden aus Emmaus Kommenden 
nach Lc. 24, 34 zurufen: Svrwg fiyiQdri 6 xvgiog xal äxp^ 
Zificovi und unmittelbar darauf, als Jesus unter sie tritt, 
einen Geist zu sehen meinen. Vgl. Lc. 24, 37: niorj^ivtes 
xal Ififpoßoi yevd/ievoi ld6xow nvevfia n^cogeTv, Am aller- 
befremdlichsten aber ist es, daß das Erlebnis des Petrus nur 
mit zwei Worten erwähnt und ohne jede nähere Angabe ge- 
lassen ist. So liegt nach dem canonisch -revidierten Texte 
über diesen beiden ersten Erscheinungen des Auferstandenen 
ein Dunkel: Lc. 24, 13iF. ein Dunkel über dem ungenannten 
Emmausjünger, Lc. 24, 34 ein Dunkel über dem Erlebnis des 
Simon Petrus. Nach den außercanonischen Texten des Ori genes 
aber sowie des Codex Cantabrigiensis fehlt dieses Dunkel. 
Nach dem Texte des Or igen es ist der in dem canonischen 
Texte ungenannte Jünger kein anderer als Simon Petrus 
selbst. Und nach dem Cod. D rufen es nicht die in Jerusalem 
Yersammelten den aus Emmaus Kommenden, sondern im 
Gegenteil die beiden Emmaus- Jünger den Yersammelten zu: 
övTcos ^yiq&ri 6 xvgiog xal &qr&i] 2lfA(ovi, Nach dieser Dar- 
stellung ist es erklärlich, wenn die zu Jerusalem Versammelten 
den Worten der Emmaus-Jünger nicht glauben und durch den 
Anblick des Herrn erschrocken in Zweifel geraten. Mit dieser 
Auffassung stimmt auch ein weiteres außercanonisches Zeugnis 
überein, nämlich dasjenige, welches wir dem Autor des späteren 
Marcus -Schlusses, einem sicherlich wohlunterrichteten Manne, 
verdanken. Vgl. Mc. 16, 12—14: fjteiä dk xama dvolv li avx&y 
TiegiTiarovaiv lfpavBQ(o&ri h hiqq. f^OQ<p^ noqevofxivoig dg äygiv' 



362 Besch, Paulinismiis. IL Einzelantersachangen. 

xäKeTvoi ineX&orreg ijtijyyetlav xoig louicXs' oidk ixctrotg inU 
arevoav. Ccregov [dk] äraxeißjUroig aitcHg rdlg Mexa bpavt- 
QW>dri xal Aveidtoev xrjv äTtiartav cAtwv xal axXfjQoxagdiav, 
8n xoig ^eaaa/niyoig aßrdv fyr^yeQßjUyov oix inlarevaav. Nicht 
ein Freudenruf: Sttcos ^yig^ S xvQtog — schallt hier den 
beiden Emmaus- Jüngern entgegen, sondern der Ausdruck 
ihrer ämaria. Nach dem Text des Origenes und des Cod. 
Gantabrigiensis bildeten Petrus als die Hauptperson und 
Eleophas als sein igjbirjvevTfje mit ihren Erzählungen den 
Mittelpunkt in der noch ungläubig lauschenden Jüngersohar, 
bis der Herr selbst unter sie trat, genau so, wie es yon 
Ignatius (ad Smym. lU, 2) geschildert ist: 8t€ ngög rohg 
7t €qI nixQov fjk&ev, eqrq ainolg' Xdßeie, ynjXaq^^rjoari fu xai 
Tdere, Sri ovx el/ü daifi6viov äaw/Liarov, Diese Auffassung ergibt 
sich aus Orig. c. Cels. U, 62: xal iv xcp xaxä Aovxäv 
dk evayyellcp — H, 68: yiyQanxai Iv x0 xaxä Aovxäv 
evayyeXUp —, in Joann. Tom. I, 7. 10. XIX, 9; in Jerem. Hom. 
XIX, 3, wo überall Simon als der Erste und Eleophas als 
der Zweite neben ihm genannt ist, und zwar nicht auf Grund 
einer Conjectur, sondern auf Grund eines yiyganxcu, nämlich des 
von Origenes personlich eingesehenen lucanischen Evangelien- 
textes und in Übereinstimmung mit der Lesart des Cod. D zu 
Lc. 24, 34: Xiyovreg anstatt des canonischen Xiyovxag, Vgl. 
>i/ 35, 33. Agrapha 8. 423. PT. HI, 770-782. 

Bevor man an eine Yergleichung der so zurechtgestellten 
lucamschen Auferstehungsberichte mit dem paulinischen Schrift- 
tum herantritt, ist noch auf die bereits oben (Exe. 115) an- 
gedeutete Klärung der topographischen Verschiedenheiten 
zurückzukommen, nämlich auf die durch Ezech. 47, 8 begrün- 
dete Feststellung, daß schon im A. T. ein jerusalemisches 
Galiläa bekannt gewesen ist, welches, ostwärts vom Tempel 
gelegen, als naiia^gn riYhm = ^ Faldaia xax* ävaxoXdg, das 
Gebiet des Olbergs mit Bethanien umfaßte. Gerade dieses 
Gebiet ist nach Lucas als der Schauplatz zweier Manifesta- 
tionen des Auferstandenen bezeichnet. Vgl. Lc. 24, 50 D: 
l^fjyayBv dk avxovg l^co Jigdg Btj^avCav — , Act, 1, 12: 
ÖQovg xov xaXovfiivov Ikaicbvog. Dieses selbe Gebiet hatte 
Jesus im Yoraus als die Stätte seiner Offenbarung bezeichnet 
Mc. 14, 28 = Mt. 26, 32: ngod^co vfiag elg xrjv Fakdalav = 
nWm oD^afib T^bx. Dieses auf dem Wege nach Gethsemane 
gesprochene Wort konnte von allen, die es gehört, nicht 



fyeßöig. 363 

anders als von dem nach Ezech. 47, 8 wohlbekannten jerusa- 
lemischen ,Galiläa^ verstanden werden. Eben dieses auch allen 
von Jericho herkommenden Festpilgem vertraute hM& ist also 
gemeint Mt. 28, 16: ol dk Svdexa inoQev&tjoav* ek rijv FaXi- 
lalav. Und der im Centrum dieses Galiläa gelegene Ölberg 
ist vorausgesetzt in den Worten: cfe x6 ögog ov hd^ato avrötg 
6 'Irjoovg. Nur wenn dieses hd^axo^ ursprünglich auf eine ganz 
bestimmte imd so eng begrenzte Ortlichkeit, wie das jerusa- 
lemische Galiläa (vgl. Exe. 115), sich bezog, war ein Zusammen- 
bleiben der Jünger Jesu bis zum Wiederzusammentreffen mit 
dem Meister garantiert. Mag nun Mt. 28, 16—20 mit Lc. 24, 50. 51 
oder mit Act. 1,3—13 identisch sein—, eine topographische 
Differenz zwischen den lucanischen Relationen und dem Matthäus- 
bericht besteht in beiden Fällen nicht, vielmehr vollkommenste 
Harmonie. In beiden Fällen war Bethanien und der Olberg 
die Stätte der Selbstoffenbarung des Auferstandenen. 

Nach dieser Klärung der topographischen Verhältnisse ist 
eine erfolgreiche Yergleichung zwischen den synoptischen und 
den paulinischen Auferstehungsberichten möglich. Hierbei bt 
zuerst die Auferstehungstatsache selbst {6ji iyi^yeQrai), sodann 
die damit verbundene Zeitangabe (r^ ^f^Q9^ ''Ü ''Q^'^fj) und 
endlich die Örtlichkeit sowie die Reihenfolge der nach der 
Auferstehung geschehenen Christus - Erscheinungen {xal 8ti 
&(p^) ins Auge zu fassen. 

Die Tatsache der Auferstehung Jesu war dem Apostel 
— abgesehen von seiner persönlichen Erfahrung — sicherlich 
auch auf dem Wege mündlicher Überlieferung innerhalb der 
XJrgemeinde bekannt geworden. Gleichwohl, an der entschei- 
denden Stelle, an welcher er ex professo von Jesu Auferstehung 
handelt, beruft ersieh nicht auf die mündliche Tradition, 
sondern auf schriftliche Überlieferung. Vgl. 1. C. 15,3: 
nagidoDxa yoLQ vfuv h ngcoroig 8 xal naqiXaßov . . . xaxä 
xäg yQaq)dg . . v. 4: xaxä xäg yQaq)dg, Daß hier der Apostel 
auf eine schriftliche Quelle bezugnehme, wird neuerdings immer 
besser erkannt und anerkannt. Das Vorhandensein einer schrift- 
lichen TiagdöoGig, auf welche der Apostel l.C. 15, 3— 7 sich 
stützt, wird besonders evident durch die Praecisierung der 
einzelnen Tatsachen bezüglich ihrer Reihenfolge. Die chrono- 
logischen Angaben: elxa, ineixa, ineixa, eJxa im Verein mit der 



*) Vgl. Lc. 22, 39 : Sjiogevdtf xatä to S&og ek t6 Sgog %<üv iXai&v. 



364 



Resch, Paolinismus. U. Einzeluntersachnngeii. 



präcis^n Kürze in dem Bericht über die einzelnen Ereignisse 
und in YerbinduDg mit dem zweimaligen xazä xäg yQaqxic 
nötigen zu der Annahme, daß hier ein Excerpt aus einer schrift- 
lichen Vorlage von dem Apostel gegeben sei. Bei einer 
Yergleichung der paulinischen Aussagen mit den synoptischen 
Auferstehungsberichten ist daher dieses Excerpt (1. C. 15,3—7) 
zugrunde zu legen, aber durch die sonstigen gelegentlichen 
Angaben des Apostels zu ergänzen. 

Daß Paulus die Auferstehung Jesu als eine wirkliche Auf- 
erstehung, als eine Auferstehung aus dem Grabe, als eine 
leibliche Auferstehung, betrachtet, beweist 1. C. 15, 3: &ti 
lTdq?T], R. 6,4: ^yiQ&t] XQiardg ix vexgcbv, R. 6,9: lyeQ^eig 
ix vexQwv, namentlich auch Phil. 3, 21: r^ oibfxaxi xrjg 
döifjs aixov. Welche Bedeutung er dem ^dmeo^m beimaß, 
bezeugt das ovy^dmed^ai R. 6, 4. Col. 2, 12. Für seine Vor- 
stellung von dem verklärten Leibe des Auferstandenen (o&ßjux 
T^g döSfjs avtov) bot der synoptische Bericht über die Ver- 
klärung Jesu (vgl. Exe. 39: fietafjiOQq^ova^i) eine lehrreiche 
Analogie. Der vorausgegangene Kreuzestod Jesu und seine 
wirkliche Auferstehung waren die beiden Angelpunkte der pau- 
linischen Heilspredigt, und zwar ebenso nach den Reden (vgl. 
Act. 13, 29. 30; 17, 3) wie nach den Briefen des Apostels (vgl. 
R. 4,25; 6, 3. 4. u. ö.). Hierzu bietet nach den Berichten des Mc. 
imd Mt. die synoptische Osterpredigt treflfende Parallelen. Vgl. 



Mc. 16, 6: 'Irjoovv Cv''^tTS xov NaCa- 
grjvov xov iaxavQcofiivov, Mt. 
28, 6: 'Itjaovv xov iaxavQcofiivov 
CrjxeTxe 



Mt. 28, 6: ovx soxiv wdc tjyig^rj ydg 
Mc.l6, 6: tjyig'&rj, ovx ioxiv &ds 
Lc.24, 6: ovx ioxiv &d8' dXXä rjyig'&rj 



1. C. 1, 23: i^fulg de xrjgvaaofiev Xqutxov 
iaxavQcofiivov, 2,2: ovyäg ixgtvd 
XI eiöevat h {ffiTv el fitj *Irjaovr 
Xqioxov xal xof)xoy ioxavQOJfiivov, 
Gal. 3, 1: 'Irjoovg Xgtoxog ngo- 
i-ygatpfj ioxavQCJfiivog 

R. 4, 25: VYh^V» R. 8,34: Xeioxog 
iyeg'&eig, 2. C. 5, 15: iyeg'&ivxi, 
1. T. 2, 8: 'Irjaovv Xgtaxov iyrjysg^ 
fiivov. 



Daß Lc. durch seine abweichende Formulierung der Oster- 
predigt die paulinische Parallele imavQcofiivog, welche Mc. und 
Mt. bieten, verwischt hat, ändert an der Übereinstimmimg aller 
drei Synoptiker bezüglich der Ostertatsache selbst {Sri 
iiyiQ&ri) nicht das geringste. 

Was nun die paulinischen Zeitangaben bezüglich des 
Auferstehungstages anbetrifft, so besitzen wir 1. C. 15, 4: xfj 



fysQ<fig- 365 

ijßjti^ tfj tQhfi xaxd. xäg yqaqxig eine direct aus der schrift- 
lichen Vorlage geflossene und 1. C. 16, 2 im unmittelbaren An- 
schluß an das Auferstehungs-Capitel 1. C. 15 eine indirecte 
— aus der urchristlichen Sitte entnommene — Nachricht. Aus 
der letztgenannten Stelle ersieht man, daß am ersten Wochen- 
tage die Gemeinden gottesdienstlich sich zu vereinigen pflegten. 
Daß diese Sitte auf die an diesem Tage geschehene Auf- 
erstehung des Herrn sich gründete, liegt in der Natur der 
Sache, wird aber außerdem durch Apoc. 1, 10. 18 ausdrücklich 
bezeugt. Vgl. Apoc. 1, 10. 18: iyeyöfitjv h nvev/jiau iv rfj 
xvQiaxfj fifxiQCf, xdi ijxovaa dnloco fiov q)cov^v fw/AXtiv d>g 
odlmyyog leyoiotjg . . . iyevöfitjv vexQÖg xal Idov fd>v el/uii 
ek tovg al&vag rwv alc&vcov. In Bezug auf 1. C. 16, 2 ist 
besonders bemerkenswert der Umstand, daß Paulus den ersten 
Wochentag, den Tag der Auferstehung, nicht, wie besser 
griechisch Mc. 16, 9 zu lesen ist, als jiQcürrjv aaßßdtov, sondern 
in Übereinstimmung mit den synoptischen Hauptberichten 
Mt. 28, 1. Mc. 16, 2. Lc. 24, 1 in hebraisierender Weise als /i/av 
caßßöxov bezeichnet, daß mithin eine schriftliche hebräische 
Quelle noch nachklingen dürfte. Diesen ersten Wochentag 
(juilav aaßßdxov) bezeichnet Paulus 1. C. 15,4 als r^v ^/uiigav 
tijv TQljfjv. Diese historische Zeitangabe zur Bezeichnung 
des Auferstehungstages ist nur an einer Stelle der synoptischen 
Auferstehungsberichte wiederzufinden, nämlich Lc. 24,21 : tqiji^v 
fjfxiqav oijfJieQov äyei, äq?' ov javxa iyiveto. Es ist aber 
diese bedeutungsvolle Parallele nicht das einzige Symptom der 
Verwandtschaft zwischen dem Abschnitt Lc. 24, 13-- 35 und der 
paulinischen Literatur. 

Der Mittelpunkt der Perikope A 35, 13-33 = Lc. 24, 13-35 
ist das Wort des Auferstandenen A 35, 25. 26 = Lc. 24, 25. 26: 
& ävöfjTOi . . ovxl ravxa idei na^eiv t6v Xqiot6v xal elael- 
^eiv etg xijv 66^av avxov; An dieses Wort erinnern paulinische 
Anklänge. Vgl. Gal. 3, 1: & AvötjToi Fakdrai —, v. 3: ovrcog 
ivöfjTol laxe; — Act. 17,3: Art jbv Xqiot6v Sdei na^elv 
xal Avamfjvai ix vexgcav (vgl. auch Phil. 3, 10) — , R. 8, 17: ebteg 
ovvnäoxofiev, Tva xal avvdo^ao^a> fiev — , R. 8j 18: oix ä^ia 
tA na'^'fjfiaxa zov vvv xaiQOv ngdg rijv fiiilovoav 66 ^av. 
Ahnlich der Verfasser des Ebräerbriefes. Vgl. Ebr. 2, 9 : ßU- 
JiOjLLev *If]oovv did td nA^rifxa jov ^avörov öö^fj xal ttjufj 
ioxEcpaviOfAhov, Nahe verwandt mit A 35, 31 = Lc. 24, 32 
nach Cod. D: ovxl fi xaqdla ^fjixbv fjv xtxaXv fifiivri — ist 



366 Resch, Paulinismus. IL Einzeluntersuchungen. 

2. C. 3, 15: KdXvfAfxa btl Tijv xagdlav ain&v Kmou, auch 
^ 35, 19 = Lc. 24, 20 verglichen mit 1. C. 2, 8. Entscheidend 
ist 1. C. 15, 4: xal 8u iyi^yegrai xfj ^fAiqq. xfj tqItjj = A 35, 21 
=s Lc. 24,21: tqIjtjv ^fiigav oi^juegov äyei, i<p* ov xaiha yi^ 
yovev, und 1. C. 15, 5: xal Sri diq)&f] Kriq)q. = A 35, 33 
=s Lc. 24,34: xal &(p^r\ ZlfAOivt — Aussagen, zu denen in 
der ganzen Synopse keine weiteren Parallelen vorhanden sind. 
Hieraus resultiert die Bekanntschaft des Apostels mit der 
ganzen Erzählung Lc. 24, 13—35. 

Auf Grund dieser Feststellungen tritt die Frage nahe: 
deckte sich der von Paulus benützte Quellenbericht mit dem 
canonischen oder mit dem außercanonischen — durch Origenes 
und Cod. D bezeugten — Text von Lc. 24, 13—35? Mit anderen 
Worten: welcher von den beiden Emmaus- Jüngern war für 
Paidus die Hauptperson der Erzählung, der von Lc. allein mit 
Namen bezeichnete Kleophas oder der von Origenes vor Eleophaa 
an erster Stelle genannte Simon? Ln ersteren Falle hätte Paulus 
den Lihalt der Perikope Lc. 24, 13—35* etwa in die Worte: 
&<p^ Kkednq. xal higq) rivl fjuxi^tjrfj — zusammenfassen und 
diesen oder einen ähnlichen Sabs an die Spitze seines Excerptes 
und der darin aufgezählten Christophanien stellen müssen. 
Daraus, daß er dies nicht tut, daß er den Eleophas aus der 
ihm bekannten Perikope gar nicht erwähnt, dagegen in 
Parallele zu Lc. 24, 34: xal &qy9ri Hlßicovi lediglich schreibt: xal 
Sti &qr9f] Kricpq., ergibt sich, daß er die dem Eleophas zuteil 
gewordene Christophanie als ein besonderes Ereignis neben 
der Erscheinung des Auferstandenen, die dem Simon Petrua 
widerfuhr, gar nicht kannte, daß ihm dagegen Eephas(= Simon) 
derjenige gewesen ist, dem diese Erscheinung des Auferstan- 
denen gegolten hat. Während nach dem canonischen Texte 
von Lc. 24, 13—35 zwei verschiedene Erlebnisse erzählt sind, 
nämlich Lc. 24, 13—33. 35 das Erlebnis der beiden Emmaus- 
jünger und Lc. 24,34 das Erlebnis des Simon Petrus, war in 
dem Quellenbericht, aus welchem das Excerpt des Apostels 
stammt, nur ein einziger Vorgang erzählt, welchen Paulus mit 
den Worten: xal 8ti &(p^ Kqq)^ — als die erste Erscheinung 
des Auferstandenen markiert. Ganz dasselbe ist nach dem 
Texte des Origenes und des Cod. D der Fall. Nach diesen 
Zeugen bildeten die Worte Lc. 24, 34: xal &q)'&ti Ulfjuovi — den 
Abschluß und die Zusammenfassung der dazu gehörigen Perikope 
Lc. 24, 13-33, sodaß der in v. 34 von den beiden Emmaus- 



fyegate, 367 

jungem gegebene Bericht in v. 35 nur noch weiter ausgeführt 
wird. In pragmatischer Hinsicht waltet mithin zwischen 
1. 0. 15, 4 und der darin bezeichneten Quelle (yQaq)al) einerseits 
und der lucanischen Perikope Lc. 24, 13—35 nach ihrem außer- 
canonischen Texte andererseits die vollständigste Harmonie. 

In topographischer Hinsicht ergibt sich daraus die 
Gewißheit, daß in 1. C. 15, 5*: xal &qr9fj Hi/üicüvi — der Weg 
von Jerusalem nach Emmaus und in 1. 0. 15, 5^: eha xöig 
dcüdexa — Jerusalem selbst als die Stätten vorausgesetzt sind, 
in welchen die beiden ersten Erscheinungen des Auferstandenen 
erfolgten. In chronologischer Hinsicht fallen diese beiden 
ersten Manifestationen des Auferstandenen (Lc. 24, 13—35 
= 1.0. 15, 5» und Lc. 24, 36-43 = 1. C. 15,5^) nach Lc. wie 
nach Paulus auf den dritten Tag nach Jesu Tod, den ersten 
Wochentag des Passahfestes. 

Auf das Passahfest weist auch die dritte Erscheinung, 
welche Paulus namhaft macht. Tgl. 1.0. 15, 6: intna &(p^ 
btdvo} Tzevxaxoaloig ädeXq^olg IqxUjia^, Die sonst in den Städten 
und Dörfern Galiläas (und Peräas) zerstreut wohnenden nioht- 
jerusalemischen Anhänger Jesu waren in den Tagen des Passah- 
festes mit der — etwa 1 20 Glieder zählenden — jerusalemischen 
Jüngergemeinde in der Hauptstadt und in deren Umgebung 
Iqxhiai vereint. Ygl. das paulinische Wort Act. 13,31: diq>&tf 
inl ^ßiigag nlelovg rolg ovvavaßäoiv airtcp änd xijg Faldalag 
ek 'hgovoaX'fiiA, Das östliche Galiläa, mio^h riV^iÄh, der Ölberg 
mit Bethanien, das war die Stätte, wo die Jüngerschaft Jesu, 
unbelästigt von den Jerusalemiten, sich zusammenfinden konnte, 
um die Gegenwart des Auferstandenen in größerer Gemein- 
schaft zu erleben. Dorthin führte der Herr am ersten Oster- 
abende nach Lc. 24, 50. 51 seine Jünger: xovg hfdexa xal xohg 
ovv avxoTg (vgl. Lc. 24, 33). Hiermit ist die Identität zwischen 
Lc. 24,50.51 und 1. 0. 15,6: bieixa ßxp^ bidvco nevxaxooloig 
ädekcpoTg icpdna^ — hergestellt. Nicht immöglich ist es, daß 
auch der Bericht Mt. 28, 16—20 denselben Vorgang betrifft. 
Jedenfalls stehen weder topographische noch chronologische 
Bedenken dieser Annahme entgegen. Auch nach Mt. 28, 17 
sind den hfösxa noch andere Jünger beigesellt, von denen 
gesagt ist: ol dh idlaxaoav. Das Hervorbrechen von Zweifeln 
gehört sicher der ersten Zeit nach Jesu Tod und Auferstehung 
an. Aus diesem Grunde bin ich auch geneigt, abweichend 
von ^ 35, 46-49, den Mt. 28, 16-20 geschilderten Vorgang 



wut le. 24. U9. %\ n rerbiadn. mmmau sk Act. l,»-t3. Da 
alMrr 4ii^ Vgf kfliq rfiBPg tqq Mt. 2^. 1^—2^ ffcfwiwiifcl »1 
Le, 21, KiO. 51 ab not Aet. I. %—\% ^ogfefc kc wol Ane beiden 
T^yn Le. giiM:hiMi&nen Enebenmiigc* d« Henn bei BeAanen 
md auf dem Olberj^. nndmi in dem Xt. 2^« 16 ernimten 
OebiH de« jenuKiIembehen Gmlilia, atattfimdcB. wo endieiBt es 
mn zire«kmi6igst€m« die Entaeheidwig Idenber oSoi n limeti 
mid die Yergleichung tod Ml 2S, IS— 20 einer beMmderen 
Vnternüchung (rf^. Exe. 125) Tonnbehniten. Jedenfiüb geadmh 
e» in jenem jenualemiscben GafiHn noö^ A^AmiaF, wo der 
Aofenitandene die dort um ibn Termmmelle Jnngersebar seg- 
nete (TgL >^ 35, 43 = Lc. 24, 50^: eiiap^oer orror;) und dmneb 
diese dritte Manifestation den ersten Osterlag krönte nnd toD- 
endete« 

In die Act. 13, 31 ron Paulus genannten nldovs ^ß^QV 
und mithin auch nach Jerusalem geborte femer ohne Zweifel 
die I.e. 15, 7* erwähnte Erscheinung des Auferstandenen: 
iTtuta Sfp0i] 'laxoßßcp, welche Paulus auf Orund seiner sebrifk- 
liehen Quelle (xord rdc ygcupäc) berichtet, Lc. aber durch eine 
seiner häufigen Kürzungen in WegfoU gebracht hat Daß Lc. 
seine Tier Berichte Lc. 24, 13—35 (Simon Petrus und Eleopbas), 
Lc. 24, 'J6— 43 (ol Irdexa xal 61 ovr airöig), Lc. 24, 50. 51 (jk^ 
fitf^arlftr), Act. 1, 3—13 (nävteg äjidarokoi) nicht auf Grund Ton 
1*0.15, 5— 7 componiert, sondern aus derselben schriftlichen 
Quölle geschöpft hat, die Paulus benützte, ist klar. Sonst 
hätte er doch auch eine dem Jacobus zuteil gewordene Christo- 
phanio componieren und bei der dritten Erscheinung (Lc. 24, 
50.51) die ,Fünf hundert' ausdrücklich erwähnen müssen. 

125. ßdnriajLia, 

Dio Doppelfrage, ob Paulus eine trinitarische oder eine 
unitariHche Qottesanschauung vertrete und ob er eine trini- 
tariHcho oder eine Taufo nur elg Xgunöv kenne, hängt wesent- 
lich von dorn Verhältnis des Paulinismus zu Mt. 28, 18—20 ab. 
DioHo drei zusammengehörigen Yerse sind das Eigentum des 
ernten Evangelisten. Hat er die darin enthaltenen Herren- 
wortü aus der vorcanonischen Evangelienquelle geschöpft, so 
ist anzunehmen, daß Spuren davon auch im paulinischen Schrift- 
tum zu finden seien. Daß diese Worte den echten Herren- 
worton der Logiaquelle congenial seien, wird niemand leugnen. 



fysQoig. ßdama/ia, 369 

Man vgl. Mt 28,18 mit ^12,29 = Lc. 10,22». Mt. 11,27», 
femer Mt. 28, 19 mit ^ 12, 30 = Lo. 10, 22»». Mt. 11, 27^ sowie 
mit ^ 27,17.18 = Mc. 3,28.29. Mt. 12,31.32. Lc. 12, 10, 
endlich Mt. 28, 20 mit ^ 24, 24 = Mt. 18, 20. Diese Con- 
genialität geht so weit, daß B. Weiß (Matthäusevangelium 
8. 582—584) die Verse Mt. 28,18.20 für Erweiterungen der 
echten Herrenworte von Mt. 11,27 und Mt. 18,20 erklärt hat, 
Erweiterungen, welche von der Gemeinde oder von dem Evan- 
gelisten vorgenommen worden seien. Dabei ist freilich ein 
stichhaltiger Grund dafür zu vermissen, warum diese Er- 
weiterungen echter Herrenworte nicht von dem Herrn selbst 
vorgenommen sein könnten. Nach seiner Auferstehung lag 
doch eine derartige Erweiterung durchaus nahe. Und ebenso 
wenig wird man einen hinreichenden Grund dafür geltend 
machen können, warum gerade in judenchristlichen Kreisen, 
denen doch das erste Evangelium entstammt, eine trinitarische 
Taufe in Übung gewesen sei, wenn ein trinitarischer Tauf- 
befehl, wie er in Mt. 28, 19 vorliegt, nicht von Jesu selbst 
ausgegangen wäre. 

Bei der Vergleichung von Mt. 28, 18—20 mit dem pauli- 
nischen Schrifttum wird es sich also hauptsächlich um die 
Frage handeln, ob diejenigen Textbestandteile, welche über 
ähnliche, als echt anerkannte, Herrenworte hinausgehen, durch 
paulinische Parallelen bestätigt werden. 

Beginnen wir mit Mt. 28, 18, so bieten sich in Col. 1, 17: 
Td Jidvxa h airrcp avviartjxey, Col. 3, 11: Ttdvra xal h 
Tzäaiv Xgiarög, wie auch Ebr. 1,3: (piqiov xä jidvta — Par- 
allelen, welche über ^ 12, 29 = Lc. 10, 22». Mt. 11, 27 •: 
ndrra fioi TzaQedö&rj inb xov nargög fxov — nicht wesentlich 
hinausgehen. Tgl. Exe. 48. Dagegen treten in Col. 1, 16: 
xA ndvxa iv xoTg ovQavoig xal inl xtjg yrjg, Col. 1, 20: 
inoxaxaXXd^ai xä ndvxa eig aixöv . . etxe xd inl xfjg y^g efxe xd 
ir xoTg oigavoTg, Col. 2, 10: 8g loxiv ^ xeq?aXij Ttdatjg dg^^g 
xal li ovo lag, sowie in Eph. 1, 10: ävaxe<paXai(&oao^i xd ndvxa 
h x(p Xgioxcp xd Inl xoTg oigavoTg xal xd inl xrjg y^g, 
Eph. 1,21: inegdvo) ndotjg dgxtjg xal i^ovoiag Parallelen 
zu den charakteristischen Mehrbestandteilen hervor, welche 
dem Logion Mt. 28, 1 8 eigentümlich sind. Auch Eph. 6, 9 : 
i/uUüv 6 xvQtög loxtv Iv oigavoTg, R. 10, 12: S ydg avxdg 
xvQiog ndvxwv, R. 9,5: 6 &v Inl ndvxoiv &e6g können als 
Ausflüsse des in Mt. 28, 18 ausgesprochenen Gedankens gelten, 

Texte a.Untenniohuogen. N. F. XH. 24 



370 



Resch, Panlinismiifl. II. Einzelontersachangen. 



welcher im Übrigen in den Parallelbriefen an die Colosser nnd 
Epheser am stärksten wiederklingt 

Aber auch die in Mt 28, 19». 20 = A 35, 48. 49 über- 
lieferten Herrenworte stehen dem Paulinismns durch mehrere 
Parallelen sehr nahe. Vgl. 



navxa ta 



Mt 28, 19» 20: 
fitt&fjrevaate 

SiddaHorxte a^ovs 

ri7^«rr jtdrta Saa iretei" 
Idfifjr ifur 

etfu xdaae ras fjf*^' 
gag iws xfjg (wrzeXeiag 
Tod al&rog 



Panlinismns: 

C. 1, 28: diddoxorxtg xdrxa är&güutoiF, 
1. T. 2, 7: diddatealog i^r&r, 2. T. 1, 11: 
diddaxaXog i^p&w 

l.T.6,14: j^grfaaiae x^r irxoX^r, l.C.7,19: 
17 jugttofifi ovdiv iatip, neu ^ dxgoßwnia 
ovdiv iaztr, dXXd n^gtfaig irrolwr ^eov 

Phil. 4. 5: 6 xvgiog iyyvg, Eph. 3, 21: h tg 
ixxXrjaüf. xcu h Xgtox^ *Ifi<fov elg xdaag 
tag yereag tov alcärog v&r al<ov(ov, Ebr. 
18, 8: 'LjooOg Xgtarog ix^h »cai ailjfisQor 6 
avxog xcu elg tovg al&rag, R. 9, 5: evXo- 
yrfjog elg loitg al&rag. 



Der Ausdruck ^ ovvriXeia tov alcavog findet sich — ab- 
gesehen von Ebr. 9, 26: ini ovvrelelq. xtbv cdcüvcov — nur im 
ersten Evangelium. Vgl. Mt 24, 3: xl rd arjfielov rijg . . avv- 
xelelag tov alcbvog = Mt. 13, 4: xt t6 otj/uTov, &tav /niXX'i] raCrra 
avvTeXeio'&at ndvra, Paulus hat Mt 28, 20 in Verbindung 
mit Mt. 28, 18 so gedeutet, daß die ISovola, die dem Auf- 
erstandenen übertragen ist, nicht länger als bis zum TÜog 
oder zur ovvTikeia tov a/ö>voff währen werde. VgL l.C. 15,24: 
eha tö TiXog, Stqv Ttagadidoi Trjv ßaaiXeiav Tcp ^€<p xal naTQi. 
Der Apostel hat mithin das icog in derselben exacten Weise 
wie das äxQi in ^ 31, 16 = Lc. 21, 24 (vgl. Exe. 115) aufgefaßt, 
in dem Sinn ,bis dahin, aber nicht darüber hinaus\ Die l^ovola 
(= ßaatXeia) des Auferstandenen, die darauf sich gründende 
Evangeliumspredigt unter den Heidenvölkem und deren Christi- 
anisierung durch die Taufe imter der besonderen Gnaden- 
gegenwart des Auferstandenen bei seiner irdischen ixxlrjala, 
währt bis zur awriXeia = TiXog xov alcövog. 

Das ßdjTTiojua aber ist es, durch welches der trinitarische 
Gottesname nach Mt. 28, 19 unter allen Völkern verkündet 
werden soll. Die trinitarische Taufe bildet den Höhenpunkt 
in den Worten des Auferstandenen Mt 28, 1 8—20. Führt auch 
der Paulinismus zu dieser Höhe empor? Eine objective Zu- 



ßdjmofia. 



371 



sammenstellimg der paulinischen Parallelen kann allein die 
Antwort geben.* 



1. l.Th. 5, 18. 19: 

ip xavti svxcLQioreVts' twxo yäg 

h Xqiox^ 'Iffoov eh vfiäs 
x6 nvevfia fitj oßSwvie 

2. 2. Th. 2, 13: 
6fpeiXofier tvxctQiaieiv xcj^ ^eip ndvxoxt 
jugl vfiöv 

ddeXtpol rjyajtrjfiivot vno xvgiov 
(hl ttXaxo vfiäg 6 ^e6s än^ ^QX^JS 
etg ocoxtjglav h 6yiaofi^ nvBVfiaxog 

3. I.e. 2, 10.16: 
^fAiw dh 6ntx6Xvrptv 6 ^eos 
dtä rot> jtvs^fiaxog 

^fMig de vovp XgiaxoO ^x^f'*^ 

4. 1. C. 6,11: 

&iXa dneXovoao^e, dXXä ^yicMrjxe, 
&XX* idixcudf^ffxe 
h T<p &y6/iaxt xov xvgiov'Ifjaod 

Xgiaxov 
xai h x^ nve^fAaxi 
toD ^eov rjfiöv 

5. 1. C. 6, 19. 20: 

9 o^x Maxe Ihi x6 o&pui ^fimv 
raog xoD h v/uv dyiov nvevfiax6g 

iaxir, 
oj^ ix^f ^o ^eov, xai ovx laxe 

iavxcay; 
^yogda^fjxe yäg xifiijg 



6. I.e. 12,3: 

ovdstc ^ Jtrevfiaxt ^eov XaX^ . » 
dvvaxat eijuiv xvgiog 'Itfoovg 
ei fitj h nvevfiaxi &yi<p 

7. 1. e. 12. 4-6: 
x6 avxo jtvevfta 
xai 6 avxog xvgiog 
6 de avxog ^e6g 

8. 2. e. 1, 21. 22: 

6 de ßeßaiöt' rjfiäg ovvfjfjCtv elg Xg i oxor 
xai XQ^oag ^fiäg ^e6g, 6 xai otpga" 

yiodfievog ^fiäg 
xaldovgxoväggaß^axov Jtvevfiaxog 

9. 2. e. 3, 8: 

iaxe htunoktf Xgtaxov . . 
hyeygafifiinj ov fiiXavi, dXlä are^' 

{laxi 
^eov C&vxog** 

10. 2. e. 13,13: 

^ ;i^(if^iC ToO X v ^ /o v '/i; o o t; X^ I a T o {; 
xai ^ dycbnj xov ^eoü 
xai ^ xoinovla xoi> dyiov nrev' 
fiaxog (Uta ndtncav ^fi&r 

11. Gal. 3, 11—14: 

h vöfiq) ovdelg dixcuot}xcu aagä t<Ji ^<<p 
Xgioxog ^fiäg i^riyögoütv ix x^g 

xaxdgag 
Tva x^v htayyekiav xoü npevfiaxog 

Xdßcüfuv 



*) Man kann hierzu vergleichen: Bartlett, St. Paul on the Trinity 
(Ezpositor Ser. IL Vol. IV. 1882. p. 321—331), in welchem kleinen Aufsatz 
Eph. 2, 18; 1. e. 12, 4-6; 2. Cor. 13, 13 behandelt sind. 

**) Der paulinische Satz 2. e. 3, 17 : 6 de xvgiog x6 jivevfMi ioxtv — ist 
nicht trinitarisch motiviert, gehört vielmehr der mit 2. e. 3, 4 ff. begin- 
nenden Auseinandersetzung Über den Unterschied der alttestamentlichen 
und neutestamentlichen Heilsoekonomie an, welche auf den Verklftrungs- 
bericht (A 11, 21 ff. = Mt. 17, Iff. Mc. 8, 2 ff. Lc. 9, 29 ff.) sich stützt Vgl. 
Ezc. 39. Schon Calvin (zu 2. e. 3, 17) hat es erkannt, daß x6 nvedfia 
in y. 17 auf stvevfiaxog (als Gegensatz von ygdfifiaxog) in 2. C. 3, 6 sich 
zurflckbezieht Vgl. Calvin ad 2. C. 3, 17: praesens sententia nihil ad 
Christi essentiam:. sed officium duntaiat ezprimit. cohaeret enim cum 
superioribus, ubi habuimus, legis doctrinam esse literalem....e con- 
verso nunc Christum vocat eins spiritum. 

24* 



372 



Besch, Paolinismiis. IL Einzelantersachnngen. 



12. 6al.4,6: 

iSojtiaietlsy 6 ^eos 
j6 nv bv fia 
xov vloü avtov 
ek tos xagdiae rifi^ 

13. R. 1, 1—4: 

elg svayyikiov ^eov 
negl rof; vloO avxov 
xatä nvBÜfia dyimavrtjg 

14. R. 5, 1—5: 

dta roD xvqIov ^ficüv 'Irjaotf 

XQiatoO 
ij dySunj ixxixvtcu dia strevfiatog 

dyiov 

15. R. 8, 3.4: 

6 ^eog 

rdy iavxov vtop nifAxpas 

töig . . neQuiaxovair . . xaxa streOfia 

16. R. 8, 8.9: 

ot dh iv ooQxi SvxtQ ^c$ d^iacu av 

dvvartcu 
etneg nvsdfAa ^eov olxei iv vfuv 
sl di ug jtvsvfjta Kgiaiov ovx ix^i 

o^tog ovx iaxtv avxov 

17. R.8, 11»: 

x6 nvBVfia 

xoß iyelgavxog 

xdv 'Irjaovv ix vbxq&v 

18. R.8. 11^: 

6 iyeigag ix vexQ&v 
Xqioxov 'Irjoovv 
dtä xov ivoixovrtog avxoti nvev' 
fiaxog 
Ccoojtoii^ost xä ^vrjxä ocbfMixa v/i(ov 

19. R. 8, 16. 17: 



9 « 



avxo xo nvevfia owfiaQxvgsi 
Sxi iofiev xixva ^eov 
avvxXrjQOv6fioi de Xqioxov 

20. R. 14,17.18: 

^ ßaotXeia xov ^eov 
XaQOL iy nvevfiaxi dyi<p 
6 öovXevcov rcp Xgiox^ 
svdgsoxog 



21. R. 15,16: 

elg xo bIvoI fit 

XeixovQyoy Xqioxov *Irfaof) stg xä 

idvtj 
UgovQyoijrxa xo evayyiXtCfw roüf ^so^ 
^ jtQompoQa x&v Üh^&v ^ioofiirtj 
iv xve^fAaxt dyiq> 

22. R. 15, 30: 

jiCLQaxaXöi de v/iäg, ddeXtpoi, 

dta ToD xvqIov tjfi&v *Iijao^ 

Xqioxov 
xai dtä x^g dydmjg xod nve^fiaxog 
iv xaXg TtQOoevxcug . . stQog xäv ^söv 

23. CJoL 1, 6-8: 

iniyv<oxe xfjv x^^ ^<^ ^so^ 
niaxog Ijuq ^fi&v Stdxovog xoO 

Xqioxov 
xijv hfA&v dyojtijv iv nvev/iaxi 

24. Eph. 1, 3: 

svXoytjxog 6 ^eog xcu xaxfjQ 
xov XV Q{ovij/JLwv*Iijoov Xqioxov 
6 svXoyijoag ^fiäg iv ndau tvhoy(q, 
Tivevfiaxixfj 

25. Eph. 1, 11—13: 

xaxä nQ&&eoiv xov xä ndvxa ivtQ- 

yovvxog 
xovg TtQOtjljuxöxag iv x^ Xgioxqt 
ioq>Qaylo&rjxe x^ nvsvfiaxi xijg 

hiayyeXlag T(p dyC(fi 

26. Eph. 1, 17 : 

6 ^eog 

xov xvQiov^ficJv'Iijoov XqioxoO 
d(ptj vfuv Jtvevfia oo<plag xcu djto- 
xaXxnpetog 

27. Eph. 2, 18: 

dC avxov ixofiev r^y jtQoaayaiyifv 
oi dfi<p6xeQot iv ivl nvevfxaxi 
JTQog xov naxiga 

28. Eph. 2, 22: 

iv xvqI<p, iv ^ xal (jfieXg €fw- 

otxoÖofieTo^e 
elg xaxoixrjxi^Qtov xov ^eoü 
iv Ttvev/iaxi 



ßdmtOfAa. 



373 



29. Eph.8,5— 7: 

toXq äyÜHS äjtocjöXotf avtoü xcu 
nQOiprixatg h nve^fiaxi, 

elwcu ja f&vtj awxlfiQovdfJui xal 
a^vocD/ia xal awfUroxa rfjg inay' 

xatä Ttfr dwQBctv Ttjg X^Q^^^ ^^ 

30. Eph. 3, 14-16: 

xcLfjutica lä y6vax6. /lov 
sigdg T^ stariga 
Tov xvqIov ijfA&v'Ifjaoi)XQ^OTod 
tra d0 {ffitr . . xQaTCua>d^at 
diä TOV TivBVfiaxog avxov 

31. Eph. 4, 4-6: 
h^ nvBVfia 

bU XVQIOS 

bU ^b6s xai naii^Q 

32. Eph. 4, 30—32: 

fAfJ XvjuTtB 

TO nvBVfia t6 äytov tov ^boü , ., 

h ^ ia<pQayia&ijTB 
XOQtC^fuyoi iavToie xa&m xai S^edg 
h Xqiox^ ixagioaxo vfdZv 

33. Eph. 5, 18—20: 

jtXrjQovo^B h nvBVfiaxi 
qdorxBS xai xpoXkartsg x^ xvgiq) 
BvxcLQtaxovvxBS ndvxoxB x^ ^b^ xai 
naxgl 

34. [Phil. 2, 1 :] 

[bX xig o^ noQOxXijoig iv Xgiax^ 
bX xi TiagafAv^iov dydnijg [sc. xov 

^BOV]* 

bX xtg xoivcovla nvBVfiaxog] 



35. Phü. 3, 3: 

o/ nvBVfiaxi 

^c4> XaxQBVopxBg 

xai xavxf!i^ttyoi h Xqiox^ *IijooO 

36. Tit. 3, 4—6: 

ij (piXav^Qcanla htBipdinj . . ^bov 
iaoDOBv ^fiäg dta XovxQoi) xaXtvyBVB^ 

alag xai dr۟(cuwmaBa>g xvbv^ 

fiaxog dyiov 
oC iSix^Bv i<p* ^fiäg nXovaUog did 

'Iijaod Xgiaxoii 

37. Act 20, 27.28: 

ov yoQ vxBOXBiXdfArjv 

xäaar xrjv ßovXiiv xov ^Boff vfitr 
Ifiäg x6 nvBÜfia x6 äyiov i&BXO 

httaxdjtovg 
noifMdvBiv XTjv ixxXfjaiav xoi> ^boÜ 

[xvqIov"], rjp jiBQiBxoti^aaxo did 

xad aTfMxog xov Idiov 

38. Ehr. 6,4^-6: 

fuxöxovg yBvrjdivxag jrrsv/iaxog 

dyiov 
xaXov yBvaofiivovg ^bov i^fM 
dvaaxavQOtfrxag iavxoXg x6v vlov 

xov ^BOO 

39. Ehr. 9, 14: 

TO aXfia xoO Xqioxoü 

Sg ötä TtvBvfiaxog atatviov 

iavxov stQoai^ByxBV &fM>fMy x(p ^b^ 

40. Ebr. 10,29-31: 

6 xov vlov xov ^BoB xaxojtaxi^aag 
xai x6 nvBVfia xrjg x<^"^ ^' 

ßgioag 
(poßBQOV x6 ifUtBOBtV Big X^^^Q^ 

^Boü ^(&vxog. 



Vorstehende Parallelen bieten keine ausgebildete Trinitäts- 
lehre, zeigen aber unwiderleglich: trinitarisch ist das Denken 
des Apostels über die göttlichen Dinge; das trinitarische Schema 
steht ihm allenthalben vor den Augen; trinitarisch ist sein 
Begriff der Offenbarung, der änoxdXvyfig (vgl. Eph. 1, 17: Tn^evßjux 



*) Vgl. 2. C. 13, 13. R. 5, 5. 



374 Resch, Pauliuismos. II. Einzeluntersuchungen. 

dnoxaXvtpecog, Eph. 3, 5— 7: äneHoXvtp^, 1.0.2,10—16: ^fuv 
&nexiiXv\pev)\ trinitarisch sind seine Gebete (vgl. Eph. 3, 14—16; 
B. 15,30), namentlich seine Dankgebete (vgl. Eph. 1,3: eiXo- 
ytjTÖg, 2. Th. 2, 13: 6(peiXofi€v eixagiareiv, 1. Th. 5, 18. 19: dJ^a- 
Qunevte, Eph. 5,18—20: ed;^a^t(XTo£fvrec); trinitarisch sind ins- 
besondere seine Beziehungen auf die Taufe (vgl. Eph. 4, 4— 6: 
Sv ßdmiofjia, Tit. 3, 4—6: kovrgi^v nahvyeveolag , Phil. 3, 3. 5: 
die neutestamentliche negiro/uLij, 1. C. 6, 11 : äTiekovaaa&e, Eph. 1, 
11—13: loq)Qayia&i]Te , Eph. 4, 32: Iv cß iaq^Qayia&tjxe , 2. C. 1, 
21.22: otpQayiadjuievog* Auch Qal. 4, 6. B. 8, 15— 17 ist das 
Empfangen des heiligen Geistes als die fiaQxvQla der Gottes- 
kindschaft durch die Taufe Yorausgesetzt. 

Neben diesem trinitarischen Schema der Taufe als oq?Qaytg, 
ßMXQTVQla, XovTQÖv, neQiTOfjLrj stehen nur wenige Stellen, in 
welchen Paulus bei Erwähnung der Taufe das yolle trinitarische 
Schema nicht zum Ausdruck bringt. Dahin gehören 1. C. 12, 13: 
xal yäq iv hi nvevfiaji ^ßJteig ndvieg etg Sv oa>fxa ißa^ 
jnla^rjjuev, Gal. 3,27: Saoi elg Xqioxöv Ißamiai^fjTe, XQiardv 
Ivedvoao'&e, B. 6, 3: dooi ißanTla^rj/üiev elg Xqiotöv *Ifjoovv, 
elg rdv ^dvaxov airtov ißcmrlo^ßiev, Col. 2, 12: avvxafpivteg ainq^ 
iv TCO ßanrlo^axi — sämtlich Abbreviaturen der trinitarischen 
Taufform,** Abbreviaturen, von denen eine auf nvevfia, drei 
auf XQiaröv beschränkt sind, mithin vier Abbreviaturen, 



*) Über ofpgaylg = ßojniofia vgl. G. Resch: ,Wa8 versteht Paulus 
unter der Versiegelung mit dem heiligen Geist?' Neue Eirchl. Ztschr. 
1895 S. 991 ff. 

**) Es waltet sonach in der paulinischen Literatur ein ganz ähn- 
liches Verhältnis bezüglich des ßouniofia ob, wie in der Jtda;i^^Tc5vd(odexa 
a7ioox6X(oVf in welcher Schrift zweimal (vgl. J<5. VII, 1: ßanxioaxB sk 
x6 Svo^a xov naxQog xal xov viov xal xov ayiov Jivsv/naxog, J*^. VII,3: 
ixxeetv eis xtjv xeq?aXtjv xglg vÖojq elg Svofia Jiaxgog xai viov xai äylov 
nvevfiaxog) die trinitarische Taufform und daneben eine Abbreviatiur 
derselben (vgl. Ai6. IX, 4: ol ßanxio'&evxeg elg Svofia xvqIov) dargeboten 
wird. Derselbe Fall liegt in dem Schrifttum des Eusebius vor. Vgl. 
PT. III, 398f. Desgl. Riggenbach, ,Der trinitarische Taufbefehl 
nach Matth. 28, 19 nach seiner ursprünglichen Textgestalt und 
seiner Authentie untersucht.* In den Beiträgen zur Förderung 
christlicher Theologie, herausgegeben von Schlatter und Cremer. Jahr- 
gang 1903. Heft I. — Daß vielleicht auch schon Mt. 28, 19 eine Abbreviatur 
darstelle, der eine vollere trinitarische Form zugrunde gelegen habe, dar- 
über vgl. Exe. 173. Agrapha S. 101. 152 f. 



ßdmtafia, 375 

welche den neun trinitarischen Bezugnahmen auf xo ßdTmaßia 
gegenüberstehen, wozu die übrigen 28 trinitarischen Aussagen 
des Apostels hinzukommen, sodaß insgesamt 37 trinitarisch mo- 
tivierte Stellen in den paulinischen Briefen zu constatieren sind. 
Um die trinitarische Auffassung des Apostels zu würdigen, 
muß man, da die paulinisohe Christologie bereits genügend 
durchforscht ist, besonders die Elemente der paulinischen 
Pneumatologie, wie sie in den trinitarischen Aussagen sich 
kund gibt, ins Auge fassen. Wohl bietet Feine in dem 
Abschnitt: ,Orundlagen für die Pneumalehre des Paulus' 
(S. 276—287) wertvolle Bemerkungen. Aber die trinitarische 
Seite der Pneumatologie hat Feine ebensowenig behandelt 
als den trinitarischen Tauf befehl Mt 28, 19. Meinerseits können 
hier nur einige exacte Feststellungen gegeben werden. In 
den vorstehend genannten trinitarischen Stellen gebraucht 
Paulus bezüglich des Pneuma folgende Benennungen: itvevfm 
(2.Th. 2, 13; R. 8,4; Col. 1, 8; Eph. 2, 22; 3,5; 5,18), x6 Ttvev^a 
(l.Th. 5, 19; 2. C. 1,22; Gal. 3, 14; R. 8, 16; 15,30), mevfia 
Äytov (1. 0. 12, 3; R. 14, 17; 15, 16; Tit 3, 5), t6 äyiov mevfxa 
(1. C. 6, 19; 2. C. 13, 13), t6 nvevjua äyiov (R. 5, 5), t6 Twevfxa 
j6 äyiov (Eph. 4, 30), xb nvevfxa xtjg biayyeXUig x6 äyiov (Eph. 
1, 13), Ttvtvfia äyicoovvfjg (R. 1,4), jtvevfjia ^eov (R. 8, 9; 1. C. 
12, 3; Phil. 3, 3), avxov nvevfxa (sc. '&eov — R. 8, 1 1), x6 Ttvevfxa xov 
&eov (I.e. 6, 11), xö nvevfxa avxov (Eph. 3, 16), nvevfxa '^eov 
C&vxog (2. C. 3, 3), xd nvevfxa xov iyelgavxog Urjaovv (R. 8, II), 
Twevfia Xqigxov (R. 8, 9), x6 nvevfjia xov vlov avxov (Gal. 4, 6), 
Ttvevfw, ooq>iag xai äjioxaXmpeoog (Eph. 1, 17), xd avxb Ttvevjua (1. C. 
12,4), Sv nvevfxa (Eph. 2, 18 ; Eph. 4,4). Die beiden hier zugrunde 
liegenden, von Paulus mehrfach citierten, Hauptbenennungen 
entsprechen der Synopse. Vgl. einerseits ^ 2, 26 = Lc. 3, 16. 
Mt. 3, 11. Mc. 1,8: nvevfm äyiov, A 27, 18 = Lc. 12, 10: xh 
äyiov nvevjLia = Mt. 12, 32. Mc. 3, 29: xö TiveO/ia xd äyiov, 
A 35, 48 = Mt. 28, 19; A 35, 53 = Act. 1,8: xb äyiov Ttvsvfjia — , 
andererseits ^ 16, 41 = Mt. 10, 20: x6 nvevfia xov naxQÖg vfitov.* 
Gerade bezüglich des Pneuma findet sich bei Paulus ein Wort, 



•) Was das — in meiner Logia • Ausgabe weggelassene — Herren- 
wort Act. 1,4: 3TeQif*eveiv x^v inayysXlav xov naxgös, v. 5: h nvBV* 
flau ßanxto^YioBO'^e &yl(p — und die davon wahrscheinlich abhängige 
Parallele Eph. 1, 13: ioq>Qayio^rjxe tö> nvev/iaxi xrig knayytXiag x(^ 
dy(qt — anbetrifit, vgl. Exe. 126. 



376 Resch, PaoliniBmiu. IL EinzelnnterBachniigen. 

welches in die Tiefen des trinitarischen Geheimmsses hinein- 
blicken laßt. YgL 1. 0. 2, 10: rd ydg nvev/uia ndvta igavrq, 
xal xd ßd^f] tov ^eov. So war das Gottesbewnßtsein 
des Apostels nicht unitarisch, sondern trinitarisch 
gestaltet. In dem Yater, Sohn und Geist erkannte er die 
Hauptfactoren für seine Glaubenserfahmng nnd sein Gebets- 
leben, sowie für seine Missionstatigkeit unter den Heiden 
(vgl R. 1,3.4; 15, 16; Eph. 3,5—7) yomehmlich aber für die 
Bedeutung der Taufe (vgl. oben). Bei seiner sonstigen Ab- 
hängigkeit Yon Jesu Worten muß auch fär diese innersten 
Fundamente seines gläubigen Bewußtseins und seines apo- 
stolischen Wirkens ein Herren wort vorausgesetzt werden, auf 
welches Paulus sich stützte. Und dieses Herrenwort — wo 
sollte man es anders suchen als in einem trinitarischen Tauf- 
befehl, wie er in Mt. 28, 19^ erhalten ist, zumal wenn man erwägt, 
daß auch der Inhalt von Mt 28, 18. 19^20 dem Apostel be- 
kannt war. So fuhrt der Paulimsmus zu den Höhen des 
trinitarischen Gottesglaubens empor. Je besser dieser Tat- 
bestand von allen Seiten erkannt und anerkannt werden wird, 
desto sicherer wird der auf dem Paulinbmus, mithin auf den 
ältesten Urkunden des Urchristentums ruhende Protestantismus 
seine solidarische Einheit mit den ökumenischen Fundamenten 
der Christenheit aller Zeiten und aller Orten wahren. 



126. dvdXi]tpig. 

Je bestimmter in Bezug auf Mt. 28, 1 8—20 die paulinische 
Verwandtschaft anerkannt werden muß, desto unbefangener 
können wiederum auch diejenigen paulinischen Parallelen ge- 
würdigt werden, welche zu dem allein von Lc. Act. 1,3—13 
aufbewahrten Schluß der Logiaquelle vorhanden sind. Daß 
dieser Abschnitt Act. 1,3—13 als die ursprüngliche Schluß- 
perikope zu der vorcanonischen Quellenschrift gehört habe, 
(worauf von mir bereits PT. HI, 794 f und ^ 35, 51—59 hin- 
gewiesen worden ist), bestätigt auf das Bestimmteste der 
zwischen ^ 35, 53 == Act. 1, 8 und R. 15, 19. 24 bestehende 
Farallelismus. Dieser Parallelismus zeigt es, daß Paulus durch 
das Act. 1, 8 erhaltene Herrenwort zu dem Plan einer Missions- 
reise bis nach Spanien, bis an die damals bekannte Grenze 
der Erde (&oc iaxdtov t^c yrJQ\ veranlaßt worden ist. Vgl. 
Exe. 115. Aber auch die Worte 1. C. 15, 7^, mit denen Paulus 



ßdartiofia, drdXtjy;ig, 377 

auf Grund seines Quellenberichtes die letzte Erscheinung des 
Herrn vor den Uraposteln charakterisiert, weben darauf hin, 
daß aus der letzten Perikope dieses Berichtes die Anwesenheit 
sämtlicher Jünger (vgl. 1. C. 15,7^: eha röig &nofn6loiQ 
jiäaiv) in besonderer Weise markiert gewesen ist. Damit 
stimmt es überein, daß der letzte lucanische Bericht über 
das Leben Jesu, der Bericht über seine letzte Erscheinung 
vor den Jüngern, mit einem Yerzeichnis sämtlicher Apostel 
Act 1, 13 abschließt. Hierzu kommt femer, daß diese lucanische 
Schlußperikope Act. 1,3—13 an den letzten Abschnitt des 
Matthäuseyangeliums in vorzüglicher Weise sich anschließt. 
Mochten die Worte Mt. 28, 1 8—20 bei dieser letzten Erscheinung 
des Auferstandenen der Frage der Jünger Act. 1,6: xvgie, et 
h Tcp XQ^^^ romq) änoxa^iardveig rijv ßaadeUzv rcp *IoQaijl; — 
unmittelbar vorangegangen oder bereits vierzig Tage zuvor 
am Abende des ersten Ostertages vor der versammelten Jünger- 
schaft auf demselben Ölberg geredet sein (vgl. Exe. 124), jeden- 
falls hatten die Jünger verstanden, daß dem Herrn fortan eine 
mehr als königliche Oewalt übergeben sei, und daraus die 
Erwartung gewonnen, daß nun bald die avvziXeia xov at&vog 
mit der änoxaxdaxaaig xrjg ßaodelag 'lagai^i. erfolgen werde — , 
wie Epiphanius (Haer. LXYI, 61) die Frage der Jünger 
zusammenfaßt : ndXiv ovvel&övzcov r&y fjta^r&v ngdg rbv ocmtJQa 
^gdncov aixöv negl r^g ovvreXelag. 

Nach diesen Yorbemerkungen vgL die nachstehend zu- 
sammengestellten lucanisch-paulinischen Parallelen. 



Actl: 

V. 8: SxtavöfAevoe a^ots 

V. 4. 5 : jtcLQijyysiXev avrote . . ^e^i- 

fUveip xfir inayyeXlav xov natgös, 

fjr ^xo^aati f*av . . , h nrev/iaii 

ßantio^flOBa^B dy{(p 

Y, 6*: oi fikv ol^ awel^dvres, v. 13: S 
T8 JlixQog xal 'Imavvfig xai 'Id- 
xojßog xal 'Avögiag, 4^lXinnog 
xai Bfofiäg, Bag^olofiatog xal Ma^^atog, 'I&xmßog 'ÄX<palov xal 
2ifAa>r 6 Ci]Xa}Tijg xal 'lovdag 'laxtaßov 



Paulisismas: 

1. C. 15, 7»: htBixa &q>^tj 
Eph.1,13: iofpgayta^tjxe x^ npe^' 
fiaxi xrjg inayytXlag x0 &yl<p 



1. C. 15, 7^: eha xoXg djtoaxöXotg 
näatv 



y. 6 ^ : bI h xcj^ XQ^V ^ovxtp &noxa:^ 
undvsig xijp ßaoiXeiav r4> 'logaijX; 

V. 7: ovx IfAmv iaxtv yy&vat XQ^^ovg 
fj xaigovg 



R. 11, 26: 3täg 'lagarjX Ofo^atxcu, 

xa&a>g yiygajtxaf rjSe^ ix Zicw 6 

^öfuvog 
1. Th. 5, 1: Tiegi de tc5v ;f gdvcör xoi 

rct^r xaiQcliv ov XQ^^^ ix^^ ^f*^'^ 

ygdipeo^i 



378 



Besch, Paalinumas. IL EimelimtenachaDgeiL 



T,8*: X^fiyf§a&e dipafiiv huXMnoe 

T. 8^: xai latadi ftov lidgtvQtg h re 

'legovaaXfj/A 
T, 8®: xal ir ndaji ig *Iovdalq, 

xai Zanaglq, 
T, 8*: xai itoq ioxdtov jfjc y^c 



V, 9: ßXoiSncov abxanf ist^gdtj 



B. 15, 19*: iw dvrdfiti, xvtvftatog 
äyiov 

B. 15, 19^: <5<m fu dato 'legovoal^fi 
B.15,19«: xai x6xXq> 



B. 15, 19«: fäzQ* To6 'mvQotoB, r. 24: 
tlf xifp Zxari ar 

B. 15, 19* : nsxltjgmximi t6 tvajfiXiOt^ 
tov Kgunov 

Phil. 2, 9: d<o xai 6 ^eog avtar vsttg- 
^(ooer, Eph. 4, 10: 6 &vaßäg ^TUQorto JtdrrcoT t&r o^ga" 
rcär, l.T. 8,16: dveX^/jiqf^rj h A6(fi 



y, 11^: idtdaaade cAtw noQtv6iJUvov 
Big TOV o{>Qav6v 



V, 11*: ovtois ilevoetat 



Ebr.9,24: tlofjXdev . . Big ainav t6p 
ovgavöv, 4, 14: ditXtiXvi^dra toifg 
ovgavovg, 7, 26: vynjldrBgog v&r 
ovgavwv yBrdfASPog 

1. Th. 1, 10: dra/urBtr zw vlov avrod 
ix T&y ovgav&v, 1. Th. 4, 16: xaraßiiaeiat dx* ovgavoi}, 
Ebr. 9, 28 : ^ dBVJBgov Sq^^OBtat xdlg ain^ dxBxdBxofUroig. 



Auch Paulus erwartete nach, der Beendigung der xcuqoI 
l^&v eine Wiederaufrichtung, eine djioxaxdataaiQ Israels (vgl. 
R. 11, 26: noQ 'logaril ooy&rjoexm . . ^fet ix Ztibv 6 ^ößievog); 
aber er verweigert 1. Th. 5, 1 genau, wie es Jesus nach Act. 1, 7 
getan, eine Auskunft jiegl xcbv xq6v(üv xai x&v xaigcav. 

Nach Act. 1,8 gab Jesus ein Programm für die schritt- 
weise Verkündigung seines Evangeliums in der Welt. Und 
die lucanieche Apostelgeschichte schildert die Verwirklichung 
dieses Programms in der Urzeit der Kirche. Vgl. 



Xf)ny)tadt dvvafiiv ijteX&6vxog xov dyCov jrvevfiaxog iq>' vfjiag 
xai iaea&s fiov fidgxvgeg h xe 'leoovaakfjfi 
xai h Tidöfi 'lovdalq. xai Za^iagU}. 
xai i(og ioxdxov xfjg yrjg 



Act. 1. 2. 
Act. 3—7. 
Act. 8-12. 
Act. 13-28. 



Aber längst bevor Lucas die anfangliche Verwirklichung 
dieses Programms in der Apostelgeschichte schriftlich dar- 
stellte, hat Paulus unter friedlicher Auseinandersetzimg mit 
den Uraposteln seinen Anteil an dieser Arbeit übernommen 
und in Kraft dos Herrn geleistet. Die Urapostel übernahmen 
das evayyihov rfjg Jiegirojufjg . . äjtd 'leQOvoaUjju xai xvxlq) — , 
Paulus wurde der diddoxaXog i^cbv, mit dem Blick bis an das 
Ende der damals bekannten Erde {Swg loxdrov rrjg y^ff), bis 
nach Spanien (elg rrjv Znavlav), Der symmetrische Aufbau der 
Apostelgeschichte ist also nicht eine schriftstellerische Fictiou 



dvdXrjipig. 379 

des Lucas. Er entspricht vielmehr den geschichtlichen Tat- 
sachen und dem von Paulus nach R. 15,19 in seinen Lebens- 
beruf aufgenommenen Jesusworte Act. 1 , 8. 

Lucas hat mithin ein Meisterstück vollbracht und sich 
als den rechten ,Historiographen^ des Neuen Testaments gezeigt, 
indem er die Schlußperikope der Logiaquelle mit der Pfingst- 
verheißung und dem Missionsprogramm (Act. 1,8) dem zweiten 
Teile seines Geschichtswerkes an die Spitze gestellt und dadurch 
wie durch eine feste Klammer das Leben des historischen 
Jesus mit dem Wirken des erhöhten Christus in der Gründungs- 
zeit seiner ixxXrjola auf das Engste für immer verbunden hat.* 



B. Spezielle Untersuchungen 
zu den paulinisch- synoptischen Parallelen 

außerhalb der Logia. 

127. Matthäus, Marcus, Lucas. 

Wenn die speziellen Untersuchungen bisher die Wahr- 
scheinlichkeit ergeben haben, daß das zwischen den drei 
Synoptikern und der paulinischen Literatur bestehende enge 
Yerwandtschaftsverhältnis als ein Abhängigkeitsverhältnis des 
Apostels und der synoptischen Evangelisten von einer gemein- 
samen vorcanonischen Quelle zu fassen ist, so darf doch eine 
unbefangene Forschung die Möglichkeit nicht aus dem Auge 
lassen, daß die paulinische Literatur ihrerseits auf die 
später entstandenen synoptischen Evangelien, auf die 
Auswahl, Ausgestaltung und Anordnung der in ihnen 
verarbeiteten Quellenstoffe, einen maßgebenden Ein- 
fluß ausgeübt haben könne, zumal da zwei von den 
synoptischen Referenten — Marcus und Lucas — längere Zeit 
in der Gefolgschaft des Apostels sich befunden haben. Ein 



*) Auch Thiersch (Versuch zur Herstellung eines historischen 
Standpunktes ftlr die Kritik der neutestamentlichen Schriften S. 113) sagt 
zu 1. C. 15, 7^: elxa rotg dnoarSXoig näoiv: ,Diese Erscheinung, die letzte, 
scheint identisch zu sein mit deijenigen, welche Lucas an das Ende der 
vierzig Tage setzt und mit der HimmelfiEthrt verbindet.* 



380 Resch, Paulinismus. IL Emzeluntersachungen. 

endgiltiges Urteil über diese Frage kann erst in den za- 
sammenfassenden Untersuchungen des dritten Teiles gegeben 
werden und setzt voraus, daß yorher die speziellen Unter- 
suchungen auch auf diejenigen Partien der cGrei synoptischen 
Evangelien ausgedehnt worden sind, von denen angenommen 
werden muß, daß sie nicht aus der Logiaquelle herzuleiten 
sind. Hiermit ist die Aufgabe dieses Abschnitts gekenn- 
zeichnet, mithin eine Prüfung der im ersten Teile unter B 
(8. 134 — 140) gegebenen Textparallelen zwischen dem Pau- 
linismus und denjenigen synoptischen Abschnitten, welche 
keine Aufoahme in den von mir reconstruierten Logiatext ge- 
funden haben, erforderlich. 

128. rö EvayyiXiov rov ^eov (Mc. 1, 14). 

Zur paulinischen Ausdrucksweise gehört der unter den 
Synoptikern nur von Mc. und auch von ihm nur einmal, 
nämlich Mc. 1, 14, gebrauchte Terminus: xb evayyiJUov rov 
&eov. Derselbe findet sich nicht bei Mt. und nicht bei Lc, 
niemals in den gesicherten Partien der Logiaquelle, auch 
nicht in den von Mc. selbst überlieferten Jesusreden, auch 
nicht in Mc. 14,9 und Mc. 13, 10 (vgL Exe. 116), in welchen 
Stellen der Universalismus des evayyihov aus Jesu Mund ver- 
kündet wird. Daher ist anzunehmen, daß dieser speciell pau- 
Unische Ausdruck (vgl. R. 1, 1-4; 15,16; l.Th. 2, 2. 8. 9; 
2. C. 11,7) von Seiten des zweiten Evangelisten in Mc. 1,14 
adoptiert worden ist. 

129. ISiorao'&ai, oaxpgoveTv (Mc. 5, 15. Lc. 8, 35). 

Längere Unentschiedenheit hat mich bewegt bezüglich 
der Frage, ob der dem Mc. eigentümliche kurze Bericht Mc. 3, 
19**— 21, wonach die Seinen — ol nag ainov — von Jesu 
sagten: &ti l^iaxrj — auf der vorcanonischen Quelle beruhe 
oder nicht. Nach dem Vorgang von B. Weiß habe ich 
schließlich diese kurze Erzählung in meine Reconstruction 
der Logia nicht aufgenommen. Ebenso war es der Weiß'sche 
Einfluß, der trotz mehrfacher Bedenken mich bewogen hat, 
die Erzählung von der Heilung des Besessenen im Lande der 
Gerasener nicht nach der ausfuhrlichen Relation Mc. 5, 1—20 
= Lc. 8, 26—39, sondern nach der viel kürzeren Darstellung 
Mt 8, 29—9, 1 als aus der Quelle der Logia geschöpft an- 



gvayYÜtov tov deov. iS^araa^ai. ri ^gvßeiade, avyytvets. 381 

zuerkennen, nur mit der Modifikation, daß die bei dem ersten 
Eyangelisten beliebte Verdoppelung der Personen ^9,10—18 
von mir beseitigt ist. Meine Bedenken gegen die Weiß*sche 
Auffassung beruhten auf den paulinischen Parallelen. Das 
paulinische oaxpgoveTv (R. 12, 3; 2. C. 5, 13; Tit. 2,6), welches 
in dem evangelischen oaxpgovovvTa Mc. 5, 15; Lc. 8, 35 uns 
wieder entgegentritt, fehlt in der Relation des Mt. gänzlich. 
Namentlich aber die paulinische Ausdrucksweise 2. C. 5, 13: 
ehe yaQ iSiortjfjiev, '&e0' ehe o(0(pQovovfjLev, vjuv erinnert nicht 
nicht nur an Mc. 5, 15 = Lc. 8, 35, sondern auch an das l^imri 
in Mc. 3,21. Da es ganz unwahrscheinlich ist, daß der Ab- 
schnitt Mc. 3, 19^— 21 aus 2.0.5,13 entstanden sein könnte, 
80 bleibt nur die Wahl, entweder das i^lorao&ai und das 
oQxpQoveTv sowohl bei Paulus als bei Mc. und Lc. aus der 
Yorcanonischen Quelle abzuleiten oder in diesem Fall lediglich 
ein zufalliges Zusammentreffen anzunehmen. In ersterem Fall 
hätten Lc. und Mt. bezüglich Mc. 3, 19^—21 die Logiaquelle 
verkürzt und Mc. allein den Quellentext gerettet. Eine ab- 
sichtliche Benutzung von 2. C. 5, 13 ist in Mc. 5, 15 = Lc. 8, 35 
schwerlich zu erkennen. 

130. t( ^oQvßeTo&e (Mc. 5,39). 

Für die Perikope ^ 9, 19-26 = Mt. 9, 18-25. Mc. 5, 
22—42. Lc. 8,41— 55, welche von der Erweckung des Töchter- 
leins Jairi handelt, vertritt nach der von B. Weiß geübten 
Quellen-Analyse der erste Evangelist den kurzen — von Mc. 
weiter ausgeführten — Quellentext. Zu dem besonderen Eigen- 
tum des Mc. gehört dann auch das (weder bei Mt. zu findende, 
noch von Lc. adoptierte) rl ^oQvßeto'&e; Mc. 5, 39. (Vgl. 
B. Weiß Mc. S. 192). Hierzu ist Act. 20, 10 eine paulinische 
Parallele vorhanden, wonach der Apostel bei der Auferweckung 
des Eutychos rief: ju^ '&oQvßeTo&e, Liegt hier mehr als ein 
zufalliges Zusammentreffen vor, so würde eine Abhängigkeit 
des Mc. von Paulus zu constatieren sein oder die Notwendigkeit 
sich ergeben, den Quellentext der Perikope nicht bloß in 
Mt. 19, 18—25 wiederzufinden. 

131. ovyyeveig (Mc. 6, 4). 

In der Formulierung des Logion Mc. 6, 4 hat man einen 
PauUnismus entdecken wollen. Und allerdings enthält Mc. 6, 4 



Lc. 4, 24: 
itniv h tfj natgidi avrot) 



Mt. 13, 57: 

o^x iaxiv ngoipijnjs Äti- 
fjU>S et firj iv rfl Idüf 
xargiSi xal h tfj olxlq, 



avxov 



382 Resch, Panlinismus. II. EinzeluiitersachnngeD. 

einen über die beiden anderen synoptischen Parallelen (Mt. 13,57. 
Lc. 4, 24) hinausgehenden Textbestandteil, welcher an B. 9, 3 
erinnern könnte. Man vgl. 

Mo. 6, 4: 

ovx loTiy nQoqrfiTrig äti^ 
fioc el fifj h tff naugCdi 
avToO Kol ir xoZg avy' 
yevedoiv avtod Mal iv 
z^ otxüf avtov 

Meinerseits habe ich das Wort nach der einfachsten 
Formnlierung in den Logiatext aufgenommen, mithin nach 
Lc. 4, 24 x3 ^ 3, 14. Die Erweiterung dieses einfachen Logion 
durch Mc. liegt ja sichtlich zu Tage. Wenn man annehmen 
wollte, daß Mc. durch R. 9, 3 : tjix^/irjv yäg ivd'&efm elv€u ainbg 
lyd} äjid xov Xqujtov inkg x&v ideJücpatv fiov tq>v ovyysv(bv 
ßjtov xaxä adQxa bestimmt worden sei, die Worte: nal iv 
ToXg ovyyevevoiv aixov in Mc. 6,4 einzufügen, so wfirde 
dennoch ein tieferer innerer Zusammenhang mit R. 9, 3 und 
eine bestimmte paulinische ,Tendenz' in dieser Formulierung 
von Mc. 6, 4 wohl kaum zu erkennen sein. 

132. Ivegyetv, ivigyeia, Ivegyi^fjiaxa (Mc. 6, 14. Mt. 14, 2). 

Zu denjenigen Partien, welche nicht aus den Logia stam- 
men, gehört unbezweifelt die Perikope Mc. 6, 14—29, die Erzäh- 
lung von dem Ende des Täufers. Am Anfang derselben tritt 
in Mc. 6, 14 die Redewendung auf; diä xovro iveQyovoiv al 
dvvdfiEig h avxq> — , eine echt paulinische Redeweise, von 
welcher in den Evangelien, abgesehen von Mt. 6, 14 = Mt. 14, 2, 
keine Spur sich findet. Bei Yergleichung mit 1. Cor. 12,10: 
Ivegyrifiara övvdfieoiv, Gal. 3, 5: ivegycöv övvdfAeig, 
Col. 1,29: xarä x^v ivigyeiav aixov xr^v iveQyov/jLivtjv ly 
i/iol iv dvvd/jLeif Eph. 3,20: xaxä xijv dvvafiiv xrjv ivegyov^ 
/jiivrjv iv fjfjuv, erkennt man in demjenigen, welcher Mc. 6, 14 
originaliter niederschrieb, einen mit dem Stil des Apostels nicht 
unbekannten Schriftsteller. Mit der ganzen Perikope Mc. 6, 
14—29 = Mt. 14, 1—12 ging diese paulinische Redewendung 
auch in das erste Evangelium (Mt. 14,2) über, dessen Ver- 
fasser alles andere als ein Pauliner gewesen ist. Dagegen 
hat Lc, der ,Pauliner', die Perikope Mt. 6, 14—29 nicht ver- 
wendet und den in Mc. 6, 14 enthaltenen Paulinismus vermieden. 



he^yeTv, 'EXXrjvle, ^voiyriaav al dxoaL xsnctyßco/iivfi xagSla. 383 

133. 'EUtivlg (Mc. 7,26). 

In der Perikope ^ 11, 1-11 = Mt. 15,21-28. Mc. 7, 
24—30 bezeichnet der erste Evangelist die Heldin der Er- 
zählung als yvv^ Xavavala. Mc. aber sagt: 1j dk yvvfj ^v 
'EXXfjvCg, HvQOipoivbcioaa (Mc. 7, 26). Man hat den Aus- 
druck 'EXXi]vlg auf den Einfluß des Paulinismus zurückgeführt. 
Mit Rücksicht auf R. 1, 16: 'lovdaUp re nganov xal TlkXtjvt 
vielleicht nicht ohne Orund. Den Ausdruck yvv^ Xavavala 
wird man mit Weiß (Mc. S. 254) jedenfalls als zum Urtext 
der Logia gehörig zu rechnen haben, aus welchen die Erzählung 
ihrem Hauptinhalt nach geflossen ist. 

134. ^volyrjoav al ixoat (Mc. 7,35). 

Die nur bei Lc. zu lesende Perikope Mc. 7, 31—37 von 
der Heilung des Taubstummen in der Dekapolis gehört nach 
dem unverkennbaren Stil originaliter dem zweiten Evangelisten 
an. In den Worten Mc. 7, 35: ^voCytjoav ainov al Axoat 
ist paulinischer Einfluß gesucht und gefunden worden. Vgl. 
Gal. 3, 2: fj IS äxoijg nlatecog und R. 10, 17: i} Tthntg If Axo^g. 
Ich vermag diesen angeblichen Paulinismus nicht anzuerkennen. 
Bei dem Plural Axoal des Mc. ist von den Gehörgängen 
des äußeren Ohres, bei der äxoi^ des Paulus von dem inneren 
Gehör eines gläubigen Herzens die Rede, mithin vielmehr 
eine Abhängigkeit des Paulus von der Logiaquelle zu con- 
statieren, nämlich von ^ 23,42 = Lc. 16,31, wo das dxaveiv 
mit dem jiuneveiv eine Einheit bildet. YgL dazu Exe. 99: 
'Aßgadju. 

135. xaQÖla neTiioQco/jLivi] (Mc. 8, 17). 

In Exe. 31 ist darauf hingewiesen, daß in dem Herren- 
wort ^ 8, 30 = Lc. 8, 10. Mt. 13, 13. Mc. 4, 12 auf Jes. 6, 10^ 
Bezug genommen ist, daß aber die Ausdrücke tkoqovv, TicbQcooig, 
welche auf Jes. 6, 10* sich stützen, in den gesicherten Bestand- 
teilen der Logia sich nicht finden. Dagegen zu Jes. 6, 10* gehören 
drei verwandte Stellen aus dem Sondergut des Mc, welche durch 
die Verbindung von ncogovv und nc&Qcooig mit xagdla sich aus- 
zeichnen. Vgl. Mc. 3,5: Inl rfj ncoQc&aei [Cod. D: vexgcöaei] 
T^Q xagdlag ainöv, Mc. 6,52: ^v aixd^v i} xagdla nenrngm^ 
ßjtivrj, Mc. 8, 17: 7i€na)QQ}ßJtivf]v Sxete t^v xagölav ifJL&v. 



384 Resch, Paulinismas. II. Einzeluntenachnngen. 

In den beiden ersten Stellen redet der Evangelist; in der 
dritten Stelle ist der Herr selbst redend eingefiihrt. Die Ver- 
wandtschaft mit Jes. 6, 10* LXX ist unverkennbar. .Vgl. Jes. 6, 
lO^LXX: biaxvv^ [Codd. AEL al.: InoiQfb^ti] ff xagdla 
tov Xaov xovTov. Von den paulinischen Parallelen (vgl. Exe. 31) 
ist besonders Eph. 4, 18: diä xijv tkoqooiv r^c xagdlag airdiv 
wegen des fast wörtlichen Zusammentreffens mit Mc. 3, 5: iv 
t^ n(OQ(6o€i Ttjg xagdlag afn&v — bemerkenswert, da diese 
Worte in den beiden synoptischen Parallelen Lc. 6, 10. Mt. 12, 13 
(= ^ 5, 28) fehlen, mithin nicht aus der vorcanonischen Quelle 
stammen, viehnehr von Mc. eingefugt sind. Auch in diesem 
Falle dürfte also paulinischer Einfluß auf die Ausgestaltung 
des Marcustextes wirksam gewesen sein. Jedenfalls trifft Mc. 
mit Paulus (sowie mit Joh. 12, 40) in dem Gebrauch der 
Übersetzungsvariante ticdqovv (= naxvveiv) zusammen. Wie 
eng der Apostel Jes. 6,10^ und 6,10* zusanmiendachte, zeigt 
besonders R. 11, 8. 7. Denn die Worte R. 11, 8: Idcoxev airaig 
6 '&€dg . . &(f>&aXfAohg xov /jl^ ßkbieiv xal Jna xov fiii äxoieiv, 
welche weder aus Jes. 29, 10 noch aus Deut. 29, 3 sich voll- 
ständig erklären, ruhen wesentlich auf ^ 8, 30 = Jes. 6, 10^, 
das lji(OQ(o&qoav aber in R. 11, 7 auf Jes. 6, 10\ 

136. äva'&e/jLaxl^eiVf xaxoXoyeiv (Mc. 9, 39). 

Das Logion Mc. 9, 39 nach dem Vorgang von B.Weiß 
nicht als Bestandteil der synoptischen Grundschrift anerkannt 
und deshalb nicht in meine Logia aufgenonmien zu haben, 
bedaure ich nachträglich auf Grund von l.C. 12,3. Wenn 
Lc. wirklich der von paulinischen Tendenzen beherrschte 
Evangelist gewesen wäre , so würde er sich die in Mc. 9, 3 
gegebene Aiialogie zu 1. C. 12, 3 nicht haben entgehen lassen. 
Aber Lc. hat wohl Mc. 9, 38. 39» = Lc. 9, 49. 50 • und Mc. 9, 40 
= Lc. 9, 50^ wiedergegeben, jedoch gerade das wichtige Herren- 
wort Mc. 9, 39^ weggelassen. Daß es in der Version der 
hebräischen Quellenschrift zu lesen gewesen ist, davon ist auch 
bei Lc. noch eine Spur vorhanden nicht bloß in der gothischen 
Yersion, sondern auch in den Itala-Handschriften a, b, c, e, 1: 
nemo est enim, qui faciat virtutem in nomine meo [et poterit 
male loqui de me]. (Die eingeklammerten Worte fehlen in 
c, e, 1.) Tischendorf sagt von diesem Zusatz: libere ex Mc. 
Aber daß nicht Mc. die letzte Quelle dieses Logion ist, daß 



JUJtCDQCDfiivrj xagdla, dva&efMtiCtiy. tovro noUi xai C^Ofi» 385 

es Yielmehr schon in der Ghimdschrift zu lesen war, davon 
gibt die in 1. C. t2, 3 enthaltene Übersetzungsvariante Xiyeiv 
Avd&e/jia Zeugnis. Das xaxoXoyeiv uva bei Mc. ist nicht 
male loqui de aliquo, wie die Italae übersetzen, sondern 
maledicere alicui, jemandem fluchen. Wenigstens die LXX 
gebrauchen das Wort nur, um biß und bgri wiederzugeben. 
Vgl. Ex. 22, 28. 1. Sam. 3, 13. Prov. 20, 20. Mithin ist ISyeiv 
Avä'&EfAa = äva'&e/iAaTlCeiv nur Übersetzungsvariante von hip 
neben xaxoXoyeTv, dessen Bedeutung wie von den Italae so 
auch von der lutherischen Übersetzung zu Mc. 9, 39 nicht richtig 
wiedergegeben ist, während in I.C. 12,3 das lutherische ,ver- 
fluchen' den Urtext hip treffend zum Ausdruck bringt. 

Außerdem entspricht das paulinische Wort PIül. 1, 18: 
nXfjv Sri Tiavxl rgönq), ehe nQoqxiaei ehe äXrj^elq, Ägimdg 
xojayyiXlerai, xal h rovxq) x^Q^» ^XXä xai xagrioofMu — dem 
Sinne nach der ganzen Perikope Mc. 9, 38—40 = Lc. 9, 49. 50, 
insbesondere dem fiii xcokvere in Mc. 9, 39* = Lc. 9,50* und 
namentlich dem Logion Mc. 9, 40: 8g yäg oix Maxiv xa&' fjfx&v, 
iTÜQ fifA(bv ioTiv = Lc. 9,50**: 8g yäg ovx lariv xaff i/x&v, 

137. TovTo nolei xal Cv^f] (Lc. 10,28). 

Nach der von B. Weiß (Marcus 399 ff.) geübten Quellen- 
kritik ist die Perikope Lc. 10, 25-29 mit Mt. 22, 34-40. Mc. 12, 
28—34 identisch, die historische Veranlassung in Lc. 10, 25* 
und Mt. 22, 35 der Quelle gemäß wiedergegeben, die Fassung 
des Quellentextes aber bei Mt. am besten erhalten. Lc. hat 
die Frage des Schriftgelehrten nach der IvroXij jueyäki] durch 
die andere Frage ersetzt: xi noii^oag Ccoijv alcivtov xlijQovojLiijacD, 
welche Frage ^26,13 = Mt. 19,16. Mc. 10,17 und bei Lc. 
selbst Lc. 18, 18 an der ursprünglichen Stelle wiederkehrt. 
Ygl. Exe. 101. Die Antwort auf diese Frage ist bei Lc. dem 
voßuxög in den Mund gelegt. Das Schlußwort Jesu: tovto 
nolei xal C^ofj findet sich bei Mt. und Mc. nicht, lautet aber 
ganz paulinisch (vgl. R. 2, 13; 10,5; Gal. 3, 12) und deckt sich 
nicht nur mit Lev. 18, 5LXX: 6 noii^aag aixä ävOgconog, 
irjoexai h avtoTg, sondern sachlich auch mit Jesu eigenem 
Wort ^ 26, 14 = Mt. 19, 17: el dk ^iXeig elg xijv Ccoijv etael- 
dely, xifjQei xäg hxokäg. In diesem Falle dürfte die lucanische 
Formulierung unter dem Einfluß der paulinischen Parallelen 

T«xto n. Unt«nachiixi(tD. N. F. XU. 25 



386 Resch, Paolinismns. II. EinzeliintersQchnngen. 

entstanden sein. Anders stände es, wenn die Perikope Lc. 10, 
25—29 mit Mt. 22, 34-40. Mc. t2, 28—34 gar nicht identisch 
wäre. 

138. ^ydsitjaey avTÖv (Mc. 10,21). 

In dem Eingang der Perikope Mc. 10,17—30 (= Mt. 19, 
16—29. Lc. 18, 18—30) bietet der zweite Evangelist eine 
drastische Schilderung von dem Auftreten des reichen phari- 
säischen Jünglings, welche ebensoweit von dem ruhigen, ein- 
fachen Logiastil abweicht, als sie dem speziellen StU des 
Marcus in den ihm eigenen Partien seiner Schrift entspricht. 
Vgl. Mc. 10, 17. 21 : xal bcnoqevofiivov axnov etg 6dbv nQooögafjubv 
fifc xal yowTWcifioag avxbv btriQona , . 6 dk *Ii]OOvg IfißXiyfag 
aircp ^ydntjoev avxöv. Zu den letzten Worten hat man auf 
zwei paulinische Parallelen hingewiesen, nämlich Gal. 2, 20: 
Tov vlov rov '&eov tov äyam^aarrög fie und Eph. 5, 2: 5 XQunbg 
ijydntjoev ijnäg. Da der betreffende Marcus-Text in keinem 
Fall der Logiaquelle entstammt, deren Context (nach Exe. 101) 
am reinsten bei Mt. erhalten ist, so kann eine Abhängigkeit 
der paulinischen Parallelen von dem Marcus-Text nicht con- 
statiert werden, und es muß, wenn das Zusammentreffen des 
Marcus-Textes: fiy&jirioev avröv — mit Gal. 2, 20. Eph. 5, 2 
mehr als eine Zufälligkeit ist, in diesem Falle auf eine Ab- 
hängigkeit des Mc. von Paulus geschlossen werden. Eine 
andere Möglichkeit böte sich bei der Annahme, daß Mc. hier 
der mündlichen Tradition eines Augenzeugen folgt, wonach 
in der Person des reichen Pharisäer -Jünglings kein anderer 
als Paulus selbst zu suchen sei, den Jesus bei jener Begegnung 
mit liebenden Blicken umfaßt habe, im Voraus als ein axevog 
Ixloyfjg ihn betrachtend. In diesem Falle enthielte das pau- 
linische Bekenntnis Gal. 2,20: rov viov rov '&€0v rov äyanri^ 
oavrög /xe — einen ganz persönlichen Zug, welcher zu denken 
geben könnte. Vgl. 2. C. 5, 16. 

139. ol doxovvreg ägxeiv (Mc. 10, 42). 

In dem ol doxovvreg Slqx^I'V, welches der Marcustext 
Mc. 10, 42 bietet, hat man unter Hinweis auf die 61 doxovvreg 
in Gal. 2, 6. 9 paulinischen Einfluß und paulinische Tendenz 
gefunden. Aber dieses doxovvreg ägxetv, wofür Mt. 20, 25 
äQxovreg und Lc. 22, 25 ßaadeig gelesen wird, ist, wie das 



^ydmjaev avrdv. oi doxothmg ägxetv. xvQiog ek iotiv. vlog Aavtd, 387 

doxei in Lc. 8, 18: 8 doxei ix^iv, wofür Mc. 4, 25. Mt 13, 12. 
Mt 25, 29 und Lc. selbst Lc. 19, 26 8 ix^i bieten, als eine 
secundäre, epexegetische Zutat harmlosester Art zu beurteilen. 

140. xvQiog 6 '&e6g fjfi&v xvQiog elg iaxiv (Mc. 12,29). 

So gewiß die Perikope ^ 13, 1—6 = Mt. 22, 34-40. Mc. 12, 
28—34 (Lc. 10, 25—28) auf der yorcanonischen EvangeUenquelle 
fußt (vgl. B.Weiß Mc. 399 fiF.), so gewiß hat Mc. den (Mt. 22, 
34—40 erhaltenen) Urtext seinerseits erweiternd ausgeführt und 
namentlich das jüdische ,Schema' (Deut. 6, 4) eingefügt, welches 
die Quelle nicht enthielt. Liegt nun in diesem ,Schema' 
Mc. 12,29: äxove 'lagatjkf xvgiog 6 '&€dg fifjLcbv xvgiog elg 
ioTiv — etwa, wie man im Hinblick auf Gal. 3,20] R. 3,30; 
l.T. 2, 5 behauptet hat, paulinischer Einfluß vor? Ich meine 
nicht. Denn erstlich enthält Mc. 12, 29 wörtlich den Septua- 
ginta-Text von Deut. 6, 4. Zweitens fehlt in den paulinischen 
Stellen GaL 3, 20: 6 &e6g elg laziv, R. 3, 30: elg S ^eög, l.T. 2, 5: 
elg yäg ^eög gerade die den LXX eigentümliche Übersetzimg 
von mrr» durch xvgiog. Drittens stehen diese sämtlichen pau- 
linischen Stellen nicht im Zusammenhang mit der Frage nach 
dem vornehmsten Gebot, sondern im Dienste christologischer 
und soteriologischer Erörterungen und gehen ihrerseits mit 
^ 28, 1. 6 = Mt. 23, 8-10, sonach mit Stellen parallel, in 
denen eine Nebeneinanderstellung des elg '&e6g und des elg 
xvgiog (= elg diddaxaXog, elg xa^Yi]rijg = elg /Lieairtjg) statt- 
findet. Vgl. Exe. 102. Die Einfügung des ,Schema' in Mc. 12,29 
dürfte vielmehr auf jüdischem und nicht auf paulinischemEin- 
fiuß beruhen. 

141. vlog Aavid 
(Mc. 12, 35. 36. Mt. 22, 41-44. Lc. 20, 41.42). 

In seinem gelehrten Werke: ,Les Aryas de Galil6e et 
les origines Aryennes du Christianisme' (Premiere Partie. 
Paris. Emest Leroux. 1902) hat Comte G. De Lafont die 
Ansicht zu begründen versucht, daß die Bevölkerung der nord- 
palaestinensischen Landschaft Galiläa wesentlich arischen Ur- 
sprungs gewesen sei. Indem er auch Jesum zu einem geborenen 
Galiläer macht und p. 57 schreibt: ,0n peut donc conclure, 
en toute certitude, que Jesus 6tait Galil6en et qu'il 
nacquit ä Nazareth' — kommt er zu dem Ergebnis, daß auch 

25* 



388 Resch, Paulinismus. II. Einzeluntersachungen. 

das Christentum nicht aus semitischen, sondern arischen 
Ursprüngen hervorgegangen sei. Auf Grund der neuesten 
Erhebungen von Th. Zahn,* wonach die Familie des Apostels 
Paulus wahrscheinlich aus Galiläa stammt, könnte man weiter 
gehen und auch dem Apostel, welcher das Christentum so 
mächtig fortgebildet habe, arischen Ursprung zuschreiben, 
weil er wahrscheinlich in der galiläischen Stadt Giskala geboren 
sei. Aber wie wenig der Ort der Geburt für die Abstammimg 
des Blutes entscheidend ist, beweisen in Bezug auf den Apostel 
seine Selbstzeugnisse. Ygl. Phil. 3, 4. 5: iyä) . . TteQixofifj ixxa- 
TjfjLBQog, ix yivovg 'lagaijX, (pvX^g Beviafieiv, 'Eßgalog i( 
'Eßgalcov, Yor diesem authentischen Geburtsschein, den der 
Apostel sich selbst ausgestellt hat, schwindet jeder Gedanke 
an die Möglichkeit, daß ihm eine andere als echt semitische 
und speziell jüdische Abstammung zugeschrieben werden könnte. 
Ygl. auch 2. C. 11,22, an welcher Stelle er sich ausdrücklich 
den 'logarjüTrai beizählt. Ahnlich verhält es sich mit den pau- 
linischen Aussagen über die Abstanmiung Jesu aus dem Blut 
der israelitischen Patriarchen und speziell des davidischen Ge- 
schlechtes. Ygl. R. 9, 4. 5: elolv 'loQarjXeirai . . ., &v ol 
narigeg, xal i^ &v 6 XQioxög x6 xard odgxa, 2.T. 2, 8: 
fivrjßji6veve*Ii]oovv XQiardv . . ix onigfiaxog Aavtd, R. 1, 3: Ttegl 
xov vlov avxov xov yevojuivov ix onigfjiaxog Aavtd. Ygl. 
auch Ebr. 2, 16: anigfxaxog 'Aßgadjn inikafißdvexai , Ebr. 
7, 14: ii *Iovda ävaxhaXxev 6 xvgiog ^pubv. Nach diesen 
Zeugnissen ist eine arische Abstammung Jesu völlig aus- 
geschlossen. Daher, wenn Jesus die galiläische Stadt Naza- 
reth seine naxglg genannt hat (vgl. ^ 3, 14 = Lc. 4, 24. Mt. 
13, 57. Mc. 6, 4. Joh. 4, 44), wenn er im Yolke als Na^agtjvög 
(Mc. 1,24; Lc. 4, 34; Mc. 14,67) oder Na^cogaiog (Mt. 26, 71; 
Lc. 18,37; 24,19) oder raXiXaiog (Mt. 26,69; Lc. 23,6) be- 
zeichnet wurde, so müssen (ganz abgesehen von dem Ort 
seiner Geburt) seine Eltern trotz ihrer Zugehörigkeit zu dem 



*) Vgl. Zahn, Zur Lebensgeschichte des Apostels Paulus. 1. Heimat, 
Kriegsgefangenschaft und römisches Bürgerrecht des Paulus. In der 
Neuen Kirchl. Zeitschrift. 1904. I. Heft. S. 23ff. Hieron. de vir.ill. c. 5. 
Photius, Amphilochia, quaest. 116 (Migne 101 col. 688) nsgl naigiSog 
IlavXov: IlavXog . . . xtjv ix naXcuclyv nqoy6v<ov xal xijg ocofjtauxfjg yevioBiog 
xä riaxoiXa — xcofitj de vvv x6 ;i;co^/bv xfjg *Iovdaiag, srdXai noXl^viov XQ*J" 
fiaxioav — naxglda Xaxcov eixe. 



vios Aavtd. 3g9 

davidischen Geschlecht nach Nazareth in Galiläa ausgewandert 
sein, und es muß auch in manchen Kreisen des Volkes die 
Abstammung Jesu aus dem Hause Davids bekannt gewesen 
sein. Sonst bliebe es unbegreiflich, wie er, der Nazarener, 
gleichzeitig als vldg Aavtd angerufen werden konnte. Vgl. 
Mc. 10, 47. 48 = Mt. 20, 30. 31 = Lc. 18, 38. 39, ebenso ^ 11, 3 
= Mt. 15, 22; ^ 15, 1 = Mt. 9, 27; ^ 30, 7 = Mt. 21, 9. Aller- 
dings tritt in dem zweiten und dritten Evangelium die Be- 
nennung vldg Aavtd als eine im Volk gebräuchliche (in Par- 
allele zu Mt. 20,30.31) nur in der Perikope von dem blinden 
Bartimäus auf; dagegen öfter im ersten Evangelium (Mt. 9, 27 ; 
12,23; 15,22; 21,9.15), so daß es deutlich ist, wie dieses 
judenchristlich gerichtete Evangelium die national-jüdische Be- 
nennung des Messias bevorzugt. Jesus selbst hat den Namen 
vldg Aavtd als Selbstbezeichnung niemals angewendet. Wie 
es mit der hierhergehörigen Perikope Mc. 12, 35—37. Lc. 20, 
41—44. Mt. 22, 41— 45 sich verhält, ist bei der Verschiedenheit 
der canonischen und außercanonischen Texte schwer zu sagen. 
Nach Mt. 22, 42 sind es die Pharisäer, welche die Davids- 
Sohnschaffc des Messias bekennen und denen dann Jesus 
Ps. HO, 1 vorhält. Nach Mc. 12, 35 ist es Jesus selbst, der 
in seinem Lehrvortrag es betont, daß die ygafAßiarelg den 
Messias als Davids Sohn bezeichnen. Wenn hier wie Lc. 20, 42 
das Citat von Ps. HO mit einem ydg angeschlossen ist, wie 
der canonische Text es bietet, so müßte eigentlich auf die 
Frage: Jtwg Xiyovaiv ol ygafifiareig Sri 6 XQiaxbg vl6g Aavtd 
ioTiv; — eine negative Antwort erwartet werden: der Messias 
kann nicht Davids Sohn sein; denn {ydg) David nennt ihn 
seinen Herrn. Ganz anders ergibt sich der Zusammenhang, 
wenn in Cod. D sowohl Mc. 12,35 als Lc. 20,42 anstatt ydg 
vielmehr xal gelesen wird. Hiemach könnte das Psalmen- 
citat noch zu der Rede der ygafifiareig gezogen werden, wenn 
nicht das Folgende diese Annahme unmöglich machte. Man 
beachte ferner den Unterschied von Mc. 12,36: iv rcp nvevfwxi 
Tcp äylq), Mt. 22, 43: h Jtvevßiaxi, Lc. 20,42: h ßißXcp xpakfiiav. 
Jedenfalls tritt auch hier der Ausdruck vlbg Aavtd nicht als 
Selbstbezeichnung Jesu auf, sondern lediglich als ein Bestandteil 
der in Israel lebenden messianischen Erwartungen. 

Sicher ist es, daß Jesus selbst das Sprachgut aus Ps. HO, 1 
verwendet hat, um damit vor dem Synedrium seine Erhebung 
in den Stand der Herrlichkeit zu bezeichnen. Vgl. ^ 33, 53: 



390 Resch, Paalinismus. IL Einzeluntersachungen. 

Mc. 14, 62: 



Mt. 26, 64: 

TtXrfvXiyo} v/ur, &Ji^ S.qji 
Syteo^B Tov vlow xov dv- 
^Qmnov xa&riiAEVw ix 



xcu 
^ea^e xov vlov xov dv- 
^Qfbnov ix ^s^i&v 
xa&rifjLSVov xfjg dm^dfietog 



Lc. 22, 69: 

dsio xov vvv de iaxcu 
6 vtd^ xod dv&Qfhnov 
xa&riiitvog ix dB^i&v 
xfjg dwdfuoK TO0 ^eo^. 



Zu diesem Worte, welches sicher aus der Logiaquelle 
stammt {an' ägxi = änd tov vvv = nn^ bei Mt. Lc. ohne Mc.) 
vgLCol. 3,1: iv de^iq, xov ^eov xa^rifAevog, Eph. 1,20: 
axnbv . . . xa'&Coag Iv de^i^ airov, R. 8, 34: 5g loxiv Iv 
deSiq rov ^eov, femer Ebr. 1, 3. 13; 8, 1; 10,12; 12,2; auch 
Mc. 16, 19. Trotz seiner davidischen Abstammung hat Jesus 
die universale Selbstbezeichnung S vldg rov äv^gconov gegen- 
über der national-jüdischen Bezeichnung vldg Aavtd ausschließ- 
lich bevorzugt. Vgl. Exe. 38. 

142. äjioßijoeTai vfiiv elg fjLOQxvQiov (Lc. 21, 13). 

Die in dem Herrenwort Lc. 21, 12. 13. Mt. 10, 17. 18. 
Mc. 13, 9. Lc. 12, 11 = ^ 16, 38. 39 • erschlossene Perspektive 
einer zukünftigen Verantwortung der Jünger Jesu vor jüdischen 
und heidnischen Behörden (vgl. Exe. 64) schließt nach Mt. 10, 18^ 
= -^16,39** mit den in Lc. 12, 11 weggelassenen Worten des 
Urtextes: hfsxev ejuov eig ßiagrvgiov avxoTg [roig ^lovdaioig] 
xai ToTg i^veoiv, welche Worte Lc. 21, 12. 13 in folgender 
Weise modificiert wiedergegeben sind: 

ivexev rov dvöjuarog fiov, inoßrioexai vjuTv elg /üiag^ 
Tvgiov, 

Das eingefügte änoßrioexai ist zweifellos eine paulinische 
Beminiscenz. Vgl. Phil. 1, 19: xovxö ßioi änoßi^aexai elg 
ocoxrjgiav. Aber aus dieser Reminiscenz ein Symptom pau- 
linischer Tendenz gemacht zu haben, zeigt die äußerliche 
Weise der Tendenzkritik. Gerade an dieser Stelle hat Lc. 
ebenso wie Lc. 12,11 die Worte: xal xoig Mveoiv durch 
seine Kürzung des Textes in Wegfall gebracht und damit 
nicht ein nebensächliches, sondern ein wesentliches Element 
des paulinischen Universalismus fallen lassen. Er hat das 
avxoTg xal xoTg l&veaev durch v/mv ersetzt. Man könnte, wenn 
man wollte, hier eher von antipaulinischer Tendenz reden, zumal 
da Lc. auch das Logion ^ 31, 25 = Mt. 24, 14. Mc. 13,10 
bezüglich der oekumenischen Evangeliumspredigt hat ausfallen 
lassen. Vgl. Exe. 116, Aber das Richtige ist, die Tendenz- 



dxoßfjanoi elg fiOQTVQiov. avdtvoc ^QiS daoXeTrcu. 391 

losigkeit der lucanischen Oeschichtsdarstellung anzuerkennen 
und diese Anerkennung nicht durch Aufspürung einiger neben- 
sächlicher paulinischer Reminiscenzen zu beeinträchtigen. 

143. oidevdg ifjicbv ^qI^ And x^g x€q>aX^g AnoXeirat 

(Lc. 21, 18). 

In der vor dem Schiffbruch von Paulus an die Schiffs- 
mannschaft gerichteten Anrede gebraucht der Apostel das auf 
l.Sam. 14,45; 2. Sam. 14, 11 zurückgehende Wort: oidevdg 
yäg ifAWv '&qIS änd rtjg xe(pakfjg änokeiraL Ygl. Act. 27, 34. 
Dieses Wort begegnet uns nun auch in dem lucanischen Evan- 
gelium als Bestandteil der großen eschatologischen Bede Jesu. 
Vgl. Lc. 21, 18: xal '&qI^ ix tijg x€<pai.fjg ifAtbv ov jültj 
änöltjrai. Mit B. Weiß (Mc. S. 415) habe ich diesen Aus- 
spruch nicht zum Urtext der Logia gerechnet und denselben 
daher sowohl ,Logia' S. 88 als S. 181 außer Ansatz gelassen. 
Es besteht nun eine zweifache Möglichkeit, die Entstehung 
der Parallele zwischen Act. 27,34 und Lc. 21, 18 zu erklären. 
Bei der Annahme, daß Lc. selbst der Verfasser der Wir-Quelle 
in der Apostelgeschichte gewesen sei, ergibt sich auch seine 
Beteiligung an jenem Schiffbruch. Dann kann er jenes Trostes- 
wort aus des Apostels Munde selbst gehört und bei Abfassung 
seines Evangeliums der eschatologischen Trostrede Lc. 21 ein- 
verleibt haben. Bei der anderen Möglichkeit, daß Lc. das 
Wort in der vorcanonischen Quelle vorgefunden hätte, während 
es von Mc. und Mt. weggelassen worden wäre, würde das 
paulinische Wort Act. 27, 34 nicht blos auf jenen alttestament- 
lichen Ausspruch zurückgehen, sondern zugleich eine paulinische 
Reminiscenz an ein Wort Jesu und mithin der Gebrauch dieses 
Logion mitten im Sturmesgebraus und im Anblick des dräuenden 
Todes ein Beweis dafür sein, wie sehr der Apostel in Jesu 
Worten lebte und webte. In beiden Fällen aber kann bei 
dem Gebrauch dieses allgemein gehaltenen Logion von einer 
bestimmten ,paulinischen Tendenz^ nicht die Rede sein. Vgl. 
auch PT. m, 583 f. 

144. TÖ ßdiXvyjua x^g iQtjßAdioecog (Mc. 13, 14. Mt. 24, 15). 

Entgegen der in den ,Agrapha' 8. 239 £ und FT. IL 
289—293 vertretenen Ansicht bin ich »^ 
gehender Untersuchung des SachverY* 



392 Resch, Paulinismus. 11. Einzeluntenachungen. 

nähme der Schriften yon Malvenda, Renan, Bousset über 
den Antichrist zu der Überzeugung gekommen, daß in der 
Logiaquelle eine Jesus -Weissagung bezüglich des Antichrists 
nicht vorhanden gewesen ist. Indem ich das nähere für 
meine spätere Schrift: ,Die johanneische Apokalypse und 
die Logia Jesu' verspare, weise ich hier darauf hin, daß 
Paulus nur einmal, am Anfang seiner schriftstellerischen Tätig- 
keit, den Antichrist behandelt, in seinen späteren Briefen da- 
gegen, wie auch in den durch die Apostelgeschichte erhaltenen 
Reden, diesen Punkt niemals wieder erwähnt hat, auch Rom. 
ll,25fiF. nicht, wo es doch sehr nahe gelegen hätte. Jeden- 
falls ist die Frage nach dem Antichrist nicht zu den Ghrund- 
prinzipien des paulinischen Lehrsystems zu rechnen. Während 
nun unter den drei Synoptikern der ,Pauliner' Lucas yon 
Beziehungen zu 2. Th. 2 völlig frei ist, scheint der andere 
,Pauliner' Marcus von 2. Th. 2, 4 beeinflußt gewesen zu sein, 
als er das ßdiXvyjua r^g iQrjjucoaecDg Mc. 13, 14 der großen 
eschatologischen Rede einverleibte und dadurch Veranlassung 
gab, daß auch Mt. 24, 15 dieser danielische Ausdruck in den 
Context aufgenommen worden ist. So dunkel die danielischen 
Ausdrücke: üüuq o'^^sipir = LXX: ßdiXvyfxa x&v iQrifjuboEiüv 
(Dan. 9, 27), D«io^ "pp^^r? = LXX: ßdilvyjua ^(payio/uiivov (Dan. 
11, 31), opüj Y^p^ = LXX: rd ßdiXvyjua igtjiuc&oecog (Dan. 12,11) 
für die Exegese bleiben, so viel wird doch durch die Ver- 
gleichung dieser Stellen evident, daß die Aufrichtung dieses 
ßdSlvyjua im Tempel eine Verwüstung und eine Entheiligung 
desselben herbeiführen solle. Vgl. Dan. 11, 31: CTpan si%ni 
= LXX: xal ßeßrjXcboovoi tö äylao/jxi. Da nun die paulinische 
Schilderung des Antichrists 2. Th. 2,4*: xal vTiegaigö/Lievog tu 
ndvra Xeyöfxevov ^edv fj oißaoßia sichtlich auf Dan. 11, 36: 
irbx hn b^i bx-bs-bs? bnan'>i o^i^in-'i sich stützt, so muß auch der 
Ausdruck in v. 4^: diore avxdv elg rdv vadv tov ^eov xa'&ioat 
auf trrpan = LXX: rd &yiaofxa in Dan. 11,31 zurückbezogen 
werden. In dieser Auffassung trifft Mc. 13, 14 mit 2. Th. 
2, 4 zusammen, teils durch den Artikel x6 vor ßdilvyßia, durch 
welchen auf die Daniel -Weissagung als etwas Bekanntes Be- 
zug genommen wird, teils durch das Masculinum iazrjx&ca, 
aus welchem hervorgeht, daß Mc. bei dem ßdilvyjua eine 
Person, nicht eine Sache, im Sinne hatte. Vgl. Klostermann, 
Das Marcusevangelium nach seinem Quellenwerte für 
die evangelische Geschichte. 1867. S. 253. Daß 



t6 ßSiXvyfML x^i iQrjfjuoosoni. tpdovsixia, 393 

Mc. unter dem Einfluß dieser Vorstellung den Urtext der 
Logiaquelle in diesem Zusammenhang modificiert hat, geht 
aus der Yergleichung mit der lucanischen Parallele Lc. 21,20 
und aus nachfolgender Erwägung hervor. Der Lucastext stellt 
die Aufforderung zur Flucht der Jünger, wie es nicht anders 
sein konnte, an den Anfang der Belagerung Jerusalems, also 
in die Zeit, da die Einschließung der Stadt noch im Gange 
(xvxkovjbtivfjv)^ mithin die Flucht noch möglich war, in eine 
Zeit, da die Jünger die Nähe der Eroberung und der Ver- 
wüstung wahrnehmen konnten: t<Jtc yvdne 8n fjyyixev ^ igi^/uocig 
air^g. Dem Marcustexte zufolge sollte die Flucht erst nach 
der Aufrichtung des ßdiXvyfia im Tempel, also erst nach der 
Eroberung der Stadt, ausgeführt werden. Auch die Parenthese: 
6 äyayivcooxcov voehco — - hat Mc. wahrscheinlich in den Urtext 
der eschatologischen Rede Jesu eingetragen, da doch Jesus 
von einem ,Lesen' seiner eigenen Worte nicht gesprochen 
haben kann. Bei dem ersten Evangelisten, welcher in Mt. 24, 15 
das ßdiXvyjLux xfjg iQtjjLuoaecog aus Mc. 13, 14 herübergenommen 
und außerdem auf die Ghrundstelle durch die eingefügten Worte : 
t6 ^'^kv diä AavirfX rov 7tQo<pi^rov direct hingewiesen hat, ist 
diese Parenthese: 6 ävayivdboxcov voekco, eben weil sie auf 
dieses Daniel-Citat bezogen werden muß, verständlich. Mt. hat 
außerdem das Snov ov dei aus Mc. 13, 14 umgewandelt in h 
TÖTKp dyUp. Es wäre verfehlt, diesen Ausdruck, welcher mit 
dem Urtext: ttJnpo = LXX: äylaajua sich deckt, im Anschluß 
an Weiß (Mc. 421) auf das heilige ,Land' zu beziehen. Vgl. 
die Bezeichnung des Tempels Act. 6, 13: xarä tov x6nov xov 
dylov und v. 14: töv tötzov tovtov. Auch der erste Evan- 
gelist hat in Übereinstimmung mit Daniel, mit Marcus und 
Paulus die Erscheinung des antichristlichen Greuels in das 
Heiligtum des jerusalemischen Tempels verlegt. Die Brücke 
zwischen dem diore airtbv elg rdv vaöv tov #£ov xa^iaai des 
Paulus und dem iardg h TÖTtcp &yUp des Mt. ist zweifellos 
durch Daniel gebaut gewesen. 

145. (piXoveixia (Lc. 22, 24. Mc. 10,41. Mi 20, 24). 

Ein unleugbarer Paulinismus liegt Lc. 22, 24 in den Worten 
vor: lyiveto dk xal q?iXov€ixla h avxoTg, t6 xlq atn&v doxeX 
elvai /LielCcov — , Worte, welche unter dem mchtlichen Einfluß 
von I.e. 11,16: et di xig doxeJ q)iX6yeiHOC eErai ihre FaflBimg 



394 Besch, Paalinismus. II. EinzeluntersuchongeiL 

der redactionellen Hand des dritten Eyangelisten yerdanken. 
Aber diese paaUnisierende Ausdrucksweise des Lc. ist das 
Gegenteil von paulinischer Tendenz. Denn durch diesen von 
ihm selbst formulierten Satz (Lc. 22, 24) hat der dritte Eyan- 
geUst eine Ferikope des UrevangeUums kürzend zusammen- 
gefaßt, welche besonders in ihrer Schlußpointe für die Aus- 
gestaltung des paulinischen Lehrsystems von grundlegender 
Bedeutung geworden ist. Vgl. Exe. 119. 120. Wäre Lc. von 
paulinischer Tendenz geleitet gewesen, so hätte er die Perikope 
A 32, 27-38 = Mt. 20, 20-28. Mc. 10, 35-45 unverkürzt 
wiedergeben müssen und namentlich den Schlußsatz: bovvai 
T^v yfvx^v aitov Xvxqov &vtI noXXcbv — niemals weglassen 
dürfen. Daß er jene Perikope nur excerptim benutzt und das 
Wort von dem Xvxqov (= &vx(Xvtqov) nicht wiedergegeben hat, 
ist unter den zahlreichen Beweisen för seine absolute Tendenz- 
losigkeit wohl der eclatanteste. Vgl. auch PT. II, 254—258. 

146. äyoyvla (Lc. 22,44). 

Wie (pdoveixia, so ist auch äywvla ein von Lc. gebrauchter 
synekdochischer Ausdruck bei vorgenommener Kürzung seiner 
Quellentexte. So hat Lc. ja schon das auf den Beginn des 
Todeskampfes, der äycovla, hinweisende Herrenwort -^33,20 
= Mc. 14, 34. Mt. 26, 38: jieQÜvjtdg ioriv fj y^vx^^ /^ov Sa>g 
^avdxov — in Wegfall gebracht, obgleich es in dem fiixQ'' 
^avdrov (Phil. 2, 8) bei Paulus anklingt. Auch das sicher 
quellenmäßige, im paulinischen Schrifttum (Gal. 4,6; R. 8, 15; 
Ebr. 5, 7 vgl. Exe. 122) bezeugte xQdCeiv ist nicht nur bei Mc. 
und Mt., sondern auch bei dem ,Pauliner' Lc. in Wegfall ge- 
kommen. Doch scheint es bei ihm durch Lc. 22, 44 : xai yevö- 
ixevog iv äycovlq ixrevioxeQOv jiQoorjvx^xo — angedeutet zu 
sein. Wahrscheinlich wird das xgdCeiv bei der Wiederholung 
sich gesteigert haben. Dasselbe xgdCeiv, welches bei der 
äycovla in Gethsemane aus Jesu Mund gehört ward, vernahm 
man auch bei der letzten äycovia auf Golgatha. Vgl. Mt. 27, 50: 
xgdSag cpoyvfj fieydXfi äcprjxev rd nvevfia. 

147. äxsiQOTtolrjTog (Mc. 14, 58). 

In der — von Lc. nicht erwähnten — Aussage der tpevdo- 
fjidQTVQeg geht der Marcus-Text in bemerkenswerter Weise 
über die Matthäus-Parallele hinaus. Vgl. 



ipücmutla. dyü»ria. dxtiQOxolriios. Mc. 16, 9 — ^20. 



395 



Mt 26, 61 : 

oj^o? fytf dvrctfuu xaiaXvacu 
t6v raor rov ^sov xai Sta xqi&p 
'fliu^&v avTW €>ixodofi^O(u 



Mc. 14, 58: 

^fuTs tjxovaofuv avxov XSyortog Su iyd} xaxa- 
Xvoc} TW vaw TOtHrov tw ji^ei^ojro/f/TOV 
xcu dia xQi&v ^fUQc^ SXkov dxtiQOJXoirf- 
Tov oixodofii^ooa. 



Das äxeiQOTtolrjTov des Marcustextes berührt sich mit 2. C. 
5,1: obcodofiijv he '&eov ?;|fO/i€i', otxtav äxsiQonolrjTov atc&riov. 
Man hat daher in dem äxeiQOTiolrjTov des Mc. eine paulinische 
Beminiscenz erkennen wollen. Consequenter Weise müßte man 
dann annehmen, der erste Evangelist habe absichtlich bei Be- 
arbeitung der Marcusquelle diesen Paulinismus getilgt. Aber 
zwingend ist die Annahme eines Faulinismus in Mc. 14, 58 
nicht, da 2.0.5,1 ein ganz anderer Zusammenhang vorliegt 
als Mc. 14, 58. Es wäre überdem eine wimderliche Art ge- 
wesen, wenn Mc. in dieser Weise paulinische Tendenzen hätte 
markieren wollen. 

148. Mc. 16, 9-20. 

Anschließend an meine Untersuchungen über den ältesten 
Evangeliencanon (= Archetypus des Cod. Bezae), welche ich 
in den PT. 1, 34 ff. niedergelegt habe , sind von mir in den 
PT. n, 449—456 über die Entstehung und den Urheber des 
späteren Marcus-Schlusses (Mc. 16, 9—20) Vermutungen aus- 
gesprochen werden, auf welche ich mich hier zurückbeziehe.* 
In dem Cod. Bezae steht das Marcusevangelium noch an vierter 
Stelle. Diese Stellung hatte ihm ohne Zweifel der Yerfasser 
des Archetypus gegeben, von welchem die auf unsre Tage 
gekommene, in Cambridge niedergelegte, Handschrift abstammt. 
In dieser Stellung bildeten die letzten zwölf Verse, welche 
von der Hand jenes Verfassers hinzugefügt waren, nicht bloß 
einen Nachtrag zu dem Marcusevangelium, sondern zugleich 
den Schluß des Evangeliencanons selbst. In diesem Lichte 
gewinnt der spätere Marcusschluß mit den Schlußworten : IxeTvoi 
dk l^eX^övteg ixtjQv^av navtaxov, rov xvqIov ovveQyovvrog xal 
töv Xöyov ßeßaiovvxog diä x(bv InaxoXov^ovvxcov orjfieiwv — eine 
dreifache Bedeutung: als Marcus-Schluß, als Schluß der evan- 
gelischen Geschichte überhaupt und als Überleitung zu den 



*) Die betreffende Untersuchung ist wiedergegeben worden im Ex- 
positor, Ser. IV. Vol. II, 226 ff. unter der Rubrik: ,l)r. A. Resch, The 
Authorship of the Late Verses of Mark.* 



396 



Resch, Paulinismus. IL fiinzeluntersuchungen. 



Actis Apostolorum, eine Bedeutung, welche man bei der jetzigen 
Anordnung der Evangelien nicht mehr zu erkennen vermag. 
Eine dreifache Gliederung ist es, die man innerhalb dieses 
Marcus-Schlusses wahrnehmen kann: 

A. Mc. 16,9—14. Bericht über die Erscheinungen des Auf- 
erstandenen. 

B. Mc. 16,15—18. Compendium einiger Herrensprüche. 

C. Mc. 16, 19. 20. Bericht über die ävdkrjiptg und die 
spätere Wirksamkeit der Apostel. 

Alles ist streng compendiarisch gefaßt. So zuerst der 
Bericht über die Erscheinungen des Auferstandenen 

1. vor Maria Magdalena Mc. 16, 9— 11 = Mt. 28, 9. 10; 
Joh. 20, 11-18; 

2. vor den Emmausjüngem Mc. 16, 12. 13 = Lc. 24, 13—35; 

3. vor den Elfen Mc. 16, 14 = Lc. 24,36-41. 

Der letzte dieser Berichte, wonach von den ivdexa voll- 
ständige äjziaria und oxXrjQoxagdla ausgesagt wird, enthält einen 
schreienden Widerspruch gegen den canonischen Text von 
Lc. 24, 36 ff., einen Widerspruch, welcher bei der Lesart des 
Cod. D: Uyovreg in Lc. 24, 34 (an Stelle des canonischen 
Xiyovxag) nicht vorhanden ist. Hierin liegt ein Beweis für die 
Identität zwischen dem Verfasser des Marcus-Schlusses und 
dem Redactor des Evangeliencanons, dem wir die wichtige Les- 
art Xiyovxeg verdanken, zugleich ein Beweis für die Sicherheit, 
mit welcher dieser Bedactor über das geschichtliche und hand- 
schriftliche Material, aus welchem er seine compendiösen Notizen 
excerpierte, zu disponieren im Stande war. 

Das an zweiter Stelle folgende Compendium von Herren- 
sprüchen zeichnet sich aus durch deren Verwandtschaft mit 
der paulinischen Literatur. Vgl. 



Mc. 16, 15— 18: 

V. 15: noQev&evree eis tov x6o(iov 
cbiana xrjQv^ate xo svayyiXiov 
naofi ifj Hilosi 

V. 16*: 6 niorevoaq xai ßanxi- 
O'&eig oco^i^osxai 



V. 16^: 6 6e d:tioxijaag xaxaHQi- 
^i^aexat 



Paulus: 

Col. 1, 28: xov evayysXlov . . . xov 
HfjQvx^svxog iv jtdajj xxioet 

R. 1, 16: eis ocoxrjQlav Jiarri x^ 
jfiaxevovxt, Eph. 1, 13: x6 evay- 
yeXiOv XYJg ocoxfjglag vfAWV, h q> 
xalnioxevoavxeg ia<pQaylo^fjxg 

2. Th. 2, 12: tva xqi^cjoiv anavxes 
ol fxrj niaxevaavxeg 



Mc. 16, 9—20. 



397 



V. 17: orifi€ia 6h loTg niorsvoaotv 
ratita noQoxoXotr&i^oei ... yltoa- 
oaig XaXi^aovatv xcuvdlg 



I.e. 14, 22: alyXmccai elg atj/isTöy 
ehiy ov roTg Tiiotevovaiv, AXXa 
toTg &nl(noiS, 1. C. 13, 1: ior xaXg 
yXfoooaig t&r dy^Q<onQ>v XaX& xai t&v äyyeXoay, 1. C. 14, 5: 
^iXo} Sk narttK vfiäg XaXsXv yXtoooatg. l.C. 12,30. 



Act. 16, 18 : t4> TtvsvfMLTi elnev * jiclq- 
ayyiXXo} aoi iv dvöftati 'Iffoov 
Xgiotov i^tX^eiv out* avrfjs 

[Act. 28, 3. 5: ix^Sva i^sX^vaa xa&' 
rjxpsv tilg x^^Q^^ avrov . . . 6 fjikv 
6jfOttvd^ag ro ^giov sig t6 nvQ 
ina&ev ovSev xaxov,] 

Das dritte und letzte Compendiom Mc. 16, 19. 20 zeigt 
«Iiarakteristische Berührungen mit dem Ebräerbriefe. 

Mc. 16, 19.20: 



T. 17: iv T<p 6v6fiati fiov dcu' 
fi6vta ixßaXovaiy 

V. 18: iv xoug ;f c^aiv Sq>etg dgov' 
aiv, xav davdaifidv ti nUooiv, ov 
fitf a^tovg ßXdyffj 



y', 19»: 6 fiev tAyv xvgiog ... dv- 

BXrjfi<p^fl Big t6v ovgavdv 
y. 19^: xai ixd^toev ix Se^i&v 

▼.20: Toff xvq(ov avvßQyovviog 
xai xov Xdyov ßsßaiovvtog dtä 
j&v ijtaxoXotr&ovvTajv arffjielcov 
[Cod. Askew: xai xigaoiv] 

Endlich ist noch ein eigentümlicher Parallelismus vorhanden 
zwischen 



Ebr&erbrief: 

9, 24: elo^X^ev . . . elg ovr^ x6v 

ovgavdv 
10,12: ixd^ioev iv Se^t^ tov 

2, 4: ißeßai€o^ri ovventfAaQxv- 
Qovvxog xov ^eov otffieiotg xe 
xai xigaoiv 



Mc. 16, 9-19: 
Y. 12: iipav9Q<o^rf iv ixigg, iMQipfj 



V. 15: xriQv^axe x6 svayyiXiov 

V. 15: Big xov xdofiov, v. 16: 6 jti" 

axevaag 
y, 19: dveX^fitp^tf elg xov o^gavdv 



1. T. 3, 16: 

i<pavBQ(o-&fi iv OCLQxi 
iduiüudt&ri iv nvsvfiaxt 
cjqfdfj dyyiXoig 
ixff Qvx^V i^ i^saiv 
ijiiaxev^tj iv xöof^q} 

dveXi^fjKp^rj iv Sd^fj. 



Die Behauptung, daß nach diesem Marcus-Schluß die ävd- 
Xijyfig mit der Erscheinung des Auferstandenen vor den ivdexa, 
welche Mc. 16, 14 berichtet ist, zeitlich unmittelbar zusammen- 
falle, beruht auf einer völligen Yerkennung Hes compendiarischen 
Charakters, welcher diesen knappen Berichten beiwohnt. So 
wenig das v. 20 Berichtete, der Ausgang der Apostel in alle 
Welt mit der ävdirjtpig (v. 19) zeitlich zusammenfiel, so wenig 
die ävdXtjipig (v. 19) mit der v. 14 berichteten Ghristophanie. 
Und wie kann man glauben, daß der Redactor des Archetypus 
von Cod. D, der zwischen Mc. 16, 14 und Lc. 24, 34 durch 



398 Resch, Paulinismns. IL Einzeluntersachongen. 

die Lesart Xiyovxeg eine so Yollkommene Harmonie hergestellt 
hat, unmittelbar darauf eine schreiende Disharmonie habe 
schaffen wollen zwischen einer ävdkrjyfig am ersten Ostertage 
nach Mc. 16, 19 und einer ävdlrjtpig am vierzigsten Tage nach 
Ostern, wie sie Act. 1, t— 13 berichtet ist! Dabei darf allerdings 
nicht vergessen werden, daß Cod. Bezae, wie er jetzt vorliegt, 
den späteren Marcus- Schluß nur bis Mc. 16, 15* darbietet. 

149. olxodofieTv rijv ixxkrjolav inl tfj nixQq, (Mt. 16, 18). 

Gemäß den in PT. 11, 187—196 seiner Zeit gegebenen 
Darlegungen ist Mt. 16, 18 in meine Reconstruction der Logia 
nicht nach dem canonischen, sondern nach einem außercanoni- 
sehen Texte aufgenommen worden. Vgl. ^ 11, 17: x&y(b liyco 

001, Sri Ttvkai "Aidov ov xanoxvoovolv oov. Inzwischen hat 
sich mit Rücksicht auf das gegenwärtige Werk bezüglich des 
zwischen Mt. 16, 18 und der paulinischen Literatur bestehenden 
Yerwandtschaftsverhältnisses eine erneute Untersuchung des 
Sachverhaltes nötig gemacht. 

Was zunächst den Ausdruck hexkrjola anbetrifft, so gehört 
derselbe vorzugsweise der paulinischen Literatur an. Die 
beiden Petrusbriefe gebrauchen ihn nicht: auch im 1. und 

2. Johannesbriefe fehlt er gänzlich; im 3. Johannesbriefe tritt 
er dreimal, im Jacobusbriefe einmal, im Ebräerbriefe zweimal, 
in den Actis 24 mal, in der Apokalypse 20 mal auf. Abgesehen 
von dem paulinischen Sprachgebrauch , wozu auch Act. 20, 28 
gehört, sind es allenthalben die historischen Einzelgemeinden, 
die mit ixxkrjola bezeichnet werden, in den Actis nicht minder 
wie in den ersten drei Kapiteln der Apokalypse. Aber auch 
in der paulinischen Brief literatur herrscht diese Bedeutung von 
bcxXfjoia bei weitem vor. In den ältesten paulinischen Briefen, 
in denen an die Thessalonicher , wird ixxXrjola ausschließlich 
von den historischen Einzelgemeinden gebraucht, ebenso im 
zweiten Corintherbriefe und zweimal im Galaterbrief. Doch 
schon in dem Ausdruck: idicoxov Tfjv IxxXtjoiav tov ^eov 
Gal. 1,13 = I.e. 15, 9 erscheint die ixxXrjoia tov ^eov als 
Gesamtgemeinde, ebenso 1. C. 12,28: ovg juhv ^ero 6 ^edg h 
rfj ixxXfjolfjf, nqanov äjtooroXovg xrL Dagegen B. 16, 16: al 
ixxirjolai näoai tov Xqiotov, Im Briefe an die Colosser 
teilen sich die Stellen, indem zwei auf die Gesamtgemeinde, 
zwei auf die Gemeinde von Laodicea Bezug haben. Erst im 



üixodofitTv Tfi¥ ixxXtjolav htl tfj nitQq, 399 

Epheserbriefe hat sich Paulus zu dem yoII ausgebildeten Be- 
griff der Gesamtgemeinde (= Kirche) = ixxXrjala emporgehoben. 
Ja in diesem Lehrbrief hat er die ixxkrjola als die 
nach Gottes ewigem Rat in Christo verwirklichte, aus 
Israel und der Heidenwelt zu einer Einheit zusammen- 
wachsende Kirche (= Gesamtgemeinde) zum Thema 
seiner apostolischen Unterweisung gemacht 

In den Herrenreden sowohl nach der johanneischen Re- 
lation, als bei Mc. und Lc. , auch bei Mt. in den gesicherten 
Partien der Logiaquelle fehlt der Ausdruck ixxXrjala, Ebenso 
zeigen die Agrapha keine Spur davon. Nur bei dem ersten 
Evangelisten Mt. 16, 18 und Mt. 18, 17 tritt uns das Wort 
ixxXrjola entgegen, im letzteren Falle zur Bezeichnung der 
Einzelgemeinde, an ersterer Stelle zur Bezeichnung der Ge-, 
samtgemeinde (= Sarche), im ersteren Fall als ^ ixxXtjota fwv, 
an letzterer Stelle als ixxXvjola schlechthin. 

Auch olxodofieiv (in den paulinischen Briefen neunmal, 
den paulinischen Reden der Apostelgeschichte einmal), bioi- 
xodofmv (sechsmal in den Briefen), oIxoöojlh^ (15 mal in den 
Briefen) sind echt paulinische Termini, namentlich in folgenden 
Wortverbindungen: ixxXrjolav olxodofieT (i.C. \4^ 4)^ tva ^ 
ixxXrjola olxodojUrtjv Xdßfj (l.C. 14,5), Jigdg trjv otxodofirjv 
TTJg ixxXrjoiag (l.C. 14, 12), elg olxodoßArtjv xov o(bfxatog xov 
Xqujtov (Eph. 4, 12), an letzter Stelle nahe verwandt mit 
Mt. 16, 18: olxodofirjocü fiov rfjv ixxktjolav. Der Gebrauch des 
olxodofmv ist in sicheren Logiapartien nachweisbar. (Vgl. -^ 6, 
59-62 = Mt. 7, 24-27 = Lc. 6, 48. 49; ^ 21, 34 = Mt. 21, 42 
= Mc. 12, 10 = Lc. 20, 17 und öfter, besonders deutlich in 
dem Schluß der Bergpredigt (vgl. Exe. 22). Es geht sonach 
Mt 16, 18* in den Begriffen olxodo/neTv und Ixxlrjola mit pau- 
linischen Parallelen Hand in Hand. Um so schärfer ist das 
Auseinandergehen zwischen Paulus und Mt. 16, 18, sobald es 
um den Grund sich handelt, auf welchem die ixxXrjoia erbaut 
werden soll. 

In der paulinischen Auffassung bildet Christus den allei- 
nigen Gnmd der IxxXrjala. Es ist als ob der Apostel den- 
jenigen gegenüber, welche den Kt]q?äg oder den *A7ioXXd>g oder 
sonst einen Menschen (vgl. l.C. 1,12) zu ihrem Haupte er- 
wählen wollten, aber auch vorbeugend jener — später in den 
Clementinischen Homilien ausgeprägten — Richtung, welche 
den Petrus als rrjg ixxXrjalag ^efiiXiog (vgl. Hom. Clem. 



400 Resch, Paulinismus. II. Einzeluntersucliungen. 

XVn, 19) und als oxegeä nirga der Kirche (vgl. dieselbe 
Stelle) betraohteten , nachdrücklichste Yerwahrung habe ein- 
legen wollen, wenn er es bezeugt 1. G. 3, 11: ^e/iiXiov ydg 
äÜiov ovdelg dvvarai '^uvai naqä tÖv xeljusi^ov, Sg iativ *Irjaovg 
XQunög, Auch l.T. 3, 15, wo die ixxXi]o(a ^eov als atvXag 
xal iÖQalwfia xijg äXrj^elag bezeichnet wird, hängt mit dem 
großen grundlegenden christologischen Zeugnis 1. T. 3, 16 aufis 
Engste zusammen. Ebenso Eph. 2, 20 , wo die Glieder der 
hexXtiola als htoüiodofiri'&hxBg bil xcp '&Bfiellq> xatv änoardXaiv 
xal nQoqyqx&v genannt werden, ist Christus als der eigentliche 
Grund- und Eckstein yorausgesetzt: Svxog äxgoycovialov 
aixov Xqujtov *Itjaov, Diese paulinische Auffassung ist ganz 
im Sinne Jesu. Vgl. ^21,34 = Lc. 20, 17. Mc. 12,10. Mt. 
'21, 42, wo Jesus in Anwendung Yon Fs. 118, 22: Xi^ov 8v 
dnEÖoxifiaoav ol oixodofjiovvxeg , o^og lyevq^ etg xeq)aXiiv 
ycovlag (= Const. V, 16: äxQoycoviaiov) sich selbst als den 
Grund- und Eckstein der Sarche bezeichnet. 

Was nun insbesondere den Simon Petrus betrifft, so spricht 
sich Paulus in seinem ersten Briefe an die Corinther sowie in 
dem Brief an die Galater auf eine solche Weise über ihn aus, 
wie es unmöglich gewesen wäre, wenn er auf Ghrund eines 
Jesuswortes in ihm den Primas unter den Aposteln hätte an- 
erkennen müssen. Er nennt ihn l.G. 3,22 auf gleicher Stufe 
mit Paulus und Apollos, und erst an dritter Stelle, wenn er 
sagt: ehe IlavXog ehe 'AnoXXcog ehe Ktjq^äg. Als Zweiter ist 
er zusammengestellt mit zwei anderen Aposteln in Gal. 2, 9 : 
^Idxcoßog xal Ktjcpäg xal 'Icodwrjg, Wenn dabei hinzugefugt 
wird: ol doxovvteg arvXoi elvai, so wird dieses den drei ge- 
nannten Aposteln gleichermaßen geltende Praedicat durch 
das ol doxovvteg lediglich auf die allgemeine Geltung, welche 
diese drei Männer in der Urgemeinde sich erworben hatten, 
in keiner Weise aber auf ein besonderes Wort Jesu zurück- 
geführt. Ebenso wenn Gal. 2, 6 der Apostel schreibt: i/j,ol 
yoLQ ol doxovvxeg ovdhv TtQoaavS&evto — und vorher änd dk xa>v 
doxovvTcov elval n, — SnoXoi noxe ^oav ovöh fjLoi dia<p£Qei — , 
so enthalten diese Ausdrücke das Gegenteil einer Praerogative 
oder eines apostolischen Primates, mit welchem Jesus den 
Simon ausgezeichnet hätte, wie es doch Mt. 16, 18 nach dem 
canonischen Texte berichtet wird. 

Aber von Mt. 16, 18 gibt es neben dem canonisch -recen- 
sierten Text, welcher zu der paulinischen Auffassung in directem 



olnodofuSif Ttjv ixxXtjolay hti tfj nhgq, 40 t 

Gegensatz steht, noch zwei anßercanonisohe Textgestalten. 
Ensebins nnd Epiphanias erwähnen neben dem canonischen 
Text zu wiederholten Malen den Text von Mt. 16, 18 ohne die 
Bezugnahme auf Petrus, also ohne die vier Worte: oh eJ 
nixQoq . . Tavxfi.. Vgl. z. B. Eus. Laus Const. Xvil, 8: inl 
rijv Tihgav otxodojuii/joco fiov r^v hexltjalav, xal wulai "Aidov o6 
xaxiaxvoovaiv ait^g. In dieser Fassung besteht zwischen Paulus 
und Mt. 16, 18 nicht nur kein Widerstreit, sondern die voll- 
kommenste Harmonie der Gedanken und Worte. Ygl. dazu 
PT. n, 187 f. 

Aber noch ein anderer außercanonisoher Text liegt vor 
bei Ephraem Syr. Dieser kennt zwar ebenfalls die canonische 
Textgestalt von Mt. 16, 18 (wahrscheinlich aus dem Evangelium 
der Getrennten), bringt aber in dem Commentar zu dem Dia- 
tessaron nach Mösinger p. 153 folgenden Wortlaut: 'portae 
inferi te non vincent. Daß er wirklich so gelesen hat, wird 
bestätigt durch eine Stelle in den Hymni et Sermones n, 156 
ed. Lamy, woEphraems Worte folgendermaßen wiedergegeben 
sind: vectes inferni non praevalebunt adversus te. Als 
weiterer Zeuge tritt hinzu Ambrosius, welchen ich in der 
Untersuchung PT. 11, 187 fif. noch nicht erwähnt habe. Man 
vgl. de bono mortis Xu, 56: Denique donatur Petro, ne forte 
portae inferi praevaleant ei — , femer de incarn. Dom. 
sacramento I, 5: non enim de came Petri, sed de fide dictum 
est, quia portae mortis ei non praevalebunt — , sodann 
Expos. Evang. sec. Luc. Vll, 5: neque enim Petrus mortuus 
est, cui juxta Dominicam sententiam inferi porta praeva- 
lere non potuit. So reichen sich in dieser außercano- 
nischen Lesart Italien und Syrien, der Westen und 
der Osten, die Hände. Auf Gnmd dieser — von Tischen- 
dorf nicht notierten und auch von Zahn (Matthäus S. 538 
Anm. 65) nicht erwähnten — Lesart dürfte es nicht zu kühn 
sein, zu behaupten: ,noch bis ins vierte Jahrhundert hinein 
bleibt der Text von Mt. 16, 18 schwankend.' Vgl. PT. H, 195. 

Wir stehen hier vor einem noch ungelösten textkritischen 
Rätsel. Nach Eusebius und Epiphanius erscheint die erste 
Hälfte des Logion unpersönlich, nach Ephraem und Am- 
brosius die zweite Hälfte persönlich, beides im Gegensatz 
zu dem canonischen Text, merkwürdiger Weise auch beides 
in Übereinstimmung mit paulinischen Parallelen. Denn wie 
das olxodo/LieTv ttjv ixxXrjoiav ein echt paulinischer Ausdruck 

Texte Q. Untersachimgen. N. F. XII. 26 



402 Besch, PanlinismuB. IL Einzeluntersuchongen. 

ist, 90 erinnert auch die Gleichung: TtiäXai "Äidov oi xari^ 
a%i0ovalv aov = portae mortis non praeraldbunt tibi — an 
das paulinische Wort 1. C. 15,55.57: nov aov, ^dvate, xd 
vhcog; tiqv aov , ^dvaze [= ^ii]]^ tö xhrtQOv; , , t0 dk i9e^ 
X^^Q^ ^0 M6vu fjfuv tb vütog 6iä xov xvqIov ijjiiojv 'Iijow 
Xgunov. Der Sinn der Worte: jtvixu "Aidov ov xaxujxüoovalv 
aov — ist hiemach kein anderer als der Ton Ambrosius 
(E^pos. Erang. sec. Luc. VU, 5) wiedergegebene: neque enim 
Petrus mortuus est. Was von Jesus gilt B. 6, 9: ^dpojoc 
avTov ovxhi xvQievet — , das gUt auch von den Seinen: nag 
. . ö Tuat&liiov elg if^ ov jultj äjw&dvji dg rdv cJcava, Nach 
dieser Fassung und Deutung ist das Herrenwort Mt. 16, 18: 
nviai "Aidov ov xaxioxvoovoly oov — als eine nähere Aus- 
f&hrui^g von Mt. 16, 17: /laxägiog d, 2!1/mov Bagicovä — zu 
betrachten.* 



*} Meiner Besprechung von Mt. 16, 18 in den FT. II, 187-198 hat 
C. A. En eller (S. J.) in den ^Stimmen aus Maria Laach* Jahrg. 1896 
S. 129—139. 288^299. 875—882 eine Abhandlung entgegengesetst, welcher 
er die Überschrift gegeben hat: ,Petrus als Felsengrund der Kirche.* 
In derselben hat er gerade das, was für die Sache entscheidend ist, das Ver- 
hältnis von Mt. 16, 18 zu den paulinischen Briefen, vollständig 
übergangen. Insofern wäre es an dieser Stelle nicht erforderlich, 
jene Abhandlung zu erwähnen. Nur eine einzige Berichtigung möchte 
ich hier einfügen, weil sie von exegetischer Bedeutung ist und zur Klärung 
des Sachverhaltes von Mt. 16,18 dient. Kn eller nimmt (S. 134) an, daß 
nach Mt. 16, 18 der Name des Apostels von Jesu ,geändert* worden sei, 
und zwar (vgl. S. 292) zum ,Lohn* des vorausgegangenen Bekenntnisses. 
Demgegenüber ist festzustellen, daß es bei der Benennung Uhgoi = Kij<pac 
sich nicht um eine Namensänderung, sondern um eine Eponomasie 
handelte, um Erteilung eines Beinamens (ähnlich wie die Beinamen 
Boavff^ig = vhi ßQfnrr^s, Kavardios = ZtjXcori^e, ßaddaXog = AsßßcSog 
— vgl. PT. III, 8l4fEl). Die Eponomasie ist deutlich markiert Med, 16: 
ini^nev ^ofia r^ Zlfjuovi Ilhgov, Lc. 6, 14 D: ngo^TOv Sl^AUiva, Sv xcu 
Ilhgov isiiovöfMOsv. Der canonische Text von Lc. 6, 14 ist einfach d>v6/Aaoev. 
Nur Justin (Dial. c. 106) schreibt irrtümlich fjtetayvofxaxivat = Namens- 
änderung, hält es also hier mit Kneller. Aber die Eponomasie hat nicht 
erst Mt. 16, 18 stattgefunden. Auch im ersten Evangelium ist sie schon 
Mt. 10, 2 {siQ&ios ZliAcav 6 Xeyöfievos Uitgog) vorausgesetzt. Und 
aus Joh. 1, 42: kußXhpag ain^ 6 'Irfooifs ehttr' ov sl ZI^kov 6 vlas 'Iei>6¥iw, 
aif xXtf^fffi Krjtpäe, S iQfAtjveverou Ilhgog — wissen wir, daß j&ae Eponomasie 
bereits beim ersten Begegnen Jesu mit diesem Jünger erfolgt ist, mithin 
nicht ein Lohn fär sein späteres Bekenntnis, sondern für den zu raschem 



olxodofteXv T17V htxXtjaiav. iXev^egoi. evvavxoi. 403 

150. ikeMegoi elaiv ol vloi (Mt. 17,26). 

Der Quellenkritik von B.Weiß (Mt. 8. 406-409) folgend, 
habe ich die Perikope Mt. 17, 24—27 nicht ift die Logia auf- 
genommen. Durch die Yergleichung mit dem Paulinismus ist 
mir die Frage nahegerückt, ob ich nicht in dieser BGuisicht 
eine Selbstcorrectur eintreten lassen soll. Die Parallelen 

Mt. 17,26: ägaye ilsv^s- Gal. 4,31; hfAsr xixva xrjg iksv^igae 

Qol elaiv ol viol R. 8, 21: elg x^v sXev&eQlav . . xotv tsxvodv 

weisen auf eine Verwandtschaft hin, welche als Abhängigkeit 
des Apostels von dem Herrenwort Mt. 17,26 anerkannt werden 
möchte. Dazu vgl. 1. C. 7,22: äneXev'&eQog, Gal. 5, 1: r^ 
IXtv^eqlq ij/uäg Xqioxbg ijXevi^iQcooev, sowie das Agraphon, 
welches Clemens AI. (Strom. VI, 44) mitteilt. Vgl. Exe. 170. 

151. evvovxoi (Mt. 19, 12). 

Das Wort von den evvovxoi repraesentiert einen Text- 
bestandteil, durch welchen das erste Evangelium sowohl sprach- 
lich als auch sachlich von der gesamten übrigen Evangelien- 
Uteratur abweicht. Vgl. PT. 11,246-251. Ebenso fehlt das 

Wort, zu schnellem Handeln , aber auch zur Wankelmütigkeit geneigten 
Petras eine seelsorgerliche Mahnung war. 

Unberührt von dieser ßerichtigung bleibt die — auch von Eneller 
nicht widerlegte — Feststellung, daß dem Apostel Paulus nach Aus- 
weis seiner brieflichen Zeugnisse sowie seiner apostolischen Reden ein 
von dem Herrn an Petrus übertragener apostolischer Primat 
nicht bekannt gewesen ist, daß das älteste Schrifttum der 
Urkirche, welches wir besitzen, das paulinische, über einen 
solchen Primat schweigt, ja Zeugnisse enthält, welche einer 
derartigen Annahme direct entgegenstehen. Ein persönlicher 
Primat des Petrus würde selbstverständlich nicht von ferne eine Über- 
tragung desselben auf seine Nachfolger involvieren. Obige Feststellung 
ist daher von antirOmischer Animosität völlig frei. Aber auch ein bloß 
persönlicher Primat des Petrus ist in der paulinischen Literatur ohne 
Beleg. Das paulinische Schweigen in Bezug auf Mt. 16, 18 • fällt umso 
schwerer ins Gewicht, als die Bekanntschaft des Apostels nicht nur mit 
Mt. 16, 17 unzweifelhaft ist (vgl. Exe. 46), sondern auch in Bezug auf 
Mt. 16, 18^: olxodofii^oio fiov tijv ixxXtjolav — und Mt. 16, IS^': nvlcu qdcv 
ov xatiox^oovaiv aov — sich wahrscheinlieh machen läßt. Nur gerade die 
Worte: ov sl Ilhgog xai knl tavxfi xfj xixgq. — sind ohne paulinische 
Parallelen, nicht aber ohne paulinische Gegenzeugnisse. Vgl. 1. C. 3, 11; 
Eph. 2, 20; 1. C. 3, 22; Gal. 2, 6. 9. 

26* 



404 Resch, Paolinismas. II. Einzeluntersucliungeii. 

Wort in der pauliniBchen Literatur. Und wenn man 1. C. 7, 1 : 
xaXdv äv&Qc&Tup yvvouxdg /irj Sjvitc&m als Sachparallele zu Mt. 
19, 12^ und 1. C« 7, 7^: ixaaxog Xdiov Ix^i x^Q^ß^^ ^ ^eov als 
Sinnparallele zu Mt. 19, 11 : diX ok diöotai hat betrachten wollen, 
80 liegt doch der völlig subjective Charakter dieser pau- 
linischen Äußerungen auf der H!and. Hätte Paulus ein Herren- 
wort Ton den eivovxoi gekannt, so würde er kraft seiner 
apostolischen i^ovaCa auf diese objectiTC Unterlage sich ge- 
stützt und nicht ausdrücklich gesagt haben: tovto dk Uyco 
xard avvyvc&firjv, oi xqt inixayi^v. Vgl. 1. C. 7, 25: negl öh 
T&v TWLQ'^ivcov ijiitayijv xvqIov oix ^x^' Oder wenn er das 
Logion von den eivovxoi zwar gekannt, aber als eine ^biixayii* 
xvqIov nicht hätte bezeichnen wollen, so hätte er doch gewiß 
in diesem Falle etwa sagen müssen wie l.Th. 4, 15: rot^ro 
yäg vfjuv UyofAev Iv X6yq> xvqIov. Paulus war wohl ein Teil- 
nehmer der in Mt. 19, 11. 12 ausgesprochenen Gesinnung; aber 
einen darauf bezüglichen Xöyog xvqIov kannte er nicht 

152. xa^edga Mcovaioyg (Mt. 23, 2. 3). 

Auch die Worte Mt. 23, 2. 3»: fcrl r^g MwiJaeoyg xa^i^ 
iQag hed'&iaav ol yQafjLfiaxeig xal 61 ^agioaioi' ndvta oiv Soa 
idv etjicooiv vjmv noirjoaTe xal rtjQeire ■— bilden in der ge- 
samten Eyangelienliteratur eine Singularität. Schon die xa&eÖQa 
McDvaicog ist eine solche. Vollends aber die Forderung des Ge- 
horsams gegen sämtliche Lehr- und Sittenvorschriften der 
Pharisäer sowie der Schriftgelehrten steht in Widerspruch mit 
den folgenden Worten Mt. 23, 4 = Lc. 11, 46: deojuevovaiv 
dk q?OQtla ßagia (= Lc. : dvaßdoraxTa) ^ sowie mit anderen 
Beden Jesu. Vgl. das wiederholte lyo) dk Xiyco vfuv in der 
Bergpredigt (Exe. 88), die Abrogierung der Beinigungsgesetze 
(Exe. 35), die Schärfe des Gegensatzes gegen die Pharisäer 
und Schriftgelehrten mit ihren Selbstwidersprüchen (Exe. 58. 59), 
die Verwerfung der didaoxaXiai xal hndlfiaxa dv&Qcojtwv 
{A 10, 4-10 = Mt. 15, 1-9. Mc. 7, 1-8). Was die paulinische 
Literatur betrifft , so hat man wohl B. 2, 22 als Sinnparallele 
zu Mt. 23, 3^: xaxd dk xd Sgya avx(bv jurj jtoieTxe — heran- 
gezogen. Aber zu Mt. 23, 2. 3* findet sich bei Paulus weder 
eine Sinn- noch eine Wortparallele. So bleibt Mt. 23, 2.3» so- 
wohl in der evangelischen als in der paulinischen Literatur 
eine Singularität. 



evvovxoi' xa^idga Mwvoifog, Die Agrapha bei Paulas. 405 



C. Spezielle Untersuchungen 
zu den paulinischen Agrapha- Parallelen. 

153. Die Agrapha bei Paulus. 

Drei Kriterien sind im Auge zu behalten, wenn es gilt, 
außercanonisch überlieferte Evangelientexte hinsichtlich ihres 
Yerwandtschaftsyerhältnisses zu dem paulinischen Schrifttum 
zu prüfen: erstlich die Art dieses Yerwandtschaftsyer- 
hältnisses selbst, zweitens die Übereinstimmung oder 
Nichtübereinstimmung mit dem Stil und dem Charakter 
der Logia, drittens die Glaubwürdigkeit der Autoren 
und die Zuverlässigkeit ihrer Citate. Auf Grund dieser 
drei Kriterien habe ich die in meinen ,Agrapha' (vgl. be- 
sonders S. 95 ff.) zusammengestellten Logia einer nochmaligen 
eingehenden Prüfung unterzogen und nach Maßgabe derselben 
42 sogenannte Agrapha der Berücksichtigung an dieser Stelle 
wert erachtet, nämlich 26 Agrapha, bei denen die drei ge- 
nannten Kriterien zusammentreffen (vgl. nachstehende Excurse 
154. 156. 157. 159. 160. 162. 163. 166. 168-171. 173-175. 
177. 179. 181. 182. 185-187. 190. 191. 193), femer 7 Agrapha, 
bei denen nur die Bestimmtheit des Citates zu wünschen übrig 
läßt (vgl. Exe. 155. 158. 164. 176. 178. 183. 188), sodann 
4 Agrapha, bei denen die Übereinstimmung mit dem Logia- 
Stil keine unbedingt vollständige ist (vgL Exe. 161. 165. 167. 
194), ebenso 3 Agrapha, bei denen beides zu Bedenken Anlaß 
gibt, sowohl die Art des Citates als der Charakter des Stils 
(vgl Exe. 180. 184. 189) und endlich 2 Agrapha, bei denen 
die paulinische Yerwandtschaft eine beschränkte ist (vgl. Exe. 
172. 192). Im übrigen sei auf § 15 des HI. Teils verwiesen. 

154. fjfiiqa xvglov (bg xlijtTrjg iQxsxai (1. Th. 5, 2). 

Epiphanius bringt Haer. LXIX, 44 p. 767 A als t6 in 
ainov tov xvqiov etQtifiivov folgenden Text: 

ylvea^e hoifioi, al 6oq>ieg ifjt&v TUQieCcoaßiivcu, xal al 
lafxnddtg ifxwv iv xaig ;|r£^alv ^^d>v^ xal totale &g 
xalol dovXoi, TiQoadox&vjeg töv tdiov decnÖTiiv. 
(bg yäQ Ifiaxijg h wxxl otkoig noi 



406 Resch, Paulinismas. II. Einzelontersuchongen. 

Der erste Satz ist ein mit guten Varianten versehener 
Paralleltext zu Lc. 12,35.36*: 

Scrcoaav 'ö/uov al datpveg TtegieCcoo/uiiväi xal ol Iv^voi 
xaiöjiievoi, xal v/nelg Sfioioi dv^gdmotg ngoüdex^f^oig 
rdv xvQiov iavTÖJv, 

Das außercanonische ylvea&e hoifjLOi, welches Lc. 12, 40 
= Mt. 24, 44 = -^ 18, 8 wiederkehrt, leitet den Abschnitt vor- 
züglich ein. Vgl. A 18, 1. Die Worte h xaig ;u€^alv t/Aoyy 
decken sich mit Cod. Colb., Vulg., Cypr.: in manibus vestris. 
Die übrigen Abweichungen sind, wie man sieht, synonyme 
Übersetzungsvarianten: Xvxvog = Xafjuidg, 5/jLoiog = äg (vgl. 
PT. in, 85 ff.), TiQoadoxäv = TZQoadix^a^ai, öeaTtörtjg = xvQiog 
(vgl. ^ 18, 14. 16 = Lc. 12,45. 46. Mt. 24,48. 50), iavxwv = tdiog 
(vgl. z. B. ^ 11, 48 = Lc. 9, 60. Mt. 8, 22, wo für das oanonische 
lavrojv im Martyr. Petr. Idlcov steht). Es folgt bei Epiphanias 
ein Satz: cbg yäg Xjjari^g h wxti, ovrcog Tutqaylvetai ^ ^/xiga, 
welcher Satz sich weder Mt. 24 noch Lc. 12, wohl aber 1. Th. 
5, 2 vorfindet. Daß dieser Satz jedoch nicht aus der eben- 
genannten paulinischen Stelle entlehnt ist, ergibt sich aus dem 
Zusammenhang und aus den Yarianten Ifjati^g und nagayiveiau 
Diese Yarianten, welche auch sonst in den synoptischen Par- 
alleltexten sich zeigen (vgl. ^ 17, 22. 23 = Mt. 6, 19. 20. Lc. 
12, 33, wo statt des canonischen xXiTrrrjg Just., Clem. AL, 
Epiph. Xfjori^g lasen, femer ^1,2 = Mt. 3, 1. Mc. 1, 4. Lc. 3, 3, 
wo Lc. ^Qxeo^ai, Mt. nagaylveo'&ai gebraucht, und so öfter), 
lassen den gemeinsamen hebräischen Urtext und die zwischen 
1. Th. 5, 2 und jenem außercanonischen Textbestandteil bei 
Epiphanius bestehende Identität erkennen. Paulus hat also 
1. Th. 5, 4 an Lc. 12, 39 = Mt. 24, 43 = ^ 18, 7 angespielt 
(vgl. Exe. 69), l.Th. 5, 2 aber jenes (von Epiphanius erhal- 
tene) außercanonische Logion, welches auch 2. Petr. 3, 10. 
Apoc. 3, 3 wiederkehrt, aus derselben Logiaquelle in fast wört- 
lichem Gleichlaut citiert. Ygl. PT. lU, 333-335. 

155. fjLti äjtodiddvreg xaxdv ävtl xaxov (1. Th. 5, 15). 

Die Mahnung 1. Th. 5, 15: Sgäre, fitj xig xaxdv ävtl xaxov 
xivi änodcp kehrt R. 12, 17: firjdevl xaxov ävtl xaxov äTzodidövreg 
fast wörtlich wieder, findet sich aber auch l.P. 3,9: fÄrj <fcro- 
didövreg xaxdv ävtl xaxov fj XoiöOQlav ävtl loidoglag, und zwar 
durch ein Zusatzglied verstärkt. Diese Wahrnehmung macht 



xXhtrrjg, SbroSiSiSvm. ro irvt^iia fiij aßivwtg, 407 

es wahrscheinlich, daß den gleichlautenden Parallelen ein ge- 
meinsamer Quellentext 2U Gbimde lag, dessen ursprünglicher 
Standort mit ziemlicher Sicherheit in Mt. 5, 39* = ^6, 30 
nachzuweisen ist Denn in Mt. 5, 38 ist das Wort citiert: 
d^p^X/iidr ävrl d(p9aXfioÖ , xal dddvra ävrl ddövrog. In diesen 
Zusammenhang paßt das /irj ijiodiddvteg xaxdv ävtl xaxov 
besser als die redactionelle Fassung des ersten Evangelisten: 
/Atj ävTioTtjyai Tq> novtjQqf, Wenn man vollends den auch über 
l.P. 3, 9 hinausreichenden, vollständigeren Text, welchen Poly- 
carp Phil, ü, 2 bietet: juiij änodiddvreg xaxdv dnl xaxov fj Xoi-- 
doQiav ävrl koidoglag fj ygöv^ov ivrl ygöv&ov fj xardgav 
ävtl xatdgag — hinzunimmt, so gewinnt man zu dem Text 
in Lc. 6, 28: e^Xoyeire xovg xaraQCOjLirivovg vfxäg = 1. C. 4, 12: 
XoidoQovfievoi eiXoyovßxev = 1. P. 3, 9: jbtij änoSidivTeg , . 
ioidoglav ävrl Xoidoglag, rovvavriov eiXoyovvxeg = u^ 6, 28, 
sowie zu u^6, 31 =f Lc. 6, 29* = Mt. 5, 39^: x^ ^anKovil ae 
ek x^v oiay6va xxX, unter Vergleichung von fiij ygöv^ov ävxl 
yQÖif&ov einen so concinnen Zusammenhang, wie ihn der 
canonische Text nicht bietet. Damit stinmit es überein, weM 
in den Actis Philippi das fxii AnodidAvai xaxdr ärtl xaxov 
ausdrücklich auf eine hxoXij xvqIov zurückgeführt wird. Ohne 
dieses Citat hätte R. 12, 17. l.Th. 5, 15 in den folgenden Ab- 
schnitt: ,Innerpau1inische Logia' verwiesen werden müssen. 



156. x6 nvBVfia /nij XvjieTxe, xd nvevfia fjtii aßivvvxe 

(l. Th. 5, 19). 

Zwei eng verwandte Aussagen finden sich in den pau- 
linisohen Briefen, welche auf das nveü/Mz Syiov Bezug haben. 
Diese beiden Aussagen sind vereint in einem Herrenwort, 
welches die pseudocyprianische Schrift de aleatoribus über- 
liefert hat. Vgl. 



Paulus: 
Eph. 4, 80: fjirj Xvjiette t6 nvsfffia 

yUrdfixs 
l.Th. 5, 19: t6 TtvevfAa fxrj aßivvvtt 



de aleat. c. 8 p. 17 ed. Hamack: 

nolite contristare spiritam 
sanctom, qoi in vobis est, 

et nolite ezstinguere lumen, 
quod in vobis effdlsit. 



Da der Verfasser des Träctats de aleatoribus dieses 
sein Citat in ganz bestimmter Weise mit der Formel: monot 



408 Besch, Paulinismus. IL Emzelantenachangen. 

dominus et dioit — einf&hrt, so ist bei der zum Teil wörtlichen 
Yerwandtschaft der beiden paulinischen Aussagen mit dem 
Citat in der Schrift de aleat. an der Abhängigkeit Pauli von 
diesem sicherlich echten Herrenwort nicht zu zweifeln. YgL 
Agrapha 8. 111.215—221, besonders aber Exe. 171 am Schluß. 

157. TtdvTa doKijULdiere (l.Th. 5, 21. 22). 

Unmittelbar nach 1. Th. 5, 19: rd Ttvevfia /lij aßiwvxe, 
fahrt Paulus 1. Th. 5, 21. 22 ein anderes Herrenwort ein, welches 
in der alten Kirche mit zahlreichen Varianten weit verbreitet 
war. Dasselbe lautete in seiner Yollständigkeit nach dem 
paulinischen Übersetzimgstypus folgendermaßen: 

ylvea^e (pqdvifxot TgcuuCtzai, ndvxa doxi/juiCete, rö xaldv 
xcnixere, änd Ttavtdg etdovg tzovtjqov äjiixeo'^e. 

Dieses Gleichniswort hat Paulus so verwendet, daß er auf 
die Wiederholung des Gleichnisbildes xQajte^xat verzichtet und 
nur die Anwendung des Bildes sich angeeignet hat. Sieben- 
mal klingt jenes Herrenwort in den paulinischen Briefen und 
einmal im Ebraerbrief an, wobei Paulus nach seiner Gewohn- 
heit mehrfache Übersetzungsvarianten des semitischen Urtextes 
nicht verschmäht. Fünfinal gebraucht der Apostel das doxi- 
jMiCeiv, nämlich 1. Th. 5, 21: Ttdvra doxi/xd^ere, R. 2, 18: 
doxifjid^eig xd diaqpiQovxa, Phil. 1, 10: elg rd doxifid^etv xd 
diatpigovxa, R. 12,2: doxifid^eiv . . x6 dya^dv, 2. C. 8,8: xb 
yyfiaiov doxijüid^cov. Der mit doxifid^eiv gleichbedeutenden 
Variante dvaxqlveiv begegnen wir l.C. 2, 15: 6 nvevjiiaxix&g 
dvaxglvei ndvxa. Anstatt des Compositum ävaxglveiv er- 
scheint das Simplex xglveiv l.C. 10, 15: (bg (pQovljuioig Xiyco' 
xglvaxe i/ieig 5 qrrjjM. Das Compositum diaxgiveiv setzt der 
Verfasser des Ebräerbriefes voraus Ebr. 5, 1 4. Dort ist von den 
gereiften und urteilsfähigen Christen die Rede als xcov did xrjv 
S^iv xd ato'^xrjQia yeyvfjtyaafxiva ixovxcov ngög didxgioiv xaXov 
xe xal xaxov, mit deutlicher Bezugnahme auf die Geldwechsler, 
welche durch Gewohnheit (i^iv) empfindliche Organe (ala^^ 
xfJQia) zur Unterscheidung der unechten von den echten Münzen 
gewonnen haben. Daß der letzte Teil des Logion: djid navxog 
eXdovg TtovrjQov djiSxeo&e — wie bei späteren Schriftstellern, 
so schon urspriingUch auf die schlechten, unechten Münzen 
{eldog = Münze = species) bezogen ist, zeigt deutlich in 2. C. 
8, 8 das yvi^aiov, welches als synonyme Variante auch bei 



xdrta doxifidCete, 6 /4rf igyaC^fuvo^ /itf ia^tha}. 409 

Chrysostomus und Nicephorus Gregoras Yorkommt Ygl. 
Agrapha 8. 117. 

Wie sehr in der alten Kirche bis in späte Zeiten herab 
der originale Zusammenhang von 1. Th. 5, 21. 22 mit jenem 
echten Herrenwort bekannt war, zeigen Origenes, Hiero- 
nymus, Chrysostomus, Sokrates, Procopius Gazaeus, 
welche das Logion yon den döxi/xoi (oder (pQdvifioi) TgcmeCiTai 
in enger Verbindung mit der Thessalonicher-Stelle citieren, vor 
allen aber Cyrillus Alex., welcher zweimal das Bild von den 
q>Q6vifioi TQOJuCltai in unmittelbarer Yerknüpfung mit l.Th. 5, 
21. 22 als paulinisch einfuhrt Ygl. adv. Nestoriimi Lib. I. 
Tom. VI. p. 2: ij/mg 6 jMxxdgiog IlavXog nagai^yei XiyoDv' 
ylvea^e ddxifjioi [al. (pQ6vifAoi\ TQOTte^xai' ndvxa doxifid^ete, xb 
xaXbv xaxixete , &nb navxbg iXdovg tzovtiqov änixeo^e. Liegt 
hier bei Cyrill ein reiner Gedächtnisfehler vor, oder hatte er 
die Worte: ylveo'&e (pQdvifxoi xgcuteChai als ergänzende Glosse 
in seiner Handschrift der Thessalonicherbriefe eingetragen ge- 
funden, jedenfalls ist ein solcher Gedächtnisfehler oder eine 
solche Glosse nur daraus zu erklären, daß man die Zusammen- 
gehörigkeit von 1. Thes. 5, 21. 22 mit jenem Logion von Alters 
her kannte. 

Vgl. Agrapha S. 116-127. 233-239. 

158. 6 fjLYi IgyaCd/uLBVog jüirj ko'^iixfo (2. Th. 3, 10). 

Bereits in seinem ersten Briefe hat der Apostel Veran- 
lassung genommen, die Thessalonicher darauf hinzuweisen, daß 
er bei seiner persönlichen Anwesenheit dieselben gemahnt habe 
(xa&ibg i/uv TtaQrjyyeüajuiev)^ mit ihren Händen zu arbeiten 
(IgyäCeo^ai xaig x^Q<j'f''^ vfA&v). Vgl. 1. Th. 4, 11. Fast mit den- 
selben Worten, nur mit dem ausdrücklichen Hinweis, daß er 
im Namen des Herrn redet, wiederholt er im zweiten Thessa- 
lonicherbriefe dieselbe Mahnung. Vgl. 2. Th. 3, 12: naQayyiX- 
lofiev xal TtaQoxoiXovfiey Iv xvglcp 'Itjaov Xgiaxqf, tva fietä 
^ovxlag Iqya^dfß^voi xbv iavx&v ägtov la^Uooiv. In v. 10 erinnert 
er die Thessalonicher von neuem an seine frühere Anwesenheit 
bei ihnen {Sxe fjfiev ngdg vjMig) und an sein damaliges Mahn- 
wort (rouro TtaQfiyyiXXofuv iffMv\ welches er ihnen gesagt habe: 
Sxi et xig oi ^iXei Iqydtta^ai, /irjdk io^iho}. Vgl. 2. Th. 
3, 10. Dieser Satz erscheint bei Epiphanius Haer. LXVI953 
p. 665B, Haer. LXXX, 4 p. 1070C, bei Pt-»«''- ' AtiuB 



410 Reschf Paulinismus. II. Einzeluntersuchungen. 

Magn. c. 9 wieder in der kürzer geprägten Form: 6 /xi} igya- 
iöjbLevog fArjöh ia&iho), bei Macarius de oratione c. 9 in der 
Fassung: öde ägydg juLrjdk io'&ihcD. Der Redactoi* der Pseudo- 
Ignatianen (=: der Redactor der Constitutionen) fügt Magd, 
c. 9 noch aus Gen. 3, 19 hinzu: iv Idgatzi yäg rov Ttgooconov 
oov (pdyfi xbv Sqtov aov, und schließt die beiden zusammen- 
hängenden Gitate mit der Formel: tpaal ydg rd Xöyia, ähnlich 
wie 1. Tim. 5, 18 das alttestamentliche Citat Deut. 25, 4 und 
das Herrenwort ^ 12, 10 = Lc. 10, 7^ Mt. 10, 10^ durch die 
Citationsformel: Xiyei yäg ij yga^pij — zusammengefaßt sind. 
Jedenfalls lautet das Logion mit seinen Yarianten durchaus 
synoptisch. 

Vgl. Agrapha S. 128. 240-243. 

159. rd äa&svig did rov laxvgov aco^i^oezai (1. C. 1, 25). 

Dieses in der sog. Apostolischen Eirchenordnung 
(= Judicium Petri) aufbewahrte, mit der Citationsformel: 
ngoikeye ydg fifuv, Sre Idldaoxev — als Herrenwort eingefOhrte 
Logion ist geeignet, den Charakter der Sendung Jesu in die 
Welt mit wenig Worten auszudrücken. Das Göttliche, das in 
ihm erschienen ist, wird rd laxvgöv genannt, die durch die 
Sünde geschwächte menschliche Natur ro äc'^evig. Dieses ist 
unfähig, sich selbst zu erlösen. Ygl. R. 8, 3: ro ydg ädvvarov 
xov vö/üLov, h c^ fjO'&Svei did rrjg oagxög. Um dieses äc'^evig zu 
retten, sandte Gott rd laxvgöv, seinen Sohn, aber in der Gestalt 
des schwachen, durch die Sünde geschwächten, Fleisches: 3 
'^edg rdv iavrov vlöv Tti/xyjag h S/bLoici/xan aagxög d/Aagrlag. 
Er ist es, der nun zu den Menschen sagen konnte: did xohg 
do'&evovvxag fjo'^ivovv. Vgl. Exe. 193. Und indem der Tief- 
pimkt seiner do'&heia in seinem Kreuzestod erreicht ward (vgl. 
2. C. 13, 4: icxavgdy&T} iS do'&eveiag)^ erwies sich die Schwach- 
heit, zu welcher sich Gott herabgelassen hatte, nicht bloß stärker 
als alle Kraft der Menschen (1. C. 1,25: xb äo'^evkg xov '&eov 
lo^vgöxegov xcav äv9gco7icov) ^ sondern Gott selbst ward da- 
durch der Retter der an der Sünde rettungslos erkrankten 
Menschheit: xö äa'^evkg öid xov laxvgov iody^. Nun kann 
Jesus als ooyxTig zu dem, der in seiner Schwachheit an ihn 
sich hält, sagen, wie er zu seinem Apostel nach 2. C. 12, 9 
gesagt hat: ägxsT aoi ij X^Q^'^ ywov ?5 ydg övvafiig Iv äo^e^ 
velq. xtXeXxai, 



ro dadgvig, to laxvQ6v. xXtjQovofxovvtes* fivati^Qia. 411 

Man sieht, wie der Inhalt jenes kurzen, tiefsinnigen Herren- 
worts mit den paulinischen Grundgedanken aufs engste ver- 
woben ist. Man darf sich noch an jenes urevangelische Logion 
erinnern, durch welches Jesus sich selbst als den laxvg&regog 
gegenüber dem laxvQÖg (= aaraväg) bezeichnet hat (vgl. ^ 15, 12 
= Lc. 11, 22), um die Congenialität, welche zwischen dem 
außercanonisch überlieferten Herrenworte: tö äcr9evkg did tov 
taxygov oco^aerai — und den echtesten canonischen Reden 
Jesu besteht, noch besser zu erkennen. Vgl. Judicium Petri 
cap. 26. Agrapha S. 102. 153f. 280. 

160. xXrjQovofjLOvvxeg ixeiva ä öq)i9aX/jidg oix eldev 

(1. C. 2, 9). 

Bezüglich des paulinischen Citates l.C. 2, 9: xat^cb? yi- 
ygoTttar ä dtp^aX^bg oix eldev xrX., welches den Schluß des 
Gleichnisses ^ 25, 20—39 = Mt. 25, 31—46 darstellt, vgl. ^ 25, 
38.39, Agrapha S. 102f. 154-167. 281 f., PT.H, 317f., sowie 
namentlich Excurs 98: xXrjQovo/jieiv. Inhaltlich deckt sich mit 
diesem Logion das Agraphon: ^ xXriQovofua jueydXi] (vgl. 
Exe. 179). Auch die Rede Jesu über die irdische und hinun- 
lische xXfiQovofäa (vgl. Exe. 66) gehört hierher. 

161. (pvXd^ate tä jbLvaxiJQia (1. 0. 4, 1). 

Mit der Citationsformel: fxefjLvrjfis&a tov xvgiov fiixarv xal 
öiöaaxdXov, (bg hreXXöfjievog dnev '/jjmv — ist Hom. Clem. 
XIX, 20 dem Apostel Petrus folgendes Citat als Herrenwort 
in den Mund gelegt: rd juLvari^Qia ifiol xal rolg vlotg xov oTxov 
fAov qwXdSate. unmittelbar hieran anschließend fährt Petrus 
an gedachter Stelle weiter fort: did xal roTg aitov fiai^rjraig 
xax tölav biiXve r^g tqjv oigavcav ßaoiXelag xä juivaTilJQia, bringt 
also mit einigen Änderungen im wesentlichen den Text von 
Mc. 4, 34**: xar lölav ök xoXg töloig /lai^rjxaig IniXvev ndvxa, 
damit zugleich auf die Grundstelle hinweisend, nach welcher 
Jesus allen drei Synoptikern zufolge die /xvaxi^Qta seines Reichs 
erwähnt hatte. Vgl. ^ 8, 29 = Lc. 8, 10. Mc. 4, 11. Mt. 13, 11 : 
ißjuv öiöoxai yvdwai xd juLvaxi^Qia [Mc. xö jllvoxtjqiov] x^g ßaai- 
Xelag xwv oiqavwv [Mc, Lc. tov ^eov\ imd dazu Exe. 29. 
Die Glaubwürdigkeit des Homilien-Citats wird erhöht durch 
Clemens AL, welcher Strom. V, 10,64 schreibt: oi ydq q)9ov&y. 



412 Resch, Paulinismus. IL Eiuzeluutersuchungeii. 

<pi]ai, noQi/jyYeiXev 6 xvqiog Sv xivi evayyeikp' fivcxifiQiov IfA^v 
ifxol xal Tols vldig rov ohtov julov. Aus der einleitenden Oitations- 
formel geht hervor, daß Clemens das Logion aus einer 
Evangelien-Quelle geschöpft hat. Man hat an ein häretisches 
Evangelium, etwa das Ebioniterevangelium oder das Agypter- 
evangeliimi, gedacht imd hat dem Logion dementsprechend 
eine häretische Tendenz zugesprochen. Dann aber müßte 
man auch das Herrenwort >^8, 29: vßuv didotcu yvwvox tgl 
/jvcmlJQia T^g ßaoiXeiag zov ^eov, töig dk Äfo) iv nagaßolaXg — 
ebenfalls häretisch finden, imd nicht minder das paulinische 
Wort 1. C. 4, 1: o^cog ij/mg XoyiCio^co S.v&Q(07tog d>g inrjQhag 
Xgunov xal obcovdjuovg juvarrjQloDv '^eov oder die Mahnung 
1. T. 3, 9: tö fwtrtriQiov xfjg nlatetog in reinem Gewissen zu be- 
wahren oder den ICnweis auf die olxovojLUa zov /LtvmrjQlov rov 
AnoxexQVfifJLhov inb x&v ak&voDv (Eph. 3, 9). 
Vgl. Agrapha 8. 103f. 167-169. 282. 

162. xoXXäo&e zoTg äyloig (1. C. 7, 14). 

« 

Aus einer schriftlichen Quelle citiert Clemens Bom. 
(1,46,2) ein Logion voll treffender Wahrheit: yiyQOTtzai ydQ' 
xoXXäa&e roig äyioig' Sri ol xoXXcojiAevoi avröig äytao^aovx(u. 
Daß Paulus diese schriftliche Quelle gekannt imd benützt hat, 
scheint aus l.C. 6, 16. 17; 7,14 hervorzugehen. An letzterer 
Stelle schildert der Apostel den heiligenden Einfluß, welcher 
in der Ehe imd im Familienleben die Gatten gegenseitig auf 
einander und die Eltern auf die Kinder ausüben. Ygl. 1. C. 
7, 14: fjylaaxai yäg 6 äv^g 6 ämarog h rjj yvvaixl, xal fjylaatai 
fj yvvri fj äjtiarog h tco ädeixp^. Die Yoraussetzung dieser 
Aussage ist die unseres Logion: ol xoU.d>fuvoi roTg äyloig dyux- 
adiljoovTai. Unter dieser Yoraussetzung wird auch die weitere 
Schlußfolgerung erst recht verständlich: äga zä zixva v/ic5v . . 
äyid laziv. 

Welches war nun die schriftliche Quelle, aus welcher 
Clemens Rom. jenes Logion geschöpft hat? Sicherlich nicht 
Ps. 18, 25*LXX: juLerä öalov öaioy^afj = 'Tönnn to»t-d3?. Denn 
erstlich diese auf Gott bezügliche Aussage vertritt einen jenem 
Logion völlig fremden Gedanken, und zweitens, wenn Clemens 
Rom. unmittelbar nach jenem anonymen Citat fortfährt: xal 
Ttdhv h izigcp zdncp iAyei' /neiä ävdgdg ä^cpov ä^og Safj xal 
jaetä ixlextov ixXexzög Safj xal ßiezä azQeßXoC diaorgitpeig, mithin 



HoXläa^s xoig &yloig. axiofiata xai algioBig, 413 

Ps. 18, 25^26 LXX citiert, so hätte er nicht h irigq) xöncp, 
sondern h aixq> xq> rdno) schreiben müssen, da ja dann das yor- 
ausgegangene yiyQcunai eben auf Ps. 18, 25* sich bezogen hätte. 
Beides hat man nicht bedacht, als man das durch yiyQOjnai 
eingeleitete Citat: xoiläa^e zoTg äyioig aus Ps. 18, 25* her- 
zuleiten versucht hat. Man würde mit einem ,non liquet' 
sich bescheiden müssen, wenn 1. C. 7, 14 nicht wäre, wenn die 
Bekanntschaft des Paulus mit diesem Logion nicht bestände, 
durch welche es sich nahe legt, dieselbe Quelle anzunehmen, 
aus welcher Paulus l.Cor. 2, 9 mit demselben yiyQOTtrai ein 
echtes Herrenwort aus der vorcanonischen Evangelienquelle 
eingeführt hat. 

Vgl. Agrapha S. 104.169-171. 

163. oxiofiaxa xal algiaeig (1. C. 11,19). 

In den Gemeinden zu Corinth hatte Paulus die ersten 
oxlofjuxta, in den galatischen Gemeinden die erste atgeoig zu 
bekämpfen. Er unternahm die Bekämpfung der in Corinth 
drohenden Schismata mit Berufung auf den Namen Jesu Christi 
des Herrn. Ygl. 1. Cor. 1, 10: naQaxaXw di ifiäg, ädeXq)ol, diä 
xöv 6v6fjLaxog xov xvqIov fifi&v *Ii]aov XQiaxofJ, tva rd aixd 
liytfte Ttdvxeg xal /xf] ^ iv ifuv o^lo^axa» Und indem er 
1. C. 11, 18 auf diese axiofxaxa von neuem zu sprechen kommt, 
(ixtyöco axlo/maxa h ifuv vndQxeiv xal ßjiigog xi TreorctJo)), 
drückt er zugleich die Erwartung kommender Häresen aus. 
VgL I.e. 11,19: Sei yäg xal algiaeig h ifuv elvai, tva ol 
döxijüLoi (pavcQol ySvcovxai Iv vfuv. Worauf der Apostel dieses 
du stützt? Doch sicher auf den, in dessen Namen er nach 
I.e. 1,10 die oxlofAaxa bekämpft. Wie der einzelne ävfjQ h 
XQioxfp nicht änetQaaxog bleiben darf, wenn er als ein "^vfjQ 
ddxijüLog sich bewähren soll (vgl. Exe. 168), so können auch 
der Gesamtgemeinde Christi wie den Einzelgemeinden Tteiga- 
cfxoi durch das Auftreten der axlofxaxa und durch das Ein- 
dringen Yon algiaeig nicht erspart werden. Und wie auf den 
Herrn der Kirche das Wort zurückgeht: äv^g dnelgaoxog 
ädSxi/jiog nagä xcp i9€q> (vgl. Exe. 168), so findet sich auch 
ein außercanonisches Jesuswort, durch welches oxiofwxa xal 
algiaeig im Yoraus angekündigt sind. Daß dieses Auftreten 
von axiOfMzxa und algiaeig Jesus im Voraus gewußt hat, 
hebt namentlich Justin mit Nachdruck herror. '^^^ BiflL 



414 Resch, Paulinismus. 11. Einzeluntersuchungen. 

■ 

c. 35. p. 254 A: Sare xal ix rovrcov ij/iieis, d>g i(pi]v, xdvUtjaovv 
xal Twv fiet avtdv yevtjaoiLiSvoDv TiQoyvt&azijv buGxdfjLe&a, 
Justin bezieht sich hierbei auf ein in demselben Capitel vor- 
her gebrachtes Citat von Herren werten: äne ydg' noUol Hev^ 
oovrai bzi t4> dvdfAatl fxov, l^m'&ev hdeivfiivoi dig/iona tiqo^ 
ßdzcov, Soay&ev di elai Xvxoi ägTiayeg. Kai' Saovtai ox^ofiaxa 
xal algioeig. Dieses Citat ist so bestimmt, daß Justins 
Zeugnis allein schon genügen würde zu dem Beweis, daß auch 
1. 0. 11, 18. 19 bereits Paulus auf dasselbe Herrenwort von den 
oxio/Maa xal algioeis sein Sei gestützt habe. Aber es tritt zu 
Justins Zeugnis noch ein zweites hinzu aus emem ganz andern 
Schriftenkreis, nämlich Hom. Clem. XYI, 21: goortai ydq, d>g 
6 xvQiog ehtev, ipevdojidmoXoi, xpevdeig nQOfprjftai, algiaeig, 
fpilagxloi — und Hom. Clem. H, 17: ovrcog drj, d>g 6 äXrji^iig 
^fuv 7iQO(piJTrjg etQtjxev, ngcoTOv tpevdkg dei iX'^eiv eiayyihov , . . 
elg biav6Q&(ooiv x&v laofAivoyv algiaecov. Wenn hier als Er- 
satz für oxlofjuixa der Ausdruck q)üiaQxlai gebraucht ist, so 
bietet Paulus dixooxaalai als drittes Synonymen. Ygl. Gal. 5,20: 
iiXooTaalai, algiaeig. Mit Recht bezeichnet der Apostel solche 
Spaltungen, Trennimgen, Irrlehren als qjavegd Igya rijg aagxdg. 
Und mit Notwendigkeit müssen für die Entstehung der axl- 
oßjuna, dixooraalai, q?daQxioti, algiaeig als Urheber die fpevda- 
ndaxoXoi und xpevdeXg ngotprixai, die ipevdöxQioxoi und ifevdo- 
diddoxaXoi (vgl. Exe. 194) verantwortlich gemacht werden. 
Ebenso gewiß wird mit diesem Umsichgreifen der Irrlehren, 
Spaltungen und Trennungen ein Erkalten der Liebe und ein 
Überhandnehmen der dvo/jUa (vgl. ^ 31, 20 = Mt. 24, 12 TiXtf- 
^vv&fjvai, Aid. Iß, 3: ai^dveiv, 2. Th. 2, 7: ivsQyeio'&ai xd 
fAVGXYjQiov xrjg dvofjilag) Hand in Hand gehen, anstatt daß es 
gelten sollte: vneQav^dvei ^ niaxig v/icov xal nXeord^ei 
ij dydjtrj ivog ixdaxov ndvxoiv vficbv elg dXXtjXovg, 2. Th. 1, 3. 

Aber solche Prüfungszeiten haben die Wirkung: tva ol 
66x1 fioi (pavEQol yivayyxai iv v/mv, 1. C. 11,19. VgL Clem. 
AI. Strom. Vn, 15, 90: xal juLijv did xoig doxljuLovg, (pfjalv, al 
alQiaeig, Agathang. ed. Lagarde p. 134, Caelestin in Ep. ad 
Nestorium aus den Acten des Concils zu Ephesus ed. Sylburg 
1591: öeTv xal algioeig elvai^ tva ol öeöoxifAaofAevoi (pavegcl 



(baiv. 



Vgl. Agrapha S. 105. 173-178. 282-284. PT. H, 281-286- 



axiofiata xai algioeig, eaojnQoy. nioxis, iXnig, dyantj. 415 

164. EaonxQov (1. C. 13, 12). 

Zu wiederholten Malen trifft Paulus in dem Gebrauch 
außercanonischer Texte mit dem Jacobusbrief zusammen. Ygl. 
Gal. 5, 17 mit Jac. 4, 5 (Exe. 171), R. 2, 1. 3. 25; 14, 5. 22 mit 
Jac. 1, 25; 2, 9. 10. 11. 20 (Exe. 175), Eph. 6, 11 mit Jac. 4, 7 
(Exe. 184), 2. T. 4, 8 mit Jac. 1, 12 (Exe. 188). Eine ähnliche 
Elrscheinung findet sich bezüglich eines Herrenwortes, welches 
in der pseudo-cyprianischen Schrift de duobus montibus 
c. 13 mit folgenden Worten überliefert ist: 

ipso nos instruente et monente (sc. domino) in epistula 
Joannis discipuli sui ad populum: ita me in vobis 
yidete, quomodo quis vestrum se videt in aquam 
aut in speculum. 

Dieses videre se in speculo erinnert sofort an Jac. 1,23: 
ofkog Soixev dvdgl xcnavoovvti rd ngdoconov rtjg yeviaecog avrov 
Iv la6nTQq}, Sofern aber in jenem apokryphen Logion das 
86 videre nur ein Gleichnis sein soll von dem videre dominum, 
werden wir zugleich an 2.0. 3, 18 gemahnt, wo Paulus sagt: 
ävaxexalv/ijuivfp ngoacÜTtcp ti]v dS^av xvqIov Haxo7txQi^6fjLBvoi, 
sowie an 1. C. 13, 12: ßkinofiev yäg ägn di ladnxgov iv 
olvfyfMixi, x6x€ di TtgöacoTiov ng&g ngdaconov. Die Herleitung 
des betreffenden außercanonischen Herrenwortes aus der ,epi- 
stula Joannis ad populum' ist zwar selbst ein afviyfjui — ; aber 
das Zusammentreffen der ebengenannten paulinischen und jaco- 
beischen Parallelen ließ es doch angezeigt erscheinen, der 
Vollständigkeit halber dieses Apokryphen nicht zu übergehen. 

Vgl. Agrapha 8. 111. 221 f. 289. 

165. nlaxig, ilnlg, äyänfj (l.C. 13, 13). 

Der Trilogie von nlaxig, iXjilg, äyduttj begegnen wir in den 
paulinischen Briefen nicht weniger als neunmal, im Ebräerbriefe 
außerdem zweimal. Man vgl. in dem frühesten paulinischen 
Briefe 1. Th. 1, 3: xd Igyov x^g nlaxecog, S x6nog xrjg äydTirjg, ^ 
inofjLQvi} xfjg llnldog, ebenso 1. Th. 5, 8: ^(ogaxa Tilaxecog xal 
äydjirjg, 7iegixe(paXalav iXnlda. Sodann Gal. 5, 5.6: ix nloxecog 
Iknlia dixaioavvrjg &7isxdex6fie&a ... nloxig öi äydntjg iveg- 
yov/LUyrj, l.C. 13,7: [ij äyäTitj] ndvxa jiioxevei, ndvxa ilniCei, 
CoL 1, 4.5: xijv nloxiv h Xgiaxcp *If]oov . . xijv äydnrjv elg 
Tidvxag xovg äylovg . . xijv iXnlda xijv änoxeifAivYjv h xolg 



416 Resch, Paulinismus. IL Einaseluntersuchongen. 

oigavolg, R. 5, 1. 2. 5: dixcuo^&Svteg Ix nlateeog . . xavx^ofAeda 
In llnidi , . ^ äydnrj tov ^eov ixxixvtai h xaSg xagdloug 
^ßi&v, Eph. 1,15. 18: rijv nlaxiv h xq> xvgUp 'Irjaod xal t^v 
äydni^v zijv elg ndvxag rovg äylovg, . . ij IXnlg r^g xXijoeoK, 
Eph. 4, 3. 4.5: h äydnfj . . h fjuq. IXntdi . . /ifa nlong, 
Eph. 3, 17 in Yerbindung mit der Parallelstelle Col. 1,27: 6iA 
T^g niazeojg . . iv äydnjj . . ij Iknlg, vor allen Dingen aber 
die bekannte große Trias 1. C. 13, 13: wvl dk juivei nlotig, 
IX 7t lg, dyanri, xä rgla ravra. Außerdem Ebr. 6,10—12: zfjg 
äydntjg, rrjg IXnidog, dtd niateoDg, Ebr. 10, 22— 24: iv 
nXtiQoq>OQlq. nlozecog . . rijv dfioXoylav r^g IXnldog . . etg 
naQoSvajuÄv äydntjg. Diese für den Paulinismas so wichtige 
Trias auf ein verloren gegangenes Herrenwort zurückzuführen, 
wird durch die bisherigen Untersuchungen an die Hand gegeben. 
Und selbst wenn keine Spuren eines solchen Herrenwortes in 
der außercanonischen Literatur zu entdecken sein sollten, so 
würde man bei dem namentlich 1. G. 13, 1—3 zugrunde liegenden 
Quellenverhältnis ein jene Trilogie verkündendes Herrenwort 
zu supponieren haben. Denn man erwäge nur! Den drei 
Versen 1. C. 13, 1—3, welche mit 1. C. 13, 13 in scharfer Cor- 
respondenz stehen, liegen durchweg Bezugnahmen auf Herren- 
worte zugrunde. Man vgl. v. 1: yXcbaaaig XaXeTv mit Mc. 16, 17, 
V. 2*: ngoiffjTelav fx^iv mit Mt. 7, 22 = ^ 20, 20, v. 2*»: eldhat 
rä fjLvoxifiQia mit Lc. 8, 10. Mc. 4, 11. Mt. 13, 11 = ^ 8, 29, v. 2«: 
Ex^iv rfjv yvcoaiv mit Lc. 11,52 = ^ 16, 16, v. 2*: ^x^iv ttjv 
nianv Sare SQtj fie&ioxdvai mit Lc. 17, 6D. Mt. 17,20. Mc. 11,23. 
Mt. 21, 21 = A 24, 25, v. 3»: tpwjuUCeiv rd indgxovxa mit Lc 
18, 22. Mt. 19, 21. Mc. 10, 21 = ^ 26, 17, v. 3^: tö ocbfia xav- 
^vai mit Mt. 5, 30. Mc. 9, 43. Mt. 18, 8 = >i 24, 7. Diesen mit 
einem fünfmaligen idv eingeführten und mit oidh dxpeXov/buu 
abgeschlossenen Herrenworten stellt nun der Apostel v. 4—13 
die äydnrj in engster Verbindung mit der niorig und der iXntg 
(vgl. V. 7: ij äydnrj . . ndvta niorevei, ndvxa iXnlCei) gegen- 
über, um V. 13 diese Trias mit Emphase zu verkündigen. 
Würde er jenen Herrenworten gegenüber zu solcher Emphase 
den Mut gefunden haben, wenn diese Trias seine eigene Er- 
findung oder gar — wie ein Kritiker zu vermuten gewagt hat — 
,ein Stück praktischer jüdischer Religion' gewesen wäre? Nur 
wenn diesem emphatischen Schluß von 1. C. 13, 13 ebenfalls 
ein Herrenwort, und zwar ein ganz besonders wichtiges Herren- 
wort, zugrunde lag, konnte der Apostel zu jener Emphase 



nlavig, iXjtCg, ayanvi. 417 

deh erheben, welche die ganze Darstellung von l.C. 13 durch- 
dringt und in dem Schlußvers v. 1 3 gipfelt. Ein solches Herren- 
wort ist wie ein güldenes Kleinod der Nachwelt erhalten durch 
HacariuB, welcher aus den Manuscripten seiner Eloster- 
bibliothek auch sonst nicht wenige wertvolle Textreste und 
außercanonische Lesarten uns überliefert hat. Zwar hat man 
Yon derselben Seite, von welcher die paulinische Trias: 
Tuaxig, ibilg, iydjtt] für ein Stück jüdischer Religion erklärt 
worden ist, trotz der bestimmten Citationsformel : rov xvqIov 
liyovxog — jenes Citat als eine freie Composition des Maca- 
rius betrachten wollen. Aber die Tatsache, daß schon der 
Onostiker Valentin nicht nur die Trias von nlazig, Ibiig, 
äydjtf] seinem System einverleibt hat, sondern auch durch die 
beigefugten Epitheta: narQixög, /xtjrQixdg, äeivovg seine Be- 
kanntschaft mit dem Wortlaut des von Macarius citierten 
Logion bezeugt, läßt jene Annahme, daß das angebliche Citat 
eine freie Composition des Macarius sei, in Nichts zerfließen. 
Im Zusammenhang lautet der Macarius -Text folgendermaßen: 

Macar. Hom. XXX V 11 sub init. 

/xi} äxoveiv rov Svdov elhooofiivov 8<pe(og ovfAßovlevoviog 
xä TiQog fidovY^v, dl ^g yevvatai ^/x6g 6 ädelipoxrövog 
xal '&vrioxei fj tpvxi] ^ tlxTOvoa, 

dlX' äxovcov xov xvglov liyovTog* InifjLeXeXo'^e nlaxecog 
xal iXjildog, öi &v yevväxat ij q)iX69eog xal q>iXdv&Q(D' 
nog äyäntj ij xi]v alc&yiov fco^v nagixovoa. 

Freilich hat man behauptet, daß aus dem zwischen beiden 
Hälften dieses Satzes unzweifelhaft bestehenden Parallelismus, 
welcher sichtlich in dem yewäxai gipfelt, die Abwesenheit hines 
bestimmten Citates zu folgern sei. Aber man beachte den Unter- 
schied, daß in der ersten Hälfte eine directe Rede der Schlange 
nicht eingeführt ist, während in der zweiten Hälfte mit im- 
ßieXeia^e eine directe Rede beginnt, welche sich deutlich von 
dem Uyovxog abhebt. Mithin ist das, was Macarius von der 
Schlange aussagt, der directen Rede jenes Logion nachgebildet, 
welches er bereits im Sinne |hatte, und daher stammt der 
Parallelismus zwischen beiden Hälften der Periode. Daß der 
mit bufjieXeio'^e in directer Rede eingeführte Satz — vorläufig 
ganz abgesehen von der Frage nach seinem letzten Urheber — 
ein dem Macarius durch Überlieferung zugekommenes Logion 
gewesen ist, das bezeugt um 200 Jahre früher das bereits er- 
Texte a. UnterBaohuDgen. N. F. XII. 



418 Resch, Panlinismus. II. Einzelnntersuchmigen. 

wähnte gnostische System des Yalentinus, welcher nach 
Iren« I, t, 2 (im Gleichlaut mit Epiph. Haer. XXXI, 2. p. 165 C) 
die Serie leidet : 

nloTig, TUXTQixdg, iXnlg, /xrjTQucög, äyäTtt], äelvovg, 

wobei nUmg als tcot^^ und ihtig als fju/jti]Q, mithin als die- 
jenigen Faktoren bezeichnet sind, di wv — nach dem Macarius- 
Citat — yswaxai ij äydjttj. Und wenn femer Valentin mit 
äydTtf] das Praedicat äelvovg verband, so ist das wiederum dem 
Macarius-Citat in den Worten: äydnvj ^ t^v al(üviov C^oijy 
naqixfyvoa — entsprechend. Hiermit ist zunächst erwiesen, daß 
der bei Macarius mit bufAektur&e beginnende Satz nicht auf 
freier Erfindung imd Composition des Macarius beruht, sondern 
auf einer ganz bestimmten imd zuyerlässigen ÜberUefemng, 
welche schon Valentin gekannt hat. Für die QueUenmäßig- 
keit aber des im/LickeTa^e zeugt noch ein Ghrößerer, kein 
Oeringerer als Paulus selbst, welcher da, wo er sich anschickt, 
zum Lobpreis jener Trias überzugehen, das Synonymon von 
inifjLehXö^e gebraucht, indem er 1. C. 12, 31 den Corinthem 
zuruft: l^rikovxe ök rä ;|^a^/a/iaTa rä jAetiova, i. e. tUotiv, iimda, 
Aydnrjv, 

Aber auch das yewäTai des Macarius-Logion wird durch 
Paulus bezeugt, einesteils durch R. 5, wo nach der Hervor- 
hebung der TiloTig (v. 1) und der ihilg (v. 2.5*) in v. 5*»: rj 
äydjtrj xov ^eov ixxixvrou h raig xagdiaig ^/liqjv — unmittelbar 
nachfolgt, sonach die Entstehung der Liebe aus Glaube und 
Hoffnung abgeleitet ist, andern teils durch Gal. 5, 6, wo nach 
der Verknüpfimg von nlazecog IXnlda (v. 5) die mcxig als &i 
äydTtrjg htQyovjAivri, mithin als die Quelle der äydnrj bezeichnet 
ist. Auch die äydjtrj q)ik&&€og = äydjttj rov '&eov (Rom. 5, 5) 
und die äyänr} (piXdv^Qmnog = äydjitj elg ndvxag xovg äylovg 
(Col. 1, 4) ist bei Paulus wiederzufinden. Endlich spiegelt sich 
das Praedicat: fj xijv alc&viov Ccorjv nagi^ovoa in dem paulinischen 
1. C. 13, 13: fAskoyv di rovxwv fj äydTirj. Vgl. auch R. 8, 38. 39. 

Schritt für Schritt also lassen sich die einzelnen Elemente 
des Macarius-Citats bei Paulus nachweisen. Schritt für Schritt 
muß sich die Behauptung, daß jenes Citat eine freie Com- 
position des Macarius sei, zurückdrängen lassen. Ist aber 
der von Macarius citierte Text aus einer vorzüglichen, bis 
auf Paulus zurückreichenden, Überliefenmg abzuleiten, ist 
Macarius von dem Verdacht gereinigt, unter der Firma eines 



stlaxif, iXnCs, dy^V' <fvvE(Sffats. 



419 



Herrenwortes leichte Ware aus eigener Fabrik eingef&hrt zu 
haben, dann wird auch wohl der Stempel: roi xvqIov Xiyovxog 
- echt und die neunmaHge Benutzung dieaes Logion durch 
Paulus als eines Herrenwortes unzweifelhaft sein. Nicht ein 
jüdisches, sondern ein echtes urchristliches Logion haben wir 
Yor uns. Gerade zu l.C. 13, 1— 13 fehlen alttestamentliche 
Parallelen fast gänzlich. — Im Übrigen vgl. Agrapha S. 106f. 
179-184. 284-287. 



166. ovvelöriotq (2. C. 5, 21). 

Ein Agraphon, d. h. ein außercanonisches Erangelien- 
fragment, ist auch die Perikope von der juLoixaUg, welche die 
Macht des Gewissens selbst über verhärtete Pharisäerherzen 
in ergreifender Weise zum Ausdruck bringt. Obwohl in keiner 
Weise johanneischen Charakters, hat dieselbe durch den 
Redactor des ältesten Evangeliencanons ihre Stellung im johan- 
neischen Evangelium (Joh. 7, 53 — 8, 11) erhalten. Zvrischen 
dieser Perikope imd Joh. 8, 12 ff. bestehen nämlich kräftige 
Bindeglieder. Vgl. 



Joh. 8, 46. 59: 
^^v o^ Xl^ovg tva ßdXcoatv 

dfiagtiag; 



Joh. 7, 53 — 8, 11: 

V. 7: 6 dva/idgtrjTog v/acov ngöytog iji* 

avtrjv ßaXiro} Xl^ov 
V. 9: ol 6k dxovaavtes xai vn6 rvjg ovveiöi^' 

aetog iXeyxdf^evoi iS^Qxoyto eis xa^' eJg. 



Als ein äva/Migtritog, als ein ßiij inb xrjg ovveidrjoecog iXey- 
X^ßievog, steht Jesus zwischen den verhärteten Sündern sowohl 
nach der außercanonischen Perikope von der fjuHxcMg als nach 
Joh. 8, 1 2—50. Aber trotz dieser inhaltlichen Verwandtschaft 
ist der Stil der Perikope nicht johanneisch, sondern syn- 
optisch, wie allgemein anerkannt ist. Vgl. Agrapha S. 36—38. 
Infolgedessen ist die Erzählung von der jAoixaXlg als ein ver- 
sprengtes Fragment der synoptisehen Grundsehrift (der Logia- 
qneHe) 2U recognoscieren. Infolgedessen ist Inhalt und Wort- 
kut der Perikope in Bezug auf ihre paulittische Verwandtschaft 
einer sorgfältigen und vomrteäslosen Untersuchung zu untere 
ziehen. Es ist dabei von vornherein anaimehmen, daß eiif 
solches Sprengstück unter den Händen der Abschreiber m)iI- 
reiche Eingriffe, Kürzungen, Zusätze, Indeitmgtt. ÜmifeiX* 
lungen «rlitten haben wird. Das von von 0o<ft^ 



420 



Resch, Paulinismus. IL Einzeloniersachungen. 



gelehrten Werk: ,Die Schriften des Neuen Testamentes' 
I, 1, 8. 486—524) vorgeführte textkritisohe Material bestätigt 
diese Annahme in reichem Maße. Nach den Ergebnissen seiner 
Untersuchungen wäre der kurze Text der Perikope in Ood. D 
der ursprüngliche. Meinerseits bin ich jedoch, so hoch ich 
nach wie vor die außercanonischen Mehrbestandteile des 
Cod. D schätze, je länger je weniger von der Originalität 
seiner zahlreichen Textkürzungen überzeugt. Die Prüfung 
unserer Perikope und deren Yergleichimg mit dem paulinischen 
Schrifttum darf sich mithin nicht auf die kurze Textgestalt, in 
welcher die Abschreiber des Cod. D sie uns überliefert haben, 
beschränken. YgU 



Joh. 8: 

&yovöi,v ytfvaZHa inl fioi- 

X^i*t^ HatsiXrffifxivrjv 
6 dvafidßtrjtog v/*&y 
Ttq&xoe ht* avrriv ßolhm 

SyQatpsv stg r^y y^r 

vno rrjg aweiStjasoig 
iX8yx<^f*8voi 



Paulus: 
R. 2, 22: 6 XiyoDv fivi /loixsvsiv fJLOix^veig 

2. C. 5, 21 : TOf /i ^ yvdvta äfiagtiav 
R. 2, 1^: tä yoQ avxä nQdoasig 6 9Cßiv<oy 

R. 2, 15: ro S^yov rov vofiov yqanxov h xaXg 

xoQdkug avt&v 
R. % 15: avvfiagtvQovarfg a^&v r^s avv- 

eiSi^oeoog 
T. 1, 15: lAsiJilavtai avt&v xal 6 vovg xai ^ 

awilÖTiaig 
1. T. 4, 2: xsxavari] giaa/4iva}p rrfv iSlav 

avvsiörjatv 
R. 2, 15: xai fisxa^v dkX^Xwv rcäv Xoyta/A&y 

xaxtiyoQovvxfov tj xal anoXoyovfjUvtov 
R. 8, 38: xlg iy xaXiaei xaxä ixXexx&v ^soC; 
R. 8, 34: xlg 6 xaxaxgivmv; XQiaxog ivxvy- 

xdvet vnsQ ijfi&y 
R. 8, 1: ovSkv aga vvv xaxdxgifia xolg iv 

Xßiaxfp 'Iijaov 
R. 6, 6: xov /AI] X ixt SovXsveiv fnAog xfj dfiagxiq. 
Eph. 4, 17: fiijxixi vfiäg jisgmaxsTv . . iv 

fiaxatoxrjxt xov vck^. 

Wie das Gleichnis von den ivo vlol{A21^ 5—33 = Lc. 15, 
11—32) dem Abschnitt Eph. 2, 1—20 zu Grunde liegt (vgl. 
Exe. 86), wie das Gleichnis von dem ^aqioaiog xal TeXdovrjg 
(>i26, 1-8 = Lc. 18,9—14) dem Abschnitt R. 2,17-3,28 
eingewoben ist (vgl Exe. 99), wie die Perikope ^ 7, 45—60 
= Lc. 7, 36—50 für R. 5, 1 maßgebend geworden ist (vgl. 
Exe. 27. 28), so hat die außercanonische Perikope von der 
/jioiXaXig {A 13, 28-39 = Joh. 7, 53-8, 11) auf R. 2, 15. 22; 



Tiov sloiv ixetvoi ol xax" 
^yoQol aov; 

ovSslg as xaxixQivsv; 

ovös iycb ae xaxaxglvoi 

ünays, djio xov vvv ^17- 
xexi dfidgxavs 



üweidrjoic. Confiisio quae ducit ad vi tarn. 421 

6,6; 8,1.33.34 einen tiefgreifenden Einfluß ausgeübt, indem 
Paulus das freisprechende Urteil Jesu über die /wixcdlg auf 
alle Sünder auggedehnt und die in jener Perikope dargetane Macht 
des Gewissens zu seiner tiefsinnigen Darlegung über das Wesen 
der ovvddfjaig in R. 2, 15 verwendet hat. In letzter Beziehung 
sind gerade Textbestandteile, welche in der gekürzten Relation 
des Cod. D fehlen, für Paulus bedeutungsvoll geworden. Ge- 
rade die Worte: inö r^g aweidi^aewe lleyx^M'^yoi (vgl. 
R. 2, 15: ovvfAagxvQoioYig airt&v Ttjg ovveidi^oecog) und 
xaxriyoQOi (vgl. R. 2, 15: z&v loyiofjLcav xarrjyogoivTCOv) 
sind in Cod. D, wie er jetzt vorliegt, durch die Abschreiber 
in Wegfall gekommen. Daß Jesu Selbstbewußtsein von jedem 
Sündenbewußtsein frei war, wie es Paulus 2. C. 5,21: rdv jultj 
yvdvta &fAaQxlav bezeugt, geht aus dieser Perikope von der 
fAoixaXlg mit Bestimmtheit hervor. 

167. Confusio quae ducit ad vitam (2. C. 7,10). 

Zweimal citiert Hieronymus das Logion: ,est confusio 
quae ducit ad mortem, et est confusio, quae ducit ad vitam', 
das eine Mal in der Ep. ad Pammachiimi (Tom. lY^, 584 ed. 
Martianay), das andere Mal im Commentar zu Ezech. 16, 52 
(Tom. m, 807), imd zwar an dieser zuletzt genannten Stelle 
mit der Formel: Tale quid et illud EvangeUi sonat. Man hat 
in diesem Falle, wie so oft bei der Wertung der Agrapha, 
einen Gedächtnisfehler des citierenden Schriftstellers annelünen 
wollen imd behauptet, Hieronymus habe den in Jesus 
Sirach 4,21 enthaltenen Spruch gemeint und denselben irr- 
tümlicher Weise als ein evangelisches Logion bezeichnet. Zu- 
zugeben ist die nahe Verwandtschaft des Hieronymus-Citats 
mit dem Sirach-Spruch. Man vgl. Sir. 4, 21 : Soxi yäg aloxivri 
indyovoa äfiagrlav, xal Saziv alaxvvrj d6(a xal x^^Q^S* Vulg. 
4,28: est enim confusio adducens peccatum, et est confusio 
adducens gloriam et gratiam. Hieron.: est confusio, quae 
ducit ad mortem, et est confusio, quae ducit ad vitam. Das 
Sprachgut beider Sprüche zeigt nahe Verwandtschaft. Aber 
namenÜich in der zweiten Hälfte des Logion ist der Unterschied 
zwischen dö^a xal x^Q^^ einerseits und Co>^ = vita andererseits 
ein so großer, und die sprachlichen Differenzen schließen in 
sich solche sachliche Verschiedenheiten, daß für jeden der 
beiden Sprüche je eine besondere Situation vorauszusetzen ist. 



422 Resch, Paulinismus. IL Einzeluntersuchungen. 

Wir besitzen gegenwärtig von dem Sirach-Spruch den 
wiederentdeckten Urtext. Ygl. Schechter and Taylor. The 
Wifldom of Ben Sira, Portions of the Book EoclesiasticuB from 
Hebrew llanuscripts in the Cairo Genizah OoUection presented 
to the University of Cambridge by the Editors, Cambridge 
1899, wo der hebräische Text unsres Logion auf der vorletEten 
Seite folgendermaßen lautet: 

nm maa nwa «ri fisf nwo« [nwa] n«ttjn ^ *^* 

Man sieht, der griechische Übersetzer hat gerade hier den 
Urtext treu wiedergegeben. Aus dem y\s r«wo = indyovaa 
ifxaQtlav — ergibt sich mit Bestimmtheit, was auch der Context 
an die Hand gibt (vgl. v. 20 : »inn b« -poBS bjÄ no int = qwlaiai 
dnd novtjQOv xal negl rfjg rpvxfjg oov /lij aloxvv^g)^ daß das 
Logion nicht yon der Scham über begangene Sünden redet, 
sondern wegen zukünftiger Sünden vor falscher Scham warnt. 
Wenn man sich des Guten schämt, wenn man sich schämt, die 
Wahrheit imd das Recht zu vertreten (,dicere verum', so fugt 
die Yulgata, ,das Recht zu bekennen', so fügt Luther explicativ 
dem Urtext hinzu), so führt diese falsche Scham zur Sünde, 
zur Lüge, zur Yerleugnung der Wahrheit; dagegen wenn man 
sich schämt. Böses zu tun, so führt diese rechte Scham zur 
Ehre und Gnade. 

Die Scham aber, von welcher das durch Hieronymus 
erhaltene Logion redet, bezieht sich auf vergangene Sünden. 
Scham über begangene Sünden, wenn sie nicht mit aufrichtiger 
Reue vor Gott gepaart ist, fuhrt zur Herzenshärtigkeit , zum 
Unglauben, zur Verzweiflung, fährt in den Tod der Seele, oft 
auch in den durch Selbstmord herbeigeführten leiblichen Tod, 
das ist die alaxvvrj = confusio, quae ducit ad mortem. Nur 
die Scham, welche der Apostel tj xaxd ^edv Xvnt] nennt, welche 
(vgl. R. 2, 4) die Güte Gottes , tö xQV^^ ^<>^ ^eov, ergreift, 
fährt zur Buße (elg juerdvoidv oe Äy«); sie ist es, die (vgl. 
2. C. 7, 10) /jLetdvoiav elg awTtjgtav dßjietaju^ltjTOv igydCeiai. Von 
der imgöttlichen Scham sagt Paulus : ^ tov xdofiov IvTirj ^dvaTov 
xaxeQydCerai, Noch bestimmter nennt der Apostel Rom. 6, 21 
diese Ivtctj über vergangene Sünden ein inaiaxvveo'&ai , wenn 



*) Ebenso Strack in der handlichen Ausgabe der .Sprüche Jesus 
des Sohnes Sirachs' (Leipzig 1903) S. 2, welcher in Bezug auf nM;Da 
auf Lev. 22, 16 hinweist. 



Confusio quae ducit ad vitam. arifQ dneigaoTog ä66xtfAog. 423 

er den Bömem zuruft: xiva oiv xagnov eixBte x&re iq> olg vvv 
inaioxvveo'&e; x6 yäq xiXog ixelvcov (so. dfAaQTiojv) '&dvatog. 

Es sind also trotz der teilweisen Gemeinsamkeit des Sprach- 
gutes zwei ganz verschiedene Welten, aus denen einerseits 
der Spruch Sir. 4, 21, andererseits das von Paulus benützte 
Logion, welches Hieronymus überliefert, hervorgegangen ist. 
Dort die Werkgerechtigkeit eines Sirach, hier die aus Buße 
geborene Glaubensgerechtigkeit eines Paulus. In der Tat: 
Hieronymus hat recht: Tale quid et illud Evangelii sonat. 

Vgl. Agrapha S. 107 f. 186 f. 

168. äviiQ äödxifjLog SLnelgaorog (2. C. 13, 5). 

Sehr interessant und folgenreich gestaltet sich die Unter* 
suchung über Didasc. n, 8: Xiyei ydg ^ yQ(^<p^' ävi^Q ädöxi/bLog 
änelgamog. Auf den ersten Blick erkennt man den fragmen- 
tarischen Charakter dieses Citates. Um so wertvoller sind zwei 
Ergänzungen desselben, welche wir einerseits dem Bedactor 
der Constitutionen, andererseits Tertullian verdanken. 
In der Überarbeitung des Didascalia-Textes Const. 11, 8 ist von 
der Hand des Bedactors ein nagd xcp ^e^ am Schluß hinzu- 
gefugt. Durch diese sichtlich quellenmäßige Ergänzung wird 
es klar, daß äjteiQamog und dddxijuog umgestellt werden müssen, 
daß also das Logion ursprünglich gelautet hat: ävijQ iTulgaarog 
ddöxifwg nagd t4> ^eqf- Aber auch so macht das Citat den 
Eindruck der Ergänzungsbedürftigkeit und läßt zugleich die un- 
beantwortete Frage nach dem Charakter der ygatpi^ zurück, 
aus welcher die Didascalia und die Constitutionen dieses 
Logion schöpften. Hilfreich tritt nun ein Citat TertuUians 
hinzu, welches einen mit obigem Logion eng verwandten Text 
bietet, ein Citat, welches dieses Logion als ein Herrenwort 
charakterisiert und, was das Allerinteressanteste ist, zugleich 
den ursprünglichen Standort in der evangelischen Überlieferung 
erkennen läßt. Für den Fortgang der Untersuchung ist es 
daher unerläßlich, den bezüglichen Text TertuUians voll- 
ständig zu geben. 

TertulL de bapt. c. 20. 
Yigilate et orate, inquit, ne incidatis in tentationem. 
Et ideo credo tentati sunt, quoniam obdormierunt, ut 
apprehensum Dominum destituerint, et qui cum eo per- 
stiterit et gladio sit usus, ter etiam negaverit. Nam 



424 B«Mrh, PMliaunm«. IL 

et praeee00erat dietam: NeBises istCBimi 
regüM coelestia conseeutamiiL 
Xacb diesem Context lutben wir es mt 
n tan, welebes «if Petrus Bezog hstte md mt der m die 
drei Tertoatesten Jfinger gericbteteo Wammig: y ^/o g m jhm 
nj^eby/^9^, &a /i^ IpüÜKnjtt dz TuiQaafMiw in engrter Cctre- 
ifKnidenz stend« Auf Petrus weist «leb die singiilaiisdie Fsiwi^fc 
des Logion: dr^^ imgaar<K, wäbrend diu irigifaite = 799709«« 
an die Mebrfaeit der Jfinger gericbtet ist Es dürfte sdi mlso 
dss Agntpbon nrsprfinglich unmittelbar an Le. 22, 31. 32 = 
^ 33, 0. 7, wo eb<»ifalls speziell Petms angeredet ist. aage- 
scblossen baben, nnd zwar so, daß der Wortlaut der Didas- 
ealia and Constitutionen die erste Hälfte, Tertnllians 
Text die zweite Hälfte eines zweigliedrigen Logion bildete, 
sodaß folgender Context sich ergibt: 

ebu di 6 *Irioovg' Slfuor, Zlfuor, Idav S aarawäg lifft^- 

oato {fßiac Tov oinäacu d>g rar otzav' ijJC fym ^ni^f^- 

tijodfjifjr lir Tuniga fiov, Tra fiij ixlbtfi ^ mauQ £/M&r* 

ov di btUngetpov xal aiifiQUfav jovg iiehpavg oav' ärifg 

AnelgaoTog äSöxifiog nagä i(p Öe0, xal oiielg 

inelgaoTog XrjyfExai tijr ßaoileiav rc^r oigarmr. 

Wie nun im ersten Petrusbriefe Anklänge an die cano- 

ni sehen Textbestandteile dieser Herrenrede sich mehrfach 

finden (vgL5, S: diäßoXog Tuguiarei t^rfia^v rlva xaiajudy, 5, 10: 

ori]gl(ei, außerdem 4, 7 : n^tpare dg Tigooevxäg, 5, 8 : vrjxpait, ygri^ 

yogtjoaze (= ygrjyogeire xal Jigooevxso^e)^ 4, 12: jigog TUigaofiir 

(e= l/umiofjre elg neigaofjidv) ^ so erscheint dann auch l.Petr. 1, 

6. 7: el öiov kvnrj^ivxeg Iv JioixlXoig neigao/ioTg, fva rö öoxi/iiov 

ifjubv trjg Jilatecog . . . diä Jivgdg di öoxifial^ofxivov — als 

Anklang an jenes außercanonische Herrenwort, welches 

an Petrus gerichtet gewesen war. Gerade die Ttiaiig ist Lc. 

22, 32 als dasjenige bezeichnet, dessen Fortdauer die Bewährung 

in der Anfechtung garantiert. 

Auch die Parallelen des Jacobusbriefes werden dadurch 
beleuchtet. Vgl. Jac. 1, 2. 3: näaav ;ca^dv ^y^oao^e, 8xav neiga- 
oßioTg Tteguiiorjte noixlXoig, yivcboxovreg 8t i rö doxifiiov ifAOJv 
trjg nlotecog xategyd^etai vjio/uiovrjv. Jac. 1, 12: fiaxdgiog ivifig, 
bg inofiivu neigaofxdv, 8ti döxißxog yevößuvog ki^/LLtperai xtX. 
Von hier aus gelangen wir zu den paulinischen Parallelen. 
Vgl. 2. T. 2, 15: onovdnoov oeavtdv döxißiov Jiagaartjoai t cp 
^e(p, 3, 8: iddxifioi negl trjv niotiv, 2. C. 13, 5: iavtoi^g 



dyrjg dnelgaatog dS6xi/M)g. 425 

neigdCere et laxe Iv xfj nloxei, iavrovg doxt/LidCeTe, v. 6: 
el fxifjxi äddxijuol iaxe. In ^. C. 13, 5 hat der Apostel das 
djieiQamog subjectiv gedeutet auf einen, der sich selbst nicht 
prüft und dadurch in Gefahr kommt, vor Oott {naqä xq> '&ecp) 
verwerflich {&b6xifiog) zu werden. Wer sich selber prüft, wird 
nicht verwerflich werden; wer sich selber richtet, wird nicht 
gerichtet werden. Ygl. 1. C. 11, 31. Indem Paulus iavxohg 
neigdCexe vorangehen, iavxovg öoxi/LidCexe nachfolgen läßt, 
bestätigt er überdies die oben vorgenommene Bichtigstellung 
der Wortfolge : ävijg äjieiQaoxog äddxi/jiog nagä T(p '&e(p. 

Es ergibt sich mithin in Bezug auf den urevangelischen 
Text folgendes. Die Herrenworte, welche uns Lucas in Lc. 22, 
31.32 aufbewahrt hat, sind urtexilich. Die beiden Evangelien 
des Mc. und Mt., die man vorzugsweise petrinisch nennen 
kann, haben merkwürdigerweise diese an Petrus gerichtete 
Wamungsrede weggelassen ; Lc. hat sie wiederhergestellt, doch 
so, daß er — ohne Bücksicht auf die paulinischen Parallelen — 
auch hier eine seiner häufigen Texikürzungen (vgl. PT. DI, 
838 f.) vornahm und das Logion von dem ävijQ äTulgaatog 
fallen ließ. Paulus kannte nicht bloß dieses Logion, sondern 
auch den ganzen Context mit der Hervorhebung der jitaxig, 
wie auch 1. P. 1, 6. 7 und Jac. 1, 2 dieser Context vorausgesetzt 
ist Der Verfasser der Didascalia und der Bedactor der 
Constitutionen kannten eine yQaq>ij, aus welcher sie das von 
allen drei Synoptikern weggelassene Logion citierten. Ter- 
tullian kannte dasselbe Logion* aus einer schriftlichen Evan- 
gelienquelle; er kannte den ursprünglichen Context; er wußte, 
daß dieses außercanonische Logion an Petrus gerichtet und 
dem anderen an sämtliche Jünger gerichteten canonisohen 
Herrenwort Lc. 22, 40. Mt. 26, 41. Mc. 14, 38 = ui 33, 25 voran- 
gegangen war (praecesserat dictum). Die subjective Auslegung, 
welche Paulus 2. C. 13, 5iF. dem Logion gab, hat ihr Becht 
in der persönlichen Erfahrung des Petrus. Hätte Petrus sich 
selbst versucht, sich selbst geprüft, ob er recht im Glauben 
stand, anstatt in Selbstvermessenheit seine Glaubenstreue vor 
anderen zu rühmen, er wäre in der Versuchung, die von außen 
an ihn herantrat, nicht gefallen; er wäre nicht in die Gefahr 
geraten, ein ävijg dddxifxog zu werden, eine Gefahr, aus 
welcher ihn nur der Herr durch seine Fürbitte gerettet hat. 

Die in Agrapha 8. 187 f. gegebenen Darlegungen waren 
noch nicht genügend zur Erkenntnis des Sachverhaltes. 



426 Resch, Paulinismus. II. Einzeluntersuchungen. 

169. dixaiovv rä i'»vrj (Gal. 3, 8). 

Wie Paulus B. 3, 30 sagt: etg 6 ^e6g, Sg dixaicooei Ttegt" 
TOfjii]v ix Tiiaxeojg xal ixQoßvoxlav diä xtjg nlarecog, so bietet 
sich auch Gal. 3, 8. 9 die Parallele dazu: ix Tttarecog dixaioT 
rä i^vtj 6 '&B6g . . . &(ne 61 ix Ttlarecog eikoyovvrai ahv %0 
7Uü%q> ^Aßgad/LL. Zu dem Ausdruck: dixaiovr rä tdvri findet 
sich eine weitere Parallele in einem außercanonischen Herren- 
wort, welches der Redactor der Constitutionen citiert. Ygl. 
Gonst. n, 60: 7ia}g dk ovx*^ ^^' ^^ ^Q^ '^^ roiovrcp 6 xigiog' 
^EdixaKo^fj rä i^vtj inkg vfiäg; — Nun hat man zwar ein- 
gewendet, dies sei ,offenbar kein Herrenwort aus der Ver- 
gangenheit, sondern ein hypothetisch gedrehtes Gotteswort aus 
der etwaigen Zukunft^ also ,nur eine Drohung des Yerfassers 
imd kein Citat\ Bei dieser Auffassung hat man aber ein 
Dreifaches nicht bedacht: erstlich das vi/v, welches in keine 
,etwaige Zukunft^ verweist, zweitens den Indicativ iqei, welcher 
nicht hyp